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Vorrichtung zur )Ierstellung eines Packs aus Papiererzeugnissen,
insbesondere Bros churen Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Sammeln
und Ausrichten von Papiererzeugnissen, insbesondere von frisch geklebten Broschuren,
die zu einem Pack vereinigt werden sollen.
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Papiererzeugnisse müssen in Druckereien häufig zu Packs von beispielsweise
fUnf bis zehn Einzelerzeugnissen zusammengestellt werden. Diese Aufgabe besteht
z.B. bei der Verpackung von Broschuren, wie z.B. Telefonbüchern. Auch vor dem Einbringen
in eine Schneidvorrichtung müssen Packs zusammengestellt werden, deren Bestandteile
möglichst genau afeinander ausgerichtet sind.
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Bekannt ist eine Vorrichtung, in der ein Zeitschriftenstrom über eine
Weiche abwechselnd in zwei schräg angeordnete Auffangwinkel eingeleitet wird. Die
Zeitschriften kommen dabei nicht
exakt aufeinander ausgerichtet
übereinander zu liegen, sondern müssen zunächst von Hand oder mittels einer besonderen
Rüttelvorrichtung glatt gestoßen werden0 Es besteht damit nicht die Möglichkeit,
den Zeitschriftenpack automatisch zu einer weiteren Vorrichtung z.B. zu einer BUndelungs-
oder Verschnürvorrichtung oder auch zu einer Schneidvorrichtung weiterzuleiten.
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Bekannt ist auch eine Vorrichtung zum Zusammenstellen von Büchern.
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In dieser Vorrichtung wird jeder Buchblock von einer Gabel aus einer
waagerechten Lage in eine senkrechte Lage gebracht und dabei an eine Stütze herangeführt.
Eine auf- und abbewegbare Gabel hindert den aufgerichteten Buchblock am Zurückfallen,
wenn die schwenkbare Gabel in ihre Ausgangslage zurückkehrt.
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Die beiden Gabeln werden verhältnismäßig schnell bewegt, so daß bei
der Drehbewegung von 900 so große Fliehkräfte auftreten können, daß die einzelnen
Buchblocks etwas nach außen wandern.
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Die Folge davon ist, daß der Pack nicht aus exakt aufeinander ausgerichteten
Einzelblocks besteht und deshalb vor der Weiterverarbeitung zwecks Ausrichtung ein
Rüttelvorgang eingeschaltet werden muß.
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Viele Papiererzeugnisse nun können einen Rüttelvorgang auf einem gewöhnlichen
Rütteltisch nicht vertragen. Dies gilt insbesondere für frisch geklebte Broschuren,
besonders für dicke Telefonbücher, deren einzelne Bestandteile sich beim Rütteln
gegeneinander verschieben können, wobei der Kleberücken verformt wird.
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Auch kann sich der Broschuren-Umschlagde^kel bei der Rüttelung
lösen.
Nachdem dann der Leim erstarrt ist, ist der deformierte Zustand fixiert und läßt
sich nicht mehr rückgängig machen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen,
mit der sich Papiererzeugnisse, insbesondere Broschuren ohne Verwendung einer Rüttelmaschine
schonend aufeinander ausrichten lassen.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist gekennzeichnet durch mindestens
eine Zelle mit zwei parallelen Wänden und einem sich zwischen diesen Wänden erstreckenden
Boden, eine Einrichtung zur Bewegung der Zelle von einer Lage (Püllstellung), in
der die Zellenwände schräg zu einer Horizontalebene geneigt sind, in eine Lage (Ausschubstellung),
in der die Zellenwände senkrecht stehen und der Boden waagerecht liegt und eine
Ausschubeinrichtung mit Druckplatte, die zwischen die senkrechtetehenden Zellenwände
einschiebbar ist und eine Breite hat, die gleich dem Abstand der Zellenwände ist.
