DE2045302A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Her stellen von Blechzuschnitten aus Warmband - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Her stellen von Blechzuschnitten aus WarmbandInfo
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Description
Dipl.-lng. H. Sauerland ■ Dr.-Ing. R. König
Patentanwälte · 4qao Düsseldorf · Cecilienallee 76 -Telefon 43 273a
Unsere Akte: 26 152 120 September 1970
NIPPON STEEL CORPORATION, No. 6-3, 2-chome, Ote-machi, Chiyoda-ku, Tokio, Japan
"Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Blechzuschnitten aus Warmband"
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Herstellen von insbesondere Grobblechzuschnitten aus Warmband.
Es sind bereits zahlreiche Versuche unternommen und Vorschläge
für Verfahren zum Herstellen von verhältnismäßig
dicken Grobblechzuschnitten aus auf Maß zu schneidendem
Warmband gemacht worden, um Grobblechzuschnitte zu erhalten, die herkömmlich gewalzten Grobblechen vergleichbar ~
sind. Die bisherigen Versuche und Vorschläge haben jedoch nicht zum Erfolg geführt.,Der Grund für die bisherigen
Fehlschlage liegt darin, daß sich beim Schneiden von Grobblechen aus Warmband starke Verwerfungen ergeben, weil das
Schneiden wie im Falle des Brennschneidens unter Zufuhr
großer Wärmemengen erfolgt, so daß die Verwendung derartiger
Grobbleche begrenzt ist und diese nicht in allen Fällen
verwendet werden können, in denen herkömmlich ausgewalzte Grobbleche zur Verwendung kommen.
Ohne Frage ist aber unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
die Herstellung von Grobblechen aus Warmband wesentlich vorteilhafter als das herkömmliche Blechwalzen. Aus diesem
Grunde sind in der Vergangenheit große Anstrengungen unter-
nommen worden, um ein Verfahren zum Herstellen von Grobblechzuschnitten
aus Warmband zu finden, ohne daß es bislang gelungen ist, die anstehenden Probleme zu lösen«
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht nun darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu seiner Durchführung
zu schaffen, mit denen aus Warnband Grobblechzuschnitte hergestellt werden können, die herkömmlichen
Grobblechen vergleichbar sind oder diese gar übertreffen und insbesondere nach dem Bearbeiten, beispielsweise
A Brennschneiden, eine ausgezeichnete Form und Qualität besitzen.
Bei den herkömmlichen Verfahren zum Herstellen von Grobblech aus Warmband sind bereits Dressiergerüste mit Richtmaschinen
oder auch einzelne Richtmaschinen verwendet worden, um verwerfungsfreie Grobbleche herzustellen. Da jedoch
Dressiergerüste und/oder RichtmascMnen dazu dienen,
das Blech insgesamt in eine flache bzw. ebene Form zu bringen, bleiben nach dem Richten des Grobblechs örtlich
Druck- oder Zugspannung erhalten, während sich ein Spannungsausgleich lediglich über das ganze Blech ergibt. Demzufolge
geht beim Schneiden der Ausgleich der inneren ™ Spannungen verloren und ergeben sich zwangläufig die bekannten
Verwerfungen,, Der Grund hierfür liegt darin, daß das Richten nur in herkömmlicher Weise "begriffen wurde,
dehe das Richten erfolgt ausschließlich, um das Blech in
eine flache bzw. ebene Form zu bringen, nicht aber zum Vermeiden von Verwerfungen.
Da üblicherweise angenommen wurde, daß bei einem stärkeren Richten als im Hinblick auf die Geradheit an sich erforderlich
auch eine Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften des Blechs auftritt, erfolgt das Richten nur
in verhältnismäßig engen Grenzen,
2043302
_ 3 —
Aufgrund umfangreiclier Untersuchungen der Auswirkungen
des Schneidens auf Grobbleche wurde festgestellt, daß sich bei einem Kaltrichcten von Warmband mit bisher unüblich hohen
Richtkräften, nicht: nur wesentlich weniger Verwerfungen
nach dem Schneiden, ergeben, als das beim herkömmlichen
Richten mit geringeren Kräften der Fall ist, sondern auch die Gefahr einer am sich zu erwartenden Beeinträchtigung
der mechanischen Eigenschaften nicht besteht.
