DE2033661C3 - Verfahren zur Herstellung von alpha, beta ungesättigten Organosili ciumverbindungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von alpha, beta ungesättigten Organosili ciumverbindungenInfo
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Description
Organosiliciumverbindungen, die mindestens ein unterhalb des /ersetzungspunktes der Ausgang-Si-gebundenes
Wasserstoffatom enthalten, mit materialien und des gewünschten Endprodukt-Olefinverbindungen
der Formel CH2 = CHR, liegen.
worin R die angegebene Bedeutung hat, in Gegen- 25 Auch der Druck spielt Tür die Durchführung ι,
wart von Chlorosmiumsäure als Katalysator hei erfindungsgemäßen Verfahrens keine entscheiden*/,
mindestens 50 C und gegebenenfalls unter Druck Rolle. Wenn einer der Reaktionsteilnehmer gasförmig
umsetzt. ' ist, ist es vorteilhaft, bei Überdruck zu arbeiter.
Organosiliciumverbindungen, die mindestens ei;
30 und gegebenenfalls mehrere Si-gebundene H-Alomi
enthalten, können je Si-Atom oder je Molekül /we·
oder mehr Gruppierungen —CH CRH bilden.
in Abhängigkeit von der Stellung der Si-Atome.
Bei Einsatz von weniger als der stöchiometrischen
35 Menge des Olefins können Verbindungen erhalten
Die bekannten Verfahren zur Herstellung von SiIa- werden, die noch SiH-Gruppen enthalten. So reagien
nen mit Doppelbindungen an C-Atomen, die sich zum beispielsweise 1 Mol Dichlorsilan (H2SiCl.,) mit V2 Mol
Si-Atom in \-Stellung befinden, umfassen entweder Äthylen unter Bildung von Vinyldichlorsilan. Die
die Abspaltung von Halogenwasserstoff aus einer Organosiliciumverbindungen, die als Ausgangsmaterial
ß-Halogenverbindung, z. B. die Reaktion von Vinyl- 40 verwendet werden, können Silane oder Siloxane sein,
chlorid mit SiH-Verbindungen unter Bildung von Letztere können die Wasserstoffatome an allen oder
Vinylgruppen oder die Addition von Acetylen an nur einem Teil der Si-Atome im Molekül gebunden
SiH-Verbindungen. Keines dieser Verfahren befriedigt enthalten. Die Organosiliciumverbindungen können
indessen hinsichtlich der Ausbeuten und der Wirt- entweder Homo- oder Mischpolymerisate oder Geschaftlichkeit.
45 mische aus Silanen und/oder Siloxanen sein.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher Als Olefinverbindungen kommen beliebige Kohlenein
neues Verfahren zur Herstellung von Vinylorgano- wasserstoffolefine in Frage, wie Äthylen, Propylen,
siliciumverbindungen und anderen Organosilicium- Bulylen, Octadecylen, Isobutylen, Styrol, Vinyltoluol,
verbindungen, die die Gruppierung = SiCH = CHR Vinylxylol, Vinyldiphenyl, Vinylcyclohexan und Allylenthalten.
50 benzol. Ferner können die Olefine auch Silylsubsii-
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung tuenten tragen. So können die Olefinverbindungen
von \,/3-ungesättigten Organosiliciumverbindungen Vinyl-substituierte Siloxane, Allyl-substituierte SiI-mit
der Formelgruppierung oxane, Hexenyl-substituierte Silane oder Styryl-substi-
s SiCH = CHR tuierte Silane sein. Die Si-Atome in den Silyl-substi-
Λ . g 55 tuierten Olefinen können mit beliebigen der oben
genannten Reste substituiert sein.
worin R ein Wasserstoffatom, einen Kohlenwasser- Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren herge-
stoffrest oder einen Silyl-substituierten Kohlenwasser- stellten Silane und Siloxane können für alle Verwenstoffrest
bedeutet und die restlichen Valenzen des dungszwecke, für die derartige Produkte üblicherweise
Si-Atoms durch Wasserstoffatome, Kohlenwasserstoff- 60 Verwendung finden, eingesetzt werden.
reste ohne aliphatische Mehrfachbindungen, haloge- . .
nierte Kohlenwasserstoffreste ohne aliphatische Mehr- Beispiel 1
fachbindungen, deren Halogenatome an mindestens Ein Gemisch aus 3,6 ml Bis-trimethylsiloxy-methyl-
das dritte C-Atom, vom Si-Atom aus gerechnet, silan und 3 ml Bis-trimethylsiloxy-methyJ-vinylsilan
gebunden sind, Alkoxygruppen, Halogenatome oder 65 und 10 ml Chloroosmiumsäure, gelöst in Äthanol mit
Sauerstoffatome in Form von Siloxanbindungen einer Konzentration von 1 Gewichtsprozent Osmium,
abgesättigt sind, ist dadurch gekennzeichnet, daß man wurde 16 Stunden auf 1000C in einem verschlossenen
Oreanosiliciumverbindungen, die mindestens ein Si- Gefäß erhitzt. Das Produkt der Formel
[(CH^SiO]X1H3SiCH CHSiCH;,[OSiiCH;,);,], misch wurde 4 Tage auf 80 C gehalten. Nach Ablauf
wurde in einer Ausbeute von 93":,, erhalten. Es hatte dicscr Zch NUirdc daS Produkt der ^ormc]
folgende Eigenschaften: ' ' [(CH:l):1SiO],CH,SiCH = CH2
nf 1,4066, 5 erhalten.
