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Autosichtscheibe mit eingearbeiteter Antenne Die Erfindung'betrifft
eine Autosichtscheibe mit eingearbeiteter Antenne.
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Autosichtscheiben mit eingearbeiteter Antenne sind in verschiedenen
Ausführungsformen bekannt. So ist es bei Verbundglasscheiben bekannt, in die plastische
Zwischenschicht metallische Drähte einzubetten. Ferner ist es bei Autoscheiben aus
Einscheibensicherheitsglas bekannt, auf einer Oberfläche elektrisch leitende Streifen
aufzubringen, die vorsugsweise aus einer in die Glasoberfläche eingebrannten Leitsilberpaste
bestehen.
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Die bekannten Antennenscheiben können grundsätzlich als Windschutzscheiben
oder auch als Rückwandscheiben Verwendung finden. Die Anordnung der Antennenleiter
auf oder in der Windschutzschebe hat den Vorteil, daß sich die Antenne in größerer
Nähe
zum Empfänger befindet und das Zuleitungskabel entsprechend kurz ausgebildet sein
kann. Auf der anderen Seite hat die Anordnung der Antennenleiter auf der Rückwandscheibe
den Vorteil, daß das Sichtfeld der Windschutzscheibe von den Antennenleitern frei
bleibt.
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Wenn sich die Antennenleiter auf bzw. in der Rückwandscheibe befinden,
treten wegen der erforderlichen längeren Zuleitungskabel zum Empfänger besondere
Probleme auf. Diese Probleme bestehen darin, daß zur Erzielung eines optimalen Empfanges
das Zuleitungskabel durch zusätzliche induktive und/oder kapazitive Abstimmglieder
an die Antenne angepaßt werden muß.
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Diese Abstimmung bedingt also einen zusätzlichen Aufwand.
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Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, diesen
für die Abstimmung der Antenne erforderlichen Aufwand auf ein Minimum zu verringern.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die
Abstimmglieder, wie Induktivitäten, Kapazitäten und/oder abgeschirmte Leitungen,
in der für die jeweilige Antennenscheibe und die verwendete Zuleitung erforderlichen
Ausführung unmittelbar auf der Antennenscheibe selbst anzuordnen.
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In besonders zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung bestehen die
erforderlichen Abstimmglieder aus einem Leitsilberauftrag, der in die Glasoberfläche
eingebrannt ist.
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Falls die Antennenleiter selbst ebenfalls aus einer eingebr,annten
Leitsilberzusammensetzungbestehen, hat diese zuletzt genannte Ausführung der Erfindung
den besonderen Vorteil, daß Antennenleiter und Abstimmglieder in ein und demselben
Arbeitsgang auf die Glasscheibe aufgebracht und eingebrannt
werden
können.
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Selbstverständlich kann die neue Anordnung auch bei Autoscheiben Anwendung
finden, die ganz oder teilweise aus Kunststoff bestehen. In diesem Fall können die
Abstimmglieder auf der Kunststoffscheibe angeordnet sein, wobei dann zum Aufdrucken
flaterialien verwendet werden, die keinen Einbrennvorgang erfordern.
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Die Erfindung wird anhand der Abbildungen näher erläutert. Von den
Abbildungen zeigt Fig. 1 eine Autoscheibe mit eingearbeiteter Antenne und einem
Abstimmglied in der Ansicht, und Fig. 2 bis 7 verschiedene Ausführungsformen von
auf der Glasoberfläche aufgebrachten Abstimmgliedern.
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Mit 1 ist eine Automobil-Rückwandscheibe bezeichnet. Sie kann aus
thermisch vorgespanntem, sogenanntem Einscheibensicherheitsglas, oder aus mehrschichtigem,
sogenanntem Verbundsicherheitsglas bestehen. Auf der dem Wageninnern zugekehrten
Oberfläche der Glasscheibe 1, bzw. im Falle einer Verbundglasscheibe gegebenenfalls
auch innerhalb der die beiden Einzelglasscheiben 'einander verbindenden plastischen
Zwischenschicht, sind die Antennenleiter angeordnet. Im dargestellten Fall handelt
es sich um einen Faltdipol mit den waagerechten Ästen 2 und den senkrechten Leitern
3 und 4. Vorzugsweise sind die Antennenleiter schmale, größenordnungsmäßig einige
Zehntel Millimeter breite Streifen und bestehen aus einer in die Glasoberfläche
eingebrannten Leit silberzusammensetzung.
