DE1238694B - Vorrichtung zum Behandeln von fluessigen und/oder schuettbaren Untersuchungsproben in einer Zentrifuge - Google Patents
Vorrichtung zum Behandeln von fluessigen und/oder schuettbaren Untersuchungsproben in einer ZentrifugeInfo
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- B04B5/0407—Radial chamber apparatus for separating predominantly liquid mixtures, e.g. butyrometers for liquids contained in receptacles
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- Centrifugal Separators (AREA)
Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
GOIn
B04b
Int. CL:
Deutsche KL:
Nummer: 1 238 694
Aktenzeichen: U8219IXb/421
Anmeldetag: 26. Juli 1961
Auslegetag: 13. April 1967
S/ογ
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Behandeln von flüssigen und/oder schüttbaren festen
Untersuchungsproben in einer Zentrifuge mit umlaufendem Zentrifugenkopf, in den die Probenbehälter
mit ihrer Längsachse in radialer Richtung einführbar sind.
Es ist bekannt, flüssige oder schüttbare feste Substanzen zu wissenschaftlichen, z. B. medizinischen
oder auch gewerblichen und industriellen Zwecken einer im folgenden als Agitation bezeichneten Behandlung
dadurch zu unterwerfen, daß man dieselben der Wirkung einer Zentrifugalkraft aussetzt. Ferner
ist es auch bekannt, eine Substanz in einem Behälter gleichzeitig zwei unterschiedlich gerichteten Zentrifugalkräften
zu unterwerfen. Bei dem letztgenannten Verfahren läuft die Achse, um welche die zweite
Drehung erfolgt, außerhalb des von der zu behandelnden Substanz erfüllten Behälters. Dadurch wird
eine Trennung der Mischungsbestandteile der betreffenden Substanz nach ihrer Dichte erreicht. Es sind
auch Siebschleudern bekannt, bei denen Mehrfachdrehungen vorgenommen werden, wobei das Schleudergut
zu- und abgeführt werden kann.
Durch die Erfindung wird bezweckt, eine Vorrichtung zum Behandeln von Stoffen oder Substanzen,
die in flüssiger oder schüttbarer fester Form vorliegen, in einer Zentrifuge zu schaffen, welche eine
wirksame und vielseitige Behandlung der Stoffe und gleichzeitig eine einfache, sichere Bedienung des Gerätes
ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst, daß die Vorrichtung eine in
dem Zentrifugenkopf konzentrisch angebrachte Rinne, die einen Teil des Auflagers für die Probenbehälter
bildet sowie eine Friktionsvorrichtung aufweist, welche in Richtung auf die genannte Rinne bis auf
die freiliegenden Außenwandteile der Probenbehälter während der Rotation des Zentrifugenkopfes absenkbar
ist.
Zweckmäßig ist der Zentrifugenkopf hierbei an seinem Umfang mit Öffnungen versehen, durch
welche die Probenbehälter in den Zentrifugenkopf einführbar sind. In an diesen Öffnungen vorgesehenen,
radial verlaufenden Taschen können die geschlossenen Enden der Probenbehälter gelagert werden,
während die offenen Enden der Probenbehälter jenseits der konzentrischen Rinne in Löchern des
Zentrifugenkopfkörpers gelagert sind, so daß die Probenbehälter mit Hilfe der Friktionsvorrichtung
intermittierend oder kontinuierlich in eine Drehung um ihre Längsachse versetzt werden können, während
der Zentrifugenkopf eine Drehung um die Zen-Vorrichtung zum Behandeln von flüssigen
und/oder schüttbaren Untersuchungsproben in
einer Zentrifuge
und/oder schüttbaren Untersuchungsproben in
einer Zentrifuge
Anmelder:
Dr. Hans Peter Olof Unger, Stockholm
Vertreter:
Dipl.-Ing. E. F. Eitner, Patentanwalt,
München 5, Erhardtstr. 8
Als Erfinder benannt:
Dr. Hans Peter Olöf Unger, Stockholm
Beanspruchte Priorität:
Schweden vom 28. Juli 1960 (7301)
Schweden vom 28. Juli 1960 (7301)
trifugenachse vollführt. Die offenen Enden der Probenbehälter können gemäß einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung durch Schläuche oder Röhren mit einer in der Mitte des Zentrifugenkopfes
angeordneten Flüssigkeitsdosiervorrichtung verbunden werden.
