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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Vergrösserungsglas bzw. einen Fingerring
mit einem Vergrösserungsglas
sowie ein Schmuckstück
mit einem Vergrösserungsglas.
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Die
meisten Menschen über
40 leiden an Altersweitsichtigkeit. Solche, die schon vorher eine
Brille tragen mussten, entscheiden sich dann in der Regel irgendwann
zum Kauf einer bifokalen (bzw. evt. einer zweiten) Brille. Leute,
die zuvor keine Sehhilfe brauchten (und Träger einfacher Kontaktlinsen)
zögern
hingegen oft, sich eine (Lese-)Brille zu kaufen bzw. diese auch
regelmässig
zu benutzen, aus Eitelkeit und weil sie sich das Leben nicht komplizierter als
nötig machen
wollen.
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In
einer ersten Phase der Altersweitsichtigkeit, die viele Jahre dauern
kann, ist die Verwendung einer Brille denn auch besonders lästig, weil
sie eigentlich erst für
das Lesen relativ kurzer, besonders klein angeschriebener Texte
(z.B. Telefonbücher, Wörterbücher, Speisekarten
im Restaurant) gebraucht werden, während in normaler Schrift geschriebene
Texte noch problemlos von blossem Auge gelesen werden können. Viele
Leute verzichten daher auf eine Brille und finden sich oft über lange Zeit
etwas resigniert damit ab, nicht mehr alles genau lesen zu können. Für die erwähnten kurzen
Momente, die sich aber gerade auf Reisen häufen können, gibt es nämlich bisher
tatsächlich
keine passende Sehhilfe. Natürlich
kann man sich einfach mit einer gewöhnlichen Lupe behelfen. Im
entscheidenden Augenblick muss diese aber meist erst einmal in der Handtasche,
im Rucksack oder in der Mappe gesucht werden. Ausserdem ist die
Gefahr gross, dass man/frau sie – z.B. im Restaurant – liegen
lässt.
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Lupen,
die an einer Kette aus Silber oder Gold um den Hals getragen werden,
wie es sie schon bisher gab, sind zwar recht praktisch, wirken aber
oft etwas ältlich
und unattraktiv.
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Mit
der vorliegenden Erfindung soll ein Lesehilfsmittel geschaffen werden,
welches den oben genannten Anforderungen gerecht wird und welches
einer an Weitsichtigkeit leidenden Person das Lesen von z.B. kleingeschriebenen
Texten, wie z.B. Fahrplänen,
Packungsbeilagen von Medikamenten, etc. auf einfachste Art und Weise
ermöglicht.
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Erfindungsgemäss wird
die gestellte Aufgabe mittels eines Vergrösserungsglases gemäss dem Wortlaut
insbesondere nach Anspruch 1 gelöst.
Vorgeschlagen wird ein Vergrösserungsglas
aufweisend eine Vergrösserungslinse,
welche vorzugsweise eingefasst ist, und welche verbunden ist mit
einer Klammer, bügelartigen
oder ringartigen Haltevorrichtung, vorgesehen, um das Vergrösserungsglas
bzw. die Linse an einem Finger zu halten bzw. an diesem anzuordnen.
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Vorgeschlagen
wird ein Fingerring, der statt mit einem Schmuckstein mit einer
Lupe bestückt
ist, so dass die geschilderte Aufgabe auf eine einfache, praktische
und ästhetisch überzeugende
Weise gelöst
werden kann.
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Bevorzugte
Ausführungsvarianten
des erfindungsgemäss
vorgeschlagenen Vergrösserungsglases
bzw. des Fingerrings sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis
10 charakterisiert.
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Die
Erfindung wird nun beispielsweise und unter Bezug auf die beigefügten Figuren
näher erläutert.
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Dabei
zeigen:
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1a, 1b das
Funktionsprinzip der erfindungsgemässen Lupe anhand einer Ausführungsvariante,
getragen am Fingerring, einerseits in Tragstellung an der Hand und
andererseits in aufgeklappter bzw. aufgestellter Stellung, geeignet,
um einen Text zu lesen,
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2a, 2b die
Ausführungsvariante
der erfindungsgemäss
vorgeschlagenen Lupe dargestellt in 1 in
Ansicht von oben und im Längsschnitt,
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3a, 3b eine
weitere Ausführungsvariante
der erfindungsgemäss
vorgeschlagenen Lupe, in Ansicht von oben und im Längsschnitt,
und
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4a, 4b wiederum
eine weitere Ausführungsvariante
der erfindungsgemässen
Lupe in Perspektive von oben und im Längsschnitt.
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Hauptbestandteil
der erfindungsgemäss
vorgeschlagenen, vorzugsweise runden Lupe 4 gemäss der Ausführung, dargestellt
in 1 und 2 ist
eine Linse 5 aus Glas oder Kunststoff mit einem Durchmesser
von ca. 2,5–4
cm, vorzugsweise 2,5–3
cm, die beispielsweise in einer schlichten Ringfassung 7 aus Silber
oder Gold oder in einem Kunststoffrahmen gefasst sein kann.
