DE20314763U1 - Zerkleinerer - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft einen Zerkleinerer mit einem mit Messern bestückten Rotor, mit einem gegenüber der Drehbewegung des Rotors ortsfest angeordneten, ein bei einem Zerkleinerungsbetrieb des Zerkleinerers mit den Messern des Rotors zusammenwirkendes Messer tragenden und zum Einstellen des Schnittspaltes zwischen den Messern des Rotors und dem statorseitig angeordneten Messer verstellbaren statorseitigen Messerhalter, mit einer zwischen einem Spannwiderlager und dem Messerhalter angeordneten Spanneinrichtung zum reibschlüssigen Festsetzen des Messerhalters in Bezug auf seine Verstellbarkeit und mit einer Stellvorrichtung zum Verstellen des Messerhalters.
- Bekannt ist ein solcher Zerkleinerer aus WO 01/91905 A1. Dieser vorbekannte Zerkleinerer umfasst einen Messerhalter, der um eine parallel zur Drehachse des Rotors verlaufende Schwenkachse verschwenkt werden kann. Der Messerhalter trägt zwei einander zur Drehachse des Messerhalters diametral gegenüberliegende Messer, von denen jeweils eines bei einem Zerkleinerungsbetrieb des Zerkleinerers mit den Messern des Rotors zum Zerkleinern von in dem Zerkleinerer befindlichem Gut zusammenwirkt. Ist ein Messerwechsel vorgesehen, wird der Messerhalter bei diesem vorbekannten Zerkleinerer verschwenkt, um das andere Messer in die Schnittposition zu bringen. Während der Zerkleinerungsvorgang mit diesem weiteren Messer des Messerhalters fortgesetzt wird, kann das andere, aus der Schnittposition herausgebrachte Messer getauscht wer den, das dann wiederum beim nächsten Messerwechsel in die Schnittposition gebracht wird.
- Bei einem Betrieb des Zerkleinerers ist der Messerhalter zur Bereitstellung des notwendigen Spannwiderlagers für die am Rotor befindlichen Messer in Bezug auf die drehbare Verstellbarkeit des Messerhalters festgelegt. Da bei diesem Zerkleinerer eine Schnittspalteinstellung ebenfalls durch Drehen des Messerhalters erfolgt, dient zum Festlegen des Messerhalters eine Spanneinrichtung, mit der der Messerhalter stufenlos festgelegt werden kann. Diese Spanneinrichtung ist nach Art einer Bremse konzipiert, über die das benötigte Brems- bzw. Haltemoment auf den Messerhalter zum Festsetzen desselben ausgeübt wird. Die Spanneinrichtung umfasst mehrere, jeweils durch eine Spannschraube gegeneinander verspannbare Spannkeile und ist somit passiv ausgelegt, so dass bei einem Betrieb des Zerkleinerers die von der Spanneinrichtung auf den Messerhalter wirkenden Haltemomente nicht geändert werden können.
- Zum Verstellen des Messerhalters dient eine hydraulische Stellvorrichtung, von der bei einer gewünschten Verstellung des Messerhaltes ein solches Drehmoment auf den Messerhalter ausgeübt wird, dass die durch die Spanneinrichtung bereitgestellten Haltekräfte überwunden werden. Das von der Spanneinrichtung auf den Messerhalter ausgeübte Haltemoment zum bestimmungsgemäßen Festlegen des Messerhalters ist hoch, um den bei einem Betrieb des Zerkleinerers auftretenden Belastungen standzuhalten. Entsprechend leistungsfähig muss die Stellvorrichtung konzipiert sein, um ein das Haltemoment überschreitendes Drehmoment auf den Messerhalter zum Verstellen desselben ausüben zu können. Eine solche Stellvorrichtung ist nur mit einem hohen Aufwand realisierbar.
