-
Die
Neuerung betrifft ein Fassadensystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
-
Aus
der
DE 20 2006
018 818 U1 ist ein gattungsgemäßes Fassadensystem
bekannt. Die Fassadenplatten sind dabei zweischichtig aufgebaut. Eine
erste, tragende Schicht ist mit Schrauben versehen, die sich durch
diese tragende Schicht hindurch zur Haltekonstruktion erstrecken.
Auf die erste, tragende Schicht ist dann die zweite Außenschicht
bzw. sichtbare Oberfläche der Fassadenplatte aufgeklebt, so
dass die Schraubenköpfe überdeckt sind.
-
Aus
der Praxis ist weiterhin ein Fassadensystem bekannt, bei welchem
Halter die Kanten der Fassadentafeln umgreifen und ihrerseits hinter
den Fassadentafeln an der Haltekonstruktion mittels Nieten oder
Schrauben befestigt sind.
-
Problematisch
ist in beiden Fällen, dass eine nachträgliche
Zugänglichkeit zu den Haltern nicht ohne weiteres möglich
ist:
Bei dem gattungsgemäßen Fassadensystem
sind nicht nur die Schraubenköpfe durch die zweite Außenschicht
bzw. sichtbare Oberfläche der Fassadenplatte verdeckt,
sondern die Fassadentafeln in horizontale Riegel der Haltekonstruktion
eingehängt. Um eine Fassadentafel aus dem Fassadensystem
zu entfernen, muss sie daher ausgehängt werden, was eine
gewisse Beweglichkeit nach oben erfordert. Wenn beispielsweise eine
Fassadentafel aus der Mitte der Gebäudefassade defekt ist
und ausgetauscht werden soll, ist es in Art einer Kettenreaktion
erforderlich, sämtliche darüber befindliche Fassadentafeln
zunächst zu entfernen, um anschließend die defekte
Fassadentafel aushängen zu können und reparieren
oder durch eine neue Fassadentafel ersetzen zu können,
woraufhin dann anschließend sämtliche darüber
befindliche Fassadentafeln nach und nach wieder montiert werden
können.
-
Ähnlich
müssen auch bei dem zweitgenannten, praxisbekannten Fassadensystem
zunächst benachbarte Fassadentafeln demontiert werden,
um an die Befestigung jener Halter gelangen zu können, welche
die eigentlich zu demontierende Fassadentafel halten, so dass sich
auch hier die oben erwähnte Kettenreaktion ergibt.
-
Der
Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes
Fassadensystem dahingehend zu verbessern, dass dieses an jeder beliebigen Stelle
der Fassade einen möglichst einfachen Austausch einer Fassadentafel
ermöglicht.
-
Diese
Aufgabe wird durch ein Fassadensystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
-
Die
Neuerung schlägt mit anderen Worten die Verwendung eines
so genannten Reparaturhalters vor, der nicht verborgen hinter der
sichtbaren Oberfläche der Fassadentafel befestigt ist,
sondern einen Haltearm aufweist, welcher der Vorderseite der Fassadentafel
anliegt und somit die Fassadentafel am Gebäude bzw. an
der Haltekonstruktion hält. Von diesem Haltearm aus erstreckt
sich ein Schaft des Reparaturhalters zur Haltekonstruktion und ist
dort festgelegt. Die Montage des Reparaturhalters ist dadurch möglich,
dass dieser ein Betätigungselement aufweist, welches wahlweise
die Demontage oder die Montage des Reparaturhalters ermöglicht,
also die Herstellung oder das Lösen einer Verbindung zwischen
Reparaturhalter und Haltekonstruktion bewirkt. Das Betätigungselement
ist dabei vorschlagsgemäß von außen bedienbar,
also auch bei einer vollkommen intakten Fas sade zugänglich,
ohne dass erst bestimmte Fassadenteile demontiert werden müssten.
-
Durch
Verwendung des vorschlagsgemäßen Reparaturhalters
kann also ein derartiger Reparaturhalter mitten in einer Fassadenfläche
vorgesehen sein und von außen betätigt werden,
also beispielsweise von der Haltekonstruktion gelöst werden,
und wenn sämtliche eine Fassadentafel haltenden Halter als
Reparaturhalter ausgestaltet sind, so kann die Fassadentafel vollständig
entnommen werden bzw. an der Haltekonstruktion befestigt werden,
ohne dass es hierzu der Demontage benachbarter Fassadenplatten bedarf.
