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Maschine zum Roden von Rüben Die Erfindung betrifft eine Maschine
zum Roden von geköpfen Rüben und ähnlichen Wurzelfrüchten, vorzugsweise Zuckerrtiben,
insbesondere auf trockenen, klutigen Böden, mit mindestens einem Paar V-fdrmig zueinander
angeordneter, gleichsinnig angetriebener Roderäder oder ..scheiben, deren Achsen
einen mit seiner Spitze nach oben und in Fahrtrichtung weisenden Winkel bilden.
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Maschinen und Vorrichtungen dieser Art sind bereits bekannt.
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So zeigt beispielsweise die DAS 1 226 350 eine Rübenrodeeinrichtung,
bei der ein Paar itteinander arbeitender Roderäder vorgesehen ist, die in den Boden
eingreifen und die dort sitzenden, vorher geöpften Rüben erfassen und auf ein zum
Sammelbehälter führendes Förderorgan leiten. Eines der beiden Roderäder wird angetrieben,
während das andere frei drehbar aufgehängt ist und nur infolge seines Eingriffes
in
den Boden eine Drehbewegung ausfährt. Es sind aber auch Konstruktionen bekannt,
bei denen beide Roderäder frei drehbar aufgehängt oder beide angetrieben sind.
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Derartige bekannte Roderäder weisen kein eigentliches Schar auf, sondern
erfassen die geköpften Rüben mit den benachbarten Erdklumpen im Boden. Finden Räder
Verwendung, die aus einer geschlossenen Scheibe bestehen, dann kann die Erde durch
die Räder nicht durchfallen. Rüben und Erdklumpen werden gleichermaßen in den Samielbehälter
gefördert.
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Der Einsatz von Speichenrädern vermindert den Anteil an Erdklumpen
im Sammelbehälter. Der besondere Nachteil dieser Konstruktionen ist darin zu sehen,
daß die Rüben zwischen den unnachgiebigen Roderädern eingeklemmt und teilweise zerdrückt
bzw. an der Oberfläche beschädigt werden. Ein Teil der Rüben wandert nach innen
innerhalb der Räder hoch und fällt dann nach unten, wo er auf die neu ankommenden
Rüben trifft und sich hier nachteilig bemerkbar nacht. Im übrigen müssen diese Roderäder
genau auf Reihe gefahren werden, da kein eigentliches Schar vorgesehen ist, welches
die Führung der Maschine übernehmen konnte.
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Es sind ferner Rübenziehmas,hinen für Futterrüben bekannt, die ein
Paar korrespondierender Ziehbänder aufweisen, die die Blätter der RUben ergreifen
und die Rübe daran aus dem mit Reißern gelockerten Boden ziehen. Die Rüben werden
zwischen den Ziehbändern in hängendem Zustand aufwärts gefördert. Anschließend wird
die Trübe gekdpRt und in Reinigungsorganen, wie Sieb- und Schleuderrädern und dergl.,
gereinigt und anschließend gesaelt. Diese Maschinen lassen sich erfahrungsgemäß
nur bei der Rodung von solchen Rüben einsetzen, die nur locker im Boden sitzen.
Für trockene, klutige Boden und beispielsweise Zuckerrüben sind derartige Maschinen
nicht geeignet.
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Es ist die Aufgabe der Erfindung, die aufgezeigten Nachteile des Standes
der Technik zu vermeiden und insbesondere eine Maschine zum Roden von vorher gekröpften
Rüben, insbesondere Zuckerrüben, zu schaffen, die in besonderer Weise den Arbeitsbedingungen
auf trockenen, klutigen Böden, wie sie insbesondere in südlicher Ländern anzutreffen
sind, gerecht wird. Bei derartigen Böden fällt beim Roden ein Gemisch aus Rüben
und Erdklumpen an, wobei sich die Rüben und Erdklumpen der Größe nach häufig wenig
unterscheiden, zumindest in einer Dimension. Das zu lösende Problem ist in der Trennung
der geköpften Rüben und der Erdklumpen zu sehen. Der Einsatz der üblichen Reinigungseinrichtungen,
wie Siebräder, Siebketten usw. ist hier zwecklos, weil die Erdklumpen mindestens
ebenso hart sind wie die Rüben und durch eine mechanische Erschütterung bzw. Siebung
nicht zerfallen. Vielmehr würden bei dem Einsatz derartiger Reinigungseinrichtungen
die Rüben grdßtenteils beschädigt, ohne daß es gelingt, das Rüben Erdklunapengerisch
voneinander zu trennen.
