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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Behandeln von Hautkrankheiten
mittels Kangalfischen. Die Vorrichtung umfasst eine Heilwanne zum Durchführen
der Behandlung und eine Reinigungsstation zum Reinigen der Kangalfische.
Es ist ein Verbindungskanal zwischen der Heilwanne und der Reinigungsstation
vorgesehen. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betrieb
einer solchen Vorrichtung.
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Eine
Vorrichtung dieser Art ist in
DE 20 2008 005 347 U1 beschrieben. Die Patienten
nehmen zusammen mit den Kangalfischen ein Bad in der Heilwanne.
Es ist bekannt, dass die Kangalfische an der Haut des Patienten
knabbern und dass dies den Patienten bei einer Reihe von Hautkrankheiten
Linderung bringt. Allgemein stellt sich bei Vorrichtungen dieser
Art das Problem, sowohl den Anforderungen der Hygiene als auch den
Belangen des Tierschutzes Genüge zu tun. In
DE 20 2008 005 347 U1 wird
vorgeschlagen, die Kangalfische nach der Behandlung eines jeden
Patienten mit einem Korb aus der Heilwanne herauszuheben und sie
in die Reinigungsstation einzusetzen, um sie dort zu reinigen. Durch
die Reinigung der Kangalfische und der Heilwanne wird das Risiko
vermindert, dass Keime von einem ersten Patienten auf einen zweiten
Patienten übertragen werden. Vor der Behandlung des nachfolgenden
Patienten werden die Kangalfische wieder von der Reinigungsstation
in die Heilwanne überführt. Das Überführen
der Kangalfische zwischen der Heilwanne und der Reinigungsstation
ist umständlich und erfordert einen erheblichen Einsatz
von Personal.
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Der
Erfindung liegt vor diesem Hintergrund die Aufgabe zu Grunde, eine
Vorrichtung sowie ein zugehöriges Verfahren vorzustellen,
die einen geringeren Personaleinsatz erfordern. Ausgehend vom eingangs
genannten Stand der Technik wird die Aufgabe gelöst durch
die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte
Ausführungsformen finden sich in den Unteransprüchen.
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Bei
der Vorrichtung ist erfindungsgemäß eine Pumpe
vorgesehen, mit der ein Wasserstrom durch den Verbindungskanal erzeugt
werden kann. Der Wasserstrom ist so bemessen, dass die Kangalfische
durch den Wasserstrom zwischen der Heilwanne und der Reinigungsstation
transportiert werden. Bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren wird ein von der Heilwanne zu der Reinigungsstation bzw. umgekehrt
gerichteter Wasserstrom erzeugt, mit dem die Kangalfische zwischen
der Heilwanne und der Reinigungsstation transportiert werden.
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Zunächst
werden einige Begriffe erläutert. In der Heilwanne findet
die Behandlung des Patienten statt, die darin besteht, dass die
Kangalfische an der Haut des Patienten knabbern. Dazu kann entweder der
Patient insgesamt in der Heilwanne baden oder er kann einzelne Körperteile,
wie beispielsweise die Füße, in die Heilwanne
halten.
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In
der Reinigungsstation werden die Fische gereinigt. Die Reinigung
kann beispielsweise darin bestehen, dass die Kangalfische einem
Wasserstrom ausgesetzt werden, der Verunreinigungen von der Oberfläche
löst, und dass die Kangalfische einer im Vergleich zur
Temperatur in der Heilwanne niedrigeren Temperatur ausgesetzt werden,
um Ausscheidungen anzuregen, die mit dem Wasserstrom abtransportiert
werden können. Es sind auch andere Abläufe zur
Reinigung der Fische möglich.
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Mit
der Formulierung, dass die Kangalfische zwischen der Heilwanne und
der Reinigungsstation transportiert werden, ist sowohl die Möglichkeit
erfasst, dass der Transport von der Reinigungsstation in die Heilwanne
stattfindet, als auch die Möglichkeit erfasst, dass der
Transport von der Heilwanne in die Reinigungsstation stattfindet.
