DE20005627U1 - Rohrelement - Google Patents
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Description
ARNE MISSLING Dipl.-lng. PATENTANWALT
S (06 41) 9 74 60-0, D-35390 Giessen
23.03.2000
Mi/Ma 00.036GM
Krause Werk GmbH & Co. KG
Industriegebiet Altenburg
D-36304 Alsfeld-Altenburg
Die Erfindung betrifft ein Rohrelement für Streben, Geländer und ähnliche Bauteile an Gerüsten, Tragwerken und dergleichen Rohrkonstruktionen, bei dem an mindestens einem seiner Rohrenden ein Haken zum Befestigen des Rohrelementes an einem anderen Bauteil ausgebildet ist.
Rohrelemente dieser Art werden besonders an Baugerüsten in großem Umfang beispielsweise für Geländerläufe verwendet; sie sind schnell an- und abbaubar, haben nur ein geringes Gewicht und erfordern bei ihrer Herstellung wenig Aufwand. Die Haken können mit geeigneten Sicherungen versehen sein, um ihre Anbindung zu sichern.
Es liegt auf der Hand, dass eine einfache Herstellung eines solchen Hakens wünschenswert ist, insbesondere dadurch, dass er aus dem Rohrelement selbst gebildet wird. Allerdings ist eine Umformung des Rohrelementes zur
Gewinnung eines Hakens stets mit einem Verlust an Formsteifigkeit verbunden, so dass die Belastbarkeit des Rohrelementes vermindert ist.
Die Erfindung hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, ein Rohrelement der eingangs bezeichneten Art an seinen die Hauptlast tragenden Rohrenden so auszubilden, dass diese einerseits so verformbar sind, dass an ihnen jeweils ein Haken angearbeitet werden kann, ohne dabei aber andererseits gleichzeitig das Widerstandsmoment des jeweiligen Rohrendes so zu vermindern, dass die Belastbarkeit des Rohrelementes entscheidend eingeschränkt würde.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Rohrende mit einer Rohrhülse ausgefüttert ist, deren Querschnitt so gewählt ist, dass die Außenkontur der Rohrhülse etwa gleich der Innenkontur des Rohrendes ist, wobei die Länge der Rohrhülse diejenige des Hakens übertrifft, und dass der Haken an einem Haltesteg aus im Bereich des Hakens gemeinsam flach angestauchten Endstücken des Rohrendes und der Rohrhülse dadurch ausgebildet ist, dass aus dem Haltesteg eine Hakenöse ausgenommenen ist; es ist dabei zweckmäßig, wenn die flach angestauchten Endstücke einen zu der Längsachse des Rohrelementes symmetrischen Haltesteg bilden.
Durch die Umformung der Endstücke in flache Stege und die Ausnehmung der Hakenöse wird das Widerstandsmoment der Rohrenden vermindert; die Unterfütterung des Rohrendes gleicht diesen Verlust an Formsteifigkeit aber weitgehend oder vollständig aus, so dass das Rohrelement weiterhin voll belastet werden kann, obgleich sein tragender Querschnitt an dem Rohrende zunächst vermindert worden ist. Die Rohrhülsen haben auf die Ausbildung der Endstücke keinen Einfluss, sie werden wie die Rohrenden zur Ausbildung des Haltesteges ebenfalls gestaucht und verhalten sich einfach wie eine lokale Erhöhung der Wanddicke des Rohrelementes an dessen Rohrende.
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In vielen Fällen wird das Rohrelement in einem Gerüst so eingespannt, daß, eine zweckentsprechende Gestaltung der Hakenöse vorausgesetzt, auf eine zusätzliche Sicherung des Hakens verzichtet werden kann. Bei der Verwendung des Rohrelementes an einem Geländer wird aber ein Verschluss des Hakens zumeist nicht zu umgehen sein. Zu diesem Zweck können die flach angestauchten Endstücke voneinander beabstandet ausgeführt sein, so dass zwischen den Endstücken ein flacher Sperriegel angebracht werden kann, der um eine in dem Rohrende angeordnete Hakenachse schwenkbar ist, die senkrecht auf der Längsachse des Rohrelementes steht. Einen derartigen Sperriegel kann man so ausgestalten, dass er die ein anderes Bauteil überfangende Hakenöse schließt und in dieser Stellung arretiert wird; die Einzelheiten hierzu sind fachüblich.
