DE2163759C3 - Verfahren und Vorrichtung zum Anformen eines umlaufenden Wulstes am Rand eines oben offenen Behälters - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Anformen eines umlaufenden Wulstes am Rand eines oben offenen BehältersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anformen eines umlaufenden Wulstes am Rand eines oben offenen
Behälters während der Formung desselben aus einer ungeschäumten thermoplastischen Folie, wobei ein
beidseitiger Druck auf den oberen Wandbereich des Behälters ausgeübt wird und das dadurch ausgequetschte
thermoplastische Material in einem umlaufenden Raum zur Bildung einer Verdickung der Folie
aufgenommen wird sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Aus der DE-AS 16 04 712 ist es bekannt, beim Tiefziehen von Behältern nahe dem vorgesehenen Rand
des Behälters die Folie etwas dünner zu quetschen und dadurch einen Teil des Kunststoffs in eine dafür
vorgesehene Ausnehmung oder Wölbung der Tiefziehform zu drücken. Der ausgequetschte Kunststoff füllt
dabei die vorgesehene Ausnehmung der Form vollständig aus. Mit erheblichem Kraftaufwand der Form ist es
dabei im Höchstfall möglich, die Dicke des angeformten Wulstes etwa IV2- bis 2mal so groß zu machen wie die
Wandstärke des fertigen Behälters.
Aus der US-Patentschrift 34 44 282 ist ein Verfahren
zum Verformen von Schaumstoffolien bekannt Schaumstoffolien lassen sich bekanntlich nur mit sehr
großem Kraftaufwand quetschen. Bei dem bekannten Verfahren wird daher ein Randwulst lediglich durch
Umbiegen des Behälterrandes und anschließendes Anpressen des umgebogenen Randes an die Außenwand
des Behälters erzeugt Nach dem Anpressen des umgebogenen Randes mittels eines Stauchvorganges
wird die Schaumstoffolie sodann durchschnitten. Der umgebogene Rand hat etwa die gleiche Dicke wie die
anliegende Wandung des Behälters.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte Verfahren so zu
verbessern, daß der angeformte Wulst ohne erhöhten Kraftaufwand des verwendeten Formwerkzeugs eine
Dicke besitzt, die der mehrfachen Wandstärke des fertigen Behälters entspricht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß di; Oberseite des im Bereich des umlaufenden
Raumes befindlichen Materials durch Berührung mit Formteilen abgekühlt wird, während die Unterseite des
Materials frei von Berührung mit Formteilen gehalten wird, daß der außerhalb des umlaufenden Raumes
gelegene Abschnitt der Folie durch Schubausübung von oben her um eine die ursprüngliche Foliendicke
übersteigende Strecke nach unten gezogen wird, während die Unterseite des im umlaufenden Raum
befindlichen Materials weiterhin frei von Berührung mit Formteilen gehalten wird, und daß die Folie in diesem
Zustand durchschnitten wird.
Nachdem wie bei dem bekannten Verfahren zunächst in einen am Rand des zu bildenden Behälters
umlaufenden Raum Material ausgequetscht wurde, wird erfindungsgemäß dafür gesorgt, daß das ausgequetschte
Material im Bereich des umlaufenden Raumes nur an seiner Oberseite in Berührung mit Formteilen kommen
kann. Durch diese Berührung wird das Material unmittelbar an der Oberfläche leicht abgekühlt und
gewinnt dadurch eine gewisse Formstabilität, die zur späteren Wulstbildung beiträgt. Wichtig ist dabei, daß
die Unterseite des Materials in diesem umlaufenden Raum frei von Berührung mit Formteilen gehalten wird,
damit es außer an der abgekühlten Oberseite weitgehend fließfähig bleibt. Anschließend wird außerhalb des
umlaufenden Raumes, in dem sich das ausgequetschte und dadurch verdickte Folienmaterial befindet, die
bisher noch unverzerrte und ungedehnte und demnach die ursprüngliche Dicke besitzende Folie durch
Schubausübung von oben her bezüglich des umlaufenden Raumes nach unten gezogen, und zwar um eine die
ursprüngliche Foliendicke übersteigende Strecke. Diese Strecke kann im Extremfall das Mehrfache der
ursprünglichen Foliendicke betragen.