Durch den mit der Pumpe erzeugten Wasserstrom können die
Kangalfische in einer der beiden Richtungen oder in beiden Richtungen
transportiert werden. Als Pumpe wird im Rahmen der Erfindung jedes
Mittel angesehen, mit dem ohne Zuhilfenahme der Schwerkraft ein
Wasserstrom durch den Verbindungskanal erzeugt werden kann.
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Mit
der Erfindung wird ein System vorgestellt, das einen Transport der
Kangalfische zwischen der Heilwanne und der Reinigungsstation ermöglicht, ohne
dass die Kangalfische von einer Bedienperson getragen werden müssen.
Der Personaleinsatz im Vergleich zu bekannten Anlagen ist vermindert.
Zudem findet der Transport statt, ohne dass die Kangalfische das
Wasser verlassen müssen. Zwar ist es rechtlich zulässig,
die Kangalfische mehrfach am Tag mittels eines Korbs zwischen der
Reinigungsstation und der Heilwanne hin- und her zu tragen, jedoch vermindert
sich der Stress für die Kangalfische, wenn sie im Wasser
bleiben können.
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In
dem erfindungsgemäßen System findet sowohl der
Transport der Kangalfische von der Reinigungsstation in die Heilwanne
als auch umgekehrt durch einen Verbindungskanal statt. In beiden
Richtungen folgen die Kangalfische einem durch den Verbindungskanal
gerichteten Wasserstrom. Es ist möglich, den Wasserstrom
in beiden Richtungen mittels einer Pumpe zu erzeugen. Vorzugsweise
wird in einer der beiden Richtungen die Schwerkraft zur Erzeugung
des Wasserstroms genutzt. Die Reinigungsstation und die Heilwanne
sind dazu auf unterschiedlichen Niveaus angeordnet und der Verbindungskanal
erstreckt sich mit einem stetigen Gefälle zwischen beiden,
so dass durch Öffnen des Verbindungskanals von alleine
ein Wasserstrom von oben nach unten entsteht, der die Fische mit
sich führt. Nur für den Transport in entgegengesetzter
Richtung ist eine Pumpe zum Erzeugen des Wasserstroms erforderlich.
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Es
ist möglich, die Reinigungsstation auf einem höheren
Niveau anzuordnen als die Heilwanne. In vielen Fällen wird
aber die umgekehrte Anordnung vorzuziehen sein, bei der die Heilwanne
höher angeordnet ist als die Reinigungsstation. Insbesondere
ist dies der Fall, wenn die Reinigungsstation in einem Untergeschoss
unterhalb der Heilwanne angeordnet ist. Ist in diesem Fall die Behandlung
eines Patienten abgeschlossen und der Patient aus der Heilwanne heraus
gestiegen, so kann der Verbindungskanal geöffnet werden
und das Wasser fließt mit den Fischen aus der Heilwanne
in die Reinigungsstation. In dem Verbindungskanal kann dazu eine
Sperre vorgesehen sein, die im geschlossenen Zustand den Verbindungskanal
wasserdicht verschließt und im offenen Zustand den Durchtritt
von Wasser und Kangalfischen ermöglicht.
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Mündet
der Verbindungskanal an der tiefsten Stelle der Heilwanne, so kann
das Wasser über den Verbindungskanal vollständig
aus der Heilwanne abfließen. Ein weiterer Abfluss für
die Heilwanne ist nicht erforderlich. Das aus der Heilwanne abfließende
Wasser kann nach der Behandlung eines Patienten mit Keimen verunreinigt sein
und deswegen nicht für die Behandlung weiterer Patienten
verwendbar sein. Aus der Reinigungsstation, in die das Wasser mit
den Kangalfischen geleitet wird, wird das Wasser deswegen vorzugsweise über
einen Abfluss abgeleitet und entweder entsorgt oder einer Aufbereitung
zugeführt. In dem Abfluss der Reinigungsstation ist vorzugsweise
ein Fischgitter angeordnet, durch das Wasser abfließen
kann, während Fische zurückgehalten werden.
