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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Hauskühlung,
insbesondere eine solche aufbauend auf einer bestehenden Heizungsanlage.
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In Gebieten mit hohen Durchschnittstemperaturen,
beispielsweise im Süden
Europas, aber auch in den gemäßigten Klimazonen
während
der Sommermonate besteht ein Bedarf privat genutzter oder Büro- und
Geschäftsräume zu kühlen. Aus
dem Stand der Technik sind hierzu eine Vielzahl von Lösungen bekannt.
Insbesondere in Privathaushalten, aber auch in kleinen Büroeinheiten
finden Einzelgeräte
Verwendung, welche oftmals nachträglich angeschafft und eingebaut
werden. Da es für
den Betrieb derartige Einzelgeräte
in aller Regel notwendig ist, einen Abluftschlauch außerhalb
des zu kühlenden Raumes,
in aller Regel dann auch außerhalb
des betreffenden Gebäudes
zu verlegen, sind mit der Anschaffung effektiver Einzelkühlgeräte auch
bauliche Änderungen
verbunden. Zudem sind derartige Einzelgeräte oftmals sperrig und von
geringem ästhetischen
Wert.
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Insbesondere in größeren Büro- und
Geschäftsräumen werden
komplette Kühlungssysteme eingebaut.
Dies besteht aus einem in aller Regel im Keller oder auf dem Dach
angeordneten Kühlaggregat,
welches mit Kühlstationen,
angeordnet in den zu kühlenden
Räumen, über ein
großes
Rohrsystem verbunden ist. Der nachträgliche Einbau derartiger Kühlsysteme
ist sehr aufwendig und erfordert erhebliche bauliche Maßnahmen,
bei Vorsehung eines solchen Kühlsystem
schon in der Planung eines Büro- und/
oder eines Geschäfthauses
muss hierfür
ein getrenntes Leitungssystem vorgesehen werden mit den entsprechenden
zusätzlichen
Kosten.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es, ein Kühlsystem
für Häuser jeglicher
Art, sei es privat oder geschäftlich
genutzte, zur Verfügung
zu stellen, welches platzsparend und ohne größere bauliche Maßnahmen
und zudem unter ästhetischen
Gesichtspunkten vorteilhaft ist.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch
eine Hauskühlung
aufbauend auf einer bestehenden Heizungsanlage umfassend mindestens
eine Heizung, ein Vorlaufrohrsystem und ein Rücklaufrohrsystem sowie mindestens
einen Heizungskörper
und ein Kühlgerät mit einem
Vorlauf und einem Rücklauf,
wobei das Kühlgerät an die
Heizungsanlage derart angeschlossen ist, daß der Vorlauf mit dem Rücklaufrohrsystem
der Heizungsanlage und der Rücklauf
mit dem Vorlaufrohrsystem der Heizungsanlage verbunden ist.
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Die erfindungsgemäße Hauskühlung weist den großen Vorteil
auf, daß diese
sowohl nachträglich
eingebaut werden kann, aber auch schon in der Planungsphase bei
Bau eines Privat- und/oder
eines Geschäfthauses
berücksichtigt
werden kann. Durch die Nutzung des für die Heizungsanlage verlegten Rohrsystems
auch für
die Kühlung
ergeben sich erhebliche Einsparungen bei dem zu verlegenden Rohrmaterial,
und insbesondere auch im Platzbedarf. Denn auf ein getrenntes Rohrsystem
für die Kühlung kann
so gut wie vollständig
verzichtet werden. Lediglich von dem eingesetzten Kühlgerät bis zu der
Verbindungsstelle mit der Heizungsanlage ist die Verlegung von Rohren
notwendig. Darüber
hinaus ist die erfindungsgemäße Hauskühlung unter ästhetischen
Gesichtspunkten üblichen
Kühlsystemen überlegen,
da in den zu kühlenden
Räumen
keine zusätzlichen
Kühlgeräte installiert
werden müssen.
Die Kühlung
des Raumes erfolgt vielmehr über
die dort bereits installierten Heizungskörper. Die erfindungsgemäße Hauskühlung kann
aufbauend auf den verschieden bekannten Heizungssystemen installiert werden,
auch bei Wandflächenheizungen
und Fußbodenheizungen.
Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Heizkörper als übliche Vorwand
installierte Rippen- oder Strömungsheizkörper ausgebildet
sind. Die Kühlung
erfolgt mit dem bereits im Heizungskreislauf vorhandenen Wasser.
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Durch die Verbindung des Vorlaufes
des Kühlgerätes mit
dem Rücklaufrohrsystem
der Heizungsanlage und umgekehrt dem Rücklauf des Kühlgerätes mit
dem Vorlaufrohrsystem der Heizungsanlage wird vorteilhafterweise
erreicht, daß sich
das kalte Wasser, welches eines höhere Dichte aufweist, gleichmäßig über die
gesamte Fläche
des Heizkörpers
verteilt. Das kühle
Wasser steigt dabei dann wärmeaufnehmend
im Heizungskörper
nach oben, wo es dann über
den eigentlichen Vorlauf des Heizungskörpers, nunmehr dem Rücklauf bei
Betrieb des Rohrsystems als Kühlsystem,
in Richtung auf das Kühlgerät zu abfließt.
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In einer vorteilhaften Ausführungsform
der finanzgemäßen Hauskühlung ist
der Vorlauf und/oder der Rücklauf
mit einem Absperrventil vor der Verbindungsstelle mit der Heizungsanlage
versehen. Hierdurch wird vorteilhafterweise erreicht, das bei Betrieb der
Heizungsanlage in das von der Verbindungsstelle zum Kühlgerät führende Rohrsystem
aus Vor- und Rücklauf
kein warmes Wasser eindringt. Hierdurch wird bei Umstellung von
Heizbetrieb auf Kühlbetrieb eine
zeitlich schnellere Kühlung
erzielt, da nicht auch noch das im von der Verbindungsstelle zum
Kühlgerät verlaufenden
Rohrsystem befindliche Wasser gekühlt werden muss. Dieses weist
zumindest schon Raumtemperatur beziehungsweise eine Temperatur entsprechend
der umgebenden Luft, und damit auf jeden Fall eine geringere als
das für
die Heizung verwendete erhitzte Wasser auf.
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In vorteilhafter Weise ist der Heizungskörper mit
mindestens einem Ventilator zur Luftzirkulation versehen. Dieser
Ventilator wird besonders vorteilhaft im vorhandenen Heizkörper, beispielsweise
zwischen den Rippen eines Solchen, oder bei Vorsehung eines Vorwand-
installierten Flächenheizungskörpers auf
die Strömungsbleche
des Selben gesetzt. Dabei können über die
gesamte Länge
eines derartigen Heizungskörpers
mehrere solcher Ventilatoren vorgesehen sein. Der Ventilator ist
derart auf dem Heizungskörper
angeordnet, daß Luft
von oben angesaugt und nach unten in den Heizungskörper gedrückt wird,
beispielsweise zwischen die Strömungsbleche.
Hauptanforderung an die Ventilatoren ist, daß diese kleinbauend ausgebildet
sind und leise laufen. Durch die Vorsehung von mindestens einem Ventilator
wird eine vorteilhafte Luftumwälzung
im Kühlbetrieb
erzielt, durch welche eine schnellere Kühlung des betreffenden Raumes
erzielt wird. Die Ventilatoren können
dabei noch einen Filter aufweisen, der verhindert, daß durch
diese Staub und sonstige Partikel in der Raumluft verteilt werden.
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In einer weiteren Ausführungsform
der finanzgemäßen Hauskühlung weist
diese mindestens einen Schmutzfilter in von der Kühlung und
der Heizungsanlage gemeinsam genutzten Rohrsystem auf. Die Vorsehung
eines derartigen Schmutzfilters, welcher insbesondere als Schlammfilter
ausgebildet sein kann, ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die
erfindungsgemäße Hauskühlung nachträglich bei einer
bereits länger
bestehenden Heizungsanlage verwirklicht wird. Denn in den Heizungskörpern sammelt
sich im unteren Bereich oftmals Schmutz, insbesondere in Form von
Schlamm an. Dieser kann durch die Umkehrung der Fließrichtung
des Wassers bei Kühlbetrieb
zumindest teilweise aufgewirbelt werden, und gelangt so mit dem
Wasser in das gesamte Kühl- beziehungsweise
Heizungssystem. Daher ist in vorteilhafter Weise mindestens ein
Schmutz- beziehungsweise Schlammfilter in demjenigen Teil des Rohrsystems
angeordnet, welcher gemeinsam sowohl im Kühl- als auch im Heizungsbetrieb
genutzt wird.
