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Die
Erfindung betrifft einen Überschuh
mit Gleitschutzeigenschaften, gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
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Ein
solcher Überschuh
ist aus der
WO 03/084358
A1 zum Einsatz im chirurgischen Bereich auf feuchtigkeitsglatten
Böden bekannt.
Er besteht aus zwei gleichen flachen Zuschnitten polymeren Gewebes,
die aufeinanderliegend längs
ihres gemeinsamen Randes vernäht
sind; wobei jedoch eine mit einem Gummizug auszustattende Einstiegsöffnung offengelassen
bleibt und auch die ihr gegenüberliegende
Längsnaht
gummielastisch ausgelegt sein soll. Beiderseits dieser unteren Längsnaht
ist ein ataktisches Olefin als polymeres Gleitschutzmittel in beliebiger,
etwa streifenförmiger
oder ringförmiger Musterung
aufgeschmolzen. Das mag, wenn trotz der Tendenz zu seitlichem Verrutschen
dieses Gebildes diese Längsnaht
wirklich mittig unter einem Schuh verläuft, Standsicherheit auf feuchten
Innenraum-Böden erbringen;
aber nicht auf Glatteis, hier vermittelt es nur eine trügerische
und deshalb desto gefährlichere
da gar nicht gegebene Sicherheit. Das gilt sinngemäß auch für den aus
Kunststoffzuschnitten zusammengenähten Überschuh mit Verschnürung um
das Fußgelenk
nach
US 4,825,564 .
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In
der
FR 1 378 208 , und
damit vergleichbar in der
DE
1 872 335 U , wird vorgeschlagen, auf Laufsohlen als Gleitschutzmaßnahme einzelne
Flecken aus wasserunlöslichem
Kleber für
ein Schleifgranulat aufzubringen. Das führt allerdings zu Beschädigungen
bei Nutzung auf Holz- oder Kunststoffböden. Nach der
US 4,779,360 oder nach der
US 2005/0229428 A1 sind
Gleitschutzpartikel in die Sohle eines elastisch aufweitbaren Überschuhs
eingelagert, dessen vorgegebene Paßform einem Schuh entspricht.
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Aus
der
DE 36 36 378 A1 ist
zur Schrittsicherung auf Glatteis ein Überschuh mit einer festen Gummi- oder Kunststoff-Sohle
und in diese lokal eingespritzten Spikes (nach unten vorstehenden
angespitzten Hartmetallsstiften) bekannt. Verschnürungen des Überschuhs über den
Spann hinüber
und um die Wade herum sollen ihm Halt am Straßenschuh und damit am Fuß vermitteln.
Aus der
DE 1 908 136
U ist ein ähnlicher Überschuh,
aber mit seine durchgehende Sohle lokal durchdringenden Krampen
bekannt, in die von unten Stollen eingeschraubt werden. Er ist wie
ein vergrößerter Schuh
ausgelegt, in den man mit seinem normalen Straßenschuh hineinschlüpfen soll, um
ihn dann zu verschnüren.
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Mit
solchen Überschuhen
läuft es
sich – schon
wegen der infolge herausstehender Spikes oder Stollen insgesamt
ungewöhnlich
dicken Sohlen – sehr
unsicher, zumal sie nicht so fest am Fuß sitzen, wie der direkt getragene
Straßenschuh;
und das gerade unter den erschwerten, unfallträchtigen Bedingungen vereisten
Untergrundes. Außerdem
bedürfen
solche Überschuhe
mit ihren steifen Sohlen recht großen Raumbedarfes für die Bereithaltung
im Alltag. Derartigen Überschuhen
haftet deshalb der praktische Nachteil an, daß sie gewöhnlich nicht zur Stelle sind,
wenn sie wegen Eisglätte
gerade, und regelmäßig nur
vorübergehend,
benötigt
werden – etwa
auf dem Parkplatz zum kurzen Weg bis in den Supermarkt, bzw. nach
dem Konzertabend für
den Rückweg
zum Auto, oder auch daheim für
den kurzen Gang zum Mülleimer
oder zum Briefkasten.
