DE2112019C3 - Vorrichtung zum kontinuierlich fortschreitenden Biegen von länglichen Werkstücken - Google Patents
Vorrichtung zum kontinuierlich fortschreitenden Biegen von länglichen WerkstückenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum kontinuierlich fortschreitenden Biegen von länglichen
Werkstücken, wie Rohren oder Stäben, durch Aufbringen einer in Längsrichtung des zu biegenden Werkstücks
auf dieses wirkenden Kraft, mit einer Führungseinrichtung für das längsbewegte Werkstück, einer in
Bewegungsrichtung des Werkstücks nach der Führungseinrichtung angeordneten Heizeinrichtung für
einen Querschnittsbereich des Werkstücks sowie mit einem um einen Drehpunkt, der annähernd in einer
durch den zu erhitzenden Querschnittsbereich des Werkstücks verlaufenden Ebene liegt, schwenkbaren
Biegearm, dessen freies Ende in Bewegungsrichtung des Werkstücks nach der Heizeinrichtung an diesem
befestigt ist.
Solche Vorrichtungen sind bekannt (britische Patent
schrift 1 092 578). Das Werkstück wird dabei von der Führungseinrichtung, die beispielsweise Rollen auf
weist, fortschreitend durch die Heizeinrichtung geführt,
wo es in einem schmalen Querschnittsbereich erhitzt wird, so daß in diesem Bereich die Elastizitätsgrenze
und die Zugverformungsgrenzc herabgesetzt werden Hinter der Heizeinrichtung wird dem Werkstück mit
Hilfe des Biegearms eine Krümmung erteilt. Das Werkstück ist dabei mit dem Biegearm drehfest verbunden.
Der Drehput kt bzw. das Gelenk des Biegearms liegt in der Ebene des erhitzten Bereichs oder in der Nähe dieser
Ebene
Das Biegen erfolgt in dem schmalen erhitzten Bereich. Da in diesem Bereich das Biegemoment abhängig
von der auf das Werkstück in dessen Längsrichtung ausgeübten Kraft ist, wird die Dehnung an der Außen
seitc des gekrümmten Bereichs verringert und die Stauchwirkung an der Innenseite dieses Bereichs erhöht,
so daß auf der Außenseite des gekrümmten Bereichs die Wandstärke in einem Ausmaß reduziert wird,
das niedrigei ist als die Reduzierung, die eintritt, wenn keine Längskraft auf das Werkstück einwirkt.
Versuche haben jedoch gezeigt, daß unter bestimmten Umständen, insbesondere wenn schwere Rohre gebogen
werden sollen, die Vorrichtung extrem hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist, die schwierig zu beherrschen
sind und zu Betriebsstörungen der Maschine führen können. Weiterhin bildet sich in dem beheizten
Bereich des Rohres eine Querkraft aus, die zu unerwünschten Rohrverformungen in diesem Bereich führen
kann. Die erwähnten hohen Beanspruchungen, denen die Vorrichtung ausgesetzt wird, sind zum großen
Teil eine Folge eines sehr großen Biegemoments, das an der Stelle auftritt, wo das Rohr mit dem Biegearm
durch eine Klemmhalterung od. dgl. verbunden ist, und der großen Kraft, die auf das Rohr beispielsweise durch
eine Führungsrolle ausgeübt wird, die in der Nähe des erhitzten Bereichs angeordnet ist.
Die Aufgabe vorliegender Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung zu
jichaffen, die geringeren Beanspruchungen als wie die
^bekannten Vorrichtungen ausgesetzt ist
S: Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Drehpunkt des Biegearnis und die ; Führungseinrichtung mit der Heizeinrichtung im wesentlichen quer zur Längsrichtung des ungebogenen Werkstücks relativ zueinander beweglich angeordnet sind.
S: Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Drehpunkt des Biegearnis und die ; Führungseinrichtung mit der Heizeinrichtung im wesentlichen quer zur Längsrichtung des ungebogenen Werkstücks relativ zueinander beweglich angeordnet sind.
Im allgemeinen sind dabei die Relativbewegungen zwischen dem Drehpunkt des Biegearms und der Heizeinrichtung
während des Biegevorgangs nur relativ klein.