- Ausgehend von diesem diskutierten Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, einen eingangs genannten, gattungsgemäßen Zerkleinerer dergestalt weiterzubilden, dass eine Verstellung des Messerhalters auch bei Einsatz einer passiven, ein stufenloses Festlegen des Messerhalters erlaubenden Spanneinrichtung insbesondere mit einem geringeren Kraftaufwand möglich ist.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen eingangs genannten Zerkleinerer gelöst, bei dem durch das Spannwiderlager die zum Fest setzen des Messerhalters notwendige Vorspannung bereitgestellt wird und bei entsprechender Kraftbeaufschlagung das Spannwiderlager eine gewisse elastische Nachgiebigkeit aufweist und dass der Stellvorrichtung eine Haltemomenterniedrigungseinrichtung zum Erniedrigen des durch das Spannwiderlager auf den Messerhalter ausgeübten Halte- bzw. Bremsmomentes zugeordnet ist.
- Dieser Zerkleinerer verfügt über ein Spannwiderlager, das eine gewisse elastische Nachgiebigkeit aufweist. Diese elastische Nachgiebigkeit kann beispielsweise aus der Materialelastizität des Spannwiderlagers selbst und/oder auch durch geeignete Lagerung und durch den Einsatz von Rückstellmitteln bereitgestellt sein. Gleichwohl ist das Spannwiderlager dergestalt konzipiert, dass durch dieses bei gespannter Spanneinrichtung die notwendige Vorspannung und somit das notwendige Halte- bzw. Bremsmoment auf den Messerhalter ausgeübt werden kann. Bei diesem Zerkleinerer umfasst die Stellvorrichtung eine Haltemomenterniedrigungseinrichtung zum Erniedrigen des durch das Spannwiderlager auf den Messerhalter ausgeübten Haltemomentes. Ist eine Verstellung des Messerhalters bei diesem Zerkleinerer gewünscht, wird durch die Haltemomenterniedrigungseinrichtung das von dem Spannwiderlager auf den Messerhalter ausgeübte Halte- bzw. Bremsmoment erniedrigt, so dass infolge dessen die zum Bewegen des Messerhalters zu seiner Verstellung notwendige Kraft entsprechend reduziert ist. Ausgenutzt werden die elastisch nachgiebigen Eigenschaften des Spannwiderlagers, um das von dem Spannwiderlager bereitgestellte Haltemoment durch entsprechende Kraftbeaufschlagung zu erniedrigen, indem durch die Haltemomenterniedrigungseinrichtung die von dem Spannwiderlager auf den Messerhalter wirkende Vorspannung reduziert wird, beispielsweise dadurch, dass auf das Spannwiderlager ein der auf den Messerhalter wirkenden Vorspannung entgegengesetztes Kraftmoment ausgeübt wird. Ein solches Kraftmoment kann beispielsweise hydraulisch bereitgestellt werden. In einem solchen Fall kann die Kontaktfläche des Spannwiderlagers und die daran angrenzende Fläche der Spanneinrichtung oder die daran angrenzende Oberfläche eines der Stellvorrichtung zugeordneten Stellgliedes zum Verstellen des Messerhalters dienen, sollte ein solches Stellglied in dieser Position angeordnet sein. Durch Einbringen einer hydraulischen Flüssigkeit zwischen dem an dem Spannwiderlager anliegendem Element - Messerhalter oder Stellglied – und der daran anliegenden Seite des Spannwiderlagers kann das Spannwiderlager infolge seiner vorbeschriebenen nachgiebigen Eigenschaften von dem Messerhalter geringfügig wegbewegt werden, so dass auf diese Weise das von dem Spannwiderlager auf den Messerhalter ausgeübte Halte- bzw. Bremsmoment erniedrigt ist und eine Verstellung des Messerhalters mit geringerem Kraftaufwand vorgenommen werden kann. Vorteilhaft ist bei dem Einsatz einer solchen Ausgestaltung zudem, dass die Hydraulikflüssigkeit gleichfalls als Gleitmittel wirkt, was weiterhin die zum Verstellen des Messerhalters notwendige Kraft reduziert. Bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei der als Durchgangsbohrungen konzipierte Hydraulikkanäle das ortsfeste Widerlager durchgreifen und an der Spannoberfläche des Spannwiderlagers münden. Für den Fall, dass die Stellvorrichtung zum Verstellen des Messerhalters ebenfalls hydraulisch arbeitend ausgelegt ist, ist es zweckmäßig, sowohl diese als auch die dieser Verstellvorrichtung zugehörige Haltemomenterniedrigungseinrichtung hydraulisch zu betreiben.