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Der
Verbindungskanal ist so groß, dass die Kangalfische sich
leicht durch ihn hindurch bewegen können. Der kleinste
Durchmesser des Verbindungskanals kann zwischen 5 cm und 30 cm,
vorzugsweise zwischen 10 cm und 20 cm liegen. Der Verbindungskanal
kann im Querschnitt rund sein, möglich sind auch andere
Querschnitte. Es zeigt sich, dass die Kangalfische die Neigung haben,
auch einem vergleichsweise langsamen Wasserstrom zu folgen. Besser
mitgeführt werden die Kangalfische jedoch von einem schnelleren
Wasserstrom. Die Geschwindigkeit des Wasserstroms kann beispielsweise
höher sein als 0,5 m/s, vorzugsweise höher als
1 m/s, weiter vorzugsweise höher als 2 m/s.
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Der
Erfindungsgedanke kann in der Form verwirklicht sein, dass sich
lediglich ein einzelner Verbindungskanal zwischen der Heilwanne
und der Reinigungsstation erstreckt. Für den Transport
der Kangalfische von der Heilwanne in die Reinigungsstation wird
dann ein Wasserstrom in der einen Richtung erzeugt, für
den Transport von der Reinigungsstation in die Heilwanne ein Wasserstrom
in der entgegengesetzten Richtung. Dies kann allerdings mit dem
Problem verbunden sein, dass beim Abfließen des Wassers
aus der Heilwanne Keime in dem Verbindungskanal bleiben, die durch
den Wasserstrom in entgegengesetzter Richtung wieder in die Heilwanne
gespült werden. Es besteht die Gefahr, dass ein nachfolgender
Patient mit Keimen eines früheren Patienten in Berührung
kommt. Um dies zu vermeiden, können ein erster und ein
zweiter Verbindungskanal zwischen der Reinigungsstation und der Heilwanne
vorgesehen sein. Der erste Verbindungskanal ist für den Transport
in der einen Richtung, der zweite Verbindungskanal für
den Transport in der anderen Richtung bestimmt.
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Für
den Transport der Kangalfische aus der Reinigungsstation in die
Heilwanne wird vorzugsweise ein aus einem Frischwasservorrat gespeister Wasserstrom
verwendet. Die in der Reinigungsstation gereinigten Fische werden
dann ohne Keime in die Heilwanne transportiert. In einer Ausführungsform
ist die Pumpe zwischen dem Frischwasservorrat und der Reinigungsstation
angeordnet. Die Pumpe saugt dann Frischwasser aus dem Frischwasservorrat
an und pumpt es über die Reinigungsstation und den Verbindungskanal
in die Heilwanne. Vorzugsweise ist in dem Zufluss zwischen der Pumpe
und der Reinigungsstation ein Fischgitter angeordnet, durch das
Wasser hindurchtreten kann, das aber verhindert, dass Fische in
Richtung der Pumpe schwimmen können.
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Alternativ
ist es auch möglich, dass die Pumpe in dem Verbindungskanal
zwischen der Reinigungsstation und der Heilwanne angeordnet ist.
Die Pumpe saugt dann Frischwasser aus dem Frischwasservorrat durch
die Reinigungsstation hindurch an und fördert den Wasserstrom
in Richtung der Heilwanne. Bei dieser Ausführungsform bewegen
sich die Fische durch die Pumpe hindurch. Im Stand der Technik sind
Pumpen bekannt, bei denen dies ohne ein Risiko für die
Fische möglich ist.