In der Praxis hat sich gezeigt, daß beim Arbeiten mit
der so ausgebildeten Vorrichtung übermäßige Beanspruchungen am Biegearm oder am zu biegenden
Werkstück, beispielsweise einem Rohr, nicht oder kaum mehr auftreten, selbst wenn schwere Rohre zu
biegen sind. Es können also in vorteilhafter Weise gebogene Gegenstände hergestellt werden, d:.e keine unerwünschten
Verformungen aufweisen; außerdem kann die zum Biegen erforderliche Vorrichtung in leichterer
Bauweise ausgeführt werden.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand von Zeichnungen durch einige Ausführungsbeispiele noch
näher erläutert: as
F i g. 1 zeigt schematisch eine Biegevorrichtung;
F i g. 2 zeigt in einer Einzelheit eine Abänderung der Vorrichtung nach Fig. 1;
F i g. 3 bis 6 zeigen schematisch Ausführungsformen der Vorrichtung mit ortsfestem Drehpunkt des Birgearms;
F i g. 7 zeigt teilweise im Schnitt eine konstruktive Ausführungsform der in F i g. 6 schematisch gezeigten
Anordnung.
Bei der in F i g. 1 gezeigten Ausführungsform einer Rohrbiegevorrichtung ist der Drehpunkt bzw. das Gelenk
11 eines Biegearms 10 beweglich angeordnet. Ein zu biegendes Rohr 1 ist dabei in einem Basisgestell 2
der Maschine angeordnet. Auf das Rohr 1 wirkt in Richtung des Pfeiles 3 eine von einer nicht gezeigten
Einrichtung hervorgerufene Kraft. Unter der Einwirkung dieser Kraft wird das Rohr 1 bei seiner Vorwärtsbewegung
von einer Führungseinrichtung geführt. Diese weist Rollen 4 und 5, die mit dem Gestell 2 verbunden
sind, und eine Führung 6 auf. Die Führung 6 weist eine Hülse auf, die an dem Rohr befestigt und mit Rollen
7 versehen ist, die längs Führungsflächen 8 des Gestells 2 laufen.
Das vordere Ende des Rohres I ist an dem Biegearm 10 drehungsfrei beispielsweise durch eine Klemmhalterung
9 befestigt. Der Biegearm ist mit einem Schwingarm bzw. Verbindungsarm 12 durch einen als Drehpunkt
11 dienenden Drehzapfen verbunden, wobei der Schwingarm an dem Gestell 2 durch einen Drehzapfen
13 angelenkt ist.
Nach den Rollen 4 und 5 ist das Rohr 1 von einer Heizeinrichtung 14 umgeben, die an dieser Stelle einen
engen Bereich des Rohres auf eine Temperatur erhitzt, die für das Biegen des Rohres erforderlich ist. In der
Ebene dieses Bereichs oder in einer im wesentlichen in diesem Bereich liegenden Ebene ist der Drehpunkt 11
des Biegearms 10 angeordnet, was für eine zufriedenstellende Arbeitsweise der Vorrichtung wesentlich ist.
Die Heizeinrichtung 14 heizt vorzugsweise durch elektrische Induktion, kann jedoch auch anders gebaut sein,
so daß beispielsweise ein Erhitzen durch Gas vorgenommen werden kann. Wesentlich dabei ist, daß nur
ein schmaler Bereich des Rohres erhitzt wird.
Die Vorrichtung arbeitet folgendermaßen: Bei eingeschalteter Heizeinrichtung 14 wird das Rohr 1 in Richtung
des Pfeiles 3 vorwärts bewegt, wobei die für diese Bewegung erforderliche Kraft beispielsweise durch
eine motorgetriebene Schraubenspindel oder einen hydraulischen Zylinder aufgebracht wird. Das Ende des
Rohres, welches bei 9 an dem Biegearm befestigt ist,
kann sich nur um den Drehpunkt 11 des Biegearms 10 bewegen, was an der Erhitzungsstelle zu einer Krümmung
mit einem Radius führt, der dem Abstand zwischen dem Drehpunkt 11 und der Mittellinie des nicht
gebogenen Teiles des Rohres gleich ist Um eine Verformung in dem Teil des Rohres zu verhindern, der gerade
durch die Heizeinrichtung 14 hindurchgeht, kann das Rohr erforderlichenfalls, insbesondere wenn es
dünnwandig ist, direkt hinter dem erhitzten Bereich beispielsweise durch Aufsprühen von Wasser gekühlt
werden.