- Die vorbeschriebene Ausbildung des verstellbaren Messerhalters kann sowohl für solche Messerhalter eingesetzt werden, die translatorisch oder auch rotatorisch bewegbar sind. Besonders bei solchen Zerkleinerern, die über einen oder auch mehrere rotatorisch verstellbare Messerhalter verfügen, ist die vorbeschriebene Ausgestaltung des Widerlagers und der Haltemomenterniedrigungseinrichtung zweckmäßig einzusetzen. Bei einer solchen Ausgestaltung stellt das Spannwiderlager einen Ringkörper dar. Zur Bereitstellung der gewünschten elastischen Nachgiebigkeit kann der als Spannwiderlager dienende Ringkörper geschlitzt oder mit einer bezüglich seines Durchmessers reduzierten Dehnungszone ausgestattet sein, so dass dieser insgesamt aufweitbar ist, wenn die Haltemomenterniedrigungseinrichtung in Betrieb ist. Ebenso ist es möglich, einen als Spannwiderlager dienenden Ringkörper ohne eine vordefinierte Aufweitzone – wie vorbeschrieben – in der beschriebenen Art und Weise durch Einbringen von hydraulische Flüssigkeit an die das Halte- bzw. Bremsmoment von dem Spannwiderlager übertragende Oberfläche mit entsprechendem Druck einzubringen, wodurch auch ein solcher als Spannwiderlager dienender Ringkörper aufweitbar ist. Zu diesem Zweck ist der als Spannwiderlager dienende Ringkörper in radialer Richtung hinsichtlich der gewünschten Aufweitbewegung frei bewegbar.
- Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen:
-
1 : eine schematisierte Darstellung eines Zerkleinerers mit einem drehbaren statorseitigen Messerhalter, -
2 : eine Schnittdarstellung der Lagerung des statorseitigen Messerhalters der1 bei einem Zerkleinerungsbetrieb des Zerkleinerers und -
3 : eine Darstellung entsprechend2 bei einer Verstellung des statorseitigen Messerhalters. - Ein als Granulator konzipierter Zerkleinerer
1 umfasst einen in einem Rahmen2 drehbar gelagerten motorisch angetriebenen Rotor3 . Der Rotor3 trägt an seiner zylindrischen Umfangsfläche eine Vielzahl einzelner in jeweils einem Messerhalter4 gehaltener Messer5 . Der Rotor3 wird bei einem Zerkleinerungsbetrieb des Zerkleinerers1 in der in1 eingezeichneten Pfeilrichtung angetrieben. Unterhalb des Rotors3 ist ein Lochsieb6 angeordnet, durch das das durch den Zerkleinerer1 in die gewünschte Größe zerkleinerte Gut hindurchtritt. - Der Zerkleinerter
1 umfasst einen statorseitigen Messerhalter7 , der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel zwei einander diametral gegenüberliegende Messer8 ,8' trägt, von denen jeweils eines zum Zerkleinern eines Gutes mit den Messern5 des Rotors zusammenwirkt. In der in1 dargestellten Situation befindet sich das Messer8 in der Schnittposition und stellt das statorseitige Messer dar. Der Messerhalter7 ist um eine parallel zur Drehachse des Rotors3 verlaufende Achse9 schwenkbar. Zum Verschwenken des Messerhalters7 dient eine in den Figuren nicht näher dargestellte hydraulische Stellvorrichtung, mit der ein Drehmoment auf den Messerhalter7 zu seiner Verstellung aufgebracht werden kann. Mit der Stellvorrichtung wird durch entsprechendes Drehen des Messerhalters7 der zwischen den Messern5 und dem jeweiligen in der Schnittposition befindlichen bzw. in die Schnittposition zu bringenden statorseitigen Messer8 oder8' die gewünschte Weite des Schnittspaltes10 eingestellt. Mit dieser Stellvorrichtung kann der Messerhalter7 auch vollständig gedreht werden, damit nach einer Abnutzung des Messers8 das Messer8' in die Schnittposition gebracht werden kann. Das aus der Schnitt position bei einem solchen Messerwechsel herausgebrachte Messer8 bzw.8' kann dann umgesetzt oder gegen ein neues ersetzt werden, während der Zerkleinerer1 unter Verwendung des anderen Messers8' bzw.8 arbeitet. - Der Messerhalter
