DE2060577B2 - Verfahren zur Herstellung von Propf-Mischpolymerisaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Propf-MischpolymerisatenInfo
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Description
Vorliegende Erfindung betrifft das in den Patentansprüchen definierte Verfahren. Es ist bekannt, daß durch
die Polymerisation von Vinylmonomeren in Gegenwart voK elastomeren Materialien Produkte gewonnen
werden können, die sich durch eine hohe Schlagfestigkeit auszeichnen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise hoch schlagfestes Polystyrol und Polyvinylchlorid
herstellen.
Bekanntlich schreitet die Polymerisationsreaktion unter den gewählten Bedingungen im allgemeinen unter
Bildung von Pfropf-Elastomer-Mischpolymerisaten mit dem eingesetzten Monomer voran, wodurch die
Verträglichkeit der Elastomeren mit der starren zu verstärkenden Matrix und die guten Eigenschaften des
Polymerproduktes gewährleistet werden.
Die Reaktion erfolgt nach einer der allgemein üblichen Methoden der Radikalpolymerisation, d.h.
entweder in Lösung, in Masse, in Emulsion oder in Suspension, wobei es auch möglich ist, Mischformen
dieser Reaktionen anzuwenden, so beispielsweise in Masse-Suspension, Lösung-Fällung usw. Als Elastomere
kann man entweder Butadien-Elastomere, Butadiencopolymere mit Acrylnitril oder Butadiencopolymere mit
Styrol u. a. verwenden. Durch die Anwendung schwach
ungesättigter Elastomere auf Basis von Äthyien-Propylen läßt sich hoch schlagfestes Polystyrol herstellen.
Wird die Polymerisation als Emulsionspolymerisation durchgeführt, so arbeitet man im allgemeinen so, daß
man zu der wäßrigen Emulsion des Elastomeren das Monomer oder eine Mischung von Monomeren
zusammen mit geeigneten Katalysatoren gibt und anschließend die gesamte Mischung erhitzt, bis die
Polymerisationsreaktion zu Ende geführt ist
Es ist wichtig, daß während dieses gesamten Vorgangs sich keine Koagulate aus der Reaktionsmasse
abscheiden, weil sonst die Reaktion selbst nicht ablaufen kann. Die Abtrennung solcher Coiiguli ist dann leicht
möglich, wenn eines der eingesetzten Monomeren in
Wasser löslich ist, beispielsweise in den Reaktionsmischungen mit Styrol und Acrylnitril. Bei den bisher
bekannt gewordenen Methoden war es am besten zur Vermeidung dieser Nachteile, wenn man Emulsionen
von Butadienpolymeren benutzte, die direkt durch Emulsionspo^nnerisarJon der Monomeren gewonnen
worden waren.
Soll die Herstellung von hoch schlagfestem Material durch Pfropfpolymerisation an Emulsionen von Olefin-
Elastomeren mit niedriger Unsättigung (z.B. an
Elastomeren nach den Verfahren der IT-PS 6 49 768, 7 05 896 und 7 16 095, die die Copolymerisation von
Äthylen und Propylen mit kleinen Mengen eines cyclischen oder acyclischen Diens betreffen) durchge-
ts führt werden, so ist es notwendig, zunächst eine wäßrige
Emulsion des Eingangs-Terpolymeren aus dem Material als solchem herzustellen, wobei man nach bekannten
Verfahren oder nach dem Verfahren der IT-?77 70 361 arbeiten kann.
Die so gewonnenen Emulsionen besitzen unterschiedliche Beständigkeit, so daß es manchmal zur Ausbildung
erheblicher Mengen an Coagulaten während des Verlaufes der Pfropfpolymerisationsreaktion kommt
Weiterhin hat sich gezeigt, daß in vielen Fällen aus dem
genannten Terpolymer selbst bei analoger Pfropfpolymerisation Rohprodukte gewonnen werden, aus
denen sich nur Fertigprodukte herstellen lassen, deren
mechanische Eigenschaften nicht den Anforderungen entsprechen. Diese Erscheinungen der Instabilität der
Emulsionen und der schlechten Reproduzierbarkeit der mechanischen Eigenschaften können zu verschiedenen
Faktoren in Beziehung gesetzt werden, z.B. zu folgenden: der unzureichenden Reproduzierbarkeit der
Verfahren, die zur Bildung der Emulsion führen, die
Verunreinigungen, die in dem Ausgangs-Terpolymeren
enthalten sind und im allgemeinen aus Katalysatorrückständen, kleinen Mengen an Dienmonomeren, Antioxidantien oder Additiven, die dem Elastomer als
Verarbeitungshilfsmittel zugesetzt wurden, bestehen.
