DE2247017C3 - Verfahren zum Induktivitätsabgleich eines induktiven Bauelementes - Google Patents
Verfahren zum Induktivitätsabgleich eines induktiven BauelementesInfo
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Description
40
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum irreversiblen Induktivitätsabgleich eines induktiven Bauelementes
mit einem insbesondere als Schalen- oder Rollenkern ausgebildeten magnetischen Kreis durch teilweises
Abtragen von Kernmaterial.
Mit fortschreitender Miniaturisierung der elektrischen Bauelemente wird es schwieriger und häufig
unmöglich, für induktive Bauelemente mit einem insbesondere als Schalen- oder Rollenkern ausgebildeten
magnetischen Kreis einen hinsichtlich seines Aufwands vertretbaren Abgleich mit hinreichend
großem Abstimmbereich und ausreichender Stabilität und Linearität zu schaffen. Zum Beispiel kann bei
schalenförmigen oder ähnlichen Kernen mit einzuschraubendem Abgleichstift, also beim sogenannten
Schraubabgleich der Abgleichbereich zu klein werden, wenn der Kern zu schwach geschert ist Ferner kann
z. B. bei Vorrichtungen mit gegeneinander zu verdrehenden Kernteilen, also beim sogen. Drehabgleich die
erforderliche Toleranz der unsymmetrischen Butzenhälften schwer zu beherrschen sein.
Durch die Zeitschrift »Keramische Bauelemente für Elektronik und Magnetik«, Valvo GmbH Hamburg, f>5
Nov. 1965, S. 40, ist es bereits bekannt, die Induktivität von Schalenkernen irreversibel durch Abschleifen des
Mittelbutzens abzuschleifen. Ferner sind durch die DT-AS 12 26 225 und die FR-PS 15 86 479 bereits
Verfahren bekannt, bei denen von derartigen Kernen Kernmaterial durch Abschleifen bzw. durch Sandstrahlen
abgetragen wird. Schließlich ist es z. B. durch die
DT-OS 2146 113 zum genauen Dimensionieren von gesinterten ferromagnetischen Kernen für Spulen oder
Übertrager bekannt, daß nach dem Sintern und bevor der Kern mit einer Wicklung zu einer Spule oder zu
einem Übertrager zusammengesetzt wird, wenigstens ein Teil der Kernoberfläche in einer Matrize mit einer
Deckmaterialschicht bedeckt wird, die aus einem Gemisch aus einem Bindemittel und einem ferromagnetischen
Pulver besteht.
Der irreversible Abgleich stößt bei den induktiven Bauelementen häufig auf Schwierigkeiten. Sie bestehen
vorwiegend darin, daß man bei den üblichen Kernformen und Kernmaterialien mit großem Aufwand viel
Material entfernen rnu'd und dabei eine den Abgleich
störende Erwärmung und mechanische Beeinflussung auftritt
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Induktivitätsabgleich
eines induktiven Bauelementes zu schaffen, dem die vorstehend aufgezeigten Nachteile nicht anhaften.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einem Verfahren der eingangs genannten Art vor, daß
der magnetische Kreis des induktiven Bauelementes, d. h. zum Beispiel der Schalenkern oder Rollenkern
teilweise aus einem Abgleichteil aus mechanisch leicht abtragbarem Werkstoff gefertigt und daß die Induktivität
des Bauelementes durch teilweises Abtragen des Abgleichteils eingestellt wird.
Durch Verwendung eines Abgleichteiles aus mechanisch leicht abtragbarem Werkstoff wird der eingangs
bereits erwähnte irreversible Abgleich möglich, ohne daß dieser, wie dort bereits angedeutet, durch
mechanische Einflüsse oder durch Erwärmung beeinträchtigt wird.
