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Die Erfindung betrifft einen Abfahrtsski
gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Herkömmliche Abfahrts- und auch
Langlaufskier weisen auf ihrer Unterseite mehr oder weniger über die
gesamte Länge
eine flache Rille auf, d. h. eine Austiefung, mit der die Führungseigenschaften der
Skier verbessert werden sollen. Im Stand der Technik sind zahlreiche
weitere Versuche unternommen, die Führungseigenschaften diverser
Skier zu verbessern. So sind aus den
DE
36 02 492 und
DE 41
19 816 Langlaufskier bekannt, die auf der Unterseite Rillen
bzw. Rippen aufweisen, welche nun nicht mehr mittig angebracht sind,
sondern an den Innenseiten der Laufflächen. Diese Ausgestaltung soll
die Führung
der Langlaufskier bei der sogenannten Skatingtechnik verbessern.
Aus der
US 4,986,561 ist eine
Vorrichtung bekannt, bei der im Bereich der Bindung ein ausfahrbarer
Stift angeordnet ist, in der Art eines Stoppers, der mit Hilfe des
Fußes
betätigbar ist.
Der Stift kann aus- und eingefahren werden, je nach Wunsch des Skifahrers.
Im ausgefahrenen Zustand soll mit Hilfe dieser Vorrichtung ebenfalls
die Führung
verbessert werden. Einfluss soll dabei auf die Führung der Skier in den Kurven
genommen werden.
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Aus der WO 99/54004 ist ein Abfahrtsski
bekannt, bei dem neben den Kanten eine Austiefung vorgesehen ist.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel sieht überdies
vor, dass die Kanten über
die Lauffläche überstehen.
Mit dieser Maßnahme
soll die Führung
der Skier bei der Kurvenfahrt verbessert werden. Da beim Fahren
einer Kurve vor allem der mittlere Bereich des Skis belastet wird,
d. h. der Bereich, der sich unter der Bindung befindet, sind die
genannten Ausgestaltungen überwiegend
im mittleren Bereich vorgesehen. Die aus der US-Schrift und der WO-Schrift
bekannten Vorrichtungen dienen der Verbesserung der Führung des
Skis bei der Kurvenfahrt. Dies wird auch mit einem taillierten Ski,
dem sogenannten Carvingski, erreicht. Durch die mittige Taillierung,
sind Kurven leichter zu fahren und die Radien enger zu halten. Vor
allem bei Carvingski gestaltet sich jedoch die Führung der Skier bei der Geradeausfahrt
vergleichsweise schwierig. Auf Grund der Taillierung und auch bedingt
durch die kurze Skilänge neigen
Carvingski bei Geradeausfahrten, beispielsweise bei Schussfahrt,
dazu, aus der Bahn auszubrechen.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es, einen Abfahrtsski bereitzustellen, der bei Geradeausfahrt
verbesserte Führungseigenschaften
aufweist.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch
einen Abfahrtsski nach Anspruch 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Der erfindungsgemäße Abfahrtsski weist, wie aus
dem Stand der Technik bekannt, Kanten und eine Lauffläche auf.
Der Ski gleitet über
die Lauffläche.
Auf der Lauffläche
ist nun erfindungsgemäß zumindest
am vorderen Ende des Skis zumindest eine Schneide vorgesehen. Unter
dem Begriff Schneide wird ein Vorsprung verstanden, der wesentlich
höher ist
als breit. Durch die schmale Ausgestaltung schneidet der erfindungsgemäße Vorsprung
sich in den Untergrund ein. Da beim Geradeausfahren überwiegend
der vordere Bereich des Skis belastet wird, greift die Schneide
nur in diesem Fall in den Untergrund ein. Bei der Kurvenfahrt wird überwiegend
der mittlere Skibereich belastet, wodurch die Schneide frei wird
und nicht in Eingriff mit dem Untergrund steht. Somit behindert
die erfindungsgemäße Schneide
auch nicht die Führungseigenschaften
des Skis bei der Kurvenfahrt. Infolgedessen weist der Ski sowohl
gute Führungseigenschaften
bei Kurvenfahrten als auch bei Geradeausfahrten auf. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung
ist bevorzugt bei Carvingskis oder Snowboards vorgesehen, kann aber auch
bei sog. Monoski angewendet werden.
