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DE20320914U1 - Gebrauchsgegenstand, insbesondere Essbesteck, mit einem individualisierbaren Griff - Google Patents

Gebrauchsgegenstand, insbesondere Essbesteck, mit einem individualisierbaren Griff Download PDF

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DE20320914U1
DE20320914U1 DE20320914U DE20320914U DE20320914U1 DE 20320914 U1 DE20320914 U1 DE 20320914U1 DE 20320914 U DE20320914 U DE 20320914U DE 20320914 U DE20320914 U DE 20320914U DE 20320914 U1 DE20320914 U1 DE 20320914U1
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61FFILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F4/00Methods or devices enabling patients or disabled persons to operate an apparatus or a device not forming part of the body
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A47FURNITURE; DOMESTIC ARTICLES OR APPLIANCES; COFFEE MILLS; SPICE MILLS; SUCTION CLEANERS IN GENERAL
    • A47GHOUSEHOLD OR TABLE EQUIPMENT
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    • B25HAND TOOLS; PORTABLE POWER-DRIVEN TOOLS; MANIPULATORS
    • B25GHANDLES FOR HAND IMPLEMENTS
    • B25G1/00Handle constructions
    • B25G1/10Handle constructions characterised by material or shape
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Abstract

Gebrauchsgegenstand, insbesondere Essbesteck, mit einem individualisierbaren Griffteil, bei dem ein plastisch verformbares und durch Wärmebehandlung aushärtbares Material an ein zweckbestimmendes Teil des Gebrauchsgegenstandes angeformt und im plastischen Zustand von einer Person in der üblichen Gebrauchsstellung des Gebrauchsgegenstandes gegriffen und geformt ist, dadurch gekennzeichnet, dass als Material ein Polymerton verwendet wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Gebrauchsgegenstand mit einem individualisierbaren Griff, insbesondere ein Essbesteck für Kranke, Behinderte, ältere Menschen oder Kinder.
  • Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen oder körperliche Behinderungen, die die normalen Funktionen der Gelenke der Arme und Hände sowie der Finger einschränken oder beeinträchtigen. In solchen Fällen ist der Gebrauch üblicher Essbestecke für die betroffene Person oft nicht oder teilweise nur mit starken Einschränkungen möglich. Um die Situation der Betroffenen zu verbessern und ihnen die Nahrungsaufnahme zu erleichtern, wurden Essbestecke mit verschiedenen, speziell ausgebildeten Griffen entwickelt. Einerseits umfassen diese Griffe zusätzliche Teile, wie Klammern, Bügel, Gelenke und dgl., wie sie zum Beispiel in US 5,373,643 ; US 5,075,975 ; JP 032 582 15 A1 ; FR 503 153; und DE 35 40 257 A1 offenbart sind.
  • Eine weitere Kategorie der zur Erleichterung der Handhabung von Bestecken entwickelten Griffe sind solche mit einer vorgegebenen, den speziellen Anforderungen angepassten Form. Beispiele hierfür finden sich in US 5,950,280 ; US 3,224,093 ; US 5,975,909 ; GB 2 308 053 A; JP 2001 128 65 16 A ; JP 082 80 514 A ; JP 2000 060 711; JP 2000 253 982 A; JP 2001 128 829; DE 200 12 103 U1; WO 93/00032.
  • Diese speziell geformten Griffe können zwar für den Betroffenen eine gewisse Erleichterung bringen, jedoch nicht die durch die Krankheit oder Behinderung bestehenden individuellen Bedürfnisse ausreichend befriedigen.
  • Des Weiteren ist bekannt, bei Gebrauchsgegenständen, wie Kugelschreiber, Schraubendreher, Bestecke, Tennisschläger oder andere Sportgeräte, die Griffe aus einer plastisch verformbaren und aushärtbaren Masse zu bilden. Diese Griffe können im plastisch verformbaren Zustand durch Umgreifen des Griffes und Ausüben eines entsprechenden Druckes vom jeweiligen Benutzer individuell geformt werden und sind nach dem Aushärten im gebrauchsfertigen Zustand.