7 ist endseitig in dem Rahmen2 des Zerkleinerers1 gelagert und im Bereich der Lagerung festgesetzt.2 zeigt die Lagerung des Messerhalters7 im Bereich einer seiner Enden. Der Messerhalter7 verfügt über einen Lagerfortsatz11 . Der Lagerfortsatz11 ist gestuft ausgebildet und durchgreift den Rahmen2 . Der Lagerfortsatz11 umfasst einen zylindrischen Abschnitt12 , dessen zylindrische Mantelfläche mit einem Brems- oder Reibbelag13 beschichtet ist. Konzentrisch den Abschnitt12 des Lagerfortsatzes11 des Messerhalters7 umgebend ist ein Ringkörper14 eines Stellgliedes15 angeordnet. Der Ringkörper14 dient zum Übertragen eines Drehmomentes zum Verstellen des Messerhalters7 . Der Ringkörper14 ist drehmomentschlüssig mit dem Messerhalter7 verbunden. Das Stellglied15 ist Teil der Stellvorrichtung. Über das Stellglied15 ist der Messerhalter7 mittels einer Rasthebelverstellung um seine Schwenkachse9 drehbar. Die zylindrische Umfangsfläche des Ringkörpers14 grenzt an einen ein Spannwiderlager bildenden Spannring16 , der rahmenseitig gehalten ist. Der Spannring16 trägt an seiner zum Ringkörper14 weisenden Innenseite ebenfalls einen Brems- oder Reibbelag17 . Zum Festlegen des Messerhalters7 dient eine insgesamt mit dem Bezugszeichen18 bezeichnete Spanneinrichtung. Die Spanneinrichtung18 umfasst einen mit seiner Flachseite an dem Bremsbelag anliegenden Keilring mit zwei gegeneinander geneigten Keilflächen und einer Vielzahl von Spannschrauben20 mit jeweils zwei auf je einer Keilfläche des Keilrings19 anliegenden Konuskörpern. Beim Spannen der Spannschrauben20 der Spanneinrichtung18 wird die Spanneinrichtung18 aufgeweitet und eine Pressung in radialer Richtung ausgeübt, wodurch der Abschnitt12 des Messerhalters7 reibschlüssig mit dem Ringkörper14 und dem als Spannwiderlager dienenden Spannring16 verbunden wird. Zwischen der radialen Umfangsfläche des Spannrings16 und dem Rahmen2 befindet sich ein Luftspalt21 , so dass grundsätzlich durch ein solches Spannen der Spanneinrichtung18 bei Aufbringen einer entsprechenden Spannkraft der Spannring16 in gewissen Grenzen elastisch nachgiebig reagieren kann. Das zwischen dem Messerhalter7 bzw. seinem Abschnitt12 und dem Spannring16 angelegte Haltemoment ist aus reichend groß, dass bei einem Zerkleinerungsbetrieb des Zerkleinerers1 der Messerhalter7 festgelegt ist und den normalen bei einer Zerkleinerung auftretenden Schneidkräften standhält. Nur eine Überbeanspruchung würde zu einer Verstellung des Messerhalters7 entgegen der in1 gezeigten Pfeilrichtung führen. Somit stellt die beschriebene Festlegung des Messerhalters7 gleichfalls eine Überlastsicherung für den Zerkleinerer1 dar. - Zum Verstellen des Messerhalters
