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Ausstellvorrichtung fiRr Kippflugel, insbesondere Oberlichtöffner
Die Erfindung betrifft eine Ausstellvorrichtung für Kippflügel, insbesondere Oberlichtöffner,
mit einem an dem einen Rahmen (Blend- oder Flügelrahmen) - insbesondere verdeckt
-angeordneten Stellgestänge, einem an diesem Rahmen fest und am anderen Rahmen in
einer Schlitzführung verschieblich angelenkten Ausstellarm und einem am Stellgestänge
fest und am Ausstellarm in einer Schlitzführung verschiebbar angelenkten Betätigungsarm,
bei der das Stellgestänge einen Leerhubabschnitt zur Betätigung einer Verriegelungs-
und einer'An- und Abdrückeinrichtung für den Flügel aufweist.
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Ausstellvorrichtungen sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt.
Insbesondere ist es auch bekannt, derartige Ausstellvorrichtungen für Kippflügel,
insbesondere Gber-]ichtöffner so auszubilden, daß sie sich für den verdeckten Einbau
in dem Falzraum zwischen Blendrahmen und FliRgelrahmen eignen. Die Schwierigkeit
beim verdeckten Einbau besteht häufig darin, den die zum eigentlichen Einbau zur
Verfügung,
stehende Falztiefe nur sehr klein ist, z.B. nur etwa 22 mm beträgt. Die meisten
bekannten Ausstellvorrichtungen b."w.
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Oberlichtöffner benötigen eine wesentlich größere Falztiefe oder erfordern
eine zusätzliche Ausfräsung in dem den Falz überdeckenden Flügelaufschlag. lfinzu
kommt, daß auch die Einbauhöhe im Falz sehr klein ist und häufig zusätzlich zu der
Höhe des Stellgestänges nur für die Aufnahme von einer etwa zweifachen Materialstärke
des Ausstellarmes ausreicht.
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Unter diesen Bedingungen ist es außerordentlich schwierig, ,den Flügel
ausreichend weit vom Blendrahmen mit Hilfe schließblechartiger Ausnehmungen am Ausstellarm
oder Stellgestänge abzudrükken, da sich durch diese Ausnehmungen zu große Materialschwächungen
ergeben. Auf der anderen Seite ist bei geringer Falztiefe ein vorheriges Abdrücken
des, Flügels um so mehr erforderlich, da die geringe Falztiefe nur einen sehr kleinen
Hebelarm zuläßt, der dem Angriffspunkt des Antriebsarms am Ausstellarm aus der Schließstellung
heraus zur Verfügung steht.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Ausstellvorrichtung der eingangs
näher bezeichneten Art so, weiterzubilden, daß. auch.be1' sehr geringer Falztiefe
und bei sehr geringer Falzhöhe ein ausreichend weites Abdrücken des Flügels aus
der Schließstellung heraus gewährleistet wird, ohne daß die Elemente. der Ausstellvorrichtung
durch Ausnehmungen oder dgl. unzulässig geschwächt werden.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß nahe der
Anlenkstelle
des Betätigungsarmes am Ausstellarm eine über die volle Breite des Ausstellarmes
wirksame Abdrückschräge vorgesehen ist, die als Kante eines auf den Ausstellarm
aufgesetzten Blechs ausgebildet ist und mit einem am Stellgestänge festen Zapfen
zusammenwirkt. Bei dieser Anordnung liegt die hbdrückschräge am Ausstellarm außerhalb
des Bewegungsbereiches des Betätigungsarmes. Weder der Ausstellarm noch der Betätigungsarm
sind von Ausnehmungen oder dgl. geschwächt, da die Abdrückschräge durch ein aufgesetztes
Blech gebildet ist. Es läßt sich damit trotz kleinen Querschnittes der Arme eine
große Betätigungskraft übertragen. gleichzeitig wird durch die Bildung der Abdrückschräge
als Kante eines aufgesetzten Bleches gewährleistet', daß praktisch die gesamte Breite
des Ausstellarmes, die' der zur Verffigung stehenden Falztiefe voll entsprechen
kann', für den Abdrückvorgang zur Verfügung steht, so daß der Flügel trotz geringer
Palztiefe ausreichend weit vom Blendrahmen aus der Schließstellung heraus abgedrückt
werden kann und bei weiterer Betätigung der Ausstellvorrichtung ein ausreichend
großer Hebelarm für den Angriffspunkt des Betätigungsarmes am Ausstellarm' z;ur
Verfügung steht. Die.i.usnutzung der vollen Breite des Ausstellarmes für die Abdrückschräge
wird erreicht, ohne daß einer der beiden Arme über einen seiner Anlenkpunkte hinaus
verlängert werden muß.
