DE2134115A1 - Verfahren zur katalytischen Isomerisierung von Carbonsäureallylestern - Google Patents
Verfahren zur katalytischen Isomerisierung von CarbonsäureallylesternInfo
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Description
Case TS - 1
1 A - 264
1 A - 264
TψO SODA HAHUi1ACOITmING· CO.,
Sfiin-nango-shi, Yamagushi-ken, Japan
Verfahren/ zur katalytischen Isomerisierung von Carbonsäure-/
allylestern.
Ί)±ψErfindung betrifft ein Verfahren zur katalytischen Isomerisierung
von Carbonsaureallylestern in flüssiger Phase.
le Isomerisierung von Carbonsaureallylestern wurde bereits
in systematischer Weise von zahlreichen Wissenschaftlern untersucht, u.a. von Burton und Ingold. Diese Untersuchungen
beschränkten sich jedoch auf die Isomerisierungsreaktion in
// verschiedenen Lösungsmitteln mit einem sauren Katalysator
/ oder ohne Katalysator. Es sind nur wenige Fälle bekannt, bei denen Metalle oder Metallverbindungen als Katalysator verwendet
wurden.
Die Anmelderin hat kürzlich über die gegenseitige Isomerisierung
zwischen 1,4-Diacetoxy-2-buten und 3,4-Diacetoxy-1-buten
berichtet, wobei als Katalysatoren Paladiumverbindungen in einem essigsauren Lösungsmittel angewandt wurden (siehe Sakae
Uemur-'i, Tetsuo Hiramoto und Katsuhiko Ichikawa, Kogyo Kagaku
Zasshi, 72 (5), 1096 (1969)).
109883/1969
2134Ί15
Im allgemeinen beobachtet man jedoch ähnliche Reaktionen
bei Verwendung von Säurekatalysatoren und Lösungsmitteln mit hohen Dielektrizitätskonstanten.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Isomerisierung von Carbonsäureallylestern zu schaffen, welches
bei hoher Reaktionsgeschwindigkeit eine große Selektivität aufweist und dessen Verfahrensprodukt leicht aufgearbeitet
werden kann»
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man
als Katalysator eine Platin-Halogen-Verbindung verwendet.
Derartige Platin-Katalysatoren haben eine sehr hohe Aktivität.
Dies zeigt sich bei einem Vergleich der Isomerisierung von 1,4-Diacetoxy-2-buten zu 3,4-Diacetoxy-1-buten in Essigsäure
als Lösungsmittel bei 100° C, wobei einmal als Katalysator Schwefelsäure und zum anderen als Katalysator Chlorplatinsäure
verwendet werden. Im Fall der Verwendung von 2 Gewichtsprozent Schwefelsäure wurde das Gleichgewicht nach
20 Stunden erreicht, während im Pail der Verwendung von 0,5
Gewichtsprozent ChIorplatinsäure das Gleichgewicht in hur 30
Minuten erreicht wurde.
Die zweite überragende Eigenschaft des Platinhalogenkatalysators
besteht in seiner hohen Selektivität. Wegen der großen Aktivität dieses Katalysators findet die Reaktion unter milden
Bedingungen, fast ohne jegliche IJebenreaktionen statt.
Dies zeigt sich z.B. bei folgendem Versuch. Wenn man 0,15 Gewichtsprozent Chlorplatinsäure zur Isomerisierung von 3,4-Diacetoxy-1-buten
verwendet und die Reaktion ohne Lösungsmittel bei 500C durchführt, so-wird das Gleichgewicht in etwa 6 Stunden
erreicht,, Die Gesamtausbeute an 1,4-Diacetoxy-2-buten und
3,4-Diacetoxy-l-buten beträgt 98 °/o.
109883/1969
Der dritte bemerkenswerte Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht in der leichten Handhabbarkeit und in der leichten Aufarbeitbarkeit. Die Platinhalogenverbindungen können
in freier Form oder auf einen porösen Träger, wie z.B. Aktivkohle oder aktiviertes Aluminiumoxyd aufgebracht zur Is omerisierungsreaktion
verwendet werden. Beim Aufbringen der Katalysatoren auf Aktivkohle wird die Katalysatoraktivität
nicht wesentlich herabgesetzt. Die auf das Trägermaterial aufgebrachte Platinhalogenverbindung kann durch geeignete Wahl
der Katalysatormenge und durch die Art und Weise der Herstellung
des Katä^sators in wesentlichen unlöslich gemacht werden, sodaß der Katalysator als festkörperkatalysator verwendet werden
kann. Dies ermöglicht eine einfache Abtrennung des Katalysators vom Reaktionssystem, z.B. durch Filtrieren»
Als Katalysator eignen sich grundsätzlich alle Platinhalogenverbindungen.
