DE19982298C1 - Tretroller - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Fahrgerät der im Oberbegriff des Anspruchs 1
genannten Art.
Solche Fahrgeräte werden von vorzugsweise von Kindern und Jugendlichen einerseits als
Fortbewegungsmittel, andererseits aber als Sportgerät oder einfach zum Zeitvertreib und
Vergnügen verwendet. Dabei gelten Roller eher als Spielgerät für kleinere Kinder, doch
sind auch Roller bekanntgeworden, die für Erwachsene zur Fortbewegung in
Innenstadtbereichen von Großstädten gedacht sind.
Ein Fahrgerät der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art ist aus der WO 95/34461
bekannt. Der zusammenklappbare Roller weist ein starres Trittbrett auf. In einer
besonderen Ausgestaltung ist ein mittlerer Teil des Trittbretts gegenüber den Enden
abgesenkt.
Aus der US-A-4,179,133 ist eine Einrichtung bekannt, mit der ein Rollbrett in einen Roller
verwandelt werden kann.
Sowohl Roller als auch Rollbretter werden vorzugsweise auf Gehwegen benutzt. Die
Oberfläche von solchen als Fahrbahn dienenden Flächen sind meist befestigt, beispielsweise
geteert oder gepflastert, gelegentlich aber auch mit Platten bedeckt. Größere Unebenheiten
sind nicht selten. Da die Fahrgeräte der vorgenannten Art ungefederte Räder aufweisen,
werden die beim Fahren erzeugten Stöße von den Benutzern der Fahrgeräte als sehr
unangenehm empfunden. Die Fahreigenschaften von Rollern und Rollbrettern sind je nach
Bauart dieser Fahrgeräte unterschiedlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Fahrgeräte der genannten Art so auszustatten,
daß die Fahreigenschaften nach den Wünschen des Benutzers veränderbar sind,
insbesondere die Federung zu verbessern, so daß die durch Fahrbahnunebenheiten
erzeugten Stöße gemildert werden.
Die genannte Aufgabe wird bei einem Fahrgerät der gattungsgemäßen Art durch die im
Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Schema eines Rollbretts,
Fig. 2 einen Schnitt durch ein Trittbrett,
Fig. 3 ein einzelnes Laufwerk,
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform eines Laufwerks in einer Aufsicht,
Fig. 5 die gleiche Ausführungsform in einer schematischen Seitenansicht,
Fig. 6 ein Schema eines modifizierten Laufwerks bei Geradeaus-Lauf,
Fig. 7 ein Schema dieses Laufwerks bei Kurvenfahrt und
Fig. 8 einen Schnitt durch einen Dämpfer.
In der Fig. 1 bedeutet 1 ein Trittbrett, das auf der einen Seite mit einem vorderen
Laufwerk 2 und auf der anderen Seite mit einem hinteren Laufwerk 3 verbunden ist. Im
dargestellten Beispiel sind die beiden Laufwerke 2 und 3 identisch. Jedes der Laufwerke 2,
3 besteht aus einem Träger 4, einer damit verbundenen Radhalterung 5 und mindestens
einem Rad 6, das in dieser Radhalterung 5 drehbar gelagert ist. Bei den Rädern 6 kann es
sich beispielsweise um walzenförmige Rollen handeln, wie sie bei Rollbrettern gemäß dem
Stand der Technik üblich sind. In einem solchen Fall nimmt die Radhalterung 5 zwei
Räder 6 auf, die um eine gemeinsame Achse drehbar sind.
Erfindungsgemäß ist das Trittbrett 1 mit den Laufwerken 2, 3 lösbar verbunden. Damit ist
es möglich, daß eines der Laufwerke 2, 3 gegen ein solches anderer Bauart ausgewechselt
werden kann oder daß beide Laufwerke 2, 3 bzw. gegen solche anderer Bauart getauscht
werden können. So ist es beispielsweise möglich, ein vorderes Laufwerk 2 zu benutzen, bei
dem die Achse, um die die Räder 6 drehen, verschwenkbar ist, während als hinteres
Laufwerk 3 ein solches anderer Hauart, nämlich beispielsweise mit feststehender Achse,
benutzt wird.
Erfindungsgemäß ist das Trittbrett 1 außerdem von solcher Bauart, daß es unter der
Belastung, die bei der Verwendung eines solchen Rollbretts dadurch entsteht, daß ein
Benutzer mit seinem Körpergewicht auf das Trittbrett 1 einwirkt, federnd nachgibt. Bei in
üblicher Weise etwa mittiger Belastung des Trittbretts 1 durch eine Person beträgt die
Einfederung vorteilhaft etwa 2 bis 3 cm. Damit wird erreicht, daß das Fahrgerät durch
Fahrbahn-Unebenheiten verursachte Stöße relativ weich ausfedert, so daß diese Stöße in
sehr gemilderter Form auf den Benutzer wirken. Dies ergibt ein angenehmes Gefühl beim
Fahren.
