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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Kalibriereinrichtung zum Auflegen und Abheben eines Kalibriergewichts.
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Aus der Wägetechnik ist bekannt, zur
Vorbereitung von Waagen auf ihre Wiegefunktion einen Abgleich vorzunehmen,
der durch Verwendung einer Kalibrierkraft (üblicherweise durch ein Kalibriergewicht)
realisiert wird. Das genau bekannte Kalibriergewicht wird dabei
auf ein Kalibrierelement der Waage aufgelegt, wodurch sich ein Referenzwert
ergibt, anhand dessen weitere Wägeparameter
der Waage angeglichen werden können.
Insbesondere kann beispielsweise in Abhängigkeit vom Wägegewicht
ein in einer Spule aufzubringender Strom ermittelt werden, der erforderlich
ist, um die durch das Kalibriergewicht verursachte Auslenkung des
Kalibrierelements auszugleichen.
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Nach erfolgter Kalibrierung wird
das Kalibriergewicht vom Kalibrierelement der Waage wieder abgenommen
und diese wieder ihrer eigentlichen Wiegefunktion zugeführt. Aus
dem Stand der Technik ist bekannt, das Aufbringen bzw. die Entnahme
der Kalibrierkraft (des Kalibriergewichts) nicht manuell, sondern
durch geeignete Mechaniken vorzunehmen. Aus der
EP 0 789 232 B1 ist eine
Kalibriervorrichtung für
eine Waage bekannt, bei der ein Halter durch Verschwenken oder Verschieben
ein Kalibriergewicht auf einem geeigneten Kalibrierelement der Waage ablegen
bzw. von diesem abheben kann. Durch ein Zusammenwirken von Rastelementen
zentriert sich dabei das Kalibriergewicht relativ zu zwei Aufnehmern,
die als Kalibrierelement zu verstehen sind.
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In der Praxis stellt es sich als
schwierig dar, ein Kalibriergewicht unter geringem mechanischen Aufwand
und ohne unerwünschte
Kräfte
auf die Kalibriereinheit der Waage aufzubringen. Ungenaue Messungen
bzw. hoher technischer Aufwand sind die Folge.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher,
eine Kalibriereinrichtung anzubieten, welche mit geringem mechanischen
Aufwand das Auflegen bzw. Abheben eines Kalibriergewichts von einer
Kalibriereinheit einer Waage ermöglicht.
Weiterhin soll die Lage des Kalibriergewichts auf der Kalibriereinheit
genau festlegbar sein.
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Die Aufgabe wird gelöst durch
eine Kalibriereinrichtung nach Anspruch 1.
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Der Erfindung liegt die Erkenntnis
zugrunde, dass durch Verschieben eines Stellelements in eine erste
Richtung X unter Verwendung geeigneter Führungsmittel dieses Stellelement
zu einer Bewegung in eine zur Richtung X senkrecht verlaufenden
Richtung Y angeregt werden kann. Wird die Richtung Z beispielsweise
senkrecht nach oben gewählt,
so kann ein auf dem Stellelement aufliegendes Kalibriergewicht durch
die Bewegung des Stellelements in Richtung X gleichzeitig auch in
Z-Richtung bewegt werden, um dabei auf ein Kalibrierelement abgelegt oder
von diesem abgehoben zu werden.
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Je nach Ausbildung der Führungselemente kann
sich dabei schon bei geringer Bewegung in X-Richtung ein entsprechend
großer
Hub in Z-Richtung ergeben. Die somit nur im geringen Maße erforderliche
Verschiebung in X-Richtung erlaubt damit auch geringere Anforderungen
an die von einem Antrieb zu erbringende Stellbewegung.
