LEMCKE · BROMMER S. PARTNER
PATENTANWÄLTE
BISMARCKSTR. IS · D-751 33 KARLSRUHE
29. Juli 2003 19 933 (Ka/be/kw)
Oxy-Dry Maschinen GmbH
Boschring 19
63329 Egelsbach
Ansteuerbare Bremsvorrichtung für Leitwalzen einer Rollendruckmaschine
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LEMCKE · BROIVlMER
PATENTANWÄLTE
PARTNER
BISMARCKSTR. 1&bgr; ■ D-761 33 KARLSRUHE
29. Juli 2003 19 933 (Ka/be/kw)
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine ansteuerbare Bremsvorrichtung für Leitwalzen einer Rollendruckmaschine nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.
Durch gestiegene Anforderungen an die Druckqualität von Rollendruckmaschinen sowie durch die tendenziell immer mehr zunehmenden Druckgeschwindigkeiten ist es unabdingbar, dass neben den unmittelbar am Druck beteiligten Zylindern einer Rollendruckmaschine auch zumindest diejenigen Leitwalzen, die mit der frisch bedruckten Bedruckstoffbahn in Kontakt kommen, regelmäßig von Verunreinigungen befreit werden. Solche Verunreinigungen bestehen insbesondere aus anhaftenden Druckfarbenresten, Papierstaub und ausgerupften Papierfasern, die sich auf den Leitwalzenoberflächen ansammeln und die Druckqualität kontinuierlich verschlechtern.
Da bei den Leitwalzen in der Regel nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht und die Anzahl der Leitwalzen im Vergleich zu den unmittelbar am Druck beteiligten Zylindern sehr hoch ist, ist es in aller Regel nicht praktikabel, jeder Leitwalze ein bei Druckzylindern bekanntes, automatisiertes Waschgerät zuzuordnen. Stattdessen wird die Reinigung der Leitwalzen traditionell von Hand durchgeführt, und zwar derart, dass eine Bedienperson die Bedruckstoffbahn mit Reinigungsflüssigkeit besprüht und die Bedruckstoffbahn dann langsam durch die Druckmaschine laufen lässt, wobei sie dann, wenn der befeuchtete Abschnitt der Bedruckstoffbahn über eine Leitwalze läuft, diese Leitwalze von Hand abbremst. Hierdurch wird ein Schlupf zwischen der Leitwalzenoberfläche und der Bedruckstoffbahn erzeugt; das mit der Bedruckstoffbahn an die Leitwalzenoberfläche herangeführte Reinigungsmittel löst die Verschmutzung und die Bedruckstoffbahn wischt die betreffende Leitwalze sauber.
Die Patentschrift US 4,781,116 zeigt eine Vorrichtung, die diese seit langem übliche Vorgehensweise bei Druckmaschinen mit Papierbahnen automatisiert: Die dort gezeigte Anordnung umfasst eine vor den zu reinigenden Leitwalzen angeordnete Auftragsvorrichtung, die mittels einer Tauchwalze Reinigungsflüssigkeit aus einer Wanne entnimmt und einer Übertragungswalze aufgibt, welche ihrerseits mit der Papierbahn in Kontakt steht und die mitgeführte Reinigungsflüssigkeit auf diese überträgt. Die Papierbahn transportiert die aufgebrachte Reinigungsflüssigkeit zu den zu reinigenden Leitwalzen, die ihrerseits mit Antriebsmotoren versehen sind, welche zum Erzeugen eines Schlupfs zwischen der Papierbahn und der Leitwalzenoberfläche an die entsprechenden Leitwalzen gekoppelt werden.
In der Patentschrift US 5,080,015 ist dieses Prinzip der Leitwalzenreinigung weiter entwickelt worden. Hier werden die Leitwalzen zum Erzeugen des notwendigen Schlupfs einfach abgebremst, während der Auftrag der Reinigungsflüssigkeit auf die Papierbahn mittels Sprühdüsen erfolgt.