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Der Betätigungsarm kann vorteilhafterweise auch zugleich zur Verriegelung
des Flügels am Blendrahmen dienen. Zu diesem Zweck ist vorg-seller, daß das der,
Anlenkstelle am Ausstellarm abgewandte Ende des Betätigungsarmes eine Riegelnase
aufweist, die im geschlossenen Zustand des Flügels hinter einem Ansatz des in
einer
Schlitzführung geführten Gelenkzapfens des Ausstellarmes greift. Hierdurch wird
der Flügel dicht an den Blendrahmen herangepreßt und gleichzeitig eine völlig starre
Verriegelung zwischen Betätigungs- und Ausstellarm in der Schließlage erreicht.
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Um auch ohne Schwächung des Ausstellarme ein zuverlässiges Andrücken
des Plügels beim Schließen zu gewährleisten, ist vorteilhafterweise am Ausstellarm
zwischen dessn Anlenkstelle am Blendrahmen und der Anlenkstelle des Betätigungsarmes
eine einen Verriegelungsabschnitt aufweisende Andrückschräge so vorgesehen, daß
ein mit dieser zusammenwirkender Zapfen am Stellgestänge sich während der ganzen
Bewegung des Ausstellarmes als Abstandshalter zwischen diesem Ausstellarm und einer
Anschraubplatte der Ausstellvorrichtung bewegt. Hierdurch wird gewährleistet, daß
der Ausstellarm zusätzlich in jeder Stellung des Flügels mit gleichbleibendem Abstand
von der Anschraubplatte gehalten und geführt ist. Vorteilhafterweise können dabei
die hndrück- und Abdnickschräge von den entgegengesetzten Kanten des auf den Ausstellarm
aufgesetzten Bleches gebildet sein.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen an
einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
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Fig.i zeigt die Ausstellvorrichtung in Offenstellung.
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Fig.2 zeigt die gleiche Ausstellvorrichtung am Eiide des Abdrückvorganges
aus der Schließstellung des Flügels, während
Fig. 3 die Ausstellvorrichtung
in der Schließstellung des Flügels wiedergibt.
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Die Ausstellvorrichtung gemäß der Erfindung ist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel einerseits am Blendrahmen, der nicht dargestellt ist, mittels
einer U-förmigen Anschraub-bzw. Führungsplatte 3 bei 1 befestigt, während das freie
Ende des Ausstellarmes am nicht dargestellten Flügelrahmen 2 mit tels einer Führungsplatte
25 gehalten ist. Es ist auch die umgekehrte Anordnung möglich, wenn das Stellgestänge
am Flügelrahmen geführt ist.
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In der U-förmigen Anschraubplatte 3 sind die Stangen des Stellgestänges
4 axial verschiebbar geführt. Auf der anderen Seite der Anschraubplatte 3 ist unverschieblich
das eine Ende des Ausstellarmes 5 bei 6a angelenkt, dessen anderes Ende 6b über
einen Führungsbolzen in einem Schlitz 26 der Führungsplatte 25 des Flügelrahmens
2 geführt ist.
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Zwischen seinen Enden weist der Ausstellarm einen Längsschlitz 14
auf, der sich an dem dem Blendrahmen 1 zugewandten Ende bei 15 kreisförmig erweitert.
