DE1903755B2 - Verfahren zur herstellung von zinnhaltigen keramischen farbkoerpern - Google Patents
Verfahren zur herstellung von zinnhaltigen keramischen farbkoerpernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von zinnhaltigen keramischen Farbkörpern
durch Glühen von Zinn(II)-oxid mit Verbindungen, die beim Glühen farbbildende Oxide geben.
Üblicherweise werden zinnhaltige Farbkörper durch Glühen von SnO2, also vierwertigem Zinnoxid,
mit farbgebenden Oxiden hergestellt. Dieser Stand der Technik ist z. B. in den deutschen Patentschriften
554 607 und 1 058 919 sowie in der britischen Patentschrift 879 962 wiedergegeben. Gleichermaßen wird
in der Zeitschrift »Angewandte Chemie«, 74 (1962), S. 23 ff., der Einbau von farbgebenden Oxiden in
Wirtsgitter, unter anderem vom Typ SnO2, beschrieben. Hierbei entstehen jedoch keine farbintensiven,
temperaturbeständigen Graufarbkörper.
Aus der deutschen Auslegeschrift 1277103 ist
nun ein Verfahren zur Herstellung von zinnhaltigen keramischen Farbkörpern bekannt, welches dadurch
gekennzeichnet ist, daß Zinn(II)-oxid mit wolfram- und/oder molybdänhaltigen Verbindungen und gegebenenfalls
Kieselsäure vermischt und bei Temperaturen von etwa 800 bis 1400° C geglüht wird. Im
Gegensatz zum vorher benannten Stand der Technik wird entsprechend diesem Verfahren SnO als Zinnoxid
verwendet. Beim Glühen reduziert das SnO vermutlich die farbgebenden Oxide zu Oxiden gemischter
Oxydationsstufen, welche farbintensiv sind und ausweislich der Ramann-Spektren nicht in das
Wirtsgitter eingebaut, sondern adsorptiv an das sich bildende SnO2 gebunden werden. Die entstehenden
Farbkörper sind intensiv grau.
Es wurde nun gefunden, daß man intensiv gefärbte Graufarbkörper verbesserter Temperaturbeständigkeit
überraschenderweise dadurch herstellen kann, daß man als mischfarbenbildende Oxide ergebende Verbindungen
Mischungen von antimon- und vanadinhaltigen Verbindungen in solchen Mengen verwendet,
daß im fertigen Farbkörper bis zu etwa je 10 Gewichtsprozent Antimon- und Vanadinoxide enthalten
sind. Vorzugsweise erfolgt das Glühen der Calcinierungsmischung bei 900 bis 1400° C. i
Beim Glühen der Gemische aus Zinn(II)-oxid, " antimon- und vanadinhaltigen Verbindungen, wird ^
Zinn(II)-oxid zu Zinn(IV)-oxid oxydiert. Dabei > bilden sich die mischfarbenen Farbkörper. Glüht man
jedoch Zinn(IV)-oxid mit antimon- und vanadinhaltigen Verbindungen unter gleichen Arbeits- und
Konzentrationsbedingungen, erhält man hellfarbene Pigmente, welche Deckglasuren nur unwesentlich
einfärben.
Die Konzentrationen an antimon- und vanadinhaltigen Verbindungen in Kombination mit Zinn(II)-oxid
in der Calcinierungsmischung sollen zweckmäßigerweise so gewählt werden, daß die Mischungen
nach dem Glühen jeweils 1 bis 10% Oxidverbindüngen von Antimon und Vanadin enthalten. Der
Gehalt der Calcinierungsmischung an Zinn(II)-oxid soll zwischen 50 und 95 Gewichtsprozent — vornehmlich
zwischen 60 und 80 Gewichtsprozent — Zinn(II)-oxid liegen.
Die Anwesenheit von Kieselsäure ist nicht unbedingt erforderlich. Geringe Prozente Kieselsäure im
zu glühenden Gemisch sollen lediglich gute Einarbeitung bzw. Verträglichkeit des nach dem Glühen
erhaltenen Farbkörpers in geeigneten Glasuren sicherstellen.