Terpolymere mit geringer Unsättigung sind solche aus Äthylen, Propylen oder Buten-1 und einem dritten
Monomeren, welches aus einem cyclischen oder acyclischen Dien mit konjugierten oder nicht konjugierten Doppelbindungen besteht
Vorzugsweise verwendet man Terpolymere, die als drittes Monomere folgende Verbindungen enthalten:
Pentadien-1,4; Hexadien-1,4;
Hexadien-1,5; Heptadien-1,5;
Methylheptadien-1,5; 6-Alkyliden-(O)norbornen;
so Norbornadien-24; 2-Alkyl-norboniadien-2,5;
Cyclooctadien-1,5; Dicyclopentadien;
Tetrahydroinden und 5-Methyl-tetrahydroinden.
Diese Terpolymerisate besitzen einen Äthylengehalt
zwischen 20 und 80 Molprozent und einen Diengehalt
von 0,1 bis 20% sowie ein Molekulargewicht zwischen
50 000 und 800 000, vorzugsweise zwischen 70 000 und 500 000.
Es wurde gefunden, daß die Zugabe von einzelnen flüssigen aromatischen oder cydoaliphatischen oder
M) aliphatischen Kohlenwasserstoffen oder von Mischungen solcher Kohlenwasserstoffe die Emulsion des
Terpolymeren während des gesamten Verlaufes der Pfropfreaktion stabilisiert, selbst dann, wenn coagulierende Monomere verwendet werden, z. B. Acrylnitril.
Auf diese Weise wird praktisch der Einfluß der Faktoren ausgeschaltet, die negativ auf das Pfropfverfahren und auf die Reproduzierbarkeit der mechanischen Eigenschaften der gewonnenen Rohprodukte
einwirken können.
Die Menge an flüssigem Kohlenwasserstoff, die zur Erzielung des gewünschten Effektes notwendig ist, liegt
zwischen 5 und 50 Gewichtsprozent, berechnet auf das Gesamtgewicht der wißrigen Emulsion.
Es ist möglich, das Pfropfen direkt in der Emulsion
durchzuführen, die dadurch gewonnen worden ist, daß man die durch Vermischen des Terpolymeren mit dem
Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel, welches als Stabilisator dient, hergestellte Pseudolösung in Gegenwart eines
geeigneten oberflächenaktiven Mittels in Wasser dispergiert
Als Stabilisatoren für die Emulsion kann man Benzol
oder dessen alkylsubstituierte Derivate wie Toluol, Äthylbenzol usw. sowie auch deren ganz oder teilweise
hydrierte Derivate, wie z. B. Cydohexan oder Cyclohexene, oder auch afiphatische Kohlenwasserstoffe, wie
z. B. n-Heptan, verwenden. Gegebenenfalls kann man
auch Mischungen der vorstehend genannten Kohlenwasserstoffe einsetzen.
Die Zugabe des Stabilisators kann direkt zu der
wäßrigen Ausgangsemulsion oder — vorzugsweise — zusammen mit dem Monomeren oder der Mischung der
Monomeren in einem oder mehreren Schritten erfolgen,
je nach den im Einzelfall für die Pfropfpolymerisation vorgesehenen speziellen Verfahren.
Es ist möglich, die Pfropfreaktion an dem vorvemetzten Terpolymeren vorzunehmen; in diesem Fall ist es
vor der Pfropfreaktion notwendig, eine Vernetzung durchzuführen, indem man die Dispersion des Terpolymeren in Gegenwart eines Vernetzungsmittels erhitzt;
das Vernetzungsmittel kann beispielsweise Benzoylperoxid, Dicumylperoxid oder Oi-tert· >utylperoxid sein;
die Vernetzung kann weiterhin in Anwesenheit oder Abwesenheit von polyfunktioneiien V lyhnonomeren,
wie z. B. Divinylbenzol oder Allylacrylat, durchgeführt
werden.