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Weiterhin erlaubt die Umwandlung
der Bewegung in X-Richtung in eine wenigstens teilweise Bewegung
auch in Z-Richtung konstruktive Vereinfachungen dadurch, dass der
Antrieb die erforderliche Stellkraft senkrecht zur eigentlichen
Gewichtskraft des Kalibriergewichts in das Stellelement einbringen kann;
der Antrieb kann also insbeson dere seitlich zum Kalibrierelement
bzw. Kalibriergewicht angeordnet sein, wie dies aus den Figuren
anschaulich zu sehen ist.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der
Erfindung sieht vor, dass das Kalibriergewicht auf das Stellelement
so auflegbar ist, dass es in X-Richtung relativ zum Stellelement
frei verschieblich ist. Dadurch wird vorteilhaft vermieden, dass über das Stellelement
nennenswerte Kräfte
in X-Richtung auf das Kalibriergewicht aufgebracht werden. Auf diese Weise
wird eine unnötige
Belastung des Kalibrierelements, auf dem das Kalibriergewicht wenigstens
teilweise aufliegt, vermieden, so dass im Wesentlichen nur die tatsächlich gewünschten
vertikalen Gewichtskräfte
des Kalibriergewichts auf das Kalibrierelement einwirken. Insbesondere
kann sich das Stellelement relativ zum Kalibriergewicht in X-Richtung
bewegen, wenn das Kalibriergewicht der Bewegung des Stellelements
in dieser Richtung nicht folgen kann.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bewegung des Kalibriergewichts
in X-Richtung durch wenigstens einen Anschlag begrenzt wird. Auf
diese Weise kann sehr einfach und vorteilhaft sichergestellt werden,
dass das Kalibriergewicht in einer genau definierten X-Position
gehalten wird, wenn es sich gegen diesen Anschlag bewegt. Insbesondere
kann der Anschlag mit dem Kalibrierelement zusammenwirken, so dass
die Auflage des Kalibriergewichts relativ zum Kalibrierelement exakt
definierbar ist. Ein ungleichmäßiges Auflegen
des Gewichts und eventuell daraus resultierende ungleichmäßige Belastungen des
Kalibrierelements können
so vorteilhaft vermieden werden.
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Die Positionierung des Kalibriergewichts
erfolgt denkbar einfach, beispielsweise folgendermaßen: Durch
Beaufschlagung des Stellelements mit einer Stellkraft in X-Richtung bewegt sich
dieses Stellelement in die entsprechende Richtung. Je nach Ausbildung
der Führungselemente
erfolgt – wie
zuvor beschrieben – zumindest
teilweise auch eine Bewegung in Z-Richtung. Blickt man seitlich
auf die von X und Z aufgespannte Ebene, so erfolgt die Bewegung des
Stellelements also beispielsweise entlang einer schräg abfallenden
Linie. Auf dem Stellelement ruht zu diesem Zeitpunkt noch das Kalibriergewicht,
welches nicht mit dem Kalibrierelement der Waage in Berührung steht.
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Während
sich das Stellelement mit dem Kalibriergewicht entlang der schräg abfallenden
Linie bewegt, erfolgt zum einen eine Bewegung des Kalibriergewichts
in Richtung auf das Kalibrierelement , und zwar in Z-Richtung nach
unten. Weiterhin erfolgt die Bewegung des Gewichts in X-Richtung,
wobei sich das Gewicht mit seinem Anschlag dem Kalibrierelement
in X-Richtung nähert,
bis es schließlich
seitlich an diesem anschlägt.
Damit ist die Position des Kalibriergewichts in X-Richtung relativ
zum Kalibrierelement genau bestimmt, wobei die Gewichtskraft des
Gewichts nach wie vor vom Stellelement aufgenommen wird, so dass
das Kalibrierelement in Z-Richtung noch nicht durch das Gewicht
belastet wird.
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Bewegt sich das Stellelement weiter
schräg nach
unten, so kann das Gewicht, da es durch den Anschlag gehalten wird,
der Bewegung des Stellelements in X-Richtung nicht weiter folgen,
so dass das Gewicht auf dem Stellelement in X-Richtung im Sinne einer
Relativbewegung zu gleiten beginnt. Währenddessen erfolgt weiterhin
die Bewegung des Stellelements mit dem darauf aufliegenden Gewicht
in Z-Richtung nach unten. Das Stellelement bewegt sich also weiterhin
in beide Richtungen X und Z, während
das darauf aufliegende Kalibriergewicht lediglich der Bewegung in
Z-Richtung weiterhin folgt, bis das Gewicht auf der Kalibriereinheit
aufliegt. In diesem Moment ist das Gewicht einerseits durch den Anschlag
in X-Richtung und andererseits durch die Auflage auf dem Kalibrierelement
auch in Z-Richtung an einer weiteren Bewegung gehindert, so dass
sich das weiterbewegte Stellelement gänzlich von dem Kalibriergewicht
entlang der durch die Führungselemente
vorgegebenen Bahn löst.