Die Anwesenheit von Zirkonoxid in der Calcinierungsmischung ist ebenfalls nicht unbedingt erforderlich.
Bei gleichzeitiger Anwesenheit von Zirkonoxid im Calcinierungsgemisch treten bei gleichem Vanadin-
und Antimongehalt und gleichen Arbeitsbedingungen nur geringe Farbänderungen der unter Verwendung
solcher Farbkörper hergestellten Deckglasuren auf.
Je nach Konzentration der einzelnen Mischungspartner und Glühtemperaturen im Bereich zwischen
900 und 14000C variiert die Farbe bzw. Farbintensität
der unter Verwendung dieser Farbkörper hergestellten Deckglasuren.
Bei Anwendung eines gewichtsmäßigen Überschusses von Ammoniummetavanadat gegenüber
Antimonoxid — es kann sowohl Antimon(III)-oxid als Antimon(V)-oxid eingesetzt werden — und gleicher
Zinn(II)-oxidkonzentration im Calcinierungsgemisch kann eine Grün- bzw. Gelbstichigkeit und
bei Anwendung eines gewichtsmäßigen Überschusses von Antimonoxid gegenüber Ammoniummetavanadat
im Calcinierungsgemisch eine Blau- bzw. Rotstichigkeit der unter Verwendung solcher Farbkörper hergestellten
Deckglasuren erzielt werden.
Zur Erzeugung optimaler Farbintensitäten der unter Verwendung der erfindungsgemäß gewonnenen
Farbkörper hergestellten Deckglasuren ist es zweckmäßig, das Calcinierungsgemisch etwa 1 Stunde
möglichst über 1100° C, zweckmäßigerweise bei 1300° C, zu glühen. Hierbei empfiehlt es sich, das
Calcinierungsgemisch zunächst etwa 1 Stunde bei etwa 1040° C zu glühen. Anschließend wird der erhaltene
Farbkörper nach dem Abkühlen in einem Mörser bis zur homogenen Mischung gerieben und abgesiebt.
Anschließend wird der Farbkörper nochmals etwa 1 Stunde bei 1300° C geglüht. Der so erhaltene Farbkörper
wird nochmals in einem Mörser homogen gerieben und abgesiebt.
Die Farbe der auf diese Weise hergestellten Farbkörper variiert je nach Konzentration der einzelnen
Mischungspartner und Glühtemperaturen zwischen blaugrau, grüngrau, braungrau und graubraun.
Bei Anwendung niederer Glühtemperaturen, aber gleichen Glühzeiten, wird bei etwa gleichen Gewichtsverhältnissen
von Antimonoxid und Ammoniummetavanadat im Calcinierungsgemisch Blaubzw. Rotstichigkeit der mit solchen Farbkörpern hergestellten
Deckglasuren erzielt.
Es ist natürlich möglich, der Mischung vor dem Glühen andere an sich bekannte Farbkörper bzw.
Farboxide zuzusetzen, um die Farbe oder andere Eigenschaften des Farbkörpers zu beeinflussen.
Man kann weiterhin der Mischung vor dem Glühen Verbindungen zusetzen, die spätestens beim Glühen
Farboxide bilden. Auch hierdurch erhält man farbintensive keramische Farbkörper, die die Herstellung
mischfarbener Deckglasuren ermöglichen.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch nachstehende Beispiele näher erläutert.