Die Pfropfreaktion kann bei Temperaturen zwischen 35 und 1600C durchgeführt werden, wobei die spezielle
Temperatur von der Art des benutzten Initiators abhängt
1) Vinylaromatische Monomere wie Styrol und
dessen am Ring und/oder in der Vinylgruppe substituierte Derivate, wie z. B. Chlorstyrole,
Methylstyrole, Äthylstyrole, «-Methylstyrol;
2) Acrylmonomere, wie z. B. Acrylnitril, Methacrylnitril, Alkylacrylate und Methacrylate;
3) Vinylmonomere, die in den vorstehenden Klassen so
nicht aufgeführt sind, wie z. B. Vinylchlorid,
Vinylacetat
Alle vorstehend genannten Monomeren können allein oder in Mischung untereinander verwendet
werden
Als Initiatoren können organische Peroxide eingesetzt werden, und zwar folgende: Acetylperoxid,
Lauroylperoxid, Benzoylperoxid, Di-tert-butylperoxid
sowie anorganische Peroxidverbindungen, wie z. B. <,o
Ammoniumpersulfat; weiterhin thermolabile Azoderivate, wie z. B. Azo-bis-isobutyronitril, sowie schließlich
Redoxysysteme, die aus Hydroperoxiden und einem Reduktionsmittel bestehen.
Der Initiator kann der Reaktionsmasse entweder auf einmal oder in mehreren Schritten während des
Verlaufes der Umsetzung zugesetzt werden. Die Menge des Initiators, die benutzt werden muß, variiert zwischen
0,5 und 10 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,2 und 5
Gew.-%, bezogen auf die Gesamt-Reaktiommasse,
Die Polymerisation kann in Gegenwart verschiedener Mengen von Molekulargewichtsregulatoren, wie z. B.
s Dodecylmercaptan, oder Substanzen, dfc einen vergleichbaren Effekt haben, durchgeführt werden.
Bei der Pfropfpolymerisation in wiHrijger Emulsion
kann man ds oberflächenaktive Mittel anionische
oberflächenaktive Mittel, wie z. B. Natriuedodecyienzolsulfonat oder Natriumoleat, und/oder echtionische
oberflächenaktive Mittel, z.B. die Reaktionsprodukte
aus Alkylphenolen mit Äthylenoxid, oder schließlich
Produkte verwenden, die durch Sulfatierung der Reaktionsprodukte aus Alkylphenolen mit Äthylenoxid
is gewonnen worden sind. Vergleichbar gate Ergebnisse
lassen sich erzielen, wenn man Mischungen aus den genannten oberflächenaktiven Mitteln mit kleinen
Mengen eines wasserlöslichen Polymeren verwendet
Unter den wasserlöslichen Polymeren, dfe für diesen
Zweck verwendet werden können, sind beispielsweise zu nennen: Polyvinylalkohol, Alkylzellulose.die Polymeren der Acrylsäure oder des Acrylamide.
Die Gesamtmenge an oberflächenaktivem Mittel und wasserlöslichem Polymer, die eingesetzt wird, wird nach
der Gesamtmenge der Reaktionsmasse berechnet und kann zwischen 0,2 und 6 Gew.-% liegen; se kann der
Reaktionsmasse entweder auf einmal oder in aufeinanderfolgenden Schritten zugesetzt werden.
Das gewonnene Rohprodukt kann Hastomermengen
zwischen 10 und 70 Gew.-% enthalten. Produkte, deren
Elastomeranteil zwischen 10 und 30 Gew.-% liegt,
weisen einen besonders hohen Elastizitätswert auf.
Die Produkte, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhalten werden, sind auf Standardmaschinen
leicht verarbeitbar und lassen sich mit anderen Polymermaterialien, z. B. Styrol-Acrylnitril-Copolymerisaten oder Polyvinylchlorid, vermischen, wodurch man
Produkte gewinnt die nach dem Verformen ein ausgezeichnetes Aussehen und gut« mechanische
Eigenschaften in Abhängigkeit von ihrem Elastomergehalt besitzen.
