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Die
Erfindung betrifft ein Beckenwandmodul für die Auskleidung einer Rohwand
eines Schwimmbeckens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Dieses
Beckenwandmodul ist vorgefertigt und weist ein Trägerelement
auf, das einen Wandabschnitt umfaßt. Dieser Wandabschnitt weist
eine beckenseitige Oberfläche
auf, die so ausgebildet ist, dass sie den späteren Wasserkörper des
Schwimmbeckens direkt oder unter Zwischenlage einer Verkleidung
seitlich begrenzt. Zudem ist an dem Trägerelement ein sich an den
Wandabschnitt anschließender
Endabschnitt für
die Ausbildung eines Beckenrandes vorgesehen. Ferner umfaßt die Erfindung
ein Schwimmbecken mit einem derartigen vorgefertigten Beckenwandmodul.
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Derartige
Beckenwandmodule können
beispielsweise in Sandwichbauweise mit allen für die Flächenabdichtung benötigten Mitteln
und als einzeln handhabbare Elemente vorgefertigt werden. Später können sie
dann beispielsweise als Bausatz an den jeweiligen Einsatzort transportiert
werden, wo sie für den
Neubau oder die Sanierung von Schwimmbecken verwendet werden können. Hierzu
werden sie auf eine Rohwand des Schwimmbeckens, die beispielsweise
aus einer Beton- oder
Ziegelwand oder einer alten Schwimmbeckenwand besteht, nacheinander
aufgesetzt und befestigt. Anschließend müssen die beispielsweise hinsichtlich
ihres beckenseitigen Wandaufbaus teilweise oder komplett vorgefertigten
Beckenwandmodule dann nur noch gegenüber dem übrigen Schwimmbecken, das beispielsweise auch
Beckenbodenmodule zur Auskleidung eines Beckenbodens aufweisen kann,
und untereinander abgedichtet werden, um das Schwimmbecken fertig zu
stellen.
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Aus
US 3,885,364 ist ein vorgefertigtes
Beckenwandmodul bekannt, das ein Trägerelement aus Glasfaser verstärktem Kunststoff
aufweist. Das Trägerelement
weist dabei einen das Schwimmbecken seitlich begrenzenden Wandabschnitt
auf, dessen unteres Ende zur Abdichtung in Beton gegossen wird.
Ferner weist das Trägerelement
einen konvex gekrümmten
Endabschnitt auf. An diesem Endabschnitt wird bei der Errichtung
des Schwimmbeckens ein Beton derart angegossen, dass dessen Oberseite
bündig
mit einer Oberseite des Endabschnittes abschließt.
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Nachteilig
an dem bekannten Beckenwandmodul ist, dass die Abdichtung durch
das separate Umgießen
mit Beton sehr zeitaufwendig ist. Dieser Aufwand erhöht sich
zudem dadurch, dass benachbart zur Oberseite des Endabschnittes
ein Gefälle
in den sich hier anschließenden
Beton eingearbeitet werden muss, um im Betrieb des Schwimmbeckens eine
ausreichende Ableitung des beispielsweise in Folge von Wellenschlag überlaufenden
Wassers sicher stellen zu können.
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Die
Aufgabe der Erfindung ist es, die genannten Nachteile zu vermeiden
und bei einem gattungsgemäßen Beckenwandmodul
beziehungsweise Schwimmbecken bei vereinfachter Montage eine ausreichende
Ableitung des im Betrieb anfallenden Überlaufwassers sicherzustellen.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Beckenwandmodul mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Dabei
weist das Beckenwandmodul eine in den Endabschnitt eingeformte Überlaufrinne
auf. Hierdurch ist eine schnellere und kostengünstigere Montage des Schwimmbeckens
möglich,
da die Überlaufrinne bereits
in das vorgefertigte Beckenwandmodul integriert ist und somit bei
Anbringung des Beckenwandmoduls an der Rohwand gleich mit montiert
wird. Auf diese Weise können
auch alle für
das Ableiten von Überlaufwasser
benötigten
Gefälle
direkt am Beckenwandmodul vorgefertigt werden. Hierdurch kann ein
sicheres Ableiten des Überlaufwassers
im Betrieb sichergestellt werden.