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Ein
wesentlicher Bestandteil der Reinigung der Fische in der Reinigungsstation
kann es sein, dass die Fische einem durch die Reinigungsstation hindurch
gerichteten Wasserstrom ausgesetzt werden. Auch dieser Wasserstrom
wird vorzugsweise aus einem Frischwasservorrat gespeist. Es kann
vorgesehen sein, dass dieser Wasserstrom zum Reinigen der Fische
mit derselben Pumpe erzeugt wird, die auch den Wasserstrom für
den Transport der Fische aus der Reinigungsstation in die Heilwanne
erzeugt. Dies kann dadurch erreicht werden, dass beim Reinigen der
Fische der Abfluss geöffnet ist, während der Verbindungskanal
zur Heilwanne wasserdicht geschlossen ist, und dass beim Transport
der Fische in Richtung Heilwanne der Verbindungskanal offen ist, während
der Abfluss wasserdicht geschlossen ist. Es können zu diesem
Zweck wasserdichte Sperren in dem Abfluss und dem Verbindungskanal
vorgesehen sein, so dass ein von der Pumpe erzeugter Wasserstrom
durch geeignetes Öffnen und Schließen der wasserdichten
Sperren zwischen dem Abfluss und dem Verbindungskanal umgelenkt
werden kann.
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Die
Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen anhand vorteilhafter Ausführungsformen beispielhaft
beschrieben. Es zeigen:
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1:
eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung;
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2:
eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung;
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3:
eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung; und
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4:
eine vierte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
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Die
in 1 gezeigte erfindungsgemäße Vorrichtung
umfasst eine als Badewanne ausgebildete Heilwanne 10. In
die Heilwanne 10 kann ein Patient mit seinem ganzen Körper
einsteigen und ein Bad zusammen mit Kangalfischen nehmen. Die Kangalfische
knabbern an der Haut des Patienten und lindern dadurch seine Beschwerden.
Ist die Behandlung abgeschlossen, steigt der Patient aus der Heilwanne 10 heraus
und lässt das Wasser mit den Kangalfischen zurück.
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Von
der tiefsten Stelle der Heilwanne 10 erstreckt sich ein
aus Edelstahl hergestellter Verbindungskanal 11 zu einer
tiefer angeordneten Reinigungsstation 12. Während
der Behandlung ist der Verbindungskanal 11 mit einer wasserdichten
Sperre 13 verschlossen. Ist die Behandlung des Patienten abgeschlossen
und der Patient aus der Heilwanne 10 ausgestiegen, wird
die Sperre 13 geöffnet. Das Wasser fließt
unter dem Einfluss der Schwerkraft aus der Heilwanne 10 ab
und erzeugt einen Wasserstrom durch den Verbindungskanal 11 in
Richtung der Reinigungsstation 12.
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Von
der Reinigungsstation 12 erstreckt sich ein Abfluss 14.
In dem Abfluss 14 sind ein Fischgitter 15 und
eine wasserdichte Sperre 16 angeordnet. Ferner erstreckt
sich von der Reinigungsstation ein Zufluss 17, in dem ebenfalls
ein Fischgitter 18 und eine wasserdichte Sperre 19 vorgesehen
sind. Die Fischgitter 15, 18 sind fest installiert,
die wasserdichten Sperren 16, 19 können
geöffnet und geschlossen werden.
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Wenn
der Wasserstrom aus dem gebrauchten Badewasser und den Kangalfischen
in der Reinigungsstation 12 ankommt, ist die wasserdichte
Sperre 19 in dem Zufluss 17 geschlossen und ist
die wasserdichte Sperre 16 in dem Abfluss 14 offen.
Der Wasserstrom fließt dann durch die Reinigungsstation 12 hindurch
in den Abfluss 14. Die Kangalfische können dem
Wasserstrom wegen des Fischgitters 15 nicht in den Abfluss 14 folgen,
die Fische bleiben also in der Reinigungsstation 12. Wenn
die Heilwanne 10 leer gelaufen ist, endet der Wasserstrom,
der von der Heilwanne 10 durch den Verbindungskanal 11 in
die Reinigungsstation 12 fließt. Wenn der Wasserstrom geendet
hat und alle Fische mit dem Wasserstrom in die Reinigungsstation 12 transportiert
worden sind, wird die Sperre 13 in dem Verbindungskanal 11 geschlossen,
so dass die Fische in der Reinigungsstation 12 eingeschlossen
sind. Die Reinigungsstation 12 und der Abfluss 14 sind
so ausgebildet, dass die Reinigungsstation 12 mit Wasser
gefüllt bleibt, wenn der Wasserstrom von der Heilwanne 10 endet.
