DE2061650A1 - Einrichtung zur Messung elektrosta tischer Ladung in turbulent stromenden Ma tenalien - Google Patents
Einrichtung zur Messung elektrosta tischer Ladung in turbulent stromenden Ma tenalienInfo
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Description
r,. ικο. Jl. HOL3EB
1^ 9 λ υ ο:; .j; λ· λ *■*
nupoKr 81873
N. 197
Augsburg, den 11. Dezember 1970
National Research Development Corporation, Kingsgate House, 66-74 Victoria Street, London S.W.l, England
Einrichtung zur Messung elektrostatischer Ladung in turbulent strömenden Materialien
Die Erfindung betrifft Einrichtungen zur Messung
elektrostatischer Ladung in turbulent strömenden Materialien, n:it einer, einer Förderleitung für das betreffende Material
ou;;ooraneten Elektrode, auf welcher in Abhängigkeit von der
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BADOBiGtNAL
elektrostatischen Ladungskonzentration in dem durch die Förderleitung strömenden Material ein Potential induziert
wird.
Es ist bereits bekannt, daß während des Strömens verschiedener Materialien elektrostatische Ladung erzeugt
werden kann und daß es zu einer Explosions- bzw, Brandgefahr kommen kann, wenn sich diese Ladung anhäuft, beispielsweise
in einem Lagerbehälter, in welchen das strömende Material hineingeleitet wird. Die Ladungserzeugung kann
einerseits aufgrund der Eigennatur der strömenden Materialien, wie es bei der pneumatischen Förderung von Teilchenmaterialien,
wie z,D0 Mehl oder Zement, der Fall ist, oder
andererseits aufgrund einer in dem strömenden Material enthaltenen Verunreinigung, wie beispielsweise Wasser in
Petroleum, erfolgen.
Zur Abschätzung des Risikogrades in jedem besonderen Fall wäre es von Vorteil, eine Einrichtung zur Messung der
elektrostatischen Ladungskonzentration entweder in dem strömenden Material oder in einem Behälter, in welchen dieses Material
eingeleitet wird, vorzusehen» Ein bekanntes Meßinstrument, welches für diesen Zweck verwendbar wäre, weist eine gut-
2 -
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BAD OBiGlNAL
isolierte Elektrode, auf welcher ein von der zu messenden
elektrostatischen Ladungskonzentration abhängiges Potential induziert wird, sowie einen Gleichspannungsmesser zur Messung
dieses induzierten Potentials auf. Ein derartiges Instrument arbeitet jedoch infolge von Ableitungswiderstandsänderungen
sehr ungenau, insbesondere wenn es in Industrieanlagen eingesetzt wird.
Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, eine Einrichtung zur Messung der elektrostatischen Ladungskonzentration
innerhalb turbulent strömender Materialien anzugeben, welche genauer als bekannte Meßeinrichtungen
arbeitet.
Im Sinne der Lösung dieser Aufgabe beinhaltet die Erfindung eine Einrichtung zur Messung elektrostatischer
Ladung in turbulentströmenden Materialien, mit einer, einer
Förderleitung für das betreffende Material zugeordneten
Elektrode, auf welcher in Abhängigkeit von der elektrostatischen Ladungskonzentration in dem durch die Förderleitung
strömenden Material ein Potential induziert wird, welches gemäß der Erfindung durch Schaltungen gekennzeichnet ist,
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welche auf die Größe der Wechselkomponente des infolge Turbulenz induzierten Potentials ansprechen.
Der Erfindung liegt somit die Erkenntnis zugrunde, daß bei der Messung der elektrostatischen Ladungskonzentration
im Falle turbulent strömender Materialien eine viel größere Genauigkeit erzielbar ist, wenn statt der
direkten Messung des Mittelwertes der Ladungskonzentration durch ein Gleichspannungsverfahren, die zufälligen Schwankungen
infolge von Turbulenz durch ein Wechselspannungsverfahren ermittelt werden. Es hat sich erwiesen, daß die
Strömung immer dann, wenn eine große Ladungsmenge erzeugt wird und damit eine beträchtliche Explosions- bzw. Brandgefahr
besteht, normalerweise turbulent ist„
Die Wechselkomponente des infolge Turbulenz induzierten Potentials ist weißem Rauschen innerhalb eines
Frequenzbandes bestimmter Breite ähnlich und es kann gezeigt werden, daß die Größe der Wechselkomponente vom
Mittelwert der elektrostatischen Ladungskonzentration und von der mittleren Strömungsgeschwindigkeit abhängig ist
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BAD ORiGiWAL,
Wenn die letztgenannte konstant ist, was üblicherweise in den Fällen der Fall ist, in welchen die erfindungsgemäße
Einrichtung verwendet wird, so stellt die Größe der Wechselkomponente direkt ein Maß für den Mittelwert der elektrostatischen
Ladungskonzentration dar.
