DE2020362B - Photographische Kamera mit Objektivverschluß und einer Blitz lichteinnchtung für Blitzlampen mit Schlagzunder - Google Patents
Photographische Kamera mit Objektivverschluß und einer Blitz lichteinnchtung für Blitzlampen mit SchlagzunderInfo
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Description
35
Die Erfindung bezieht sich auf eine Kamera mit Objektivverschluß, insbesondere Selbstspannver-Schluß,
und einer Blitzlichteinrichtung für Blitzlampen mit Schlagzünder.
Objektivverschlüsse, wie sie für eine Kamera gemäß der Erfindung in Frage kommen, sind als Selbstspannverschlüsse,
Selbstspann-Schleuderverschlüsse, Verschlüsse mit einem Treibring für mehrere Verschlußlamellen
unter anderem ganz allgemein bekannt. Eine Blitzlichteinrichtung für Blitzlampen mit
Schlagzünder ist in der französischen Patentschrift 1546428 offenbart; beim Niederdrücken des Kämeraauslösers
wird von einer Kerbe in seiner Schubstange der anliegende Arm eines zweiarmigen Schwenkhebels so lange mitgenommen, bis durch den
anderen, am Schlagbolzen für die Blitzzündung angreifenden Hebelarm die Schlagbolzenfeder gespannt
ist und die Schubstange, die auch die Auslösung des Kameraverschlusses bewirkt, auf eine sie auslenkende
Schrägfläche trifft, woraufhin der Schwenkhebel freigegeben wird und der nunmehr federgetriebene
Schlagbolzen die Blitzlampe zündet. Diese Anordnung erfordert wegen des notwendigen Synchronismus
von Blitzzündung und Verschlußablauf eine genaue Maßhaltigkeit der Einzelteile, wie Länge der
Aiislösestange, Winkelmaße der auflaufenden Schrägflächen von Stangenende und kamerafestem
Kegelzapfen, Höhe und Tiefe der zum Mitnehmen und rechtzeitigen Loslassen des Schwenkhebels in der
Auslösestange vorgesehenen Kerbe, Länge der Hebelarme, Ort des Hebelschwenkpunktes u. dgl, m, All
das bedingt einen erheblichen Aufwand an Herstellungkosten, Montagearbeit und Justiereinrichtungen.
Aber auch beim Beachten aller Sorgfalt ist ein sicheres Funktionieren über llingere Zeit nicht gewährleistet,
kann doch durch Alterung die Spannkraft dsr Schlagbolzenfeder nachlassen und für einen sicheren
Zündschlag nicht mehr genügen. Außerdem ist, und das wird von den Benutzern generell als besonders
störend empfunden, das Auslüsen der Kamera mit dem Spannvorgang der Schlagbolzenfeder belastet,
wodurch sich verwackelte Aufnahmen nur schwerlich vermeiden lassen dürften.
Aufgabe der Erfindung ist es, derartige Mängel zu beheben und eine Kamera der eingangs genannten
Gattung zu schaffen, bei der auf einfache Art und Weise durch Mittel, deren Herstellungsloleranzen
nicht innerhalb besonders enger Grenzen gehalten zu werden brauchen, der Zündschlag für die Blitzlichteinrichtung
unausweichlich synchron mit dem zur Belichtung des Negativmaterials ablaufenden Verschluß
erfolgt, ohne daß von der für den Zündschlag aufzuwendenden
Energie die Charakteristik des Verschlußablaufs beeinflußt und ein weiches Auslösen
der Kamera nachteilig belastet wird.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß bei aufgezogener Kamera das über eine
Schwinge od. dgl. mit ortsfestem Schwenkpunkt getrieblich mit dem Kameraauslöser verbundene Verschlußantriebsglied
an einem ortsfesten Anschlag anliegt und das Antriebsglied für die Blitzlichleinrichtung
in Spannstellung hintergreift und dadurch beide Antriebsglieder sich gegenseitig als Halte- und Steuerteile
dienen.
Als besonders vorteilhaft wird vorgeschlagen, die Antriebsglieder für den Verschluß und das Blitzlichtzündsystem
als von Federkraft beaufschlagte Hebel auszubilden, weil infolge des Hebelgesetzes die Belastung
des Kameraauslösers hinsichtlich der für Blitzlichtaufnahmen mit Schlagzündcrblitzlampen funktionell
freizugebenden Energien ohne weiteres vernachlässigbar klein gehalten werden kann.
Mit dem Erfindungsgegenstand wird also ein weiches Kameraauslösen gewährleistet und des weiteren
durch das dabei vor sich gehende Abgleiten der sich in Spannstellung gegenseitig als Halte- und Steuerteile
dienenden Antriebsglieder voneinander dafür gesorgt, daß die unterteilten Antriebskräfte für Verschluß
und Blitzlichteinrichtung die Verwacklungsgefahr weitestgehend ausschalten und trotzdem synchronwirken.
