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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Multifunktionsspüle mit einem Spülbecken und einer Wasserarmatur, die in, an oder auf den Korpus eines Küchenmöbels angeordnet sind, wobei die Wasserarmatur eine Wasserzuflusseinheit für das Spülbecken und ein Abflusssystem umfasst, und wobei im unteren Bereich des Korpus ein Freiraum vorhanden ist.
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Derartige Multifunktionsspülen sind weithin bekannt. Ein natürliches Bedürfnis des Menschen besteht darin, sich die Arbeit so weit wie möglich zu erleichtern und auch einen gewissen Komfort zu nutzen, wenn dies möglich ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn Wasser zum Einsatz kommt. Wasser hat für den Menschen nicht nur Reinigungs- sondern auch Komfort- oder Wohlfühlfunktion. Die bisherigen Multifunktionsspülen tragen diesem Aspekt keine Rechnung.
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Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Multifunktionsspüle der eingangs genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, mit der Reinigungsarbeiten weiter erleichtert werden können und die dem Benutzer nach Wunsch gewissen Komfort bereit hält.
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Diese Aufgabe wird von einer Multifunktionsspüle nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass in den Freiraum im unteren Bereich des Korpus eines Küchenmöbels bei einer Multifunktionsspüle wenigstens eine zumindest teilweise aus dem Korpus herausfahrbare Schubladenwanne angeordnet ist, wobei zumindest eine der Schubladenwannen einen Wasserabfluss aufweist, der über einen flexiblen Schlauch an das Abflusssystem der Wasserarmatur angeschlossen ist oder der an ein Bodenabflusssystem eines Gebäudes anschließbar ist. Gegebenenfalls muss eine Pumpe eingeschaltet werden, um Höhenunterschiede zu überwinden. Die Schubladenwanne kann mit Wasser befüllt werden.
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Eine derartige Schubladenwanne kann vielfältig genutzt werden. Bei entsprechender Stabilität kann sie eine Person tragen, so dass die oftmals ungeliebte Arbeit des Geschirrspülens mit einem angenehmen Fußbad kombiniert werden kann. Möglich ist auch das Platzieren der Schubladenwanne vor dem Herd oder in anderen Küchenbereichen, wobei lediglich die Länge des flexiblen Schlauches eine Grenze bildet. Die Schubladenwanne bietet auch eine ungefährliche Spielmöglichkeit für kleine Kinder, die sich der Faszination von Wasser auf Krabbelhöhe sicherlich nicht verschließen werden. Aufgrund der geringen Bauhöhe ist eine Gefahrensituation für das Kleinkind bei entsprechender Auslegung der Schubladenwanne nahezu auszuschließen.
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Da der Korpus des Küchenmöbels, in dem die Multifunktionsspüle untergebracht ist, oftmals überbreit ist, kann daran gedacht werden, auch zwei oder noch mehr Schubladenwannen vorzusehen, die mit Wasser befüllt werden können.
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Vorteilhaft weist die wenigstens eine Schubladenwanne einen Schubladenkorpus auf, in den eine Wanne aus Metall oder Kunststoff eingelassen ist. Die Wanne ist dann einfach zu reinigen, während der Korpus an den Korpus des Küchenmöbels angepasst werden kann, sowohl was Abmessungen als auch was das Aussehen betrifft.
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Es ist bevorzugt, dass die wenigstens eine Schubladenwanne einen Satz Laufrollen aufweist. Dadurch wird das komfortable Herausziehen erleichtert, gleichzeitig bieten die Laufrollen Auflagestabilität und können geringe Unebenheiten im Boden ausgleichen.
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Weiter vorteilhaft ist die wenigstens eine Schubladenwanne in zumindest einer Position in Bezug auf den Korpus des Küchenmöbels arretierbar. Auch dies trägt zur Standsicherheit einer Person bei, die die Schubladenwanne beispielsweise für ein Fußbad nutzt.
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Obwohl andere Ausführungsformen denkbar sind, ist vorgesehen, dass die Schubladenwanne vorteilhaft rechtwinklig ist und eine Vorderfläche, eine Rückfläche und zwei einander gegenüber stehende, die Vorderfläche und die Rückfläche verbindende Seitenflächen aufweist. Dann nämlich kann die wenigstens eine Schubladenwanne mittels eines Schubladenauszugssystems, das an jeder der Seitenflächen angreift, geführt werden. Die Schubladenwanne kann gegebenenfalls auch aus diesem Schubladenauszugssystem ausgehängt werden, wenn sie an anderer Stelle als beim Korpus des Küchenmöbels für die Multifunktionsspüle genutzt werden soll.
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Noch mehr Möglichkeiten bieten sich, wenn die Wasserarmatur eine Wasserzuflusseinheit an oder nahe der wenigstens einen Schubladenwanne umfasst. Bei der Wasserzuflusseinheit kann es sich beispielsweise um eine Handbrause handeln. Diese kann im Korpus des Küchenmöbels versteckt untergebracht sein oder sich direkt an der Schubladenwanne befinden. Die Handbrause kann üblicherweise einen Schlauch aufweisen, so dass sie auch benutzt werden kann, um beispielsweise einen Putzeimer zu füllen. Damit entfällt das umständliche Anheben des doch recht schweren, mit Wasser gefüllten Putzeimers aus dem Spülbecken, wenn er dort wie üblich über einen Wasserhahn gefüllt würde.