Während des Biegevorgangs ist die auf die Rolle 5 wirkende Seitenkraft gering. In dem erhitzten Bereich
des Rohres hat die Quer- oder Scherkraft einen vernachlässigbaren Wert, so daß dadurch keine unerwünschten
Verformungen entstehen können. Die kalten und deshalb starren Rohrabschnitt angrenzend an
den erhitzten Bereich führen dazu, daß die ursprüngliche runde Querschnittsform in dem erhitzten Bereich
beibehalten wird. Deshalb ist es unnötig, das Rohr mit Sand zu füllen oder einen Dorn hineinzustecken. Weiterhin
wirkt die in dem erhitzten Bereich auftretende Druckkraft einer Wandstärkenverringerung an der
Außenseite des Biegestückes entgegen. Grundsätzlich bleibt der Drehpunkt 11 des Biegearms 10 an genau der
gleichen Stelle während des Biegevorgangs. Deshalb bleibt auch der Krümmungsradius konstant.
Durch Störungen sekundärer Art. beispielsweise durch Unregelmäßigkeiten der Wandstärke können jedoch
in dem Biegeradius Abweichungen auftreten, die von einer geringfügigen Verschiebung des Drehpunktes
11 nach rechts oder links in F i g. 1 begleitet sind. Diese Erscheinung wird für die Bewirkung einer Korrektur
verwendet. Durch leichtes Verschieben der Heizeinrichtung 14 in Längsrichtung des Rohres 1 kann
der Biegeradius in seiner Länge geändert werden. Das Korrigierverfahren besteht nun darin, daß auf irgendeine
Weise die Verschiebung des Drehpunktes 11 gemessen wird und daß abhängig von dem gemessenen Wert
die Heizeinrichtung verschoben wird, bis der Drehpunkt 11 wieder seine ursprüngliche Lage hat. Diese
Korrektur kann von der Bedienungsperson der Maschine oder automatisch durchgeführt werden. In letzterem
Fall kann eine Fühleinrichtung bzw. ein Fühler auf die Verschiebung des Drehpunktes hin beispielsweise ein
Signal abgeben, das über eine elektrische pneumatische Übertragung od. dgl. über eine geeignete Einrichtung
ein Verschieben der Heizeinrichtung bewirkt. Das Äquivalent zur Verschiebung der Heizeinrichtung ist
die Verschiebung des Drehpunktes U des Biegearms 10 parallel zu dem nicht gebogenen Teil des zu biegenden
Gegenstandes.
Die in F i g. 1 schema tisch dargestellte Vorrichtung ist für die Aufnahme unterschiedlicher Rohrdurchmes
scr und das Biegen mit verschiedenen Biegeradien ausgelegt. Dabei werden die Rollen 4,5 der Führung6 und
das Befestigungsteil 9 eingestellt oder ausgewechselt sowie die wirksame Länge des Biegearmes 10 geändert
Einrichtungen, um dies zu erreichen, sind n&Fig. 1
durch Fühningsschlitze 15 und 1« dargestellt, vobei ir
diesen Schlitzen der Drehzapfen 13 des Schwingarm;
12 und das Befestigungsteil 9 festgelegt werden können.
Die Vorrichtung kann auch für das Biegen von Rohren oder langgestreckten Gegenständen zu einer
Schraubenform verwendet werden, wobei dann beim s Biegevorgang der Drehzapfen 13 schrittweise bzw. allmählich
in eine Richtung senkrecht zur Zeichenebenc von F i g. 1 verschoben wird.
Der Drehpunkt 11 kann, wie bereits erwähnt, auch auf andere Weise als durch den Schwingarm 12 beweglieh
gemacht werden, biespielsweise durch einen längs Führungen beweglichen Schlitten oder wie in F i g. 2
gezeigt ist, durch zwei flexible Bänder oder Blattfedern 17.
Eine dauernd vorhandene Querkraft am Drehpunkt des Biegearms kann bei Verwendung eines Schlittens,
an dem der Arm angelenkt ist. auch dadurch verhindert werden, daß die Lage des Schlittens bzw. Gleitteüs
durch eine Einrichtung eingestellt wird, die von einer derartigen zeitweise auftretenden Kraft gesteuert wird, ao
bis diese Kraft ganz oder annähernd aufgehoben ist. Die betreffende Kraft kann an dem Drehpunkt 11. jedoch
auch an der Rolle 5 bestimmt werden.