Die EP 1 125 740 A1 der Anmelderin betrifft ebenso ein derartiges Verfahren zur Reinigung von Leitwalzen, wobei dort der Auftrag von Reinigungsflüssigkeit auf die Bedruckstoffbahn modifiziert ist. Der Auftrag erfolgt nach dem Badprinzip, wobei die Bedruckstoffbahn die Reinigungsflüssigkeit selbst aufnimmt, in dem sie -je nach Art des verwendeten Bedruckstoffs - sich mit Reinigungsflüssigkeit voll saugt oder aufgrund von Adhäsionskräften und Oberflächenspannungseffekten einen an ihrer Oberfläche haftenden Flüssigkeitsfilm mitnimmt.
Damit das bekannte Verfahren der Leitwalzenreinigung mit bedarfsweisem Abbremsen der Leitwalzen automatisch oder automatisiert erfolgen kann, müssen die entsprechenden Leitwalzen mit ansteuerbaren Bremsvorrichtungen ausgerüstet werden. Da Rollendruckmaschinen üblicherweise eine Vielzahl von pneumatisch bewegten Teilen aufweisen, bietet es sich an, auch die den Leitwalzen zugeordneten Bremsvorrichtungen mittels Druckluft zu betätigen. Der übliche Aufbau einer solchen Bremsvorrichtung besteht im wesentlichen aus einem Gehäuse, mindestens einer darin befindlichen Kolben-Zylinder-Einheit, einer Druckmittelzuführung für die Einleitung von Druckmittel in die Kolben-Zylinder-
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Einheit, einem schaltbaren Ventil für das Druckmittel und einem im Gehäuse geführten, von der Kolben-Zylinder-Einheit bewegbaren Bremsschuh zum Erzeugen eines Reibkontaktes mit der Leitwalzenoberfläche.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zu Grunde, eine solche ansteuerbare Bremsvorrichtung hinsichtlich ihrer Ersetzbarkeit zu verbessern und hierdurch Kostenvorteile bei der Realisierung einer Leitwalzenreinigungseinrichtung der oben genannten Art zu schaffen.
Diese Aufgabe ist durch eine Bremsvorrichtung mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung sind in den Schutzansprüchen 2 bis 22 niedergelegt.
Der Bremsschuh einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung besteht also im wesentlichen aus einem relativ zur Leitwalzenoberfläche konkav geformten oder gabelförmig ausgebildeten Halteteil und zwei jeweils in den Endbereichen des konkaven Bogens oder der beiden Gabelteile des Halteteils angeordneten Bremsbelagstücken. Hierbei ist die Geometrie der Bremsbelagstücke und des Halteteils so gewählt, dass Leitwalzen mit unterschiedlichen Durchmessern zwischen einem Minimaldurchmesser und einem Maximaldurchmesser von den Bremsbelagstücken kontaktierbar sind, ohne dass das Halteteil in Kontakt mit der Leitwalzenoberfläche gerät.
Mit dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Bremsschuhs ist also ein und dieselbe Bremsvorrichtung für unterschiedliche Leitwalzen mit verschiedenen Durchmessern verwendbar. Es liegt auf der Hand, dass hierdurch beträchtliche Kosteneinsparungen zu erzielen sind, und zwar sowohl bei der Erstausrüstung einer Rollendruckmaschine mit einer Leitwalzenreinigungseinrichtung, als auch bei der Fertigung und Lagerhaltung der Verschleißteile.
Die erfindungsgemäße Geometrie des Halteteils mit seinen Bremsbelagstücken wird zum einen dadurch erreicht, dass die Biegung oder Gabelung des Halteteils genügend ausgeprägt ist, um auch bei Leitwalzen mit kleinerem Durchmesser genügend Freiraum zwischen den beiden Bremsbelagstücken zu bieten, und
zum anderen durch eine dicke Ausbildung der Bremsbelagstücke, damit sich diese durch entsprechendes Abschleifen während des Betriebs an die Oberflächenform der entsprechenden Leitwalze anpassen können, und zwar insbesondere auch dann, wenn Leitwalzen mit größerem Durchmesser abgebremst werden sollen.