a) Herstellung der wäßrigen Emulsion
des Terpolymeren
100 g eines Äthyleu-Propylen-Äthylidennorbornen-Terpolymeren mit einem Propylengehalt von 42,4
Gew.-°/o, einem Diengehalt von 3,1 Gew.-% und einer Mooney-Viskosität ML(I +4) bei 1000C von 60 wurden
mit 9υΟ g Toluol vermischt und dann unter Rühren bei Raumtemperatur gehalten, bis eine homogene pastöse
Masse vorlag. Zu der so hergestellten Pseudo-Lösung gab man dann 12 g eines im Handel erhältlichen
oberflächenaktiven Mittels, welches zu 50 Gew.-% das Ammoniumsalz des Sulfates eines Alkylphenoxy-polyäthylenoxyäthanols enthält (Handelsprodokt Fenopon
Co 436), und versetzte schließlich langsam unter Rühren die Masse mit 900 g entionisiertem Wasser.
Die so gewonnene Mischung wurde dann 20 Minuten der Einwirkung einer Emulgiervorrichtung ausgesetzt
worauf der entstandene Latex durch Destillation unter vermindertem Druck von dem Toluol befreit wurde. Die
wäßrige Emulsion wurde dann eingeengt, so daß man einen trockenen Rückstand von 12,5% erhielt, was
einem Terpolymerengehalt von 11,7 Gew.-% entspricht
b) Pfropfpolymerisation in Gegenwart
ve» aromatischen Kohlenwasserstoffen
In einen FSnfhalskolben. der mit einem Rührer, einem
Kflhler. einen Rohr zum Einleiten von WaschstickstolT
und einem Scheidetrichter versehen war, gab man 170 g
des gemäß Kapitel a) hergestellten Latex. 9 g einer 5%igen P-jlyvmylalkohol-Lösung, 7,5 g des in Kapitel ai)
verwendeten oberflächenaktiven Mittels und 219 g entionisiertes Wasser.
Der Koten wurde dann in ein Bad mit einer Temperatur «on 80°C eingetaucht Die Reaktionsmasse
wurde unter konstantem Rühren von Luft befreit, indem
man durch 4e Mischung Stickstoff blies. Anschließend
gab man in 4 Stufen in zweistündigen Intervallen zu der Mischung gleiche Teile einer Mischung aus 28 g
Acrylnitril, 52 g Styrol und 52 g Benzol, in welchem 1 g
Benzoylpenxdd gelöst war. Nach 8 Stunden war die Polymerisation beendet; aus dem Reaktor konnte ein
offensichilki homogener Latex entnommen werden.
Aus dem Latex konnten mit Hilfe eines I.ietallnetzes mit
3500 Maschen pro Quadratzentimeter nur 1 g Flocken herausfiltriert werden.
Die Emulsion wurde coaguliert indem man sie in einen Oberschuß von Methylalkohol goß; das Coagulat
wurde abfiltriert und gewaschen. Nach dem Trocknen des abgetrennten Materials lagen 99 g Rohpolymerisationsprodukt mit einem Terpolymerengehalt von 20
Gew.-% vor.
An einer kleinen Menge des Materials wurde durch Extraktion mit Cyclohexan bei Siedetemperatur die
Menge des Terpolymeren bestimmt, die an der Pfropfreaktion teilgenommen hatte. Es wurde festgestellt, daß diese 50 Gew.-% des zur Reaktion gebrachten
Terpolymeren ausmachte. Die Menge an nicht gepfropftem Styrol und nicht gepfropftem Acrylnitril wurde
dagegen bestmimt, indem man aus dem Rohreaktionsprodukt das nicht gepfropfte Acrylnitril-Styrol-Copolymere durch Aceton bei Siedetemperatur extrahierte.
Die Menge an Monomeren, die chemisch an dii:
Stammsubstanz gebunden sind, betrug 28 Gew.-% der
Menge der zugeführten Monomeren. Aus den Extraktionswerten konnte berechnet werden, daß das Rohprodukt 32,4 Gew.-% des Pfropfpolymerisates enthielt
Dts Rohrtaktionsprodukt wurde anschließend in
einem Walzenmischer bei einer Temperatur von 185° C homogenisiert; das auf diese Weise gewonnene Produkt
wurde anschließend bei einer Temperatur von 180° C der Druckverformog unterworfen.