In den Fig.3.4,5 undb sind auf rein schemaiische
Weise Biegevorrichtungen gezeigt, bei welchen für »5
einen gegebenen Biegeradius der Drehpunkt des Biegearms eine feste Lage hat.
Der Biegearm 102 ist an einem Ende an einem ortsfesten Drehpunkt 101 angelenkt und bei 108 verdre
hungssicher mit dem zu biegenden Rohr oder langgestreckten Werkstück 103 beispielsweise durch eine
Klemmhalterung verbunden.
Der Abstand vom Drehpunkt 101 zur Klemm- bzw. Befestigungsstelle 108 entspricht dem Biegeradius dos
Werkstücks 103. In den Figuren ist das Rohr bereits über eine bestimmte Länge gekrümmt gezeigt. Der
Biegearm 102 und der gebogene Teil des Rohres bilden eine starre Anordnung mit dem theoretischen Hebel
der Länge r. der konstant senkrecht zur Längsachse des zu biegenden Werkstückes bleibt. Das Rohr 103.
worunter im folgenden jegliches langgestrecktes Werkstück zu verstehen ist. wird an seinem nicht gebogenen
Teil in einer Führungseinrichtung geführt, die einen Führungsrahmen oder eine Halterung 104 mit dazwischen
angeordneten Führungsrollen 106 und 107 aufweist, welche die Querkräfte von dem Rohr auf den
Führungsrahmen übertragen. Durch eine eine Kraft erzeugende Einrichtung, die einerseits auf das Rohr wirkt
und sich andererseits auf den Führungsrahmen abstützt, wird eine Längskraft auf das Rohr übertragen. In den
Figuren ist die Kraft erzeugende Einrichtung durch eine Feder 105 veranschaulicht; m der Praxis kann sie
jedoch durch einen hydraulischen oder pneumatischen Zylinder, eine motorgetriebene Schraubenspindel oder
Schraubenzahnstange od. dgl verwirklicht werden.
An der Stelle bzw. hn Bereich 109 wird das Rohr
lokal m der durch eine gestrichelte Linie markierten Ebene erhitzt, die genau oder in etwa durch den Drehpunkt 101 des Biegearmes geht. Das Rohr wird unter
dem Vortrieb durch die in Längsrichtung wirkende Kraft mit dem Radius r in dem erhitzten Bereich gebogen, der sich allmählich längs des Rohres verschiebt.
Es sind Maßnahmen getroffen worden, die ein Bewegen des Führungsiahmens oder der Halterung 104 an
ihrem vorderen Ende, das die Heizeinrichtung trägt, in
bestimmten Ausmaß zum Drehpunkt 101 des Biegearms hin oder davon weg ermöglichen, wodurch das
Auftreten einer Scherkraft in dem erhitzten Bereich gänzlich oder teilweise unterdrückt und die Belastung
auf den Biegearm und seinen Drehpunkt bzw. sein Gelenk verringert werden
In F i g. 3 ist der Führungsrahmen 104 an seinem vorderen
Ende mit sich seitlich erstreckenden Führungsschienen oder Stangen 110 verschen, die sich gleitend
zwischen Führungsrollen 111 mit ortsfesten Achsen bewegen können, wodurch die vorstehend erwähnte Beweglichkeit
erreicht wird. Der Führungsrahmen kann jedoch auch Rollen tragen, die sich zwischen ortsfesten
Schienen bewegen. An Stelle der Rollen können auch Führungsflächen verwendet werden.
Mit den in den F i g. 4,5 und 6 schematisch gezeigten
Anordnungen kann ein seitliches Verschieben, wie es mit der Anordnung von F i g. 3 erreicht wird, wenigstens
annähernd erzielt werden.
Zu diesem Zweck sind bei dem Führungsrahmen 104 in Fig.4 an den Punkten 114 bzw. 115 jeweils zwei
kurze Kupplungsstangen oder Verbindungsstäbe 112 und 113 angelenkt, deren andere Enden bei 116 bzw.
117 an ortsfesten Punkten angelenkt sind.
Das hintere Ende des Führungsrahmens von F i g. 5 ist um den Festpunkt 118 schwenkbar.
Bei dem in F i g. 6 gezeigten Führungsrahmen 104 ist an dem Punkt 120 eine erste Kupplungsstange 121 angelenkt,
deren anderes Ende um einen Schwenkzapfen
122 schwenkbar befestigt ist. Das rückwärtige Ende des Führungsrahmens 104 ist mit einem Schlitz 124 verse
hen. der längs eines ortsfesten Stiftes oder einer Rolle
123 verschoben werden kann.