Es ist also jederzeit Wasser in der Reinigungsstation 12,
in dem die Fische schwimmen können.
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In
diesem Stadium können sowohl die Fische als auch das Wasser
in der Reinigungsstation
12 mit Keimen von dem zuvor behandelten
Patienten verunreinigt sein. Um die Fische zu reinigen, wird die
wasserdichte Sperre
19 in dem Zufluss
17 geöffnet. Über eine
in dem Zufluss
17 angeordnete Pumpe
20 wird Frischwasser
aus einem Frischwasservorrat
21 angesaugt und in die Reinigungsstation
12 gepumpt.
Es entsteht ein Wasserstrom, der sich von dem Zufluss
17 durch
die Reinigungsstation
12 bis in den Abfluss
14 erstreckt.
Die Fische sind dem Wasserstrom in der Reinigungsstation
12 ausgesetzt,
wobei die Fische durch die Fischgitter
15,
18 und
die Sperre
13 daran gehindert sind, die Reinigungsstation
12 zu
verlassen. Die Reinigungswirkung wird einerseits dadurch erzielt,
dass Keime, die auf der Oberfläche der Fische haften, durch
den Wasserstrom abgespült werden. Andererseits ist das
durch den Zufluss
17 zugeführte Wasser um einige
Grad kühler als das Wasser in der Heilwanne
10,
so dass die Fische zu vermehrten Ausscheidungen angeregt werden.
Die Ausscheidungen werden ebenfalls durch den Wasserstrom abtransportiert.
Die Reinigung der Fische ist in
DE 20 2008 005 347 U1 detailliert beschrieben.
Nach Abschluss des Reinigungsvorgangs wird die Pumpe
20 abgeschaltet
und die wasserdichte Sperre
16 in dem Abfluss
14 geschlossen.
Die Reinigungsstation
12 ist nun gründlich durchgespült
und die Fische schwimmen in Frischwasser.
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Der
Reinigungsvorgang dauert etwa 10 Minuten. Parallel wird in dieser
Zeit die Heilwanne 10 gereinigt und für den nächsten
Patienten vorbereitet. Kurz bevor die Behandlung des nächsten
Patienten beginnt, wird neues Wasser in die Heilwanne 10 eingelassen,
das eine für den Patienten angenehme Badetemperatur hat.
Anschließend werden die Fische aus der Reinigungsstation 12 zu rück
in die Heilwanne 10 transportiert. Dazu wird die Sperre 13 in
dem Verbindungskanal 11 geöffnet und die Pumpe 20 wird eingeschaltet.
Es entsteht ein aus dem Frischwasservorrat 21 gespeister
Wasserstrom, der sich von dem Zufluss 17 über
die Reinigungsstation 12, durch den Verbindungskanal 11 bis
in die Heilwanne 10 erstreckt. Der Wasserstrom ist so stark,
dass er die Fische mit sich führt bzw. die Fische ihm freiwillig
folgen. Wenn alle Fische in der Heilwanne 10 angekommen
sind, wird die Sperre 13 in dem Verbindungskanal 11 geschlossen
und wird die Pumpe 20 abgeschaltet. Die Behandlung des
nächsten Patienten kann beginnen. Theoretisch könnten
die Fische durch den Verbindungskanal 11 bis zu der Sperre 13 schwimmen.
Es zeigt sich aber, dass die Fische sich nicht freiwillig in den
engen Verbindungskanal 11 begeben, wenn sie die Chance
haben, in der Heilwanne 10 zu schwimmen.
