DE2063122A1 - Verfahren zum Verformen von Glasscheiben und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Verformen von Glasscheiben und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Verformen
von Glasscheiben, bei dem die Glasscheibe auf die Erweichungstemperatur des Glases erwärmt wird und
zwischen zwei Formglieder mit entgegengesetzt ausgebildeten Verforraungsflachen gebracht wird, woraufhin
die Formglieder aufeinander zubewegt werden und die Verformungsflächen sich gegen die Scheibe drücken,
und auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Ganz allgemein bezieht sich die Erfindung auf die Herstellung gebogener und verformter Glasscheiben und
im besonderen auf eine neuartige, aus feuerbeständigem Material bestehende Biegeform.
209837/OUS
Das Anwendungsgebiet für verformte Glasscheiben ist sehr
weitläufig. Besonders vielfältig und umfangreich werden gebogene Glasscheiben als Fensterverglasungen in Fahrzeugen
wie etwa in Autos oder dergleichen verwendet. Gerade bei der letztgenannten Anwendung von Glasscheiben
ist es erforderlich, den Biegevorgang derselben so durchzuführen, daß die verformten Glasscheiben genau definierte
Kurvenführungen besitzen, welche sich aus der Größe und Form der Öffnungen ergeben, in die die gewölbten Glasscheiben
eingesetzt werden sollen. Weiter muß die gebogene Glasscheibe der Gesamtformgebung,etwa der Stromlinienform
des Fahrzeuges, entsprechen.
Der Biegevorgang für das Herstellen gewölbter Glasscheiben wird in bekannter Weise dadurch bewirkt, daß die
zuvor im wesentlichen ebene Glasscheibe auf eine erhöhte Temperatur gebracht wird, bei der das Glas erweicht, um
nachfolgend die erweichte Scheibe zwischen den Formhälften einer Biegeform mit Druck zu beaufschlagen. Die
komplementär gewölbten Verformungsflächen der Formhälften entsprechen der gewünschten abschließenden Formgebung
der gebogenen Scheiben*
Um eine maximale Genauigkeit der Kurvenführung der
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Scheibe zu erreichen und gleichzeitig den Kontakt der Glasscheibe zwischen den beiden Formhälften so niedrig
wie möglich zu halten, wird bisher im allgemeinen so vorgegangen, daß die als Stempel ausgebildete Formhälfte
im wesentlichen massiv oder mit einer durchgehenden Verformungsoberfläche ausgebildet ist, welche mit der gesamten
Oberfläche der Glasscheibe in Anlage gebracht wird, während die zweite Formhälfte nur aus einer etwa
ringartigen, nur eine Randkontürfläche besitzende Formoberfläche
aufweist, die ausschließlich mit den Randbereichen der Glasscheibe in Kontakt kommt.
Überlegungen dahingehend, für eine oder beide der Formhälften in Druck-Biegevorrichtungen gießbares und hitzebeständiges
Material zu verwenden, sind bisher nicht bekannt geworden bzw. haben noch zu keinem Ergebnis geführt.
Um ausreichende Festigkeit und Kraft zu erhalten, müssen die meisten Formen auf eine hohe Temperatur der Größenordnung
von ca. 1100° vorerwärmt werden. Abgesehen davon, daß ein derartiger Vorgang zusätzliche Zeitverluste bringt,
wirken sich derart hohe Temperaturen ungünstig auf die Metallglieder aus, welche zur Verstärkung und Anbringung
der Form innerhalb der Preß-Biegevorrichtung vorgesehen
sind. Zufolge der unterschiedlichen Ausdehnungen zwischen
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dem bisher verwendeten hitzebeständigen Material und dem den Strukturaufbau der Vorrichtung bildenden Metall
kommt es auch zum Zerbrechen der Form. Schließlich sind die meisten gießbaren Materialien mit ausreichender
Festigkeit außerordentlich schwer bzw. auch schwierig zu handhaben, um für Formglieder der hier
in Betracht stehenden Größen noch sinnvoll verwendet werden zu können.
Da jedoch die anfängliche Einführung der Vertikal-Druckverformung die Verwendung des Verfahrens außerordentlich
vergrößert hat, sind sowohl das Volumen der gegebenen Formen als auch die Zahl der unterschiedlichen
Formen insbesondere bei der Herstellung gewölbter Verglasungen für Automobile erheblich gestiegen,
und sie haben damit einen Punkt erreicht, bei welchem die bisher verwendeten Materialien für Formglieder zumindest
für bestimmte Bereiche unpraktikabel werden.