tl2l 0,8720,
«/,gefunden 0,2821, Beispiel 8
berechnet 0,2828 Ein Gemisch aus 0.011 Mol Bis-lrimclhylsilo\y-
meilnlsilan und 0.022 Moi Vinyl-lriäthoxysiian wurde
Beispiel'' mm einem \ erschlossenen Behälter mit 15 ml des Kataly
sators acmäß Beispiel 1 20 Stunden auf 150 C
Ein Gemisch aus 0,1 Mol Methyl-diehlorsilan. erhitzt. Es wurde das Produkt der Formel
0.25MoI V.nylmethyl-dichlorsilan und 200 ml des uru . <-ln] r,. ,irM rMsi(nr „ ,
Katalysators gemäß Beispiel 1 wurde in einem ver- [(CH3J3SiO]X h:,SiCH CHSi(OC ..H:,)3
schlossenen Gefäß 20 Stunden auf 120 C erhitzt. 15 erhalten.
Es wurde die Verbindung der Formel Physikalische Daten für die in den Beispielen 1 bis S
Es wurde die Verbindung der Formel Physikalische Daten für die in den Beispielen 1 bis S
CH3Cl2SiCH CHSiCH3CI2 hergestellten Verbindungen:
erhalten. Beispiel \
Beispiel 3 20 Elementaranalyse:
Ein Gemisch aus 0,0037 Mol Bis-trimethylsiloxy- ^T^d"^ S^f/lÖ0''"' C4l'550<°' H9'58""
methylsilan, 0,0029 Mol Isopropyl-dimethyl-vinylsilan ge im ei ■>. .„, ,- ,„, ... ,„.
und 5 ml des Katalysators gemäß Beispiel 1 wurde in Das IR-Spektrum zeigte für die — C ■-- CH-Struktur
einem verschlossenen Gefäß 16 Stunden auf 100 C 25 eine »in-planec-Deformationsschwingung bei 1170cm '
erhitzt, und es wurde die Verbindung der Formel und eine •lOut-of-planc-Deformalionsschwingung bei
[(CH3)^iO]2CH3SiCH CHS1(CH3MCH(CH.,)..] 1010cm '.
Das Protonenkernresonanzspektrum zeigte ein Singerhalten,
leu bei 3.55 τ. Diese Daten sind charakteristisch für B e i s ρ i e 1 4 3° eme Transsubstitution von — CH CH, so daß der
Verbindung folgende Struktur zugeordnet werden muß:
0.011 Mol Bis - trimethybiloxy - methylsilan. 0,0221
Mol Tris-trimethylsiloxy-vinylsiL· 1 und 15 ml des [(CH;,)3SiO].,SiCH;l H
Katalysators gemäß Beispiel 1 wurde 20 Stunden in cc/
einem verschlossenen Gefäß auf 150 C erhitzt. Es 35 \
wurde die Verbindung der Formel ru\.rr,c.,oU . ,
H CH3Si[OSi(CH1)J-.
[(CH3)S1SiO]1CH3SiCH = CHSi[OSi(CH3)3]3
erhalten, die durch Infrarot- und kernmagnetisches Beispiel 2
Resonanzspektrum identifiziert wurde. 40
Fp.: 18,> C;
Beispiel 5 Sdp.: 196X/747 mm Hg;
0,040MoI Bis-trimethylsiloxy-methylsilan,0,069 Mol "J5 ^ 1A1Jl'
Hexen-! und 100 ml des Katalysators gemäß Beispiel 1 c'<
~f' . n -,-,„
wurde in einem verschlossenen Gefäß 20 Stunden auf 45 D Setun°en „'"„''
125°C erhitzt. Es wurde das Produkt der Formel berechnet 0,2208.
[(CH ) SiOl CH SiCH = CHC H Neutralisationsäquivalent == 63,4, berechnet 63,6.