Vorzugsweise ist das Gehäuse der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung durch einen Grundkörper gebildet, der das Halteteil führt, d.h. in Umfangs- bzw. Bewegungsrichtung der Leitwalzenoberfläche und entgegen derselben abstützt, sowie aus zwei an den Stirnseiten des Halteteils angeordneten, auswechselbaren Abdeckungen. Diese beiden Abdeckungen befinden sich in Axialrichtung der Leitwalze rechts und links neben dem Bremsschuh und decken diesen bis möglichst nahe an die Leitwalzenoberfläche ab. Die Auswechselbarkeit dieser Abdeckungen ist im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Verwendbarkeit der Bremsvorrichtung für Leitwalzen mit unterschiedlichen Durchmessern besonders vorteilhaft, da die untere Kontur der beiden Abdeckungen aus Arbeitssicherheitsgründen der Kontur der Leitwalzenoberfläche entsprechen und daher konkav ausgebildet sein muss, so dass das Gehäuse weniger als einen Finger breit an die Leitwalze herangeführt werden kann. Durch einen simplen Austausch von zwei Abdeckblechen kann diese Anpassung an unterschiedliche Leitwalzendurchmesser bei einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung leicht, schnell und kostengünstig vorgenommen werden, so dass insofern auch die erforderliche Arbeitssicherheit gegeben ist.
Der Grundkörper des Gehäuses wird vorzugsweise als Gussteil hergestellt, beispielsweise als Zinkdruckguss-Teil. Dies verleiht dem Gehäuse eine hohe Stabilität, was wegen der Einleitung der Bremskräfte über den Bremsschuh notwendig ist.
Das Gehäuse der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung ist vorzugsweise mittels einer klemmenden Halterung an einem stirnseitigen Zapfen der Leitwalze befestigt. Zur Anpassung der Bremsvorrichtung an Leitwalzen unterschiedlicher Durchmesser ist es vorteilhaft, wenn diese Halterung mittels eines Distanzstücks verlängerbar ist, um den radialen Abstand des Gehäuses von der Achse der Leitwalze an unterschiedliche Leitwalzendurchmesser anpassen zu können.
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Auch diese Ausbildung der Halterung als „Baukastensystem" ermöglicht die schnelle, leichte und kostengünstige Anpassung der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung an einen weiten Bereich an verschiedenen Durchmessern von Leitwalzen.
Die eben genannte klemmende Halterung kann zwei Klemmstücke zum Befestigen am Leitwalzenzapfen umfassen, wobei die Klemmstücke zum gegenseitigen Befestigen mit unverlierbaren Schrauben versehen sind. Gerade in der unübersichtlichen Einbausituation bei großen Rollendruckmaschinen ist es sehr wichtig, keine harten Teile wie insbesondere Schrauben zu verlieren, da diese erhebliche Schäden an beweglichen Teilen der Druckmaschine verursachen können und daher zeitaufwändig unter Produktionsstillstand gesucht werden müssten.
Die Schrauben können hierbei mit zylindrischen Schraubenköpfen versehen sein, welche in den beiden Klemmstücken in konischen Bohrungen sitzen. Hierdurch ergibt sich eine Selbstzentrierung der Schrauben beim Eindrehen sowie ein höherer Anpressdruck des Schraubenkopfs auf der Klemmstückoberfläche, der unter Sicherheitsaspekten erwünscht sein kann.
Die beiden Klemmstücke einer solchen Halterung können mit einer zum Leitwalzenzapfen orientierten Nut zum Einsetzen eines Adapterstücks versehen sein, mit welchem der Innendurchmesser der von den Klemmstücken umfassten Öffnung verkleinert werden kann. Die mit den beiden Klemmstücken versehene Halterung kann dann also durch einfaches Einsetzen von - vorzugsweise zwei Adapterstücken auch an unterschiedliche Zapfendurchmesser der Leitwalzenzapfen angepasst werden.
Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die Bremsbelagstücke in Zweikomponenten-Spritzgusstechnik direkt auf dem Halteteil hergestellt werden. Hierdurch ist es möglich, die Bremsbelagstücke durch eine gegebenenfalls hinterschnittene Verzahnung nicht nur kraftschlüssig, sondern auch formschlüssig am Halteteil anzubringen. Dies ist auf dem vorliegenden technischen Gebiet deshalb besonders wichtig, da die Bremsbelagstücke aus ölbeständigem Material bestehen müssen, welches sich in aller Regel schlecht kleben oder verschweißen lässt.
Weitere besondere Vorteile ergeben sich, wenn das Halteteil des Bremsschuhs mit linsen- oder kugelförmigen Kontaktstellen zum Herstellen einer schwimmenden Gleitlagerung im Gehäuse versehen ist. Der Bremsschuh kontaktiert die Innenseite des Gehäuses dann also nahezu punktförmig, wobei wegen der linsen- oder kugelförmigen Ausbildung der Kontaktstelle eine gegebenenfalls notwendige leichte Kippbewegung des Bremsschuhs in alle Richtungen möglich wird, so dass ein Verkanten des Bremsschuhs im Gehäuse ausgeschlossen ist.
Eine weitere konstruktive Vereinfachung der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung betrifft die Anbindung des Bremsschuhs an den Kolben der Kolben-Zylinder-Einheit: Vorzugsweise ist der Kolben endständig mit einem Teller versehen, während der Bremsschuh ein auf den Teller aufschiebbares, passendes Federteil aufweist. Die beiden Teile müssen also lediglich ineinander gesteckt werden, was bei der Erstherstellung der Bremsvorrichtung sowie beim Ersetzen von Verschleißteilen höchst vorteilhaft ist.
Eine weitere konstruktive Vereinfachung ergibt sich, wenn der Zylinder der Kolben-Zylinder-Einheit direkt in das Gehäuse eingeformt ist. Dies ist dann, wenn das Gehäuse einen Spritzguss-Grundkörper enthält, besonders einfach in den erforderlichen Toleranzen zu fertigen. Ein separater Zylinder für den Kolben entfällt; es muss dann nur noch der Kolben in die den Zylinder bildende Kolbenführung eingesetzt werden. Auch die Druckmittelzuführung kann so vereinfacht werden, indem Kanäle in das Gehäuse eingeformt sind. Der Anschluss dieser Kanäle an den Druckmittelzylinder ergibt sich so von alleine, wodurch zusätzliche Dichtungsmaßnahmen bei der Einleitung des Druckmittels in den Zylinder vorteilhafterweise entfallen können. Da in aller Regel zwei Kolben-Zylinder-Einheiten vorhanden sein werden, wirkt sich diese Vereinfachung doppelt aus.
Weitere konstruktive Vereinfachungen ergeben sich, wenn das Gehäuse mit einem Anschluss für einen Druckmittelschlauch zum Einleiten des Druckmittels in die eben genannten Kanäle versehen ist, welcher Anschluss mit einem Wellrohr versehen ist, durch welches der Druckmittelschlauch verläuft. Dieses Wellrohr kann mittels eines Halteelements, das in ein Wellental des Wellrohrs formschlüssig eingreift, festgelegt werden, während das Halteelement einfach an das
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Gehäuse angeschraubt werden kann. Vorzugsweise verläuft auch ein Stromkabel zum Ansteuern des schaltbaren Ventils für die Druckmittelzuführung durch das selbe Wellrohr.
Vorteilhafterweise sind dabei der Druckmittelschlauch und das Wellrohr im Bereich des Anschlusses für den Druckmittelschlauch nicht koaxial angeordnet, so dass genügend Platz für das Stromkabel im Wellrohr bleibt, ohne das Wellrohr über Gebühr in seinem Durchmesser vergrößern zu müssen. Ein nicht-koaxialer Verlauf des Druckmittelschlauchs und des Stromkabels im Wellrohr nutzt dessen Innenquerschnitt besser aus.