Es soll auch Erwähnung finden, daß kompakte und stabile Verformungsglieder, die beispielsweise aus Holz oder
Metall hergestellt werden, in ihrer Fertigung sehr kostspielig sind. Dieser Gesichtspunkt gewinnt noch an Bedeutung,
wenn man bedenkt, daß die durch Biegevorgänge
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herzustellenden Formen immer vielfältiger, naturgetreuer und unfangreicher werden, so daß auch die Zahl der unterschiedlichen
Formglieder entsprechend größer wird. Die hohen Fertigungskosten für die bisherigen Formen zur Ausformung
gebogener Glasscheiben machen die Herstellung einer hohen Zahl von Endprodukten erforderlich, d.h. es
darf nicht mit zu geringen Ausstoßraten für die Biegeprodukte gearbeitet werden, wenn das Verfahren wirtschaftlich
bleiben soll. Insbesondere dann, wenn nur sehr geringe Stückzahlen spezieller Oberflächenformen hergestellt
werden sollen oder wenn für Experimentierzwecke oder Entwicklungsarbeiten eine Vielzahl von Formen benötigt
wird, bevor ihre industrielle Anwendung praktikabel ist, ist die Verwendung der bisher bekannten Formglieder
nachteilig.
Ein anderer wesentlicher Faktor ist die Lebensdauer der Formglieder. Während hölzerne (wooden) Formen eine sehr
gute Stabilität unter schwankenden Temperaturbedingungen zeigen, neigen diese bei sehr ausgedehnter Verwendung
dazu, daß sie verbrennen oder brechen. Andererseits ist die Gefahr des Verbrennens bei Formgliedern aus Al/uminium
oder anderen Metallen nicht gegeben, diese besitzen jedoch wieder einen sehr hohen Ausdehnungskoeffizieten
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bei der vorhandenen Wärmebeaufschlagung und neigen bei wechselnden Temperaturbedingungen, wie sie im allgemeinen
in Druck-Biegeverfahren auftreten, zu Verformungen. Im Ergebnis hierzu müssen derartige Formglieder
häufig ausgewechselt und neu bearbeitet werden, um die formgebende Oberfläche exakt in der vorgegebenen Form
zu halten. Es bedarf keiner weiteren Erläuterung, daß derartige Restaurationen des oder der Formglieder in
ihrer Zahl beschränkt sind, so daß auch die Gesamtzeit der Brauchbarkeit dieser Glieder entsprechend begrenzt
ist. Bei der Verwendung von Metallformgliedern muß darüber hinaus berücksichtigt werden, daß die Form
während und nach dem Verformungsvorgang eine unterschiedliche Größe aufweist. Die Wärmedehnung der Form
muß hierbei während der Herstellung einer neuen Form entsprechende Berücksichtigung finden. Die Größenveränderung
oder der Schwund der Form kann nicht exakt und genau vorherbestimmt werden, er muß vielmehr durch
Experimente und Fehlerverfahren ermittelt werden. Es versteht sich von selbst, daß auch hierdurch die Kosten
und der Zeitaufwand für die einzelne Form vergrößert werden. Um die letztgenannten Nachteile auf ein Minimum
herabzusetzen, ist es schließlich möglich, die Forrnglieder zu kühlen, jedoch bringt die Kühlung weitere
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Probleme, die insbesondere in dem bekannten Kältebruch des erwärmten Glases begründet liegen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Biegen von Glasscheiben mittels
eines eine kontinuierliche Oberfläche besitzenden Formgliedes zu schaffen, wobei das Verformungsglied leicht
herzustellen, lange verwendbar und sehr widerstandsfähig ist und wobei keine zusätzlichen Vorrichtungen zur Herstellung
der formgebenden Oberfläche erforderlich sind, eine Vorerhitzung nicht erforderlich ist und keine Verbiegungen
bei Temperaturen bis zu etwa 1100 C auftreten. Es wird eine Guß-Biegeform geschaffen, welche bei Raumtemperatur
vollständig ausgeformt werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Schaffung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zum Verformen von Glasscheiben erreicht, wobei das Verfahren
die Erwärmung der Scheibe auf den Erweichungspunkt des Glases und den Transport der Scheibe zwischen die Verformungsglieder
beinhaltet, welche komplementär ausgebildete Verformungsoberflächen besitzen, wobei die Verformungsglieder
nachfolgend aufeinander zubewegt werden,
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um die Scheibe unter Druck zwischen sich aufzunehmen,
und wobei sich das Verfahren dadurch kennzeichnet, daß die Scheibe zwischen zwei Verformungsgliedern mit Druck
beaufschlagt wird, von denen wenigstens eines aus einem im wesentlichen massiven Block eines hitzebeständigen
Gußmaterials besteht, welches einen Temperaturausdehnungskoffizienten
besitzt, der nicht größer als 0,45 χ 10"" bei einer Temperaturerhöhung von -17,8 bis 10000C ist.