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Darüberhinaus ruß die Maschine nach der Erfindung die Rüben möglichst
schonend behandeln. Die damit zu rodenden Zuckerrüben dürfen keine Quetsch- und
Stoßstellen aufweisen, sonst sind Saftverluste und Austrocknungserscheinungen die
unausbleibliche Folge. Ferner ist es notwendig, den Bruchverlust der-RUben herabzunindern
bzw. gänzlich zu beseitigen.
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Bruchverlust istnotwendig mit der Verwendung von Reinigungelementen
verbunden.
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Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß das Rüben-Erdklumpen-Gemisch,
welches bei der Rodung von Rüben auf trockenem, klutigen Boden entsteht, bei dem
Einsatz eines an sich bekannten Rodeschars kurz hinter dem Rodesohar
bzw.
noch in seinem Bereich so anfällt, daß die Rüben an dieser Stelle höher getrieben
werden als die Erdklumpen.
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Dies ist in erster Linie durch die Form der Rübe in Verbindung mit
dem Rodeschar bedingt. Dieses Höhersteigen der geköpften Rübenkörper in dem sich
im Fluß befindlichen Erdreich wird ausgenutzt, um die Rübe an dieser Stelle zu ergreifen
und damit von den Erdklumpen zu trennen. Erfahrungsgemäß sind die Rübenkörper selbst
relativ sauber, d.h. sie weisen bei einem trockenen, klutigen Boden keine anhaftende
Erde auf.
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In Lösung des aufgezeigten Problems zeigt die Erfindung eine Maschine
der eingangs beschriebenen Art, bei der ein an sich bekanntes Rodeschar vorgesehen
ist, dem Leitstäbe zugeordnet sind, die einen sich entgegen der Fahrtrichtung verengenden
und aufwärts geneigten Spalt zum Sammeln und Anheben der Rüben bilden. In Kombination
damit findet ein Paar von Roderädern Einsatz, die als Greiforgane federnd und dabei
über einen Teil des Umfanges einen Klemmspalt bildend oberhalb der Leitbleche angeordnet
sind, so daß die im Bereich der Leitstäbe angehobenen Rüben, nicht aber die vergleichsweise
weniger angehobenen Erdklumpen von den Roderädern bzw. dem Klemmspalt ergriffen
und nach hinten aufwärts geführt werden.
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Die Erfindung ist in dem besonderen Zusammenwirken dieser drei Konstruktionselemente
zu sehen. Im Bereich der Leitstäbe sammeln sich die Rüben in einer Reihe hintereinander
an und werden von dem Klemmspalt der Roderäder nacheinander erfaßt und aufwärts
gefördert. Die angetriebenen Roder&der oder -Scheiben bestehen aus elastisch
nachgiebigem Werkstoff, wie Gummi, Kunststoff, Stahlblech oder dergl.
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Es ist auch möglich, die Roderäder oder -scheiben als Naben mit radial
gerichteten federnden Greifzinken auszubilden.
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Zwecks besonders schonender Behandlung der Rüben besitzen die Greifzinken
an ihren den Klesunspalt bildenden Enden nachgiebige Pufferorgane, z. B. Gutmischlauchabschnitte,
so daß eine Oberflächenverletzung der Rüben ausgeschlossen ist.
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Mit besonderem Vorteil sind das Rodeschar, die Leitbleche und die
Roderäder auf einem bezüglich des Rahmens der Maschine querbeweglichen und/oder
höhenveränderlichen Schlitten selbstführend angeordnet. Das Rodeschar übernimmt
dabei die Führung. Zusätzlich können die Roderäder gegenüber dem Rodeschar und dem
Leitblech höhenverstellbar und/oder in der Klemmspaltbreite veränderbar sein. Hierdurch
ist es möglich, die Maschine an die verschiedenen zu rodenden Wurzelfrüchte und
an die besonderen Bodenbeschaffenheiten anzupassen. Auch die Vortriebsgeschwindigkeit
der Rodeeinrichtung in Verbindung mit der Form des Rodeschars hat einen Einfluß
auf die geometrischen Beziehungen der drei Elemente zueinander.