Um die Verbindung der Rohrhülse mit dem Rohrende inniger zu gestalten und eine gegenseitige Verschiebung vor allem in Richtung der Längsachse des Rohrelementes zu verhindern, ist es vorteilhaft, wenn in die Oberflächen der flach angestauchten Endstücke des Rohrendes Sicken oder ähnliche Einbuchtungen eingetieft sind, die bis in die Oberflächen der benachbarten, flach angestauchten Endstücke der Rohrhülsen reichen.
Das Rohrelement erhält ein gefälliges Aussehen, wenn die freie Stirnseite des Rohrendes und die äußere Stirnseite der Rohrhülse miteinander bündig sind, so dass kaum noch erkennbar ist, dass der Bereich des Hakens innen unterfüttert ist.
Es versteht sich, dass das Rohrelement nicht notwendig an allen beiden Rohrenden in erfindungsgemäßer Weise ausgeführt sein muss; vielmehr kann eines der Rohrenden auch in anderer Weise gestaltet sein. So ist es beispielsweise möglich, dass ein erstes Rohrende entsprechend der Erfindung ausgebildet ist, während, beispielsweise bei einer Strebe, an dem zweiten Rohrende eine an einen Holm arretierbare Klemm-Kupplung befestigt ist. Das Rohrelement nach der Erfindung kann auch an einem Rohrende einen Sperriegel aufweisen, der an dem anderen Rohrende nicht erforderlich
und deshalb weggelassen ist. Wesentlich ist lediglich, dass das Rohrelement an wenigstens einem Rohrende erfindungsgemäß ausgeführt ist.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein Rahmenelement eines Gerüstes mit mehreren Rohrelementen nach der Erfindung in räumlicher Darstellung,
Fig. 2 eine Vorderansicht Fig. 2a und eine Draufsicht Fig. 2b auf das Rahmenelement aus Fig. 1,
Fig. 3 ein erstes erfindungsgemäßes Rohrelement aus Fig. 1, 2 in Vorderansieht Fig. 3a und Draufsicht Fig. 3b, erheblich vergrößert,
Fig. 4 ein zweites erfindungsgemäßes Rohrelement aus Fig. 1, 2 in Vorderansicht Fig. 4a und Draufsicht Fig. 4b, ebenfalls etwas vergrößert und dabei verschwenkt gezeichnet, und
Fig. 5 eine Seitenansicht Fig. 5a auf das Rahmenelement aus Fig. 1, 2 sowie in Fig. 5b eine Einzelheit A aus Fig. 5a und in Fig. 5c einen Schnitt B-B aus Fig. 5a, beides stark vergrößert,
sämtlich in schematischer, vereinfachter Darstellung.
Das in den Fig. 1, 2 dargestellte Rahmenelement 1 ist mit einer Vielzahl weiterer Rahmenelemente verbindbar und so zu einem mehr oder weniger umfangreichen Baugerüst komplettierbar. Es besteht aus Holmen 2, die durch Riegel 3, 4 paarweise zu senkrechten Leiterelementen 5 miteinander verbunden sind. Die Leiterelemente 5 sind ihrerseits durch eine diagonale Strebe 6 sowie durch in der Zeichnung weggelassene, auf den Riegeln 3, 4 aufliegende Podeste zu einer sehr formsteifen Anordnung verbindbar. Die oberen Riegel 3 sind durch Bügel 7 verstärkt, die mit kurzen Stutzen 8 an die Holme 2 anschließen; die Stutzen 8 weisen hier einen Querschnitt entspre-
chend Fig. 5c auf. An den Holmen 2 befinden sich außerdem einander zugewandte kurze Rohrstücke 9, an denen Geländerläufe 10 befestigt sind; sie sind besonders gut in Fig. 5b zu erkennen.