Bestimmte gießbare hitzebeständige Materialien können, soweit sie richtig verstärkt und angebracht werden,
sehr vorteilhaft in verformenden festen bzw. kompakten Biegeformen verwendet werden, wobei die oben genannten
Mängel bisher bekannter Formglieder weitgehend zu vermeiden sind.
Das erfindungsgemäß verwendete hitzebeständige Gußmaterial ist verhältnismäßig leicht und erfordert keine Vorerwärmung,
bringt jedoch dennoch die erforderliche Druckfestigkeit auf, um dem Belastungsdruck während des
Biegevorganges widerstehen zu können, und zeigt darüber hinaus keinerlei Ausdehnung bis zu Temperaturen
von ca. 11000C. Das Material kann in der genauen ge-
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wünschten Kurvenführung gegossen werden, ohne daß zur Erzielung einer ausreichenden Oberflächenglattheit zusätzliche
Vorrichtungen erforderlich wären.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. Die beiliegenden
Zeichnungen zeigen beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung, und es bedeutet:
Fig. 1 einen Seitenaufriß einer Druck-Biegevorrichtung
mit einer erfindungsgemäß ausgebildeten Biegeform;
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung
einer erfindungsgemäßen Biegeform;
Fig. 3 einen Querschnitt durch die Biegeform gemäß Fig. 2;
Fig. 4 einen Aufriß einer weiteren bevorzugten Ausführung einer Biegeform in Längsrichtung,
teilweise im Schnitt, und
Fig. 5 einen Schnitt entlang der Linie 5-5 von Fig. 4.
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Wie in Fig. 1 gezeigt, ist die erfindungsgemäße Biegeform
in einer in vertikaler Richtung arbeitenden Druck-Biegevorrichtung enthalten. Die Biegevorrichtung 10
besteht im wesentlichen aus einer vorzugsweise stationären oberen stempelartigen Formhälfte 11 und der beweglichen
unteren Formhälfte 12. Die beiden Formhälften oder Glieder sind in geeigneter Weise innerhalb eines
starren Rahmenaufbaus 13 befestigt. Eine Fördervorrichtung 14 trägt die Glasscheiben 15 aus einer nicht dargestellten
Erwärmungszone durch die Biegevorrichtung und weiter zu einem ebenfalls nicht dargestellten Temperungs-
und Abkühlungsbereich. Die Fördervorrichtung besteht aus Schienenhalterungen 16, Führungen und Einlassen
entlang der Seiten der Biegevorrichtung 10, Laufrollen 17 am Zuführungsteil des Förderers, über welche
die Glasscheiben in die Biegevorrichtung transportiert werden, Unterstützungsrollen 18 innerhalb der Biegevorrichtung
und Laufrollen 19 für den Abtransport der gebogenen Scheiben aus der Biegevorrichtung am Austrittsende
derselben.
Die untere Formhälfte 12 besteht im allgemeinen aus einer Randform, d.h. aus einer ringförmigen Konstruktion,
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bei der die verformende Oberfläche nur die äußere Uiafangskante
der zu verformenden Scheibe darstellt. Die Formhälfte 12 besteht aus einem Basisglied 20 einer
Vielzahl von Halterungen 21, die senkrecht auf dem genannten Basisglied stehen und dem eigentlichen formgebenden
Element 22, wovon jeweils eines am oberen Ende der Halterungen 21 befestigt ist. Die Anordnung
der formgebenden Elemente 22 entspricht der Umfangskante der zu biegenden Glasscheibe 15. Die formgebende Oberfläche
23 jedes der genannten Elemente entspricht der Kurvenführung der Scheibe. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die untere Verformungshälfte 12 in vertikaler
Richtung bewegbar, wobei zufolge der Vertikalbewegung die Glasscheibe von den Rollen 18 abgehoben und
in Eingriff mit der oberen Formhälfte 11 gebracht wird. Da die Verformungselemente 22 bei ihrer Aufwärtsbewegung
die Ebene der Walzen 18 durchqueren, bestehen diese aus einer Vielzahl einzelner Abschnitte aus in Querrichtung
angeordneten Endabschnitten 24 und in Längsrichtung im Abstand verlaufenden Abschnitten oder Segmenten 25,
zwischen welchen die genannten Förderwalzen 18 angeordnet sind.
