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Hydraulische Drehvorrichtung für Drehpflüge Die Erfindung bezieht
sich auf eine hydraulische Drehvorrichtung für Drehpflüge mit einem doppeltwirkenden
Arbeitszylinder und nur einem schlepperseitigen Schlauchanschluß, bei der der Arbeitszylinder
für eine volle Pflugdrehung zwei Hübe ausführt, und nach jedem Hub das am Schlepper
befindliche Steuerventil umgeschaltet und der Pflug in seiner jeweiligen Arbeitslage
mechanisch verriegelt wird.
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Pür das Drehen von Drehpflügen von einer Arbeitsstellung in die andere
um ca. 1800 sind die verschiedensten meehanischen und hydraulischen Drehvorrichtungen
bekannt geworden.
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Für 3- und 4-scharige Drehpflüge haben sich in jüngster Zeit fast
ausschließlich hydraulische Drehvorrichtungen mit einfach- oder doppeltbeaufschlagten
Zylindern durchgesetzt.
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Bei den Drehvorrichtungen mit einfachwirkenden Zylindern geschieht
das Drehen in zwei Hüben, wobei entweder in der ersten oder zweiten Drehhälfte das
quer zur Wendeachse überhängende Pfluggewicht dazu benutzt wird, den Pf lug über
die Hälfte des Drehbereiches selbsttätig drehen zu lassen, wobei vielfach diese
Vorrichtungen dann mit sogenannten Rückfallsperren ausgerüstet sind, die ein Zurückdrehen
des Pfluges bei nicht rechtzeitigem Umschalten des schlepperseitigen Steuerventils
verhindern. Die Gesamtanordnung
muß jedoch stets so getroffen sein,
daß der seitlich verlagerte Pflugschwerpunkt über die Totlage schwenkt, erst dann
kann der Drehvorgang sicher beendet werden.
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Bei breitsehneidenden 3-scharigen Pflügen, oder auch bei schmal schneidenden
4-scharigen Pflügen an Traktoren mit einer breiten Spur und schmalen Reifen, d.h.
mit einem großen lichten Maß zwischen den Schlepperhinterrädern, kommt es vor, daß
der zu drehende Pflug völlig symmetrisch ausgewogen zur Wendeachse angeordnet ist,
so daß kein überhängendes Pfluggewicht für eine Drehung über die Totpunktlage zur
Verfügung steht bzw. keine Drehung in eine Endlage oder ein Drehen ohne Energie
für einen Drehbereich möglich ist. In solchen Pällen versagten dann die bisher bekannten
Drehvorrichtungen mit einfachwirkenden Zylindern. Man benutzt dann doppeltwirkende
Zylinder, die über den ganzen Drehbereich kraftschlüssig sind, die jedoch teurer
und aufwendiger sind und außer den Mehrkosten am Pflug auch noch schlepperseitig
zwei Steckdosen mit dem dazugehörigen Steuerventil erforderlich machen.
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Neuerdings ist eine Ausführung bekanntgeworden, bei der ein hydraulischer
Arbeitszylinder zwar schlepperseitig nur mittels einer Schlauchleitung mit Drucköl
beaufschlagt wird und der während des Drehvorganges auf eine doppeltwirkende Funktion
umschaltet. Jedoch muß bei dieser Vorrichtung eine gesonderte Rücklaufleitung am
Schlepper verlegt werden, um das zurückströmende Öl abzuführen. Eine solche Anordnung
ist zwar funktionsfähig, aber in der Praxis mit erheblichen Montagekosten, die einen
hohen Mehrpreis erforderlich machen, verbunden, denn bei der Vielzahl der Schleppertypen
und Hydrauliksysteme ist jede Rücklaufleitung anders geartet und kann erst beim
Kunden verlegt werden, was eine Disposition beim Handel fast unmöglich macht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der oben
beschriebenen nachteile eine hydraulische Drehvorrichtung mit nur einem schlepperseitigen
Schlauchanschluß und in der jeweiligen Arbeitslage mit einer sicheren Endlagenverriegelung
zu schaffen, die auch bei symmetrisch angeordnetem i?flugschwerpunkt zur Wendeachse
den Pflug sicher über die Totpunktlage von einer Arbeitsstellung in die andere dreht.
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Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß der Arbeitszylinder
auf der Kolbenstangenseite in zusaminengeschobener Stellung mit Öl gefüllt und an
einen vorgespannten Druckspeicher angeschlossen ist, dessen Vorspanndruck in der
ersten Drehhälfte des Pfluges nach Öffnen des Steuerventils den zylinderseitigen
Kolbenraum entlastet, und der Kolben in der zweiten Drehhälfte des Pfluges gegen
den Druck des Druckspeichers belastet wird.
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HIerdurch wird trotz einseitiger Beaufschlagung des Zylinders eine
doppeltwirkende Funktion erreicht. Eine solche Anordnung gestattet daher ein krsStschlüssiges
Drehen in beide Drehrichtungen. Sogenannte Rückfallsperren sind nicht erforderlich,
weil auf beiden Kolbenseiten 01 steht, das ein Zurückfallen oder Auspendeln des
Pfluges verhindert.
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Auch ist keine besondere Rücklaufleitung erforderlich, weil die Ölmenge
auf der Kolbenstangenseite zwischen Druckspeicher und Zylinderraum immer konstant
bleibt, während das Öl auf der vollen Kreisfläche des Kolbens nach Öffnen des schlepperseitigen
Steuerventils durch die gleiche Leitung wieder zurückfließen kann. Der Vorspanndruck
des Druckspeichers auf die Kreisringfläche des Kolbens wird immer sicher von dem
Druck der Schlepperhydraulik auf die volle Kreisfläche des Kolbens überwunden.