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Bei einer so ausgebildeten Vorrichtung werden die Papiererzeugnisse,
z.B. Broschuren bei der geneigten Lage der Zelle in diese eingeführt. Im Palle von
Broschuren werden diese mit ihrem Kleberücken voran eingeführt und stoßen mit dem
Kleberücken am Boden der Zelle auf. Nach dieser Einführung der Broschuren oder dergleichen
sind diese mit ihren Seitenkanten noch nicht aufeinander ausgerichtet. Die Zelle
wird nun in ihre senkrechte Lage geschwenkt und der Pack wird mittels der Äusscilubeinrchtung
aus
der Zelle herausgefördert. Hierbei drückt eine Druckplatte der Ausschubvorrichtung
an einer Seite auf die Seitenkanten der Papiererzeugnisse. Beim Ausschiebevorgang
nun richten sich die zunächst noch gegeneinander verschobenen Broschuren oder dergleichen
an der Druckplatte aufeinander aus. Diese Ausrichtung ist leicht möglich, da in
der senkrechten Lage kein seitlicher Druck auf die Broschuren ausgeübt wird, so
daß diese verhältnismäßig leicht verschoben werden können und einander nicht durch
Reibung mitnehmen, sondern alle an der Druckplatte zur Anlage kommen müssen, um
herausgefördert zu werden, wodrch die Ausrichtung gewährleistet ist. Beim Ausschieben
gleiten geklebte Broschuren auf ihren Kleberücken, wodurch ein sanfter Druck auf
den Rücken asgeübt wird, der die Verbindung von Broschurenumschlägen mit den Broschurenblättern
begünstigt.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung hat die Vorrichtung
ein schrittweise drehbares Zellenrad mit mehreren Zellen. Beispielsweise können
sechs Zellen vorgesehen sein, die um je 600 gegeneinander versetzt sind. Die Püllung
erfolgt in diesem Fall bei einer Stellung des Zellenrades, bei der eine der Zellen
unter einem Winkel von 300 gegenüber einer Horizontalebene geneigt ist. Dieser Winkel
ist günstig für das Eingleiten der Einzelerzeugnisse in die Zelle. Nach einer 60°-Drehung
des Zellenrades, also nach einem Drehschritt, befindet sich die Zelle dann in senkrechter
Stellung und eine leere Zelle ist an die Stelle der vorher gefüllten Zelle getreten.
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Weitere Ausgestaltungen und Ausführungsformen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen definiert. Ein Ausführungsbeispiel ist in der schematischen
Zeichnung dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung gemäß
der Erfindung nach der Linie I-I in Fig. 2, Fig. 2 eine Draufsicht in Richtung des
Pfeiles II in Fig. 1 und Fig. 3 eine Draufsicht auf eine an die Vorrichtung nach
den Fig. 1 und 2 anschließende Vorrichtung zum Umlegen der Packs in eine waagerechte
Stellung.
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Die Hauptteile der Vorrichtung sind eine Fördervorrichtung 1 zum Zuführen
von Broschuren zur Vorrichtung, ein geneigter Rollentisch 2, ein Zellenrad 3, eine
Ausschubvorrichtung 4 (siehe auch Fig. 2), eine Bahn 5 für den Weitertransport (siehe
Fig. 2) und eine Einrichtung 6 zum Umlegen der glattgestoßenen Packs (siehe Fig.
3). Der Aufbau dieser Bestandteile und ihr Zusammenwirken werden nachfolgend näher
beschrieben.
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Die Fördervorrichtung 1 hat ein Unterband 7 und ein Oberband 8.
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Das Untorband 7 ist über eine vordere Umlenkrolle 9 und das Oberband
8 über eine vordere Umlenkrolle 10 gelegt. Die zu einer 2ack zu vereinigenden Gegenstände,
im dargestellten Falle Broschuren werden im Zwlschenreu-n 11 zwischen Unterband
7 und Oberband
8 gefördert. Gezeigt sind zwei Broschuren 12a und
12b.
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ueber der Umlenkrolle 9 befindet sich eine Druckbremse, die schematisch
durch ein Druckstück 13 und einendieses Druckstück betätigenden Nocken 14 dargestellt
ist.
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Der Rollentisch 2 hat ein Gestell 15, das bei 16 schwenkbar an einem
Träger 17 gelagert ist, der sich an einem Gestell 18 befindet. Im Rahmen 15 des
Gestells sind drei Rollen 19a, 19b und 19c gelagert. Die Ebene des Tisches ist so
gelagert, daß auf dem Disch-befindliche Broschuren 12c alleine infolge der Schwerkraft
nach rechts unten vöm Tisch abgleiten. tber dem Tisch 2 sind Einrichtungen 21 für
eine Lichtschranke angeordnet.