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Das
gilt im Wesentlichen auch für
die handelsüblichen
Hilfsmittel nach Art von Schneeketten, die, unter die Sohle gelegt,
um die Spitze und den Absatz eines Straßenschuhs herum befestigt werden müssen. Das
ist nicht leicht zu bewerkstelligen, zumal nicht im Winter mit klammen
Fingern, und der zuverlässige
Sitz hängt
sehr von der Form des Straßenschuhes
und seines Absatzes ab. Dadurch ist in der Praxis bei Verwendung
eines derartigen Hilfsmittels die Unfallgefahr auf unsicherem da
eisglattem Untergrund eher noch vergrößert als verringert. Auch kann man
diese kleinen Schneeketten mit ihren vorstehenden Dornen nicht ohne
besonders stabile Schutzhülle
in der Tasche mit sich führen,
und beim Begehen empfindlicherer Böden hinterlassen sie ähnlich Spikes-Überschuhen
unangenehme Beschädigungen.
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In
Erkenntnis vorstehender Gegebenheiten liegt vorliegender Erfindung
die technische Problemstellung zugrunde, einen Gleitschutz-Überschuh
derart auszulegen, daß er
handlicher hinsichtlich Verwendung sowie insbesondere auf vereistem
Untergrund sicherer im Gebrauch ist.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
im Hauptanspruch angegebenen wesentlichen Merkmale gelöst. Danach
hat der Überschuh
etwa die Form einer mit einer, von einem Gummibund gerafften, Einstiegsöffnung versehenen
Schutz-Haube aus, vorzugsweise feuchtigkeitsdicht imprägniertem, textilähnlichem
Gewebe, also jedenfalls aus geschmeidigem Material, wie sie als
durchgehend beutelartiges Gebilde etwa im Hotel als Duschhaube angeboten
bzw. in Operations-, Küchen-
und anderen Rein-Räumen
als barettähnliche
Haarhaube getragen wird. Solche Haube ist nun ihrer Einstiegsöffnung gegenüberliegend
in einem geschwungen begrenzten, gestreckten Stand-Bereich, der
nach Form und Umfang etwa einer mittelgroßen Schuhsohle entspricht,
als lokal verteiltem Gleitschutz mit einzelnen voneinander distanzierten
Flecken ausgestattet, die nach außen weisend etwa Schmirgelmaterial
aufweisen, jedenfalls feinkörnig-scharfkantiges,
hartes Granulat, wie es etwa als Belag auf Schleifpapier handelsüblich ist.
Dieses Granulat erbringt, wie sich gezeigt hat, gerade unter Trittbelastung
auf vereistem Untergrund eine überraschend
gute Haftung bei wegen des dünnen
Trägermaterials
ungestörtem
Bodengefühl.
Diese drinnen Flecken können
direkt etwa aus handelsüblichem
Schmirgelpapier ausgestanzt und dann distanziert zueinander auf
Zeilen und Spalten verteilt unter dem genannten Bereich befestigt, etwa
angeklebt sein; oder das Granulat wird direkt, als biegsamere Flecken
dienend, unmittelbar auf das Trägermaterial
lokal aufgebracht.
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Infolge
der lichten Abstände
zwischen den nur dünnen
Flecken ist eine dicke, durchgehend steife Sohle vermieden, und
dieser Überschuh
kann vielfach, bis auf kleinsten Raum, zusammengefaltet werden.
Im praktischen Einsatz erweist sich dieser gelückte dünne Besatz auch als sehr angenehm,
weil es der Bewegungssicherheit dient, infolge des nur mit den dünnen Flecken
lokal distanziert bestückten
geschmeidigen Materials praktisch mit der eigenen Sohle des Straßenschuhs
aufzutreten.
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Damit
dieser Straßenschuh
auf dem Stand-Bereich im Überschuh
gegen Verrutschen besseren Halt findet, ist es vorteilhaft, wenigstens einzelne
derartige Flecken auch innerhalb des Überschuhs über dem besagten Bereich anzuordnen.
Dadurch wird beim Auftreten ein seitliches Verlagern der im Überschuh
belasteten Sohle des Straßenschuhes zuverlässig unterbunden.