Eine intermittierende Drehung des Probenbehälters um ihre Längsachsen kann auf einfache Weise mit
Hilfe einer Friktionsvorrichtung erzielt werden, die mit ihrer gegen die Probenbehälter gerichteten Fläche
nur einen Teil des Vollkreisbogens der konzentrischen Rinne des Zentrifugenkopfes überdeckt. Um
eine kontinuierliche Drehung der Probenbehälter um ihre Längsachsen herbeizuführen, kann dagegen eine
Friktionsvorrichtung verwendet werden, die aus einem zum Umfang des Zentrifugenkopfes konzentrischen
Reifen besteht. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in der nachstehenden
Beschreibung an Hand der Zeichnung näher erläutert.
Die Verwendung einer Vorrichtung gemäß der Erfindung erleichtert die Behandlung der flüssigen oder
schüttbaren festen Stoffe im Laboratorium sehr erheblich, ebenso wie sie bei der Ausführung industrieller
Verfahren vorteilhaft sein kann. Beispielsweise ist das Waschen von Zellen und die Zentrifugierung
derselben zu serologischen, biochemischen oder anderen medizinischen oder chemischen Zwekken,
bei Blutuntersuchungen usw., wie es z. B. zur Herbeiführung der sogenannten Antiglobulinreaktion
(Coombs Test) benötigt wird, nach dem bisher üblichen Verfahren verhältnismäßig umständlich. Die
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Zellen oder ähnliche Partikeln müssen hierbei in dem Probenbehälter in einer Waschflüssigkeit aufgeschlämmt
werden. Danach werden die Zellen in den Probenbehälter in einer normalen Zentrifuge gegeben
und zum Absetzen zentrifugiert. Sodann wird der Probenbehälter aus der Zentrifuge herausgenommen,
und die Waschflüssigkeit wird abpipettiert, worauf neue Waschflüssigkeit mit einer Pipette
od. dgl. zugeführt wird. Die abgesetzten Zellen werden in der frischen Waschflüssigkeit aufgeschlämmt
und wiederum in der Zentrifuge durch Schleudern zur Sedimentation gebracht. Der Probenbehälter, in
welchem sich die Untersuchungsprobe befindet, muß also mehrere Male umgesetzt werden. Dabei besteht
die Gefahr einer Verwechslung von Probenbehältern, vor allem weil das Verfahren für jede einzelne Untersuchungsprobe
etwa vier- bis sechsmal wiederholt werden muß. Dieses umständliche und zeitraubende
Verfahren erübrigt sich bei Verwendung einer Vorrichtung gemäß der Erfindung, weil die Probenbehälter
rasch und ohne Schwierigkeiten in ihre Drehlager im Zentrifugenkopf eingesetzt werden können und
dann dort praktisch bis zur Beendigung der Behandlung verbleiben können. Bei Benutzung von transparenten
Probenbehältern kann die Uutersuchungsprobe während dieser Behandlung auch gut beobachtet
werden. Die gesamte Behandlung kann auch selbsttätig durchgeführt und beliebig programmiert
werden. Auf diese Weise können auch sonstige Behandlungen von Substanzen vorgenommen werden,
wie z. B. Mischungen, Spülungen, Homogenisierungen, Extraktionen organischer oder anorganischer
Partikeln, Anreicherung kleiner Partikelmengen aus großen Flüssigkeitsvolumen oder Fraktionierung von
flüssigen und festen, gemischten Substanzen usw.
In der Zeichnung ist die Erfindung in verschiedenen Ausführungsformen beispielsweise veranschaulicht.