Die Form und Lage des Abgleichteils zu dem im allgemeinen aus Ferrit bestehenden Hauptteil des
magnetischen Kreises, d. h. insbesondere des Schalenoder Rollenkerns, wird so gewählt, daß die Entfernung
von Material mit dem vorgesehenen Werkzeug, als welches vorzugsweise eine Schleifscheibe oder ein
Sandstrahlgebläse dient, leicht ausführbar und hinreichend wirksam ist. Das Abgleichteil wird zweckmäßigerweise
an eine magnetisch empfindliche Stelle gesetzt, um den Betrag des Abtrages und damit den
Arbeits- und Materialaufwand möglichst klein zu halten.
Das Abgleichteil, das, wie vorstehend erwähnt, aus einem mechanisch leicht abtragbaren Teil bestehen
muß, wird vorteilhafterweise aus einem durch Klebstoff gebundenen Eisenpulver oder Ferritpulver gefertigt und
auf den Restteil des magnetischen Kreises, der beispielsweise die Form einer Schalenkernhälfte, eines
kurzen Rollenkerns oder eines langen Rollenkerns mit rechteckigen Flanschen aufweisen kann, aufgeklebt
Falls das Abgleichteil und das Restteil des magnetischen Kreises eine niedrigere effektive Permeabilität μί
als gewünscht ergeben, kann die Scherung durch ein magnetisch parallel zum Abgleichteil liegendes, angeklebtes
Ferritteil verringert werden.
Ein Grobabgleich wird zweckmäßig vor dem Einbau des induktiven Bauelementes in die Schaltung vorgenommen,
um beim späteren Feinabgleich nur noch wenig Material bei geringster störender Beeinflussung
der Schaltung durch den Induktivitätsabgleich abtragen zu müssen. Wenn der Ausgangswert der Induktivität
bereits unter dem Sollwert liegt, kann durch Aufkleben
eines zusätzlichen Abgleichteils wieder ein Grob- und Feinabgleich durch Abtragen ermöglicht werden.
Das Verfahren nach der Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausfüh- s
rungsbeispiele von Spulen mit gemäß dem Verfahren gefertigten magnetischen Kreisen näher erläutert
Darin zeigt
Darin zeigt
F i g. 1 ein Ausführungsbeispiel einer Spule mit einem magnetischen Kreis in teilweise geschnittener Seitenansieht,
F i g. 2 ein anderes Ausführungsbeispiel einer Spule mit einem magnetischen Kreis in teilweise geschnittener
Seitenansicht,
Fig.4 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Spule
mit einem magnetischen Kreis in teilweise geschnittener Seitenansicht,
F i g. 5 eine Draufsicht auf die Spule nach F i g. 4,
F i g. 6 eine Abgleichkurve.
F i g. 6 eine Abgleichkurve.
Die Spule nach F i g. 1 besteht aus einem Schalenkern 11,12, 14,15 und einer freitragenden Wicklung 16, die
Anschlußelemente 13 aufweist Die Schale aus unterem Flanschteil 12, Butzenteil 14 und Mantelteil 15 ist
vorzugsweise aus Ferrit und einstückig gefertigt. Das obere Flanschteil 11 ist als Abgleichteil vorgesehen. Es
ist aus mechanisch leicht abtragbarem Werkstoff gefertigt und durch eine Klebstoffschicht 17 auf die
zugekehrten Stirnflächen des Mittelbutzens 14 und des Mantels 15 aufgeklebt Das Flanschteil 11 besteht
beispielsweise aus einem durch Klebstoff gebundenen Eisen- oder Ferritpulver. Die Abtragung des Abgleichteils
11 und damit der Induktivitätsabgleich erfolgt z. B. von oben mittels einer waagerecht arbeitenden
Schleifscheibe.