In Weiterbildung der Erfindung kann die Meßeinrichtung derart ausgelegt sein, daß sie die Größe der Weehselkomponente
anzeigt und daß sie außerdem bzw, stattdessen in Abhängigkeit vom Vorhandensein eines bestimmten Wertes der Größe der
Weehselkomponente, welcher einen bestimmten Sollwert überschreitet, einen Alarm und/oder eine Steuerung auslöst.
Weehselkomponente, welcher einen bestimmten Sollwert überschreitet, einen Alarm und/oder eine Steuerung auslöst.
Im Sinne der Lösung der obengenannten Aufgabe beinhaltet die Erfindung weiterhin ein Verfahren zur Messung elektrostatischer
Ladung in turbulent strömenden Materialien, bei welchem in einem ersten Schritt das betreffende Material
an einer Elektrode vorbeigefördert wird, so daß auf dieser Elektrode in Abhängigkeit von der elektrostatischen Ladungskonzentration ein Potential induziert wird, und welches
/jemäß der Erfindung dadurch gekennzeichnet ist, daß in
einem v/eiteren Schritt ein die Größe der Weehselkomponente des infolge Turbulenz induzierten Potentials versinnbildlichendes Signal erzeugt wird.
an einer Elektrode vorbeigefördert wird, so daß auf dieser Elektrode in Abhängigkeit von der elektrostatischen Ladungskonzentration ein Potential induziert wird, und welches
/jemäß der Erfindung dadurch gekennzeichnet ist, daß in
einem v/eiteren Schritt ein die Größe der Weehselkomponente des infolge Turbulenz induzierten Potentials versinnbildlichendes Signal erzeugt wird.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen
Pig, 1 ein Schema einer erfindungs
gemäßen Einrichtung zur Messung elektrostatischer Ladung in einem Pulvermaterial,welches innerhalb
eines pneumatischen Förderers transportiert wird, und
Pig, 2 ein Ersatzschaltbild der in Pig, I
dargestellten Einrichtung,
In einem Förderer wird Pulvermaterial zu einem Schüttgutbehälter gefördert und eine Ladungsmeßeinrichtung ist
vorgesehen, mittels welcher sich kontinuierlich die Gefahr einer Explosion in dem Schüttgutbehälter infolge Aufladung
des Pulvers innerhalb des Förderers abschätzen läßt. Gemäß Pig, 1 weist der Förderer eine zylindrische Metallwandung 1
auf, von welcher ein Teil derart herausgeschnitten ist, daß eine halbzylindrische öffnung in der Mähe des Auslasses
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des Förderers gebildet iste- Innerhalb dieser Öffnung ist
eine Elektrode 2 in Gestalt eines halbzylindrischen Metallbleches angeordnet, welches die gleiche Gestalt wie die
Wandung 1 aufweist. Die Abmessungen der Elektrode 2 sind derart gewählt, daß zwischen ihr und der Wandung 1 ein
Luftspalt von etwa 3 mm Breite gebildet ist, welcher mit .einem geeigneten dielektrischen Material 3 ausgefüllt ist,
so daß die Elektrode 2 von der Wandung 1 isoliert ist 0
Im Betrieb wird infolge der elektrostatischen Ladung auf dem durch den Förderer strömenden Pulvermaterial auf
der Elektrode 2 mit Bezug auf die Wandung 1 ein Potential induziert. Im normalen Betrieb weist die Strömung eine
hohe Geschwindigeit auf, so daß eine beträchtliche Turbulenz vorhanden ist; die mittlere Luftgeschwindigkeit und damit
die mittlere Teilchengesehwindxgkeit längs des Förderers sind etwa konstant. Aus diesem Grund weist das induzierte
Potential eine in einer Richtung wirkende Komponente bzw. Gleichkomponente, deren Größe von der mittleren elektrostatischen
Ladungskonzentration in der Nähe der Elektrode abhängig ist,sowie eine durch die Turbulenz hervorgerufene
V/echselkomponente auf, welche Rauschcharakter hat und deren Größe ebenfalls von der mittleren elektrostatischen Ladungs-
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konzentration in der Nähe der Elektrode 2 abhängig ist, sowie eine durch die Turbulenz hervorgerufene Wechselkomponente
auf, welche Rauschcharakter hat und deren Größe ebenfalls von der mittleren elektrostatischen Ladungskonzentration in der Nähe der Elektrode 2 abhängig ist.