Es zeigt
Fig. 1 eine Vorrichtung gemäß der Erfindung, teils in einem Vertikalschnitt, teils in Seitenansicht,
F i g. 2 die Vorrichtung nach F i g. 1 von oben gesehen bei abgenommenem Deckel,
F i g. 3, 4, 5 und 6 perspektivisch für sich herausgezeichnet verschiedene Ausführungsformen zur Einführung
der Probenbehälter in den Zentrifugenkopf,
F i g. 7 perspektivisch eine Vorrichtung mit einer reifenförmigen Friktionsvorrichtung,
F i g. 8 perspektivisch eine Friktionsvorrichtung in Form eines schlauchförmigen Körpers und eine
Bremsvorrichtung und
F i g. 9 in Ansicht eine Vorrichtung gemäß der Erfindung, die in einen Wärme- oder Kühlschrank eingebaut
ist.
In der Zeichnung ist eine Zentrifuge 17 mit einem umlaufenden Zentrifugenkopf 1 dargestellt, in welchem
eine zur Zentrifugenachse konzentrische Rinne 2 vorgesehen ist, welche nach oben geöffnet
ist. In der Mitte des Zentrifugenkopfes 1 ist eine ebenfalls nach oben offene Ausnehmung 3 vorgesehen,
deren Durchmesser so groß ist, daß darin Röhren oder Schläuche 6 schräg abwärts nach dem
Umfang hin verlaufen können. In dieser Ausnehmung 3 ist eine selbsttätig arbeitende Flüssigkeitsdosiervorrichtung
4 angeordnet, von der eine Anzahl Auslaßkanäle 5, 5' ausgehen, an die die Röhren oder
Schläuche 6, 6' angeschlossen sind. Die anderen Enden der Röhren oder Schläuche sind mit den offenen
Enden von etwa röhrenförmigen Probenbehältern 7, 7' verbunden, die mit ihren Längsachsen in radialer
Richtung in dem Zentrifugenkopf 1 untergebracht werden, wobei die Behältermündungen gegen die
Mitte des Zentrifugenkopfes 1 gerichtet sind.
An seinem Umfang ist der Zentrifugenkopf 1 mit Öffnungen 10, 10' versehen, durch welche die Probenbehälter 7, 7' in den Zentrifugenkopf 1 einführbar sind, wobei die konzentrische Rinne 2 einen Teil des Auflagers für die Probenbehälter bildet. Ferner sind
An seinem Umfang ist der Zentrifugenkopf 1 mit Öffnungen 10, 10' versehen, durch welche die Probenbehälter 7, 7' in den Zentrifugenkopf 1 einführbar sind, wobei die konzentrische Rinne 2 einen Teil des Auflagers für die Probenbehälter bildet. Ferner sind
ίο in dem Zentrifugenkopf an bzw. neben den Öffnungen
10,10' gegen den Umfang des Zentrifugenkopfes abgedeckte, radial verlaufende Taschen 8, 8' vorgesehen,
welche als Lager zur Aufnahme der geschlossenen Enden der Probenbehälter 7, 7' dienen. Diesen
Taschen gegenüber sind in dem Körper des Zentrifugenkopfes 1 zwischen der konzentrischen Rinne 2
und der mittleren Ausnehmung 3 schräg nach oben gerichtete Löcher 9, 9' vorgesehen, welche zur Aufnahme
und Lagerung der Mündungsenden der Probenbehälter 7,7' dienen. Diese Löcher 9,9' bilden zusammen
mit den Taschen 8, 8' Führungen und Lagerungen für die Probenbehälter 7, 7', welche durch
äußere Einwirkung in diesen Lagerungen um ihre Längsachsen in Drehung versetzt werden können.
Beispielsweise enthalten die Probenbehälter 7, 7' eine Substanz wie Blut, welches agitiert, d. h. durch
Zentrifugalkraft behandelt werden soll. Um bei dieser Agitation das Blut mehrmals zu waschen, können
dosierte Mengen einer Waschflüssigkeit selbsttätig aus der Dosiervorrichtung 4 durch die Schläuche 6,
6' in die Probenbehälter 7, 7' eingeführt werden.