7 , beispielsweise um das Messer8 aus der in1 gezeigten Schnittposition herauszubringen und das Messer8' in die Schnittposition hineinzubringen, dient die vorbeschriebene Stellvorrichtung, die das benötigte Drehmoment über die Rasthebelverstellung letztendlich auf den Ringkörper14 des Stellgliedes15 überträgt. Die Stellvorrichtung ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel hydraulisch arbeitend ausgelegt und verfügt über einen Stellkolben, der die Rasthebelverstellung antreibt. Zum Reduzieren der zum Drehen des Messerhalters7 notwendigen Kraft dient eine hydraulische Haltemomenterniedrigungseinrichtung. Diese ist in den Figuren nicht näher dargestellt. Die Haltemomenterniedrigungseinrichtung ist an den hydraulischen Kreislauf der Stellvorrichtung angeschlossen und somit Teil derselben. Teil der Haltemomenterniedrigungseinrichtung sind in den Spannring16 eingebrachte Durchgangsbohrungen22 als Kanäle für die hydraulische Flüssigkeit (vgl.3 ). Die Durchgangsbohrungen22 sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel radial angeordnet und in nicht näher dargestellter Art und Weise an das hydraulische System angeschlossen, über das die Durchgangsbohrungen22 mit hydraulischer Flüssigkeit beaufschlagt werden können. Der Spannring16 verfügt über seine Umfangsfläche verteilt über mehrere Durchgangsbohrungsanordnungen entsprechend der in3 gezeigten. Zum Reduzieren des Haltemomentes zwischen dem Spannring16 und dem Messerhalter7 , wie dieses bei einem Zerkleinerungsbetrieb des Zerkleinerers1 benötigt wird, werden die Durchgangsbohrungen22 mit hydraulischer Flüssigkeit unter hohem Druck beaufschlagt, so dass die an der das Haltemoment übertragenden Grenzfläche des Spannrings16 mündenden Durchgangsbohrungen22 hydraulische Flüssigkeit in einem Spalt zwischen dem Bremsbelag17 des Spannringes16 und dem Ringkörper14 des Stellgliedes15 eindringt. Dieser durch die hydraulische Flüssigkeit gebildete Gleitspalt ist in3 mit den Bezugszeichen23 gekennzeichnet. In axialer Richtung ist der sich zwischen dem Bremsbelag17 und dem Ringkörper14 einstellende Spalt23 begrenzt, so dass sich bei entsprechendem Druckaufbau der Spannring16 innerhalb seiner Materialelastizitätsgrenzen in radialer Richtung geringfügig aufweitet, wodurch ein dem Haltemoment entgegenwirkendes Moment bereitgestellt worden ist. Folglich ist das letztendlich auf den Messerhalter7 einwirkende Haltemoment reduziert, so dass nunmehr der Messerhalter7 mit einem geringeren Kraftaufwand verstellt werden kann. Zusätzlich bewirkt das Einbringen der Hydraulikflüssigkeit über die Durchgangsbohrungen22 in den Bereich der Grenzfläche zwischen dem Spannring16 bzw. eines Bremsbelages17 und dem drehmomentschlüssig mit dem Messerhalter7 verbundenen Ringkörper14 des Stellgliedes15 eine Schmierung, welches sich ebenfalls in einer Erniedrigung zum Verstellen des Messerhalters7 benötigten Kraft auswirkt. Die vorbeschriebene Maßnahme hat nicht nur eine Reduzierung der zum Verstellen des Messerhalters7 notwendigen Kraft zufolge, sondern vermindert zudem den Verschleiß. Insbesondere kann eine Verstellung sehr rasch durchgeführt werden. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass eine Einstellung des Schnittspaltes10 exakter vorgenommen werden kann. - Zum Einstellen des Schnittspaltes verfügt der Zerkleinerer
1 über einen am Messerhalter7 angeordneten mikromechanischen Beschleunigungsmesser als SensorS , wie dies in1 dargestellt ist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der SensorS an dem Messerhalter7 angeordnet und mit diesem verbunden. Mit dem SensorS kann zum einen der Pegel der bei drehendem Rotor3 über die Messer5 auf das Messer8 bzw.8' des Messerhalters7 induzierten Stöße bei einer Messerberührung erfasst werden. Ferner kann durch Auswerten der von dem SensorS erhaltenen Signale die Berührungsfrequenz ermittelt werden. Der SensorS ist hinsichtlich der Hauptstoßrichtung orientiert angeordnet, damit das in dem Sensor enthaltene Messelement bevorzugt diese Stöße registriert. - Zum Einstellen des Schnittspaltes