Nachfolgend sei die Erfindung an Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels unter
Angabe weiterer Einzelheiten und zweckmäßiger Ausgestaltungen noch näher beschrieben und erläutert.
Das Ausführungsbeispiel ist in schematischer Form gezeichnet, wobei alle zum Verständnis der Erfindung
nicht notwendigen Teile der Übersichtlichkeit wegen weggelassen wurden. In den Figuren sind
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Es zeigt
F i g. 1 die Ansicht des Aufbaus einer erfindungsgemäßen
Einrichtung bei aufgezogener Kamera,
F i g. 2 die Einrichtung gemäß F i g. 1 im Augenblick der Kameraauslösung,
Fig. 3 die Einrichtung gemäß Fig. 1 nach erfolgter
Auslösung der Kamera,
F i g. 4 einen Teil eines Blitzwürfels mit zwei Blitz-
lampen und einer vorgespannten Zündschlagfeder
mit anliegendem Zündschieber,
F i g, 5 den Teil eines Blitzwürfels gemllß F i g. 4
nach dem Ziindschlag der Feder,
In Fig, 1 ist eine Kameras mit Selbstspann-Schleudervcrschluß
im gespannten, auslösebereiten Zustand dargestellt. In ihrer ßlilzwurfelfassung 2 befindet
sich eine Blitzlampeneinheit mit der Grundplatte 1. Beim Einstecken der Blitzlampcneinheit in
die Fassung 2 hat ihr nach unten herausragender Stift la den zweiarmigen Hebel 20 entgegen der Kraft der
Feder 20 α derart geschwenkt, daß sein rechter Arm nicht mehr auf dem Stift 17 b des Zündschiebers 17
liegt und letzterer unter Wirkung der Feder 17 c mit seinem oberen Ende mit einer Zündschlagfeder 26 in
Berührung gelangte, womit die Blitzbereitschaft der Kamera hergestellt wurde,
Im gezeichneten Ausführungsbcispb.l sind Blitzlampen
23 vorgesehen, die, wie aus F i g. 4 und 5 zu ersehen ist, aus einem, das brennbare Blitzlichtmaterial
und ein die Verbrennung begünstigendes Gas enthallenden
lichtdurchlässigen Kolben 24 bestehen, aus dem unten ein durch mechanischen Schlagimpuls
zündbarer Zündstift 25 herausragt.
Mehrere dieser Blitzlampen 23 können, in an sich bekannter Weise mit je einem Reflektor versehen,
z. B. zu einem Blitzwürfel zusammengefaßt sein, dessen Sockel, von dem lediglich die Grundplatte 1 dargestellt
ist, in eine entsprechende Blitzwürfelfassung 2 der Kamera 3 eingesetzt werden kann. Jeder
Blitzlampe 23 ist eine Schlagfeder 26 zugeordnet, die in einer Nut 1 α der Grundplatte 1 gehalten und
durch Torsion derart vorgespannt ist, daß eines ihrer abgewinkelten Enden 26 α hinter dem anderen 26 b
liegt. Das Federende 26 a verläuft etwa parallel zur Oberfläche der Grundplatte 1 und ragt über eine nierenförmige
Ausnehmung 1 b hinweg, die in angemessenem Abstand neben der Steckhalterung für den
Zündstift 25 in der Grundplatte 1 vorgesehen ist.
Die Auslösetasle 4 der Kamera 3 ist über die Stift-Schütz-Verbindung
4 α, 6 α mit der um den Zapfen 7 schwenkbaren Schwinge 6 getrieblich verbunden. An
der Schwinge 6 ist mittels des Niets 8 ein von der Kraft der Feder 12 beaufschlagter erster Hebel 9 angelenkt.
Gegen die an seinem freien Ende abgewinkelle Fläche 9 α drückt die abgewinkeile Fläche 11 α
eines zweiten Hebels 11, der am ortsfesten Zapfen 5 schwenkbar gelagert und von der Kraft der vorzugsweise
stärkeren Feder 16 beaufschlagt ist, so daß im gespannten Zustand der Kamera der Hebel 9 am Anschlag
10 anliegt. Wird zum Auslösen der Kamera die Taste 4 in Richtung des Pfeiles A betätigt,
schwenkt die Schwinge 6 in Richtung des Pfeiles B und zieht den Hebel 9 hoch, bis aeine abgewinkelte
Fläche 9 α vom Lappen 11 α des Hebels 11 abgleitet. In diesem Augenblick läßt die Feder 12 den Hebel 9
als Verschlußantriebsglied mit seinem Hebelende 9 a gegen den abgebogenen Lappen 13 a der Verschlußlamelle
13 schnellen, die, um den Lagerzapfen 14 schleudernd, zur Belichtung des Films zunächst die
Verschlußöffnung 15 freigibt und unter Wirkung der Rückstellfeder 22 wieder abdeckt.