Aus den durch Druckverformung gewonnenen Platten wurden Piobestücke hergestellt, die zur
Bestimmung der mechanischen Eigenschaften des Materials benötigt wurden. In diesem Beispiel wie auch
in den folgenden wurden die mechanischen Eigenschaften nach JtSTM-Methoden bestimmt, und zwar wie
folgt:
Die mechanischen Eigenschaften eines so gewonnenen Rohpolymerisationsproduktes waren folgende:
Izod-Elastizität an
gekerbten Probestücken
Röckwefl-Häfteprüfung
Fließgrenze unter
Zugbeanspruchung
Reißgrenze unter
Zugbeanspruchung
Dehnung an der
Fließgrenze
Dehnung an der
Reißgrenze
ASTM D 256-56
ASTM D 785-62
ASTM D 638-61 T
ASTM D 638-61 T
ASTM D 638 5G T
ASTM D 638-58 T
Kerbe)
(die Probestücke reißen nicht)
Rockwell-Härte, Skala »R«
Bruchlast unter Zugbeanspruchung
39
89
kg cm
cm
= 400 ± 30 bar
c) Dieselben Versuche, wie unter b) beschrieben,
wurden wiederholt, wobei jedoch ohne Benzol gearbeitet wurde. Beim Filtrieren des gewonnenen Latex durch
ein Metallnetz wurden etwa 15 g Flocken bzw. Klümpchen abgetrennt
Beispiel 2
al Vernein
Zu 400 g einer wäßrigen Emulsion, die wie in Teil a)
von Beispiel 1 beschrieben hergestellt worden ist gab man 1,4 g Benzoylperoxid und erhitzte anschließend die
Masse 5 Stunden unter konstantem Rühren und in einer
:?5 Stickstoffatmosphäre jiuf 77° C Ein kleiner Teil dieser
Emulsion wurde in Äthanol coaguliert und an dem gewaschenen und getrockneten Terpolymer wurde
dann in siedendem Toluol &ϊγ unlösliche .Anteil
bestimmt welcher 40% des behandelten Materials
jo darstellte.
b) Pfropfpolymerisation in Gegenwart von Benzol
In diesem Fall arbeitete man unter den Bedingungen und gemäß den Anweisungen, die in Beispiel 1, Teil b)
angegeben sind.
Beim Filtrieren des Latex über ein Metallnetz wurden 1 g Klümpchen abgetrennt Die 5muNon wurde
coaguliert indem man dieselbe in Äthylalkohol goß; beim Filtrieren und nachfolgendem Waschen und
4. Trocknen des abgetrennten Materials wurden 99 g
Rohpolymerisationsprodukt gewonnen, welches 20% Terpolymeres enthielt von welchem £5% vernetzt und
gepfropft waren. Die Monomerenmenge, die an der Pfropfreaktion teilgenommen hatte, machte 22 Gew.-%
der Menge an Acrylnitril und Styrol aus, die bei der Umsetzung eingesetzt worden war. Das Endprodukt
welches 34,6 Gew.-% gepfropftes Produkt enthielt stellte nach dem Homogenisieren und Verformen ein
Material dar, welches folgende mechanische Eigenschaften aufwies:
23° C = 65,5-^
(die Probestücke reißen nicht)
Rockwell-Härte, Skala »R« = 84
Bruchlast unter Zugbeanspruchung = 330 bar
Reißdehnung = 100%
cm
c) Der unter b) beschriebene Versuch wurde ■ wiederholt wobei jetzt jedoch ohne Benzol gearbeitet
wurde. Beim Filtrieren des Latex über einem Metallnetz blieben 10 g KL'uipchen zurück.
Die Emulsion wurde in Äthylalkohol coaguliert und filtriert; nach dem Waschen und Trocknen des
abgeschiedenen Materials lagen 90 g eines Rohproduktes vor. welches 20% Teroolvmeres enthielt. Von
diesem waren 81,5% vernetzt und gepfropft, während die Monomermenge, die an der Pfropfreaktion teilgenommen
hatte, 20,5 Gew.-% des eingesetzten Acrylnitrils und Styrols betrug.
Das Rohprodukt, welches 32,7% gepfropftes Produkt enthielt, ergab nach dem Homogenisieren und Verformen
ein Material mit folgenden mechanischen Eigenschaften:
Izod-E!astizität (mit Kerbe) bei
23 C = 9,5
Rockwell-Härte. Skala »R« = 87
kg · cm
cm
cm
50 g eines Äthylen-Propylen-Äthylidennorbornen-Terpolymeren mit folgender gewichtsprozentualer
Zusammensetzung:
48%
Dien = 3,9% C2 = 48,1%
und einer Mooney-Viskosität ML(I + 4)bei IOO°C=IO5
wurde mit 450 g Benzol versetzt und dann so lange gerührt, bis eine homogene Paste vorlag.