Bei der in F i g. 7 gezeigten Vorrichtung sind an einem Basisgestcll bzw. -rahmen 125 verschiedene Teile
angebracht, unier anderem ein Drehzapfen, welcher
den Drehpunkt 101 des Biegearms 102 bildet, und der
Stift 123, der mit dem Schlitz 124 des Führungsrahmens 104 zusammenwirkt. Das Rohr 103. welches in einer
Lage gezeigt ist, in der noch kein Biegevorgang durchgeführt ist. ist mit dem Biegearm 102 durch ein Klempteil
an der Stelle 108 drehungsfrei verbunden. Angrenzend an das vordere End<- des Führungsrahmens 104 ist
das Rohr 103 von den Führungsrollen 106 des Führungsrahmens geführt, während an seinem entgegengesetzten
Fnde das Rohr von einem Schuh oder Futter 126 umschlossen ist. welches mit den Rollen 107 zum
Führen des anderen Rohrendes in dem Rahmen 104 versehen ist.
Die für das Bewegen des Rohres in Vorwärtsrichtung in dem Führungsrahmen erforderliche Kraft wird
von einer Schraubenspindel 127 aufgebracht, die im Gewindeeingriff in dem unteren Ende des Führungsrahmens 104 sitzt und beispielsweise von einem nicht
gezeigten Elektromotor gedreht wird
In einiger Entfernung von dem Vorderende des Führungsrahmens 104 ist die erste Kupplungsstange 121
parallel zu dem Rahmen angeordnet und mit diesem über den Schwenkpunkt 120 verbunden. Das andere
Ende der Stange ist um den Schwenkzapfen 122 bezüglich des Bastsgestells 125 schwenkbar. Die Verbindung
zwischen dem Schwenkzapfen 122 und dem Basisgestell 125 erfolgt durch eine zweite Kupplungsstange
128 und einen Stab 129, wobei die zweite Kupplungsstange an einem Punkt 130 des Basisrahmens und der
Stab an einem Punkt 131 am Basisrahmen angelenkt ist Der Punkt 130 liegt etwa in der Mitte zwischen den
Punkten 101 und 123, der Punkt 131 liegt in der Nähe des Punktes 101. Während die zweite Kupplungsstange
128 eine feste Länge hat kann die Länge des Stabes
129 durch ein SpannscrdoB 13Z dessen Zweck nächste-
hend näher erläutert wird, geändert werden.
An seinem vorderen Ende trägt der Führungsrahmen 104 eine Heizeinrichtung 133 zum Erhitzen des Rohres
in dem schmalen Bereich bzw. an der Stelle 109 quer zur Längsachse des nicht gebogenen Rohrteils. Diese
Einrichtung kann ein elektrisches Gerät für die Zuführung von Wechselstrom zu einem Induktionsring 134
aufweisen, der das Rohr in diesem Bereich umgibt. Es können auch andere Heizeinrichtungen verwendet
werden, vorausgesetzt, daß das Rohr nur in einem schmalen Bereich erhitzt wird. Die Heizeinrichtung
kann mit einer Einrichtung zum Kühlen des sich fortschreitend bewegenden Rohres in dem Bereich kombiniert
sein, der gerade erhitzt wurde.
Die Ebene des Bereichs 109 und des Induktionsrings 134 geht direkt oder in etwa durch den Drehpunkt 101
des Biegearms, was bereits näher erläutert wurde. Die Längsachse des nicht gebogenen Teils des Rohres ist
im wesentlichen senkrecht zu der Linie, welche den Bereich 109 und den Drehpunkt des Biegearms verbindet.
Diese Beziehung ist für den richtigen Betrieb der Vorrichtung wesentlich und sollte deshalb beibehalten werden,
wenn der Biegeradius für das Rohr geändert wird. In diesem Fall wird die wirksame Länge des Biegearms
102. sowie die Lage des Führungsrahmens 104 bezüglich
des Basisrahmens 125 modifiziert.
Eine Längenänderung des Biegearms 102 wird durch Verschieben der Klemmstelle 108 längs des Arms bewirkt.