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Die Lichtschranke selber ist durch die gestrichelte Linie 22 angedeu-tet.
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Das Zellenrad 3 hat einen zentralen sechseckigen Körper 23 und trägt
eine Welle 24, die im Gestell 18 in nicht näher gezeigter Art und Weise gelagert
ist. Am Körper 23 ist eine Sperrklinke 25 schwenkbar gelagert. Diese Klinke wirkt
mit einer feststehenden Rastscheibe 26 zusammen, an deren Umfang sich insgesamt
sechs um 600 gegeneinander versetzte Kerben 27 befinden.
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An jeder Seite des sechseckigen Körpers 23 befindet sich eine Zelle.
Die Zellen tragen die Bezugszahlen 28a bis 28f. Jede dieser Zellen hat eine Bodenplatte
29 und zwei Wände 30 und 31.
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Die eine Wand 30 ist eben ausgebildet, während die Wand 31 an ihrem
äußeren
Rand eine Erweiterung 32 aufweist. Die Wände haben rechtwiSSig zu ihrer Befestigungsebene
stehende Befestigungsflansche 33 und 34. In diesen Planschen sind (siehe Fig. 2)
Langlöcher 35 vorgesehen, die von in die Bodenplatten 29 eingeschraubten Befestigungsschrauben
36 durchgriffen sind. Die Langlöcher gestatten eine Einstellung des Abstandes zwischen
den Wänden 30 und 31.
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Oberhalb des Grenzbereiches zwischen dem Tisch 2 und dem Zellenrad
3 befindet sich eine Luftleitung 37 (siehe auch Fig. 2), an deren Unterseite eine
Reihe von Luftdüsen 38 angeordnet ist.
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Aus diesen Luftdüsen treten Luftstrahlen 39 aus, deren Aufgabe noch
beschrieben werden wird.
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Die Ausschubvorrichtung 4 hat eine Druckplatte 40, die sich am vorderer.
Ende einer Schubstange 41 befindet. Diese Schubstange ist mittels einer nicht gezeigten
Antriebsvorrichtung hin- und herbewegbar, z.B. mittels eines Hydraulikzylinders.
Die Druckplatte 40 ist gegen eine andere Druckplatte austauschbar, um eine Anpassung
an die jeweils eingestellte Breite b (siehe Fig. 1 bei der Zelle 28c) zu ermöglichen.
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Der Tisch 5 hat eine Bodenplatte 42 und parallele senkrechtsihende
Wände 43 und 44. Diese Wände sind an den Sonden, die dem Zellenrad 3 zugekehrt sind,
bei 45 bzw. 46 nach außen gekrümmt. Die Bodenplatte 42 befindet sich auf genau der
gleichen Höhe wie die Bodenplatte der Zelle 28b.
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Wie Figo 3 zeigt, schließt an den Tisch 5 mit seinen senkrechten Wänden
43 und 44 eine Wendevorrichtung 6 an. Diese Wendevorrichtung hat zwei Bänder 47
und 48o Das Band 47 ist über Rollen 49 und 50 gelegt, wobei die Achse der Rolle
49 senkrecht, also parallel zu den Wänden 43, 44 und die Rolle 50 waagerecht steht,
so daß das Band 49 verschränkt ist. Das Band 48 ist über eine waagerechte Rolle
51 und eine senkrechte Rolle 52 gelegt, so daß auch hier eine Bandverschränkung
von 900 besteht.
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Die Vorrichtung arbeitet wie folgt.
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Broschuren 12a, 12b werden aufeinanderfolgend über die Zuftllirungs
einrichtung 1 herangebracht und auf den Rollentisch 2 geführt.
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Während des Füllens einer der Zellen steht das Zellenrad 3 still.