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Auf
der einen Seite der Fassung 7 kann in der gleichen Ebene
wie die Lupe 4 ein kleines Plättchen 9 beispielsweise
aus demselben Metall anschliessen wie die Fassung, wobei dieses
Plättchen ca.
20 mm breit sein kann. An dieses Plättchen sodann schliesst der
eigentliche Fingerring 11 an, wie insbesondere in 1b und
den nachfolgenden 2 und 3 erkennbar.
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Die
Fassung kann aber auch wie insbesondere bei Verwendung von Kunststoff
nahtlos in den Fingerring übergehen.
Der Ring 11 kann beispielsweise am kleinen Finger oder
am Ringfinger getragen werden, wie in den 1a und 1b dargestellt.
Die gefasste Lupe 4 liegt, solange sie nicht gebraucht
wird, ähnlich
wie der Schmuckstein bei einem gewöhnlichen Fingerring auf der
Aussenseite der Hand 1, wie in 1a dargestellt.
Das Zentrum der Lupe liegt je nach- dem beispielsweise in etwa auf
dem Ring- oder Mittelfinger, und auf der einen Seite reicht sie
bis etwa zur Mitte des Mittel- bzw.
Zeigefingers, und auf der anderen etwa bis zur Mitte des Ringfingers,
wo das Plättchen 9 und
der Ring 11 anschliessen. Gerade wegen der äussersten
Schlichtheit des beispielsweise in den 1a und 1b dargestellten
Modells ergibt dies einen schönen,
beinahe klassischen optischen Effekt.
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Wird
die Lupe 4 gebraucht, wird sie mit einer schnellen Handbewegung
aufgeklappt, wobei der Ring 11 sich am Finger dreht. Die
Lupe 4 steht dann ungefähr
in einem rechten Winkel zum Handrücken. Normalerweise ergibt
sich dadurch, dass man das betreffende Handgelenk mit gebogenen
Fingern seitlich auf das zu entziffernde Schriftstück 10 auflegt, gerade
ungefähr
die richtige Distanz zum Dokument, so dass der Text ruhig und ohne
Zittern gelesen werden kann. Ist der Ring 11, wie beim
aufgezeichneten Modell und in 1b erkennbar,
beispielsweise gebogen und offen kann er relativ einfach an die
Fingerdicke der jeweiligen Trägerperson
angepasst werden.
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Die
unter Bezug auf die 1a und 1b beschriebene
Funktionsweise der erfindungsgemässen
Lupe gilt im Übrigen
nicht nur für
die Ausführungsvariante
gemäss
den 1 und 2,
sondern findet entsprechende Anwendung auch auf die nachfolgend
unter Bezug auf die 3 und 4 beschriebenen weiteren Ausführungsvarianten.
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Die 3 zeigt eine weitere Ausführung der erfindungsgemäss vorgeschlagenen
Lupe, wobei in der Variante gemäss 1 und 2 der
Fingerring aus einem eckig gebogenen und offenen Metallband 11 gebildet
wird, währenddem
in 3 der Fingerring 11 kreisrund
gebogen und geschlossen ausgebildet ist.
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Die
Verbindung zwischen dem Fingerring 11 und der Lupe 4 erfolgt über das
kleine Plättchen 9, welches
an einer Seite der Fassung 7 anschliesst. Dabei kann dieses
Plättchen 9 sowohl
Teil der Fassung sein, wie auch Teil des Fingerringes 11.
Die Verbindung zwischen Lupe 4 und dem Ring 11 kann
sowohl starr sein, wie auch schwenkbeweglich. Insbesondere im Fall
eines relativ eng anliegenden, runden Fingerringes 11 kann
es vorteilhaft sein, wenn die Lupe 4 bei Gebrauch vom Handrücken um
eine Achse schwenkbar aufgeklappt werden kann.
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In
den 4a und 4b ist
erneut eine weitere Ausführungsvariante
einer erfindungsgemässen
Lupe 24 dargestellt, wobei 4a die
Lupe 24 in Perspektive von oben zeigt, währenddem
die Lupe 24 in 4b im
Längsschnitt
dargestellt ist. Im Gegensatz zu den vorangehenden Ausführungsvarianten
ist die Fassung 27 für
die Lupenlinse 25 mit einem Halteteil 31 einstückig ausgebildet,
d.h. die Lupenfassung 27 geht nahtlos in das Halteteil 31 über, welches
wiederum, im Gegensatz zu der vorangehenden Ausführungsvariante gemäss 3, nicht vollständig ringförmig geschlossen ausgebildet
ist. Vielmehr ist das Halteteil 31 offen ausgebildet, wodurch
ein Aufstecken auf einen Finger sowie eine Anpassung an die Fingerdicke
wesentlich einfacher ist. Wiederum kann je nach Durchmesser bzw. Öffnungsgrösse des
Halteteiles 31 die erfindungsgemässe Lupe 24 auf den
kleinen Finger, den Ringfinger oder gar auf den Mittelfinger aufgesteckt
werden. Durch das offene Ausbilden der Lupe 24 ist es zudem
einfacher die Fassung 27 zusammen mit der Linse 25 für den Gebrauch "aufzuklappen", d.h. dass die Linse 25 wenigstens
nahezu senkrecht von der Handfläche vorsteht.
