DE2001734A1 - Chemische Verfahren und Produkte - Google Patents
Chemische Verfahren und ProdukteInfo
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Description
Patentanwälte Dr. Ing. Walter Abitz
Dr. Dieter R Morf Dr. Hans-A. Brauns 8MOOGiMn 86, Pi«nzensuerstr.28
15. Januar I97O 12530
MERCK & CO. INC. Rahway, New Jersey 07065 / USA
Die vorliegende Erfindung betrifft die Induzierung der Bildung von Sub·tanzen, die Virenwaobetun inhibieren, beispielsweise von Interferone^ in vivo und in vitro durch
Verwendung von komplexen Polymerisaten sowie die Induzierung von Beständigkeit gegenüber Vireninfektion in vivo und
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in vitro durch Verabreiohung dieser komplexen Polymerisate.
Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere die Induzierung der Interferonerzeugung und die Induzierung von Beständigkeit gegen Vireninfektion durch Verabreichung von
komplexen Polymerisaten, die durch eine Mischung gebildet werden, welche sich aus zwei Homopolynucleotiden oder
einem Homopolynuoleotid und einem Homooligonuoleotid zusammensetzt.
Bei der Beschreibung der vorliegenden Erfindung wird der Ausdruck Interferone auf das gleiche aktive Material angewendet» das in der Literatur mit verschiedenen Ausdrücken,
wie "Viren-inhibierender Faktor" und "Vireninhibierungssubstanz" identifiziert wird. Der Ausdruck Homopolynucleotid
wird bei der Beschreibung der vorliegenden Erfindung in dem Sinn verwendet, daß er nicht nur die Homopolynuoleotide,
sondern auch die Homooligonucleotide" umfaßt, deren Unterschied lediglich in der L&nge des Polymerisats besteht.
Das heißt, dieser Ausdruck umfaßt bekannte Polymerisate, die zwei bis tausende von Nuoleotidbasenrest-Binheiten aufweisen. Diese bekannten Polymerisate werden durch eneynatisohe Behandlung von Nucleotidd!phosphat in vitro aur
Bildung des gewünnohten Polynucleotide mit variierender
Anzahl an Nuoleotideinheiten hergestelltι deren Zahl nioht
mit Genauigkeit angegeben werden kann·
In der chemotherapeutischen Virusforsohung besteht die
Hoffnung, ein ohemlsohes Mittel gegen Viren mit breitem
Spektrum zu finden« Bis heute sind die einzigen bekannten Mittel mit breiten Spektrum die Interferpne, dl· in Blut
und in den Oeweben von Tieren und Mensohen in Verlauf von
Vireninfektionen und anderen Infektionen auftraten und einen ■Öglionen Mtohanltnut fUr die Hemmung voa Virtnkrankheiten
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zu liefern scheinen, der von den speziellen immunologischen
Mechanismen getrennt ist und sich von diesen unterscheidet·
Es ist jedoch keine Produktion von Interferon in praktischen Mengen für die Verwendung in der Chemotherapie erreicht worden. Ein weiterer Versuch in Hinblick auf Virus-Chemotherapie war die Suche nach einer chemisch definierten, nicht-toxischen, keine Antigene bildenden, nichtreplikativen (non-replicating) und leicht verfügbaren Substanz, die tierische Zellen zur Erzeugung von Interferon
stimmuliert, das dann Schutz gegen Virusinfektion verleiht«
Ee sind zahlreiche Interferon-Induzierungsmittel beschrieben worden, wozu lebensfähige und inaktivierte Viren,
Endotoxin, Phytohämagglutinin, Trachoma und Inclusion
Conjunctivitis-Mittel (TRIC-Mittel), Brucella abortus und
andere gehören· Jedoch haben bei jedem davon βehr schwerwiegende Nachteile, wie Toxizität, Bildung von Antigenen
und/oder Replikabilität, ihre praktische Eignung für die
Behandlung von Virenkrankheiten' beschränkt.
Es wurde nun gefunden, daß hohe Konzentrationen von Interferonen in einem Wirtstier durch Verabreichung von komplexen Polymerisaten induziert werden können, die chemisch
definierte, nicht-toxische., keine Antigene erzeugende, nicht-replikative synthetische Mittel sind, die aus leicht
verfügbaren Homopolynucleotlden hergestellt werden können, Die Verabreichungsart der komplexen Polymerisate kann entweder parenteral, wie subkutan, intradermal, intraperitoneal,
intravenös, intramuskulär, oral oder topisch sein, vorzugsweise auf eine Schleimhaut, wie intranasal und in die Atmungswege. Diese komplexen Polymerisate werden als Mischung
von zwei verschiedenen Homopolynucleotiden hergestellt, die selbst synthetisch und im Handel erhältlich sind und
durch feststehende Arbeitsweisen hergestellt werden können·
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Diese synthetischen Polynucleotide sind doppelsträngig
(double-stranded) und stellen die folgenden dar:
(a) Komplexprodukt, gebildet zwischen zwei Homopolyribonucleotiden (rI:rC, rA:rU, tI:tSÜ) , selbst-komplexierende oder alternierende Polyribonucleotid-Mischpolymerisate
(rIC, TiBG9 rAU) oder Komplexprodukt zwischen einem- PoIydeeoxyribonucleotid und einem Polyribonucleotid (Fl DNA-RHA)· Für diese Symbole gelten folgende Erklärungen:
(double-stranded) und stellen die folgenden dar:
(a) Komplexprodukt, gebildet zwischen zwei Homopolyribonucleotiden (rI:rC, rA:rU, tI:tSÜ) , selbst-komplexierende oder alternierende Polyribonucleotid-Mischpolymerisate
(rIC, TiBG9 rAU) oder Komplexprodukt zwischen einem- PoIydeeoxyribonucleotid und einem Polyribonucleotid (Fl DNA-RHA)· Für diese Symbole gelten folgende Erklärungen:
rltrC rAzrU
rl+CpO
rIO
rlS?T rAU
- Komplex aus Polyriboinosinsäure und PoIyribocytidylsäure
- Komplex aus Polyriboadenylsäure und PoIyribouridylsäure
- Mischung von Polyriboinosinsäure und
Cytidylylcytidin
Cytidylylcytidin
- Komplex aus Polyriboinosinsäure und PoIyribobromcytidylsäure
- alternierendes Mischpolymerisat von Riboinosin- und Ribocytidylsäure
- alternierendes Mischpolymerisat von Riboinosin-
und Bromribooytidylsäure
- alternierendes Mischpolymerisat von Riboadenyl- und Ribouridylsäure
Yl DHA-RNA - Komplex zwischen Fl-Bakteriophag DKA und RXA
von komplimentärer Nucleotidsequene«
Der Strich über BO zeigt Bronierung an und ändert ähnlioh
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halogenierte Komponenten sowie alkylierte Komponenten werden von der vorliegenden Erfindung umfaßt. Halogenierung
oder kurzkettige Alkylierung einer Komponente der alternierenden Ribomiechpolymerisate oder der komplexen Ribohomopolymerisate vermindert nicht die Fähigkeit, Interferon und Wirtsbeetändigkeit zu induzieren· "
Die bei der Herstellung der komplexen Polymerisate verwendeten synthetischen Homopolynucleotide haben ein
Pentosephosphatgerüst, worin die Pentose vorzugsweise
Ribose oder Desoxyribose ist^und enthalten eine spezifische identifizierbare Pyrimidin- oder Purinbase, wie
Adenin, Inοsin, Cytosin, Uraeil, Guanin und dergleichen·
Es ist bereits bekannt, daß das Mischen von bestimmten Homopolynucleotiden in wäßriger Lösung zur Bildung eines
komplexen Polymerisats führt, das mittels verschiedener physikalischer Teste identifizierbar und von jedem der
beiden Homopolynucleotide verschieden ist, aus dem das komplexe Polymerisat gebildet wird. Das Verhältnis, in dem
die beiden Homopolynucelotide gemischt werden, ist normalerweise nicht bestimmend für das Verhältnis der beiden
in den Komplex eingebauten Homopolynucleotide· Eine Mischung in einem Molverhältnis 1:1 kann zu einem komplexen
Polymerisat führen, das die beiden stickstoffhaltigen Basen in einem Verhältnis von 1:1, 1:2 und/oder 2:1 oder
in einem anderen Verhältnis mit kleinen ganzen Zahlen enthält, d.h, das sich ergebende Verhältnis ist keine Funktion
des Verhältnisses, in dem die Komponenten gemischt werden, sondern wird durch eine gewisse natürliche Neigung bestimmt, eich eo zu vereinigen, wie es den speziellen verwendeten Homopolynuoleotiden eigentümlich ist.