Die Drehung der Probenbehälter 7, 7' um ihre Längsachsen während der Rotation des Zentrifugenkopfes
1 wird durch eine Friktionsvorrichtung bewirkt, die auf die in der Rinne 2 freiliegenden Außenwandteile
der Probenbehälter abgesenkt werden kann. Die Friktionsvorrichtung kann entweder aus
einem gegen die Probenbehälter absenkbaren elastischen Körper in Form eines Schlauches 11 od. dgl.
bestehen, der mittels eines Winkelarmes 12 von Hand auf die Probenbehälter 7, 7' und von diesen weg bewegt
werden kann, wodurch eine intermittierende Agitation erreicht wird, wenn dieser Schlauch 11 nur
einen Teil des Vollkreisbogens der konzentrischen Rinne 2 des Zentrifugenkopfes 1 überdeckt; oder die
Friktionsvorrichtung besteht zwecks Erzielung einer kontinuierlichen Agitation aus einem zum Umfang
des Zentrifugenkopfes 1 konzentrischen Reifen 13, der ebenfalls auf die Außenwandteile der Probenbehälter
7, 7' abgesenkt und von denselben wieder abgehoben werden kann. Die Friktionsvorrichtung
11 oder 13 ist mindestens an ihrer gegen die Probenbehälter 7,7' gerichteten Fläche mit einem elastischen
und/oder reibungsverstärkenden Material versehen. Der Winkelarm 12, welcher in einer Befestigungsvorrichtung
14 gelagert ist, kann mittels einer einstellbaren Klemmvorrichtung 14' od. dgl. so eingestellt
werden, daß er den Schlauch 11 mit einem gewünschten Druck gegen die Probenbehälter 7, 7'
legt. Der Winkelarm 12 kann von einem federnden Hebelarm 14" in seine Ausgangslage zurückgeführt
bzw. in seiner Wirkstellung mittels einer Sperrvorrichtung 14'" gehalten werden, wie z.B. aus Fig. 8
ersichtlich ist.
An dem Winkelarm 12 ist ferner ein Bremsklotz 15 befestigt, der mit einer senkrechten, reifenförmigen
Bremsfläche 16 des Zentrifugenkopfes 1 zusammenarbeitet, an die er mit einstellbarem Druck ange-
legt werden kann, um die Drehbewegung des Zentrifugenkopfes
sanft abzubremsen. Die Friktionsvorrichtungen für intermittierende oder kontinuierliche
Agitation sind abnehmbar bzw. auswechselbar, z. B. mittels eines Bajonettverschlusses, an einer Seitenwand
eines Zentrifugenbehälters 19 befestigt, in welchem die gesamte Vorrichtung mitsamt der eigentlichen
Zentrifuge 17 untergebracht ist. Der Behälter 19 ist durch einen Deckel 18 verschließbar und seitlich
mit einer Klappe 20 zum Einführen und Herausnehmen der Probenbehälter Ί, T versehen.
In den Fig. 3, 4, 5 und 6 sind verschiedene Ausführungsformen
von Einrichtungen zum Einführen der Probenbehälter 1,1' in den Zentrifugenkopf 1
vom Umfangsrand desselben her veranschaulicht. Diese Einrichtungen sollen das Einführen und Herausnehmen
der Probenbehälter je nach den Platzverhältnissen von verschiedenen Umfangsrichtungen
aus ermöglichen. Bei der Avisführungsform gemäß F i g. 3 wird ein Probenbehälter 7 zunächst durch eine
Öffnung 10 am Umfang des Zentrifugenkopfes 1 eingeführt
und dann in einem gegenüberliegenden Loch 9 gelagert, wobei der Probenbehälter 7 gleichzeitig
mit seiner Mündung über das freie Ende eines Schlauches 6 geführt wird, welcher so lang ist, daß
sein freies Ende etwas in den Probenbehälter 7 hineinragen kann. Danach wird der Probenbehälter 7
mit seinem Bodenteil in eine mit einem ebenen Boden versehene Tasche 8 eingeführt. Mit seinem zweckmäßig
abgerundeten Boden legt sich der Probenbehälter 7 punktförmig an den inneren Boden der
Tasche 8 an, wodurch er drehbar gelagert und gleichzeitig an einer Längsverschiebung während der Drehung
des Zentrifugenkopfes 1 unter der Wirkung der Zentrifugalkraft gehindert ist.