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Das Kalibriergewicht liegt dann frei
und genau definiert auf dem Kalibrierelement auf, ohne mit dem Stellelement
in Berührung
zu stehen. In diesem Zustand kann die eigentliche Kalibrierung vorgenommen
werden.
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Um das Kalibriergewicht wieder von
der Kalibriereinheit abzuheben erfolgt die Bewegung des Stellelements
sinngemäß in umgekehrter
Reihenfolge. Dabei bewegt sich das Stellelement also wieder in einer
kombinierten X- und Z-Bewegung beispielsweise schräg zurück in Richtung
auf die ursprünglich Ausgangslage.
Dabei untergreift es das Kalibriergewicht, und hebt es vom Kalibrierelement
ab. Wirkt der Anschlag des Kalibriergewichts nur in die vorbeschriebene
Richtung, so folgt das Kalibriergewicht jetzt beim umgekehrten Bewegungsablauf
unmittelbar den Bewegungen des Stellelements in X-, und in Z-Richtung.
Das Kalibrierelement wird also vom Kalibriergewicht entlastet, so
dass die eigentliche Wägefunktion
wieder ausgeübt
werden kann.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass ein weiterer Anschlag vorgesehen ist,
der auch während
der Rückwärtsbewegung
des Stellelements eine Bewegung des Kalibriergewichts in X-Richtung
zumindest teilweise verhindert. Dies dient vorteilhafterweise dem Zweck,
den bei der Absenkbewegung entstandenen relativen Versatz zwischen
Kalibriergewicht und Stellelement in X-Richtung bei der Aufwärtsbewegung wieder
auszugleichen. Der Anschlag wirkt dann vorteilhafterweise mit dem "Festland", also mit einer
im Wesentlichen unbewegten Komponente der Waage zusammen. In diesem
Fall wird auch bei der Aufwärtsbewegung
des Kalibriergewichts die Bewegung in (diesmal umgekehrter) X-Richtung
dann unterbunden, wenn der vorgenannte Anschlag des Gewichts mit
dem Festland der Waage zusammenwirkt. Zu diesem Zeitpunkt soll eine
Bewegung in Z-Richtung weiterhin möglich bleiben, und zwar so
lange, bis das Stellelement seine von den Führungselementen vorgegebene
maximale Auslenkung in Z-Richtung erreicht hat. In dieser Lage wird
das Kalibriergewicht "vorrätig" gehalten, bis es
für einen
erneuten Kalibriervorgang benötigt
wird.
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Durch die geeignete Anordnung der
Anschläge
relativ zum Kalibrierelement bzw. Festland der Waage wird damit
vorteilhaft sichergestellt, dass der im Rahmen der Stellbewegung
zurückgelegte Weg
des Kalibriergewichts in X-Richtung jeweils geringer ist als derjenige
des Stellelements. Dadurch wiederum ist gewährleistet, dass das Kalib riergewicht
insbesondere beim Absenken auf das Kalibrierelement stets wieder
mit seinem Anschlag in X-Richtung definiert angehalten wird, wodurch
die gewünschte
exakte Positionierung des Gewichts auf dem Kalibrierelement sichergestellt
wird.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht
vor, dass die Führungsmittel
eine translatorische Bewegung des Stellelements bewirken. Auf diese
Weise wird besonders vorteilhaft und einfach sichergestellt, dass
das Kalibriergewicht, während
es auf dem Stellelement aufliegt, seine Ausrichtung im Raum nicht ändert. Eine
Dreh- oder Kippbewegung des Stellelements und damit des Kalibriergewichts, die
ein ungleichmäßiges Auflegen
des Gewichts auf das Kalibrierelement zur Folge hätten, wird
so auf einfache Weise vermieden. Die translatorische Bewegung kann
dabei in einfachster Weise entlang einer Geraden verlaufen, die
eine X- und eine Z-Komponente aufweist. Ebenso ist es jedoch möglich die Führungselemente
so auszubilden, dass insbesondere kurz vor der Beaufschlagung der
in X-Richtung wirkenden Anschläge
die Bewegung des Stellelements und damit des Kalibriergewichts im
Wesentlichen in X-Richtung erfolgt, während nach dem Kontakt der
Anschläge
eine schwerpunktmäßig in Z-Richtung
verlaufende Bewegung realisierbar ist. Grundsätzlich ist aber jede beliebige,
auch nichtlineare Führung
des Stellelements durch geeignete Wahl der Führungselemente möglich.