Dadurch wird das in dem umlaufenden Raum befindliche Material gedehnt. Durch die in dem
gedehnten Material auftretenden Kontraktionskräfte wird aus dem außerhalb des umlaufenden Raumes
gelegenen, nach unten gezogenen Bereich der Folie fließfähiges Material in den umlaufenden Raum
hineingezogen. Durch diesen Vorgang wird das bereits durch den Ausquetschvorgang in dem umlaufenden
Raum befindliche Material noch wesentlich vermehrt. Dieser Fließvorgang läßt sich dadurch während des
ganzen Abwärtsziehens der Folie aufrechterhalten, daß die Unterseite des im umlaufenden Raum befindlichen
Materials frei von Berührung mit Formteilen und somit frei von Verfestigung gehalten wird. Da die außerhalb
befindliche Folie nur durch Schubausübung von oben her nach unten gezogen wird, bleibt auch in diesem
Bereich die Unterseite der Folie frei und damit das Folienmaterial fließfähig. Erst am Ende des ganzen
Zieh- und Fließvorganges, während sich das in dem umlaufenden Raum befindliche Material trotz des
teil weisen Ausgleichs der Dehnungsspannung durch von außen nachfließendes Material noch in gedehntem
Zustand befindet, wird die Folie durchschnitten. Durch die dem gedehnten Material in dem umladenden Raum
innewohnenden Kontraktionskräfte zieht sich dieses zu einem sich vom Behälterrand nach außen und unten
erstreckenden Wulst zusammen, dessen Dicke größer ist als die ursprüngliche Dicke der zur Herstellung
verwendeten Folie und insbesondere der mehrfachen Wandstärke des fertigen Behälters entspricht. Während
die abgekühlte Oberseite des im umlaufenden Raum befindlichen Materials durch die erfolgte Abkühlung
eine gewisse, wenn auch nicht starre Formstabilität besitzt, sucht sich das noch fließfähige, in gedehntem
Zustand befindliche Material auf der Unterseite so zusammenzuziehen und in die durch die leicht
stabilisierte Oberseite vorgegebene Form hineinzuziehen, daß auf der Unterseite eine Außenfläche mit etwa
kreisbogenförmigem Querschnitt gebildet wird. Damit ist die Anformung des Wulstes an sich beendet.
Die nach unten weisende Seite des nach dem Durchschneiden der Folie aus der Verdickung entstandenen
Wulstes kann anschließend, während sie sich noch in leicht plastischem Zustand befindet, durch ein
geeignetes Werkzeug in beliebiger Form angestaucht werden. Durch diese Formgebung kann die Steifheit des
Wulstes noch weiter erhöht werden.
Eine zweckmäßige Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einem unteren
Formteil für die eine Seite der oberen Behälterwand, einem gegen den unteren Formteil verschiebbaren
oberen Formteil für die andere Seite der oberen Behälterwand, ν obei der obere Formteil eine Wölbung
zur Bildung des Wulstes aufweist und wobei an der Außenseite der Formteile Messer zum Abtrennen der
Folie vorgesehen sind, ist gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß
das an der Außenseite des oberen Formteils engeordnete, eine Schneidkante bildende obere Messer bezüglich
des oberen Formteils in axialer Richtung verschiebbar ist, und daß der äußere Rand der Wölbung des oberen
Formteils mit der Schneidkante des unteren Messers in der am nächsten aneinander angenäherten Stellung der
beiden Formteile eine Öffnung bilden, deren axiale Weite größer ist als die ursprüngliche Dicke der Folie,
wobei die von dem äußeren K.; ' und der Schneidkante
des unteren Messers gebildete Öffnung einen radialen Abstand von der Außenfläche des unteren Formteils
aufweist, der größer ist als die ursprüngliche Dicke der Folie.
Durch diese Formgebung der Vorrichtung wird zwischen der Wölbung des oberen Formteils, der
Außenseite des unteren FormteEs und dem unteren, während der Ausbildung des Wulstes zunächst feststehenden
Messer der erforderliche umlaufende Raum in Form einer Art von Kammer gebildet, die vorerst nach
außen hin offen ist Durch das Abwärtsbewegen des am oberen Formteil verschiebbar gelagerten oberen
Messers, das an der Oberseite der Folie zur Anlage kommt und diese nach unten zieht, wird die Öffnung
dieser Kammer bis zum abschließenden Durchschneiden der Folie fortschreitend verkleinert, wobei jedoch
das Kammervolumen immer gleich groß bleibt, wodurch gewährleistet wird, daß die Unterseite des in
der Kammer befindlichen Materials bis unmittelbar vor dem Durchschneiden außer Berührung mit dem unteren
Formteil und dem unteren Messer bleibt Während dieser ganzen Abwärtsbewegung des verschiebbaren
oberen Messers kann daher das fließfähig gebliebene Folienmaterial im unteren Bereich der Folie nach innen
in die Kammer fließen, um das in der Kammer befindliche Material zu vermehren. Die inneren
Abmessungen der Kammer in axialer und in radialer Richtung müssen wenigstens die ursprüngliche Dicke
der Folie übersteigen. Gewünschtenfalls können sie diese Dicke sogar um ein Mehrfaches übersteigen, was
von der beabsichtigten Wulstdicke abhängt.