In der Fig. 3 ist ein erstes Rohrelement nach der Erfindung dargestellt, das für die Geländerläufe 10 verwendet werden kann. An seinen Rohrenden 11, 12 sind jeweils Haken 13 ausgebildet. Zu diesem Zweck sind flache Endstücke 14 quer zu der Längsachse 15 des Rohrelementes gestaucht und bilden einen zu dieser Längsachse 15 mittigen, flachen Haltesteg 16, aus dem jeweils eine Hakenöse 17 ausgenommen.ist, so dass der Haken 13 übrigbleibt. Die Hakenöse 17 ist dem Querschnitt des Stutzens 9 entsprechend ausgeformt, den sie knapp übergreift und auf diese Weise das Rohrelement in Richtung seiner Längsachse 15 arretiert.
An beiden Rohrenden 11, 12 ist zwischen den voneinander beabstandeten Endstücken 14 je ein flacher Sperriegel 18 vorgesehen, der um eine quer zu der Längsachse 15 gerichtete Hakenachse 19 in dem Haltesteg 16 verschwenkbar und mit dem die jeweilige Hakenöse 17 so verschließbar ist, dass der Haken 13 an dem zugehörigen Stutzen 9 gesichert ist.
Während an dem in der Fig. 3 linken Rohrende 11 keine weiteren Maßnahmen getroffen sind, um seine Formstabilität zu gewährleisten, ist an dem rechten Rohrende 12 demonstriert, wie sich trotz der Umformung der flachen Endstücke 14 gleichwohl eine weiterhin hohe Steifigkeit des Rohrendes 12 erzielen lässt, so dass dieses wesentlich höher belastbar ist als das Rohrende 11.
Bereits das unveränderte Rohrende 12 ist, bevor die Endstücke 14 angestaucht werden, mit einer Rohrhülse 20 unterfüttert, die etwas länger ist als die angestauchten Endstücke 14. Die Außenkontur 21 der Rohrhülse 20 ist der Innenkontur 22 des Rohrendes 12 ungefähr gleich, so dass die Rohrhülse 20 ohne weiteres in das Rohrende 12 pressbar ist; bestehen das Rohrelement und die Rohrhülse 20 wie in der Regel aus zylindrischen Roh-
ren, dann wird die Anordnung am besten als leichte Presspassung ausgebildet, welche der Einführung der Rohrhülse 20 nicht allzuviel Widerstand entgegensetzt, diese aber gleichzeitig in dem Rohrelement axial orientiert.
Nachdem das Rohrende 12 zusammen mit der Rohrhülse 20 so gestaucht ist, dass die Endstücke 14 angeformt sind und der Haltesteg 16 ausgebildet ist, ist die gleicherweise verformte Rohrhülse 20 axial in Richtung der Längsachse 15 bereits festgelegt, wie die Fig. 3 zeigt: eine durch die Verformung ausgebildete erste Einziehung 23 entsprechend Fig. 3a blockiert eine Verschiebung der Rohrhülse 20 in Richtung auf das Rohrende 11, eine zweite Einziehung 24 entsprechend Fig. 3b die Verschiebung in der Gegenrichtung. Die Arretierung wird durch Sicken 25 noch verbessert, die so eingeschlagen werden können, dass sie die Endstücke 14a des Rohrendes 12 soweit verformen, dass sie bis in die Endstücke 14b der Rohrhülse 20 reichen. Die Endstücke 14b sind dabei so voneinander beabstandet, dass wiederum ein Sperriegel 18 zwischen ihnen in gleicher Weise bewegbar ist, wie das für das Rohrende 11 bereits ausführlich beschrieben worden ist.
Aus dem auf diese Weise ausgebildeten hoch formstabilen Haltesteg 16 ist die Hakenöse 17 in geeigneter Weise herausgeschnitten, so dass der Haken 13 verbleibt. Die Sperriegel 18 können gegebenenfalls in geeigneter Weise in ihrer Verschlussstellung blockierbar sein, beispielsweise durch die erwähnte Hakenform, die einen Form- und Kraftschluss bewirkt.