Di· komplexen Polymerisate werden durch Mischen eines.Homomit einem anderen Homopolymerisat gebildet, wo-
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bei das gewählte Paar komplementär 1st, beispielsweise ein
Homopolymerisat von Adenylsäure gemischt mit einem Homopolymerisat von Uridylsäure oder einem substituierten,
beispielsweise bromierten, Derivat davon. Bas gemischte
Paar kann auch aus Inosinsäure und Polycytidylsäure oder
ihren bromierten oder anders substituierten Derivaten bestehen· Es ist klar, daß für die Guanylsäure substituierte
Inosinsäure vorliegen kann, da diese ein Derivat ist. Die Bindung dieser Paare erfolgt durch Wasserstoffbindung,
wie aus der Hypochromizität im ultravioletten Bereich hervorgeht. Aueserdem muß eine der Komponenten des Komplexes
ein Purinpolymerisat sein und die andere Komponente muß
ein Pyrimidinpolymerisat sein, um einen aktiven Komplex zu erzeugen.
Die bei der vorliegenden Erfindung als Interferon-Induzierungsmittel verwendeten komplexen Polymerisate werden
durch Syntheseverfahren hergestellt, wie sie unter anderen in Thaoh, R.E., und P.Doty, 1965, Soienoe 147t 1310,
Krakow, J.S. und Myra Karstadt, PNAS £8, 2094 (1967)»
Nilman G., Mangridge, R., H.J. ChamberHn1 PNAS £2,
1804-1810 (1967), "The Structure of a DNA-RHA Hybrid" be-. schrieben sind. Die komplexen Polymerisate werden bei,-epieleweise hergestellt, indem zwei ungleiche Homopolynuoleotide in einem Molverhältnis 1i1 bezüglich ihrer Basen für einige Minuten bei Umgebungstemperatur in einen,
wäßrigen Puffersystem mit einem breiten pH-Berβloh, beispielsweise Ewioohen etwa 5,0 und 10,0, und einer Ionenetärke zwischen etwa 0,001 und 1,0 gemischt werden· Andere
Verhältnisse ale 1ι1 können, wie oben bereite erwähnt, verwendet werden· Puffereysteoe, die ale brauchbar befunden
worden sind, sind 0,006 Mol Natriunphosphat in 0,85 J^igtr ,
latriumohloridlöaung und 0,01 KoI Olyoylolyoin in
Oi59 Jtig·» Natriuaohlorid. Xe kann jeder nioht-toxieoh·
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Puffer verwendet werden. Tatsächlich braucht kein Puffer verwendet zu werden, da gefunden worden ist, daß das Pufferungsvermögen des physiologischen Systems des Tieree, dem
die Mischung von Homopolynucleotiden verabreicht werden soll, ausreichend ist, um nach der Verabreichung die gewünschte Komplexbildung zu fördern und die gleiche 'induzierung der Interferonerzeugung und des Schutzes vor Vireninfektion zu liefern, wie wenn die beiden Homopolynucleotide vorher komplexiert werden. Die vorliegende
Erfindung umfaßt demzufolge auch die Verabreichung der Nucleotide an das Wirtstier einschließlich des Menschen,
die im jeweiligen Körper die komplexen Polymerisate bilden, die als Interferon-Induzierungsmittel dienen.
Eine andere Herstellungsweise für die komplexen Polymerisate, die verwendet werden kann, besteht in der Behandlung
einer Mischung von zwei Nucleotiddiphosphaten oder Desoxynucleotidtriphosphaten,in einem Phosphatpuffer mit etwa,
pH 7 mit der entsprechenden Ribonucleinsäurepolymerase
oder Desoxyribonucleinsäurepolymerase. Eine derartige Behandlung führt zur Polymerisation der beiden Monomeren zu
zwei Homopolynucleotiden unter gleichzeitiger Bildung des komplexen Polymerisats.
Die in vitro gebildeten komplexen Polymerisate können durch hypochrome Verschiebung im ultravioletten Absorptionsspektrum, durch Saccharose-Dichtegradient-Praktionierung, Chromatographie und die Fähigkeit charakterisiert
werden, die Erzeugung von Interferon zu induzieren, eine Aktivität, die jedem der Homopolynucleotide abgeht, aus
denen der Komplex gebildet wird. Sie Erzeugung von Interferon ist die bedeutendste Möglichkeit für die Charakterisierung der in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten
komplexen Polymerisate, da physikalische Methoden oftmals
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keine ausreichende Empfindlichkeit haben·
Die Erzeugung von Interferon durch Verabreichung der komplexen Polymerisate zeigt sich durch den Schutz von Wirtstieren sowie von Zellkulturen vor Virusangriff. Das so erzeugte Interferon kann auch durch Isolierung des induzierten Interferons durch bekannte Arbeitsweisen und anschliessende Bestimmung in vitro seiner Viren-inhibierenden Eigenschaften und Charakterisierung durch Wirt-Spezifizität,
Trypsin-Empfindlichkeit, isoelektrischen Punkt und Molekulargewicht ebestimmung charakterisiert werden.
Die erfindungsgemäße Induzierung der Interferonbildung in vivo und/oder die Induzierung von Beständigkeit gegen Vireninfektion wird durch Verabreichung eines in der oben
beschriebenen Weise hergestellten komplexen Polymerisate an ein Wirtstier, beispielsweise ein Kaninchen, eine Maus
oder ein anderes Tier, erreicht. Die Verabreichung kann , parenteral oder topisch erfolgen, insbesondere auf eine
Schleimhaut, wie intranasal, oder in die Atemwege. Die wirksame Dosis hängt ab von der Wirtspecies und in gewissem Ausmaß von dem Virus, gegen den Schutz angestrebt wird·
Bei Mäusen ist die Schwellendosis etwa 0,5 mg/kg, während sie bei Kaninchen etwa 0,05 /ug/kg beträgt· Bei diesen
Dosen liegen keine sichtbaren Zeichen von Toxizität vor, weder lokal an der Injektionsstelle noch allgemein im
Wohlbefinden des gesamten Tieres.
Die Wirksamkeit der komplexen Polymerisate in Hinblick auf die Induzierung von Interferonbilflung in dem Wirtstier
kann unter anderem durch parenterale Verabreichung des komplexen Polymerisats an ein Tier und Entnahme von Blutproben nach etwa 1 bis 5 Stunden bestimmt werden· Von geronnenen Proben des Blutes wird das Serum abgetrennt, eteri-
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lisiert und bei mehreren Verdünnungen in Kulturröhrchen
titriert, die Zellen von der gleichen Tierspecies enthalten,
wie sie als Wirt verwendet worden ist. Nach Inkubierung bei 350C für etwa 18 bis 24 Stunden werden die Zellkulturen
dem Angriff durch irgendeinen der bekannten cytopathogenen Viren ausgesetzt und wiederum etwa 3*Tage'
lang bei 350C inkubiert. Die Kulturen werden dann auf cytopathogene Effekte untersucht und der Interferontiter
wird als der reziproke Wert der Verdünnung bestimmt, bei der 50 i» der Röhrchen keine derartigen cytopathogenen
Effekte zeigen.