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Um
die Fische nicht zu sehr zu belasten, sollten sie mit nicht mehr
als fünf Patienten pro Tag in Berührung kommen.
Ist die Behandlung dieser fünf Patienten abgeschlossen
und sind die Fische in der Reinigungsstation 12 anschließend
gereinigt worden, können sie mit einem nicht dargestellten
Korb aus der Reinigungsstation 12 herausgenommen werden und
in ein Nachtbecken überführt werden. Ein solcher
Korb kann auch für die Reinigungsstationen 12 der
anderen Ausführungsformen vorgesehen sein.
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In
der Ausführungsform, die in 2 dargestellt
ist, ist ein erster Verbindungskanal 23 für den Transport
der Fische von der Heilwanne 10 in die Reinigungsstation 12 und
ein zweiter Verbindungskanal 24 für den Transport
der Fische aus der Reinigungsstation 12 in die Heilwanne 10 vorgesehen.
Die Heilwanne 10 ist in den Boden 22 eines oberen
Geschosses eingelassen. Die beiden Verbindungskanäle 23, 24 erstrecken
sich durch den Boden 22 hindurch bis in die Reinigungsstation 12,
die in einem darunter liegenden Geschoss angeordnet ist. An der Mündung
des Verbin dungskanals 23 ist in der Heilwanne 10 eine
Abdeckung 33 angeordnet, die im geöffneten Zustand
einen Durchtritt der Fische zwischen der Heilwanne 10 und
dem Verbindungskanal 23 erlaubt und die im geschlossenen
Zustand eben mit dem Boden der Heilwanne 10 abschließt.
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In
den Verbindungskanälen 23, 24 sind wasserdichte
Sperren 25, 26, 27 angeordnet, die während
der Behandlung eines Patienten allesamt geschlossen sind. Nach Abschluss
der Behandlung wird die Sperre 25 geöffnet, so
dass das Wasser aus der Heilwanne 10 durch den Verbindungskanal 23 in die
Reinigungsstation 12 fließt. Die Fische werden durch
den Wasserstrom aus der Heilwanne 10 in die Reinigungsstation 12 transportiert. Über
den Abfluss 14 fließt das Wasser aus der Reinigungsstation 12 ab.
Das Fischgitter 15 sorgt dafür, dass die Fische dem
Wasserstrom nicht bis in den Abfluss 14 folgen können,
sondern in der Reinigungsstation 12 bleiben. Das durch
den Abfluss 14 abgeführte Wasser wird entweder
entsorgt oder aufbereitet. Nur nach hinreichender Aufbereitung kann
das Wasser dem erfindungsgemäßen System wieder
zugeführt werden.
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Ist
das Wasser aus der Heilwanne 10 vollständig abgeflossen
und sind alle Fische in der Reinigungsstation 12 angekommen,
wird die Sperre 25 geschlossen, so dass die Fische in der
Reinigungsstation 12 eingeschlossen sind. Zum Reinigen
der Fische wird mit der Pumpe 20 ein aus dem Frischwasservorrat 21 gespeister
Wasserstrom erzeugt, der sich über den Zufluss 17 und
die Reinigungsstation 12 in den Abfluss 14 erstreckt.
Nach Abschluss des Reinigungsvorgangs wird die Sperre 16 in
dem Abfluss 14 geschlossen. Um die Fische aus der Reinigungsstation 12 zurück
in die Heilwanne 10 zu transportieren, werden die Sperren 26 und 27 geöffnet
und es wird mit der Pumpe 20 Wasserstrom erzeugt, der sich
von dem Frischwasservorrat 21 über den Zufluss 17,
die Reinigungsstation 12 und den zweiten Verbindungskanal 24 bis
in die Heilwanne 10 erstreckt. Der Wasserstrom führt
die Fische mit sich und transportiert sie von der Reinigungsstation 12 in
die Heilwanne 10. In dem zweiten Verbindungskanal 24 sind
zwei Sperren 26, 27 vorgesehen, die sowohl von
der Reinigungsstation 12 als auch von der Heilwanne 10 aus ein
Eindringen der Fische in den zweiten Verbindungskanal 24 verhindern.
