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Die
Erfindung betrifft eine Stagebox, insbesondere eine Stagebox mit
einem Gehäuse
und wenigstens einem Audiokanal mit einer Audiomasse sowie einer
schaltbaren elektrischen Verbindung zwischen dem Gehäuse und
der Audiomasse.
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Eine
Stagebox ist ein in der Tontechnik verwendeter Anschlußkasten
mit Steckbuchsen (üblicherweise
vom Typ XLR, einem Industriestandard für elektrische Steckverbindungen),
der auf einer Bühne montiert
wird. In die Stagebox werden die Kabel der auf der Bühne verteilten
Mikrofone, Instrumente und Effektgeräte eingesteckt. Die Stagebox
stellt die Schnittstelle zwischen der Bühnenverkabelung und dem Multicore
(Kabelbaum) dar, der die Audiosignale einem Mixer (Mischpult) einer
Beschallungsanlage zuführt.
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In
der Regel sind Stageboxen als stabile Metallkästen ausgeführt, die zur Abschirmung der
empfindlichen Mikrofonwege gegen elektromagnetische Störfelder
geerdet werden. Dabei können
aber unter Umständen
unerwünschte „Brummschleifen" entstehen. Ursache
hierfür
ist meistens die Verbindung unterschiedlicher Erdpotentiale auf
der Bühne über die an
die Stagebox angeschlossenen Kabel und Geräte. Zur Beseitigung solcher
Brummschleifen sind in der Praxis bislang folgende Lösungen bekannt:
- – Verwendung
eines Multicores mit Gesamtgeflechtschirm, der sich zur Erdung der
Stagebox eignet und im Falle von Brummstörungen anschlußseitig
getrennt werden kann. Für
diese Lösung
kommen nur bestimmte Kabeltypen in Betracht.
- – Verschraubung
der Stagebox in einem geerdeten Rack. Diese Lösung ist konstruktiv und anwendungsabhängig nur
in wenigen Fällen
praktikabel.
- – Erdung
der Stagebox über
eine interne Verdrahtung, d. h. Herstellen einer Verbindung des
Stagebox-Gehäuses
mit der Audiomasse eines oder mehrerer Kanäle. Hier besteht bei auftretenden Brummschleifen
keine Möglichkeit
der Trennung ohne den Verlust eines oder mehrerer Kanäle durch
Abziehen der entsprechenden Audio-Stecker. Außerdem ist diese Lösung für den Anwender
kaum überschaubar.
- – Erdung
der Stagebox über
eine interne Verdrahtung und einen Schalter, d. h. Herstellen einer schaltbaren
Verbindung des Gehäuses
mit der Audiomasse eines oder mehrerer Kanäle. Eine solche Verbindung
kann bei Bedarf über
einen außen
an der Stagebox angebrachten sogenannten "Ground Lift"-Schalter getrennt werden. Der Schalter
kann aber leicht versehentlich betätigt werden (Bühnenbetrieb),
was zu unvorhersehbaren Störungen
führen
kann. Hinzu kommt, daß der Schaltzustand
bei schlechter Beleuchtung und/oder unzugänglicher Stagebox nicht ohne weiteres
zu erkennen ist.
- – Verwendung
speziell verdrahteter XLR-Anschlußkabel mit einer Verbindung
zwischen Stecker Pin 1 und Steckergehäuse oder Verwendung entsprechender
Zusatzstecker/-adapter. Hier besteht die Gefahr von Verwechslungen
bzw. Verlusten. Insbesondere die Zusatzstecker/-adapter werden als
störend
empfunden; die Lösung
ist insgesamt unpraktisch.
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Im
Falle eines vollständigen
Verzichts auf eine Erdung der Stagebox besteht, wie eingangs erwähnt, die
Gefahr der Einstreuung von elektromagnetischen Störfeldern.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, eine Erdung für ein Stagebox-Gehäuse zu schaffen,
die bei Bedarf eine unkomplizierte Eliminierung einer möglicherweise
auftretenden Brummschleife erlaubt.