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Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Einordnung so getroffen ist,
daß am Kolbenstangenende eine an sich bekannte Entriegelungsklaue angeordnet ist,
die unmittelbar am federbelasteten Riegel der Endlagenverriegelung angreift. Bekanntlich
sind solche Entriegelungsklauen mit einem Langloch versehen, durch das der Terriegelungsbolzen
greift. Dieses Langloch dient neben dem Entriegeln auch in der oberen Totlage als
kurzzeitiger Breilau für die Umschaltzeit des schlepperseitigen Steuerventils.
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Die Gesamtanordnung kann ferner dadurch günstig gestaltet werden,
wenn der Druckspeicher und der Arbeitszylinder eine Einheit bilden und der Druckspeicher
mittels einer Schraubverbindung ohne Schlauchverbindungen direkt mit dem Zylinder
verbunden ist.
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Schließlich ist es für einen ruhigen und gleichmäßigen Drehablauf
von Vorteil, wenn am Zylinderfuß eine an sich bekannte Rücklaufdrossel angeordnet
isto Anhand eines Ausführungsbeispiels ist die Erfindung in der Zeichnung dargestellt
und im nachfolgenden erläutert; in der Zeichnung zeigt Abb. 1 die Anordnung des
Arbeitszylinders mit Druckspeicher in einer Seitenansicht mit eingerastetem Verriegelungsbolzen
(Arbeitsstellung des Pfluges); Abb. 2 eine dazugehörige Draufsicht; Abb 3 eine Rückansicht
zu Abbo 1; Abb. 4 eine Rückansicht in einer Stellung während des Drehvorganges kurz
nach dem Ende des ersten Kolbenhubs und Überwindung der Totpunktlage.
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An einem Vorgestell 1 sind in bekannter Weise verstellbare Riegelrasten
2 angeordnet und eine nicht näher dargestellte Wendeachse 3 drehbar gelagert. Perner
sind am Vorgestell 1 Anschlußzapfen 4 für die Unterlenker und in einem Anschlußturm
5 Bohrungen 6 für den Anschluß des Oberlenkers eines in der Zeichnung nicht dargestellten
Dreipunktgestänges angeordnet.
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Am Anschlußturm 5 ist auf der Rückseite des oberen Endes in einer
Bohrung 7 ein doppeltwirkender Hydraulikzylinder 8 schwenkbar befestigt. Der Hydraulikzylinder
8 ist mittels eines Hochdruckschlauches 9 mit dem schlepperseitigen Steuerventil
10 verbunden. Am unteren Ende des Zylinders 8 ist ein vorgespannter Druckspeicher
11 mittels einer Abschlußplatte 12 lösbar mit dem Zylinder verbunden. Ferner ist
der Zylinder 8 mit einer einstellbaren Büchlaufdrossel 13 versehen.
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Am Ende der Kolbenstange 14 ist eine Entriegelungsklaue 15 befestigt,
durch deren Langloch 16 ein federbeRasteter-Riegel 17 in eine der Riegeirasten 2
eingreifte Der federbelastete Riegel 17 ist in einem Gehäuse 18 parallel zur Wendeachse
3 verschieblich gelagert.
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Mit dem Riegel 17 ist ein konischer Druckring 19 verbunden, an dem
sich eine Druckfeder 20 abstütst.
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Zum Auffüllen des kolbenseitigen Zylinderraumes mit Öl ist die Abschlußplatte
12 mit einer Spezialfüllsehraube 21 mit Rückschlagventil ausgerüstet.
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Die Vorrichtung arbeitet wie folgt In den Abbildungen 1, 2 und 3 ist
die Drehvorrichtung in einer der Endlagen dargestellt, d.hv der Riegel 17 ist in
der Riegelraste 2 eingerastet, und das schlepperseitige Steuerventil
10
steht in Mittellage, ist also geschlossen, so daß kein Öl über die Schlauchleitung
9 zurückfließen kann.
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Die Drehung wird nun dadurch eingeleitet, daß das Steuerventil 10
geöffnet wird, wodurch de Kolbenstange 14 durch den vorgespannten Druck des Druckspeichers
11 eingeschoben wird. Dabei bewegt sich auch die Entriegelungsklaue 15 im Langloch
16 nach oben und schiebt über den konischen Ring 19 den federbelasteten Riegel 17
aus der Riegelraste 2, so daß nunmehr der nicht näher dargestellte Pflug um die
Wendeachse 3 hochgeschwenkt wirkt.
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Die Drehgeschwindigkeit läßt sich dabei über die Rücklaufdrossel 13
stufenlos einstellen. De r Riegel 17 bleibt bis zur oberen Strecklage in zuräck@@zogener
Stellung.
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Kurz vor Erreichen der Strer-klage wird das Steuerventil 10 umgeschaltet,
so daß der Riegel 17 im Langloch 16 die Totpunktlage durchlaufen kann nach wird
der Kolben von der Schlepperhydraulik von oben mit Öl beaufschlagt und die Kolbensxange
14 wieder ausgefahren. Der Riegel 17 gleitet dabei wieder nach vorne und liegt am
oberen Ende des Langloches 16 an, wie Abb. 4 seiht.
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Nun wird der Pflug in die neuc Arbeitsstellung gegen den Vorspanndruck
des Druckspeichers 11 sicher weitergedreht. Der Riegel 17 rastet nach Erreichen
der Riegelraste 2 wieder in diese ein. Das Öl auf der Kolbens tangenseite ist im
Druckspeicher 11 für den nächsten Drehvorgang wieder gespeichert. Das Steuerventil
10 wird weder geschlossen, P a t e n t a n s p r ü c h e