Im Bereich des Anschlusses für den Druckmittelschlauch kann eine in das Gehäuse eingeformte Halteeinrichtung für das Stromkabel vorgesehen sein. Vorzugsweise handelt es sich hierbei um einen offenen Kabelkanal, der durch das Aufsetzen des Halteelement für das Wellrohr auf das Gehäuse zu einem geschlossenen Kabelkanal wird.
Das Halteteil des Bremsschuhs einer erfindungsgemäßen Vorrichtung kann schließlich ein Spritzgussteil, insbesondere ein glasfaserverstärktes Spritzgussteil sein, welches die nötige Stabilität aufweist, jedoch gleichwohl kostengünstig herzustellen und gegebenenfalls zu ersetzen ist.
Zweckmäßigerweise enthält die erfindungsgemäße Vorrichtung zwei Kolben-Zylinder-Einheiten mit einem mittig angeordneten, gemeinsamen schaltbaren Ventil. Um zu erreichen, dass die Kolben so synchron wie möglich betätigt werden, sind das Ventil und die jeweiligen Druckmittelzuführungen für die beiden Kolben-Zylinder-Einheiten spiegelsymmetrisch angeordnet, wodurch sich für das Druckmittel hinsichtlich beider Kolben-Zylinder-Einheiten identische Randbedingungen ergeben.
Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen ansteuerbaren Bremsvorrichtung ist im folgenden an Hand der beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen, an einer Leitwalze montierten Bremsvorrichtung;
Figur 2 eine schematische Schnittdarstellung von Bremsvorrichtung und Leitwalze;
Figur 3 eine perspektivische Darstellung eines Bremsschuhs;
Figur 4 eine perspektivische Darstellung eines Grundkörpers einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung;
Figur 5 eine perspektivische Darstellung des Gehäuses einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung mit dem Anschluss für Druckmittel und Strom;
Figur 6 eine Darstellung wie Figur 5, jedoch aus einer anderen Perspektive; Figur 7 eine Darstellung wie Figuren 5 und 6, jedoch in Draufsicht; Figur 8 eine Darstellung wie Figuren 5 bis 7 aus einer anderen Perspektive;
Figur 9 eine perspektivische Darstellung von Teilen einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung;
Figur 10 eine perspektivische Darstellung eines Klemmstücks zur Befestigung einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung.
In Figur 1 ist eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnete Bremsvorrichtung nach der Erfindung in ihrem an einer Leitwalze 2 befestigten Zustand dargestellt. Die Bremsvorrichtung 1 ist mittels zweier zusammenwirkender Klemmstücke 3 an einem Leitwalzenzapfen 4 der Leitwalze 2 befestigt, wobei ein auswechselbares Distanzstück 5 gewährleistet, dass die Bremsvorrichtung auch für Leitwalzen 2 mit größerem oder kleinerem Durchmesser verwendet werden kann. Am Distanzstück 5 ist ein Gehäuse 6 der Bremsvorrichtung 1 befestigt, welches sich einstückig in einen Grundkörper 7 fortsetzt, in welchem der (hier nicht dargestellte) Bremsschuh sowie die diesen betätigenden (hier wiederum nicht sichtbaren) Kolben-Zylinder-Einheiten enthalten sind. Der Grundkörper 7 besteht im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus einem Zinkdruckguss-Teil, welches zur Führung des Bremsschuhs, welcher die Leitwalze 2 zum Bremsen kontaktieren soll, in Umfangsrichtung, also in der Bewegungsrichtung der Leitwalze 2, vor und hinter dem Bremsschuh bis nahe der Oberfläche der Leitwalze 2 herangeführte Führungen aufweist.
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Senkrecht zur Umfangsrichtung der Leitwalze 2 kann das Gehäuse 6 bzw. der Grundkörper 7 von zwei in Figur 9 gezeigten Abdeckungen 8 ergänzt werden, welche einen konkav gebogenen, der Oberfläche der Leitwalze 2 angepassten Rand 9 aufweisen und bedarfsweise, insbesondere bei einer Verwendung der Bremsvorrichtung 1 an einer Leitwalze 2 mit anderem Durchmesser, leicht ausr getauscht werden können.