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Vorteilhafterweise ist das Kühlgerät als Wärmetauscher
ausgebildet. Wärmetauscher
sind auf dem Markt mit entsprechenden Kapazitäten und zu relativ günstigen
Preisen erhältlich,
so daß insbesondere
bei einer Aufrüstung
einer bestehenden Heizungsanlage zu der erfindungsgemäßen Hauskühlung keine
großen
Kosten entstehen. Das Kühlgerät kann beispielweise
im Keller benachbart zum Heizungskeller angeordnet sein, so das
auch ästhetischen
Gesichtspunkten Genüge
getan ist.
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Diese und weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Hauskühlung werden
anhand der folgenden Zeichnungen näher erläutert.
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Es zeigt:
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1:
eine Ausführung
der erfindungsgemäßen Hauskühlung.
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1 zeigt
eine beispielhafte Anordnung der erfindungsgemäßen Hauskühlung. Im Einzelnen ist in 1 eine Heizungsanlage schematisch
dargestellt, umfassend eine Heizung 1, ein Vorlaufrohrsystem 2 und
ein Rücklaufrohrsystem 3 sowie
einen handelsüblichen
flächig
ausgebildeten Rippenheizungskörper 4 mit
Strömungsblechen.
Zusätzlich weist
die Heizungsanlage einen Mischer 10 sowie eine Pumpe 11 auf.
Unmittelbar vor dem Heizungskörper 4 ist
ein Thermostatventil 14 im Vorlaufrohrsystem 2 der
Heizungsanlage angeordnet.
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Des weiteren zeigt 1 den Anschluß eines Kühlgerätes 5 an die schematisch
dargestellte Heizungsanlage zur Verwirklichung der erfindungsgemäßen Hauskühlung. Dabei
ist der Vorlauf 6 des Kühlgerätes 5 über die
Verbindungsstelle 8 mit dem Rücklaufrohrsystem 3 der
Heizungsanlage verbunden. Unmittelbar vor der Verbindungsstelle 8 ist
ein Sperrventil angeordnet. Ebenso ist der Rücklauf 7 des Kühlgerätes 5 über die
Verbindungsstelle 9 mit dem Vorlaufrohrsystem 2 der
Heizungsanlage verbunden. Unmittelbar vor der Verbindungsstelle 9 ist ebenfalls
ein Sperrventil 13 angeordnet.
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Im gemeinsamen benutzten Teil des
Rohrsystems nach 1, beispielsweise
im Rücklaufrohrsystem 3 der
Heizungsanlage und dem Vorlauf 6 des Kühlgerätes 5, ist ein Schlammfilter 16 angeordnet.
Ein derartiger Schlammfilter kann jedoch insbesondere auch im gemeinsam
genutzten Teil des Rohrsystems der Heizungsanlage und des Kühlgerätes 5,
gebildet durch das Vorlaufrohrsystem 2 der Heizungsanlage
und dem Rücklauf 7 des
Kühlgerätes, angeordnet
sein.
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Weiterhin sind auf den schematisch
angedeuteten Strömungsblechen
des Heizungskörpers 4 insgesamt
drei Lüfter
als Ventilatoren 15 aufgesetzt.
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Im normalen Heizungsbetrieb sind
die Ventile 12 und 13 geschlossen, und über das
Vorlaufrohrsystem 2 wird bei geöffnetem Thermostatventil 14 erhitztes
Wasser in den Heizungskörper 4 geführt, welches
dann über
das Rücklaufrohrsystem 3 zur
Heizung 1 zurück
geführt
wird. Dabei wird die Rückführung über die
Pumpe 11 verstärkt.
Ist nun eine Umstellung von Heizbetrieb auf Kühlbetrieb gewünscht, so
wird zunächst
die Heizung 1 abgeschaltet, ebenso die Pumpe 11.