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Es ist weiter bevorzugt, dass die Wasserarmatur eine Umlenkeinrichtung aufweist, welche den Wasserfluss nach Wahl von der Wasserzuflusseinheit für das Spülbecken zur Wasserzuflusseinheit für die wenigstens eine Schubladenwanne oder umgekehrt leitet. Dann nämlich kann auch für die Wasserzuflusseinheit für die wenigstens eine Schubladenwanne das ohnehin vorhandene Warmwassersystem für die Wasserarmatur genutzt werden.
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Schließlich kann vorgesehen sein, dass weiterhin in dem Freiraum des Korpus des Küchenmöbels ein zumindest teilweise herausfahrbarer Wagen mit einer Auflagefläche vorgesehen ist. Diese kann ein Handtuch oder eine Sitzmatte tragen und trägt so weiter zum Komfort bei, da beispielsweise ein spielendes Kleinkind schnell abgetrocknet werden kann.
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Im Folgenden soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigt:
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1 eine erste Ausführungsform einer Multifunktionsspüle gemäß der vorliegenden Erfindung;
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2 eine Detailansicht aus 1, die die Funktion einer Handbrause erläutert;
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3 einen Teil der Wasserarmatur, wie sie bei der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird; und
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4 eine weitere Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung in einer Ansicht entsprechend der 2.
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1 zeigt eine Multifunktionsspüle gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung, die ein Spülbecken 10 und eine Wasserarmatur aufweist, die einen Wasserhahn 12 als Wasserzuflusseinheit für das Spülbecken 10 und ein nicht dargestelltes Abflusssystem umfasst. Weiter ist ein Wassertemperaturregler 14 vorgesehen, mit dem die Temperatur des aus dem Wasserhahn austretenden Wassers eingestellt wird. Die Wasserarmatur umfasst weiterhin eine Umschalteinrichtung 16, deren Funktion später erläutert wird. Ein Abfluss 18 am Boden des Spülbeckens 10 ist mit dem Abflusssystem verbunden. Das Spülbecken 10 mitsamt dem bisher beschriebenen Teil der Wasserarmatur ist auf übliche Weise in den Korpus 20 eines Küchenmöbels eingelassen bzw. eingebaut. Der Korpus 20 weist überdies in seinem unteren Bereich einen Freiraum 22 auf. Dieser ist üblicherweise durch eine Sockelblende verschlossen. Die Erfindung nutzt nun diesen Freiraum 22, indem in diesen wenigstens eine zumindest teilweise aus dem Korpus 20 herausfahrbare Schubladenwanne 30 angeordnet ist. Bei der dargestellten Ausführungsform läuft die Schubladenwanne 30 auf Rollen 32 und ist durch ein Schubladenauszugssystem 34, das auch mit dem Korpus 20 verbunden ist, geführt. Die Schubladenwanne 30 kann, falls nötig, aus dem Schubladenauszugssystem 34 ausgehängt und unabhängig genutzt werden. Um die Schubladenwanne 30 mit Wasser zu befüllen, ist im Korpus 20 verdeckt hinter einer Blende 24 eine herausnehmbare Handbrause 40, die einen weiteren Teil der Wasserarmatur bildet, angeordnet. Schließlich ist im Freiraum 22 ein zumindest teilweise aus dem Korpus herausfahrbarer Wagen 50 angeordnet, der mit einer Auflagefläche 52 versehen ist.
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2 zeigt eine Detailansicht der 1. Die bei Nichtgebrauch hinter der hochklappbaren Blende 24 versteckte Handbrause 40 weist einen flexiblen Schlauch 42 auf, so dass sie zum Befüllen der Schubladenwanne 30 oder eines anderen Gefäßes, wie eines Putzeimers, aus dem Korpus 20 des Küchenmöbels herausgezogen werden kann. In der Nähe einer Rückwand der Schubladenwanne 30 befindet sich ein Wasserabfluss 36, der an dasselbe Abflusssystem der Wasserarmatur abgeschlossen sein kann, der Abfluss 18 des Spülbeckens 10 (1), der alternativ aber auch an ein Bodenabflusssystem eines Gebäudes anschließbar ist. Die Kopplung erfolgt über einen flexiblen Schlauch, der in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
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3 zeigt einen Teil der Wasserarmatur im funktionalen Zusammenhang. Von außen zugeführtes Wasser wird in dem Wassertemperaturregler 14 auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Mit Hilfe der Umschalteinrichtung 16 kann der Benutzer festlegen, ob der Wasserhahn 12 oder die Handbrause 40 versorgt werden soll. Die Umschalteinrichtung 16 kann dabei als Kippschalter oder als Taster, wie im Ausschnittsbild in 1 gezeigt, ausgebildet sein.
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4 zeigt eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, bei der die Schublade 30 einen Schubladenkorpus 60 aufweist, in den eine Wanne 62 aus Metall, beispielsweise Edelstahl, eingelassen ist. Der Wasserabfluss 36 ist geringfügig abgesenkt, um das Auslassen von Wasser aus der Schubladenwanne 30 zu erleichtern. Der Schubladenkorpus 60 ist in Abmessungen und Ausgestaltung an den Korpus 20 des Küchenmöbels angepasst, insbesondere wird durch die Vorderwand 64 des Schubladenkorpus die üblicherweise vorhandene Sockelblende nachgebildet. In ähnlicher Weise ist der Wagen 50 mit einer Vorderfläche 54 versehen, die sich in Abmessungen und Aussehen an den Korpus 20 anpasst. Bei dieser Ausführungsform trägt die Auflagefläche 52 des Wagens 50 ein Handtuch 70 mit sich, hier kann aber gleichermaßen ein Sitzkissen oder eine Matte angeordnet sein.
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Die in der vorstehenden Beschreibung, in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.