90,5 g Zinn(II)-oxid (SnO),
4,5 g Antimon(III)-oxid (Sb2O3),
5,0 g Ammoniummetavanadat (NH4VO3)
4,5 g Antimon(III)-oxid (Sb2O3),
5,0 g Ammoniummetavanadat (NH4VO3)
werden in einem Mörser zunächst trocken bis zur homogenen Mischung gerieben. Nach Zugabe von
etwa 15 ml Wasser wird die Mischung nochmals naß gerieben und anschließend bei 105° C etwa 3 bis
4 Stunden getrocknet. Das trockene Gemisch wird anschließend nochmals gerieben und dann in einem
glühbeständigen Tiegelmaterial zunächst 1 Stunde bei etwa 1040° C geglüht. Der hierbei erhaltene Farbkörper
wird nach dem Abkühlen nochmals gerieben und abgesiebt und anschließend 1 Stunde bei etwa
13000C nachgeglüht. Nach Glühen und Abkühlen
wird der Farbkörper nochmals gerieben und abgesiebt. Es wird hierbei ein dunkelgraubrauner Farbkörper
erhalten. Nach Einarbeitung dieses graubraunen Farbkörpers in bekannter Weise in eine
farblose Glasur wird nach Brennen der Glasur bei etwa 1040° C eine grüngraufarbene Deckglasur erhalten.
77,5 g Zinn(II)-oxid (SnO),
8,0 g Zirkonoxid,
5,0 g Kieselsäure (Quarz),
4,5 g Antimon(III)-oxid (Sb2O3),
5,0 g Ammoniummetavanadat (NH4VO3)
8,0 g Zirkonoxid,
5,0 g Kieselsäure (Quarz),
4,5 g Antimon(III)-oxid (Sb2O3),
5,0 g Ammoniummetavanadat (NH4VO3)
werden nach der im Beispiel 1 genannten Arbeitsweise gemischt, getrocknet und zunächst bei etwa
1040° C und anschließend bei 1300° C jeweils etwa 1 Stunde geglüht. Hierbei wird ein graubrauner
Farbkörper erhalten, der nach Einarbeitung in eine farblose Glasur eine graufarbene Deckglasur ergibt.
70,0 g Zinn(II)-oxid (SnO),
12,0 g Zirkonoxid,
12,0 g Zirkonoxid,
5,0 g Kieselsäure (Quarz),
3,5 g Antimon(III)-oxid (Sb2O3),
6,5 g Ammoniummetavanadat (NH4VO3),
3,0 g Chromoxid (Cr2O3)
werden nach der im Beispiel 1 genannten Arbeitsweise gemischt, getrocknet und zunächst etwa 1 Stunde bei
etwa 1040° C und anschließend etwa 1 Stunde bei etwa 1300° C geglüht. Hierbei wird ein grüngraufarbener
Farbkörper erhalten, der nach Einarbeitung in eine farblose Glasur eine grüngraufarbene Deckglasur
ergibt.
77,0 g Zinn(II)-oxid (SnO)
8,0 g Zirkonoxid,
ίο 5,0 g Kieselsäure (Quarz),
ίο 5,0 g Kieselsäure (Quarz),
5,0 g Ammoniummetavanadat (NH4VO3),
5,0 g Antimon(V)-oxid (Sb2O5)
5,0 g Antimon(V)-oxid (Sb2O5)
werden nach der im Beispiel 1 genannten Arbeitsweise gemischt, getrocknet und zunächst 1 Stunde bei
etwa 1040° C und anschließend 1 Stunde bei etwa 1300° C geglüht. Hierbei wird ein dunkelgraubrauner
Farbkörper erhalten, der nach Einarbeitung in eine farblose Glasur eine graufarbene Deckglasur ergibt.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von zinnhaltigen keramischen Farbkörpern durch Glühen von
Zinn(II)-oxid mit Verbindungen, die beim Glühen farbbildende Oxide geben, dadurchgekennz
eich net, daß man als mischfarbenbildende
Oxide ergebende Verbindungen Mischungen von antimon- und vanadinhaltigen Verbindungen in
solchen Mengen verwendet, daß im fertigen Farbkörper bis zu etwa je 10 Gewichtsprozent Antimon-
und Vanadinoxide enthalten sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Calcinierungsmischung
bei 900 bis 1400° C glüht.
Priority Applications (6)
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|---|---|---|---|---|
| DE19701080C1 (de) * | 1997-01-15 | 1998-07-02 | Bk Giulini Chem Gmbh & Co Ohg | Verfahren zum Färben von Keramikoberflächen |
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|---|---|---|---|
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 |