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Gelöst wird
diese Aufgabe erfindungsgemäß durch
eine Stagebox mit einem Gehäuse
und wenigstens einem Audiokanal mit einer Audiomasse sowie einer
schaltbaren elektrischen Verbindung zwischen dem Gehäuse und
der Audiomasse, wobei die Stagebox gekennzeichnet ist durch eine
Klinkenbuchse, die so ausgebildet ist, daß durch Einstecken eines passenden
Klinkensteckers in die Klinken buchse die elektrische Verbindung
zwischen dem Gehäuse
und der Audiomasse getrennt wird. Die Schaltfunktion "Masse-Trennung", sofern benötigt, kann gemäß der Erfindung
einfach durch Einstecken eines beliebigen, in jedem Bühnenequipment
zu findenden Klinkensteckers erreicht werden. Die erfindungsgemäße Lösung hat
den Vorteil, daß kein
externer Schalter notwendig ist. Vielmehr stellt die Klinkenbuchse
einen innerhalb des Gehäuses
der Stagebox angeordneten Schalter dar, der somit mechanisch nicht
stört und
auch nicht versehentlich betätigt
werden kann. Der Erdungsschaltzustand ist einfach daran erkennbar,
ob ein Klinkenstecker in die Klinkenbuchse eingesteckt ist oder
nicht. Die Stagebox ist also auf einfache Weise ohne Zusatzteile
zuverlässig geerdet
und kann bei auftretenden Brummstörungen mittels einfachster
und überall
verfügbarer
Hilfsmittel per Schaltfunktion von der ursprünglichen Audiomasse getrennt
werden.
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Eine
Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Klinkenbuchse einen Sleeve-Schaltkontakt aufweist.
Dadurch kann die Stagebox ebenso einfach sogar anderweitig an einem
z.B. auf der Bühne
benutzten Gerät
geerdet werden.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und aus den beigefügten
Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
erfindungsgemäße Stagebox;
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2 einen
Mono- und einen Stereo-Klinkenstecker;
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3 ein
Erdungsschaltbild einer erfindungsgemäßen Stagebox im Normalzustand
und mit eingestecktem Klinkenstecker; und
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4 ein
entsprechendes Erdungsschaltbild gemäß einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Stagebox.
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Die
in 1 schematisch dargestellte erfindungsgemäße Stagebox 10 hat
auf der einen Seite mehrere Steckbuchsen 12 für den Anschluß der auf einer
Bühne verwendeten
Mikrofone, Instrumente und sonstigen Audio-Geräte. Auf der anderen Seite hat
die Stagebox 10 einen Anschluß für einen Kabelbaum (Multicore 14),
der die über
die Steckbuchsen 12 zugeführten Audiosignale zu einem
Mixer überträgt. Die Übertragungswege
für die
einzelnen Audiosignale (Audiokanäle)
weisen in der Regel eine Masseleitung (Audiomasse) auf.
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Das
Gehäuse 16 der
Stagebox 10 besteht aus Aluminium oder einem anderen geeigneten
Metall. Die Stagebox 10 ist intern so verdrahtet, daß eine elektrische
Verbindung zwischen dem Gehäuse 16 und
der Audiomasse eines Audiokanals gebildet ist. Diese elektrische
Verbindung ist schaltbar, d. h. genauer gesagt, sie kann auf Wunsch
unterbrochen werden.
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Hierzu
weist die erfindungsgemäße Stagebox 10 neben
den üblicherweise
als XLR-Buchsen ausgeführten
Steckbuchsen 12 eine Klinkenbuchse 18 auf. Bei
der Klinkenbuchse 18 handelt es sich vorzugsweise um eine
6,35 mm Schaltklinkenbuchse.