Durch die Erfindung gelingt es, die Produktivität beim
Herstellen von Grofofolechzuschnitten auf etwa das Zweifache im Vergleich zpr herkömmlichen Blechherstellung zu
steigern. Außerdem ergeben sich bessere Konturen, genauere Abmessungen undL Schnitte sowie weniger Fehler und
Durchbiegungen, so daß sich das erfindungsgemäß hergestellte Blech besonders für Kraftfahrzeugkarosserien, den
Schiffbau und die Tankherstellung eignet.
Die Erfindung wurde erst nach Beseitigung der Hindernisse
möglich, die sich aufgrund der bisherigen Vorstellungen
bzw. Vorurteile ergaben; sie basiert auf der Feststellung,
daß ein Kaltrichten innerhalb bestimmter, außerhalb der
herkömmlichen Verfallren liegenden Grenzen, geeignet ist,
Verwerfungen beim HLechschneiden zu vermeiden. Dabei beruht
die Erfindung auf der Klärung der dem Kaltrichten zugrundeliegenden
Prinzipien, der Anwendung des Kaltrichtens zum Dehnen der Aussenfaser von Stahlband und der Untersuchung
ihrer Beziehungen zur Blechdicke.
Die Lösung der oben erwähnten Aufgabe besteht im wesentlichen darin, daß Warmband in der Weise kaltgerichtet wird,
daß sich eine maximale Biegedehnung E der Blechober^läche von 0,60% bis 5»096 ergibt, und das Band anschließend auf
Länge geschnitten wirde
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver-
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fahrens besteht im wesentlichen aus einem Ablaufhaspel,
einer Kaltrichtmaschine mit einer Richtkraft, die ausreicht, die Restspannungen des Warmbandes zu verringern,
sowie einer Kaltrichtmaschine mit geringerer Richtkraft zur Verringerung der Restspannungen in der Außenfaser des
Bandes und einer Schere.
Unter den Begriff Warmband im Sinne der Erfindung fällt auch oberflächenbehandeltes, beispielsweise trocken-
oder naßentzundertes Warmband.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen des näheren erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 in schematischer Darstellung einen Querschnitt durch drei Richtwalzen,
Figo 2 den Sektor einer Richtwalze,
Fig. 3 ein Diagramm zur Veranschaulichung des Verfahrens zum Messen von Durchbiegungen an Blechen,
Fig. 4 ein Diagramm, aus dem sich der Zusammenhang zwischen
Blechdicke und Biegedehnung ergibt,
Figo 5 ein Diagramm mit Meßwerten der Durchbiegung L in
Längs- und Walzrichtung von in üblicher Weise kaltgerichtetem Blech und von Blechzuschnitten aus Warmband, die durch Brennschneiden zugeschnitten werden,
Fig., 6 bis 11 Diagramme mit Meßwerten der Durchbiegung L
von kaltgerichtetem üblichen Blech, erfindungsgemäß kaltgerichtetem Warmband und dessen Zuschnitten
nach dem Brennschneiden,
Fig.12 und 13 Diagramme zur Veranschaulichung des Zusammenhangs
zwischen den mechanischen Eigenschaften und der Biegedehnung von Blechen,
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ein Diagramm zur Veranschaulichung der Beziehungen
zwischen dem auf der Ordinate aufgetragenen Deformationsfaktor, d„h. dem Verhältnis zur elastischen Dehnung, und der auf der Abszisse aufgetragenen
Zahl wiederholter Biegungen,
Fig. 15 ein Diagramm, aus dem sich die Änderung der durch
λ_ das Kaltrichten, verursachten Verteilung der Restspannung
bei verschiedenen Verfahren ergibt,
Fig.15a die Änderung der Verteilung beim ausschließlichen
Kaltrichten mit einer maximalen Biegedehnung von 0,60 bis 3,0%,
Figo 15b die Änderungen beim leichten Kaltrichten mit einer
Biegedehnung bis 2,0%,
Fig.15c die Änderungen beim Kaltrichten mit großem Richtdruck
und einer maximalen Biegedehnung von 0,6%
bis 3,0% mit anschließendem leichten Kaltrichten
bei einer Biegedehnung bis 2,0% und
Fig. 16 eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Zunächst dient im Rahmen der Erfindung die Biegedehnung
als Maßstab für das Kaltrichten eines Warmbandes, wobei die Dehnung aus der bleibenden Verformung unter folgender
Annahme errechnet wird.
1. Die Mittelebene des Warmbandes wird als neutrale
Faser angenommen, die weder gedehnt noch gestaucht wird;
2ο die Form des kaltgerichteten Bandes wird als Folge
von Kreisbögen angenommen.