In der Erweiterung 15 drehbar und in dem Schlitz 14 längsverschiebbar ist ein Faconbolzen
16, mit dem ein betätigungsarm 9 mit dem Ausstellirm 5 gelenkig verbunden ist. Der
betätigungsarm 9 ist mit seinem anderen Ende über einen Bolzen 10 schwenkbar an
dem Btellgestänge 4 befestigt,
wobei der Bolzen 10 in einem Längsschlitz
11 der U-förmigen Anschraubplatte geführt ist, so daß auch der Betätigungsarm auf
der den Führungsstangen abgewandten Seite der Anschraubplatte 3 liegt.
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Des weiteren ist mit dem Stellgestänge 4 ein Abdrückbolzen in Form
einer Abdrückrolle 13 verbunden, die mit einer Abdrückschräge 12 zusammenwirkt,
die von der einen Kante eines Bleches 17 gebildet wird, das zwischen dem'Schlitz
14, 15 und der festen Anlenkstelle 6a auf der der Anschraubplatte 3 zugewandten
Seite des Ausstellarmes 5 befestigt ist und über die ganze Breite des Ausstellarmes
reicht.
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Die zwischen aem Façonbolzen 16 und der Anlenkstelle 6a des Ausstellarmes
5 an dem Ausstellarm 5 angeordnete Blechplatte 17 weist zweckmäßigerweise auch eine
Andrückschräge 18 und einen Verriegelungsabschnitt 19 suf. Cit diesen wirkt ein
Andrückbolzen in Form einer Andrückrolle 20 zusammen, die an dem Stellgestänge 4
befestigt und wie die Andrückrolle 13 in einem Längsschlitz 21 in der Anschraubplatte
3 geführt ist.
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Das über den Anlenkpunkt 10 des Betätigungsarmes 9 am stänge 4 hinausragende
Ende des Betätigungsarmes weist eine Verriegelungsnase 23 auf, die in der Schließstellung
l...t einem Älsatz 24 an dem Gelenkzapfen 6b zwischen Ausstellarm 5 und Flügel 2
zusammenwirkt.
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Geht man von der Schließstellung des Flügels nach Fig. 3 aus,
wobei
angenommen wir;, daß das Stellgestänge 4 in den- Figuren ganz nach rechts verschoben
ist, so ist aus Fig. 3, in der in der rechten Hälfte die Anschraubplatte 3 und das
Stellgestänge 4 weggebrochen sind, ersichtlich, daß die Riegelnase 23 hinter den
Gelenkpunkt 6b des Ausstellarmes 5 greift, so daß der Betätigungsarm 9 mit dem Ausstellarm
fest verriegelt ist. Gleichzeitig befindet sich @ Cr Façonbolzen 16 am der Riegelnase
zugewandten Ende des Iängschlitzes 14, während die Riegelrolle 20 am Stellgestänge
4 sich auf dem Riegelabschnitt 19 des Bleches 17 befindet.
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Wird das Stellgestänge 4 aus dieser Stellung nach Fig.3 nach links
verschoben, so führt das STellgestänge 4 zunächst einen Leerhub aus, bei dem eine
Hebelkraft auf den Ausstellarm 5 durch den Betätigungsarm 9 noch nicht ausgeübt
wird, da sich der Façonbolzen 16 an dem Schlitz 14 des Ausstellarmes längs verschieben
kann. Im Laufe dieser Bewegung tritt zunächst die Riegelnase 23 hinter den Gelenkbolzenansatz
6b hervor, während die Riegelrolle 20 den Riegelabschnitt 19 des Bleches 17 verläßt.
Im Laufe dieses Leerhubes gelangt die Abdrückrolle 13 in Berührung mit der Abdrückschräge
12, wodurch bei der weiteren Bewegung des Stellgestänge 4 nach links der Plügel
aus der Schließstellung heralls abgedrückt wird, und zwar relativ weit, da trotz
der geringen Breite von angenommen 22 mm des Ausstellarmes 9 und des aufgesetzten
Bleches 17, dessen ganze Breite für den Abdrückvorgang in der gezeigten Weise zur
Verfügung steht. Nahe dem Ende der Abdrückbewegung gelangt der Façonbolzen in die
kreisförmige
Ausnehmung 15 am Ende des Schlitzes 14 des Ausstellarmes,
wodurch die weitere Bewegung des Ste]lgestänges 4 nach links über den Betätigungsarm
9 auf den Ausstellarm 5 eine Hebelkraft zum Öffnen der Ausstellvorrichtung ausübt.