Es ist eine Steuereinheit 28 vorgesehen, über
die der beschriebene Ablauf automatisch gesteuert werden kann. Insbesondere
umfasst die Steuereinheit 28 eine Kontrollleuchte 29,
die den Abschluss des Reinigungsvorgangs anzeigt.
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Diese
Ausführungsform hat den Vorteil, dass die Transportwege
von der Heilwanne 10 in die Reinigungsstation 12 und
umgekehrt voneinander getrennt sind. Dies vermindert die Gefahr,
dass Verunreinigungen, die sich beim Abfließen des Wassers aus
der Heilwanne 10 in dem Verbindungskanal 23 festgesetzt
haben, wieder in die Heilwanne 10 zurückgespült
werden können.
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In
der Ausführungsform der 3 ist eine
als Fußwanne ausgebildete Heilwanne 10 vorgesehen. Der
Patient sitzt auf dem Boden 22, in den die Heilwanne 10 eingelassen
ist, und badet seine Füße in der Heilwanne 10.
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Die
Reinigungsstation 12, die über einen Verbindungskanal 30 mit
der Heilwanne 10 verbunden ist, ist höher angeordnet
als die Heilwanne 10. Um die Fische nach der Behandlung
eines Patienten aus der Heilwanne 10 in die Reinigungsstation 12 zu transportieren,
ist eine Pumpe 31 in dem Verbindungskanal 30 angeordnet.
Die Pumpe 31 erzeugt einen Wasserstrom von der Heilwanne 10 in
die Reinigungsstation 12, der die Fische mit sich führt.
Die Pumpe 31 hat einen Durchlass, dessen Durchmesser dem
Durchmesser des Verbindungskanals 30 entspricht. Auch wenn
die Pumpe 31 in Betrieb ist, können die Fische
zusammen mit dem Wasserstrom die Pumpe 31 durchqueren,
ohne Schaden zu nehmen.
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Wenn
die Fische in der Reinigungsstation 12 gereinigt worden
sind, wird die in dem Verbindungskanal 30 angeordnete wasserdichte
Sperre 32 geöffnet, so dass das Wasser unter dem
Einfluss der Schwerkraft durch den Verbindungskanal 30 und
die Pumpe 31 in die Heilwanne 10 fließt
und die Fische mit sich führt.
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Ein
weiterer Verbindungskanal 36 erstreckt sich zwischen der
Reinigungsstation 12 und einem Übernachtungsbecken 35.
Sollen die Fische an einem Tag nicht mehr für die Behandlung
von Patienten eingesetzt werden, wird nach Abschluss des Reinigungsvorgangs
eine Sperre 37 in dem Verbindungskanal 36 geöffnet
und es entsteht ein Wasserstrom, der die Fische aus der Reinigungsstation 12 in das Übernachtungsbecken 35 transportiert.
In dem Übernachtungsbecken 35 bleiben die Fische
bis zum nächsten Tag. Um die Fische vor der Behandlung
des nächsten Patienten zurück in die Reinigungsstation 12 zu
bringen, wird eine Pumpe 38 in dem Verbindungskanal 36 eingeschaltet,
die einen aus dem Übernachtungsbecken 35 in die
Reinigungsstation 12 gerichteten Wasserstrom erzeugt, der
die Fische mit sich führt.
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Schließlich
ist in 4 eine Ausführungsform dargestellt, bei
der der Wasserstrom zwischen der Heilwanne 10 und der Reinigungsstation 12 sich in
keiner der beiden Richtungen alleine unter dem Einfluss der Schwerkraft
einstellt. Vielmehr sind zwei Pumpen 31, 34 vorgesehen
zum Transport der Kangalfische in beiden Richtungen vorgesehen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 202008005347
U1 [0002, 0002, 0026]