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Denkbar ist insbesondere auch eine
dreidimensionale Führung,
die durch geeignete Wahl der Führungselemente
aus der ursprünglich
nur in X-Richtung erfolgenden Stellkraft resultiert. Eine dann zusätzlich einzuführende Y-Komponente
und geeignet vorzusehende Anschläge
erweitern die Vielfalt der möglichen
Relativbewegungen zwischen dem Kalibriergewicht einerseits und dem
Stellelement bzw. dem Kalibrierelement andererseits.
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Eine vorteilhafte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass an dem Kalibriergewicht zwei jeweils
in X-Richtung wirkende Anschläge
vorgesehen sind, wobei der eine Anschlag beim Absenken auf das Kalibrierelement
mit diesem zusammenwirkt, während
der andere Anschlag beim Abheben des Gewichts vom Kalibrierelement
mit dem Festland der Waage zusammenwirkt. Auf diese Weise können beide
Anschläge
im Wesentlichen an einem Element (auf dem Kalibriergewicht) vorgesehen
werden, was mechanisch einfacher und kostengünstiger ist.
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Die erfindungsgemäße Umsetzung verfolgt im Wesentlichen
das Prinzip der kombinierten X-/Z-Bewegung als Ergebnis einer ausschließlich in X-Richtung
aufgebrachten Stellkraft. Das Auflegen und Abheben des Kalibriergewichts
auf bzw. von einem Kalibrierelement einer Waage erfolgt im Wesentlichen
nach folgenden Schritten:
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- a) Bewegung eines Stellelements in einer ersten Richtung
X, wobei Führungselemente
eine Bewegung des Stellelements in eine zur Richtung senkrechte
zweite Richtung Z bewirken;
- b) Fortführung
der Bewegung gemäß a), bis
das auf dem Stellelement aufliegende Kalibriergewicht sich aufgrund
der Bewegung in Richtung Z auf das Kalibrierelement absenkt und
das Stellelement das Kalibriergewicht schließlich berührungslos freigibt;
- c) Umkehr der Bewegung nach a), so dass das Stellelement das
auf dem Kalibrierelement aufliegende Kalibriergewicht aufgrund der
Bewegung entgegengesetzt zur Richtung Z untergreift und vom Kalibrierelement
abhebt, bis das Kalibriergewicht vom Kalibrierelement vollkommen
entkoppelt ist.
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Eine weitere Ausführungsform sieht hier wieder
eine translatorische Bewegung des Stellelements vor, die besonders
vorteilhaft durch einfache geometrische Formen der Führungselemente
zu realisieren ist. Die so vermiedene Kipp- bzw. Schwenkbewegung
sichert ein gleichmäßiges und
paralleles Auflegen bzw. Abheben des Gewichts vom Kalibrierelement.
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Eine vorteilhafte Ausführungsform
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Kalibriergewichts
in Richtung X durch wenigstens einen Anschlag so begrenzt ist, dass
wenigstens teilweise während
der Bewegung des Stellelements in X-Richtung eine Relativbewegung
zwischen dem Kalibriergewicht und dem Stellelement in X-Richtung
erfolgt. Durch die Verwendung des genannten Anschlags wird die Positionierung
des Kalibriergewichts relativ zum Kalibrierelement sichergestellt,
und die weitere Bewegung des Stellelements in X-Richtung wird durch
eine entsprechende Gleitbewegung zwischen Kalibriergewicht und Stellelement
ausgeglichen.
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Insbesondere erfordert die Relativbewegung,
also die Weiterbewegung des Stellelements in X-Richtung bei gleichzeitig
in X-Richtung fixiertem Kalibriergewicht vorteilhafterweise bereits
dann, wenn das Kalibriergewicht noch nicht auf dem Kalibrierelement
aufliegt. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass in jedem Fall
die gewünschte
X-Position des Gewichts
relativ zum Kalibrierelement eingenommen wird, und nicht eine solche
Positionierung dadurch ausgeschlossen wird, dass das Gewicht bereits
auf dem Kalibrierelement aufliegt, so dass von dem Stellelement,
welches dann das Kalibriergewicht freigibt, keine Kräfte mehr übertragen
werden könnten.