In der Fig. 4 ist eine andere Anwendung eines erfindungsgemäßen Rohrelementes dargestellt, so dass es als diagonale Strebe 6 entsprechend Fig. 1, 2 verwendet werden kann. Während ein Rohrende 12 wie bei dem oben bereits ausführlich beschriebenen Rohrelement ausgebildet ist (jedoch ohne Sicherungshaken 18), so dass die Strebe 6 mit dem Haken 13 in den Stutzen 9 eingehängt werden kann, wie es in der Fig. 5b gut zu erkennen ist, befindet sich an dem anderen Rohrende 11' nunmehr eine Klemm-Kupplung 26, mit deren Hilfe die Strebe 6 an einem Holm 2 gehaltert ist, wie das in den Fig. 1, 2 gezeigt ist.
Die beschriebenen Beispiele machen deutlich, dass das erfindungsgemäße Rohrelement sehr vielfältig einsetzbar und weitgehend abwandelbar ist, ohne die erfindungsgemäße Ausbildung zu verlassen.
| 1 | Rahmenelement |
| 2 | Holm |
| 3 | (oberer) Riegel |
| 4 | (unterer) Riegel |
| 5 | Leiterelementen |
| 6 | Strebe |
| 7 | Bug |
| 8 | Rohrstück, Bauteil |
| 9 | Stutzen, Bauteil |
| 10 | Geländerlauf |
| 11,12,11' | Rohrende |
| 13 | Haken |
| 14 | Endstück |
| 14a | Endstück des Rohrendes 12 |
| 14b | Endstück der Rohrhülse 20 |
| 15 | Längsachse |
| 16 | Haltesteg |
| 17 | Hakenöse |
| 18 | Sperriegel |
| 19 | Hakenachse |
| 20 | Rohrhülse |
| 21 | Außenkontur |
| 22 | Innenkontur |
| 23 | (erste) Einziehung |
| 24 | (zweite) Einziehung |
| 26 | Klemm-Kupplung |
Claims (6)
1. Rohrelement für Streben (6), Geländer (10) und ähnliche Bauteile an Gerüsten, Tragwerken und dergleichen Rohrkonstruktionen, bei dem an mindestens einem seiner Rohrenden (11, 12) ein Haken (13) zum Befestigen des Rohrelementes an einem anderen Bauteil (8, 9) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohrende (11, 12) mit einer Rohrhülse (20) ausgefüttert ist, deren Querschnitt so gewählt ist, dass die Außenkontur (21) der Rohrhülse (20) etwa gleich der Innenkontur (22) des Rohrendes (12) ist, wobei die Länge der Rohrhülse (20) diejenige des Hakens (13) übertrifft, und dass der Haken (13) an einem Haltesteg (16) aus im Bereich des Hakens (13) gemeinsam flach angestauchten Endstücken (14) des Rohrendes (12) und der Rohrhülse (20) dadurch ausgebildet ist, dass aus dem Haltesteg (16) eine Hakenöse (17) ausgenommenen ist.
2. Rohrelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die flach angestauchten Endstücke (14) einen zu der Längsachse (15) des Rohrelementes symmetrischen Haltesteg (16) bilden.
3. Rohrelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die flach angestauchten Endstücke (14) voneinander beabstandet sind.
4. Rohrelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Endstücken (14) ein flacher Sperrriegel (18) um eine Hakenachse (19) schwenkbar ist, die in dem Rohrende (11, 12) angeordnet ist und senkrecht auf der Längsachse (15) des Rohrelementes steht.
5. Rohrelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in die Oberflächen der flach angestauchten Endstücke (14a) des Rohrendes (12) Sicken (25) oder ähnliche Einbuchtungen eingetieft sind, die bis in die Oberflächen der benachbarten, flach angestauchten Endstücke (14b) der Rohrhülsen (20) reichen.
6. Rohrelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die freie Stirnseite des Rohrendes (12) und die äußere Stirnseite der Rohrhülse (20) miteinander bündig sind.
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