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Das
Anlegen des Überschuhs
durch Eintauchen mit dem Straßenschuh
in die dafür
vorübergehend
manuell gummielastisch aufgeweitete Einstiegsöffnung der Haube wird noch
gefördert,
wenn diese nicht hohlkugelförmig
konfiguriert ist, sondern richtungsorientiert in dem Sinne, daß ihre Abmessung
in Längsrichtung
des Stand-Bereiches größer ist,
als quer dazu. Auf diese Weise fährt
man unwillkürlich
in Richtung der längeren
Achse in diesen haubenartigen Überschuh
mit seinem normalen Straßenschuh
hinein, wodurch dessen Sohle direkt auf den gestreckten Stand-Bereich
aufsetzt, ohne den Überschuh
während
des Anlegens erst noch in diese zutreffende Richtung verdrehen zu
müssen.
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Wegen
der auf dem geschmeidigen, dünnwandig
textilartigen Haube unter freiem Abstand zueinander angeordneten,
aus dem Trägermaterial praktisch
nicht hervorstehenden Flecken bleibt der Überschuh schmiegsam, läßt er sich
also leicht anlegen und wieder abnehmen, und dann wie ein Taschentuch
zusammenknautschen, also stets griffbereit auf kleinstem Raum verstaut
bereithalten oder mit sich führen;
etwa in einer Hosentasche, daheim in einer Schublade der Flurgarderobe,
im Handschuh- oder Türenfach
eines Personenwagens oder in einer mitgeführten Einkaufs-, Akten- oder
Abendtasche. Das ist nicht möglich
bei den vorbekannten Überschuhen
mit ihren aus mehr oder weniger steifen, durchgehenden Sohlen hervorstehenden
Spikes oder Stollen; das ist aber auch nicht möglich bei den handelsüblichen Überziehschuhen
aus typischerweise Polyester-Obermaterial mit ihren für Rutschfestigkeit
auf Fliesenböden
eingestellten durchgehenden Kautschuk-Sohlen, wie sie etwa für den Klinikbedarf handelsüblich sind
aber auf Glatteis keine Hilfe darstellen.
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Weiterbildungen
und Abwandlungen zur erfindungsgemäßen Lösung ergeben sich aus den weiteren
Ansprüchen
und – auch
hinsichtlich ihrer Vorteile – aus
nachstehender Beschreibung eines in der Zeichnung verkleinert skizzierten
bevorzugten Ausführungsbeispiels
nach vorliegender Erfindung. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt
ein in Längsrichtung
seines Stand-Bereiches
hälftig
gefaltet flach ausgebreitetes beutelartiges Gebilde nach Art einer längsgestreckten
textilen Haube, das, in seinem Stand-Bereich erfindungsgemäß ausgerüstet, als
der Überschuh
dient.
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Der
in flachliegender Seitenansicht skizzierte hauben- oder beutelartig
längliche Überschuh 11 aus geschmeidigem
Material weist, einer Haarschutz-Haube vergleichbar, eine von einem – unbelastet
gekräuselt
verlaufenden, Gummizug 12 geraffte Einstiegsöffnung 13 auf,
mit der er – manuell
aufgeweitet – einfach über einen
normal getragenen Straßenschuh
gezogen wird. Dessen Sohle kommt dann der Einstiegsöffnung 13 gegenüber auf
einen Bereich 14 zu stehen, der ähnlich der Geometrie einer
mittelgroßen
Schuhsohle begrenzt aber nicht selbst mit einer durchgehenden Sohle
ausgestattet ist. Stattdessen ist dieser Stand-Bereich 14 zeilen- und
spaltenförmig
mit zueinander beabstandeten Flecken 15 bestückt, die
nach außerhalb,
also von der Einstiegsöffnung 13 nach
unten fort (in der seitlich liegend skizzierten Ansicht demzufolge
auf den Betrachter zu) gerichtet, ein Granulat 16 nach
Art von Schleifmaterial tragen.
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Im
Interesse dieser geometrisch löckenden Anordnung
sind die Flecken 15 nicht zu groß und vorzugsweise alle identisch,
etwa mehreckig oder wie skizziert rund berandet; aber insbesondere
im schmaleren und zugleich stärker
belasteten Fersenbereich 17 können wie skizziert auch Flecken 15' größerer Fläche bzw.
anderer Form, insbesondere länglicher
Geometrie Verwendung finden.
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Infolge
der außerhalb,
wie auch damit übereinstimmend
verlaufend gegebenenfalls innerhalb, des Überschuhes 11 unbestückten Zwischenräume 18 zwischen
den Flecken 15 kann das dünne textilartige, flexibel-geschmeidige
gewebeartige Material des Überschuhs 11 auch
im Stand-Bereich 14 vielfältig gefaltet und so insgesamt
zu einem sehr kleinen, in der Tasche leicht mitführbaren Volumen zusammengedrückt werden,
aus dem keine spitzen Formen hervorstechen.