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Vorzugsweise ist weiter vorgesehen,
dass die Schneide abnehmbar ist. Hierzu kann eine Öse oder
ein Bajonettverschluss vorgesehen sein. Auch mit Hilfe speziell
ausgebildeter Befestigungsmittel kann die Schneide abnehmbar befestigt
sein. Diese Ausgestaltung erwies sich als besonders vorteilhaft, da
in Abhängigkeit
von dem Gelände
und von der gewünschten
Aktivität
entschieden werden kann, ob vor allem gute Geradeausfahreigenschaften
gewünscht sind
oder ob überwiegend
die guten Kurveneigenschaften genutzt werden sollen. Zudem kann
die Schneidenhöhe
dadurch auf unterschiedliche Schneeverhältnisse angepasst werden. Bei
eisiger Piste ragt die Schneide z.B. nur 1 mm aus der Lauffläche heraus,
während
dies bei Tiefschnee z.B. 5 mm sein können.
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Die Schneide ragt somit ungefähr 1 – 5 mm aus
der Lauffläche
heraus. Sie ist etwa 0,5 – 1
mm breit. Bei der Länge
der Schneide sind Größenordnungen
von etwa 5 – 25
cm vorgesehen.
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Nachstehend wird die Erfindung anhand
der Zeichnungen näher
erläutert
und beschrieben. Es zeigen:
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1 schematische
Unteransichten verschiedener Ausgestaltungen (A – D) eines erfindungsgemäßen Carvingskis;
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2 einen
schematischen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Abfahrtsski;
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3 verschiedene
Ausgestaltungen (A – C) an
Schneiden;
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4 zwei
Ausführungsformen
(A, B) an erfindungsgemäßen Schneiden
in Seitenansicht; und
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5 eine
perspektivische Darstellung einer weiteren Schneide.
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In 1 sind
verschiedene Ausgestaltungen eines Abfahrtsskis 1 in Unteransicht
dargestellt. Die verschiedenen Abfahrtsskier 1 weisen dieselben Grundbestandteile
auf, die dementsprechend mit identischen Bezugszeichen bezeichnet
worden sind. Jeder Abfahrtsski 1 weist eine Lauffläche 2 auf, über die
der Ski gleitet. Weiterhin sind Kanten 3 vorgesehen, die
unter anderem der Führung
der Skier in den Kurven dienen. Jeder Abfahrtsski 1a weist
ein vorderes Ende 4 und ein hinteres Ende 5 auf.
Die Abfahrtsskier der 1 sind
Carvingski und sind dementsprechend im mittleren Bereich 8 tailliert.
Jeder Abfahrtsski 1 weist zumindest am vorderen Ende 4 zumindest eine
Schneide auf. Der Abfahrtsski 1a in 1A weist an seinem vorderen Ende 4 eine
Schneide 10 und an seinem hinteren Ende 5 eine
Schneide 11 auf. Die Schneiden 10 und 11 sind
annähernd
gleich lang und erstrecken sich im Wesentlichen über größere Bereiche des vorderen
Endes 4 und des hinteren Endes 5.
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In 1B ist
ein Abfahrtsski 1b dargestellt, der an seinem vorderen
Ende 4 drei Schneiden 20 aufweist. Die Schneiden 20 sind
relativ kurz. Sie können
beispielsweise die anhand der 5 genauer beschriebene
Form aufweisen. Die drei Schneiden 20 sind symmetrisch
zueinander angeordnet. Eine der Schneiden 20, nämlich die,
die der Spitze 7 des Skis 1 am nächsten ist, ist mittig angeordnet,
ebenso wie die Schneiden 10 und 11 der 1A. Die beiden anderen Schneiden 20 sind
seitlich davon angeordnet und etwas weiter in Richtung des hinteren
Endes 5. Der Abfahrtsski 1c (1C) weist zwei Schneiden 30 auf,
die parallel zueinander angeordnet sind. Die Schneiden 30 sind
außermittig
vorgesehen. Die 1D zeigt
schließlich
eine Kombination an Schneiden 40, 41 und 42 eines
Abfahrtsskis 1d. Die Schneiden 40 und 41 sind
am vorderen Ende 4 und die Schneide 42 am hinteren
Ende 5 vorgesehen. Die Schneiden 40 und 42 sind
etwas länger
als die Schneiden 41. Die Schneiden 40 und 42 sind überdies
mittig angeordnet, wohingegen die Schneiden 41 außermittig
angeordnet sind.