Die Wirksamkeit der komplexen Polymerisate in Hinblick auf die Induzierung von Interferonerzeugung und Wirtsbeständigkeit
bei einer großen Vielfalt von lebenden Zellsystemen sowohl in vivo als auch in vitro geht aus der beträchtlichen
Anzahl von Gewebezellkulturen und Wirten hervor, in denen Interferon hervorgebracht werden kann.
Repräsentativ dafür sind JHühnch'enembryo, Hühnchen-Chorioallantois-Haut
(chiok chorioallantoio membrane), die im Ei sowie in vitro vorliegen kann, Affennierenzeilkultur,
Kaninohenhaut und Kaninchenhoden in vito, Kalbsnierenzellkultur,
Kaninchennierenzellkultur, menschliche Annionzellkultur, Intraallantois im Ei, MCN-Zellkultur
(MCN cell aulture), Mäuse-Fibroblasten-Zellkultur, i
menschliche Vorhaut, Hühnchenembryozellkultur, KB-ZeIlkultur,
Mäueelunge in vivo, erwachsenes Mäusegehirn in vivo,
Hühnchen-Pibroblasten-Ztllkultur, Schilddrüse vom erwachsenen
Menschen oder Embryolunge oder Embryonierenzellkultur,
menechliobe Leukooyten, Mäuee-Embryo-Zell-
linien (3B, KB 29) in Zellenkultur und primäre Mäuse-Embryo-Ztllkultur«
Et kann daher erwartet werden, daß je
de ltbtndt Ztilt, entweder in dem Wirt oder in einem KuI-turatdiue, dit In dtr Lagt iit, Interftron htrvorzurufen,
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unter dem Einfluß der erfindungsgemäßen komplexen Polymerisate
zur Interferonerzeugung induziert wird.
DaQ die gemäß der obigen Methode erzeugten Interferone zu
einer speziellen Species gehören, wird unter Verwendung eines Interferon-Fleckenverminderungstests gezeigt, der
Inkubation eines aliquoten Teiles des Interferon enthaltenden Serums mit einzelnen Zellkulturen verschiedener
Species, anschließenden Angriff duroh einen Virus, wie . vesiculärem Stomatitisvirus oder einen anderen bekannten
m. cytopathogenen Virus, und Inkubation umfaßt, um die Virusfleckenbildung
zu erlauben· Die Fleckenanzahl auf Interferon-behandelten
Kulturen wird mit der auf unbehandelten Virus-infizierten Vergleichskulturen verglichen. Bei der
artigen Tests wird beobachtet, daß Interferonaktivität nur
in solchen Fällen auftritt, bei denen die Zellkulturen von der gleiohen Tierspeoies stauen, aus der das Inter
feron enthaltende Serum isoliert worden let. ' ,
Daß die unter Verwendung von komplexen Polymerisaten duroh
da· erflndungsgemäße Verfahren induzierten Interferone
Trypsin-empfindlloh sind, kann unter Verwendung eines
Interferon-Fleokenvenninderungstests gezeigt werden, d.h.,
" dl« Interferonaktivität wird duroh Trypeinbehandlung seretort.
Das in der vorstehend beschriebenen Weis· induzierte Interferon wird ausserdea, wie in den Beispielen beschrieben
ist» duroh bekannte Methoden in Hinbliok auf den ieoelektrisohtn Punkt und das Molekulargewicht charakterisiert.
Nachfolgend wird die Herstellung der la erfindungsgemttßen
Verfahren verwendeten koaplexen Polyaerisate veransohaulioht.
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JJ
Herstellung von komplexen Polymerisaten
SUBSTANZ It Herstellung eines Komplexes aus Polyinosin-
säure und Polycytidylsäure, "Poly (I f C)"
Es wird eine Lösung von Polyinosinsäure (I) hergestellt, die 550/ug/ml in einem Puffer enthält, der 0,01 molar an
Glycylglycin und 0,1 molar an Natriumchlorid ist. Es wird eine Lösung von Polycytidylsäure (C) hergestellt, die
500/Ug/ml in dem gleichen Puffer enthält. Die Lösung der
Polyinosinsäure und die Lösung der Polycytidylsäure werden dann gemischt, so daß sich ein Holverhältnis von 1x1
bezüglich der Basen ergibt· Die sich ergebende Lösung wird direkt als die Quelle der komplexen Polymerisate,
Poly (I + C), auch bekannt als rlxrC, verwendet. Sie hat
einen Schmelzübergangsmittelpunkt (melting transition midpoint) (Tm) von 60,50O, die .Ionenstärke beträgt 0,1.
SUBSTANZ II: Herstellung eines Komplexes aus Polyadenyl-Bäure und Polyurldylsäure, "Poly (A + U)"
Gemäß der oben für die Herstellung für Substanz I beschriebenen Arbeitsweise, wobei jedoch äquimolare Mengen
(bezüglich der Baeen) Polyadenylsäure (A) und Polyuridylsäure
(U) anstelle der dort verwendeten Polyinosinsäure und Polycytidylsäure verwendet werden, wird das komplexe
Polymerisat Poly (A + U), das auch ale rAtrU bezeichnet wird, hergestellt. Es hat einen Tm von 560C, die Ionen-
fltärke beträgt 0,1.
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SUBSTANZ III: Herstellung eines Komplexes aus Polyinosin-
säure und Cytidylylcytidin "Poly (I + CpC)"
Verwendet man die oben in Hinblick auf die Herstellung von Subetanz I beschriebene Arbeitsweise, wobei jedoch die dort
verwendete Polycytidylsäure durch eine äquimolare Menge
an Cytidylylcytidin, einem Oligonucleotid, ersetzt und ein Puffersystem, das sich aus 0,006 Mol Natriumphosphat
in 0,85 #iger Salzlösung zusammensetzt, mit pH 7,0 verwendet wird, so wird das komplexe Polymerisat, Poly (I + CpC),
das auch als rI:rCpC, bezeichnet wird, gebildet.
Verwendet man die für die Herstellung von Substanz I verwendete Arbeitsweise, wobei jedoch die Polyinosinsäure und
die Polycytidylsäure durch äquivalente Mengen von anderen bekannten HomopolynucleotJLden ersetzt werden, so werden
beispielsweise die folgenden Komplexe Poly (A + I), Poly (G + C), Poly (A + DHU), Poly (A + 8U), Poly (U + 8A)
gebildet, wobei A, I, C und U die oben angegebenen Bedeutungen besitzen, (J Polyguanylsäure, DHU Polydihydrouridylsäure
und 8A bzw# 8U Polyadenyl- bzw. Polyuridylsäure bedeuten,
die jeweils acht Nucleotideinheiten pro Molekül enthalten. Diese gleichen Komplexe können auch als rA:rI,
^ rG:rC usw. identifiziert werden.
SUBSTANZ IV: Herstellung von Desoxyribohomopolymerisaten
Das Verfahren zur Herstellung von Desoxyribohomopolymerisaten
ist von R.B. Inman und R.L. Baldwin, in J. Mol. Biol.
(1964) 8, 452, beschrieben worden.