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In
einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist die Überlaufrinne
an einem Überstand des
Endabschnittes angeordnet, der sich vom Wandabschnitt im Wesentlichen
senkrecht weg erstreckt. Durch einen derartigen Überstand weist das Trägerelement
am Endabschnitt eine besonders große Tiefe auf, wodurch besonders
viel Platz für
die Überlaufrinne
zur Verfügung
steht. Hierdurch ist es möglich die
Rinne mit einem relativ großen
Fließquerschnitt
auszustatten, um ein ausreichendes Ableiten des Überlaufwassers zu gewährleisten.
Gleichzeitig kann der Überstand
auch genutzt werden, um die Überlaufrinne
derart auszubilden, dass sie mit einer begehbaren Abdeckung versehen
werden kann oder dass sie selbst ohne Stolpergefahr begangen werden
kann. Darüber
hinaus ermöglicht
ein derartiger Überstand
auch eine leichtere Montage, da er direkt oder unter Zwischenlage
eines Montagemittels auf eine Oberseite der Rohwand aufgesetzt werden kann,
wodurch das Beckenwandmodul in Schwerkraftrichtung wenigstens vorläufig fixierbar
ist.
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Ferner
ist es günstig,
wenn die Überlaufrinne wenigstens
zu einer Seitenfläche
des Endabschnittes hin geöffnet
ist. Auf diese Weise kann beim aneinander Setzen der Beckenwandmodule
auch gleichzeitig eine Überlaufrinne
ausgebildet werden, die sich über
zwei oder mehrere Beckenwandmodule erstreckt.
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Vorteilhafterweise
sind sowohl an einer beckenseitigen Oberfläche des Wandabschnittes wie auch
an der Überlaufrinne
Beckenverkleidungselemente in vorgefertigter Weise angebracht. Die
Beckenverkleidungselemente können
dabei durch alle Materialien gebildet sein, die für die Verkleidung
von Schwimmbecken bekannt und geeignet sind, wie beispielsweise
Fliesen, Edelstahl- oder Kunststoffelemente. Hierdurch kann die
gesamte freie Oberfläche des
Beckenwandmoduls, die nach der Montage an der Rohwand noch zugänglich ist
und die im Betrieb des fertigen Schwimmbeckens mit stehendem oder fließendem Wasser
beziehungsweise mit Spritzwasser in Berührung kommen kann, besonders
glatt und dadurch wenig schmutzanfällig und leicht zu reinigend
ausgebildet werden. Dabei werden die Beckenverkleidungselemente
bereits bei der Vorfertigung des Beckenwandmoduls an selbem angebracht,
wodurch eine besonders exakte Verlegung beziehungsweise Montage
möglich
ist. Insgesamt kann somit eine besonders gute Flächenabdichtung des Beckenwandmoduls
gewährleistet
werden.
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Zudem
ist es günstig,
wenn das Trägerelement
an einer Außenseite
Montagemittel für
die provisorische oder dauerhafte Festlegung des Trägerelementes
an Gegenmontagemitteln der Rohwand aufweist. Hierdurch kann die
Positionierung des Beckenwandmoduls beziehungsweise ihre Befestigung an
der Rohwand weiter vereinfacht werden.
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Vorteilhafterweise
weisen die Montagemittel wenigstens eine Nut für die Aufnahme eines schienenförmigen Gegenmontagemittels
auf, die in die Außenseite
des Trägerelementes
eingelassen ist. Hierdurch wird eine besonders exakte Positionierung des
Beckenwandmoduls gegenüber
der Rohwand ermöglicht.
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Ferner
ist es günstig,
wenn in das Trägerelement
mehrere Durchtrittsausnehmungen eingelassen sind, über die
die Außenseite
auch noch dann mit einem Klebemittel versehen werden kann, wenn
das Beckenwandmodul bereits an der Rohwand positioniert ist. Hierdurch
können
die Beckenwandmodule zunächst
exakt gegenüber
der Rohwand positioniert werden, bevor sie endgültig an derselben verklebt werden.