10 zwischen den Messern5 des Rotors3 und dem statorseitigen Messer8 befindet sich der Messerhalter7 zunächst in einer Position, die sich entgegen dem Uhrzeigersinn vor der in1 gezeigten Schnittstellung befindet. Beim Drehen des Rotors3 passieren die Messer5 das statorseitige Messer8 , ohne dieses zu berühren. Ein bestimmungsgemäßes Zerkleinerungsergebnis lässt sich jedoch nur erzielen, wenn der Schnittspalt10 möglichst klein ist. Zur Schnittspalteinstellung wird bei drehendem Rotor3 , jedoch ohne in dem Zerkleinerer1 befindliches, zu zerkleinerndes Gut der Messerhalter7 durch Betätigen der in den Figuren nicht dargestellten Stellvorrichtung im Uhrzeigersinn langsam verschwenkt, so dass das Messer8 entsprechend langsam an die durch die rotorseitigen Messer5 beschriebene Bahn herangebracht wird. Sobald das Messer8 von einem der rotorseitigen Messer5 touchiert wird, wird durch diese Berührung ein Stoß in das Messer8 eingeleitet, der wiederum von dem Sensor S erfasst wird. Mit dem Sensor S ist nicht nur das Vorhandensein eines Stoßes sondern auch dessen Pegel ermittelbar. Erst wenn der Pegel der in das Messer8 und somit in den Messerhalter7 induzierten Stöße ein vordefiniertes Maß erreicht hat, ist der Schnittspalt10 im Hinblick auf das gewünschte Zerkleinerungsergebnis optimal eingestellt. Erreicht der erfasste Pegel diesen vorgegebenen Schwellwert, wird systemseitig die Stellvorrichtung ausgestaltet, und zwar unabhängig davon, ob eine die Schnittspalteinstellung vornehmende Person einen Schalter zur Betätigung der Stellvorrichtung betätigt oder nicht. Daher ist in einer bevorzugten Ausgestaltung vorgesehen, den Schalter zum Verstellen des Messerhalters7 für eine Schnittspalteinstellung als Taster zu konzipieren, wobei die Stellvorrichtung durch einen Tasterdruck eingeschaltet wird und selbsttätig bei Erreichen der vorgegebenen Schnittspalteinstellung abschaltet. - Der Sensor
S kann ebenfalls dazu eingesetzt werden, einen Messerverschleiß zu detektieren, da sich in Abhängigkeit von dem zu zerkleinernden Gut die Charakteristik der induzierten Stöße und/oder ermittelten Frequenzen in Abhängigkeit von dem Verschleißgrad des jeweilig in der Schnittposition befindlichen Messers8 bzw.8' ermittelt werden können. Wird sodann über den SensorS ein bestimmter Verschleiß des in der Schnittposition befindlichen Messers8 detektiert, kann die Materialzufuhr automatisch abgeschaltet werden, um einen Messerwechsel vorzunehmen. Nach Abschalten der Materialzufuhr wird zunächst der Zerkleinerer1 noch solange betrieben, bis das in dem Zerkleinerer1 befindliche Material zerkleinert ist. Der Rotor3 wird dann für einen kurzen Moment angehalten, um den Messerhalter7 mit dem Messer8 aus der Schnittposition im Uhrzeigersinn herauszubringen. Bevor das Messer8' des Messerhalters7 in die Schnittposition gebracht wird, wird der Rotor3 erneut in Drehung versetzt, so dass dann die Schnittspalteinstellung – wie oben beschrieben – vorgenommen werden kann. Dieser gesamte Prozess kann selbsttätig gesteuert ablaufen, ohne dass für diesen beschriebenen Messerwechsel Personal benötigt wird. Ist der Schnittspalt eingestellt, wird die Materialzufuhr erneut geöffnet und der Zerkleinerungsvorgang fortgesetzt. - Zur Entscheidungsfindung bei der Schnittspalteinstellung können aus Redundanzgründen auch unterschiedliche Regelgrößen erfasst bzw. ausgewertet werden.