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Anhand der 1 wird deutlich, dass es für die Anordnung
der Schneiden auf der Lauffläche 2 des
Abfahrtsskis 1 wichtig ist, dass diese zumindest am vorderen
Ende 4 vorgesehen sind. Sie erstrecken sich nicht über den
mittleren Bereich 8 hinweg. Die Gestalt der Schneide ist
vergleichsweise variabel. Ähnliches
trifft auf die Anordnung zu. Bei Anordnung von nur einer Schneide
ist diese vorzugsweise mittig angeordnet. Sind mehrere Schneiden
am vorderen Ende 4 vorgesehen, so sind vor allem symmetrische Anordnungen
bevorzugt. Bei Befestigung von einer zusätzlichen Schneide am hinteren
Ende 5 sind noch weitere Verbesserungen der Führungseigenschaften möglich.
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2 zeigt
einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Abfahrtsski 100.
Der Schnitt wurde durch den vorderen Bereich mit der Spitze 107 eines Abfahrtsskis 100 geführt. Der
Abfahrtsski 100 weist ebenfalls eine Lauffläche auf,
die mit dem Bezugszeichen 102 gekennzeichnet ist. Die Lauffläche 102 wird durch
die Kanten 103 begrenzt. Auf der Oberseite 106 ist
eine Bindung montiert (nicht dargestellt). In der Darstellung der 2 ist überdies die Spitze 107 zu
sehen. In die Lauffläche 102 ist
nun eine Schneide 110 eingelassen. Hierfür ist eine
Vertiefung 101 vorgesehen. Die Schneide 110 kann
sowohl die Form eines Stiftes aufweisen als auch die in 5 dargestellte Finnen- oder
langgestreckte Schneidenformen, entsprechend den in 4 dargestellten. Zumindest in der Lauffläche 102 ist
eine Ausnehmung 101 vorgesehen, in der die Schneide 110 angeordnet ist.
Die Ausnehmung 101 erstreckt sich vorzugsweise bis in den
Kern 109 hinein. Die Schneide 110 kann sowohl
fest in dem Abfahrtsski 100 montiert sein, beispielsweise
eingeklebt sein, als auch demontierbar angebracht sein. Im letzteren
Fall sind im Inneren des Skis 100 entsprechende Befestigungen
in Form von Schnellverschlüssen
vorgesehen.
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3 zeigt
schematisch vergrößerte Querschnitte
durch erfindungsgemäße Schneiden 50, 60 und 70.
Die Spitzen 51, 61 und 71 sind unterschiedlich
gestaltet. Die Spitze 51 der Schneide 50 (3A) ist entsprechend der
Schneide eines Messers auslaufend gestaltet. Sie ist mehr oder weniger zugespitzt.
Die Spitze 61 der Schneide 60 (3B) ist dagegen im mittleren Bereich vertieft,
so dass zwei seitliche Kanten entstehen. Die Spitze 71 der Schneide 70 (3C) ist schließlich etwas
abgerundet gestaltet.
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4 zeigt
zwei Ausgestaltungen abnehmbarer Schneiden 80 (4A) und 90 (4B) in Seitenansicht. Die
Schneiden 80 und 90 sind vergleichsweise langgestreckt, ähnlich den
in 1A, 1 C und 1
D dargestellten. Die Schneide 80 weist zwei hakenförmig gestaltete
Enden 81 und 82 auf. Diese greifen zur Befestigung
in entsprechende Ausnehmungen im Inneren des Abfahrtsskis ein. Der
Bereich 83 steht aus der Lauffläche 2 heraus, welche
in der 4 mit der gestrichelten
Linie angedeutet ist. Die Schneide 90 weist ebenfalls ein
hakenförmiges
Ende 92 auf. Das Ende 91 weist eine Öffnung 94 auf,
durch die ein Befestigungsmittel, insbesondere eine Schnellspannklemme
hindurchführbar
ist. Der Bereich 93 steht wiederum über die Lauffläche 2 über.
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5 zeigt
schließlich
eine Schneide 120 in perspektivischer Darstellung. Die
Schneide 120 hat die Form einer Finne, d. h. ähnlich der
Rückenflosse eines
Haifisches. Dementsprechend ist das Blatt 121 der Schneide
gebogen zugespitzt. Die Schneide 120 weist Fortsätze 122 auf,
die der Verankerung der Schneide 120 im Abfahrtsski dienen.
Bevorzugt sind Schnellverschlüsse
vorgesehen, mit denen die Schneide schnell und einfach montiert
und demontiert werden kann.
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Die erfindungsgemäße Schneide, die auf der Lauffläche des
Abfahrtskis, insbesondere des Carvingskis oder Snowboards vorgesehen
ist, ist aus einem widerstandsfähigen
Material gefertigt, vorzugsweise aus Metall. Das Material soll möglichst
stabil und bruchfest sein, da erhebliche Kräfte auf die Schneide einwirken
können.