Bei der Ausführungsform gemäß F i g. 4 wird der Probenbehälter 7 zunächst mit seinem Mündungsteil
in eine Öffnung 9 zwischen den vertikalen Wänden der Rinne 2 und der Ausnehmung 3 eingeführt, worauf
er mit seinem Bodenteil über die Umfangskante 1' des Zentrifugenkopfes 1 und schließlich
schräg abwärts nach links in die Lagerungstasche 8 eingelegt wird.
Bei der Ausführungsform gemäß F i g. 5 ist der Zentrifugenkopf 1 an seinem Umfang mit einem
drehbaren Reifen 21 versehen, der eine Anzahl von Löchern 22 aufweist, durch welche hindurch die Probenbehälter
7 in den Zentrifugenkopf einführbar sind. Nach dem Einstecken eines Probenbehälters 7
in ein Loch 22 und nach einer Verschiebung des Reifens 21 in Umfangsrichtung sinkt der Probenbehälter
7 ein kurzes Stück abwärts und legt sich mit dem unteren Teil seines Bodens gegen den Reifen 21,
d. h. gegen die untere Kante des Loches 22 in dem Reifen 21 an. Somit kann der eingeführte Probenbehälter
nicht aus seiner Lagerung fallen, auch wenn das Loch 22 noch nicht durch Verdrehung des Reifens
21 geschlossen ist. Beim Verdrehen des Reifens 21 gelangt der Bodenteil des Probenbehälters 7 zum
punktförmigen Anliegen an die Innenfläche des Reifens 21 und ist dann sicher gelagert. Das Herausnehmen
des Probenbehälters 7 erfolgt auf umgekehrte Weise.
Bei der Ausführungsform gemäß Fi g. 6 wird jeder
Behälter 7, T mit seinem Mündungsteil zuerst über die Umfangskante 1' des Zentrifugenkopfes 1 in eine
zwischen den Wandungen der Rinne 2 und der Ausnehmung 3 vorgesehene Vertiefung 23 eingeführt und
dann im wesentlichen so gelagert wie bei der Ausführungsform nach F i g. 3 oder 4.
Die Wirkungsweise einer Vorrichtung gemäß der Erfindung ist folgende: Die Probenbehälter 7,7',
welche z. B. geringe Probemengen von Blut enthalten, werden in die zweckmäßig numerierten, fächerartigen
Öffnungen 9 bzw. 23 des Zentrifugenkopfes 1 eingeführt und bleiben sodann in ihren Lagerungen
im Zentrifugenkopf während des ganzen Agitations- und Waschvorganges. Dadurch wird Zeit erspart und
Verwechselungen der Probenbehälter werden vermieden.
Der in der Mitte des Zentrifugenkopfes 1 angeordneten Dosiervorrichtung 4 wird eine bestimmte Flüssigkeitsmenge,
im Ausführungsbeispiel sterile physiologische Kochsalzlösung, zugeführt, die sich gleichmäßig
auf eine der Anzahl der zu versorgenden Probenbehälter entsprechenden Anzahl von Abteilungen
in der Dosiervorrichtung verteilt. Die abgemessenen
ao Flüssigkeitsmengen werden durch die Schläuche 6, 6'
unter der Wirkung der Zentrifugalkraft den Probenbehältern 1, T zugeführt.
Um die am Boden der Probenbehälter befindlichen Teilchen, im Ausführungsbeispiel Zellen, wirksam in
der Waschflüssigkeit (hier Kochsalzlösung) aufzuschlämmen, werden die Probenbehälter um ihre
eigenen Längsachsen in Drehung versetzt. Dadurch entsteht in den Probenbehältern eine turbulente Flüssigkeitsströmung,
welche die durch die Zentrifugalkraft niedergeschlagenen Teilchen (hier Zellen) wirksam
aufschlämmt. Die Drehung der Probenbehälter wird durch die Friktionsvorrichtung herbeigeführt,
welche an den freiliegenden Außenwandteilen der Probenbehälter angreifen kann. Diese Ausbildung des
Zentrifugenkopfes mit der oben offenen konzentrischen Rinne 2 ermöglicht auch eine ständige Prüfung
des Inhaltes der Probenbehälter, wenn dieselben aus einem durchsichtigen Material bestehen.