  • Die DE 38 05 997 A1 offenbart einen derartigen Griff, der aus einem Material besteht, das für eine kurze Zeit nach seiner Entnahme aus der Verpackung plastisch verformbar ist und danach selbsttätig oder durch eine aufgetragene Härterlösung aushärtet. Nachteilig bei diesem Griffteil ist, dass der Benutzer die individuelle Formgebung in sehr kurzer Zeit ausführen muss, nach Angaben der Patentschrift in etwa 20 Sekunden, nämlich bevor das Material selbsttätig aushärtet und eine weitere Verformung oder Korrektur nicht mehr möglich ist. Es wird also vom Benutzer eine sehr schnelle und präzise Formgebung verlangt, zu der jedoch behinderte oder ältere Personen oft nicht in der Lage sind. Derartige Behinderungen schließen oft auch motorische Behinderungen ein, die nur relativ langsame Bewegungen zulassen, so dass die zur Verfügung stehende Zeit unzureichend sein kann, um eine anforderungsgerechte Form-gebung des Griffes zu realisieren. Hinzu kommt, dass bei den Betroffenen auch oft nur begrenzte Kraft zur Verfügung steht, die eine Formgebung in nur einem Schritt nicht zulässt. Auch werden meistens mehrere Teile, wie Gabel, Löffel, Messer, zu formen sein, wofür die Zeit ebenfalls zu knapp wäre. Bei diesem Material ist außerdem keine nachträgliche Korrektur des geformten Griffes möglich, der durch unbeabsichtigte falsche Handhabung des Griffes während der Formgebung oder andere Unzulänglichkeiten erforderlich und wünschenswert sein kann, weil es zu schnell aushärtet.
  • In der DE 693 12 247 T2 wird ein Artikel mit formbaren Unterlagen offenbart, bei dem das formbare und bei Körpertemperatur aushärtbare Material zwar mehrfach formbar ist, so dass seine Form mehrmals an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann, jedoch ist der Nachteil dieses Materials, dass es nicht wärmebeständig ist und nur bei Temperaturen im Bereich bis 37°C ausgehärtet bleibt. Bei höheren Temperaturen (spätestens ab etwa 50° wird das Material wieder formbar) würde sich das Material verformen. Für einige spezielle Anwendungen, wie die in der Patentschrift offenbarten Dentalartikel, mag ein solches Material vorteilhaft sein. Für andere Gebrauchsgegenstände, wie Besteck, die im täglichen Gebrauch beim Kochen oder Abwaschen, insbesondere in Geschirrspülmaschinen, mit heißen Lebensmitteln, heißem Wasser oder Dampf in Berührung kommen, sind sie jedoch ungeeignet, da sich der Griff unerwünscht verformen würde. Das Material scheint darüber hinaus für die Anwendung im individuellen häuslichen Bereich ungeeignet, da aufwendige Mischungen verschiedenster Substanzen in entsprechend der Anwendung unterschiedlichen Mischungsverhältnisses hergestellt werden müssen, was nur durch entsprechend ausgebildete Fachkräfte möglich ist. Eine Anwendung in der vertrauten häuslichen Umgebung des Benutzers ist damit nicht gegeben.
  • Die DE-OS 23 02 271 zeigt ebenfalls maßgeformte Handgriffe, z. B. für Tischtennisschläger oder Besteck für behinderte Personen, die aus einem bei Raumtemperatur vulkanisierbaren Elastomer bestehen. Dieses Material muss jedoch bis zur Aushärtung in der Gebrauchsstellung gehalten und während dieser Zeit entsprechender Druck ausgeübt werden, um die dauerhafte Verformung des Griffes zu realisieren. Die Aushärtungszeit wird in der Patentschrift in Abhängigkeit von der Materialzusammensetzung mit 2 bis 15 Minuten angegeben, wobei die Ausführungsbeispiele jeweils von 10 bis 15 Minuten ausgehen. Behinderte Menschen sind jedoch oft nicht in der Lage, die Hände für eine derart lange Zeit still zu halten und den zur Verformung notwendigen dauerhaften Druck auf das Material auszuüben. Dieses Material erfüllt auch die an Bestecke gestellten hygienischen Anforderungen nicht und ist deshalb für derartige Anwendungen ungeeignet.