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Die Roderäder werden zwangsweise angetrieben. Dies geschieht entweder
über den Zapfwellenantrieb des die Maschine ziehenden Schleppers oder bei einem
Selbstfahrer durch den Antriebsmotor oder in Abhängigkeit von der Vortriebsgeschwindigkeit
der Maschine über die Laufräder vom Boden. Zusätzlich sind ein oder mehrere Getriebe
zum Einstellen der relativen Umfangsgeschwindigkeit der~RoderEder vorgesehen. Beträgt
die Umfangsgeschwindigkeit der Roderäder dem Betrage nach genausoviel wie die Vortriebsgeschwindigkeit
der Maschine, dann werden die Rüben, die sich im Bereich des Rodeschars und der
Leitstäbe gesammelt und aufgerichtet haben, besonders schonend erfaßt und von den
Roderädern mitgenommen.
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Durch die Getriebe ist die Geschwindigkeit der Maschine mit besonderem
Vorteil an die jeweiligen Verhältnisse anzupassen.
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Wird eine besonders niedrige Umfangsgeschwindigkeit der Roderäder
gewählt, so ist es zweckmäßig, im Bereich des Endes des Klemmspaltes der Roderäder
ein Sbergabe- und fleschleunigungsrad für die Rüben anzuordnen, welches für einen
guten
Ubergang der Rüben aus dem Klemmspalt heraus auf einen anschließenden
Förderer oder dergl. dient.
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Der Erfindungsgedanke läßt an sich verschiedene konstruktive Ausführungen
zu. Er ist im besonderen in den anliegenden Zeichnungen verdeutlicht, und zwar zeigen:
Fig. 1 die erfindungsgemäßen drei Konstruktionselemente in ihrem besonderen Zusammenwirken,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Rodeeinrichtung, Fig. 3 eine teilweise geschnittene
Seitenansicht gemäß der Linie III-III in Fig. 2 Fig. 4 eine Ansicht der Rodeeinrichtung
von hinten.
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Fig. 1 zeigt gemäß der Schnittangabe I-I in Fig. 2 eine Teilansicht
der drei wichtigsten Elemente der Maschine, im Zusammenwirken mit den Rüben. Es
ist ein Teil des Rodeschars la, der Leitstäbe 2a und der Roderäder 3a dargestellt.
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Die entsprechenden Gegenstücke sind mit lb, 2b und 3b bezeichnet.
Der Pfeil 4 zeigt die Fahrtrichtung der Maschine beim Roden an. Die RUben 5, die
vorher durch ein anderes Maschinenteil der gleichen Maschine geköpft, d.h. von den
Blättern befreit wurden, sitzen im trockenen Boden 6. Die Rüben 5 gelangen bei der
Bewegung der Maschine in der Pfeilrichtung 4 in den Bereich des Rodeschars la, lb.
Dabei wird gleichzeitig auch der Boden 6 gelockert und aufgebrochen, so daß die
einzelnen Erdklumpen 7 zusammen mit den Rüben 5 in Bewegung geraten und vom Rote
schar la, lb gemeinsam angehoben werden. In Folge der besonderen Form der Rübe 5
werden die RUben in dem RUben-Erdklumpen-Gemisch höher angehoben als die Erdklumpen
7. Dieser Vorgang beginnt bereits im Bereich des Rodeschars la, lb und erreicht
seinen Höhepunkt
im Bereich der Leitstäbe 2a, 2b, wo sich die Rüben
5 hintereinander aufschieben und sammeln. An dieser Stelle sind die Rüben 5 oben
und die Erdklumpen 7 unten zu finden.