In dem Biegearm 102 ist dafür ein Schiit/ 135
vorgesehen, in welchem ein Klemmteil an der gewünschten Stelle befestigt werden kann. Eine Änderung
der Lage des Führungsrahmens, die der vorstehenden Änderung angepaßt ist. wird durch Änderung
der Länge des Stabes 129 erreicht. Dadurch wird die zweite Kupplungsstange 128 um den Drehpunkt 130
geschwenkt, während der Schlitz 124 längs des Stiftes 123 gleitet. Die Anordnung der Punkte 130 und 124
sowie die Länge der Stange 128 werden so gewählt,
daß bei irgendeinem gewünschten Biegeradius der rechte Winkel zwischen der Längsachse des umgebogenen
Rohrteils und der Verbindrngsiinie zwischen der
Stelle 109 und dem Punkt 101 in etwa beibehalten wird.
Während des Biegevorgangs können kleine Abweichungen von dem gewünschten Biegeradius auftreten,
deren Ursachen zufällig sind und beispielsweise auf eine Inhomogenität des Rohrmaterials zurückgeführt
werden können. Derartige Abweichungen zeigen sich in einer geringen Drehung des Führungsrahmens 104
um den Punkt 123 und in einer entsprechenden Drehung der ersten Kupplungsstange 121 um den Festpunkt 122. Diese Abweichung kann durch eine geeignete Verschiebung des Bereichs 109 in Längsrichtung des
nicht gebogenen Rohrteils um einen geringen Betrag korrigiert werden. Wenn deshalb eine Drehung der ersten Kupplungsstange 121 beobachtet wird, kann ein
geeignetes Verschieben des Bereichs 109 dadurch erreicht werden, daß die Lage der Heizeinrichtung 133
bezüglich des Vorderendes des Führungsrahmens eingestellt wird, was entweder von Hand oder automa
tisch erfolgen kann. In letzterem Falle verwendet mai
eine Fühleinrichtung, die auf eine Drehung der erstei Kupplungsstange 121 hin ein Signal liefert, welche
eine Verschiebung der Heizeinrichtung durch eim elektrische, pneumatische oder hydraulische Einrich
tung hervorruft.
Die an Hand von F i g. 7 beschriebene Ausführungs form der Vorrichtung kann derart abgeändert werden
ίο daß der Schwenkzapfen 120 und der Schlitz 124 de:
Führungsrahmens 104 in einer Vertikalebene durch di< Mittellinie des nicht gebogenen Rohrteils und des Füh
rungsrahmens liegen. Eine weitere mögliche Abände rung der Anordnung gemäß F i g. 7 besteht darin, dai
die Führungsrollen 106 und die Heizeinrichtung 13; nicht an dem Führungsrahmen 104, sondern an einei
gesonderten Hilfshalterung angebracht sind, die in den Führungsrahmen gleitend verschiebbar angeordnet unc
mit dem Basisrahmen 125 durch Stäbe ähnlich der
ao Kupplungsstangen 121 und 128 von F i g. 7 verbunder
ist. Bei diesem Aufbau muß der Führungsrahmen 104 nach dem Ändern des Biegeradius nicht in Längsrich
tung verschoben werden, so daß die Schlitz- und Stift-Führung 123. 124 am rückwärtigen Ende des Führungs-
»5 rahmens durch einen Schwenkzapfen, beispielsweise
entsprechend dem Schwenkzapfen am Festpunkt Ui von F 1 g. 5, ersetzt werden kann.
Zur Erhöhung der Druckkraft in dem beheizten Bereich,
um einer Wandstärkenverringerung auf der
Außenseite des Krümmungsstückes entgegenzuwirken kann eine zusätzliche Bremskraft an dem Biegearm
aufgebracht werden. Wenn die Rohre sehr dünnwandig und aus sehr plastischen Stoffen hergestellt sind, kann
es jedoch auch vorteilhaft sein, auf den Biegearm eine
zusätzliche Antriebskraft einwirken zu lassen. In beiden Fällen kann ein Elektro- oder Hydraulikmotor mit Antriebs-
bzw. Bremseigenschaften verwendet werden.
Das Material, aus dem die langgestreckten Werkstücke bestehen, braucht nicht unbedingt Metall, wie im
Falle von Stahlrohren zu sein, vielmehr kann auch ein
thermoplastisches Material, beispielsweise ein synthetisches thermoplastisches Polymerisat oder Glas verwendet
werden. Dabei ist lediglich die Erhitzung auf die Art des Materials abzustimmen. An Stelle der Induktionserhitzung,
die nur bei elektrisch leitenden Stoffen anwendbar ist, verwendet man dann als Heizquellen
Wärmestrahlung, heiße Luft. Gas usw.