Typischerweise beträgt der Effektivwert der Wechselkomponente etwa 30 % der Größe der GleichkomponenteQ
Die Größe der Viechseikomponente wird mittels eines Wechselspannungsmessers 4 gemessen. Der Spannungsmesser
weist einen aus Widerständen 5 und 6 bestehenden Eingangsspannungsteiler auf, welchem eine Neonröhre 7 parallelgeschaltet
ist, die zur überbrückung von Spannungsstoßen
infolge von Überschlägen zur Elektrode 2 dient. Der Widerstand 6 ist veränderbar, so daß die Empfindlichkeit des
Spannungsmessers 4 einstellbar ist. Der Widerstand 5 habe
beispielsweise einen Wert von 10 M JX und der Widerstand einen Maximalwert von 100 MjT . Die Wechselkomponente der
an dem Widerstand 5 anliegenden Spannung wird von einem Wechselspannungsverstärker 8 verstärkt, welcher einen
Durchlaßbereich von 1 Hz bis 4000 Hz aufweist und welcher derart ausgelegt ist, daß er in diesem Frequenzbereich
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einen hohen Eingangswiderstand, Z0B0 größer als 1 MjI. ,hat.
Das Ausgangssignal des Verstärkers 8 wird durch eine Schaltung 9 gleichgerichtet und das sich ergebende gleichgerichtete
Ausgangssignal wird einem Gleichspannungsmesser zugeführt, dessen Anzeige ein Maß für die elektrostatische
Ladungskonzentration am Auslaß des Förderers ist«,
Die Beziehung zwischen der Anzeige des Gleichspannungsmessers 10 und der Explosionsgefahr für ein bestimmtes
Pulvermaterial bei einer bestimmten Geschwindigkeit läßt sich empirisch durch Einleiten des von dem Förderer an
seinem Auslaß abgegebenen Pulvermaterials in ein Gefäß bestimmen, in welchem eine Ladungsanhäufung unter den Bedingungen
des ungünstigsten Falles stattfindet. Das Pulvermaterial
und die Förderluft sollten dabei trocken sein, damit eine ausreichende Ladung erzeugt wird, welche zu
einer Explosion in dem Testgefäß führt, dessen Inhalt unter dem Einfluß trockener, komprimierter Luft stehen sollte.
Äusgaßgssignal der GlelchFiehterschaltung 9
ein veränderbares Potentiometer 11 Schaltung 12 augeleitet* weiche eine Triggersslsaltiu^g
tie. dan« arbeitet, wenn ihre Eingangs spannung
1Q9S2S/147S
einen bestimmten Pegel übersteigt, welcher einem bestimmten Sicherheitsfaktor in bezug auf die Explosionsgefahr entspricht.
Durch das Arbeiten der Triggersehaltung wird ein
Alarm und/oder eine automatische Steuerung zur Unterbrechung der Strömung des Pulvers in dem Förderer oder zur Befeuchtung
der Luft in dem Förderer ausgelöst. Die Gleichrichterschaltung 9 weist eine Glättungszeitkonstante von etwa 5s
auf, so daß kurzfristige Unregelmäßigkeiten in der Ladungskonzentration im Förderer kein falsches Arbeiten der Schaltung
12 bzw. keine unstetige Anzeige des Gleichspannungsmessers 10 verursachen.
In Fig. 2 ist die Ersatzschaltung der oben beschriebenen Einrichtung dargestellt, wobei V. bzw, V2 die Gleich- bzw.