Nach dieser Agitation bzw. Aufschlämmung der in den Probenbehältern enthaltenen Partikeln bzw.
Zellen wird die Friktionsvorrichtung ausgeschaltet, worauf die Zentrifuge auf eine bestimmte Umdrehungszahl
gebracht wird, welche ein Absetzen der Partikeln bewirkt. Dann wird der Zentrifugenkopf
durch die Bremsvorrichtung rasch und sanft angehalten, ohne daß durch zu heftiges Bremsen eine unerwünschte
Schüttelbewegung des zentrifugierten Inhaltes der Probenbehälter hervorgerufen wird.
Danach wird der Dosiervorrichtung frische Waschflüssigkeit zugeführt. Da die Einführung der Waschflüssigkeit
in die Probenbehälter durch einen kleinen Schlauch erfolgt, der ein Stück in den Probenbehälter
hineinragt, wird die frische Waschflüssigkeit durch die Zentrifugalkraft in den Umfangsteil der
Probenbehälter geleitet. Dabei wird die alte Waschflüssigkeit, welche sich bis dahin in dem Probenbehälter
befand, gegen die Mündung dieses Behälters gedrückt und von dort durch die Zentrifugalkraft
aus dem Zentrifugenkopf heraus in den die Zentrifuge umgebenden Schutzbehälter geschleudert, der
mit einem Ablauf zur Abführung der verbrauchten Waschflüssigkeit in einen Sammelbehälter versehen ist.
Nach Durchführung der Behandlung werden die
Flüssigkeitsbehälter der Dosiervorrichtung, der Zentrifugenkopf (ohne die Probenbehälter) und der
Schutzbehälter desselben mit einer Waschlösung bzw. mit destilliertem Wasser gespült, worauf die gesamte
Apparatur sterilisiert wird.
Zwecks Herbeiführung einer kontinuierlichen Agitation wird die reifenförmige Friktionsvorrichtung
gemäß F i g. 7 verwendet. Der aus elastischem Material bestehende Reifen 13 bewirkt, daß sämtliche
Probenbehälter 7, T kontinuierlich in Drehung versetzt werden, wenn der Reifen 13 abgesenkt und mit
den freiliegenden Außenwandteilen der Probenbehälter in Berührung gebracht wird, während der Zentrifugenkopf
1 rotiert. Dabei wird vorausgesetzt, daß die Probenbehälter 1, T gemischte flüssige und feste
Stoffe bzw. Partikeln oder nur flüssige Substanzen enthalten und/oder ihnen solche Stoffe durch die
Dosiervorrichtung 4 zugeführt werden. Bei dieser kontinuierlichen Agitation bilden sich in den Probenbehältern
7, T zwei in verschiedenen Richtungen wirkende, stabile Zentrifugalkraftfelder aus, von denen
das eine durch die Zentrifugalkraft bei der Rotation des Zentrifugenkopfes 1 und das andere bei der kontinuierlichen
Drehung der Probenbehälter 1, T um ihre eigenen Längsachsen hervorgerufen wird.
Durch das Anlegen des Winkelarmes 12 entsprechend Fig. 1, 2 und 8 oder durch intermittierendes
Absenken des Reifens 13 gemäß F i g. 7 kann dagegen eine intermittierende Agitation erzielt werden,
die ebenfalls zwei in verschiedenen Richtungen wirkende Zentrifugalkraftfelder hervorruft. Diese Zentrifugalkraftfelder
sind jedoch nicht stabil, sondern mehr oder weniger labil. Infolgedessen entsteht in
den Probenbehältern 7, T eine turbulente Flüssigkeitsströmung,
die die durch die Rotation des Zentrifugenkopfes 1 gewonnenen Zentrifugate wieder
aufschlämmt. Die durch die kontinuierliche Agitation erzielten stabilen Zentrifugalkraftfelder erzeugen eine
Fraktionierung der StoHe in den Probenbehältern 7, T. Diese Fraktionierung ist sowohl von dem spezifischen
Gewicht und der Form der Substanzen als auch von der Stärke der beiden Zentrifugalkraftfelder
abhängig.