  • Schließlich ist aus der DE 1 781 753 U1 ein Handgriff für Sportgeräte, insbe-sondere Tennisschläger, bekannt, der zur Anpassung an die Griffhand in der Grifflage den Fingern entsprechende Querfurchen, eine dem Daumen entsprechende Schrägfurche und der Handinnenfläche entsprechende Wölbungen besitzt. Der Griff besteht aus einem Grundteil aus Holz, Hartgummi, Kunststoff oder dgl. und ist mit einem Überzug aus geeignetem weicheren Material, wie z. B. Gummi, versehen. Neben den serienmäßig vorgeformten Griffen ist in einer speziellen Ausführungsform insbesondere für Turnierspieler vorgesehen, den Überzug des Grundteiles aus einem durch Eindrücken der Hand und Wärmenachbehandlung bleibend verformbaren, leicht elastischen Werkstoff herzustellen. Der in dieser Veröffentlichung offenbarte Handgriff ist aufwendig und teuer in der Herstellung und durch seinen zweischichtigen Aufbau für Bestecke, die aufgrund ihrer Zweckbestimmung bestimmte hygienische und wasser- und hitzeresistente Anforderungen erfüllen müssen, nicht geeignet.
  • Die Erfindung hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, einen individualisierbaren Griff für Gebrauchsgegenstände, insbesondere Essbestecke für behinderte Personen, unter Vermeidung der oben genannten Nachteile zu schaffen.
  • Es wurde überraschend gefunden, dass diese Aufgabe erfindungsgemäß durch Anwendung eines Polymertons als plastisch verformbares Griffmaterial gelöst werden kann. Dieses Material besitzt eine weichplastische Konsistenz ähnlich wie Modellierungsmasse oder Knetmasse und ist dadurch ohne großen Kraftaufwand beliebig formbar, bevor es bei ca. 130°C wärmegehärtet wird. Die Formgebung des Materiales muss also nicht in einer vorbestimmten Zeit und auch nicht in nur einem Arbeitsgang ausgeführt werden, sondern kann ich Abhängigkeit von der gegebenen körperlichen und geistigen Verfassung der betroffenen Person jederzeit unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt weitergeführt werden. Die Formgebung kann in mehreren, voneinander unabhängigen Schritten erfolgen oder sie kann auch mehrmals völlig neu begonnen werden und bis zur Wärmebehandlung können beliebige Korrekturen der Form vorgenommen werden.
  • Die Aushärtung bei einer Temperatur von 130°C ermöglicht die Anwendung des heimischen Backofens ohne Anwendung zusätzlicher Chemikalien, Formen oder dgl., und kann deshalb zu Hause vom Anwender selbst durchgeführt werden.
  • Das Material steht im gebrauchsfertigen Zustand zur Verfügung und ist langzeitig lagerungsfähig, auch nach der Entnahme aus der Verpackung. Deshalb ist eine Bevorratung und Gebrauch bei Bedarf möglich, so dass sich der Betroffene bei veränderten Bedingungen, die zum Beispiel durch weiteres Fortschreiten der Erkrankung bedingt sein können, des Materiales bedienen und einen den neuen Bedingungen individuell angepassten Griff ausbilden kann.
  • Vorteilhafterweise wird das Material zusammen mit dem in dem Griff integrierbaren Besteckteil oder Besteckteilen als Set angeboten, die von den Betroffenen problemlos auch über längere Zeit gelagert und bei Bedarf zusammengesetzt werden können. Es wäre selbstverständlich auch möglich, die Besteckteile mit bereits integriertem, aber noch nicht individuell geformten Griff zur Verfügung zu stellen, jedoch hat die Bereitstellung des Besteckteiles/der Besteckteile getrennt von der völlig unbearbeiteten Polymertonmasse als Set den Vorteil, dass der Anwender entsprechend seiner Handgröße und den individuellen Bedürfnissen selbst bestimmen kann, wie viel der Polymertonmasse und welche Ausgangsform und -größe er verwenden möchte, ohne den bereits integrierten Griff entfernen und anpassen zu müssen. Er kann zudem bestimmen, in welcher Ausrichtung und an welcher Stelle der Griff an dem Besteckteil angebracht werden soll. Diese Merkmale sind für die individualisierte Ausbildung des Griffes ebenfalls von entscheidender Bedeutung.
  • Polymertone werden bisher im Bereich der gestaltenden Kunst, vor allem für die Gestaltung künstlerischer Puppen oder anderer Kunstgegenstände verwendet oder dient wie herkömmliche Knetmasse oder Plastisol für gestaltende Spiele von Kindern. Sie werden, z. B. in der Puppenindustrie, auch zur Ausbildung von Prototypen verwendet, die als Vorlage für Formen dienen, die zur späteren Serienfertigung benutzt werden.
