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Beschreibung
Maschinenraumlose Anordnung einer Aufzugsmaschine in Langbauweise
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Die Erfindung betrifft eine maschinenraumlose Anordnung einer Aufzugsmaschine in Langbauweise, bestehend aus mindestens einem getriebefreien Aufzugsmotor, einer Treibscheibe, einem Bremsensystem, einer Maschinenkonsole und einer unterhalb an der Maschinenkonsole befestigten Gegenscheibe zur doppelten Umschlingung der Treibscheibe mit Tragseilen.
Maschinenraumlose Anordnungen von Aufzugsmaschinen sind an sich bekannt. Bei einer Anordnung nach DE 200 21 886 Ul ist eine Antriebseinheit, deren axiale Länge größer ist als ihr Durchmesser, auf zwei zusätzliche, parallel beabstandete Träger montiert, die mit ihren Enden in die oberen Schachtwänden eingelassen oder auf Wandkonsolen aufgelagert sind. Dies erfordert eine aufwendige Justierung nach dem Einbau. Nach einer Ausgestaltung ist ein Träger derart parallel zu sich selbst verschieblich, dass die Antriebseinheit bei der Montage oder Demontage zwischen den beiden Träger hindurch bewegbar ist. Nach einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen werden, die Antriebseinheit auf Träger und/ oder eine Platte zu montieren und diese an den oberen Enden der Führungsschienen des Fahrkorbes und/ oder der Gegenlast anzuordnen. Es sind hierfür zusätzliche Träger und/ oder eine Platte erforderlich und die Antriebseinheit lässt sich nicht mehr nach dem Aufstellen der Führungsschienen installieren. Der Fahr-0 korb und die Gegenlast sind beiderseits der Treibscheibe unmittelbar angehängt. Auch handelt es sich um einen Aufzug in Rucksackbauweise. In dieser Bauweise bilden die Fahrkorb- und Gegenlastführungsschienen bzw. -führungsflächen in der Draufsicht Eckpunkte eines flachen Trapezes oder Rechteckes aus, 5 weshalb die Montage der Antriebseinheit über oder zwischen den Schienen erfolgen muss. Bei einer Rucksackbauweise wirken
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aufgrund der außermittigen Aufhängung des Fahrkorbes wesentlich größere Kräfte auf die Schienen und den Fahrkorbrahmen.
Nach DE 197 12 646 Al ist eine Motor-Getriebe-Antriebseinheit auf einem höhengleich und einstückig mit dem Etagenboden der obersten Haltestelle in den Schacht hineinragenden Betonsockel angeordnet. Der Nachteil ergibt sich durch den auskragenden Betonsockel.
Gemäß 101 49 610 Al ist ein getriebe- und gegenscheibenloser Antrieb auf einer Antriebstraverse montiert, welche ausschließlich an den oberen Enden der Aufzugsführungsschienen für die Kabine befestigt ist. Das am Antrieb entstehende Gegenmoment wird durch Schienenbügel kompensiert, die unmittelbar unterhalb der Antriebstraverse angeordnet sind und an den parallel zu den Kabinenschienen laufenden Gegenlastschienen befestigt sind.
Aus EP 0 686 594 Bl ist eine Einbaueinrichtung für einen Aufzugsmotor mit einem Paar Aufzugsschienen und einem Paar Gegenlastschienen bekannt, wobei der Aufzugsmotor mit einem Gestell verbunden ist, das wiederum mit wenigstens einem Paar der zwei Paare von Gegenlast- und Fahrkorbschienen durch zwischenangeordnete geformte Bleche verbunden ist. 25
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen getriebelosen Aufzugsmaschine in Langbauweise und angebauter Gegenscheibe für Aufzüge mit mittiger Fahrkorbaufhängung 2:1 mit losen Rollen platzsparend und aufwandsarm maschinenraumlos an ohne-0 hin vorhandenen Führungsschienen und damit ohne Justage des Aufzuges in der Weise zu installieren, dass die vorhandenen Seilkräfte möglichst keine Momente auf die Schienen erzeugen und der Aufwand an Montagezeit und -material minimiert ist.
Die Erfindung wird gelöst durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Weiterentwicklungen geben die abhängigen Ansprüche an.