-
Ist
beispielsweise eine Fassadentafel mitten in einer Fassadenfläche
defekt, so kann diese ohnehin defekte Fassadentafel beispielsweise
durch völlige oder teilweise Zerstörung der Fassadentafel
oder ihrer Halter aus der Gebäudefassade entnommen werden,
ohne die benachbarten Fassadentafeln handhaben zu müssen.
Anschließend wird eine Ersatz-Fassadentafel angebracht
und mit den vorschlagsgemäßen Reparaturhaltern
an der Haltekonstruktion festgelegt. Die Reparaturhalter können
mittels des von außen handhabbaren Betätigungselements
problemlos befestigt werden, so dass innerhalb kürzestmöglicher
Zeit die gewünschte Reparatur der Gebäudefassade
durchgeführt werden kann.
-
Die
vorschlagsgemäßen Reparaturhalter können
beispielsweise die Ränder einer Fassadentafel übergreifen.
Je nachdem, wo die Haltekonstruktion vorgesehen ist und wie diese
zum Verlauf der Ränder einer Fassadentafel angeordnet ist,
kann jedoch vorteilhaft vorgesehen sein, dass diese Fassadentafel
eine Bohrung aufweist an der Stelle, wo ein Reparaturhalter angeordnet
werden soll, so dass sich der Schaft des Reparaturhalters durch
die Bohrung der Fassadentafel zur Haltekonstruktion erstrecken kann.
Auf diese Weise kann eine Fassadentafel nicht nur randseitig, sondern
auch an beliebiger Stelle in ihrer Fläche gehalten werden.
Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn großflächige
Fassadentafeln gehalten werden sollen und beispielsweise gegen Windsog
gesichert werden sollen. Während sich große Fassadentafeln
bei entsprechenden Soglasten nach vorn wölben und somit
das Maß der Überdeckung verringert wird, mit welcher
randseitige Halter der Fassadentafel anliegen, kann mithilfe eines
oder mehrerer in die Fläche der Fassadentafel gesetzter Reparaturhalter
eine derartige Wölbung zuverlässig vermieden und
somit der sichere Halt der Fassadentafel gewährleistet
werden.
-
Die
Befestigung des Reparaturhalters an der Haltekonstruktion kann beispielsweise
dadurch erfolgen, dass der Reparaturhalter mittels eines Bajonettverschlusses
an der Haltekonstruktion festgelegt wird. In diesem Fall muss kein
separat bewegliches, von außen erkennbares Betätigungselement
vorgesehen sein, sondern ein von der Fassadenaußenseite
her zugänglicher Abschnitt des Reparaturhalters kann in
diesem Fall das Betätigungselement bilden, an welchem der
Reparaturhalter erfasst und verdreht werden kann, so dass die Bajonettverriegelung
wahlweise gelöst oder verriegelt werden kann. Beispielsweise
kann der oben bereits erwähnte Haltearm dazu dienen, den
Reparaturhalter um die Längsachse seines Schafts zu drehen
und so die Bajonettverriegelung zu bewirken oder zu lösen.
-
Alternativ
dazu kann vorgesehen sein, dass der Reparaturhalter mit der Haltekonstruktion
verschraubt wird, so dass die Schraube das entsprechende Betätigungselement
des Reparaturhalters bildet. Dabei kann vorteilhaft vorgesehen sein,
dass sich in diesem Fall die Schraube durch den Schaft des Reparaturhalters
erstreckt. An der Haltekonstruktion kann vorteilhaft eine Mutter
festgelegt sein, mit welcher die Schraube zusammenwirkt, so dass nicht
etwa ein Gewinde in die Haltekonstruktion selbst eingeschnitten
werden muss.