  • Die Bestimmung des Materiales für die Puppenherstellung bedingt, dass dieses Material bis in kleinste Details individuell formbar ist und bei der Formgebung sogar die Konturen der Haut des Anwenders annehmen kann, so dass eine griffige Oberfläche ausgebildet wird. Beim Aushärten im Backofen bei etwa 130°C bildet sich eine gummiartige Oberfläche aus, die die ausgebildeten Konturen beibehält. Dieses erzeugt beim Anwender ein angenehmes Berührungsgefühl und beeinflusst dadurch den Tastsinn positiv und erhöht das allgemeine Wohlbefinden. Darüber hinaus bewirkt die griffige, durch die kleinen Unebenheiten etwas raue Oberfläche eine gute Handhabbarkeit des Griffes und damit des gesamten Besteckteiles.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles beschrieben.
  • Die Figur zeigt als Beispiel einen mit einem individuell geformten Griff ausgebildeten Löffel.
  • Wie aus der Figur ersichtlich ist, besteht das Besteckteil aus einem Löffel 1 mit einem Stiel 2. Bevorzugt ist der Stiel 2 gegenüber herkömmlichen Löffelstielen verkürzt und besitzt zur festeren Verbindung mit einem Griffteil 3 an seinem freien Ende ausgebildete Öffnungen 2a. Der verkürzte Stiel 2 verbessert die Handhabbarkeit des Löffels und sorgt dafür, dass der mit dem Griff 3 verbundene Löffel insgesamt nicht zu lang wird. Im vorliegenden Beispiel ist der Griff 3 mit seiner Längsachse etwa senkrecht zur Löffellängsachse und etwas außermittig angeordnet, so dass ein Finger auf der einen Seite des Stiels 2 greift und die anderen drei Finger auf der anderen Seite des Stiels 2 greifen. An dem Griff 3 sind dementsprechend die beim Greifen des verformbaren weichplastischen Materiales des Griffes 3 geformten Ausnehmungen 4 der Finger zu erkennen. Die hintere, nicht mit dem Löffelstiel 2 verbundene Seite 5 des Griffes 3 ist entsprechend vom Handballen geformt, so dass sich der Griff 3 insgesamt vollständig der ihn umgreifenden Hand anpasst.
  • Die Ausgangsform für den individuell geformten Griff 3 ist in dem dargestellten Beispiel ein etwa zylinderförmiger Körper mit einer geeigneten Länge. Dazu wird aus einem aus dem Löffel 1 mit Stiel 2 und dem Polymertonmaterial bestehenden Set eine geeignete Menge des Polymertonmateriales entnommen und beispielsweise durch Rollen auf einer ebenen Unterlage in die Zylinder- oder Walzenform gebracht. Es wäre jedoch auch möglich, als Ausgangsform andere geeignete geometrische Formen, z. B. einen etwa rechteckigen Körper, zu verwenden. Der Ausgangskörper wird auf eine geeignete Länge gebracht, die vorzugsweise durch Probieren vom Anwender ermittelt wird. Ebenfalls vorzugsweise durch Probieren wird die geeignete Integrationsstelle für den Löffelstiel 2 ermittelt. Je nach den individuellen Erfordernissen kann der Stiel in Richtung der Grifflängsachse oder senkrecht zur Grifflängsachse eingesteckt werden, wobei beliebige Winkelstellungen sowohl in horizontaler als auch vertikaler Ebene möglich sind. Die optimale Stellung und Anordnung kann vom Anwender ganz individuell nach seinen persönlichen Bedürfnissen ausgewählt und beliebig oft verändert werden, solange der Griff 3 noch nicht ausgehärtet ist. Nach der Einfügung des Löffelstiels 2 in den Griff 3 oder parallel dazu wird durch Ausübung eines leichten Druckes der Finger und der Handinnenfläche auf den Griff 3 in der gewöhnlichen Gebrauchsstellung des Löffels 1, also in der Esshaltung, die den Handinnenkonturen entsprechende, individuelle Gestalt des Griffes 3 gebildet. Dieses kann in einem Schritt oder in mehreren, auch zeitlich voneinander getrennten Schritten erfolgen. Die Form kann auch verworfen, das Material in seine ursprüngliche Zylinder- oder Rechteckform zurückgeformt und in einem neuen Formgebungsschritt völlig neu ausgebildet werden. Der Druck muss dabei nur kurzzeitig ausgeübt werden, denn nach dem Loslassen bleibt die durch den Druck ausgebildete Form erhalten und wird erst durch weitere Formgebungsschritte verändert oder rückgängig gemacht.