Das Basisglied 20 der Formhälfte 12 ist auf einer
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Halterung 26 befestigt, die von Führungsgliedern 27 gehalten wird, welche ausschließlich eine vertikale
Bewegung ermöglichen. Die vertikale Bewegung der Führungsglieder 27 erfolgt durch die Kolben-Zylinderanordnung
28, 29, wobei der Druckluftzylinder 29 auf dem unteren Träger aufsteht und sich gegen diesen abstützt.
Das vorzugsweise stationär innerhalb der Vorrichtung befestigte Formelement 11 besitzt eine tassenartige
formgebende Vorrichtung 30, welche eine kontinuierliche Oberfläche 31 aufweist, deren Wölbung mit der gewünschten
Verbiegung der Glasscheibe übereinstimmt. Die Formhälfte 11 ist federnd an einem Montagerahmen 32 angebracht
und befindet sich unterhalb eines Querträgers des Hauptrahmens 13. Die Befestigung des Mdntagerahmens
32 erfolgt über Bolzen 33. Auf jeden der Bolzen 33 ist eine Feder 34 aufgesteckt, so daß der parallel
zu dem Träger 32 und unterhalb desselben im Abstand verlaufende Träger bzw. die Trägeranordnung gegen die
erstgenannte bei Überwindung der Federkraft bewegt werden kann. Zufolge dieser federnden Aufhängung der
stempelartigen Formhälfte 11 wird ein übermäßiger
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Druck der beiden Formhälften gegeneinander verhindert.
Die vorzugsweise auf den Erweichungspunkt erwärmten Glasscheiben 15 werden von einem nicht dargestellten
Ofen über die Zuführungswalzen 17 in die Biegevorrichtung eingebracht und hier nach Erreichung der Biegestellung
von den Halterungswalzen 18 aufgenommen. Jede zu verformende Glasscheibe wird nach Erreichen der
Biegestellung zwischen den BiegehäUien zufolge Ineingriffbringung
der Führungskante mit Arretierungsanschlägen 35 (nur einer von zwei wiedergegeben) genau ausgerichtet
gehalten. Die Arretierungsanschläge 35 sind bewegbar, so daß sie in oder aus der Bewegungsbahn der
Glasscheiben mittels eines Druckluftzylinders 36 gebracht werden können. Der Druckluftzylinder ist an dem
Basisglied 20 angebracht. Wenn die Glasscheiben in die Biegevorrichtung eintreten, zeigt eine Fotozelle oder
eine andere geeignete Anzeigevorrichtung diesen Vorgang an und leitet einen Verformungszyklus ein, bei welchem
die Scheibe zwischen den beiden Formhälften 11 und 12 durch die Anschläge 35 in ihrer Weiterbewegung zunächst
gehindert wird. Durch Beaufschlagung des Zylinders 29
mit Druckluft wird die untere Formhälfte 12 nach oben bewegt und hebt dabei die Glasscheibe 15 an, um sie in
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Druckeingriff mit der oberen Formhälfte 11 zu bringen.
Sobald die Glasscheibe 15 von den Walzen 18 ab§e#hoben worden ist, werden die Anschläge 35 auf einen Punkt
abgesenkt, welcher unterhalb der Ebene liegt, die durch die obere Verbindungslinie, d.h. die obere Tangente der
Walzen 18 bestimmt ist, so daß nach dem Biegevorgang der Glasscheibe zwischen den beiden Formhälften und nach
Rückführung derselben auf die Walzen 18, d.h. Absenken der Formhälfte 12 in ihre untere Stellung, die nunmehr
verformte Glasscheibe frei durch die Biegevorrichtung hindurch-und aus dieser herausbewegt werden kann. Nachdem
die gewölbte Glasscheibe 15 die Walzen 18 verlassen hat, wird sie von den Walzen 19 am Austrittsende der
Vorrichtung aufgenommen und weitertransportiert.