Gemäß Fig, 1 wird das Warmband 3 zwischen mehreren oberen
Rollen 1 und unteren Rollen 2 gebogen und kaltgerichtet«,
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Die neutrale Faser ist mit 4, die Blechdicke mit T9 der
Zwischenraum zwischen den Rollenoberflächen mit I und der Rollenteilkreis mit P bezeichnet,,
Unter der obigen Annahme kann die Krümmung AOB der neutralen Faser zwischen den Richtrollen als Kreisbogen betrachtet
werden und ergibt sich gemäß Fig. 2 folgende Beziehung, wobei R der Krümmungsradius der neutralen Faser ist:
AD: DB = 1/4 P
no - τΖτ
JL/V/ — ρ
•••so·®····
Demzufolge ergibt sich der Krünmrungsradius zu:
DO = r(i-cos Λ)
AD = R sin cC
und wenn dL eliminiert wird:
AD = R sin cC
und wenn dL eliminiert wird:
ρ - AD2 + DO2
rs. —
ρ TiCi
οοοβοβββ·
R kann mithin aus den Gleichungen (1) und (2) bestiMnt
werden»
Andererseits ergibt sich die Biegedehnung zu: T
(3)
R 2R
Aus der vorstehenden Gleichung (3) kann £ durch Einsetzen
der Gleichung (2) für R in Abhängigkeit von der Banddicke
T bestimmt werden.
Nachfolgend wird ein Beispiel für das Messen einer Verwerfung des Blechs 7 unter Bezugnahme auf Fig. 3 der Zeichnung
beschrieben. Wird das Band 7 in Richtung seiner Rückseite 7% wie in ausgezogenen Linien dargestellt, gebogen, so ist
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diese Verwerfung als eine positive-Verwerfung (+) zu betrachten,
während ein Biegen in Richtung der gegenüberliegenden Seite 71' als negative Verwerfung (-) zu betrachten
ist.
Wie sich aus Fig. 3 ergibt, ist das Blech 7 an seinem Mittelteil
5 aufgehängt bzw0 steht aufrecht und ein Strang
wird in Walzrichtung in den Punkten A bis E gespannt, die über die Breit verteilt sind. Der sich auf diese Weise ergebende
größte Abstand zwischen dem gespannten Strang und dem Blech 7 stellt die Verwerfung der Platte dar. Mit L
ist die Länge der Platte in Walzrichtung bezeichnet.
Werden aus dem Blech 7 durch Brennschneiden Blechzuschnitte hergestellt, so wird die Verwerfung bei diesen in der
sich aus Fig* 3 ergebenden Art und Weise gemessen. Die Breite b beträgt 150 mm, die Länge L 3 m und die Verwerfung
bzw. Durchbiegung a wird in mm angegebene
Der Grund dafür, die Breite mit 150 mm anzugeben, ergibt
sich daraus, daß Blechzuschnitte dieser Dicke üblicherweise hergestellt werden. Außerdem kann die Verwerfung von
Blechzuschnitten unterschiedlicher Dicke ohne weiteres aus der Verwerfung eines Blechzuschnitts der vorerwähnten
Dicke bestimmt werden. .
Unter den obenerwähnten Bedingungen der Verwerfungsmessung kann der Blechzuschnitt, soweit seine Verwerfung a geringer
ist als 20 mm und die Länge 3 m beträgt, als normal gewalztes, d.h. nicht geschnittenes Blech betrachtet werden,,
Mithin stellt eine Verwerfung bzw. Durchbiegung a von 20 mm bei einer Bleehlänge von 3 m eine praktische Grenze
dar„
Bei einem Versuch wurde von einem Bund Warmband mit einer Dicke von 4,5 bis 16 mm abgewickelt, zunächst leicht geglättet
und alsdann erfindungsgemäß kaltgerichtet, sowie
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auf Länge geschnitten und schließlich gestapelt.
Der Arbeitsgang ist in Fig. 16 dargestellt. Danach wird das Bund vom Walzwerk mittels eines Bundförderers 1 einem
Bundkran 2 zugeführt, der die Bunde auf einem Transportwagen 3 absetzt, der sie zu einer Ablaufhaspel 4 bringt.