Das Kühlgerät 5 wird
eingeschaltet und das Thermostatventil 14 geöffnet, ebenso
wie die Absperrventile 12 und 13. Schließlich können zur
Unterstützung
der Luftzirkulation die Ventilatoren 15 eingeschaltet werden.
Durch das Kühlgerät 5 wird
das im Rohrsystem befindliche Wasser auf beispielsweise 16 Grad
abgekühlt
und über
den Vorlauf 6 in den eigentlichen Rücklaufstrang des Heizungssystems
in den Heizungs-(Kühl)körper 4 geleitet,
von wo aus es über
den Rücklauf 7 wieder
nach Wärmeaufnahme zum
Kühlgerät 5 zurückgeführt wird.
In 1 nicht gezeigt, jedoch
vorteilhaft ist es, wenn zusätzlich
unmittelbar vor den Verbindungsstellen 8 und 9 im
Vorlaufrohrsystem 2 beziehungsweise im Rücklaufrohrsystem 3 der
Heizungsanlage ebenfalls ein Absperrventil angeordnet ist, da hierdurch
sich das im übrigen
Teil der Heizungsanlage befindliche Wasser nicht ebenfalls durch
das Kühlgerät 5 gekühlt werden muß. Die Steuerung
der erfindungsgemäßen Hauskühlung kann
sowohl manuell als auch automatisch mittels beispielsweise einer
elektronischen Steuerung erfolgen, wie diese heute Stand der Technik
ist. Zusätzlich
kann im Vorlauf 6 oder Rücklauf 7 noch eine,
hier nicht gezeigte, weitere Pumpe vorgesehen sein, um den Kreislauf
aufrechtzuerhalten. Bei einer vollautomatischen Steuerung kann insbesondere auch
automatisch von Sommer auf Winterbetrieb umgeschaltet werden, sowie
jeder einzelne Heizungskörper
unabhängig
bei Vorsehung eines entsprechenden Rohrleitungssystems oder alternativ durch
Funkthermostate angesteuert werden. Bei einer manuellen Steuerung
insbesondere bei nachträglicher
mit der erfindungsgemäßen Hauskühlung aufgerüsteten Heizungsanlagen
mit Brauchwassererwärmung
ist darauf zu achten, daß die
Heizungsanlage auf Sommerbetrieb umgestellt wird. Bei einer automatischen
Regelung kann insbesondere zusätzlich
vorgesehen sein, daß die
Temperatur des durch das Kühlgerät 5 gekühlten Wassers
abhängig
nicht nur von der Raumtemperatur, sondern auch von der Luftfeuchtigkeit
oder in Kombination in dem zu kühlenden
Raum geregelt wird. Hierzu würden
in den zu kühlenden
Räumen
in vorteilhafter Weise entsprechende Feuchtemesser eingesetzt werden.
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Durch die erfindungsgemäße Hauskühlung ist
es vorteilhafterweise möglich,
ohne großen
Installationsaufwand, mit geringen baulichen Maßnahmen und mit niedrigen Kosten
sowohl bereits in der Erstausstattung als auch in der Nachrüstung von
privaten, Büro
und/ oder Geschäftshäusern ein
Kühlsystem
zu installieren. Dieses ist auch unter ästhetischen Gesichtspunkten
vorteilhaft, da keine zusätzlichen
Kühlegeräte in den
zu kühlenden
Räumen
vorgesehen werden müssen.
Je nach Dimensionierung der Hauskühlung ist unter Umständen die
Vorsehung nur eines einzigen Kühlgerätes ausreichend,
es können
jedoch auch mehrere Kühlgeräte vorgesehen werden.
Diese können
vorteilhafterweise weit entfernt von den zu kühlenden Räumen, beispielsweise im Keller
angeordnet sein. Die erfindungsgemäße Hauskühlung schlägt mit einem geringeren Energieaufwand
zu Buche als eine aufwendige Hauskühlung, insbesondere eine solche
bestehend aus mehreren Einzelanlagen. Schließlich ist die erfindungsgemäße Hauskühlung auch
flexibel einrichtbar, beispielsweise kann, soweit eine Brauchwassernutzung gewünscht ist,
hier eine Wärmerückkopplung
vorgesehen werden.