DE2111898C2 - "Aufprallschutzvorrichtung für den Insassen eines Kraftfahrzeuges" - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Aufprallschutzvorrichtung für den Insassen eines Kraftfahrzeuges mit einem
Gassack, der in der Ausgangslage zusammengefaltet an bzw. in einer fahrzeugfesten Aufnahme angeordnet und
bei Überschreiten einer vorgegebenen Fahrzeugverzögerung mittels eines Gases, dessen Hauptströmungsrichtung
gegen den dem Insassen zugekehrten Boden des Gassackes gerichtet ist, selbsttätig aufblasbar ist und
dem eine innenliegende, die Ausdehnung des Gassackes in der Hauptströmrichtung des Gases begrenzende und
mittels des Gasstromes in ihre Arbeitslage überführbare Rückhalteeinrichtung zugeordnet ist, die eine dem
Gassackboden vorgelagerte Prallfläche sowie gegenüber der Aufnahme verankerte Rückhaltemittel umfaßL
Das Aufblasen des Gassacks soll bei Schutzvorrichtungen der genannten Art in Sekundenbruchteilen, und
zwar ir. der Regel in etwa 0,025 Sekunden beendet sein. Hierfür ist eine nahezu schlagartige Füllung des
Gassackes erforderlich. Es hat sich nun gezeigt, daß der bei der schlagartigen Füllung des Gassackes und der
entsprechend schnellen Aufblähung desselben auftretende Knall eine Intensität erreicht, die bei Menschen,
und zwar insbesondere bei älteren Menschen, physische Schäden verursachen kann.
Aus der US-PS 34 73 824 ist eine Aufprallschutzvorrichtung bekannt, bei der die Rückhalteeinrichtung
ebenso wie die Prallfläche unmittelbar mit dem Gassack verbunden ist, so daß die Rückhalteeinrichtung letztlich
nur eine elastische Wandversteifung des Gassackes darstellt und zumindest in Teilen derselben überlagerte
Belastungen auftreten, die eine entsprechende konstruktive Abstimmung im Aufbau der Gassackwandung
notwendig machen. Bezüglich des Gassackes läßt sich damit von der Funktion her zwar erreichen, daß dieser
nicht keulenartig gegen den jeweils zu schützenden Insassen vorschießt, dieser Vorteil wird aber mit
konstruktiven Nachteilen im Hinblick auf die Gestaltung des Gassackes erkauft, die es erschweren, diesen
allein auf die Bedürfnisse zum Schutz des Insassen auszulegen.
Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, eine Aufprallschutzvorrichtung der eingangs
beschriebenen Gattung so auszugestalten, daß die beim Aufblasen des Gassackes auftretende Geräuschentwicklung
bei optimaler sicherheitsgerechter Ausbildung derselben auf ein erträgliches Maß reduziert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Rückhaltemittel mit der Prallfläche eine
selbständige Einlage in Form einer Umhüllung bilden, die den in der Ausgangslage ausgestülpten, in einer
muldenförmigen Aufnahme ruhenden Gassack schützend umhüllt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den weiteren Patentansprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles mit weiteren erfindungsgemäßen
Merkmalen näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Darstellung eines Teiles eines Personenkraftwagens, der mit einem Lenkrad
so versehen ist und bei dem zum Schütze des Fahrers vor
dem Lenkrad ein Gassack aufblasbar ist, und
F i g. 2 einen Längsschnitt durch den oberen Bereich der Lenksäule, in dem ebenfalls schematisiert die
erfindungsgemäße Ausgestaltung der den Gassack umfassenden Schutzvorrichtung gezeigt ist.
In dem in F i g. 1 schematisiert dargestellten Ausschnitt
aus der Zelle eines Personenkraftwagens 1 ist mit 2 die Lenkspindel bezeichnet, an der mittels eines
hohl ausgebildeten Verformungsgliedes 3, eines sogenannten Pralltopfs, das Lenkrad 4 angebracht ist. Über
dem Lenkrad 4 ist ein Gassack 5 gezeigt, der bei einem etwaigen Aufprall des Fahrzeugs eine Schutz- und
Auffangvorrichtung für den Fahrer 6 bildet. Der Gassack 5 ist bei Überschreiten einer vorgegebenen
Fahrzeugverzögerung mittels unter Druck stehenden Gases selbsttätig aufblasbar und hier in einer Zwischenpause
während des Aufblasvorganges dargestellt. In s. liier Ruhelage ist der Gassack 5, was im folgenden
anhand der F i g. 2 näher beschrieben werden soll, in das hohle Verformungsglied 3 eingefaltet, dessen muldenförmige
Aufnahme in F i g. 2 mit 7 bezeichnet ist.