Die gesamte Zentrifugenvorrichtung kann vorteilhaft in einem Schrank 24 (F i g. 9) mit Inkubationsräumen
24' untergebracht werden, dessen Innentemperatur, sei es Kälte oder Wärme, konstant gehalten
werden kann. Ferner kann das Verfahren mit Hilfe der Vorrichtung auch teilweise oder vollständig automatisiert
werden. Dabei ist die Möglichkeit, die Behandlung in einem genau kontrollierbaren Temperaturbereich
sowie völlig steril durchführen zu können, von erheblichem Wert, vor allem wenn es sich
um medizintechnische Behandlungen von Stoffen, wie z. B. Blut, Zellen od. dgl., handelt.
Die gesamte Behandlung kann mit Hilfe einer entsprechenden
Vorrichtung 25 auch programmiert werden, wobei elektrische oder andere Impulse in bestimmten
Zeitabständen zur Herbeiführung verschiedener Funktionen an Reguliervorrichtungen 26, 27,
28 gegeben werden, um z. B. bei 26 die Zuführung von Flüssigkeit aus den Behältern 29, mittels der
Vorrichtung 27 das Abbremsen des Zentrifugenkopfes oder mit Hilfe der Vorrichtung 28 eine intermittierende
oder kontinuierliche Agitation herbeizuführen. Eine Vorrichtung zur Temperatureinstellung
ist mit 25' angedeutet worden.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Behandeln von flüssigen und/oder schüttbaren festen Untersuchungsproben
in einer Zentrifuge mit umlaufendem Zentrifugenkopf, in den die Probenbehälter mit ihrer
Längsachse in radialer Richtung einführbar sind, gekennzeichnet durch eine in dem Zentrifugenkopf
(1) konzentrisch angebrachte Rinne (2), die einen Teil des Auflagers für die Probenbehälter
(7, T) bildet, sowie durch eine in Richtung auf die Rine (2) bis auf die freiliegenden
Außenwandteile der Probenbehälter (7, T) während der Rotation des Zentrifugenkopfes (1) absenkbare
Friktionsvorrichtung (11,13).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zentrifugenkopf (1) an seinem
Umfang mit Öffnungen (10,10') versehen ist, durch welche die Probenbehälter (7, T) in den
Zentrifugenkopf (1) einführbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Friktionsvorrichtung
(11) mit ihrer gegen die Probenbehälter (7, T) gerichteten Fläche nur einen Teil des Vollkreisbogens
der konzentrischen Rinne (2) des Zentrifugenkopfes (1) überdeckt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Friktionsvorrichtung
aus einem zum Umfang des Zentrifugenkopfes (1) konzentrischen Reifen (13) besteht.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Friktionsvorrichtung (11,13) an ihrer gegen die Probenbehälter
(7, T) gerichteten Fläche mit einem elastischen und/oder reibungsverstärkenden Material
versehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Zentrifugenkopf
(1) an den Öffnungen (10,10') gegen den Umfang des Zentrifugen kopfes abgedeckte, radial
verlaufende Taschen (8,8') zur Aufnahme der Enden der Probenbehälter (7, T) angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zentrifugenkopf (1) an der
Rinne (2) mit einer senkrechten, reifenförmigen Bremsfläche (16) versehen ist, an die ein einstellbarer
Bremsklotz (15) anlegbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in der Mitte
des Zentrifugenkopfes (1) eine durch Röhren, Schläuche (6, 6') od. dgl. mit den Probenbehältern
(7, 7') in Verbindung stehende Flüssigkeitsdosiervorrichtung (4) angeordnet ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 637 520, 450 899,
063;
063;
österreichische Patentschrift Nr. 13 582;
französische Patentschrift Nr. 1141 875;
USA.-Patentschriften Nr. 2 222 266, 1 861 878,
624.
624.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
709 549/366 4. 67 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE730160 | 1960-07-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE1238694B true DE1238694B (de) | 1967-04-13 |
Family
ID=20270984
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEU8219A Pending DE1238694B (de) | 1960-07-28 | 1961-07-26 | Vorrichtung zum Behandeln von fluessigen und/oder schuettbaren Untersuchungsproben in einer Zentrifuge |
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| DE (1) | DE1238694B (de) |
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