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Weitere Vorteile ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
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Eine beispielhafte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung soll nachstehend anhand der 1 und 2 erläutert
werden. Von den Figuren zeigt
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1 eine
perspektivische und schematische Schrägansicht einer offengelegten
Waage, und
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2 eine
schematische Schnittdarstellung einer Seitenansicht der Waage.
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Wie 1 zu
erkennen ist, ist die Grundplatte einer Waage 1 gegeben,
auf der ein monolitisch ausgebildeter Übersetzungsblock 2 angeordnet
ist. Innerhalb des Überset zungsblocks 2 wird
eine nicht näher
dargestellte Gewichtskraft über
ein geeignetes Hebewerk so übersetzt,
dass eine resultierende Kraft unter anderem auch an einem Kalibrierelement
K abgenommen werden kann.
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Das Kalibrierelement K ist im Wesentlichen hebelförmig ausgebildet,
wobei sich zwei freie und parallel zueinander ausgebildete Enden
des Kalibrierelements K nach außerhalb
des Übersetzungsblocks 2 erstrecken.
Die freien Enden des Kalibrierelements K sind zur Auflage eines
Kalibriergewichts G ausgebildet.
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Das Kalibriergewicht G kann in einer
vertikalen Richtung Z auf das Kalibrierelement K aufgelegt oder
von diesem abgehoben werden.
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Dazu wird es von einem Stellelement
S gestützt,
welches das Kalibriergewicht G im Wesentlichen zentrisch zwischen
den beiden Armen des Kalibrierelements K untergreift. Das Stellelement
S ist in Z-Richtung, aber auch in einer weiteren Richtung X verschieblich
gelagert. Während
die Richtung Z im Wesentlichen lotrecht zur Grundplatte der Waage 1 verläuft, erstreckt
sich die Richtung X senkrecht dazu in der Ebene der Platte, also
vorzugsweise horizontal.
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Das Stellelement S wird von einem
Antrieb A mit einer nicht näher
dargestellten Stellkraft in X-Richtung beaufschlagt. Das Stellelement
S wird dabei gegen eine an seinem dem Antrieb gegenüberliegenden
Ende angeordnete Feder R gedrückt.
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Wie 2 zu
erkennen ist, sind Führungselemente
F vorgesehen, die bei einer Bewegung des Stellelements S in X-Richtung
in das Stellelement eingreifen und es in einer Zwangsbewegung führen. Die
Führungselemente
sind mit ihren Wirkflächen
dabei so unter einem Winkel zur X-Richtung angeordnet, dass das
Stellelement bei einer Bewegung in X-Richtung zugleich eine translatorische
Ablenkung in Z-Richtung erfährt.
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Bewegt sich gemäß 2 das Stellelement in der Darstellung
nach rechts, so bewirken die oberen Führungselemente eine Ablenkung
des Stellelements in Z-Richtung nach unten zum unteren Bildrand
hin. Bewegt sich das Stellelement dagegen in die entgegengesetzte
X-Richtung, also zum linken Bildrand hin, so bewirken die unteren
Komponenten der Führungselemente
F eine translatorische Aufwärtsbewegung
des Stellelements in Z-Richtung zum oberen Bildrand hin.
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In 1 und
in 2 ist zu erkennen,
dass das Stellelement, welches einen sich nach oben erstreckenden
Stützblock
aufweist, ein Kalibriergewicht G untergreift. Das Kalibriergewicht
G ruht im Wesentlichen zentrisch auf dem Stellelement und weist
insbesondere einen gewissen Abstand in Z-Richtung zu den Auflagepunkten
auf den Armen des Kalibrierelements K auf.