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Anstelle eines Dipols kann selbstverständlich auch ein einzelner
Antennenleiter
oder auch eine Mehrzahl von parallel geschalteten Leitern vorgesehen sein.
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Am Ende der beiden Leiter 3 und 4 ist, wie schematisch mit 5 angedeutet,
ein oder mehrere Abstimmglieder und ein Anschlußelement für den AnschluB des zum
Empfänger führenden Kabels angeordnet.
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Als Abstimmglied kann beispielsweise, wie in Figur 2 dargestellt,
ein Syinmetriertransformator 6 vorgesehen sein. Anzahl und Abmessungen der Windungen
dieses Transformators richten sich dabei nach den Charakteristiken des Antennenleiters
und des Anschlußkabels. Für einen gegebenen Autotyp lassen sie sich, wie im übrigen
auch alle anderen Abstimmglieder, ein für allemal festlegen. Mit 8 ist das Anschlußelement
angedeutet, an dem das Zuleitungskabel befestigt wird.
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Das Abstiminglied kann auch, wie in Figur 3 dargestellt, aus einer
reinen Kapazität bestehen. Diese Kapazität besteht aus zwei fächerartigen ineinandergreifenden
Leitstreifensystemen 10 und 11. Das Leitstreifensystem 10 ist mit den Antennenleitern
verbunden, das Leitstreifensystem 11 seinerseits mit dem Anschlußelement 8.
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Figur 4 zeigt, in welcher Form eine Abschirmung eines Antennenleiters
12 möglich ist. Hierzu werden in der gleichen Ebene parallel zu dem Leiter 12 auf
beiden Seiten Leitstreifen 13 angebracht. Diese Leitstreifen 13 führen zu dem gemeinsamen
Anschluß 14, der mit dem Mantel des weiterführenden Koarkabels verbunden ist, wahrend
die Seele des Koaxkabels bei 8 an den Leiter 12 angeschlossen wird.
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Figur 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel, in welcher Form mehrere
Abstimmelemente
miteinander gekoppelt werden können. So enthält das dort wiedergegebene Abstimmglied
gleichzeitig den Symmetriertransformator 6 und die Kapazität 10, 11.
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Alle bisher beschriebenen Abstimmglieder lassen sich als im wesentlichen
zweidimensionale Gebilde auf der Oberfläche der Autoscheibe auftragen. Falls die
Autoscheibe aus Verbundsicherheitsglas besteht, können sie auch auf einer der Glasoberflächen
aufgebracht sein, die mit der plastischen Zwischenschicht in Kontakt sind.
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Es ist ebenfalls möglich, die Abstimmglieder als dreidimensio nale
Gebilde auszuführen, indem sie entweder auf den beiden Oberflächen einer Glasscheibe
einander gegenüber angeordnet, oder bei einer Verbundglasscheibe beispielsweise
auf den an der plastischen Zwischenschicht anliegenden Oberflächen der beiden Einzelglasscheiben
aufgebracht sind. Ein Ausführungsbeispiel für eine dreidimensionale Induktivität
ist in den Figuren 6 und 7 im Schnitt und in der Ansicht dargestellt. Der Leiter
3 ist dabei in Form einer Spirale angeordnet, durchdringt die Bohrung 16 in der
Scheibe und ist auf der gegenüberliegenden Seite der Scheibe 1 ebenfalls in Form
einer Spirale auf der Scheibenoberfläche aufgebracht. Zur Erhöhung der Induktivität
sind im dargestellten'Fall auf den Spiralen Ferritplättchen 15 angeordnet.
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Selbstverständlich lassen sich in ähnlicher Weise auch die Kapazitäten
als dreidimensionale Gebilde ausführen, indem die leitenden Schichten auf den beiden
Oberflächen einer Glasscheibe oder,im Falle einer Verbundglastcheibe, der plastischen
Zwischenschicht, einander gegenüber angeordnet werden. Auch die Abschirmungsleitungen
lassen sich auf diese Weise in eine oder mehrere andere Ebenen legen als die abgeschirmten
Leitungen
selbst, so daß auch der Abschirmeffekt dadurch beeinflußt
werden kann.
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Alle in den Beispielen wiedergegebenen Abstimmelemente lassen sich
in einfacher Weise, beispielsweise mit Hilfe des Siebdruckverfahrens, als im wesentlichen
zweidimensionale Gebilde mit einer Schichtdicke von 5 bis 20 µ auf die Glasoberfläche
auftragen und bei erhöhten Temperaturen einbrennen. Falls erforderlich, können ihre
Charakteristiken durch zusätzliche galvanische Verstärkung verändert werden.