-
Mit
der oben bereits angesprochenen Möglichkeit, mithilfe der
Reparaturhalter Fassadentafeln gegen Windsog zu sichern, können
besonders großflächige Fassadentafeln zuverlässig
an der Haltekonstruktion gehalten werden. Somit ist beispielsweise auch
eine ästhetisch besonders vorteilhafte Ausgestaltung des
Fassadensystems möglich, bei welcher die Höhe
der Fassadentafeln größer ist als deren Breite,
die Fassadentafeln also als aufrechte Formate am Gebäude
angebracht werden. So können beispielsweise Fassadentafeln
vorgesehen sein, die sich über eine gesamte Geschosshöhe
erstrecken und die mittels der vorschlagsgemäßen
Reparaturhalter zwischen ihrer Ober- und ihrer Unterkante als zusätzliche
Sicherung mittels eines vorschlagsgemäßen Reparaturhalters
an der Haltekonstruktion festgelegt sind.
-
Die
Pfosten der Haltekonstruktion können vorteilhaft als Strangpressprofile
ausgestaltet sein, insbesondere als Hohlkammerprofile, so dass sich eine
leichte und steife Ausgestaltung der Haltekonstruktion ergibt, wodurch
die Montage der Haltekonstruktion an der Gebäudewand erleichtert
und eine zuverlässige Festlegung der Fassadentafeln sichergestellt
ist. Dabei können diese Pfosten vorteilhaft längs verlaufende
Aufnahmekanäle aufweisen, die jeweils einen etwa C-förmigen
Querschnitt aufweisen, der nach außen offen ist. Durch
die dadurch gebildeten Hinterschnitte können in die Aufnahmekanäle
Elemente eingesetzt werden, die entweder aufgrund der nach außen
offenen C-förmigen Ausgestaltung der Aufnahmekanäle
von außen zugänglich sind, wie beispielsweise
die oben erwähnten Muttern, zu denen sich die Schrauben
der Reparaturhalter erstrecken, oder so dass sich die in den Aufnahmekanälen befindlichen
Elemente nach außen erstrecken können, wie beispielsweise
Abstandshalter oder Dämpfungselemente, die aus elastomerem
Material bestehen können und eine vibrations- und klapperfreie
Anlage der Fassadentafeln an der Haltekonstruktion ermöglichen.
-
Ausführungsbeispiele
des vorliegenden Vorschlages werden anhand der rein schematischen Darstellungen
nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt
-
1 einen
Ausschnitt aus einem ersten Fassadensystem, welches in einem Horizontalschnitt dargestellt
ist, und
-
2 eine
Frontalansicht auf einen Ausschnitt einer Gebäudefassade,
und
-
3 einen
Horizontalschnitt ähnlich 1 durch
ein weiteres Fassadensystem.
-
In
den Zeichnungen ist mit 1 ein aufrechter Pfosten einer
Haltekonstruktion dargestellt, wobei die Haltekonstruktion außer
den aufrecht verlaufenden Pfosten 1 auch liegend verlaufende,
nicht dargestellte Riegel aufweist. Die Haltekonstruktion dient
zur Festlegung von Fassadentafeln 2 vor einer Gebäudewand.
Dabei sind Halter vorgesehen, die als so genannte Reparaturhalter 3 ausgestaltet
sind. Hierzu weist der Pfosten 1 einen Aufnahmekanal 4 mit
etwa C-förmigem Querschnitt auf, der nach außen,
also zu der vom Gebäude abgewandten Seite hin, offen ist. In
diesem Aufnahmekanal 4 sind einerseits mehrere Abstandshalter 5 angeordnet,
die einen etwa dreieckigen Querschnitt aufweisen, aus einem Elastomerwerkstoff
bestehen und somit eine klapperfreie Anlage der Fassadentafeln 2 an
den Pfosten 1 des Fassadensystems ermöglichen.
-
Zudem
sind in den Aufnahmekanälen 4 der Pfosten 1 die
Reparaturhalter 3 gehalten: Die Reparaturhalter 3 bestehen
einerseits aus einer aufrecht ausgerichteten, im Aufnahmekanal 4 angeordneten Grundplatte 6,
die mithilfe eines Niets 7 gegen Höhenverlagerungen
innerhalb des Aufnahmekanals 4 gesichert am Pfosten 1 festgelegt
ist. An diese Grundplatte 6 ist ein Schaft 8 angeformt,
der sich nach außen erstreckt, also ebenfalls in die vom
Gebäude abgewandte Richtung, und zwar bis zur Vorderseite
der Fassadentafel 2.