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Jfe
SUBSTANZ V: Herstellung eines Komplexes, in dem eine der
Komponenten chemisch verändert 1st, beispielsveise rl;r!5ci
Die komplexen Polymerisate rI:rSO* werden gemäß einer von
D.R. Davies und A.J. Rieh, in J. Amer. Chem. Soc^eo,
1003 (1958), für die Herstellung von rl:rC beschriebenen Arbeitsweise hergestellt, mit der Ausnahme, daß bei der
Synthese von rB"(T 5-Bromcytosin-5'-triphosphat verwendet
wird. Der Komplex hat einen Tm von 89,50C in einem Puffer
mit einer Ionenstärke von 0,1. Diese gleiche Arbeitsweise kann verwendet werden, um andere Komplexe aus anderen
bromierten oder halogenierten Polynucleotiden zu erhalten, beispielsweise rA:r5TT, rltrüTc* und dergl. In ähnlicher
Weise können die Basen durch Alkylierung in bekannter Weise chemisch verändert worden sein·
SUBSTANZ VI: Herstellung eines Komplexes aus alternierendem Polyribonucleotidmischpolymerisat,
rIC:rI0
Dieees alternierende Mischpolymerisat wird gemäß der von
J.S. Krakow et al. in dem oben erwähnten Zeitschriften- ■ artikel beschriebenen Arbeitsweise hergestellt. Der Komplex
hat in einem Puffer mit einer Ionenetärke von 0,1 einen Tm von 64 bis 650C.
Diese alternierenden Komplexe werden, wie in dem genannten Artikel angegeben, unter Verwendung eines Enzyms synthetisiert,
das aus Mikroorganismen hergestellt und als RNA-Polynerase bezeichnet wird. Die Polymerisate liegen in
einen Verhältnis 111 vor und sind duroh Wasserstoffbindung
der alternierenden konplimentären Basen um eich selbst
doppeletrangig. Diese Materialien können unter Verwendung
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dieses Enzyms in Gegenwart einer Schablone hergestellt werden,
die dAT oder wärmedenaturierte DNA sein kann, wobei natürlich vorzugsweise dAT verwendet wird. Diese alternierenden
Mischpolymerisate sind nicht auf regelmäßig abwechselnde Mischpolymerisate beschränkt, sondern umfassen
auch unregelmäßig abwechselnde Mischpolymerisate, solang die Komponenten in einem bestimmten Verhältnis vorliegen.
Andere alternierende Mischpolymerisate werden ähnlich hergestellt, beispielsweise rAUxrAU und dergl.
SUBSTANZ VII: Herstellung eines Komplexes aus alternierendem Ribonucleotid-Mischpolymerisat unter Verwendung eines halogenierten Ribonucleotids
Ein Beispiel hierfür ist rl5?:rlBl?, hergestellt gemäß der
Arbeitsweise in dem Artikel von J.S. Krakow et al. Er hat in einem Puffer mit einer Ionenstärke von 0,1 einen Tm von
910O. Andere Beispiele sind rABl?:rAW, rlClCsrluIB' und dergl.
SUBSTANZ VIII: Herstellung eines Komplexes zwischen einem
Polydesoxyribonucleotid und einem Polyribonucleotid
W Ein Beispiel dieses doppelsträngigen Komplexes ist Pl DttA-RNA,
welcher einen Komplex zwischen Fl Bakteriophag DNA und einer RNA mit komplementären Nuoleotidsequenzen darstellt. Die Pl
Bakteriophag DNA wird hier als eine Schablone für die enzymatieche RNA-Synthese verwendet. Das Verfahren zur Herstellung
dieser und ähnlicher doppelsträngiger Hybride ist in dem oben erwähnten Zeitschriftenartikel von O.Milman
•t al· beschrieben. Der Komplex Pl DNA-RNA hat in einem
Puffer mit einer Ionenetärke von 0,1 einen Tm von 82°·
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Die nachfolgenden Beispiele sollen die Induzierung von Interferon durch Verabreichung von bestimmten der oben beschriebenen
Homopolynucleotidkomplexe sowohl in lebenden Wirtstieren als auch in isolierten Zellkultüren zeigen,
wobei jedoch auch andere erfindungsgemäße komplexe ,,Poly- .
merisate verwendet werden können, um die Interferonerzeugung in ähnlicher Weise zu stimmulieren·
Die oben beschriebenen komplexen Polymerisate werden getrennt als aliquote Teile mit 0,5 ml durch intravenöse
Injektion an Kaninchen mit 2,04·bis 2,27 kg (4,5 bis 5,0 '
pounds) verabreicht. Kach etwa 2 Stunden werden von jedem
Kaninchen durch Herzpunktion Blutproben entnommen. Von jeder der geronnenen Blutproben wird Serum abgetrennt und
getrennt durch Einwirkung von ultravioletter Strahlung sterilisiert. Aliquote Seile dieser sterilisierten Proben
werden in den folgenden Tests verwendet.
DaB sterilisierte Kaninchenserum von jedem Kaninchen wird
getrennt durch Reihen-Zweifachverdünnungen von 1:5 bis 1:640 unter Verwendung von Zellkultur-Wachstumsmedium als Verdünnungsmittel
titriert. Eine 1 ml Probe von jeder Verdünnung wird zu jeder von vier Röhrchenkulturen von Kaninchen
nierenzellen gegeben, die von verbrauchtem Wachetumsmedium
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abfließen gelassen worden sind. Nach Inkubation über Nacht bei 350C werden die Röhrchenkulturen wiederum abfließen ge
lassen und mit 10 bis 100 TCID^q (Gewebekultur-infizierende
Dosis γλ) vesikulärem Stomatitisvirus infiziert, der in
1 ml Wachstumsmedium enthalten ist. Jede Röhrchenkultur
wird für weitere 3 Tage bei 350C inkubiert und dann in Hinblick auf das Auftreten von cytopathogenen Vireneffekten
untersucht und mit (+) bei positivem Auftreten derartiger Effekte oder mit (0) bei Fehlen des Auftretens
von cytopathogenen Effekten gewertet. Der Interferontiter für jede Serumprobe wird als der reeiproke Wert
der Serumverdünnung bestimmt, bei der 50 # der Röhrchen keine cytopathogenen Effekte zeigen. Serum von unbehandelten
Tieren (d.h., von normalen Vergleichstieren)wird in jedem Versuch titriert, um normale Serumfaktoren zu bestimmen·
Die auf diese Weise bestimmten Titer sind in Tabelle I gezeigt.
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chemisches Mittel
Dosia/Tier
| I + C | (rI:rC) | 2 | /Ug |
| Il | 0,5 | /Ug | |
| Il | 0,25 | /Ug | |
| Poly I | 25 | /Ug | |
| Poly C | 25 | /Ug | |
| normale | Vergleichsproben | keine |
Interferontiter
>640 20-40
<5
<5
<5
<5
A + π (rA:rTJ)
Polyadenylsäure
Polyuridylsäure
normale Vergleicheprobe
Polyuridylsäure
normale Vergleicheprobe
| 200 | /Ug |
| 100 | /Ug |
| 50 | /Ug |
| • 25. | /Ug |
| 12,5 | /Ug |
| 6,25 | /Ug |
| 200 | /Ug |
| 200 | /Ug |
keine
10-20 10-20 40-80 20-40 5-10 5-10 <5
5 <5
Poly 1+CpC (rlirCpO)
η
η
normale Vergleichsprobe
100 /Ug 10 /Ug
1 /ug
50 /Ug
keine >640 <5 <5
< 5
<
5
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In einem Testversuch auf der Basis von Beispiel 1 wird gefunden,
daß die folgenden Mengen der Komplexe, wenn sie pro Kaninchen intravenös injiziert werden, die Erzeugung
von feststellbaren Konzentrationen an Seruminterferon in zwei Stunden induzieren:
• O|5/Ug rI:rC, 25/Ug rA:rU, 100/Ug rI:rCpC, 10,5/Ug rI:rSc\
10 /Ug rIC:rIC, 12/ug rlEc":rIB"c" und 5/Ug Pl DNA-RNA.
