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Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kochtopf mit einem Topfboden, einer Topfwand und einem Abgießsieb.
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Kochtöpfe der Eingangs genannten Art sind aus dem Stand der Technik bereits bekannt und dienen dazu, die gekochten Nahrungsmittel abgießen zu können, ohne diese in ein separates Sieb schütten zu müssen, womit die heißen Nahrungsmittel nach dem Abgießen noch in dem warmen Kochtopf liegen und nicht abkühlen. Solche Kochtöpfe haben sich im Wesentlichen in zwei unterschiedlichen Ausführungsformen durchgesetzt.
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Einerseits gibt es Kochtöpfe mit integrierten Abgießsieben, bei denen das Abgießsieb im Deckel und/oder an der Topfwand angeordnet ist. Ein solcher Topf ist beispielsweise in
DE 100 11 290 beschrieben. Zum Abgießen des Kochwassers muss der Deckel fest auf den Topf gedrückt werden, so dass sich dieser nicht beim Abgießen löst und die Nahrungsmittel aus dem Topf fallen. Diese Lösung weist verschiedene Nachteile auf. Zunächst liegen die gekochten Nahrungsmittel unmittelbar nach dem Abgießen auf dem relativ heißen Topfboden auf, wo sie aufgrund der starken Hitze gelegentlich anbrennen. Ferner ist insbesondere beim Abgießen von Nudeln oder Reis zu beobachten, dass die relativ kleine Abgießöffnung von den Nudeln oder dem Reis verstopft wird, womit der Abgießvorgang entweder lange dauert oder nur unvollständig durchgeführt wird. Schließlich ist häufig zu bemerken, dass die Nahrungsmittel nach dem Abgießen noch Flüssigkeit abgeben, so dass sie in einem kleinen Bodensatz „schwimmen” und nach relativ kurzer Zeit an Bissfestigkeit verlieren.
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Alternativ hierzu sind auch Kochtöpfe bekannt, die ein Einsatzsieb aufnehmen, in das die zu kochende Nahrungsmittel gegeben werden. Sobald die entsprechende Garzeit erreicht ist, kann das Einsatzsieb aus dem Topf entnommen werden und die Nahrungsmittel können abtropfen. Um die gekochten und abgetropften Nahrungsmittel zu Warmhaltezwecken in den Topf zurückgeben zu können, muss das Kochwasser zunächst abgegossen werden. Dabei muss das Sieb kurzzeitig auf einer Arbeitsplatte abgestellt werden, wo weitere Flüssigkeit abgegeben wird, die anschließend aufzuwischen ist. Hiernach können die Nahrungsmittel gegebenenfalls auch zusammen mit dem Einsatzsieb in den Kochtopf zurückgegeben werden.
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Die beschriebene Prozedur gestaltet sich in der Praxis nachteiligerweise aufwendig, da mehrere Handgriffe notwendig sind, nämlich Entnehmen des Einsatzsiebes, Abtropfen lassen, Beiseitelegen des Einsatzsiebes, Abschütten des Kochwassers, Zurücksteifen des Einsatzsiebes in den Kochtopf und Säubern der Ablagestelle des Einsatzsiebes.
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Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Kochtopf zu schaffen, mit dem die oben genannten Nachteile behoben werden. Insbesondere soll ein einfaches und schnelles Abgießen von Kochwasser und eine anschließende Lagerung der gekochten Nahrungsmittel im Kochtopf ermöglicht werden, ohne dass sie auf dem Topfboden aufliegen. Ferner soll vermieden werden die gekochten Nahrungsmittel im Einsatzsieb auf deiner Arbeitsplatte o. ä abstellen zu müssen.