-
Die
Fassadentafel 2 aus 2 weist
an einer oder mehreren Stellen jeweils eine Bohrung 9 auf, durch
die sich der Schaft 8 des Reparaturhalters 3 erstreckt.
An der Außenseite der Fassadentafel 2 liegt ein
Haltearm 10 des Reparaturhalters 3 an, wobei dieser
Haltearm 10 mittels einer Schraube 11 befestigt
ist. Die Schraube 11 erstreckt sich in ein komplementäres
Innengewinde, welches im Schaft 8 vorgesehen ist, so dass über
den Schaft 8 der Haltearm 10 an der Haltekonstruktion
des Fassadensystems befestigt ist.
-
In
den 1 und 2 ist der Reparaturhalters 3 derart
ausgerichtet dargestellt, dass der Haltearm 10 sich nach
oben und nach unten erstreckt, so dass der Schaft 8 und
der Haltearm 10 insgesamt eine etwa T-förmige
Haltekontur ergeben, welche an der Haltekonstruktion des Fassadensystems
sichert. Der Schaft 8 ist mit einer Ummantelung 12 aus
einem Elastomerwerkstoff versehen, um Beschädigungen der
Fassadentafel 2 auszuschließen, wobei die Fassadentafel 2 aus
Naturstein, keramischen Baustoffen, oder insbesondere auch aus Glas
bestehen kann.
-
Bei
dem Ausführungsbeispiel der 1 ist der
Reparaturhalter 3 oberhalb der Oberkante der dort dargestellten
Fassadentafel 2 angeordnet, so dass er diese Oberkante übergreift
und gleichzeitig die Unterkante einer darüber angeordneten
zweiten Fassadentafel 2 übergreifen kann, so dass
der eine Haltearm 10 mit seinen beiden Abschnitten zwei
Fassadentafeln 2 anliegt. Um die beiden übereinander angeordneten
Fassadentafeln 2 zu halten, muss der Haltearm 10 aufrecht
ausgerichtet sein.
-
Bei
dem Ausführungsbeispiel der 2 ist der
Reparaturhalter 3 in der Fläche der dort dargestellten
Fassadentafel 2 angeordnet, so dass er sich durch die eigens
dafür vorgesehene Bohrung 15 erstreckt und mit
seinem Haltearm 10 beidseitig von dem Schaft 8 derselben
Fassadentafel 2 anliegt. Um die Fassadentafel 2 zu
halten, kann der Haltearm 10 in einer beliebigen aufrechten,
liegenden oder schrägen Stellung ausgerichtet sein.
-
In 3 ist
ein Fassadensystem dargestellt, bei dem der Pfosten 1 mittels
einer U-förmigen Konsole an einer Gebäudewand
befestigt ist und zwei Aufnahmekanäle 4 aufweist,
in denen Abstandshalter 5 angeordnet sind. Zur Festlegung
zweier benachbarter Fassadentafeln 2 dient ein Reparaturhalter 3,
der zwischen den beiden Fassadentafeln 2 angeordnet ist.
Der Haltearm 10 dieses Reparaturhalters 3 ist
nicht wie in den 1 und 2 aufrecht, sondern
liegend ausgerichtet. Der Haltearm 10 des Reparaturhalters 3 ist
einteilig mit dem sich durch die Fassadentafel 2 erstreckenden
Schaft 8 ausgebildet.
-
Am
freien Ende des Schaftes 8 ist eine Schraube 14 ersichtlich,
die mit einer Mutter 15 zusammenwirkt, welche als flache
Platte ausgestaltet und zwischen den beiden Aufnahmekanälen 4 an dem
Pfosten 1 befestigt ist. Die Montage oder Demontage dieses
Reparaturhalters 3 erfolgt durch Drehbetätigung
seines Haltearms um die Längsachse des Schaftes 8.
-
Abweichend
von diesem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
kann vorgesehen sein, dass der Haltearm 10 zwar einteilig
mit dem Schaft 8 ausgebildet ist, die Schraube jedoch nicht
als fest daran vorgesehene Schraube 14 ausgestaltet ist,
sondern vielmehr als separate Schraube 11 wie bei den Ausführungsbeispielen
der 1 und 2.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 202006018818
U1 [0002]