Bevorzugt sind jedoch Platinhalogenide, Halogenplatinsäuren und Halogenplatinate. Insbesondere geeignet sind
Platinchlorverbindungen, wie z.B. Platinchlorid, Platindichlorid, Platintrichlorid, Tetrachlorplatin(II)-säure, Hexachlorplatin(lV)-säure,
Chlorplatinate(ll) und Chlorplatinate(lV).
Im folgenden soll das erfindungsgemäße Isomerisierungsverfahren
näher erläutert werden:
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die
Platinhalogenverbindung ggfs. auf Aktivkohle aufgebracht, einem Isomeren eines Carbonsäurealkylester zugesetzt, oder einer
Mischung dieser Isomeren, welche sich nicht im Gleichgewicht befinden, worauf bei einer Temperatur, welche zwischen Zimmertemperatur
und 230° C und vorzugsweise zwischen 100° C und 150° 0 liei';t, berührt wird.
- 4 109883/1969
Es können Lösungsmittel verwendet werden . Diese werden jedoch normalerweise nicht benötigt. Es muß jedoch bemerkt
werden, daß bei einer zu geringen Temperatur die Reaktionsgeschwindigkeit zu stark abfällt und daß bei einer zu hohen
Temperatur die Bildung von Nebenprodukten begünstigt wird.
Palis das gewünschte Isomere eine Verbindung mit einem niedrigen
Siedpunkt ist, so kann dieses kontinuierlich durch Abdestillieren mit fortschreitender Reaktion entfernt werden.
Wenn das gewünschte Isomere eine Verbindung mit einem höheren Siedepunkt ist, so kann es z.B. durch Fraktionierte Destillations
aus dem Reaktionssystem genommen werden. Dies geschieht
unter vorherigem Entfernen des Katalysators, z.B. d.urch Filtration, aus dem Reaktionssystem, welches nahezu das Gleichgewicht
erreicht hat.
Die Halogenverbindungen des Platins können verhältnismäßig
leicht reduziert werden. Diese Eigenschaft ist auch allen anderen Vertretern der Metallverbindungen der Platingruppe gemeinsam.
Wenn die Platinhalogenverbindung vollständig zu Metall reduziert ist, so verliert sie ihre Aktivität als Isomerisierungskatalysator,
Demgemäß ist es nicht erwünscht, die Reaktionstemperatur höher als tatsächlich notwendig zu wählen
und zwar sowohl aus Gründen der Katalysatoraktivität als auch der Möglichkeit des Auftretens von Nebenreaktionen. Zur Kompensierung
der leichten Reduzierbarkeit des Katalysators kann
ein Oxydationsmittel, wie z.B. Kupfer(ll)-chlorid oder Eisen (ill)-chlorid zugesetzt werden, um die Lebensdauer des Katalyeators'ZU
verlängern.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungeb·!-
spielen näher erläutert.
- 5 109883/1969
5 g 1,4-Diacetoxy-2-buten, 5 g Essigsäure und 50 mg Hexachlorplatinsäure
werden in einen konischen Kolben mit einem Fassungsvermögen von 50 ml gegeben, welcher mit einem Hückflußkühler
ausgerüstet ist. Der Kolben wird in ein Ölbad von konstanter Temperatur getaucht, welches auf 1000C gehalten
wird. Es wird während 30 Minuten mit Hilfe eines Magnetrührers gerührt. Sodann wird der Kolben abgekühlt und sein Inhalt
wird ohne vorherige Aufarbeitung gaschromatographisch
analysiert. Das Verhältnis von 1,4-Diacetoxy-2-buten zu (f
3,4-Di.acetoxy-1-buten beträgt 1,9.
5 g 3,4-Diacetoxy-1-buten werden in ein Gerät ähnlich den in
Beispiel 1 beschriebenen gegeben, worauf 0,1 g Hexachlorplatinsäure zugesetzt werden. Sodann wird das Ganze 3 Stunden
lang auf 100° G gehalten. Die gaschrom^tographische Analyse
der Reaktionsflüssigkeit zeigt ein Verhältnis von 1,4-Diacetoxy-r2-buten
zu 3,4-Diacetoxy-1-buten von 1,9.
0,1 g Platindichlorid und 5 g 3-Acetoxy-1-buten werden in ein
ähnliches Gerät wie in Beispiel 1 beschrieben eingegeben. Das Ganze wird 30 Minuten auf 100° G gehalten. Die Analyse der
Heaktionsflüssigkeit zeigt ein Verhältnis von 1-Acetoxy-2-buten
zu 3-Acetoxy-1-buten von 1,4.