Der in der Aufnahme 7 eingefaltete Gassack, von dem aus zeichnerischen Gründen hier nur einige Faltlagen
strichliert angedeutet sind, liegt innerhalb einer Umhüllung 8, die Stulpenform aufweist und die ebenso
wie der Gassack 5 mit ihrem freien Rand im Bereich der freien Randzone 9 der Aufnahme 7 angebracht ist. Die
Umhüllung 8 weist im Ausführungsbeispiel Netzstruktur auf und ist in ihrem randfernen Mittelbereich als
Prallfläche 10 so ausgestaltet, daß sie für Gase hoher Strömungsgeschwindigkeit zumindest weitgehend undurchlässig
ist. Diese relative Gasundurchlässigkeit ist beispielsweise durch eine verdichtete Struktur des
Netzes oder aber auch durch eine Auflage erreichbar.
Innerhalb der Aufnahme 7 ist im Ausführungsbeispiel ein Gaserzeuger 11 angeordnet, der beispielsweise
durch einen pyrotechnischen Treibsatz gebildet sein kann, der unmittelbar nach seiner Zündung eine starke
Gasentwicklung aufweist
Wird der Gaserzeuger 11 aktiviert so baut sich zunächst innerhalb der Aufnahme 7 ein Druck auf, durch
den zunächst der die öffnung 12 der Aufnahme 7 abdeckende und hier nur in seiner Öffnungslage
bezeichnete deckelartige Verschluß 14 abgedrückt wird und durch den nachfolgend der Gassack 5 nach außen
gedrängt und entfaltet wird. Hierbei wird gleichzeitig auch die Umhüllung 8 nach außen gestülpt, da sich nach
dem Freilegen der öffnung 12 der Aufnahme 7 eine Gasströmung ergibt deren Richtung durch die Pfeile 13
angedeutet ist. Entsprechend dem Erfordernis, daß der Gassack 5 nach Auslösen eines hier nicht dargestellten
Sensorsystems durch Überschreiten einer vorgegebenen Fahrzeugverzögerung in etwa 0,025 Sekunden
gefüllt sein muß, sind vom Gaserzeuger 11 in kürzester Zeit große Gasmengen zu produzieren, die über die
öffnung 12 aus der Aufnahme 7 austreten. Hierdurch ergeben sich hohe Gasgeschwindigkeiten. Die mit
derartig hohen Geschwindigkeiten in Richtung der Pfeile 13 aus der Aufnahme 7 ausströmenden Gase
werden nun bei der erfindungsgemäßen Konstruktion an ihrer geradlinigen Fortbewegung durch die Prallfläche
10 der ausgestülpten Umhüllung gehindert, die für Gase hoher Strömungsgeschwindigkeit zumindest weitgehend
undurchlässig ist. In ausgestülptem Zustand stellt die Umhüllung 8 somit ein fallschirmähnliches Teil
dar, in dessen als Prallfläche 10 ausgebildetem Mittelbereich zumindest ein großer Teil der im
wesentlichen geradlinig ausströmenden Gase gefangen und seitlich abgelenkt wird, was durch die Pfeile 15
angedeutet ist.
Durch dieses Abfangen des Gasstromes wird vermieden, daß sich der Gassack beim Aufblasvorgang
zunächst im wesentlichen nur geradlinig entsprechend der Hauptströmungsrichtung des Gases ausdehnt und
lanzenähnlich gegen den Fahrer vorschnellt bevor es zu der eigentlich angestrebten ballonförmigen Aufblähung
des Sackes kommt Die Ausdehnung in der Hauptströmungsrichtung ist nicht nur deshalb unerwünscht, weil
bei einer derartigen Ausdehnung des Sackes besonders hohe und ungünstige Belastungen in der Hülle des
Sackes, wirksam werden, sondern weil die Dehnung des Sackes in Hauptströmungsrichtung des Gases auch mit
so hoher Geschwindigkeit, nämlich im Überschallbereich erfolgt daß sich in Dehnungsrichtung vor dem
Sack ein Druckkegel aufbaut der den bekannten Überschallknall zur Folge hat, dessen Intensität weit
größer ist als die übrigen beim Aufblasen des Gassackes auftretenden Geräusche.