  • So ist es möglich, den bereits teilweise oder vollständig geformten Griff 3 für beliebige Zeit beiseite zu legen und die Form zu einem gewünschten Zeitpunkt fertig zu stellen. So kann sie nochmals auf Praktikabilität und Passgenauigkeit geprüft werden, um sie dann zu optimieren oder fertig zu stellen. Auf diese Weise kann der Griff auch schrittweise geformt werden, z. B. wenn der Betroffene zu schwach ist, die Formgebung auf einmal durchzuführen, oder wenn er die Formgebung nach einer längeren Zeit nochmals überprüfen möchte.
  • Erst wenn sichergestellt ist, dass die ausgebildete Form den Bedürfnissen des Anwenders optimal entspricht, wird der Löffel 1 samt Griff 3, vorzugsweise im Backofen des Haushaltsherdes, bei etwa 130°C gehärtet, wobei die Griffdicke die Dauer des Aushärtungsprozesses bestimmt. In der Regel wird diese zwischen etwa 10 bis 30 Minuten betragen, für dickere Griffe könnte sie auch darüber liegen.
  • Nach der Aushärtung ist der Griff 3 fest mit dem Stiel 2 des Löffels 1 verbunden, und es hat sich eine griffige, gummiartige Oberfläche ausgebildet, die ein sicheres Halten des Löffels gewährleistet. Bei Bedarf kann der Griff 3 farblich gestaltet werden, vorzugsweise mit Acrylfarbe, die möglichst dünn aufgetragen werden sollte, um die angenehmen Oberflächeneigenschaften des Griffes 3 zu erhalten. Auch die Anwendung bereits farbiger Polymertone ist möglich. Der Griff 3 ist nach dem Aushärten wasser- und wärmeresistent, so dass das Besteck wie normales Besteck benutzt und gespült werden kann, wobei es auch spülmaschinenfest ist. Somit sind seine Gebrauchseigen-schaften mit denen von normalem Besteck gleichwertig.
  • Der Griff 3 ist auch bruchsicher, kann allerdings bei Bedarf durch gezielten, kräftigen Schlag vom Besteckteil 1 getrennt werden, so dass das Besteckteil 1 mit einem neuen Griff versehen werden kann. Hierfür wird allerdings die behinderte Person auf Hilfe angewiesen sein.
  • Mit dem Material und dem Essbesteck-Set kann gemäß der Erfindung ein bisher unbefriedigtes Bedürfnis nach einem Essbesteck für behinderte und/oder ältere Personen erfüllt werden, das vollständig individuell nach den Bedürfnissen der Betroffenen gestaltet werden kann, wobei den besonderen Umständen der betroffenen Personen durch ein lange lagerungsfähiges, leicht formbares, individuell bei etwa 130°C im häuslichen Backofen aushärtbares und den hygienischen und hitze- und wasserresistenten Anforderungen gewachsenes Material erstmalig vollständig Rechnung getragen wird.

Claims (7)

  1. Gebrauchsgegenstand, insbesondere Essbesteck, mit einem individualisierbaren Griffteil, bei dem ein plastisch verformbares und durch Wärmebehandlung aushärtbares Material an ein zweckbestimmendes Teil des Gebrauchsgegenstandes angeformt und im plastischen Zustand von einer Person in der üblichen Gebrauchsstellung des Gebrauchsgegenstandes gegriffen und geformt ist, dadurch gekennzeichnet, dass als Material ein Polymerton verwendet wird.
  2. Gebrauchsgegenstand gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material durch einen Brennprozess aushärtbar ist.
  3. Gebrauchsgegenstand gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material in einem Ofen bei etwa 130°C aushärtbar ist.
  4. Gebrauchsgegenstand gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Material vor der Wärmebehandlung beliebig oft und zeitlich unbegrenzt verformbar ist.
  5. Gebrauchsgegenstand gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Material nach der Aushärtung eine griffige Oberfläche besitzt.
  6. Gebrauchsgegenstand gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Material weichplastisch und mit geringem Kraftaufwand formbar ist.
  7. Gebrauchsgegenstand gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Material nach der Wärmebehandlung feuchtigkeitsbeständig und bis mindestens 90°C hitzebeständig ist.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP1800895A1 (de) * 2005-12-15 2007-06-27 KUM Limited Stiftspitzer sowie Verfahren zu seiner Herstellung
GB2526137A (en) * 2014-05-15 2015-11-18 David John Bull Hand utensil handles

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