Bei manchen diesen Substanzen sind die für die Induzierung angegebenen Mengen nicht die minimalen Mengen·
Beispiel 2
Eine Lösung von Poly (I + C) (Substanz I) sowie Lösungen von Folyinosinsäure und Polycytidylsäure werden getrennt
ale aliquote Teile mit 0,2 ml durch intravenöse Injektion an Mäuse mit 16 bis 18 g verabreicht· Jede Lösung wird auf
diese Weise an 25 Mäuse verabreicht. Nach etwa 2 Stunden werden von jeder Maus Blutproben entnommen. Von jeder der
| geronnenen Blutproben wird Serum abgetrennt. Sera von denjenigen
Tieren, denen ein aliquoter Teil des gleichen Polynucleotide oder der gleichen komplexen Polymerisatlösung
injiziert worden ist, werden vereinigt und durch Einwirkung von ultravioletter Bestrahlung sterilisiert
und durch, die Fleckenverminderungsmethode an Mäuseembryo-
zellen gegen einen Angriff durch veeikulärem StomatitisviruB titriert. Vereinigt· Stra aus unbthandtlttn Tiertn
werdtn tbeneo titriert.
- 18 -
009130/1128
!EABELlE II
Stimmulierung der Interferonerzeugung in Musen, ermittelt
durch die Pleckenverminderungsmethode
Chemisches Mittel Dosis/Tier Interferontiter
Poly I 55,0 /ug <8
Poly C 50,0 /ug < 8
Poly I + C (rI:rC) 52,5 /Ug 256
normales gepuffertes
Vergleichsverdünnungsmittel - <8
Vergleichsverdünnungsmittel - <8
Induzierte Beständigkeit gegen Columbia SK Virus-Infektion von Mäusen
Die Infektion durch Columbia SK hat bei Mäusen die Symptome eines zerzausten Felles, von Lethargie und von schwacher
Paralyse zur Folge, wobei die Mehrzahl der Tiere 3 bis Tage nach der Injektion stirbt· Zur Bestimmung der Wirksamkeit
der komplexen Polymerisate in Hinblick auf die Induzierung einer schützenden Menge an Interferon wird
die folgende experimentelle Arbeltsweise verwendet:
0,5 ml der Testlösung des in Tabelle III identifizierten
komplexen Polymerisate des Homopolynucleotide werden intra-
- 19 -009830/1828
12530
peritoneal 18 Stunden vor der Infektion an jeweils 15 Hause
verabreicht, die jeweils zwischen 14 und 16 g wiegen. Dann wird eine Menge an Columbia SK Virus, die ausreicht, um
90 i» der Mäuse 5 Tage nach der Infektion zu töten, in
einen 0,5 τώΙ aufmachenden aliquoten Teil subkutan injiziert
und jede Ha-us wird dann mit 0,5 al der Testlösung behandelt?
ά: e i.r, tracer;, toncal 3 Stunden nach der Infektion
injirie:-' ■■■■:..■ ■■ : Zv, "· o: /:"!e.\ciien Y/r;ire rait komplexem Polymer!
υ α ;, ',ο 3 "■' ::■ Ο; ■■ λ. ■ ■. Vox^ d b-h
| j e 1". '.:■ 5 | jedoch nicht |
| in Hi ηr | I ' .·?;; auf d η ο |
| :':'"' (·-■ "I'.: ·:" | ^•-;c Toxinitä |
| i-f^ ;- |
brob
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IU V:
Die ZoI'.:
wirö t:-;,'\
obachtet
Mejr-i XiT■■; üie ."ahj. der toten Tiere
7>±e Tiere werden '0 Tage lang be-
- 20 -
009830/1828
12530
XXi.
Induzierte Beständigkeit bzw« Widerstandsfähigkeit gegenüber Columbia SK Virus-Infektion bei Mäusen
Chemisches Mittel
Gesamtdosis °J> über- pro Tag durchpro
Tier lebende schnittlich Tiere überlebende Tiere
| Pho sphatpuffer | «te | mg | 3,3 | 437 |
| Polyinosinsäure | 0,91 | Sg | 0,0 | 4,5 |
| Polycytidylsäure | 1,00 | mg | 0,0 | 4,2 |
| Poly I + C (rI:rC) | 1,05 | rag | 40,0 | 8,5 |
| Poly I +C (rI:rC) | 0,53 | ag | 20,0 | 7,1 |
| Poly I + C (rI:rC) | 0,26 | 6,7 | 6,0 | |
Wenn die gleiche Arbeitsweise vervfenäi':■ wiiv* ^iν der Ausnahme,
daß die Nachinfektionsuosis we^elaaBer;. wird, werden
Ergebnisse erhalten, die mit den in 'Tabelle III wi?=·^ergegebenen
Ergebnissen vergleichbar sins.
Bei anderen Tests wird gefunden, oe3 Kliuac *a: &er t-.'lgenden
Kombination gegen den Columbia SK Virus gc-achutr.-i; werden?
rlirC, intranasal verabreichv und intranasaler Virusangriff,
rI:rC, intraperitoneal verabreicht und Yirysaiicrifi intraperitoneal,
rltrOf intraperitoneÄl verabreicht νινί Yi.iUB&K^r-iff ir.-fcra-
009830/1828
Bei einem ähnlichen Test wird gefunden, daß eine intraperitoneal
verabreichte Dosis von 16 mg rI:rC pro Maus diese gegen den Sendai Virus schützt.
Induzierte Beständigkeit gegen Pneumonia Virus-(PVM)·
Infektion bei Mäusen
Die Infizierung von Mäusen durch intranasale Inokulation
von Mäuse-Pneumonia-Viren (PVM) hat eine Virueinfektion
der Atemwege zur Folge, die ihren Höhepunkt in einer Pneumonia hat, wobei bei der Mehrzahl der Tiere 6 bis 7
Tage nach der Infektion der Tod eintritt.
Lösungen der komplexen Polymerisate und von Hömopolynucleotiden
werden hinsichtlich ihrer Fähigkeit getestet, prophylaktischen Schutz gegen PVM-Infektion zu geben, indem
20 Mäuse mit 8 bis 10 g intranasal mit 0,03 ml der
Lösung vorbehandelt werden, die das in Tabelle IV angegebene Testmaterial enthält, bevor mit dem Virus Intranasal
inokuliert wird. Es wird genügend Virus verwendet, um
75 i» der Mäusepopulstiön 6 bis 7 Tags nach der Inokulation
abzutöten. Bei Beendigung des Versuches (nach H Tagen) sind 59 der 60 infizierten, jedoch unbehandelten Mäuse an
der Virusinfektion gestorben.
Die Anzahl der lebenden und die Anzahl der toten Tiere
wird täglich ermittelt. Die Tiere werfen H Tage lang beobftchtet*
- 22 -
TABEILE
Induzierte Beständigkeit vsn i!är~*n g eg entity
tion slit Ma
Chemische β Mitte!
Poly I f C (rj.:r·.
Es wird auch gefunden, -"a2 K-urr- ßdrovi ein-Angriff
durch Vaccinia Vir^o ge;.-:-jüist cLnc
einer prophylaktischen Behandlung entweder
oder subkutan rlsrC verabreicht wird.