Aus dem oben Gesagten geht hervor, daß die obere Formhälfte
11 schwankenden Temperaturbedingungen unterliegt, indem sie intermittierend mit den wärmeerweichten Glasscheiben
während des Biegevorganges in Kontakt gebracht wird. Besonders im Zusammenhang mit den Figuren 2 und 3
wird deutlich, daß erfindungsgemäß eine neuartige massive
oder kontinuierlich bzw. durchgehend ausgebildete Biegeform geschaffen wird, wobei das formgebende Element 30
aus einem Material gegossen ist, welches praktisch keine
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Ausdehnung bei Vergrößerung der Temperatur zeigt.
Im einzelnen ist gefunden worden, daß ein wärmebeständiges
Gußmaterial, wie es erfindungsgemäß verwendet wird, einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten besitzt,
der nicht größer als 0,45 χ 10~6 bei einer Temperaturerhöhung von nahezu 10000C (18000F) ist. Die
Druckfestigkeit des Materials liegt wenigstens bei 2110 kg/cm2 (3000 lbs. per sq. in.) bei 10930C, wodurch
das Material besonders gut in Zusammenhang mit den hier zu betrachtenden Biegeformen anwendbar ist.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines derartigen Materials ist Quarzglas (vitreous silica) in einem
hydraulischen Bindemittel wie etwa Kalziumalluminat,
wie es beispielsweise von der Harbison-WaIker Refractories
Co., Pittsburgh, Pennsylvania, U.S.A., unter dem Handelsnamen H-W 13-65 Castable vertrieben wird.
Ein derartiges Material zeigt die folgenden Eigenschaften:
Schüttgewicht nach dem Trocknen bei 1100C
Bruch- bzw. Zerreißmodul nach dem Trocknen bei 110 C nach Erwärmung auf 538 C
118 lbs./cu.ft.
71.7 kg/cm'
28.8 kg/cm*
- 16 -
209837/0U5
| - 16 | 2063122 | - | ρ 17,6 kg/cm 16,9 kg/cm2 21,1 kg/cm2 |
■ | • | welches hocheffektiv ist, | - 17 - | |
| 816°C 10930C 12600C |
587 kg/cm2 359 kg/cm2 320 kg/cm2 222 kg/cm2 156 kg/cm2 |
thermischer Ausdehnungs koeffizient |
"Silfrax" Castable be | |||||
| nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf |
1100C 538°C 816°C 10930C 12600C |
0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,01 bis +0,4 % |
Company, Niagara Falls, | |||||
| Kaltdruckfestigkeit nach Trocknung bei nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf |
% 110°C 538°C 816°C 10930C 12600C |
geschmolzenes Silikat in einem | folgenden Eigenschaften | |||||
| Lineare Änderung in nach Trocknung bei nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf nach Erwärmung auf |
hydraulischen Bindemittel, und | |||||||
| Anderes Material enthält | ist das unter dem Handelsnamen | 115-120 lbs./ft3 | ||||||
| kannte Produkt der Carborundum | 0,45 χ 10~6 | |||||||
| New York, U.S.A., welches die | ||||||||
| besitzt: | ||||||||
| Schüttgewicht | ||||||||
2098-37/0145
Biegespannung bzw. Zerreißmodul - kalt
Druckfestigkeit Maximale Arbeitstemperatur
84,4 - 127 kg/cm' 281 - 422 kg/cm'
1121 -1649 C
Ein besonderer Gesichtspunkt bei der Verwendung der genannten Materialien in Glasbiegevorrichtungen ist ihre
vernachlässigbar kleine thermische Ausdehnung. So ist vergleichsweise der Ausdehnungskoeffizient für Alluminium
und Gußeisen, welches oft im Zusammenhang mit Biegeformen Anwendung findet, größenordnungsmäßig 25,0 χ 10" / C
und 10,0 χ 10 /0C. Ein weiterer vorteilhafter Gesichtspunkt
liegt in'der niedrigen Wärmeleitfähigkeit des Materials, in seiner guten Wärmeschock-Resistenz und"
der ausreichenden Festigkeit ohne das Erfordernis der Vorerhitzung, durch welche die Form in die Lage versetzt
wird, der Kraftbeaufschlagung während des Preß-Biegevorganges zu widerstehen. Die genannten Eigenschaften
ermöglichen es auch, daß die Form ohne äußere Kühlung verwendet werden kann, so daß das Problem des Kältebruchs
hier nicht mehr auftreten kann.