Die F i g. 6 zeigt eine Abgleichkurve einer Spule nach Fig. 1, wobei das Abgleichteil 11 einen Außendurchmesser
von 6 mm und zu Beginn des Abgleichs eine Höhe von 1,15 mm, das Flanschteil 12 einen Außendurchmesser
von 5,8 mm und eine Höhe von 33 mm und die freitragende Wicklung 30 Windungen 0,1 CuL
aufweist
Die Spule nach F i g. 2 und 3 besitzt einen Rollenkern mit (inks von der Spulenachse kreisförmig, rechts davon
rechteckförmig begrenzten Flanschen 22, 25 und mit einem Mittelbutzen 26. Als Wicklung dient eine
freitragende Wicklung 27 mit Anschlußelementen 23. Auf die in einer Ebene liegenden Seitenflächen der
rechteckförmigen Hälfte der Flansche 22 und 25 ist ein plättchenförmiges Abgleichteil 21 aufgebracht, z. B.
durch eine Klebstoffschicht 28 aufgeklebt Das Abgleichteil 21 kann durch Abschleifen oder Sandstrahlen
auf die der gewünschten Induktivität entsprechende Dicke abgetragen werden. Die Spule nach F i g. 2 und 3
zeigt außerdem den Fall, daß Kern und Abgleichteil allein eine niedrige effektive Permeabilität μΐ als
gewünscht ergeben würden. In diesem Fall wird ein magnetisch parallel zum Abgleichteil 21 liegendes
Ferritteil 24 als zusätzliches Abgleichteil aufgeklebt und damit ein grober Vorabgleich durchgeführt, durch den
die Scherung verringert und die effektive Permeabilität erhöht wird.
Die Spule nach F i g. 4 und 5 besitzt einen Rollenkern mit einem mit einer Wicklung 35 mit Anschlußelementen
37 bewickelten kreiszylindrischen Mittelbutzen 34, dessen Stirnflächen rechteckförmige Flansche 32, 33
tragen. Der Rollenkern mit Mittelbutzen 34 und Flanschen 32, 33 ist insbesondere aus Ferrit gefertigt.
Auf in einer Ebene liegende Mantelflächen der Flansche 32,33 ist ein rechteckiges, plättchenförmiges Abgleichteil
31 durch eine Klebstoffschicht 36 aufgeklebt. Der Induktivitätsabgleich erfolgt durch Abtragen des
Abgleichteils 31, z. B. durch Schleifen oder Sandstrahlen.
Claims (8)
1. Verfahren zum irreversiblen Induktivitätsabgleich eines induktiven Bauelementes mit einem s
insbesondere als Schalen- oder Rollenkern ausgebildeten magnetischen Kreis durch teilweises Abtragen
von Kernmaterial, dadurch gekennzeichnet,
daß der magnetische Kreis teilweise aus einem Abgleichteil (11 bzw. 21 bzw. 31) aus mechanisch
leicht abtragbarem Werkstoff gefertigt und daß die Induktivität des Bauelementes durch teilweises
Abtragen des Abgleichteils eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgleichteil (11 bzw. 21 bzw. 31)
durch Abschleifen teilweise abgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgleichteil (U bzw. 21 bzw. 31)
durch Sandstrahlen teilweise abgetragen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Abgleichteil aus einem durch Klebstoff gebundenen Eisenpulver gefertigt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgleichteil aus einem durch
Klebstoff gebundenen Ferritpulver gefertigt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der magnetische Kreis aus einem
Abgleichteil (11 bzw. 21 bzw. 31) und aus einem Ferritteil (12, 14, 15 bzw. 22, 26, 25 bzw. 32, 33, 34)
gebildet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgleichteil (11 bzw. 21 bzw. 31)
auf das Ferritteil aufgeklebt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zum Abgleichteil (21) ein
zusätzliches Abgleichteil (24) zur Erhöhung der effektiven Permeabilität und zum Vorabgleichen
aufgeklebt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19722247017 DE2247017C3 (de) | 1972-09-25 | Verfahren zum Induktivitätsabgleich eines induktiven Bauelementes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19722247017 DE2247017C3 (de) | 1972-09-25 | Verfahren zum Induktivitätsabgleich eines induktiven Bauelementes |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2247017A1 DE2247017A1 (de) | 1974-03-28 |
| DE2247017B2 DE2247017B2 (de) | 1977-05-26 |
| DE2247017C3 true DE2247017C3 (de) | 1978-01-12 |
Family
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