- 23 -
009830/1828
12530
Aktivität in vitro von komplexen Polymerisaten als Viren
inhibierende Substanzen
Jede der in Tabelle V identifizierten Zellkulturen wird
über flacht mit einem der komplexen Polymerisate, verdünnt
in dem Wa:;hstumsmedium, von dem man weiß, daß es für die
vervfi=:-aete Zellkultur erforderlich ist, inkubiert. Nach
der Entfernung der komplexes Polymerisat enthaltenden Lösungen v/iru jede Kultur mit vesikulären Stomatitisvirus-S'Jspsnsionen
infiziert, inkubiert und hinsichtlich der
?leckeribilduT5£ beobachtet, die für den Test beschrieben
vordor. ist, der Art Spezifitat zeigt·
/ug-Dosis des komplexen Polymerisate/ml, die erforderlich
let, um Beständigkeit gegenüber VSV-Fleckenbildung zu induzieren
primäre Kaninchenniere primäres menschliches Amnion primäre menschliche Embryoniere
primäres Hühnchenembryo primäre Rinderniere primäre Hundeniere
primäreβ Mäuseembryo
| Poly I + C | Poly A + U | >100 | - |
| (rI:rC) | (rA:rU) | ||
| <0,00125 | 0,0015 | ||
| 0,04 | 26,25 | ||
| 1,25 | - | ||
| 0,33 | |||
| 5,00 | |||
| 1,25 |
>100
- 24 -
009830/1828
12530 5
Die relative Wirksamkeit der Komplexe im Vergleich mit
ihren unkomplexierten Nucleotiden ist in Tabelle Va ge
zeigt, wobei dieser gleiche Test verwendet wird.
Konzentration an komplexem Polymerisat, die erforderlich
ist, um bei primären Kaninchennierenzellkulturen Beständigkeit gegen VSV-Fleckenbildung zu induzieren
Polymerisat /ug/rol
Poly I >11
Poly C >10
Poly I + 0 (rI:rC) 0,091?5
Poly A ':
Poly U ' :-10
Poly A + U (rAsrU) 0,0015
rI:rB"C* 0,08
(nicht die Mindest· menge)
rIC:rIC 0,003
rTSffjrTBc· 0,04
rAUirAU 0,04
Pl DHA-RNA 0,6-1,25
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12530
Verwendet man die in Beispiel 1 bis 5 -beschriebenen Arbeitsweisen,
wobei jedoch Substanz IV oder die nach der Beschreibung von Substanz III beschriebenen komplexen
Polymerisate für die hier verwendeten Substanzen I, II und III eingesetzt werden, so werden ähnliche Ergebniese
erhalten·
Nachweis der möglichen therapeutischen Wirkung des intranasal verabreichten Interferon-Induzierungsmittels rI:rC
gegen einen intranasalen Angriff durch Mäuse-Pneumonia-Virus
Mäuse werden auf intranasalem Weg mit Pneumonia-Virus
injiziert und anschließend werden 24, 48, 72 und 96 Stunden
nach dem Angriff 33Mg (rI:rC) intranasal verabreicht·1
Für jeden Tag des Angriffes werden Vergleichstiere bereitgehalten. Sie Ergebnisse sind in Tabelle VI gezeigt,
woraus zu entnehmen ist, daß das Interferon-Induzierungsmittel rI:rO bedeutende Wirkung als ein therapeutisches
Mittel für etwa 72 Stunden naoh dem Angriff durch Pneumonia· * Virus besitzt.
- 26 -
12530 3Λ
Therapeutische Wirksamkeit de1:: rlirO-Iiid/L... 1 .--i*·.;:..■ .■ on Virtsbeetändigkeit
bei Mäusen geg-.u. PYM-Arigr '■. fi!
:g Kit rlsrO* nach. 5a I1I er j
24 Sturer.
46 Stunden
46 Stunden
72 Stunden
95 St"ut:d yn
95 St"ut:d yn
*rIirO
A.E/rrir
Beiepiel
Demonstration in Tierversuchen der Dauer dea Schnee von
Mäusen gegen den Angriff durch Pneumonia-Virns r- ich einer
einzigen intranasalen Dosis des Interf eron-IncLusierung ?-
mittels
Alle Tiere erhalten intranasal eine Dosis von 32 /ag rI:rC.
Pur jede Periode des Angriffes werden getrennt Yergleichstiere
gehalten. Die Tiere werden mit Mäuse-Pneumonia-Virus
3 Stunden, 4 Tage, 5 Tage, 6 Tage, 7 Tage und 8 Tage nach der InduzierungsmitteldoBis dem Angriff ausgesetzt« Die
Ergebnisse sind in Tabelle VIX gezeigt. Es ist ersichtlich,
daß eine einzige Dosis von 32/ug pro Haus für eine
- 27 -
009830/1328
spanne von 6 Tagen einen ausgeprägt guten Schutz gegen Virenangriff liefert.
| Dauer der Schutzwirkung der Induzierung von Wirtsbeständig keit bei Mäusen gegen intranasalen Angriff durch PVM-Virus |
io Überlebende gegenüber Vergleichstieren |
| Angriffszeit nach rI:rC* | 100 |
| 3 Stunden | 71 |
| 4 Tage | 100 |
| 5 Tage | 88 |
| 6 Tage | 24 |
| 7 Tage j | 24 |
| 8 Tage |
* 32/ug rlsrC ι Alle Tiere erhalten 3 Stunden vor dem
' ersten Angriff intranasal 1 Doeis.
- 28 -
009830/1828
B e i s ρ i e 1 8
Ein Test für die Heftigkeit der VirusangriffÜberwindung,
wenn bei Mäusen durch rI:rC, intranasal verabreicht, Virtsbeständigkeit bzw. -Widerstandsfähigkeit induziert
ist
Allen in diesem Experiment behandelten Tieren werden 16/Ug rI:rC 3 Stunden vor dem Angriff mit abgemessenen
Dosen Pneumonia-Virus verabreicht. Der Angriff umfaßt
31 bis 10 000 LDcQ· Der Angriff erfolgt ebenfalls intranasal.
Die Ergebnisse sind in Tabelle VIII angegeben und es ist ersichtlich, daß eine 3 Stunden vor dem Angriff
intranasal verabreichte Dosis von 16/ug rI:rC ausgezeichnete
Beständigkeit gegen einen Angriff von mindestens 10 000 LDc0 induziert·
- 29 -
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12530 «J Q
Tabelle VIII
Feststellung des Wirksamkeitsgrades von Wirtsbeständigkeit
gegen PVM, induziert in Mäusen durch rI:rC
Überlebende
| Angriff | in I»Dcq |
| 10 | 000 |
| 3 | 150 |
| 1 | 000 |
| 315 | |
| 100 | |
| 31,5 |
93 73 87
100 93
100
* Mäuse-Pneumonia-Virus, alle Tiere erhalten 16 /Ug rI:rC
3 Stunden vor dem Angriff.
Die Interferone werden als Proteinmoleküle mit relativ niedrigem Molekulargewicht identifiziert, die die Fähigkeit besitzen,
Virenreplikation nur in Zellen der gleichen Spezies zu stören, woraus die Interferone erzeugt werden. Zur Charakterisierung
der Interferone verwendet man den Nachweis der Artspezifität, r der Antivirusaktivität, der Trypsinempfindlichkeit (ein Test
für Proteine), des isoelektrischen Punktes sowie Molekulargewichtsbestimmungen.
Die nachfolgenden Tests dienen zur Identifizierung der aktiven
Vireninhibierenden Substanzen als Interferone.