Es sei darauf hingewiesen, daß der Hebel 9 in einfacher Abwandlung gegenüber dem gezeichneten
Ausfuhrungsbeispiel mit Einlamellenschleuderver-Schluß gleichermaßen vorteilhaft auch als Antriebsglied für andere Verschlußkonstruktionen verwendbar
ist, beispielsweise für mit einem Treibring versehene Mehrlamellenverschlüsse,
Mit der oben beschriebenen Freigabe des Hebels 9 wird gleichzeitig der Hebel Il freigegeben, der der
Blitzlichteinrichtung als Schlaghebel zugeordnet ist. Unter Wirkung der relativ starken Feder 16 in Richtung
des Pfeiles C geschwenkt, stößt er mit seiner Kufe 11 b den Zündschieber 17 über dessen Mitnehmerstift
17 α in Richtung des Pfeilles D, wie die Darstellungen der F i g, 2 und 3 erkennen lassen, so daß
im aufgesteckten Blitzwürfel mit der Grundplatte 1, durch deren Ausnehmung 1 b das obere Ende des
Zündschiebers 17 greift, ein Schlagfederende 26 a vom anderen Federende 26 b abgehoben und eine
Blitzlampe 23 durch Schlag gegen ihren Zündstift 25 synchron mit dem Verschlußablauf gezündet wird.
Der in F i g. 1 mit X bezeichnete Abstand zwischen der Fläche 9 a und dem Lappen 13 a läßt sich, beispielsweise
durch justierende Maßnahmen an den Abbiegungen oder den Festanschlägen 10 und 22 a,
leicht auf ein Sollmaß bringen, welches den gewünschten Synchronismus zwischen Verschlußablauf
und Blitzlampenzündung gewährleistet.
Mit oder unmittelbar nach der Blitzlampenzündung wird durch einen Mitnehmer am Zündschieber
17 eine Signalfahne 18 in das Blickfeld des Sucherfensters 18 a geschwenkt und dem Benutzer angezeigt,
daß sich in der Blitzlichteinrichluiig eine bereits verbrauchte Blitzlampe in Aufnahmerichtung befindet
und ein Weitertransport notwendig ist.
Solange die Blitzwürfelfassung 2 unbestückt ist, drückt der von der Kraft der Feder 20 a beaufschlagte
Hebel 20 mit seinem linken Arm den Stift 2 a der Blitzwürfelfassung 2 nach oben und mit seinem
rechten Arm den Zündschieber 17 über den Mitnehmerstift 17 b so weit entgegen der Richtung des
Pfeiles D nach unten, daß sein Mitnehmerstift 17 a außerhalb des Wirkbereichs der am Schlaghebel 11
vorgesehenen Kufe 11 b steht. Dadurch bleibt das Blitzlich !zündsystem wirkungslos.
Nach erfolgter Belichtung werden beim Zurückziehen durch die Feder 21 des Kameraauslösers 4 (entgegen
der Richtung des Pfeiles A) auch die Schwinge 6 und mit ihr der Hebel 9 wieder in ihre
Ausgangslagen gebracht. Der Schlaghebel 11 möge beim nachfolgenden Kameraaufzug mittels nicht dargestellter
Schaltmittel, gegebenenfalls durch Überziehen des freien Endes des Hebels 9, in seine Spannlage
zurückgeschwenkt werden, so daß der in F i g. 1 dargestellte auslösebereite Zustand für die nächste Aufnahme
hergestellt ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Photographische Kamera mit Objeklivverschluß,
insbesondere Selbstspannverschluß, und einer Blitzlichteinrichtung für Blitzlampen mit
Schlagzünder, dadurch gekennzeichnet,
daß bei aufgezogener Kamera das über eine Schwinge (6) od, dgl, mit ortsfestem Schwenkpunkt
(7) getrieblich mit dem Kameraauslöser (4) verbundene Verschlußantriebsglied (9) an einem
ortsfesten Anschlag (10) anliegt und das Antriebsglied (1.1) für die Blitzlichteinrichtung (17)
in Spannstellung hintergreift und dadurch beide Anlriebsglieder (9, 11) sich gegenseitig als Halte-
und Steuerteile dienen,
2. Photographische Kamera nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsglieder
für den Verschluß (13) und das Blitzlichtzündsystem (17) als von Federkraft beaufschlagte Hebel
(9 und 11) ausgebildet sind. ao
3. Photographische Kamera nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Auslösen der
Kamera der Verschlußantriebshebel (9) über die Schwinge (6) eine Längsbewegung ausführt, bis
sein freies Ende (9 a) von einer Haltefläche (11 a) des Antriebshebels (11) abgleitet und beide Hebel
(9 und 11) für ihre Antriebsfunktionen frei sind.
4. Photographische Kamera nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der der Blitzlichteinrichtung
zugeordnete Antriebshebel (11) nach seiner Freigabe mittels einer Kufe (11 /;)
einem Zündschieber (17) eine stoßartige Bewegung überträgt.
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