Dadurch, daß bei der erfindungsgemäßen Lösung der Gasstrom abgefangen und, wie durch die Pfeile 15
dargestellt, umgelenkt und verteilt wird, wird eine über den Mantel des Gassackes im wesentlichen gleichmäßige
Ausdehnung desselben erreicht Hierdurch ist die Geschwindigkeit, mit der sich der Mantel des Gassackes
5 beim Aufblasen nach außen bewegt, weitgehend vergleichmäßigt und liegt in allen Bereichen unterhalb
der Schallgeschwindigkeit, so daß der gefürchtete Überschallknall vermieden und damit die Geräuschentwicklung
beim Aufblasen des Sackes wesentlich verringert wird.
Anstelle des unterhalb der Umhüllung 8 in der Aufnahme 7 angeordneten Gaserzeugers 11 oder auch
zusätzlich zu diesem können einer oder mehrere Gaserzeuger 16 auch seitlich an die Aufnahme 7
anschließend vorgesehen werden, und zwar beispielsweise innerhalb oder im Übergang zu den Speichen des
Lenkrades. Der Übertritt der bei Aktivierung der Gaserzeuger 16 entwickelten Gase in die Aufnahme 7
kann durch im Verformungsglied 3 vorgesehene Ausnehmungen erfolgen. Auch bei dieser Anordnung
von Gaserzeugern ergibt sich eine den Pfeilen 13 entsprechende Hauptströmungsrichtung für das Gas
beim Übertritt aus der Aufnahme 7 in den entfaltenden Gassack 5, da bei der in kürzester Zeit zu entwickelnden
Gasmenge, die über die öffnung 12 in den Sack übertreten muß, diese Öffnung trotz ihrer Größe eine
düsenähnliche Wirkung hat. Im Rahmen der Erfindung können anstelle pyrotechnischer Treibsätze selbstverständlich
auch Gaserzeuger anderer Art vorgesehen werden, und zwar beispielsweise solche, bei denen ein
Gas, beispielsweise ein Kältemittel, aus seinem flüssigen Zustand durch Zuführung von Wärme in einen
gasförmigen Zustand überführt wird. Die erforderliche Verdampfungswärme wird bei Gaserzeugern dieser Art
mittels einer Patrone entwickelt, die über ein Sensorsystem in Abhängigkeit von einem vorgegebenen
Grenzwert der Fahrzeugverzögerung gezündet werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Aufprallschutzvorrichtung für den Insassen eines Kraftfahrzeuges mit einem Gassack, der in der
Ausgangslage zusammengefaltet an bzw. in einer fahrzeugfesten Aufnahme angeordnet und bei
Überschreiten einer vorgegebenen Fahrzeugverzögerung mittels eines Gases, dessen Hauptströmungsrichtung
gegen den dem Insassen zugekehrten Boden des Gassackes gerichtet ist, selbsttätig
aufblasbar ist und dem eine innenliegende, die Ausdehnung des Gassackes in der Hauptströmungsrichtung
des Gases begrenzende und mittels des Gasstromes in ihre Arbeitslage überführbare Rückhalteeinrichtung
zugeordnet ist, die eine dem Gassackboden vorgelagerte Prallfläche sowie gegenüber
der Aufnahme verankerte Rückhaltemittel umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rückhaltemittel mit der Prallfiäche (10) eine selbständige Einlage in Form einer Umhüllung (8)
bilden, die den in der Ausgangslage ausgestülpten, in einer muldenförmigen Aufnahme (7) ruhenden
Gassack (5) schützend umhüllt.
2. Aufprallschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung (8)
außerhalb ihres die Prallfläche (10) bildenden Mittelbereiches eine offene Struktur aufweist.
3. Aufprallschutzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung (8)
außerhalb ihres die Prallfläche (10) bildenden Mittelbereiches durch Halteleinen gebildet ist.
4. Aufprallschutzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung (8)
außerhalb ihres die Prallfläche (10) bildenden Mittelbereiches netzartig ausgebildet ist.
5. Aufprallschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Kraftfahrzeug
mittels eines mit einer Lenkspindel verbundenen Lenkrades lenkbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die muldenförmige Aufnahme (7) durch ein in an sich bekannter Weise am oberen Ende der
Lenkspindel (2) angeordnetes Verformungsglied (3) gebildet ist.
6. Aufprallvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Erzeugung des Gases ein innerhalb der Aufnahme (7) angeordneter und unterhalb der Umhüllung (8)
liegender Gaserzeuger (11) vorgesehen ist.
7. Aufprallschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erzeugung des Gases wenigstens ein angrenzend an die Aufnahme (7) angeordneter
Gaserzeuger (16) vorgesehen ist.
Priority Applications (3)
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