Beim Abwickeln wird das Bund ausgerichtet und das Band zunächst über eine Blockschere 11 und Besäumungsscheren 2
einer Richtmaschine 5 zugeführt, in der das Band nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gerichtet wird,, Das kann in
der Weise geschehen, daß das Band zunächst wiederholt gebogen und ihm dabei eine bestimmte Dehnung erteilt und
dann die Restdehnung unter üblicher Vergrößerung des Walzenabstandes verringert wird,, Es ist jedoch erforderlich,
vor allem die Restdehnung in der Außenfaser des Bandes zu verringern, weswegen das Richten zur Hälfte mit hoher Biegedehnung
der Außenfaser und in der zweiten Hälfte leicht nur mit einer geringen Dehnung der Außenfaser erfolgt.
Der Vorteil des vorerwähnten Verfahrens besteht darin, daß die Anzahl der Biegerollen gegenüber herkömmlichen Verfahren
um etwa die Hälfte geringer ist«, Im vorliegenden Falle kommen zwei Richtgerüste, und zwar ein Richtgerüst 5 für
eine hohe Biegedehnung und ein zweites Richtgerüst 6 für eine geringe Biegedehnung zur Verwendung. Zwischen den
Richtmaschinen 5 und 6 befindet sich eine Blechschere, so daß der Rollenrichtmaschine 6 nur Blechzuschnitte zugeführt
werden. Der Grund hierfür liegt darin, daß im Hinblick darauf, daß die Rollenrichtmaschine 5 dem Band eine starke
Biegedehnung erteilt und der Bandanfang schwierig zu erfassen ist, der Kaliberdruck zum Einführen des Bandanfangs in
die Rollenrichtmaschine verringert werden und danach eine hohe Biegedehnung erreicht werden muß; im Falle von Band
kann das Richten jedoch kontinuierlich erfolgen, da lediglich der Bandanfang eine Änderung des Kaliberdrucks erfor-
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dert und demzufolge ein hoher Durchsatz möglich ist. Der Bandanfang muß in die Richtmaschine 5 bzw«, in deren Spalt
hineingestoßen werden; dies geschieht unter Zuhilfenahme
des Ablaufhaspeis 4. Bei geringer Stoßkraft wird das Band
häufig durch Schleifspuren beschädigt, außerdem fällt der
Bandanfang häufig aus dem Walzenspalt.
Werden der Rollenrichtmaschine 5 Zuschnitte zugeführt, so geht die Maßhaltigkeit des Zuschnitts verloren und müssen
die Zuschnitte anschließend erneut auf Maß geschnitten Jj
werden, wodurch sich eine merkliche Leistungsbeeinträchtigung ergibt.
Die Rollenrichtmaschine 6 arbeitet dagegen nur mit verhältnismäßig
geringer Biegedehnung, so daß die vorerwähnten Schwierigkeiten hier auch dann nicht auftreten, wenn Blechzuschnitte
gerichtet werden. Vielmehr werden die Schneidgenauigkeit und Maßhaltigkeit wesentlich verbessert.
Nach dem Verlassen der Rollenrichtmaschine 6 werden die
Blechzuschnitte einer Meßvorrichtung 8 zugeführt und ge-
Das Kaltrichten in den beiden Rollenrichtmaschinen 5, 6
erfolgt unter den folgenden Bedingungen:
Durch intensive Versuche konnte festgestellt werden, daß die Verwerfung bzw. Krümmung eines Blechzuschnitts unter
20 mm liegt und sich keine Beeinträchtigung der mechanischen
Eigenschaften ergibt, wenn die Biegedehnung der Außenfaser 0,60% bis 3,0% beträgt. Dies ergibt sich aus
dem Diagramm der Fig. 4, in dem der Zusammenhang zwischen
Blechdicke und Dehnung der Außenfaser dargestellt ist. Die Biegedehnung beträgt bei herkömmlichen Verfahren· für Grobblech
bis 0,50%, während die erfindungsgemäße Biegedehnung
0,60% bis 3,0% beträgt.
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- ίο -
Insbesondere bei einer Biegedehnung bis 0,60% ist die Durchbiegung
des Blechzuschnitts größer als 20 mm, während sich bei einer Biegedehnung über 3,0% Schwierigkeiten an der Rollenrichtmaschine,
insbesondere beim Einlaufwinkel ergeben und außerdem die mechanischen Eigenschaften des Blechs beeinträchtigt
werden. Das zweite leichte Kaltrichten erfolgt mit einer Biegedehnung, die sich langsam von kleiner als
2,0%, vorzugsweise 0,6 bis 0,4% bis zur Elastizitätsgrenze verringert.
mk Im einzelnen wurde ein Warmband der Qualität SS 41 mit einer
Dicke von 6,0 mm in herkömmlicher Weise dressiert und gerichtet sowie'anschließend auf eine Länge von 3040 mm geschnitten.