Alternativ hierzu kann das Klebemittel aber auch vorab auf die Beckenwandmodule
aufgebracht werden, um diese bei ihrer Positionierung an der Rohwand
gleichzeitig mit dieser zu verkleben.
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In
einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform ist das Trägerelement
aus Polyurethan hergestellt, wodurch die Beckenwandmodule in kostengünstiger
Weise mit einem besonders leicht handhabbaren und montierbaren Profil
ausgestattet werden können.
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Ferner
wird die Aufgabe durch ein Schwimmbecken mit den Merkmalen gemäß Anspruch
8 gelöst.
Dabei weist das Schwimmbecken das Beckenwandmodul in einer der oben
genannten Ausführungsformen
auf. Ferner ist das Beckenwandmodul mittels einer Klebeverbindung
an der Rohwand gehalten. Hierdurch wird das Beckenwandmodul flächig an
der Rohwand befestigt, was eine besonders stabile Verbindung ermöglicht.
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In
einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist die Klebeverbindung
dabei mittels eines geschäumten
Kunststoffes hergestellt, wodurch der Raum zwischen dem Beckenwandmodul
und der Rohwand zuverlässig
von Wasser freigehalten werden kann. Hierdurch kann eine hohe Dichtigkeit
des Schwimmbeckens erzielt werden.
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Ferner
ist es günstig,
wenn der geschäumte Kunststoff
durch Polyurethan gebildet ist, wodurch die Klebeverbindung besonders
leicht und kostengünstig
herstellbar ist.
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In
den Figuren ist eine beispielhafte Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
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1 eine
perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Beckenwandmoduls und
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2 einen
Schnitt durch einen Endabschnitt des Beckenwandmoduls nach 1.
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1 zeigt
ein Beckenwandmodul 2, mit dem eine Rohwand 4,
beispielsweise in Form einer Betonwand, eines Schwimmbeckens 6 ausgekleidet werden
kann. Dabei weist das Beckenwandmodul 2 ein aus Polyurethan
hergestelltes Trägerelement 8 auf.
Dieses setzt sich im Wesentlichen aus einem Wandabschnitt 10,
der im Betrieb des Schwimmbeckens 6 wenigstens größtenteils
unterhalb eines Wasserspiegels WS liegt, und einem oberen Endabschnitt 12 zusammen,
der einen Beckenrand 14 des Schwimmbeckens 6 bildet.
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Ferner
ist in eine Oberseite 16 des Endabschnittes 12 eine Überlaufrinne 18 eingelassen, über die Überlaufwasser,
das im Betrieb des Schwimmbeckens 6 über den Beckenrand 14 gelangt,
gesammelt und einem Ablauf zugeleitet werden kann. Um dabei die Überlaufrinnen 18 mehrerer Beckenwandmodule 2 aneinander
reihen zu können, ist
die Überlaufrinne 18 in
der dargestellten Ausführungsform
zu beiden Seitenflächen 19 des
Endabschnittes 12 hin geöffnet ausgeführt. Dabei
ist es möglich,
an allen Beckenwandmodulen 2 ein gleichbleibendes Ni veau
eines Rinnenbodens RB vorzusehen, was die Verwendung mehrerer identisch
ausgebildeter Beckenwandmodule 2 ermöglicht.
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Alternativ
hierzu kann, um die Ableitung von Überlaufwasser zu beschleunigen,
auch ein vorgefertigtes Längsgefälle (nicht
dargestellt) ausgebildet werden. Hierzu werden mehrere Beckenwandmodule 2 vorgesehen,
deren Rinnenböden
RB mit einem Längsgefälle ausgebildet
sind, wobei die Rinnenböden
mit einer aufeinander abgestimmt Abstufung hergestellt sind.