An Stelle von oder in Kombination mit den näher erläuterten Anordnungen zur Schaffung einer Relativ-
beweglichkeit zwischen dem Drehpunkt des Biegearms und der Führungseinrichtung lassen sich auch entsprechende elastische bzw. federnde Elemente, beispielsweise Federn oder Kautschukblöcke, vorsehen. Infolge
der in derartigen Elementen bei einer Deformation er zeugten RücksteHkräfte werden hierdurch die Relativ
bewegungen zwischen dem Drehpunkt des Biegearms und der Führungseinrichtung verkleinert.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409686/172
Claims (7)
1. Vorrichtung zum kontinuierlich fortschreitenden Biegen von länglichen Werkstücken, wie Rohren
oder Stäben, durch Aufbringen einer in Längsrichtung des zu biegenden Werkstücks auf dieses
wirkenden Kraft, mit einer Führungseinrichtung für das längsbewegte Werkstück, einer in Bewegungsrichtung
des Werkstücks nach der Führungseinrichtung angeordneten Heizeinrichtung für einen Querschnittsbereich
des Werkstücks sowie mit einem um einen Drehpunkt, der annähernd in einer durch den
zu erhitzenden Querschnittsbereich des Werkstücks verlaufenden Ebene liegt, schwenkbaren Biegearm, ts
dessen freies Ende in Bewegungsrichtung des Werkstücks nach der Heizeinrichtung an diesem befestigt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehpunkt (11; 101) des Biegearms (10; 102)
und die Führungseinrichtung (4 bis 8; 104, 106, 107) mit der Heizeinrichtung (14; 133) im wesentlichen
quer zur Längsrichtung des ungebogenen Werkstücks (1; 103) relativ zueinander beweglich angeordnet
sind.·
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die relativ zueinander bewegliche Anordnung
darin besteht, daß der Drehpunkt (11) des Biegearms (10) am einen Ende eines Verbindungsarms (12) gehalten ist, der am anderen Ende an der
Führungseinrichtung (4 bis 8) schwenkbar gelagert und in seiner Normallage parallel zur Längsrichtung
des ungebogenen Werkstücks (1) ausgerichtet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet,
daß die relativ zueinander bewegliche Anordnung darin besteht, daß der Drehpunkt des Biegearms
an einem Schlitten gehalten ist. der senkrecht zur Längsrichtung des ungebogenen Werkstücks
verschiebbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die relativ zueinander bewegliihe An-Ordnung darin besteht, daß der Drehpunkt (101) des
Biegearms (102) in einem Basisgestell (125) gehalten ist, während die Führungseinrichtung (104,106,107)
mit ihrem der Heizeinrichtung (133) zugewandten Teil am einen Ende einer ersten Kupplungsstange +5
(121) angelenkt ist, deren anderes Ende gelenkig mit dem Basisgestell verbunden ist und an ihrem der
Heizeinrichtung abgewandten Teil schwenkbar und axial verschiebbar in dem Basisgestell gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Befestigungsstelle (108) des Biegearms (102) am zu biegenden Werkstück (103) längs
des Biegearmes einstellbar ist, daß die Gelenkverbindung zwischen der ersten Kupplungsstange (121)
und dem Basisgestell (125) einen Schwenkzapfen
(122) aufweist, der von einem Ende einer zweiten Kupplungsstange (128) getragen ist, deren anderes
Ende am Basisgesteil im mittleren Bereich zwischen dem Drehpunkt (101) des Biegearms und der Lagerstelle
(123) der Führungseinrichtung (104) angelenkt ist und daß ein Stab (129) einstellbarer Länge mit
seinem einen Ende im Bereich des Schwenkzapfens an der zweiten Kupplungsstange und mit seinem
anderen Ende an dem Basisgestell angelenkt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung
(14; 133) oder der Drehpunkt (11; 101) des Biegearms (10; 102) parallel zur Längsrichtung des unge
bogenen Werkstücks (1; 103) verschiebbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschieben der Heizeinrichtung
(14; 133) durch ein Stellglied erfolgt, das von einem eine Änderung des Abstands zwischen dem Drehpunkt
(11; 101) des Biegearms (10; 102) und der Führungseinrichtung (4 bis 8; 104, 106, 107) erfassenden
Fühler gesteuert ist.
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|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
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