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Die Erfindung bezieht sich auf einen zur Rotation Vorteil darstellt, da eine vollkommen konstante
um seine Längsachse geeigneten Reaktionsbecher für Rotationsgeschwindigkeit normalerweise nur mit
die chemische Umsetzung und Absaugung eines einem sehr großen Aufwand erzielbar ist. In" ein·-
Dünnschichtfilms, mit einer Entnahmenut im oberen zelnen läßt sich eine Drehzahlunabhängigkeu ab
Teil der Becherinnenfläche. 5 1400 U/min aufwärts feststellen.
Durch die Veröffentlichung von P. Edman und Diese Eigenschaften des erfindungsfemäßen
G. Begg in der Zeitschrift »European Journal of Reaktionsbechers haben auch eine weitgehende
Biochemistry«, März 1967, S. 80 bis 90, ist ein als Unabhängigkeit von Temperaturänderungen zur
»Sequenator« bezeichnetes Analysegerät zur Durch- Folge. Schließlich kann man sich auch komplizierte
führung von Reaktionen an Dünnschichtfilmen io Dosierungseinrichtungen für die Zugabe der Agenzien
in einem rotierenden Reaktionsbecher bekannt- sowie die bei bekannten Geräten vorgesehenen,
geworden. Das Gerät dient dem Zweck, Aminosäure- komplizierten Be- und Entlüftungsvorrichtungen für
Sequenzen in Proteinen und Peptiden zur Struktur- die Vorratsgefäße der Agenzien ersparen,
aufklärung einem geeigneten Abbauprozeß zu unter- Der wichtigste Vorteil ergibt sich aber im Zuwerfen.
Dieser Abbauprozeß verläuft in einer inerten 15 sammenhang mit der Lösung der gestellten Erfin-Stickstoffatmosphärc
an dem in dem rotierenden dungsaufgabe, da eine quantitative Reaktion des Reaktionsbecher sich ausbildenden Dünnschichtfilm Dünnschichtfilms mit den zugegebenen Agenzien
der zu untersuchenden Substanz. Unter der Wirkung völlig störungsfrei ohne Rückwirkung durch das Abder
Zentrifugalkräfte steigt die in den Becher einge- saugen.· des Dünnschichtfilms aus der Entnahmenut
brachte Flüssigkeit an der Innenwand des rotierenden ao durchgeführt werden kann. Die obligatorische Höhen-Bechers
hoch, wird dabei zu einem dünnen Film begrenzung des Dünnschichtfilms an der stufenverteilt
und durch Zugabe verschiedener, den Film förmigen Verengung verhindert jedes unkontrollierüberdeckender
Agenzien der gewünschten Reaktion bare Verschleppen der Dünnschichtfilme. Dadurch
unterworfen. Die Filmflüssigkeit steigt weiter hoch ist auch die Benetzung des Dünnschichtfilms durch
und sammelt sich in einer am oberen Becherrand 35 die zugegebenen Agenzien genau reproduzierbar, was
vorgesehenen Entnahmenut, welche in die Innenfläche eine Grundbedingung für die Durchführung einer
des Reaktionsbechus eingesenkt ist und eine Tiefe quantitativen Reaktion darstellt,
von etwa 1 mm aufweist. Aus der Fntnahmenut wird Vorzugsweise ist die Tiefe der Entnahmenut größer
die Flüssigkeit mittels eines in dieselbe eintauchenden als die Dicke des Dünnschichtfilms. Dadurch erfolgt
Schlauches abgesaugt. 30 an der Oberkante der stufenförmigen Verengung ein Bei einer derartigen Anordnung hat es sich ds \ ollständiges Abreißen des Flüssigkeitsfilms und eine
nachteilig herausgestellt, daß der in die Entnahmenut Rückwirkung der Absaugung aus der Entnahmenut
eintauchende Absaugeschhuch Turbulenzen in der auf den Dünnschichtfilm im unteren Teil der Becherdie
Nut ausfüllenden Flüssigkeit hervorruft, wobei innenfläche ist ausgeschlossen,
sich diese Turbulenzen rückwirkend auf den Dünn- 35 An Hand der Figur, in de; ein iuialer Schnitt eines
schichtfilm an der Innenfläche des Reaktionsbechers Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Reakübertragen
und den Reaktionsablauf stören. Die er- tionsbechers dargestellt ist, wird die Erfindung näher
wähnten Turbulenzen rufen außerdem Veränderun- erläutert.
gen der Höhe und Gleichmäßigkeit des Dünnschicht- Der untere Teil der zylindrischen Becherinnenfilms
hervor, wodurch eine quantitative Umsetzung 40 wand, auf der sich der nicht dargestellte Dünnschichtnegativ beeinflußt werden kann. film ausbildet, ist in der Figur mit L bezeichnet. Im
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Auf- oberen Teil der Becherinnenfläche ist eine Entnahmegabe
zugrunde, die genannten Schwierigkeiten auf nut 2 vorgesehen, in die ein nicht dargestellter Enteinfache
Weise und mit geringem Aufwand zu be- nahmeschlauch hineintaucht.
seitigen- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst 45 Zwischen der Entnahmenut 2 und dem unteren
durch eine stufenförmige Verengung zwischen der Teil 1 der Becherinnenfläche ist eine stufenförmige
Entnahmenut und dem unteren Teil der Becherinnen- Veiengung3 vorgesehen, die bei der dargestellten
fläche. Ausführungsform am oberen Rand unmittelbar in die Durch diese stufenförmige Verengung, welche vor- Entnahmenut 2 übergeht. Bei dieser Ausführungszugsweise,
unmittelbar in die Entnahmenut übergeht, 50 form besitzt die stufenförmige Verengung 3 die Form
wird der Diinnschichtfilm auf dem gesamten unteren eines zylindrischen Rings. Wichtig ist dabei der
Teil der Becherinnenfläche sowohl in bezug auf seine stufenförmige Übergang vom unteren Teil 1 der
Höhe als auch auf seine Dicke exakt und reproduzier- Becherinnenfläche zum verengten Teil 3.
bar festgelegt, wodurch eine quantitative Reaktion der D ...
zugegebenen Agenzien mit den Stoffen des Dünn- 5J Patentansprüche:
schichtfilms gewährleistet wird. Durch das An- 1. Zur Rotation um seine Längsachse geeigneter
bringen dieser stufenförmigen Verengung ergeben Reaktionsbecher für die chemische Umsetzung
sich aber überraschenderweise noch weitere Vorteile, und Absaugung eines Dünnschichtfilms, mit einer
welche für die Durchführung der Reaktion ins Ge- Entnahmenut im oberen Teil der Becherinnenwicht
fallen. So wird infolge der erzielten, konstanten 60 fläche, gekennzeichnet durch eine
Fläche des Dünnschichtfilms eine weitgehende Unab- stufenförmige Verengung (3) zwischen der Enthängigkeit
der Reaktion von der Viskosität, Ober- nahmenut (2) und dem unteren Teil (1) der
flächenspannung und Volumendosierung der zugege- Becherinnenfläche.
benen Agenzien erreicht, Außerdem wird die Reaktion 2. Reaktionsbecher nach Anspruch I, dadurch
auch von der Rotationsgeschwindigkeit des Reaktions- 65 gekennzeichnet, daß die Verengung (3) unmittel-
bechcr-v unabhängig, was einen außerordentlichen bar in die Entnahmenut (2) übergeht.