Γττ Fig. 5 sind in gestrichelten Linien die Kurve
der Durchbiegungen an den Punkten A bis E (Fig. 3) eines geschnittenen Blechs und strichliert die Kurve der
Durchbiegungen eines mittels Brennschneiden auf Maß gebrachten Bleches eingezeichnet. Wie die strichlierte Kurve
zeigt, variieren die Durchbiegungen des Bleches nach dem Brennschneiden um mehr als 100 mm zwischen Plus und Minus.
Derartige Blechzuschnitte sind demzufolge nicht mehr universell verwendbar.
P Die ausgezogene Kurve der Fig. 6 bezieht sich auf die Durchbiegungen
bzw. Krümmungen eines Blechzuschnitts aus demselben Bund wie die Bleche zu Figo 5, doch wurde dieses
Blech einem leichten Richten mit etwa 20% üblicher Biegedehnungen unterworfen. Die gestrichelte Kurve in Fig. 5
bezieht sich auf ein Stahlblech desselben Bundes, das mit einer Biegedehnung der Außenfaser von£,s1 = 0,54% gerichtet
worden ist, während die strichlierte Kurve sich auf einen Zuschnitt des vorerwähnten Bleches bezieht. Die Einzelwerte
wurden entlang der Schnittlinien A bis E (Fig. 4) gemessen. Die oben erwähnte Durchbiegung der Außenfaser
Eg^ ist geringer als die erfindungsgemäße Biegedehnung von
L·= 0,60%, so daß die Durchbiegungen mehr als 20 mm betra-
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gen und diese Bleche außerhalb der Erfindung liegen.
Die gestrichelte Kurve der Fig· 7 bezieht sich auf die
Durchbiegungen eines Bleches aus dem im Zusammenhang mit Fig. 5 erwähnten Bund, das jedoch "beim Richten eine Biege-■
dehnung £.g2 = 0,88% erfahren hat und Zuschnitte mit absoluten Durchbiegungen unter 20 mm ergab. Das heißt, dem
Wärmband wurde beim Richten eine erfindungsgemäße Biegedehnung erteilt.
Im Diagramm der Fig. 8 sind Durchbiegungen aufgetragen, A
die sich bei einer Biegedehnung von^g, = 1,07% ergaben.
Es zeigt sich, daß die Durchbiegungen der Zuschnitte nach dem Schneiden noch geringer waren als bei dem Versuch zu
Fig. 7.
Die gestrichelte Kurve des Diagramms der Fig. 9 bezieht
sich auf einen drei Meter langen und 1,25 mm dicken Blechzuschnitt eines Stahlbandes (X-46) mit einer Dicke von
12,7 m, das mit einer Biegedehnung E™ = 0,54% gerichtet
wurde. Die strichlierte Kurve gibt die Durchbiegungen nach
dem Brennschneiden des gerichteten Bandabschnittes wieder·„
Aufgrund der unter 0,6% liegenden Biegedehnung £ ™ überschreiten
die Durchbiegungen des Zuschnitts 30 mm und er- (J weisen, daß die Biegedehnung dieses Versuchs nicht ausreichend
war0
Aus Fig. 10 ergeben sich die Durchbiegungen beim Richten des im Zusammenhang mit Fig. 9 erwähnten Bandes mit einer
Biegedehnung von Ex? = 0,62%, d.h. in der Größenordnung
des unteren Grenzwertes für die erfindungsgemäße Biegedehnung, wobei sich anhand der strichlierten Kurve ergibt,
daß die Durchbiegungen nach dem Trennschneiden bei etwa 20 mm liegen,,
Das Diagramm der Fig„ 11 gibt die Durchbiegungen wieder,
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wie sie sich beim Richten des Bandes mit einer Biegedehnung von £,χ, = 0,77% ergaben. Es zeigt sich, daß die Durchbiegungen
nach dem Brennschneiden in jedem Falle unter 20 mm lagen.