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Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass eine langbauende Aufzugsmaschine, ausgehend von einem Paar Fahrkorbschienen und einem Paar hierzu im Winkel über Eck stehenden Gegenlastschienen, mit Hilfe der äußeren Gegenlastschiene und der inneren Fahrkorbschiene direkt und statisch definiert befestigt werden kann, wobei in vorteilhafter Weise die vertikalen Seilkräfte so auf die Schienen wirken, dass die Schwerelinie der vertikal angreifenden Seilkräfte durch die Querschnitte der Schienenprofile läuft. Unter langbauend soll dabei eine Aufzugsmaschine im Sinne der Erfindung verstanden werden, deren Länge größer ist als ihr Durchmesser und damit größer als die lichte Weite zwischen den genannten Schienen. Im Vergleich zum Durchmesser der Aufzugsmaschine und der Treibscheibe zeichnen sich langbauende Aufzugsmaschinen bei vergleichbarer Nennlast durch ein kleines Trägheitsmoment aus. Außerdem halbiert sich das abverlangte Drehmoment bei einer gewählten 2:1-untersetzten Fahrkorbaufhängung. Langbauende Aufzugsmaschinen lassen sich aufgrund ihrer geringen Bauhöhe besser im Schachtkopf unterbringen als beispielsweise Scheibenantriebe. Außerdem ergibt sich eine sehr einfache Montage der Aufzugsmaschine vom Schachtinneren aus, oder von außen selbsttragend oder auf einem Hilfsträger. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass Aufzugsantriebe für Fahrkörbe mit geringer Fahrkorbtiefe günstiger platzierbar sind.
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Die zugehörige Figur zeigt schematisiert die Anordnung einer selbsttragenden Aufzugsmaschine im oberen 0 Schachtbereich in der Seitenansicht und in der Draufsicht.
In einem Aufzugsschacht, von dem nur eine Seitenwand 1 symbolisch angedeutet ist, sind Schienen 2 (2a, 2i) für die Führung eines lediglich strichliniert dargestellten Fahrkorbs 13 und Schienen 3 (3a, 3i) für die Führung einer nicht näher dargestellten Gegenlast montiert. Beide Gegenlastschienen 3a, 3i sind im selben Abstand zur Seitenwand 1 angeordnet, wo-
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durch die Gegenlast parallel zur Seitenwand 1 geführt ist. Die Schienen 2, 3 sind von oben gesehen über Eck und im Beispiel rechtwinkelig zueinander angeordnet. Somit bildet eine gedachte Fluchtlinie durch die Fahrkorbschienen 2a, 2i mit der Seitenwand 1 einen rechten Winkel. Es kann aber auch ein vom rechten Winkel abweichender Winkel vorhanden sein. Die Fahrkorbschiene 2i hat zu den Gegenlastschienen 3a und 3i einen unterschiedlichen Abstand bezüglich der Seitenwand 1, und zwar ist der Abstand der Gegenlastschienen 3a, 3i zur Seitenwand 1 geringer als der Abstand der inneren Fahrkorbschiene 2i zur Seitenwand 1. Das bedeutet, dass die innere Fahrkorbschiene 2i im Eck vor einer gedachten Fluchtlinie durch die Gegenlastschienen 3a, 3i angeordnet ist.
In der Seitenansicht sind die Fahrkorbschiene 2i und die beiden Gegenlastschienen 3a, 3i zeichnerisch dargestellt, in der Draufsicht sind die beiden Fahrkorbschienen 2a, 2i zu sehen. Die in dieser Ansicht nicht sichtbaren Gegenlastschienen 3a, 3i sind zur Verdeutlichung gestrichelt dargestellt. Sie sind 0 kürzer als die Fahrkorbschienen 2a, 2i, wobei die innere Gegenlastschiene 3i im Vergleich zur äußeren Gegenlastschiene 3a nochmals eingekürzt ist. Die Schienen 2i, 3i werden als innere Schienen bezeichnet, weil sie im gedachten Eck, den die Schienen 3a, 3i, 2i, 2a bilden, innen liegen, während die so bezeichneten äußeren Schienen 2a, 3a an den Enden des gedachten Ecks liegen. Die Schienen 2a, 2i, 3a, 3i weisen üblicherweise Spezialprofile in T-, L- oder Spezial-Form für Führungs- und Stabilisierungsaufgaben auf. Die Fahrkorbschienen 2a, 2i sind an ihren oberen Enden zur Seitenwand 1 hin 0 schwingungssicher abgestützt.