Proben von 3 ml von Zweifach-Reihenverdünnungen in dem Kulturmedium
der Interferonproben von Beisr'tl 1, die duroh Einwir-
- 30 -
009830/182
kung von ultravioletter Strahlung sterilisiert worden sind, werden zu Monoschichten von verschiedenen Zeiltypen gegeben,
die getrennt in 30 ml Gewebekulturkolben gewachsen sind. Nach Inkubierung über Nacht werden die Serumproben abgezogen
und durch 0,5 ml veeikuläre Stromatitisvirussuspension ersetzt
und die Kulturen werden erneut für v/eitere 1^5 Stunden
bei 350C inkubiert. Dann wird eine Deckschicht vor. 5 ml Aufrechterhai
tungskulturmedium (maintenance culture ^ediuro), das
Methylcellulose als ein verfestigendes Mittel eiitMlt, in ;jeden
Kolben gegeben und die Inkubierung wird i'u^ ν : 4tere
3 bis 4 Tage bei 350C fortgesetzt, um Yirusfieo^!?. bildung au
erlauben. Das Deckschichtmedium wird dann eintrat \mä die
Zellen werden mit Carbolfuohsin angefärbt,
der mit Interferon behandelten Ηθίΐο.··.αίον^
Fleckenzahlen von un behänd el ten Viruv-IiK.
monoechichteri verglichen« Oie reziproke In
die eine mindestens 50 i:..f:3 Verruinderun?, -I
ergibt, wird als der Ititerferontiter der ?
'Die so bestimmten Titer zeigen Artspszifität,
iier einer bestimmten Spezies induziertes Interferon ist nur
in Zellen aktiv, die von einem Tier äer gleichen Spezies stammen. Diese Titer sind in Tabelle IX gezeigt.
| j.. s | :::i<:eri^ahleTi | de ή | einem | |
| f;""-' we | . :' ;ϋ j/ | •-Ichs | ||
| ;r<rmng | ||||
| t; ■■£■'■ | , " ^ | - :crö\ | ' ah]. | |
| <■> ■' JL-'' | i-s.iaur | _-achtet. | ||
| f. (>- | ,. » in | |||
| ät, d | f |
- 31 -
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12530
Tabelle IX
Artspezifität der induzierten Interferone bei Tests mit
einem Angriff durch vesikulären Stomatitisvirus
| Serum- quvlle |
Interferontiter, bestimmt atff kultur |
<16 | Kaninchen niere |
der Zeil- | |
| chemisches Mittel |
Hühnchen- Mäuse embryo embryo |
128 | >2048 | BSC * Affe |
|
| Kaninchen | _ | <8 | <16 | <16 | |
| I + C | Maus | <8 | <8 | 512 | - |
| I + C | Kaninchen | <32 | <16 | >2048 ; | - |
| A + U | Kaninchen | - | <16 | - | |
| I + CpC | Kaninchen | — | <16 | ||
| unbehan- delt |
|||||
♦ BSC: Eine festgestellte Zellinie, die von Nierenzellen von
afrikanischen Grünaffen stammt.
Nachweis der Trypsinempfindlichkeit des induzierten Interfe ron8
Ein Interferon-enthaltendes Serum aus Tieren, die mit einem komplexen Polymerisat induziert worden sind, wird durch
Chromatographie an CM-Sephadex (ein Kationenaustauschermaterial, das durch Einführung von Carboxymethylgruppen in Sephadex
erhalten wird) isoliert. Eine Probe des isolierten Interferons wird mit einer kristallinen Trypsinlösung (50 /Ug/ml
Endkonzentration) 4 Stunden lang bei 350C behandelt. Eine
ähnliche nicht-behandelte Interferon-Probe wird ebenfalle
4 Stunden lang bei 350C Inkubiert. Nach der 4-stündigen Inkubationsperiode wird ein Sojabohnen-Trypsininhibitor jeder
Probe einschließlich der Kontrollprobe zugesetzt. Die Proben werden in Hinblick auf ihre Interferon-Aktivität naoh
- 32 -
009830/1828
der Fleckenverminderungsmethode titriert. Die Trypsinlösung,
welcher der Sojabohnen-Trypsininhibitor zugesetzt worden ist,
wird ebenfalls in Hinblick auf ihre Antiviren-Aktivität titriert. Die Ergebnisse des Trypsin-Empfindlichkeitstests
sind in der Tabelle X zusammengefaßt.
T a b e 1 1 e X *
Behandlung Interferon-Titer
Poly(l+C)induziertes Interferon + Trypsin 16
Poly(I+C)induziertes Interferon 256
Trypsin-Vergleichsprobe 16
Poly(I+CpC)induziertes Interferon + Trypsin 8 PoIy(I-J-CpC) induziertes Interferon 1024
Trypsin-Vergleichsprobe ,. . <8 ,
Die Molekulargewichte des durch die komplexen Polymerisate induzierten
Interferons werden nach folgender Methode bestimmt. Säulen mit einer Größe von 2 χ 35 cm werden mit hydratisierten
Sephadex-G-200-Kugeln gepackt, worauf langsam 2 bis 3. Tage
lang ein 0,006m Natriumphosphat/O,15m NaCl-Puffer (pH 7)
zur Erzielung einer Gleichgewichtseinstellung durchsickern gelassen wird (Sephadex ist eine hydrophile unlösliche Substanz,
die durch Vernetzen von Polysacchariddextran gebildet wird. Die Bezeichnung "G-200" bezieht sich auf das Ausmaß der
Vernetzung und damit der Porosität des hydratisieren Gels).
1 ml-Mengen des Serums, welche induziertes Interferon, das gemäß Beispiel 1 hergestellt worden ist, enthalten, wird auf
die Säulen aufgegeben. Die Fließgesohwindigkeit in der Säule
τ 33 -
009830/1828
wird auf 20 bis 25 ml pro Stunde eingestellt, wobei Fraktionen in 3 ml-Mengen gesammelt werden. Die Fraktionen werden auf
ihren Interferon-Gehalt nach der Fleckenverminderungsmethode untersucht, wobei das Molekulargewicht einer jeden Probe
nach der Formel M1^5 = 146 [1,480 - V/Vo1^5] berechnet wird,
worin "M" für das Molekulargewicht steht, "Vn das Eluierungsvolumen
des getesteten Materials ist und "Vo" das E'eervolumen
der Säule darstellt. Diese Methode liefert Werte, die innerhalb 10 $>
der Molekulargewichte liegen, die beim Testen mit gereinigten Proteinen angegeben werden.
Die Ergebnisse- der Molekulargewichte-Bestimmungen sind wie
| folgt:
Kaninchen-Interferon Molekulargewicht Poly(I+C), induziert 49 000 bis 52 000
Die Serum-Proben, welche Interferon enthalten, das nach der in Beispiel 1 beschriebenen Methode hergestellt worden ist,
werden über Nacht gegen einen 0,1m Natriumphosphatpuffer (pH 6 oder einfach verdünnt auf 1:3 mit Puffer) dialysiert.
20 ml einer jeden Probe werden auf eine 1,5 x 10 cm CM-Sephafc
dex-Säule aufgebracht, die mittels des gleichen Puffers in
einen Gleichgewichtszustand überführt worden ist. Das Interferon wird durch naoheinanderfolgende Zugabe von 5 ml-Mengen
eines 0,1m Natriumphosphats mit steigender Erhöhung des pH-Wertes um 0,2 Einheiteh eluiert. Der Abfluß wird in 5 ml-Fraktionen
gesammelt,, worauf der pH und die Interferon-Aktivität einer jeden Fraktion gemessen wird. Der pH der Fraktion
mit einer Spitzenaktivität wird aufgezeichnet, worauf der isoelektrisohe
Punkt duroh Zugabe einer 0,4 pH-Einheit bereohnet / wird. Der auf diese Weise bestimmte ieoelektrische Punkt für
Interferonef die in einem Kaninohen duroh Verabreichung von
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008130/1828
1253o ■
\~?ply (I+C) bestimmt worden, beiträgt 6,8 bis 6,9.