Stirnseitig ist das Gehäuse 6 mit einem Anschluss für Druckmittel und Strom versehen, welche in einem Wellrohr 10, das durch ein als Halteblech ausgebildetes Halteelement 11 am Gehäuse 6 festgelegt ist, herangeführt werden.
Figur 2 zeigt die Bremsvorrichtung 1 aus Figur 1 in einem schematischen Schnitt, so dass die innerhalb des Gehäuses 6 liegenden Funktionsteile erkennbar sind. Der Bremsschuh der Bremsvorrichtung 1 wird erfindungsgemäß im wesentlichen gebildet aus einem konkav gebogenen Halteteil 12, das vorliegend durch ein glasfaserverstärktes Spritzgussteil gebildet ist und in den Endbereichen des konkaven Bogens zwei Bremsbelagstücke 13 trägt, welche in Zwei-Komponenten-Spritzgusstechnik direkt am Halteteil 12 hergestellt worden sind.
Wie in Figur 2 symbolisch dargestellt ist, wird durch die konkave Formung des Halteteils 12 und der besonders dicken Ausbildung der Bremsbelagstücke 13 sichergestellt, dass Leitwalzen 2 und 2' mit sehr unterschiedlichen Durchmessern mit ein und derselben Bremsvorrichtung 1 ausgerüstet werden können, wobei dennoch gewährleistet ist, dass nur die Bremsbelagstücke 13 in Reibkontakt mit der Oberfläche der Leitwalzen 2, 2' gelangen. Durch einfaches Anbringen einer Abdeckung 8 (siehe Figur 9) kann die Bremsvorrichtung 1 auch unter Arbeitssicherheitsaspekten perfekt an die Leitwalze 2 mit größerem Durchmesser angepasst werden.
Figur 2 verdeutlicht ferner, wie die Betätigung des Bremsschuhs im Grundkörper 7 erfolgt: In den Grundkörper 7 sind zwei Kolben-Zylinder-Einheiten 14 eingeformt, was hier allerdings nur schematisch erkennbar ist. Der Zylinder und somit die Kolbenlauffläche wird direkt vom Grundkörper 7 gebildet, wodurch sich ein separater Zylinder mit entsprechenden Abdichtmaßnahmen für die Druckmittelzuleitung oder auch nur eine separate Zylinderbüchse erübrigen. Die beiden
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Kolben-Zylinder-Einheiten 14 werden durch ein mittig angeordnetes Ventil 15 mit Druckmittel beaufschlagt, wodurch zwei Kolben gleichzeitig nach unten geschoben werden. Die Kolben sind hier nur angedeutet, lediglich die endständig an den Kolbenstangen angebrachten Teller 16 sind erkennbar. Mittels dieser Teller 16, die bei Druck direkt auf das Halteteil 12 des Bremsschuhs einwirken, ist es möglich, das Halteteil 12 auch wieder zurückzuziehen, da dieses über ein Federteil 17 verfügt, welches die beiden Teller 16 hintergreift und somit einen Formschluss mit den Kolben der Kolben-Zylinder-Einheiten 14 bildet.
Zur Herstellung einer schwimmenden Lagerung des Halteteils 12 im Grundkörper 7 und insbesondere an dessen hier rechts und links dargestellten seitlichen Führungen ist das Halteteil 12 mit linsenförmigen Kontaktstellen 18 versehen, mit denen es sich gegen den Grundkörper 7 und gegebenenfalls gegen die Abdickung 8 abstützt. Auch die Kontaktstelle des Halteteils 12 mit den Tellern 16 der Kolben-Zylinder-Einheiten 14 ist konvex ausgeformt. Hierdurch ergibt sich eine schwimmende Lagerung des Bremsschuhs, welche auch leichte Kippbewegungen des Halteteils 12 ohne Verkantung oder Klemmungen zulässt.