Wechselkomponente der durch die Ladung erzeugten Spannung, C. bzw. C2 die effektive mittlere Kapazität zwischen dem
Pulvermaterial und der Elektrode 2 bzw. die Kapazität zwischen der Elektrode 2 und der Wandung 1, R1 das Zusammenwirken
der durch direkte Ableitung durch die Luft übertragenen Ladung und der durch geladene, gegen die Elektrode 2
stoßende Teilchen übertragenen Ladung darstellt, während R2 die gemeinsame Wirkung des der Kapazität C2 zugeordneten
Ableitwiderstandes und des Eingangswiderstandes des Spannungs-
- 10 1 0 9 8 2 5 / U 7 6
messers k darstellt. Es ergibt sich, daß bei einer
gegebenen Größe von V2 die Größe der Wechselkomponente
der an der Kapazität C2 erscheinenden Spannung V, von
den Werten von CL, C2, R. und Rp abhängig ist» Bei
Frequenzen, welche ausreichend hoch sind, so daß die Impedanzen der Kapazitäten C1 und C2 jeweils klein im
Vergleich zu den Widerständen R1 und R2 sind, was in
dem gesamten bzw« beinahe in dem gesamten Durchlaßbereich des Verstärkers 8 der Fall ist, können die Widerstände R1
und R2 vernachlässigt werden, so daß die Genauigkeit der
Messung einfach von den Werten der Kapazitäten C1 und C2
abhängig ist. Der Wert von C2 ist eigenstabil, während
der Wert G1 dann stabil ist, wenn die mittlere Teilchendichte
über den Querschnitt des Förderers gleich ist bzw. sogar dann stabil ist, falls sich die Dichteverteilung nicht
mit der Zeit ändert, wenn diese nicht gleich ist.
Dieser Fall bildet einen Gegensatz zu einer Meßeinrichtung der obengenannten bekannten Bauart, bei welcher
hinsichtlich der Messung von V1 der Spannungsmesser -4 durch
einen Gleichspannungsmesser zu ersetzen wäre. In diesem Falle brauchen die Kapazitäten C1 und C2 nicht berücksichtigt
zu werden, so daß die Meßgenauigkeit allein von der Werten
- 11 109 825/ U7 6
•der Widerstände R^ und Rp abhängig wäre. Da sich jedoch
R1 mit der Luftfeuchtigkeit ändern kann und da Rp verglichen
mit R1 klein ist und sich mit der Luftfeuchtigkeit
und mit dem Sauberkeitszustand der Isolation der Meßelektrode ändern kann, wäre die Messung in diesem Falle
stark fehlerbehaftet.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf Gas/ Peststoffsysteme beschränkt, wie bei der oben als Beispiel
beschriebenen Einrichtung, sondern die Erfindung ist auch bei Systemen anwendbar, bei welchen das strömende Material
eine flüssige Phase aufweist.
- 12 1W8 25/ U7 6
Claims (2)
- Patentansprüche;( 1β !Einrichtung zur Messung elektrostatischer Ladung in turbulent strömenden Materialien, mit einer, einer Förderleitung für das betreffende Material zugeordneten Elektrode, auf welcher in Abhängigkeit von der elektrostatischen Ladungskonzentration in dem durch die Förderleitung strömenden Material ein Potential induziert wird, gekennzeichnet durch Schaltungen (4, 12), welche auf die Größe der Wechselkomponente des infolge Turbulenz induzierten Potentials ansprechen«
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderleitung (1) ein pneumatischer( Förderer ist.3# Verfahren zur Messung elektrostatischer Ladung in turbulent strömenden Materialien, bei welchem in einemersten Schritt das betreffende Material an einer Elektrode j ' . . . ...■"■■;.vorbeigefördert wird, so daß auf dieser Elektrode in / Abhängigkeit von der elektrostatischen Ladungskonzentration ein Potenzial induziert wird, daduroh gekennzeichnet,ORlGWAl. INSPECTED1 0 9 8 2 5 / U 7 6daß in einem weiteren Schritt ein die Größe der Wechselkomponente des infolge Turbulenz induzierten Potentials versinnbildlichendes Signal erzeugt wird.4, Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das strömende Material ein pneumatisch gefördertes Teilchenmaterial ist.109825/1476
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