Anhand der Figuren wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen
F i g. I - 6 axiale Teilschnitte durch die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderlichen
Werkzeugteile während der aufeinanderfolgenden Verfahrensschritte,
Fig.? einen Axialschnitt (linke Hälfte) bzw. eine Seitenansicht (rechte Hälfte) eines Bechers mit nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren angeformtem Wulst und
F i g. 8 -12 vergrößerte Teilschnitte durch die oberen
Wandbereiche von Bechern aus thermoplastischer Folie mit verschiedenen Ausführungsformen des angeformten
Wulstes.
Gleiche oder entsprechende Teile sind in allen Figuren mit gleichen Bezugsziffern versehen. F i g. 1
zeigt eine Folie 18 aus thermoplastischem, beliebig gerichtetem Material, die auf die für die Formung eines
Behälters erforderliche Temperatur gebracht wurde und anschließend zwischen einen unteren Formteil 22,
ein Spannelement 15, einen oberen Formteil 14 und ein Messer 13 verbracht wird, ohne diese Teile zu berühren.
Wie aus den herkömmlichen Verformungsverfahren bekannt ist, dehnt das Spannelement 15 (Fig.2) das
Material und bewirkt, daß es, wie bei 18' gezeigt, in Richtung zu dem in der Figur nicht dargestellten Boden
des Hohlraums 19 des unteren Formteils 22 dünnwandiger wird. Mit zweckmäßig gewählter Geschwindigkeit
wird der obere Formteil 14 in Richtung auf den unteren Formteil 22 abgesenkt, bis er mit seiner konischen
Fläche 17 das Material gegen die konische Wandung des
oberen Teils des Hohlraums 19 drückt (F i g. 3). Der von der Fläche 17 ausgeübte Druck bewirkt, daß ein Teil des
Materials der Folie über den oberen Rand 20 des unteren Formteils in Pfeilrichtung hinausfließt, und zwar
an der Stelle, wo die ringförmige Ausnehmung 16 vom Formteil 14 das Material in den Bereich leitet, in dem
der Wulst geformt wird, welcher zwischen dem Rand 20 des Formteils 22 und dem äußeren Rand 2V des
Forinteiis 14 liegt, so daß sich in diesem Bereich eine Verdickung der Folie ergibt. Gleichzeitig bewirkt der
obere Formteil mit seiner konischen Fläche 17 eine Abkühlung des Materials und verhindert, daß es weiter
I. i
gedehnt wird, wobei die ringförmige Verdickung 18" (F i g. 3) entsteht, die eine besondere Versteifung gegen
in radialer Richtung einwirkende Beanspruchungen der Seitenwände des Behälters darstellt. Es folgt anschließend
das Dehnen und Abschneiden des Randes, was auch noch vor dem Zeitpunkt erfolgen kann, zu dem im
Inneren des Hohlraums 19 der Über- oder Unterdruck, durch den das Anliegen der Folie an der Seitenwand und
am Boden der Form bewirkt wird, erzeugt wird. Das Messer 13 mit der Schneidkante 13' übt eine
Zugwirkung in Richtung des Pfeiles in F i g. 4 aus, die durch die Höhe der Schneidöffnung 21-21', die in
jedem Fall die Dicke der Folie 18 übertrifft, ermöglicht wird.