Figur 3 zeigt den Bremsschuh 19 in perspektivischer Ansicht, wobei das bogenförmige Halteteil 12 hier nur mit einem Bremsbelagstück 13 versehen ist, um den mittels einer speziellen Verzahnung 20 hergestellten Formschluss zwischen dem Halteteil 12 und den Bremsbelagstücken 13 am anderen Bogenende zu verdeutlichen.
Figur 4 zeigt den Grundkörper 7, also das Zinkdruckguss-Teil, in einer Ansicht von unten. Hier wird deutlich, dass die beiden in den Grundkörper 7 eingeformten Zylinder 21 hinsichtlich der vom mittigen Ventil 15 beschalteten Druckmittelzuführungen 22 spiegelsymmetrisch aufgebaut sind, um eine synchrone Bewegung der beiden (hier nicht dargestellten) Kolben zu gewährleisten. Ferner wird hier deutlich, dass die Druckmittelzuführungen 22 ebenso wie die Zylinder 21 in den als Zinkdruckgussteil ausgebildeten Grundkörper 7 eingeformt sind, wodurch sich jegliche Dichtungsmaßnahmen am Übergang zwischen den Druckmittelzuführen 22 und den Zylindern 21 vorteilhafterweise erübrigen. Die Vorteile hinsichtlich der Herstellungskosten und der Zuverlässigkeit liegen auf der Hand.
Figur 5 zeigt in einer perspektivischen Darstellung die Zuleitung von Druckluft und von elektrischem Strom für das Ventil 15, die über das Wellrohr 10 herangeführt werden. Das Wellrohr 10 wird auf einen in das Gehäuse 6 eingeformten Anschluss 24 für einen (hier nicht dargestellten) Druckluftschlauch 23 aufgesetzt und von einem als Halteblech ausgebildeten Halteelement 11 am Gehäuse 6 befestigt. Das Halteelement 11 wird seinerseits mit einer Schraube 25 fixiert. Aus Vereinfachungsgründen sind bei dem hier dargestellten Wellrohr 10 lediglich die zwei vordersten Wellungen dargestellt. Diese verdeutlichen, wie das Halteelement 11 in das Wellental zwischen den beiden dargestellten Wellungen eingreift, um das Wellrohr 10 indirekt über die Schraube 25 am Gehäuse 6 festzulegen.
Figur 6 zeigt weitere Details der Anschlüsse. Neben dem Anschluss 24 für die Druckmittelzuführung ist die Aufnahme für das Wellrohr 10 seitlich geöffnet, um ein außerdem im Wellrohr geführtes Stromkabel unter dem Halteelement 11 seitlich wegzuführen. Das Stromkabel wird dann um ein Gewinde 26 für die in Figur 5 dargestellte Schraube 25 herum geführte Halteeinrichtung 27 klemmend befestigt, um eine Zugentlastung zu schaffen, bevor es am Ventil 15 angeschlossen wird.
Figur 7 zeigt in Draufsicht, wie ein Stromkabel 28 in der Halteeinrichtung 27 zu liegen kommt. Hier ist ferner verdeutlicht, dass der Druckluftschlauch 23, der am Anschluss 24 angeschlossen wird, im Wellrohr 10 nicht koaxial geführt ist, um Platz für das Stromkabel 28 zu lassen. Wie oben erwähnt, wird das Stromkabel 28 unterhalb des (hier nicht sichtbaren) Halteelements 11 seitlich aus der Aufnahme des Wellrohrs 10 herausgeführt, während das Wellrohr 10 vom Halteelement 11 festgehalten wird. Bei aufgesetztem Halteelement 11 bildet die Halteeinrichtung 27 in Funktionseinheit mit dem Halteelement 11 einen geschlossenen Kabelkanal für das Stromkabel 28.