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Die
Schaltklinkenbuchse 18 ist geeignet für handelsübliche Klinkenstecker 20a, 20b in
Mono- oder Stereoausführung,
wie sie in 2 beispielhaft dargestellt sind.
Während
der Mono-Klinkenstecker 20a an der Spitze (Tip) T einen
Signalkontakt und am hinteren Teil, der Hülse (Sleeve) S, die Abschirmung und
Rückleitung
(Masse) aufweist, ist beim Stereo-Klinkenstecker 20b dazwischen
noch der Ring R als zweiter Signalkontakt vorgesehen.
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Grundsätzlich kann
auch eine 3,5 mm Schaltklinkenbuchse 18 vorgesehen sein,
obwohl diese in der professionellen Tontechnik seltener Verwendung
findet. Die Schaltklinkenbuchse 18 fungiert als Schalter
für die
elektrische Verbindung zwischen dem Gehäuse 16 und der Audiomasse
des Audiokanals, der durch Einstecken bzw. Abziehen eines passenden
Klinkensteckers 20a, 20b betätigt wird.
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In
den 3 und 4 sind jeweils schematisch ein
Metall-Stageboxgehäuse 22 und
eine Schaltklinkenbuchse 18 gezeigt, die eine 3,5 mm oder
6,35 mm Stereo- oder Mono-Klinkenbuchse sein kann (es wird nur ein
Schaltkontakt benötigt). Die
Bezugszeichen 22 und 24 symbolisieren einen Gehäuseanschluß bzw. eine
Audiomasse, z. B. XLR Pin 1.
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In 3 zeigen
die durchgezogenen Linien den Schaltzustand der Stagebox 10 im
Normalzustand, d. h. ohne eingesteckten Klinkenstecker. Die Buchstaben
T, R und S beziehen sich auf die den Kontakten des Klinkensteckers 20b (siehe 2) entsprechenden
Kontakte der Schaltklinkenbuchse 18. Der Buchstabe N steht
für „Normalling" (durchschaltend
im Normalzustand). Im Normalzustand ist die Audiomasse mit dem Gehäuse 16 verbunden,
so daß das
Gehäuse 16 über die
Audiomasse geerdet ist.
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Bei
Bedarf kann diese Art der Erdung durch Einstecken eines Klinkensteckers
unterbunden werden. Der Schaltzustand, bei dem die Audiomasse nicht
mehr mit dem Gehäuse 16 verbunden
ist, wird durch das Abheben der als Federkontakte ausgebildeten
Kontakte T und R von den festen Kontakten TN bzw. RN bei Einstecken
des Klinkensteckers erreicht (siehe 3). Die Stagebox 10 ist
also intern so verdrahtet, daß durch
Einstecken eines Klinkensteckers in die Schaltklinkenbuchse 18 die
elektrische Verbindung zwischen dem Gehäuse 16 und der Audiomasse
getrennt wird. So kann eine Brummschleife auf einfache Weise eliminiert
werden.
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Eine
Weiterbildung der erfindungsgemäßen Stagebox 10 geht
aus dem Schaltbild der 4 hervor. Die Schaltklinkenbuchse 18 ist
hier mit einem Sleeve-Schaltkontakt
versehen. Durch die Nutzung dieses Masse-Schaltkontakts ist es zusätzlich möglich, das
Gehäuse 16 der
Stagebox 10 nicht nur intern von der Audiomasse zu trennen,
sondern es – ohne
weitere elektrische Beeinflussung – mittels irgendeines Klinkenkabels
(z. B. Gitarrenkabel) direkt an dem Gerät zu erden, das über dieses
Klinkenkabel an die Stagebox 10 angeschlossen ist.
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Die,
geschilderte erfindungsgemäße Art der Erdung
ist nicht auf Boden-Stageboxen
beschränkt, sondern
ist insbesondere auch bei Kabeltrommel- und 19''-Rack-Systemen
einsetzbar.