- Ist der Messerhalter
7 in seine bestimmungsgemäße Position gedreht worden, wird die Stellvorrichtung abgeschaltet, wodurch sich ebenfalls der zwischen dem Spannring16 und dem Ringkörper14 aufgebaute hydraulische Druck verringert, die in den Spalt eingebrachte hydraulische Flüssigkeit durch die Durchgangskanäle22 zurückgepresst wird. Der Messerhalter7 ist dann wieder bestimmungsgemäß am Rahmen2 des Zerkleinerers1 festgelegt. - Beschrieben worden ist ein Zerkleinerer, dessen statorseitiger Messerhalter jeweils ein in der Schnittposition befindliches Messer trägt. Anstelle eines einzigen, in der Schnittposition befindlichen Messers kann ebenfalls eine in der Schnittposition befindliche Messeranordnung vorgesehen sein.
- Bezugszeichenliste
- 1
- Zerkleinerer
- 2
- Rahmen
- 3
- Rotor
- 4
- Messerhalter
- 5
- Messer
- 6
- Lochsieb
- 7
- Messerhalter, statorseitig
- 8, 8'
- Messer
- 9
- Achse
- 10
- Schnittspalt
- 11
- Lagerfortsatz
- 12
- Abschnitt
- 13
- Bremsbelag
- 14
- Ringkörper
- 15
- Stellglied
- 16
- Spannring
- 17
- Bremsbelag
- 18
- Spanneinrichtung
- 19
- Keilring
- 20
- Spannschraube
- 21
- Luftspalt
- 22
- Durchgangsbohrung
- 23
- Gleitspalt
- S
- Sensor
Claims (8)
- Zerkleinerer mit einem mit Messern (
5 ) bestückten Rotor (3 ), mit einem gegenüber der Drehbewegung des Rotors (3 ) ortsfest angeordneten, ein bei einem Zerkleinerungsbetrieb des Zerkleinerers (1 ) mit den Messern (5 ) des Rotors (3 ) zusammenwirkendes Messer (8 ,8' ) tragenden und zum Einstellen des Schnittspaltes zwischen den Messern (5 ) des Rotors (3 ) und dem statorseitig angeordneten Messer (8 ,8' ) verstellbaren statorseitigen Messerhalter (7 ), mit einer zwischen einem Spannwiderlager (16 ) und dem Messerhalter (7 ) angeordneten Spanneinrichtung (18 ) zum reibschlüssigen Festsetzen des Messerhalters (7 ) in Bezug auf seine Verstellbarkeit und mit einer Stellvorrichtung zum Verstellen des Messerhalters (7 ), dadurch gekennzeichnet, dass durch das Spannwiderlager (16 ) die zum Festsetzen des Messerhalters (7 ) notwendige Vorspannung bereitgestellt wird und bei entsprechender Kraftbeaufschlagung das Spannwiderlager (16 ) eine gewisse elastische Nachgiebigkeit aufweist und dass der Stellvorrichtung eine Haltemomenterniedrigungseinrichtung zum Erniedrigen des durch das Spannwiderlager (16 ) auf den Messerhalter (7 ) ausgeübten Halte- bzw. Bremsmomentes zugeordnet ist. - Zerkleinerer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemomenterniedrigungseinrichtung hydraulisch arbeitend ausgelegt ist und einen oder mehrere, an der das Haltemoment bereitstellenden Grenzfläche des Spannwiderlagers (
16 ) mündende und an das hydraulische System angeschlossene Durchgangsbohrungen (22 ) als Kanäle umfasst. - Zerkleinerer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannwiderlager (
16 ) ortsfest gegenüber dem Messerhalter (7 ) angeordnet ist und der oder die an das hydraulische System angeschlossenen Kanäle das Spannwiderlager (16 ) durchgreifen. - Zerkleinerer nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemomenterniedrigungseinrichtung eine Hydraulikpumpe zum Antreiben eines hydraulischen Stellkolbens zum Be wegen eines Stellgliedes (
15 ) der Stellvorrichtung und zum Beaufschlagen des oder der Durchgangsbohrungen (22 ) mit hydraulischer Flüssigkeit umfasst. - Zerkleinerer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (
15 ) der Stellvorrichtung einen Ringkörper (14 ) umfasst, der zwischen der Spanneinrichtung (18 ) und dem Spannwiderlager (16 ) angeordnet ist. - Zerkleinerer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Messerhalter (
