DE201567C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
oder anderen Stoffen.
die Priorität
—=^—-^A—+
14. Dezember 1900
14. Dezember 1900
Die Erfindung betrifft die Erhitzung hitzebeständiger Stoffe durch einen Lichtbogen im
Vakuum und besteht darin, daß als Lichtbogen der Quecksilberdampflichtbogen verwendet
wird, für welchen der zu schmelzende oder sonstwie zu behandelnde Stoff die Anode
bildet. Es gelingt so bei genügender Stromstärke, die hitzebeständigen Stoffe zum Sintern
oder selbst zum Schmelzen zu bringen. Die durch den Quecksilberlichtbogen hervorgerufene
Erhitzung wird hierbei auf die Elektrode konzentriert, wodurch das ganze Verfahren
sehr wirksam wird und schnell verläuft.
Das Verfahren kann zum Schmelzen oder Reinigen besonders schwer schmelzender Metalle,
wie Wolfram, Thorium, Osmium usw., benutzt werden, indem man aus dem pulver förmigen
Metall Stäbchen preßt und diese als Anoden für den Quecksilberdampflichtbogen verwendet.
Die Zeichnung zeigt beispielsweise zwei Ausführungsformen des den Gegenstand der
Erfindung bildenden Vakuumofens, welche zum Schmelzen von Wolfram geeignet sind,
und von welchen namentlich die zweite die Anwendung großer Stromstärken zuläßt.
Der Vakuumofen der Fig. 1 besteht aus einem entlüfteten Gefäß 1 aus Glas oder
einem anderen geeigneten Stoffe mit einer Quecksilberkathode 2 und einer Kühlkammer
3. Die seitliche Abzweigung 4 endigt in einer Anodenkammer 5, welche eine verhältnismäßig
große Quecksilbermenge 6 enthält und am Boden. durch einen Kautschukstopfen
7 abgeschlossen ist. Ein Stäbchen 8 aus dem durch die hohe Temperatur des Lichtbogens zu schmelzenden oder zu sinternden
Stoffe ist mit dem durch den Stopfen tretenden Stromzuführungsdraht 9 verkittet oder anderweitig verbunden. Es ist zweckmäßig,
daß das Niveau des Quecksilbers in der Anodenkammer vor Inbetriebsetzung des Apparates nur etwas tiefer ist als das obere
Ende des Stäbchens 8, da hierdurch die er hitzende Wirkung des Lichtbogens auf dieses ·
Ende konzentriert wird und der Stab dadurch rasch zum Schmelzen gebracht wird. Das Quecksilberniveau kann durch einen
Sperrhahn 10 geregelt werden, welcher die Verbindung mit einem Abflußgefäß 11 herstellt.
Wenn das Ende des Stäbchens 8 geschmolzen ist, kann man so allmählich Quecksilber
ablassen und dadurch bewirken, daß .die erhitzte Zone allmählich abwärts wandert.
Der Draht 9 muß ständig vom Quecksilber bedeckt bleiben, damit er nicht vom Lichtbogen
getroffen wird. Durch das beschriebene Glühverfahren erhält man einen kleinen Klumpen
von geschmolzenem oder gesintertem Me- g0 tall, welcher frei von flüchtigen Verunreinigungen
ist. Da der Stab 8 aus einem der-
jenigen Metalle gepreßt oder geformt sein kann, welche gewöhnlich nur in Pulverform
erhältlich sind, so kann das Verfahren dazu dienen,' diese Metalle in eine zusammenhängende
Masse überzuführen oder sonstwie zu verändern.
Um die Zündung des Quecksilberlichtbogens zu erleichtern, ist wie bei den Quecksilberdampflampen
eine Hilfsanode 12 in unmittelbarer Nähe der Kathode 2 vorgesehen, so daß
zwischen beiden durch schwaches Schütteln ein Hilfslichtbogen gebildet werden kann,
worauf auch der Hauptlichtbogen einsetzt. Hilfsanode und Kathode sind durch eine Leitung
13 verbunden, die eine geeignete Stromquelle enthält, welche auch diejenige sein
kann, die den Strom für den Hauptlichtbogen liefert. Der Hauptstrom ist gewöhnlich Gleichstrom,
welcher von einem Stromerzeuger 14 geliefert und durch einen Widerstand 15 oder
sonstwie geregelt wird. Da der Strom gewöhnlich groß ist, ist es zweckmäßig, die
Kathode 2 mit mehreren Stromzuführungsdrähten zu' versehen, um die Gefahr zu mindem,
daß das Glas infolge Erhitzung der Drähte springt. Es ist ferner zweckmäßig,
aus der Oberfläche der Kathode einen Platindraht 16 etwas hervorragen zu lassen, da
hierdurch die gesamte, von der Kathode verdampfende Quecksilbermenge vermindert und
damit verhindert wird, daß die Anode durch Berührung mit einer außergewöhnlich großen
Quecksilberdampfmenge abgekühlt wird.