Der Aufbau der Biegeform ist einfach und erfordert nur eine Pariser Pflasterform sowie einige Hilfsmittel zur
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Anbringung der Gußform innerhalb der Biegevorrichtung.
Wie in den Figuren 2 und 3 wiedergegeben, besteht die Anordnung der Formhälfte 11 aus einer Basisplatte 37,
welche mittels Bolzen an dem Montagerahmen 32 der Biegevorrichtung befestigt ist. Darüber hinaus sind
noch das gußformende Element 30 und eine Mehrzahl von Bolzen 38 vorhanden, welche mit ihren Köpfen nach unten
gerichtet von der Basisplatte 37 wegzeigen, um das Gußteil bzw. das formende Element 30 zu verankern. Die
Bolzen werden in die Basisplatte 37 eingeschraubt und hier mittels Verankerungsmuttern 39 verankert, welche
gegen die Unterseite der Platte anliegen.
Zur Ausbildung der Formhälfte 11 ist die Platte 37 mit den befestigten Bolzen über die pflasterartig ausgebildete
Formhälfte in eine Stellung gebracht, in welcher die Bolzenköpfe vollständig durch das Gußmaterial überdeckt
sind. Das gießbare hitzebeständige Material liegt dann vertieft in der Form und ermöglicht so dessen Befestigung.
Um sicherzustellen, daß die Formhälfte 11 von dem zu biegenden Glas nach dem Biegevorgang wieder
abgelöst wird, ist eine Vielzahl von Luftöffnungen 40 vorgesehen, die durch das formgebende Element hindurch-
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geführt sind, wobei diese entweder bereits während der Herstellung des Elementes oder anschließend durch Bohren
oder dergleichen hergestellt werden können.
Die Zufuhr der Luft zu den Durchlässen 40 erfolgt über Leitungsverbindungen 41, wie in Fig. 3 dargestellt. Die
Luftzufuhr kann sowohl während des eigentlichen Biegevorganges zur Erzielung eines Luftkissens zwischen der
Biegeoberfläche 31 und dem Glas als auch nach dem Biegevorgang zum Ablösen der verformten Scheibe von der Formhälfte
zugeführt werden. Die Luftzufuhr durch die Leitungen 42 erfolgt von einer geeigneten, nicht dargestellten
Luftquelle. Wie aus den Figuren 2 und 3 hervorgeht, ist die Formhälfte von kanalartigen Gliedern
43 (O-Träger) umschlossen, welche durch Schweißen oder anderweitig an den Winkelgliedern 44 befestigt sind,
die ihrerseits mit der Basisplatte 37 verbolzt sind.
Zur Herstellung einer verschleißfreien Oberfläche im Kontakt mit dem Glas und einer zusätzlichen Isolation
ist die formgebende Oberfläche 31 von einer Scheibe oder Schicht aus isolierendem Gewebe (cloth) 45 überzogen.
Derartige Überzüge können etwa aus gewirkten, geknüpften oder anderweitig verwirkten Glasfasern
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bestehen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Gewebe über die formgebende Oberfläche gezogen und mittels
der Befestigungsstangen 46 gehalten, die ihrerseits an die Kanalglieder 42 geschraubt sind. Das Gewebe besitzt
eine ausreichende Porosität, damit die Luft, welche durch die Bohrungen 40 ausströmt, durch das Gewebe hindurchtreten
kann.