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Die
Flecken 15, 15' können aus
handelsüblichem
Schmirgelpapier oder Schmirgelgewebe ausgestanzt bzw. ausgeschnitten
und dann mittels eines handelsüblichen,
gut haftenden Klebers aufeine handelsübliche Haube aus reißfestem
und möglichst auch
feuchtigkeitsdicht eingestelltem Material innerhalb des genannten
gestreckten Bereiches 14 aufgeklebt werden. Wenn die Haube
eigens als Überschuh 11 gefertigt
wird, kann es allerdings fertigungstechnisch zweckmäßiger sein,
die einzelnen mit dem Granulat 16 beschichteten Flecken
aus einem Grundmaterial vorzusehen, das im Zuge der Fertigung der haubenartigen
Form des Überschuhes 11 in
dessem Stand-Bereich 14 z.B. gleich eingeschmolzen oder einvulkanisiert
werden kann. Dabei kann das Granulat auch unmittelbar als der Flecken
dienend lokal auf oder in das Grundmaterial auf- oder eingebracht
sein.
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Das
Anlegen des Überschuhs 11 in
bezüglich
des gestreckten Bereiches 14 zutreffender Orientierung
der Straßenschuh-Sohle
ist dadurch gefördert,
daß der Überschuh 11 wie
skizziert eine nicht hohlkugelförmige,
sondern in Richtung des Stand-Bereiches 14 schiffchenförmig gestreckte Form
aufweist. Das erleichtert die Orientierung beim Überziehen des haubenförmigen Gebildes
des Überschuhes 11 über den
Straßenschuh
hinweg, und das ist förderlich
für den
vom Gummizug 12 erbrachten Sitz des Überschuhes 11 am Straßenschuh.
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Für einen
sicheren Stand des normalen Straßenschuhs in diesem Überschuh 11 ist
es vorteilhaft, wenigstens einige solche Granulat 16 aufweisende Flecken
auch, den äußeren möglichst
jeweils gegenüberliegend,
im Innern auf die Einstiegsöffnung 13 zu weisend
etwa einzukleben; bzw. gegebenenfalls beidseitig mit Granulat 16 ausgestattete
Flecken 15 in den Stand-Bereich 14 z.B.
einzuvulkanisieren (in der Zeichnung nicht ersichtlich). Ebenfalls
zeichnerisch nicht erkennbar ist, daß zweckmäßigerweise einzelne jedenfalls
der nach außen
orientierten Flecken 15 nicht mit dem auf vereister Fläche besonders rutschfesten
Granulat 16 ausgestattet sind, sondern mit z.B. einem Kautschuk,
der für
gute Haftung auf glattem feuchtem Untergrund eingestellt ist. Das
fördert
die Schrittsicherheit etwa, vom vereisten Bürgersteig kommend, beim Eintritt
in einen Hausgang mit schneewassernassem Steinboden.
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Ein
auf vereisten Flächen
rutschfester Überschuh 11 ist
demnach erfindungsgemäß ein beutelartig-haubenförmiges textilartiges
Gebilde, das, seiner gummizug-gerafften 12 Einstiegsöffnung 13 gegenüber, auf
einer schuhsohlenartig begrenzten Stand-Fläche 14 gegeneinander
distanziert mit einzelnen Flecken 15 von nach außen weisendem
Granulat 16 nach Art von Schleifmitteln ausgestattet ist. Mangels
einer durchgehenden Sohle läßt dieser
textile Überschuh 11 sich
auf kleinsten Raum zusammenfalten und deshalb stets griffbereit
für bedarfsweise
vorübergehendes
einfaches Überziehen über den
Straßenschuh
mit sich führen.
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- 11
- Überschuh
- 12
- Gummizug
(an 13)
- 13
- Einstiegsöffnung (von 11)
- 14
- Stand-Bereich
(gegenüber
von 13)
- 15
- Flecken
(in 14)
- 16
- Granulat
(als 15 oder auf 15)
- 17
- Fersenbereich
(von 14)
- 18
- Zwischenräume (zwischen 15)