Die vorstehende Beschreibung der Herstellung der komplexen
Polymerisate sowie die Beispiele erläutern bestimmte Merkmale der vorliegenden Erfindung. Das erfindungsgemäße Verfahren ist
jedoch nicht auf diese Beispiele beschränkt. Es kann -vielmehr auch mit komplexen Polymerisaten durchgeführt werden, die aus
bekannten Homopolynucleotiden, Homooligonucleotiden oder deren Deeoxyanaloga hergestellt worden sind und in der oben beschriebenen
Weise parenteral oder topisch verabreicht worden sind.
Beispiel 9
Oral-nasales Präparat
Als ein propylaktisches intranasales Präparat gegen Viren der
Atemwege wie die gewöhnliche Erkältung wird eine Dosis von 0,01 bis 10 mg des komplexen Polymerisats rI:rG alle 2 bis
3 Tage auf die naealen und j oralen Hautteile aufgebracht. Diese
Verabreichungsperiode beruht auf der verlängerten Dauer des induzierten Interferons.
Die Applikation kann mittels einer wässerigen Suspension in einem Aspirator-Spray erfolgen, so daß ein oder zwei Sprühvorgänge
etwa 0,01 bis 10 mg freisetzen. Es kann auch ein Aerosolpräparat unter Verwendung von herkömmlichen Fluorchlorkohlenwas
serstoffen als Treibmittel hergestellt und verwendet werden.
Außerdem kann das Präparat als eine pharmazeutische Nasentropfenflüssigkeit angewendet werden.
Dieses Präparat wird im Falle von tatsächlicher Infektion der
Atemwege etwa alle 2 bis 3 Tage auch therapeutisch angewendet. Es liegt in der Entscheidung des Arztes, ob eine häufigere
(beispielsweise tägliche) oder eine weniger häufige Verabreiohung (wie jeden 4. Tag) angezeigt ist.
- 35 -
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Eines der anderen erfindungsgemäßen Induzierungsmittel kann das rlrrC des vorliegenden Beispiels ersetzen, wobei deren
oben erörterte relative Aktivität in Betracht zu ziehen ist.
Augenpräparat "*
Für prophylaktische und therapeutische Anwendung in den Augen wird ein herkömmliches' Augentropfenpräparat, wie steriles Erdnußöl,
derart aufbereitet, daß ein einziger Tropfen 0,01 bis 10 mg des komplexen Polymerisats rlrrC oder eines anderen der
obigen Induzierungsmittel enthält. Ein einziger Tropfen wird alle 2 bis 3 Tage auf das Auge angewendet.
^ Tropfen werden aufgrund ihrer therapeutischen Aktivität
auf ein Auge angewendet, das mit Herpes, Adenovirus und Vaccinia und auch mit Trachoma infiziert ist. Es wird gleichzeitig
als ein prophylaktischer Schutz auf das nicht-infizierte Auge angewendet.
Eine herkömmliche Augensalbe wird derart hergestellt, daß die gewöhnlich angewendete kleine Menge 0,01 bis 10 mg des rI:rC
enthält. Diese Salbe kann beispielsweise ein Polyäthylen/flüa-
^ siges Petrolatum-Gel sein. :
Beispiel 11
Hautpräparat
Zur Anwendung auf die Haut in geschädigten Bereichen kann das
Interferon-InduzierungBmittel herkömmlichen Grundlagen für
Salben, Cremes, frötions oder flüssigen Präparaten derjärt '
BUgesetzt werden, daß 1 g 0,1 bis 100 mg beispielsweise
rlirC enthält. Eb wird alle 2 bis 3 Tage angewendet.
- 36 -
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Beispiel 12
Steriles In.iektionspräparat
Repräsentativ für ein Präparat zur parenteralen Verabreichung ist eine herkömmliche sterile Lösung oder Suspension-auf öl-
oder Wasserbasis, wie physiologische Kochsalzlösung. Ein ■
■5
■5
cnr davon enthält 0,1 bis 100 mg des ausgewählten erfindungs-
gemäßen Interferon-Induzierungsmittels und wird in Fällen von
Vireninfektion alle 2 bis 3 Tage injiziert.
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001830/1828
Claims (1)
12530 15. Januar 2#8 1 7 3 A
PATENTANSPRÜCHE
1. Verfahren zur Induzierung der Bildung von Interferon in lebenden Zellen, dadurch gekennzeichnet, daß man an die
Zellen ein komplexes Polymerisat verabreicht, das unter PoIynucleotid-altemierenden
Mischpolymerisaten, Komplexen von zwei Homopolynucleotiden, die substituierte Nucleotidkomponenten
enthalten, und Hybriden zwischen einem Polydesoxyribonucleotid und einem Polyribonucleotid, die substituierte Nucleotidkomponenten
enthalten, ausgewählt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindung der Paare durch Wasserstoffbindung erfolgt, wie
die Hypochrom!zitat im ultravioletten Bereich anzeigt.
.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellen in einem lebenden Wirt vorliegen. · ,
4* Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellen in einem lebenden Wirt vorliegen und daß das' komplexe
Polymerisat systemisch verabreicht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellen in einem lebenden Wirt vorliegen"und das komplexe
Polymerisat topisch verabreicht wird.
6. Verfahren naoh Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zellen aus einem lebenden Wirt abgetrennt worden sind und
in einem Kulturmedium vorliegen.
7. Verfahren nach Anspruoh 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das komplexe Polymerisat aus Komplexen von zwei verschiedenen Homopolynucleotiden besteht, die substituiert· Nuoleotidein-
- 38 -
OFUGWAL INSPECTED
001130/1828
heiten enthalten, ausgewählt unter substituierter Adenylsäure,
substituierter Uridylsäure, substituierter Inosinsäure und substituierter Oytidylsäure.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
nur eines der Polynucleotide chemisch verändert ist.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das komplexe Polymerisat rI:rBC ist.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das komplexe Polymerisat rICrrIC ist.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das komplexe Polymerisat rIBCYrIBC ist.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das komplexe Polymerisat Pl DNA-RNA ist.
13. Pharmazeutisches Mittel, dadurch gekennzeichnet, daß
es bei der Verabreichung an lebende Zellen die Bildung von Interferon in den Zellen induziert und einen pharmazeutischen
Träger und ein komplexes Polymerisat umfaßt, das unter PoIynucleotid-alternierenden Mischpolymerisaten, Komplexen von
zwei Homopolynucleotiden, die substituierte Nucleotidkomponenten enthaltep, und Hybriden zwischen einem Polydeeoxyribo- "
nucleotid und einem Polyribonucleotid, die substituierte Nucleotidkomponenten enthalten, ausgewählt ist. . ■
1.4. Mittel.nach Anspruch 13» dadurch gekennzeichnet, daß
das komplexe Polymerisat aus Komplexen von zwei verschiedenen Homopolynucleotiden besteht, die substituierte ''~~..
Nucleotideinheiten enthalten, ausgewählt unter substituierter Adenyleäure, substituierter Uridylsäure, substituierter
Inoeineäure und substituierter Cytidylsäure·
- 39 -
009830/1828
HO
15. Mittel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß,
nur eines der Polynucleotide chemisch verändert ist.
16. Mittel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das komplexe Polymerisat rI:rBC ist.
17. Mittel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, .daß
das komplexe Polymerisat rIC:rIC ist.
18. Mittel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß
das komplexe Polymerisat rIBC:rIBC ist.
19· Mittel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß
das komplexe Polymerisat Pl DNA-RNA ist.
- 40 -
009830/1828
Applications Claiming Priority (1)
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