Vorzugsweise sind Fassung 27 und Halteteil 31 einstückig aus
einem polymeren Material gefertigt, wobei sich die Wahl des Kunststoffes
nach Verwendungszweck, Designgestaltung, etc. ergibt. Insbesondere
bei technischen Einsatzgebieten, wie beispielsweise in der Textilindustrie,
der chemischen Industrie, etc. kann es durchaus sinnvoll sein, einen hochwertigen
Kunststoff zu wählen,
welcher beispielsweise über
erhöhte
mechanische Eigenschaften verfügt
oder erhöhte
chemische Beständigkeit. Hingegen
beim Alltagseinsatz ist es lediglich wichtig, dass der gewählte Kunststoff
schweissresistent ist. Auch für
die Linse kann anstelle von Glas ein polymeres Material gewählt werden,
wie beispielsweise Polycarbonat, Acrylglas, transparentes Polyamid,
etc.
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Bei
den in den 1 bis 4 dargestellten
Ausführungsvarianten
handelt es sich selbstverständlich nur
um Beispiele, welche auf x-beliebige Art und Weise abgeändert, modifiziert
oder ergänzt
werden können.
Insbesondere muss die Lupe nicht kreisrund sein, sondern sie kann
oval ausgebildet sein, drei-, vier- oder mehreckig, und auch muss
die in der Lupe angeordnete Linse nicht zwingend eingefasst sein. So
ist es selbstverständlich
auch möglich,
in einem peripheren Abschnitt der Linse ein Halteorgan, wie das
beispielsweise erwähnte
Plättchen,
anzuordnen, wobei dies klammerartig, mittels Kleben oder anderen
geeigneten mechanischen Hilfsmitteln erfolgen kann. Dieses Halteorgan
dient wiederum zum Verbinden der Lupe mit dem Fingerring. Auch ist
es selbstverständlich
nicht notwendig, wie in den 1 bis 4 dargestellt, das Vergrösserungsglas
bzw. die Lupe seitlich an der Haltevorrichtung bzw. dem Fingerring anzuordnen,
sondern die Lupe kann auch seitlich verschoben in Bezug auf die
Darstellungen in den 1 bis 4 über
dem Ring liegend angeordnet sein.
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Auch
die Fassung der Linse muss nicht zwingend aus Kunststoff, Silber
oder Gold sein; irgendwelche andere zum Einfassen einer Linse geeigneten
Materialien, wie beispielsweise Titan können verwendet werden. Auch
die Linse selbst muss nicht aus Glas gefertigt sein, sondern sie
kann auch aus einem für
das Herstellen von Linsen geeigneten polymeren Werkstoff bestehen,
wie beispielsweise PMMA, Polycarbonat, etc. Um den optischen Effekt
dieses beispielsweise als Schmuckstück gedachten Vergrösserungsglases
zu verbessern kann die Linse auch leicht getönt ausgebildet sein, wobei
selbstverständlich
die Funktion der Linse als Lesehilfe nicht beeinträchtigt werden
soll.
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Die
erfindungsgemäss
vorgeschlagene Lesehilfe kann aber auch beispielsweise in der Industrie Verwendung
finden, wie insbesondere in der Textilindustrie, wo Lupen z.B. zur Untersuchung
von Textilien verwendet werden. Bekannt sind auch die sogenannten "Fadenzähler"-Lupen, bei welchen
in der Linse gar eine entsprechende Skala eingelassen ist, um einem
Textilingenieur als Hilfe bei der Untersuchung von Textilien zu
dienen.
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Schlussendlich
kann auch der Fingerring auf x-beliebige Art und Weise ausgebildet
sein, wesentlich ist, dass die Lupe am Finger gehalten wird und vorzugsweise
in einer Tragestellung und in einer Lesestellung angeordnet werden
kann.
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Vorgeschlagen
wird also eine an einem Finger getragene Lesehilfe 24 für weitsichtige
Personen zum Lesen von Texten. Die Lesehilfe umfasst eine Lupe bzw.
eine vorzugsweise eingefasste Vergrösserungslinse 25 welche
an einem geschlossenen oder offenen Fingerring 31 gehalten
wird bzw. mit diesem verbunden ist. Dabei kann die Lupe entweder
auf dem Handrücken
oder an den Fingern anliegend als Schmuckstück getragen werden, oder aufgeklappt, im
Wesentlichen senkrecht zum Handrücken
angeordnet als Lesehilfe dienen.