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Die Roderäder 3a,3b werden in der Drehrichtung 8 angetrieben. In der
in Fgur 1 dargestellten Aus führungs form weisen die Roderäder 3ar3b Greifzinken
9 auf, wobei die Zinken Jedes Rades 3a, 3b miteinander einen Klemmspalt 10 bilden,
der sich über den Bereich 11 des Umfanges der Roderäder 3a, 3b erstreckt. Die Greifzinken
9 tragen an ihren Enden nachgiebige Pufferorgane 12, beispielsweise Gummischlauchabschnitte,
die über die Enden der Greifzinken 9 geschoben und gegebenfalls durch eine zusätzliche
Nietung oder dergleichen gesichert sind. Die Rüben 5 werden in dem Klemmspalt 10
nicht zerdrückt, sondern infolge der nachgiebigen Roderäder 3a, ab bzw. Greifzinken
9 schonend gefaßt und geführt. Am Ende des Xlemmspaltes 10 werden die benz Rüben
5freigegeben und gelangen im freien Fall oder mit Hilfe eines nicht dargestellten
Übergabe und Beschleunigungsrades auf ein Förderorgan, welches zu dem ebenfalls
nicht dargestellten Sammelbehälter führt. Die Erdklumpen 7 fallen im Bereich der
Leitstäbe 2a, 2b auf den Boden 6 zurück. Da den Rüben 5 auf dem trookenen, klutigen
Boden kaum Erde anhaftet, ist eine Reinigung der Rüben durch Siebräder, -ketten
oder dergleichen nicht notwendig. Die Rüben 5 werden so besonders schonend behandelt.
Schwanzbruch und sonstige Bruchverluste werden vermieden. Ein Saftverlust oder ein
Austrocknen der Rüben kann nicht vorkounen, da die Oberfläche der Rüben nicht verletzt
wurde.
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Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Maschine. Diese
weist einen Rahmen 13 auf, an dem die Laufräder 14a, 14t aufgehängt sind. Das Rodeschar
la, lb, die Leitstäbe 2a, 2b und die Roderäder 3a, 3b sind auf einem bezüglich des
Rahmens 13 der Maschine querbeweglichen und/oder htShenterSnderlichen Schlitten
15 selbstführend-angeordnet. Die Roderäder 3a, 3b sind
gegenüber
dem Rodeschar la, lb und den Leitflächen 2a, 2b höhenverstellbar angeordnet. Hierzu
dient die Verstelleinrichtung 16a, 16b. Die Breite des Klemmspaltes 10 ist ebenfalls
durch nicht näher dargestellte Einrichtungen einstellbar. Zus&tzlich kann der
Winkel der Achsen der beiden Roderäder 3a, 3b eingestellt werden, um die Länge des
Klemmspaltes zu verändern und das Anliegen der Zinken 9 bzw. der Pufferkörper 12
an den Rüben 5 einzustellen.
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Aus Ubersichtlichkeitsgründen ist der Antrieb der Roderäder 3a, 3b
nicht dargestellt. Dieser erfolgt in an sich bekannter Weise über Kardanwellen von
der Zugmaschine her oder bei einem Selbstfahrer durch den Antriebsmotor. In einer
besonderen Aus führungs form wird der Antrieb von den Laufrädern 14a, 14b abgenommen,
wie dies in Fig 4 dargestellt ist. Im Antrieb sind nicht dargestellte Getriebe vorgesehen,
um die Umfangsgeschwindigkeit der Roderäder 3a, 3b den besonderen Verhältnissen
anpassen zu können.
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Das Rodeschar la, lb führt die Leitstäbe 2a, 2b und die Roderäder
3a, 3b. Die Bauptführung der Maschine, die automatisch erfolgt, übernimmt die Tasteinriohtung
17, Deren Antrieb erfolgt zweckmäßig über das Rad 18. Die Maschine weist eine Köpfeinrichtung
19 auf, die die Blätter von den im Boden sitzenden Rüben 5 entfernt.
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Des weiteren ist eine Putzeinrichtung 20 vorgesehen.
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Die Tasteinrichtung 17 bestimmt die Grundrichtung der Maschine. Das
selbstführende Rodeschar la, lb gleicht die Unregelmäßigkeiten innerhalb der Grundriehtung
aus.
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Die Darstellungen in den Figuren 3 und 4 dienen insbesondere zur Verdeutlichung
der besonderen Stellung der Roderäder 3a und 3b. Rodeschar la, lb und Leitstäbe
2a, 2b kennen selbstverständlich auch als ein Teil ausgebildet sein.
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Ebenso ist es möglich, die erfindungsgemäßen Konstruktionselemente
der Maschine auch in einer anders aufgebauten Rübenrodemaschine einzusetzen, ohne
daß damit der Erfindungsgedanke verlassen wird.