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Das Kalibriergewicht G ruht in X-Richtung verschieblich
gelagert auf dem Stellelement S. An einem ersten Ende des Kalibriergewichts
G sind zwei Anschläge
L1 und L2 angeordnet, die eine Verschiebung des Gewichts G in X-Richtung
teilweise blockieren. Der Anschlag L1 ist dabei so ausgebildet,
dass er mit einer Außenseite
des Kalibrierelements K zusammenwirkt, wenn das Kalibriergewicht
G gemäß 2 in Richtung zum rechten
Bildrand hinbewegt wird. Der Anschlag L2 dagegen bewirkt eine Fixierung
des Kalibriergewichts G in der umgekehrten X-Richtung, wenn sich
also das Kalibriergewicht G gemäß 2 in Richtung zum linken
Bildrand hinbewegt. In diesem Fall schlägt das Kalibriergewicht G mit
seinem Anschlag an einem Absatz T der Waage bzw. des Übersetzungsblocks
an. Der Absatz T gehört
zum Festland der Waage, und ist als solcher unbeweglich.
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Der Bewegungsablauf des Stellelements
S und damit die Bewegung des Kalibriergewichts G erfolgt dann folgendermaßen:
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Ausgehend von den in 2 dargestellten Lage des Stellelements
S wird dieses durch den Antrieb A mit einer Kraft beaufschlagt,
die in X-Richtung und zwar zum rechten Bildrand hin gerichtet ist.
Das Stellelement S folgt der aufgebrachten Stellkraft in die genannte
Richtung. Dabei wird es gegen die Führungselemente F gedrückt, die
das Stellelement S bei seiner Bewegung in X-Richtung zugleich in
Z-Richtung, und zwar zum unteren Bildrand hin bewegen. Insgesamt
ergibt sich eine durch den Pfeil B dargestellte Bewegung.
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Das auf dem Stellelement S aufliegende
Kalibriergewicht G folgt dieser Bewegung solange, bis der Anschlag
L1 an der Außenseite
des Kalibrierelementes K anschlägt.
Zu diesem Zeitpunkt besteht noch ein vertikaler Abstand in Z-Richtung
zwischen dem Kalibriergewicht G und dem Kalibrierelement K, so dass
also die Gewichtskraft noch nicht auf das Kalibrierelement einwirkt.
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In der weiteren Bewegung des Stellelements S
in Richtung B wird das Kalibriergewicht G in X-Richtung durch den
Anschlag L1 gehalten, während
es die Bewegung des Stellelements S in Z-Richtung nach unten weiterhin
mitmacht, bis das Gewicht auf dem Kalibrierelement K aufliegt. In
diesem Moment wird es vom Stellelement S dann auch in Richtung Z
entkoppelt.
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Die Bewegung des Stellelements S
erfolgt also soweit, dass zwischen ihm und dem Kalibriergewicht
G keine kräftemäßige Wechselwirkung
mehr besteht, wohingegen das Kalibriergewicht G nun voll auf dem
Kalibrierelement K aufliegt. Durch die Verwendung des Anschlags
L1 ist darüber
hinaus die Ausrichtung des Kalibriergewichts G relativ zum Kalibrierelement
K in X-Richtung exakt und wiederholbar definiert und damit eine
vorgegebene Belastung der beiden Arme des Kalibrierelements K gegeben.
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Erfolgt die Bewegung des Stellelements
S in die entgegengesetzte X-Richtung, so bewirken die weiteren Komponenten
der Führungselemente
F eine Gesamtbewegung des Stellelements S entgegengesetzt der vorherigen
Bewegung B. Sobald das Stellelement S das Kalibriergewicht G dabei
untergreift, wird dieses von dem Kalibrierelement K ab gehoben und
folgt dabei unmittelbar der Bewegung des Stellelements S in dessen
X- und Z-Richtung.
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Dies geschieht solange, bis der Anschlag
L2 in X-Richtung mit dem Absatz T so zusammenwirkt, dass eine Weiterbewegung
des Kalibriergewichts G in Richtung zum linken Bildrand unterbunden
wird. Das Kalibriergewicht G kann nunmehr nur noch der Bewegung
des Stellelements S in Z-Richtung folgen. Zwischen Kalibriergewicht
G und Stellelement S erfolgt dann wieder eine Relativbewegung, die
umgekehrt zur vorherigen Relativbewegung bei der Abwärtsbewegung
des Stellelements S in Richtung B erfolgte. Auf diese Weise wird
sichergestellt, dass das Kalibriergewicht G bei der nächsten Abwärtsbewegung
wieder mit seinem Anschlag L1 gegen das Kalibrierelement K wirkt,
um so die definierte Lage des Gewichts wieder zu erreichen.