In den Fig. 4 und 5 ist ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel
einer Formhälfte dargestellt, welches im wesentlichen mit dem Ausführungsbeispiel nach den
Fig. 2 und 3 übereinstimmt, abgesehen davon, daß das
Verformungselement 30 an der Basisplatte 37 verankert ist. In dieser Ausführungsform ist das formgebende
Element 30 über die Kanalglieder 47, welche entlang der entgegengesetzten, in Längsrichtung verlaufenden
Kanten des Elementes verlaufen, befestigt. Die Kanalglieder 47 stehen in fester Verbindung mit der Basisplatte
37 über die Stutzen oder Schrauben 48. Die Stutzen oder Zapfen 48 werden in die Basisplatte 37
eingeschraubt und diese dann zunächst au einem langgestreckten Winkelglied 49 zusammengeschweißt, um
schließlich in gleicher Weise mit dem Kanalglied 47 verbunden zu werden. Das Winkelglied umschließt die
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Form, wobei eine Abpolsterung und Freigabe von Luft vorgenommen werden kann. Die Formhälfte ist darüber
hinaus mittels der Kanalglieder 50 umschlossen, welche über eine Vielzahl von Winkelhalterungen 51 gehalten
werden, die an dem Kanal und der Basisplatte 37 befestigt sind. Durch das formgebende Element sind Durchbrechungen
40 hindurchgeführt,und eine isolierende
Schicht überdeckt dasselbe in der oben beschriebenen Form.
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209837/0146
Claims (11)
1.) Verfahren zum Verformen von Glasscheiben, bei dem
die Glasscheibe, auf den Erweichungspunkt des Glases erwärmt, zwischen zwei Formhälften getragen wird,
deren Verformungsoberflächen komplementär zueinander
ausgebildet sind,und wobei die Formhälften nach Instellungbringung der Glasscheibe aufeinander
zubewegt werden, um durch Druckbeaufschlagung die Glasscheibe zwischen sich einschließend zu biegen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbeaufschlagung der Glasscheibe zwischen den
Formhälften mit wenigstens einer Formhälfte erfolgt, die aus einem vorzugsweise massiven Block eines
hitzebeständigen Gußmaterials besteht, wobei das Material einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
besitzt, der nicht größer als 0,45 χ 10 bei einer Temperaturerhöhung von -17,8°C bis 10000C (00F bis
1832°F) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Block des hitzebeständigen Gußmaterials eine
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209837/0145
Wärmeausdehnung von im wesentlichen 0,0 % bei Erwärmung
auf 10930C besitzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Material eine Druckfestigkeit von wenigsten
222 kg/cm2 bei 10930C aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das hitzebeständige Gußmaterial Quarzglas
(vitreous silica*!) in einem hydraulischen Bindemittel
(hydraulic binder) enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Material Quarzglas in einem Kalziumalluminat-Binderaittel
enthält.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 5 mit Hilfsmitteln zur Erwärmung der
Scheibe auf den Erweichungspunkt des Glases, einem ersten und einem zweiten Formglied bzw. zwei Farmhälften
mit komplementär zueinander ausgebildeten Verforraungsoberflächen, Mitteln zur Halterung der
erweichten Glasscheibe zwischen den Verformungsoberflächen
und Hilfsmitteln zur Bewegung der Formglieder
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aufeinander zu und zur Druckbeaufschlagung der Glasscheibe zwischen den beiden Verformungsoberflächen,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der Formhälften
aus einem im wesentlichen festen Block eines hitzebestäridigen Gußmaterials (cast refractory
material) besteht, welches einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
besitzt, der nicht größer als 0,45 χ 10 bei einer Temperatür von -17,8°C bis
10000C ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die formgebende Oberfläche des hitzebeständigen
Gußblockes von einer Schicht eines nicht abnutzbaren isolierenden Materials überzogen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Formhälfte eine im wesentlichen
ebene Montageplatte und eine Vielzahl von Verankerungsstiften besitzt, die von der genannten Platte herabhängen
und an ihren freien Enden mit Köpfen versehen sind, so daß der Block auf hitzebeständigem Material
sich als ein Guß um die Verankerungsstifte herum darstellt, wobei die Köpfe vollständig in das Material
eingebettet sind.
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9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß paneelartige Glieder zwischen den Kanten der
Montageplatte vorgesehen sind und die Seiten des hitzebeständigen Gußblockes im Abstand zwischen
der Montageplatte und dem Block umschließen und so eine luftdicht abgeschlossene Kammer bilden.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vielzahl von Lochungen oder dergleichen durch den hitzebeständigen Gußblock' hindurchgeführt
sind, wobei aus der genannten Kammer Luft durch diese Lochungen zu der formgebenden Oberfläche führbar
ist und wobei Hilfsmittel zum Anschluß der Kammer an eine Druckluftquelle vorgesehen sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schicht eines porösen abriebfesten
Isolationsmaterials über die formgebende Oberfläche
gezogen ist.
Patentanwälte
Seiler u. Pfenning
209837/0U5
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