Anhand Figur 8 sind diese Zusammenhänge nochmals in perspektivischer Darstellung zu sehen. Im Hintergrund sind die beiden Kolben-Zylinder-Einheiten 14 des Grundkörpers 7 der Bremsvorrichtung erkennbar, wobei in einem der beiden auch der Kolben mit seinem Teller 16 zu erkennen ist.
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Figur 9 zeigt nochmals die Haltemechanik für die Bremsvorrichtung 1, wobei etliche Teile der Bremsvorrichtung weggelassen wurden, um die Anpassbarkeit des vorliegenden Ausführungsbeispiels an unterschiedliche Durchmesser von Leitwalzenzapfen 4 zu verdeutlichen: Das eine am Distanzstück 5 angebrachte Klemmstück 3, welches über Schrauben 29 mit dem (hier nicht dargestellten) Gegen-Klemmstück zusammenwirkt, um einen Leitwalzenzapfen zu umgreifen, ist an seinen beiden Stirnseiten mit je einer Nut 30 versehen, in welche jeweils ein Adapterstück 31 eingesetzt ist, um einen Leitwalzenzapfen mit geringem Durchmesser aufzunehmen. Durch einfaches Herausnehmen dieser beiden A-dapterstücke 31 kann das Klemmstück 3 für Leitwalzenzapfen mit größerem Durchmesser angepasst werden. Selbstverständlich sind unterschiedliche Adapterstücke 31 vorstellbar, um die Klemmstücke 3 an unterschiedlichste Leitwalzenzapfendurchmesser anzupassen.
In Figur 1 ist außerdem gezeigt, wie das Gehäuse 6 bzw. dessen Grundkörper durch zwei Abdeckungen 8 ergänzt werden kann, um eine Anpassung an Leitwalzen 2 mit größerem Durchmesser vorzunehmen. Die Abdeckungen 8 sind mit einem konkav geformten Rand 9 versehen, welcher der Leitwalzenoberfläche angepasst ist, so dass zwischen der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung und der Leitwalzenoberfläche nur ein schmaler Spalt verbleibt, der unter arbeitssicherheitstechnischen Überlegungen unbedenklich ist. Aus dieser Figur ergibt sich also, dass die erfindungsgemäße Bremsvorrichtung durch Verändern des Distanzstücks 5 und Auswechseln der Abdeckungen 8 sehr leicht und schnell an unterschiedliche Leitwalzendurchmesser angepasst werden kann, während aufgrund der Adapterstücke 31 auch eine Anpassung an unterschiedliche Leitwalzenzapfen vorgenommen werden kann.
Figur 10 zeigt schließlich ein Klemmstück 3 mit einer Schraube 29 zum Befestigen an seinem (nicht dargestellten) Gegen-Klemmstück, um zu verdeutlichen, dass die Schrauben 29 mit zylindrischen Schraubenköpfen versehen sind, während der zugehörige Schraubensitz konisch geformt ist.
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| 1 |
Bremsvorrichtung |
| 2 |
Leitwalze |
| 3 |
Klemmstücke |
| 4 |
Leitwalzenzapfen |
| 5 |
Distanzstück |
| 6 |
Gehäuse |
| 7 |
Grundkörper |
| 8 |
Abdeckung |
| 9 |
Rand (von 8) |
| 10 |
Wellrohr |
| 11 |
Halteelement (für 10) |
| 12 |
Halteteil |
| 13 |
Bremsbelagstücke |
| 14 |
Kolben-Zylinder-Einheiten |
| 15 |
Ventil |
| 16 |
Teller |
| 17 |
Federteil (von 12) |
| 18 |
Kontaktstellen (von 12) |
| 19 |
Bremsschuh |
| 20 |
Verzahnung |
| 21 |
Zylinder |
| 22 |
Druckmittelzuführung |
| 23 |
Luftschlauch |
| 24 |
Anschluss |
| 25 |
Schraube |
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| 26 |
Gewinde |
| 27 |
Halteeinrichtung |
| 28 |
Stromkabel |
| 29 |
Schrauben |
| 30 |
Nut |
| 31 |
Adapterstück |
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