Wie aus F i g. 4 zu ersehen ist, kommt die Innenfläche 24 der Verdickung, die später die Innenseite des Wulstes
bildet, nicht mit Metallteilen in Berührung. Indem das Messer 13 seine Bewegung fortsetzt, bewirkt es
zusammen mit dem eine Schneidkante 21 aufweisenden festen Messer 22' die Trennung des Behälters von der
übrigen Folie, und der untere Teil der Verdickung (F i g. 5), der keiner Dehnwirkung mehr ausgesetzt ist,
bewegt sich nach oben, so daß sich die Verdickung zur Bildung des gewünschten Wulstes zusammenzieht
Es ist zu beachten, daß die Außenfläche 23 der Verdickung, die, wenn auch nur für sehr kurze Zeit, mit
dem Messer 13 in Berührung gekommen ist, bestrebt ist, ein geradliniges Profil beizuhalten, während die
Innenfläche 24, die nicht mit den Metallteilen in Berührung gekommen ist, dem Material die Möglichkeit
gibt, sich ungehindert zusammenzuziehen. Das Material neigt daher zur Wulstbildung, nimmt an der Innenfläche
des Wulstes eine gekrümmte Form an und übt gleichzeitig eine Zugwirkung auf den Bereich des
unteren Scheitels des Wulstes aus.
Sobald das Spannelement 15, der obere Formteil 14 und das Messer 13 wieder angehoben worden sind, kann
der Behälter aus der Form ausgeworfen werden.
Zum besseren Verständnis der Fig. 1 bis 6 zeigt F i g. 7 einen fertigen Behälter in Form eines Bechers
mit der Seitenwand 26, einer Rippung 27 zur Versteifung des Sockels und besonderen Rillen 25 zur
Verstärkung seines Oberteils, der nach oben eine vorbestimmte A.bschrägung und einen Wulst mit vollem
Querschnitt aufweist, die im wesentlichen mit den entsprechenden Teilen in F i g. 6 identisch sind. Der von
dem Kreis P umschriebene Ausschnitt ist in den Fi g. 8
bis 12 in verschiedenen Ausführungsformen wiedergegeben, wobei die Ausbildung der Ränder 28, 29,30,31,
32 offensichtlich unmittelbar von der jeweiligen Form des als Stauchwerkzeug verwendbaren Messers 22'
abhängt, wobei die verschiedenen Formen in der Abbildung nicht gezeigt, aber dem Fachmann geläufig
sind, da sie leicht von der endgültigen Form des Wulstes ableitbar sind.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen 1 ny^VffiSi'^1'^1*"1**:uaaH
Claims (3)
1. Verfahren zum Anformen eines umlaufenden Wulstes am Rand eines oben offenen Behälters
während der Formung desselben aus einer ungeschäumten
thermoplastischen Folie, wobei ein beidseitiger Druck auf den oberen Wandbereich des
Behälters ausgeübt wird und das dadurch ausgequetschte thermoplastische Material in einem
umlaufenden Raum zur Bildung einer Verdickung der Folie aufgenommen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberseite des im Bereich des umlaufenden Raumes befindlichen Materiais durch Berührung mit Formteilen abgekühlt
wird, während die Unterseite des Materials frei von Berührung mit Formteilen gehalten wird, daß
der außerhalb des umlaufenden Raumes gelegene Abschnitt der Folie durch Schubausübung von oben
her um eine die ursprüngliche Foliendicke übersteigende Strecke nach unten gezogen wird, während
die Unterseite des im umlaufenden Raum befindlichen Materials weiterhin frei von Berührung mit
Formteilen gehalten wird, und daß die Folie in diesem Zustand durchschnitten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdickung in ihrem unteren Teil
nach dem Durchschneiden in die endgültige Form des Wulstes gestaucht wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, mit einem unteren Formteil
für die eine Seite der oberen Behälterwand, einem gegen den unteren Formteil verschiebbaren oberen
Formteil für die andere Seite der oberen Behälterwand, wobei der obere Formteil eine Wölbung zur
Bildung des Wulstes aufweist und wobei an der Außenseite der Formteile Messer zum Abtrennen
der Folie vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß das an der Außenseite des oberen Formteils (14)
angeordnete, eine Schneidkante (13') bildende obere Messer (13) bezüglich des oberen "ormteils in
axialer Richtung verschiebbar ist, und daß der äußere Rand (21') der Wölbung des oberen
Formteils (14) mit der Schneidkante (21) des unteren Messers (22') in der am nächsten aneinander
angenäherten Stellung der beiden Formteile (14,22) eine öffnung bilden, deren axiale Weite größer ist
als die ursprüngliche Dicke der Folie (IiS), wobei die
von dem äußeren Rand (21') und der Schneidkante (21) des unteren Messers (22') gebildete öffnung
einen radikalen Abstand von der Außenfläche des unteren Formteils (22) aufweist, der größer ist als die
ursprüngliche Dicke der Folie (18).
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