Beim Betriebe des Ofens zeigt sich, daß das Metallstäbchen im wesentlichen den ganzen
Strom führt, daß also das Quecksilber, welches das Stäbchen umgibt, nicht zur Anode
wird. Diese Erscheinung dürfte einem Unterschied in der Polarisation zwischen einer
Quecksilber- und einer festen Oberfläche zuzuschreiben sein, indem die Polarisation der
letzteren geringer ist; daher wirkt das Stäbchen unter Ausschluß des umgebenden Quecksilbers
als Anode.
Der ganze Apparat kann erforderlichenfalls durch ein Luftgebläse oder Wasserkühlung gekühlt
werden.
Die Ausführungsform Fig. 2 gestattet, wie bereits erwähnt, die Durchleitung besonders
starker Ströme. Von dem das entlüftete Gefäß 17 oben abschließenden Kautschukstopfen
18 hängt ein die Kathode aufnehmender Napf aus Quarz, Tonerde oder aus einem anderen
nichtleitenden hitzebeständigen Stoffe herunter.' Dieser Napf, ist mit Quecksilber gefüllt und
mit einer Stromleitung durch die Quecksilbersäule 20 verbunden, welche in ein Rohr eingeschlossen
ist, durch dessen unteres Ende mehrere Zuführungsdrähte 21 treten. Der
Stopfen 18 trägt ferner ein Glasrohr 22, in welchem eine Hilfsanode 23 herunterhängt.
Die Zündung erfolgt durch Öffnen des Sperrhahnes 24 am oberen Ende des Rohres 22,
wodurch Quecksilber aus dem Trichter 25 herabfließt und für einen Augenblick eine
leitende Verbindung zwischen der Hilfsanode und der Kathode herstellt und so einen
Stromkreis über den Widerstand 26 schließt.
Die Hauptanode des Ofens sitzt am unteren Ende des Ofens und besteht aus dem
Stab 27 aus gepreßtem Metall oder einem
anderen zu erhitzenden Stoffe. Sie ist vom Quecksilberkörper 28 umgeben, der durch die
barometrische Säule 29 mit der freien Luft Verbindung hat. 30 ist die Stromquelle.
Indem die Kathode in einem Quarzbecher untergebracht ist, der von den Gefäßwänden
beträchtlich entfernt ist, wird der Lichtbogen gehindert, letztere zu berühren, und es kann
die Stromdichte sehr hoch getrieben werden, ohne Gefahr, daß die Glaswände bersten.
Im vorhergehenden ist Quecksilber als geeigneter Lichtbogenbildner genannt. Statt
dessen können aber auch Amalgame oder ähnliche Legierungen benutzt werden, welche bei
der Gebrauchstemperatur des Ofens verdampfen und nicht auf den zu behandelnden Stoff chemisch einwirken.
Claims (3)
1. Verfahren . zum Erhitzen von hitzebeständigen
Metallen, wie Wolfram, oder anderen Stoffen, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erhitzung ein Metalldamp flichtbogen, z. B. ein Quecksilberdampflichtbogen,
benutzt wird, für welchen der zu erhitzende Körper als Anode dient.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anode von Quecksilber bzw. Amalgam oder einer anderen bei der Ofentemperatur verdampfenden Legierung
umgeben ist, derart, daß die Anode anfänglich nahezu ganz bedeckt und erst allmählich
freigelegt wird.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kathode in einem besonderen, im Innern des Vakuumofens entfernt von dessen Wänden angeordneten, zweckmäßig aus
Quarz bestehenden Napf enthalten ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE201567C true DE201567C (de) |
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ID=464116
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE201567C (de) |
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0
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