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Diese Aufgabe wird durch den Kochtopf nach Anspruch 1 gelöst, der erfindungsgemäß ein Abgießsieb besitzt, das drehbar an der Topfwand aufgehängt ist. Mit anderen Worten der Kochtopf besitzt ein Abgießsieb, das in dem Kochtopf drehbar angeordnet ist und in dem beim Kochen die Nahrungsmittel liegen. Zum Abgießen wird der Kochtopf lediglich um eine horizontale Achse gekippt, so dass das Wasser aus dem Kochtopf auslaufen kann. Dabei bleibt das Abgießsieb aufgrund der drehbaren Aufhängung unabhängig von dem Kippwinkel des Kochtopfes horizontal ausgerichtet, so dass die Nahrungsmittel in dem Abgießsieb bleiben und nicht herausfallen. Nach dem Abgießen kann der Kochtopf ohne weiteres abgestellt werden, wo die Nahrungsmittel gegebenenfalls weiter abtropfen können. Das dabei abgegebene Wasser sammelt sich an dem Kochtopfboden und die Nahrungsmittel schwimmen hierin nicht herum. Ferner wird vorteilhafterweise verhindert, dass die Nahrungsmittel unmittelbar mit dem Kochtopfboden in Berührung kommen, was das Anbrennen verhindert.
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Vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden anhand der Unteransprüche beschrieben.
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Nach einer ersten bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Abgießsieb schalenförmig oder topfförmig ausgebildet ist und am oberen Rand über zwei Drehgelenke so mit der Topfwand verbunden ist, dass es innerhalb des Kochtopfes frei drehbar ist. Die bevorzugte Schalen- oder Topfformen liefert ein größtmögliches Volumen des Abgießsiebes, bei dem dennoch gewährleistet ist, dass es innerhalb des Kochtopfes frei drehbar ist. Bei einem im Querschnitt kreisrunden Kochtopf ist eine halbkugelförmige Ausbildung des Abgießsiebes optimal. Als Drehgelenke kommen alle möglichen Ausführungsformen inklusive lösbaren und unlösbaren Verbindungen in Frage. Allerdings ist das Abgießsieb vorzugsweise lösbar mit der Topfwand verbunden, womit es aus dem Topf entnommen und separat gereinigt werden kann. Zur Entnahme des Abgießsiebes ist vorzugsweise ein drehbarer Griff angeordnet, der zur Entnahme des Abgießsiebes in eine senkrechte Position gebracht wird.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht ein Drehgelenk, vorzugsweise beide Drehgelenke, aus einem Stift und einer Aufnahme mit einer nach unten offenen Nut. Vorzugsweise ist der Stift T-förmig ausgebildet und lösbar oder unlösbar mit der Topfwand verbunden. Die Aufnahme ist bevorzugt hinterschnitten und an dem Abgießsieb befestigt. Eine derartige Konstruktion ist äußerst einfach aufgebaut und somit leicht und kastengünstig herstellbar. Zum Einlegen des Abgießsiebes in den Topf muss nur gewährleistet sein, dass die Stifte in die Nuten der Aufnahmen eingreifen. Diese sind nach einer bevorzugten Ausführungsform so bemessen, dass das Abgießsieb im zusammenbauten Zustand auf den Stiften gelagert ist. Die beschriebene bevorzugte Ausführungsform der Lagerung des Abgießsiebes innerhalb des Kochtopfes bietet einen sicheren Halt und der Kochtopf kann beliebige Kippwinkel zum Abgießen des Kochwassers einnehmen, ohne dass das Abgießsieb aus dem Kochtopf fällt. Vielmehr bleibt dieses stets horizontal ausgerichtet, so dass zudem keine Nahrungsmittel aus dem Abtropfsieb herausfallen.
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Die Richtung des Kippvorgangs ist bei Kochtöpfen mit zwei diametral gegenüberliegenden Griffstücken in der Regel festgelegt, so dass es ausreicht das Abgießsieb um eine Drehachse drehbar zu lagern, die im Wesentlichen mit der Verbindungslinie der beiden Griffe zusammenfällt. Im Falle einer Kasserolle oder eines anderen Topfes mit nur einem Griff ist es allerdings aus denkbar, das Abgießsieb innerhalb des Kochtopfes kardanisch, also drehbar um zwei winkelig zueinander angeordnete Drehachsen, aufzuhängen, so dass auch mehrere Abgießrichtungen vorhanden sind.