7 ) zumindest zwei, zweckmäßigerweise mit einem jeweils gleichen Winkelabstand zueinander angeordnete Messer (8 ,8' ) trägt und um eine parallel zur Drehachse des Rotors (3 ) verlaufende Achse (9 ) zum Wechseln des mit den Messern (5 ) des Rotors (3 ) zusammenwirkenden Messers (8 ,8' ) drehbar ist und dass die Stelleinrichtung als Stellglied einen konzentrisch zur Schwenkachse (9 ) des Messerhalters (7 ) angeordneten Ringkörper (14 ) umfasst, durch das der Messerhalter (7 ) mittels einer Rasthebelverstellung um seine Schwenkachse (9 ) gedreht werden kann. - Zerkleinerer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinrichtung zum Festsetzen des Messerhalters (
7 ) in radialer Richtung wirkend angeordnet ist. - Zerkleinerer nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannwiderlager (
16 ) ein das Stellglied (14 ) konzentrisch umgebender Ringkörper ist, der bei einer Beaufschlagung durch die Haltemomenterniedrigungseinrichtung innerhalb seiner Materialelastizitätsgrenze aufgeweitet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE20314763U DE20314763U1 (de) | 2003-09-22 | 2003-09-22 | Zerkleinerer |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE20314763U DE20314763U1 (de) | 2003-09-22 | 2003-09-22 | Zerkleinerer |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE20314763U1 true DE20314763U1 (de) | 2003-12-11 |
Family
ID=29762429
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE20314763U Expired - Lifetime DE20314763U1 (de) | 2003-09-22 | 2003-09-22 | Zerkleinerer |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE20314763U1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2251085A2 (de) * | 2009-05-11 | 2010-11-17 | Pallmann Maschinenfabrik Gmbh + Co. Kg | Vorrichtung zum Bearbeiten von Aufgabegut mit einem Rotor-Stator-System |
-
2003
- 2003-09-22 DE DE20314763U patent/DE20314763U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2251085A2 (de) * | 2009-05-11 | 2010-11-17 | Pallmann Maschinenfabrik Gmbh + Co. Kg | Vorrichtung zum Bearbeiten von Aufgabegut mit einem Rotor-Stator-System |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| R207 | Utility model specification |
Effective date: 20040122 |
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| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20060824 |
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| R081 | Change of applicant/patentee |
Owner name: AMNI MASCHINENBAU GMBH, DE Free format text: FORMER OWNER: AMNI MASCHINENBAU GMBH,IGOR PLAHUTA, , DE Effective date: 20081013 Owner name: AMNI MASCHINENBAU GMBH, DE Free format text: FORMER OWNER: IGOR PLAHUTA,UDO BECKER, , DE Effective date: 20080822 Owner name: NEW VIEW S.L., ES Free format text: FORMER OWNER: AMNI MASCHINENBAU GMBH,IGOR PLAHUTA, , DE Effective date: 20081013 Owner name: NEW VIEW S.L., ES Free format text: FORMER OWNER: IGOR PLAHUTA,UDO BECKER, , DE Effective date: 20080822 |
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| R151 | Utility model maintained after payment of second maintenance fee after six years |
Effective date: 20090923 |
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| R152 | Utility model maintained after payment of third maintenance fee after eight years | ||
| R152 | Utility model maintained after payment of third maintenance fee after eight years |
Effective date: 20110919 |
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| R071 | Expiry of right | ||
| R071 | Expiry of right | ||
| R082 | Change of representative |
Representative=s name: HAVERKAMP PATENTANWAELTE PARTG MBB, DE |