Eine Aufzugsmaschine 4 in Langbauweise, bestehend aus mindestens einem getriebefreien Aufzugsmotor 4a, einer Treibscheibe 4b, einem Bremsensystem 4c, einer Maschinenkonsole 4d und ei-5 ner von unten an die Maschinenkonsole 4 geschraubte Gegenscheibe 4e, ist im Beispiel im oberen Bereich der Schienen 2a, 2b, 3a, 3b in waagerechter Position und parallel oder
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schräg zur Seitenwand 1 so angeordnet, dass die Aufzugsmaschine 4 einerseits auf der äußeren, eingekürzten Gegenlastschiene 3a ruht und andererseits an der inneren Fahrkorbschiene 2i befestigt ist und ragt teilweise über die Projektionslinie der Fahrkorbkante des Fahrkorbs 13. Die Aufzugsmaschine 4 ragt außerdem bedarfsweise über die senkrechte Fluchtlinie, welche die Außenkontur der äußeren Gegenlastschiene 3a vorgibt. Hierdurch wird für Aufzugsmaschinen 4, deren Baulänge größer ist als der lichte Raum zwischen den Schienen 3a, 2i, die Schienenmontage unter der Bedingung möglich, dass in vorteilhafter Weise die Schwerelinie 14 der Summe der angreifenden vertikalen Kräfte der Tragseile durch die Querschnitte der Schienen 2i und 3a geht. Dies bewirkt, dass die Schienen 2i, 3a im wesentlichen nur senkrecht, also in Schienenlängsachse, belastet werden und nicht auf Biegung oder Torsion und demzufolge relativ schlank und damit materialarm gehalten werden können. Der Kräfteschwerpunkt der Summe der angreifenden vertikalen Tragseilkräfte befindet sich beispielsweise am Punkt F, der die Mitte der angreifenden vertikalen Kräfte markiert. Durch eine Nachrüstung von Fahrkörben unterschiedlicher Massen, durch die unterschiedlichen Beladungszustände zwischen voll und leer und durch die Beschleunigungskräfte für beide Drehrichtungen der Aufzugsmaschine 4 verschiebt sich der Schwerpunkt F allerdings innerhalb desjenigen Bereichs, den die Querschnitte der Schienenprofile 2i, 3a vorgeben. In der Draufsicht ist dieser Bereich sowie seine Mitte strichliniert dargestellt.
Die Tragseilkräfte werden in das nicht näher dargestellte 0 Fundament einer Schachtgrube abgeleitet. Es ist aber auch möglich, die Summe der angreifenden vertikalen Kräfte der Tragseile über eine nicht dargestellte Stützkonstruktion auf eine oder mehrere Seitenwände des Schachtes abzuleiten.
5 Die Aufzugsmaschine 4 ist dank ihrer integrierten Maschinenkonsole 4d selbsttragend unmittelbar zwischen den beiden Schienen 2i, 3a angeordnet, das heißt, es gibt zwischen der
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inneren Fahrkorbschiene 2i und der äußeren Gegenlastschiene 3a keine sonstige mechanische Verbindung. Der Aufzugsmaschine 4 übernimmt somit materialsparend die Funktion einer Verbindungstraverse zwischen den Schienen 2i, 3a. Dies ist in der Seitenansicht schematisch dargestellt.
Zur Befestigung der Aufzugsmaschine 4 an der inneren Fahrkorbschiene 2i ist ein Lagerbock 6 drehsteif über eine Drehmomentenstütze 9 an dieser inneren Fahrkorbschiene 2i befestigt. Der Lagerbock 6 besteht in bekannter Weise aus einer an die innere Fahrkorbschiene 2i geschraubten Trägerkonstruktion.