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Konkrete Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:
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1a und b je eine Querschnittsdarstellung eines Kochtopfes mit eingelegtem Abgießsieb,
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2a und b je eine Explosionsdarstellung eines Kochtopfes mit einem Abgießsieb,
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2c–e schematische Detailansichten von Drehgelenken und
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3a und b zwei schematische Darstellungen eines Abgießvorgangs.
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Nach einer konkreten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besitzt der Kochtopf 1, einen Topfboden 2, eine Topfwand 3, Griffelemente 10, 10' und ein Abgießsieb 4, an dessen Unterseite mehrere Abgießöffnungen 5 angeordnet sind. Über zwei Drehgelenke 6, 6' ist das Abgießsieb 4 mit der Topfwand 3 verbunden, so dass das Abgießsieb 4 in Drehrichtung A drehbar innerhalb des Kochtopfes 1 gelagert ist. 1a zeigt einen Kochtopf 1, bei dem die Drehachse B parallel zur Blattebene angeordnet ist, während 1b um 90° gedreht ist, womit die Drehachse B des Abgießsiebes 4 in die Blattebene hineinzeigt.
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Bei der Verwendung des Kochtopfes 1 wird er so weit mit Wasser 9 befüllt, dass die in dem Kochtopf 1 lagernden Lebensmittel vollständig bedeckt sind. Alternativ hierzu ist es auch möglich lediglich den Topfboden 2 mit Wasser 9 zu bedecken, um die in dem Abgießsieb 4 liegenden Nahrungsmittel zu dünsten. Bei lösbaren Drehgelenken 6, 6' ist zur Entnahme des Abgießsiebes 4 ist an seiner Oberseite ein schwenkbarer Griff 7 angeordnet, der in Pfeilrichtung 8 gedreht werden kann.
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Die 2a und 2b zeigen in je einer schematischen Explosionsdarstellung, wie das Abgießsieb 4 in Pfeilrichtung 26 in den Kochtopf 1 hineingestellt und aus dem Kochtopf 1 entnommen werden kann. Hierzu sind als Drehgelenke 6, 6' an der Topfwand 3 auf diametral gegenüberliegenden Seiten zwei T-förmige Stifte 21, 21' mit je einem frontseitigen tellerförmige Führungselement 22, 22' angeordnet. Das Abgießsieb 4 besitzt demgegenüber eine Aufnahme 23, 23' mit je einer nach unten hin offenen Nut 24, 24'. Die Nut 24, 24' ist in ihrer Breite so bemessen, dass sie den Stift 21, 21' umfassen kann. Dabei wird das Führungselement 22, 22' in einer Hinterschneidung 25, 25' der Nut 24, 24' geführt, so dass das Abgießsieb 4 sicher in dem Kochtopf 1 gehalten wird. Beim Einlegen und Entnehmen des Abgießsiebes 4 in den Kochtopf 1 kann das Griffelement 7 verwendet werden, das hierzu in Pfeilrichtung 8 in eine senkrechte Position geschwenkt werden kann.
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Detailansichten des T-förmigen Stiftes 21, 21' sowie der Aufnahme 23, 23' sind in den 2c, 2d und 2e gezeigt.
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Der Abgießvorgang und mithin die Funktionsweise einer konkreten Ausführungsform der Erfindung ist schematisch in den 3a und 3b dargestellt. Hierzu wird der Topf in Pfeilrichtung A so weit um die Drehachse B des Abgießsiebes 4 verkippt, dass das Kochwasser 9 aus dem Topf herausläuft (Pfeil 31). Sobald das komplette Kochwasser 9 abgeschüttet ist, kann der Topf wieder zurückgeschwenkt werden und auf eine Ablage gestellt werden, wo die Nahrungsmittel weiter abtropfen können, ohne dass sie in ihrer eigenen abgegebenen Flüssigkeit schwimmen oder am heißen Topfboden 2 festbrennen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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