1 g eines Katalysators und 5 g 1,4-Diaoetoxy-2-buten werden in
ein ähnliches Gerät wie in Beispiel 1 gegeben. Der Katalysator besteht aus mit 10 Gewichtsprozent Hexachlorplatinsäure beladener
Aktivkohle. Es wird 3 Stunden bei 150° G umgerührt.
109893/1969
Die gasehromatographisehe Untersuchung der Reaktionsflüssigkeit
zeigt ein Verhältnis von 1,4-Diacetoxy-2-buten zu 3,4-Diacetoxy-1-buten
von 1,7.
0,01 g Platindiehlorid werden zu 5 g 1,4-Diacetoxy-2-buten gegeben,
wobei ein Reaktionsgerät ähnlich dem in Beispiel 1 beschriebenen verwendet wird. Es wird während einer Stunde bei
230° C gerührt. Es wird eine teilweise Abscheidung von reduziertem Platin in der Reaktionsflüssigkeit beobachtet» Die
gasehromatographisehe Analyse zeigt ein Verhältnis von 1,4-Diacetoxy-2-buten
zu 3,4-Diacetoxy-i-buten von 1,4.
Mit Hilfe der Methode jlej3_inneren Standards wurde die Gesamtausbeute
von 3,4-Diacetoxy-1-buten zu 1,4-Diacetoxy-2-buten zu 93 fo bestimmt, während 7 $ Nebenprodukte festgestellt wurden.
0,05 g Hexachlorplatinsäure werden zu 5 g 1,4-Diacetoxy-2-buten
gegeben, worauf während 1 Stunde bei 50° C gerührt wird. Die Analyse des Reaktionsprodukts zeigt ein Verhältnis von 1/J-rDiacetoxy-2-buten
zu 3,4-Diacetoxy-1-buten von 2,0.
0,01 g Kalium-Hexaehlorplatinat werden zu 5 g 1,4-Diacetoxy-2-buten
gegeben, worauf T Stunde bei 230° C gerührt wird. Die
Analyse der Reaktionsflüssigkeit zeigt ein Verhältnis von 1,4-Diacetoxy-2-buten
zu 3,4-Diacetoxy-1-buten von 1,7.
-T-109083/1969
0,01 g Natriumhexachlorplatinat werden zu 5 g 3,4-Diacetoxy-1-buten
gegeben, worauf 1 Stunde lang bei 230° 0 gerührt wird« Die Analyse der Reaktionsflüssigkeit zeigt ein Verhältnis von
1,4-Diacetoxy-2-buten zu 3,4-Diacetoxy-1-buten von 1,5.
1 g des in Beispiel 4 verwendeten Katalysators wird zu 5 g
Linalyl-acetat gegeben, worauf 3 Stunden bei 100° C gerührt Jj
wird. Die Analyse der Reaktionsflüssigkeit zeigt ein Verhältnis von Geranyl-acetat zu Linalyl-acetat von 0,24.
50 mg Hexachlorplatinsaure werden zu 5 g 1-PhenylalIyI-ρ-nitrobenzoat
gegeben, worauf 3 Stunden bei 150° C gerührt wird. Die spectroskopische Analyse zeigt eine Bildung von 3-Phenylallyl-p-nitrobenzoat
an.
- Ansprüche -
109883/1969
Claims (10)
- Patentansprüche.)/Verfahren zur katalytiachen Isomerisierung von Carbonsäure ally Ie stern in flüssiger Phase, d a d u r c h gekennzeichnet, daß als Katalysator eine Platin-Halogen-Verbindung verwendet wird.
- 2.) .Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß als Katalysator eine Platin-Halogen-Verbindung auf einem Trägermaterial verwendet wird.
- 3.) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als CarbonsaureallyIester 1,4-Biacetoxy-2-tmten oder 3»4-Diacetoxy-2-buten verwendet wird.
- 4·) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Katalysator eine Platin-Chlor-Verbindung verwendet wirdo
- 5.) Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Platin-ChIor-Verbindung eine PIatinehlorid, eine Chlorplatinsäure oder deren Alkalimetallsalz verwendet wird.
- 6.) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Reaktionstemperatur zwischen Zimmertemperatur und 230° C, vorzugsweise zwischen 100° C und 150° C liegt.109833/1963
- 7.) Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Trägermaterial ein poröser Träger, vorzugsweise Aktivkohle oder aktiviertes Aluminiumoxyd verwendet wird.
- 8.) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7f dadurch gekennzeichnet, daß als Lösungsmittel Essigsäure verwendet wird.
- 9.) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Gegenwart eines Oxydationsmittels durchgeführt wird.
- 10.) Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Oxydationsmittel Kupfer (H)-Ohlorid oder Eisen(lII)-chlorid verwendet wird.109883/1969
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Also Published As
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