Die mechanischen Eigenschaften der vorerwähnten Bleche ergeben sich aus den Diagrammen der Fig. 12 und 13. Dabei
zeigt Fig. 12 den Einfluß unterschiedlicher Biegedehnungen
der im Zusammenhang mit den Fige 5 bis 8 erwähnten Bleche
auf die Streckgrenze, Dehnung und Zugfestigkeit. Die einzelnen Diagramme beweisen, daß sich mit Ausnahme der unverändert
gebliebenen oder leicht verringerten Streckgrenze nach dem Richten bessere Werte ergeben als sie die Ausgangsbleche
besitzen. Die ausgezogenen Kurven L beziehen sich auf die mechanischen Eigenschaften in Walzrichtung,
während sich die gestrichelten Kurven C auf die mechanischen Eigenschaften quer zur Walzrichtung bzw. über die
Breite beziehen. In ähnlicher Weise ergibt sich aus Fig.13
eine Verbesserung der mechanischen Eigenschaften an den Blechen der Versuche zu den Fig. 9 bis 11.
Im Falle eines Schneidens zwischen den beiden Richtmaschinen werden der Blechquerschnitt und die Verwerfungen vom
Schneiden durch ein anschließendes Kaltrichten wieder korrigiert.
Die Form eines großen Bleches läßt sich nur schwer bestimmen, doch kann sie im Falle eines Schneidens während des
Richtens durch ein anschließendes leichtes Kaltrichten zur Beseitigung von vom Warmwalzen herrührenden Restspannungen
in der Außenfaser korrigiert werden.
Das Kaltrichten erfolgt in zwei Stufen, wobei einmal mit starker Durchbiegung und einmal mit leichter Durchbiegung
gearbeitet wird» Das erst, d.h. starke Richten erfolgt in der Weise, daß zu Beginn ein intensives Durchbiegen mit
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einer Biegedehnung von 0,6 bis 3,0% und einem Gradienten
erfolgt, der größer ist als derjenige, der sich gemäß Kurve
A in Fig. 14a zwischen einer Biegedehnung der Außenfaser
von 0,6 bis 3,0% und der elastischen Dehngrenze des betreffenden Stahls ergibt. Das abschließende bzw. · zweite
Richten erfolgt mit nur geringer Biegedehnung und einem
Gradienten der geringer ist, als derjenige, der sich zwischen einer Biegedehnung der Außenfaser von 0,6% bis 3,0%
und der elastischen Dehngrenze des betreffenden Stahls entsprechend Kurve C in Fig. 14a ergibt. Anhand der Diagramme
der Fig. Λ5 zeigt sich die Bedeutung des erfindungs- {[
gemäßen Richtens in zwei Stufen, d.h. mit einem starken
Kältrichten und einem leichten Kaltrichten sowie einer starken Verringerung der Richtwirkung zu Beginn des Richtens
und einer schwachen Verringerung der Richtwirkung in der Endphase. Hinsichtlich des starken und leichten Richtens
teilt sich das Richten in drei Typen auf.
In Fig. 14a sind die drei Richtphasen schematisch dargestellt.
Dabei bezieht sich die Kurve A auf ein übliches Richten mit einem Standardgradienten, die Kurve C auf das
erfindungsgemäße Richten und die Kurve B auf ein Richten,
bei dem das starke Kaltrichten mit einem Gradienten erfolgt, _
der geringer ist als der Standardgradient und das leichte ™
Kaltrichten mit einem Gradienten, der größer ist als der Standardgradient,
Die Kurven der Diagramme 14b, 14c und 14a zeigen die Verteilung
der Restspannung in Warmbandblechen, die nach den drei oben erwähnten Verfahrenstypen kalt gerichtet wurden.
Die drei Kurven zeigen deutlich, daß beim herkömmlichen
Richten gemäß Kurve A in Fig. 14a die durchschnittliche Restspannung verhältnismäßig groß im Vergleich mit den
Restspannungen der beiden anderen Richtverfahren gemäß Kurven B und G in Fig. 14a ist und daß die Restspannung der
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Außenfaser des Stahlblechs nicht wesentlich verringert ist.
Bei einem Richten gemäß Kurve B in Fig. 14a ist die Verringerung der Restspannung am·schlechtesten, insbesondere
ist in diesem Falle die Restspannung in der Außenfaser in nur sehr geringem Maße verringert worden.
Während bei dem erfindungsgemäßen Richten gemäß Kurve C in
Figo 14a die durchschnittliche Restspannung und die Restspannung
sowohl in der Außenfaser als auch im Bereich der neutralen Faser am geringsten sind.