Zu der so gewonnenen Pseudolösung gab man dann 6 g Fenopon Co 436 und 450 g entionisiertes Wasser.
Die danach vorliegende Mischung wurde etwa 20 Minuten der Einwirkung einer Emulgiervorrichtung
ausgesetzt, wobei sie in eine offensichtlich homogene fluide und beständige Emulsion umgewandelt wurde. Zu
dieser Emulsion gab man dann unter Rühren 22,5 g einer 5%igen Polyvinylalkohol-Lösung, 19 g Fenopon Co 436
und 450 g entionisiertes Wasser.
Die danach vorliegende Mischung wurde in einen 2-Liter-Autoklav aus rostfreiem Stahl gegeben, der mit
einem Ankerrührer ausgestattet war und durch HeiBölzirkulation beheizt wurde. Außerdem gab man in
den Autoklaven 200 g einer Mischung aus 70 g Acrylnitril und 130 g Styrol, in welcher 2.5 g Benzoylperoxid
gelöst waren. Nach Entfernung der Luft durch Waschen mit Stickstoff wurde die Masse unter Rühren
bis auf 85° C erhitzt Nach 8 Stunden war die Polymerisation im wesentlichen beendet, und das
Verfahren wurde abgebrochen, so daß man aus dem Reaktor eine fließfähige, offensichtlich homogene
Masse, die vollständig frei von Klümpchen war, entnehmen konnte.
Die Emulsion wurde dann in Äthylalkohol coaguliert und filtriert; das abgetrennte Material wurde gewaschen
und getrocknet Auf diese Weise erhielt man 250 g Rohprodukt, welches 20% Terpoiymeres enthielt, von
dem 76% nicht mehr mit Cyclohexan extrahierbar waren.
Die Menge der Monomeren, die an der Pfropfreaktion teilgenommen hatte, lag bei 20 Gew.-% der
eingesetzten Menge an Acrylnitril und Styrol.
Das Rohprodukt, welches 31,7% gepfropftes Produkt enthielt, wurde dann mit einem Acrylnitril-Styrol-Copolymeren
bis auf einen Terpolymerengehalt von 173%
versetzt; das Copolymere enthielt 25% Acrylnitril und wies eine Viskositätszahl von 03 · 100 cmVg (bestimmt
in Dimethylformamid bei 30° C) auf. Die homogenisierte und verformte Mischung ergab Produkte mit folgenden
mechanischen Eigenschaften:
23° C
(die Probestücke reißen nicht)
= 62
kg cm
cm
cm
Rockwell-Härte, Skala »R« = 100
Fließgrenze unter Zugbeanspruchung = 425 bar
Bruchlast unter Zugbeanspruchung = 375 bar
Fließgrenze unter Zugbeanspruchung = 425 bar
Bruchlast unter Zugbeanspruchung = 375 bar
Es wurde die Arbeitsweise von Beispiel 3 wiederholt, wobei jedoch ein Äthylen-Propylen-Äthylidennorbornen-Terpolymeres
folgender gewichtsprozentualer Zusammensetzung verwendet wurde:
C3 - 42,4% ANB = 3,1% C2 = 54,5%
Die Mooney-Viskosität ML(I + 4) des Terpolymeren bei 100° C betrug 60.
Die Emulsion wurde in Äthylalkohol coaguliert und filtriert. Nach dem Waschen und Trocknen des
abgetrennten Materials lagen 250 g Rohprodukt vor, weiches 20"Zc Terpoiymeres enthielt, von dem 55% nicht
mehr mit Cyclohexan extrahierbar waren.