4 ° Das IR-Spektrum zeigte eine »in-plane«-Deforma-
erhalten, das durch Infrarot- und kernmagnetisches tionsschwingung bei 1174cm"1 undeine »out-of-plane«-
Resonanzspektrum identifiziert wurde. 50 Deformationsschwingung bei 998 cm"1, die charakte-
. -Xf. ristisch für eine Transsubstitution von — CH- CH —
Beispiel 6 sjn(j ^35 protonenkernresonanzspektrum zeigte ein
Ein Gemisch aus 0,005 Mol Bis-Trimethylsiloxy- Singlett bei 3,15 t.
methylsilan, 0,010 Mol Styrol und 20 ml des Kataly- . .
sators gemäß Beispiel 1 wurde 20 Stunden auf 1400C 55 ti e 1 s ρ 1 e 1 J
erhitzt. Es wurde die Verbindung der Formel Massenspektralanalyse: Molekülion von 348 (Miole-
[(CHg)3SiO)1CH3SiCH = C-HC^Hs
erhalten. B e i s P i e 1 4
erhalten. B e i s P i e 1 4
Die Struktur wurde auch durch Infrarot- und 60 Protonenkernresonanzspektrum: Singlett bei 3,55 τ
kernmagnetisches Resonanzspektrum bestätigt. und 3,86 t, J^n = 22,5 Hz.
Beispiel7 Beispiel5
Ein Gemisch aus 27,5 ml (0,1 Mol) Bis-trimethyl- Das IR-Spektrum zeigte eine »stretch«-Valenz-
siloxy-methylsilan und 0,2 ml des Katalysators gemäß 65 schwingung bei 1620 cm"1 und eine »out-of-plane«-
Beispiel 1 wurde in einer Hydriervorrichtung nach Deformationsschwingung bei 995 cm"1. Das Protonen-
P a r r auf 8O0C erhitzt, während Äthylen unter einem kernresonanzspektrum zeigte ein Quartett bei 4,56 τ
Druck von 3,16 kg/cm2 eingeleitet wurde. Das Ge- und 3,91t mit einer J//ff-Konstante von 18,5 h 0,5.
Beispiel^ ' B c i s ρ i eI 7
Sdp.: 69 bis 70 CIO mm He. Durch ideiltisd'e Rctentjonszciten bei der Gas-
/; ' 14651· " Iliissitikeils-Chromatographie wurde diese Verbin-
(η Ο9143· 5 dung "als ;iCH:,):,SiO].,(CH:,) - SiCH - CH2 idenü-
Rn gerunden 0.3025, lizicn·
berechnet 0.3027. Beispiel 8
Das IR Spektrum zeigte Banden bei 1575 cm ' und
cm '. Das Proionenkernresonanzspcktrum zeiate io Das Proionenkernresonanzspektrum zeigte Signale
ein Quartett bei 3,80 t und 3,07 t mit einer J/z/z-Kon- bei 3.91 r und 3.25 t mit einer J..t/j-K.onslante von
stante von 19.5 \ 0.5. 22.0 Hz.
Claims (1)
- ι ζgebundenes Wasserstoffatom enthalten, mit Olefln-Patentanspruch: verbindungen der Formel CH2 -■■- CHR, worin R dieangegebene Bedeutung hat, in Gegenwart von Chioro-Verfuhren zur Herstellung von \,/?-ungesätiigten osmiumsäure bei mindestens 50°C umsetzt. Orsanosilieiumverbindungen mit der Formelgrup- 5 Nach dem ertindungsgemäßen Verfahren können pierung die ,^//-ungesättigten Organosihciumverbindungcnξ SiCH CHR onnc BiU1111S von unerwünschten Nebenproduktenλ . β hergestellt werden. Als Endprodukte werden ausschließlich Alkenyl-substituierte Organosiliciumver-worin R ein WasserstofTatom, einen Kohlenwasser- io bindungen erhalten, worin sich die Doppelbindung Stoffrest oder einen Silyl-substituierten Kohlen- an dem C-Atom befindet, das zum Si-Atom in \-Steluasserstoffrest bedeutet und die restlichen Valenzen lung steht. Das zweite gebildete Produkt ist eine des Si-Atoms durch Wasserstoffatome, Kohien- gesättigte Verbindung. So werden beispielsweise durch v.asserstoffreste ohne aliphatische Mehrfachbin- Addition von SiH-Verbindungen an Vinylsilan SiI-dungen. halogenierte Kohlenwasserstoffreste ohne 15 carbane mit i: Gruppierung = SiCH - CHSi aliphatische Mehrfachbindungen, deren Halogen- und Äthylsilan . rhalten. Wenn die Olerinkomponeni,. atome an mindestens das dritte C-Atom, vom keine Si-Atome einhält, ist das zweite Produkt eir Si-Atom aus gerechnet, gebunden sind, AlkuAy- gesättigter Kohlenwasserstoff.gruppen, Halogenatome oder Sauerstoffatome in Die Temperatur, bei der das erfmdungsgeniütkForm von Siloxanbindungen abgesä.tigt sind, 20 Verfahren durchgeführt wird, ist nicht entscheiden,; dadurch gekennzeichnet, daß man Die obere Temperaturgrenze muß selbstverständlich
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