Anhand der Fig. 15 ergibt sich, daß die Kombination eines starken Richtens und eines leichten Richtens im Hinblick
auf ein effektives Kaltrichten hinsichtlich der Verteilung der Restspannungen notwendig ist. Wie Fig. 15a zeigt, werden
bei dem obenerwähnten Kaltrichten allein nur die Restspannungen im Bereich der neutralen Faser verringert, während
die Restspannungen in der Außenfaser unverändert bleiben» Andererseits werden gemäß Fig. 15b beim leichten
Kaltrichten nur die Restspannungen in der Außenfaser verringert.
Durch die erfindungsgemäße Kombination eines zunächst starken Kaltrichtens mit einem anschließenden leichten Kaltrichten
ergibt sich eine optimale Verteilung und wirksame Verringerung der Restspannungen entsprechend Fig. 15c„
Außerdem wird der Spannungsausgleich im Blech durch nachfolgendes Bearbeiten, beispielsweise ein Brennschneiden
nicht gestört, so daß sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren warmgewalzte Bleche mit technologischen Eigenschaften
ergeben, die hinsichtlich der absoluten Durchbiegungen der Blechzuschnitte und der mechanischen Eigenschaften
ohne weiteres einem Vergleich mit herkömmlichen Grobble-
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- 15 -
chen standhalten.
Hinsichtlich der anfänglichen allmählichen Abnahme der
Durchbiegung beim starken Kaltrichten und der abschließenden
allmählichen Abnahme der Durchbiegung beim leichten Kaltrichten im Rahmen der erfindungsgemäßen Werte kommt
es auf die dazwischenliegende allmähliche Abnahme der
Durchbiegung zwischen dem starken Kaltrichten und dem leichten Kaltrichten nicht wesentlich ano
Aus Vorstehendem ergibt sich, daß sich selbst dann keine
Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften ergibt, wenn das starke Kaltrichten vom Standpunkt der herkömmlichen
Richtverfahren unzulässig ist.
Die Erfindung erlaubt es, aus Warmband Blechzuschnitte herzustellen,
die hinsichtlich ihrer Eigenschaften üblichen Grobblechen vergleichbar sind, sich jedoch weitaus wirtschaftlicher
herstellen lassen.
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Claims (1)
- NIPPON STEEL CORPORATION, No. 6-3, 2-chome, Ote-machi, Chiyoda-ku, Tokio, JapanPatentansprüche;Γ 1 J Verfahren zum Herstellen von Stahlblechzuschnitten aus Warmband, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband einem starken Kaltrichten mit einer Biegedehnung von 0,60 bis 3,0% in der Außenfaser unterworfen wird.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band nach dem starken Kaltrichten einem weiteren Richten zur Beseitigung der Restspannungen in der Außenfaser unterworfen wird.3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das starke Kaltrichten mit rascher Verringerung der Biegedehnung von 0,6% bis 3,0% erfolgt.4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch g e kennzeichnet, daß das leichte Kaltrichten mit allmählicher Verringerung der Biegedehnung bis zur elastischen Dehngrenze erfolgt»5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Band zwischen dem starken Richten und dem leichten Richten geschnitten wird.6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zu Beginn des starken Kaltrichtens die Biegedehnung in der Außenfaser rasch von 0,60 bis 3,0% mit einem Gradienten verringert wird, der größer ist als der die Biege-109824/1019dehnung der Außenfaser von 0,60 bis 3,0% mit der elastischen Dehngrenze des betreffenden Stahls verbindende Gradient (A) und mindestens in der Endphase des leichten Richtens die Biegedehnung in der Außenfaser mit einem Gradienten verringert wird, der geringer ist als der Gradient (A).Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch.-gek-en-nz eichnet , daß das Band zunächst zur Beweisigung der Restspannungen im Bereich ä der neutralen Faser kaltgerichtet und alsdann zur Beweitigung der Restspannungen .der Außenfaser nochmals kaltgerichtet wird.8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 7, gekennzeichnet durch einen Ablaufhaspel (4), eine Richtmaschine (5) mit stärker Durchbiegung^ eine Richtmaschine (6) mit leichter Durchbiegung sowie eine Schere (7)·9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Schere (7) zwischen den Kaltrichtmaschinen (5, 6) angeordnet ist. ~110. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, gekennzeichnet durch eine fliegende Schere (7).109824/1019Leerseite
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|---|---|---|---|
| 8230 | Patent withdrawn |