Zwecks Aufnahme der vertikalen und horizontalen Kräfte, letztere werden durch das Drehmoment der Aufzugsmaschine 4 erzeugt, ist eine elastische Lagerung der Aufzugsmaschine 4 auf dem Lagerbock 6 vorgesehen. Hierzu dient eine Gummibeilage 8 als Dämpfungselement. Die Drehmomentenstütze 9 befindet sich neben der inneren Fahrkorbschiene 2i, wobei Gummibeilagen 10, 11 für eine elastische Befestigung zur inneren Fahrkorbschiene 2i und zur Aufzugsmaschine 4 sorgen.
Auf der Oberkante der äußeren Gegenlastschiene 3a ist ein Lagerbock 5 befestigt. Unter Zwischenschaltung einer Gummibeilage 7 ruht die Maschinenkonsole 4d der Aufzugsmaschine 4 direkt auf diesem Lagerbock 5 auf und kann diesen bedarfsweise seitlich überragen.
Der Fahrkorb und die Gegenlast sind über einen nicht näher dargestellten Satz von Tragseilen miteinander verbunden. Zur Erhöhung des Umschlingungswinkels laufen die Tragseile von unten kommend über die Treibscheibe 4b, weiter um die Gegenscheibe 4e und nochmals zurück zur Treibscheibe 4b, umschlingen diese abermals und laufen erst dann wieder nach unten. Ein großer Umschlingungswinkel ist insbesondere bei Treibscheiben kleineren Durchmessers zur Erhöhung der Treib- bzw. Bremskraft bedeutsam. Eine kleine Treibscheibe hat den Vor-
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teil, dass das Antriebsmoment klein ist und dünnere Seile gewählt werden können. Mit der Wahl mehrerer dünner Seile steigt zugleich die Betriebssicherheit. Außerdem verringert sich die fiktive Flächenpressung zwischen den Seilen und der Treibscheibe aufgrund der vergrößerten Seiloberfläche.
Die Gegenscheibe 4e läuft in einem Halter 4f, der von unten an die Maschinenkonsole 4d der Aufzugsmaschine 4 geschraubt ist. Ein Ende des Tragseilsatzes ist in einer Aufhängung 12 aufgehängt. Die Aufhängung 12 wird zweckmäßigerweise an der Unterseite der Maschinenkonsole 4d der Aufzugsmaschine 4 realisiert .
Von großem Vorteil ist, dass die Montage der Aufzugsmaschine 4 bei fest eingebauten Schienen 2a, 2b, 3a, 3b vom Inneren des Schachtes aus oder von außen erfolgen kann. Hierzu braucht die Aufzugsmaschine 4 lediglich auf die Lagerböcke 5, 6 gesetzt werden.
0 Die vorhandenen Freiräume zwischen der Aufhängung 12 für die Tragseile und dem Halter 4f für die Gegenscheibe 4e sowie zwischen der Seitenwand 1 des Schachtes, der inneren Fahrkorbschiene 2i und der inneren Gegenlastschiene 3i können in vorteilhafter Weise für periphere Einrichtungen genutzt werden, wie beispielsweise einen Klemmkasten, einen Umrichter, ein Bremssteuerungsgerat und/ oder eine Fremdlüftungseinrichtung.
Die Maschinenkonsole 4d kann mit oder ohne vormontierte Ge-0 genscheibe 4e auch zunächst separat an den Schienen 2i, 3a befestigt werden. Sie bildet aber im Endmontagezustand mitsamt der Gegenscheibe 4e einen integrierten Bestandteil der Aufzugsmaschine 4.
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Bezugszeichen:
1 Seitenwand eines Schachtes
2 Fahrkorbschienenpaar
2a äußere Fahrkorbschiene
2i innere Fahrkorbschiene
3 Gegenlastschienenpaar 3a äußere Gegenlastschiene 3i innere Gegenlastschiene
4 Aufzugsmaschine
4a getriebeloser Aufzugsmotor der Aufzugsmaschine
4b Treibscheibe der Aufzugsmaschine
4c Bremsensystem der Aufzugsmaschine
4d Maschinenkonsole der Aufzugsmaschine
4e Gegenscheibe der Aufzugsmaschine
4f Halter für die Gegenscheibe 5, 6 Lagerböcke
7, 8 Gummibeilagen
9 Drehmomentenstütze
10, 11 Gummibeilagen
12 Aufhängung für Tragseile
13 Fahrkorb
14 Schwerelinien-Bereich
F KräfteSchwerpunkt