Die Menge der Monomeren, die an der Pfropfreaktion teilgenommen hatte, lag bei 13 Gew.-% der
eingesetzten Menge an Acrylnitril und Styrol. Das Produkt, welches 21,4% gepfropftes Produkt im
Rohprodukt enthielt, wurde mit einem Acrylnitril-Styrol-Copolymeren
gestreckt, welches 25% Acrylnitril enthielt und eine Viskositätszahl (bestimmt in Dimethylformamid
bei 300C) von 0,8 · lOOcmVg aufwies. Das homogenisierte Material ergab nach dem Verformen
Produkte mit folgenden mechanischen Eigenschaften:
Izod-Elastizität(mit Kerbe) bei
| 23 C | = 37 | kg · cm |
| (die Probestücke reißen nicht) | cm | |
| Rockwell-Härte, Skala «R» | 95 | |
| Fließgrenze unter Zugbean | ||
| spruchung | = 420 | ± 20 bar |
| Bruchlast unter Zugbeanspru | ||
| chung | = 390 | ± 15 bar |
Die Arbeitsweise von Beispiel 3 wurde wiederholt, wobei jedoch eine Pseudolösung eines Äthylen-Propylen-Äthylidennorbornen-Terpolymeren
in Toluol mit folgender Gewichtszusammensetzung verwendet wurde:
C3 = 42,4% ÄNB = 3,1% C2 = 54,5°'
Die Mooney-Viskosität ML (1 +4) bei 100°C betrug 60.
Am Ende der Umsetzung konnte aus dem Reaktor eine fließfähige Masse, die frei von Klümpchen war,
entnommen werden. Aus der Masse wurde das darin enthaltene Toluol durch Destillation unter vermindertem
Druck entfernt
Die so gewonnene wäßrige Emulsion wurde in Äthylalkohol coaguliert und zentrifugiert Das abgetrennte
Materia! wurde gewaschen und getrocknet und ergab 250 g Rohprodukt, welches 20% Terpoiymeres
enthielt, von welchem 70% mit Cyclohexan nicht mehr extrahierbar waren.
Dieses Material wurde mit dem Acrylnitril-Styrol-Copolymeren,
welches auch in Beispiel 3 verwendet worden war, bis auf einen Terpoiymerengehalt von
% verschnitten. Nach dem Homogenisieren und
Verformen lag ein Material mit folgenden mechanischen Eigenschaften vor:
Izod-Elastizität (mit Kerbe) bei
| 23° C | _ | reißen nicht) | 39 | kg · cm |
| (^.ie Probestücke | Skala »R« = | cm | ||
| Ruckwell-Härte, | 100. |
Es wurde wiederum wie in Beispiel 5 beschrieben gearbeitet, jedoch wurde n-Heptan als Lösungsmittel
verwendet. Am Ende der Umsetzung konnte aus dem Reaktor eine fließfähige Masse, die frei von Klümpchen
war, entnommen werden, die in Äthylalkohol direkt coaguliert wurde. Nach dem Zentrifugieren sowie dem
Waschen und Trocknen des abgetrennten Materials lagen 250 g eines Rohproduktes vor, welches 20°/c
Terpolymeres enthielt, von welchem 70% mit Cyclohe-
-, xan nicht mehr extrahierbar waren.
Dieses Material wurde mit dem Acrylnitril-Styrol-Copolymeren
von Beispiel 3 bis auf einen Terpolymerengehalt von 17,5 Gew.-% verschnitten; nach dem
Homogenisieren und Verformen lagen Produkte mit
ι» folgenden mechanischen Eigenschaften vor:
Izod-Elastizität (mit Kerbe) bei
23 C = 39
(die Probestücke reißen nicht)
Rockwell-Härte, Skala »R« = 100.
kg ■ cm
cm
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Pfropf-Mischpolymerisaten aus einem Äthyien-Propylen-Dien- oder
Athylen-But-1-en-Dien-TerpoIymeren mit niedriger
Unsittigung und einen (oder mehreren) Acrylmonomeren, Vmyhnonomeren oder vinylaromatischen
Monomeren, dadurch gekennzeichnet, daß das Monomer bzw. die Monomeren in einer
wäßrigen Emulsion des jeweiligen Terpolymeren in Gegenwart von 5 bis 50%, bezogen auf das
Gesamtgewicht der wäßrigen Emulsion, eines flüssigen, aromatischen und/oder cydoaliphatischen
und/oder aliphatischen Kohlenwasserstoffs polymerisiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daS man als Terporymeres ein solches
verwendet, welches durch Behandlung mit Peroxiden, gegebenenfalls in Gegenwart von polyfunktioneUen Monomeren mit vernetzender Wirkung,
teilweise vernetzt worden ist
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