Der Flügel kippt dabei weiter nach außen, wobei sich der Façonbolzen in der Ausnehmung
15 gegenüber dem Schlitz 14 verdreht. Dieser Vorgang setzt sich fort, bis die Endstellung
des Kippvorganges gemäß Fig.1 erreicht ist.
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Vergleicht man die drei Figuren, welche die unterschiedlichen Bewegungs-
und Kippphasen des Flfigels und des zugehörigen Gestänges zeigen, so erkennt mana
daß die Andrückrolle sich in jeder Phase dieser Bewegung zwischen dem Ausstellarm
5 und der Anschraubplatte 3 befindet, so daß sie zwischen diesen beiden ständig
als Abstandshalter wirkt.
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Beim Schließvorgang nimmt der Betätigungsarm 9 zunächst den Ausstellarm
bei Bewegung des Stellgestänges 4 nach rechts in den Figuren mit und zwar so lange,
bis der Façonbolzen 16 wieder in Fluchtung mit dem Längsschlitz 14 im Ausstellarm
gelangt.
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Bei Erreichung dieser Stellung befindet sich die Andrückrolle 20 bereits
ber der Andrückschräge 18 des Bleches 17, so daß bei weiterer Bewegung des Stellgestänges
4 nach rechts in den Figuren der Flügel über die Schräge 18 und die Rolle 20 in
die Schließstellung gedrückt wird. In dieser läuft die Andlückrolle 20 über den
Verriegelungsabschnitt 19 des Bleches 17, während gleichzeitig die Verriegelungsnase
23 des Betätigungsarmes
hinter den Ansatz des Gelenkpunktes 6b
des Ausstellarmes 5 greift und den Flügel fest an den Blendrahmen preßt und beide
starr miteinander verbindet.
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Man erkennt aus den Figuren, daß mit Ausnahme des Längsschlitzes 14
weder der Ausstellarm noch der Betätigungsarm zwischen den zugehörigen Gelenkstellen
eine Schwächung aufweisen, so daß trotz geringen Querschnittes dieser Arme große
Stellkräfte übertragen werden können. Eine Schwächung durch Ausnehmungen liegt nicht
vor. Dennoch wird eine zuverlässige Andrückung bzw. Andrückung und Verriegelung
des Flügels am Blendrahmen erreicht, wobei der Abdrückweg trotz geringer Breite
der Elemente ausreichend groß ist, um für den Betätigungsarm 9 einen ausreichenden
Hebelarm zum Ausschwenken des Ausstellarmes zur Verfügung zu stellen.
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Wichtig ist dabei, daß die Arme 5 und 9 die gleiche Breite wie die
Anschraubplatte haben können und diese maximale Breite der ganzen Ausstellvorrichtung
fiir den Abdrückvorgang zur Verfügung steht.
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Wichtig ist weiterhin, daß die beiden Rollzapfen 13, 20, das Blech
17 und der Betätigungsarm 9 in einer gemeinsamen Ebene zwischen dem Ausstellarm
5 und der Anschraublatte 3 liegen, die auf ihrer anderen Seite eine Führung füi
die Stangen des Stellgestänges 4 bildet.
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Wie ersichtlich, ist daher die Ausstellvorrichtung nicht nur einfach
und schmal in ihrem Aufbau, sondern weist auch eine geringe Höhe auf, welche etwa
der doppelten Dicke mit entsprechendem Spiel der Arme 5 bzw. 9 entspricht. Die neue
Ausstellvorrichtung eignet sich daher ganz besonders für den verdeckten Einbau in
schmale und niedrige Falze zwischen Blend- und Flügeirahmen.
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Ansprüche