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Die Überlaufrinne 18,
wie auch die übrige Oberseite 16 des
Endabschnittes 12 und eine beckenseitige Oberfläche 20 des
Wandabschnittes 10 sind dabei in vorgefertigter Weise mit
Beckenverkleidungselementen in Form von Fliesen 22 versehen. Alternativ
hierzu ist es auch möglich
die Beckenwandmodule 2 erst nach ihrem Einbau mit Beckenverkleidungselementen
zu versehen. In jedem Fall kann dabei, wie dargestellt, zwischen
den Fliesen 22 und dem Trägerelement 8 zudem
eine Dichtung 21 vorgesehen werden. Ferner ist es möglich die Überlaufrinne 18,
wie dargestellt, oberseitig mit einer geschlitzten Abdeckung 23 zu
versehen.
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Wie
insbesondere aus 2 zu entnehmen ist, ist die Überlaufrinne 18 an
einem Überstand 24 des
Endabschnittes 12 ausgebildet, der sich senkrecht vom Wandabschnitt 10 des
Trägerelementes 8 weg
erstreckt. An einer Unterseite 25 des Überstandes 24 ist
ein erstes nutförmiges
Montagemittel 26 vorgesehen, das zur Aufnahme eines schienenförmigen Gegenmontagemittels 28 dient,
das an der Rohwand 4 angeordnet ist.
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Ferner
ist an einer von der beckenseitigen Oberfläche 20 abgewandten
rohwandseitigen Oberfläche 30 des
Wandabschnittes 10 ein zweites nutförmiges Montagemittel 32 vorgesehen,
das zur Aufnahme eines entsprechenden zweiten schienenförmigen Gegenmontagemittels 34 dient,
das ebenfalls an der Rohwand angeordnet ist. Die Unterseite 25 des Überstandes 24 und
die rohwandseitige Oberfläche 30 des
Wandabschnittes 10 bilden dabei zusammen eine der Rohwand 4 zugewandte
Außenseite 36 des
Trägerelementes 8.
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Alternativ
zu der dargestellten Ausführungsform
ist es auch möglich
die Montagemittel 26, 32 schienenförmig am
Trägerelement 8 und
die Gegenmontagemittel 28 nutförmig an der Rohwand 4 auszuführen. Zudem
sind die schienenförmigen
Gegenmontagemittel 28, 34 lediglich beispielhaft
mit einem H-Profil dargestellt und können alternativ jedes sonstige
bekannte und geeignete Profil aufweisen.
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Bei
der Montage des Schwimmbeckens 6 wird das Beckenwandmodul 2 auf
die Rohwand 4 aufgesetzt, wobei die Montagemittel 26, 32 mit
den Gegenmontagemitteln 28, 34 in Eingriff gebracht werden,
um das Beckenwandmodul 2 exakt gegenüber der Rohwand zu positionieren.
Hierbei sind die Montagemittel 26, 32 und die
Gegenmontagemittel 28, 34 derart ausgebildet,
dass sowohl an der Unterseite 25 als auch an der rohwandseitigen
Oberfläche 30 ein
Zwischenraum 38 zwischen der Außenseite des Trägerelementes 8 und
der Rohwand 4 verbleibt.
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Dieser
Zwischenraum 38 dient zur Aufnahme eines Klebemittels in
Form eines geschäumten Kunststoffes 40,
der beispielsweise aus Polyurethan gebildet sein kann. Dieser geschäumte Kunststoff 40 kann
bereits vor der Positionierung des Beckenwandmoduls 2 an
der Rohwand 4 auf die Außenseite 36 aufgetragen
werden. Alternativ hierzu ist es aber auch möglich, wie durch strichpunktierte
Linien angedeutet, an dem Beckenwandmodul 2 Durchtrittsausnehmungen 42 vorzusehen,
die sich von der Außenseite 36 bis
zur beckenseitigen Oberfläche 20 beziehungsweise
bis zur Oberseite 16 erstrecken. Auf diese Weise ist es
möglich
von Seiten des Schwimmbeckens 6 beziehungsweise der Oberseite 16 her
den geschäumten
Kunststoff durch die Durchtrittsausnehmungen 42 hindurch
in den Zwischenraum 38 einzuspritzen. Hierdurch kann einerseits
eine dauerhafte Klebeverbindung zwischen dem Beckenwandmodul 2 und
der Rohwand 4 hergestellt und andererseits ein Wassereintritt
in den Zwischenraum 38 wenigstens größtenteils vermieden werden.