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Die Stillstandsstellungen sind durch den Eingriff der Klinke 25 in
das Klinkenrad 26 definiert. In dieser Stillstandsstellung ist eine der Zellen 28a
bis 28f, im dargestellten Falle die Zelle 28a, so auf den Rollentisch 2 ausgerichtet,
daß von diesem abgleitende Broschuren 12c in den Zellenraum gelangen. Die Wandabrundung
32 erleichtert die Einführung der Broschuren in die Zelle. Im dargestellten Fall
befinden sich bereits drei Broschuren 12d, 12e, 12f in der Zelle 28a. Die Broschuren
stoßen mit ihren Kleberücken 53 gegen die Bodenplatte 29o Der Anstoß ist jedoch
nicht stark, da die Zelle 28a verhältnismäßig flach orientiert ist, also einer Horizontalebene
näher steht als einer Vertikalebene Die Broschuren 12d, 12e, 12f werden durch den
Anstoß an der Druckplatte 29 mit ihren Rücken aufeinander ausgerichtet, während
die 'ieitenkarlten noch nicht aufeinatldetw ausgerichtet
sind.
Der dynamische Druck der Luftstrahlen 39 drückt auf die Vorderkanten 54 der Broschuren
und verhindert so, daß sich die Umschlagblätter abheben und eine folgende Broschur
sich in die vorher eingelegte Broschur einschiebt.
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Während des Füllvorganges wird die vorher gefüllte Zelle 28b entleert.
In dieser Zelle wurden fünf Broschuren 12g bis 12l gesammelt, die zwar mit ihren
Kleberücken 53, jedoch noch nicht mit ihren Seitenkanten aufeinander ausgerichtet
sind.
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In Fig. 2 ist zu sehen, wie diese Seitenkanten 55 noch ganz unregelmäßig
stehen. Es wird nun durch eine automatische Steuervorrichtung der Vorschub der Druckplatte
40 xsgelöst. Diese drückt auf die Seitenkanten 55. Die Broschuren stehen verhältnismäßig
locker zwischen den Zellenwänden, so daß diese keinen nennenswerten Seitendruck
ausüben können. Auch durch das Eigengewicht der Broschuren wird infolge der senkrechten
Lage kein Druck ausgeübt, so daß nicht eine von der Druckplatte 40 angehobene Broschur
eine andere Broschur mitziehen kann. Dadurch ist garantiert, daß sich alle Broschuren
an die Druckplatte 40 anlegen, wodurch sie sauber aufeinander ausgerichtet werden.
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Der Broschurenpack 56a wird nun aus der Zelle 23bausgeschoben.
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Er drückt dabei auf einen Broschurenpack 56b, der vorher ausgeschoben
wurde und fördert diesen zwischen den Wänden 43, 44 weiter. Vor dem Broschurenpack
56b befindet sich ein Broschurenpack 56c.
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Aus Pig. 3 ist zu ersehen, daß der vorderste Broschurenpack 56d auf
die Wendevorrichtung 6 befördert wird. Er gelangt zunächst senkrechtstehend auf
das Band 48 und wird bei der Weiterheförderung um 900 gewendet auf das Band 47 gelegt.
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Nachdem die Zelle 28b durch Ausschieben des Packs 56a entleert ist,
bewegt sich die Druckplatte 40 in ihre Ausgangsstellung, die in Fig. 2 gezeichnet
ist, zurück. Mit Hilfe der Lichtschranke 22 und eines Zählwerks wird registriert,
wann die Zelle 28a mit fünf Broschuren gefüllt ist. Danach wird automatisch eine
Weiterdrehung des Zellenrades bewirkt. Hierbei wird zunächst die Klinke 25 außer
Eingriff mit der zugeordneten Raste 27 gebracht und dann eine 60°-Drehung vollzogen.
Hierbei gelangt die nunmehr gefüllte Zelle 28a an die Stelle, an der sich vorher
die Zelle 28b befunden hatte. Die leere Zelle 28f gelangt in die Stellung, die vorher
die Zelle 28a innehatte.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist an verschiedene Verhältnisse
dadurch anpaßbar, daß die Abstände der Zellenwände 30, 31 verändert werden. Es lassen
sich dann mehr oder weniger dicke Packs zusammenstellen. Selbstverständlich ist
auch das Zählwerk verstellbar, so daß es nach Einführung von mehr oder weniger Broschuren
oder anderen Papiererzeugnissen eine Weiterdrehung des Zellenrades veranlaßt.