Durch die Erfindung wird erreicht, daß ein solches Fahrgerät an die Bedürfnisse des
Benutzers leicht anpaßbar ist. So kann beispielsweise ein Trittbrett 1 gegen ein anderes
Trittbrett I ausgetauscht werden. Eine erste Bauart eines Trittbretts 1 weist beispielsweise
auf die Körpermaße und das Körpergewicht eines Erwachsenen abgestimmte Dimensionen
auf, während eine zweite Bauart eines Trittbretts 1 auf die Körpermaße und das
Körpergewicht eines Kindes abgestimmt ist. Die Anpassung an unterschiedliche
Körpermaße und unterschiedliches Körpergewicht geschieht einerseits durch Variation der
Maße des Trittbretts 1, nämlich Länge, Breite und Dicke. Alle drei Dimensionen
beeinflussen auch die Einfederung. Eine weitere Möglichkeit zur Variation besteht in der
Verwendung unterschiedlicher Werkstoffe für das Trittbrett 1. So kann beispielsweise
Kunststoff ebenso verwendet werden wie mehrlagiges geleimtes Holz. Für die Einfederung
in Funktion des Gewichts ist dabei der Elastizitätsmodul des Werkstoffs zusätzlich
maßgebend.
Die Dimensionen von Varianten des Trittbretts 1 sind je nach Anforderungen zu wählen.
Die Länge liegt etwa im Bereich 50 bis 80 cm, die Breite im Bereich 12 bis 18 cm,
während die Dicke im Bereich von 8 bis 25 mm liegen kann, wobei dies vor allem vom
verwendeten Material und dessen Elastizitätsmodul abhängt.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn als Material für das Trittbrett 1 mehrlagiges geleimtes
Holz, das unter dem Begriff Sperrholz bekannt ist, verwendet wird. Dieses Material
zeichnet sich dadurch aus, daß es einerseits relativ hoch belastbar ist, und daß es
andererseits Schwingungen bemerkenswert dämpft. Dadurch wirkt ein solches Trittbrett 1
als Stoßdämpfer.
Gute Dämpfungseigenschaften weisen auch Kunststoffe auf. Vorteilhaft kann das
Trittbrett 1 deshalb auch aus Kunststoff hergestellt sein. Bei Verwendung eines Werkstoffs
dieser Gruppe ist es möglich, das Trittbrett 1 als Hohlkasten auszubilden.
Vorteilhaft ist es, wenn Material und Dimensionen des Trittbretts 1 so gewählt werden,
daß sich eine Federrate von etwa 0,1 mm/kg ergibt. Wird das Trittbrett 1 etwa mittig mit
30 kg belastet, so federt es um 3 mm ein. Es können aber auch "härtere" Trittbretter 1 mit
einer Federrate von beispielsweise 0,03 mm/kg oder auch "weichere" Trittbretter 1 mit
einer Federrate von zum Beispiel 0,25 mm/kg verwirklicht werden. Bei der vorerwähnten
Ausbildung des Trittbretts 1 als Hohlkasten ist es dann vorteilhaft möglich, in einzelne
Hohlräume Verstärkungsstreben einzusetzen. Mit Hilfe solcher Verstärkungsstreben kann
die Federrate nachträglich verändert werden, um sie den Wünschen des Benutzers
anzupassen. Auch bei anderen Ausführungsformen läßt sich eine solche Veränderbarkeit
der Federrate realisieren, bei einem in der Fig. 2 gezeigten Trittbrett 1 aus Sperrholz etwa
dadurch, daß an den beiden Längsseiten Nuten N vorgesehen werden, in die
Verstärkungsstreben S einsetzbar sind. Die Veränderung der Federrate durch das
Einsetzen von Verstärkungsstreben S hat den Vorteil, daß nicht mehrere unterschiedliche
Trittbretter 1 vorgesehen sein müssen. Damit reduziert sich die Variantenvielfalt, ohne daß
auf den Vorteil unterschiedlicher Federraten verzichtet werden müßte.
Damit die Laufwerke 2, 3 auf einfache Weise mit dem Trittbrett 1 verbindbar sind, weisen
die Laufwerke 2, 3 einen Schlitz 7 auf, in den das Trittbrett 1 eingeschoben werden kann.
Die Verbindung zwischen Laufwerk 2, 3 und Trittbrett 1 wird beispielsweise mittels in der
Figur nicht dargestellter Schrauben fixiert.
In der Fig. 3 ist ein einzelnes Laufwerk 2 gezeigt. Es besteht in analoger Weise aus einem
Träger 4, der einen Schlitz 7 zum Einschieben eines in dieser Figur nicht dargestellten
Trittbretts 1 aufweist. Auch die Befestigungsmittel wie Schrauben sind nicht gezeigt. Im
Unterschied zum Beispiel der Fig. 1 ist hier das Rad 6 nicht unter dem Träger 4
angeordnet, sondern in der bei Rollern üblichen Art derart, daß ein hinterer Teil des
Trägers 4 als Gabel 8 ausgebildet ist, in der eine Achse 9, um das sich das Rad 6 dreht,
befestigt ist. In diesem Fall ist das Rad 6 kein walzenförmiges Rad nach Art der
Rollbretter, sondern vorteilhaft eines einer solchen Bauart, wie sie bei Inline Skates
Verwendung finden. Mit einem solchen Laufwerk 2 ausgestattet, bietet das Fahrgerät
gänzlich andere Fahreigenschaften als ein nach Fig. 1 ausgestattetes Fahrgerät.
In der Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform eines Laufwerks 2 gezeigt. Hierbei handelt
es sich um ein lenkfähiges Laufwerk 2 mit zwei Rädern, das aufgrund seiner Lenkbarkeit
insbesondere als vorderes Laufwerk geeignet ist.
In der Fig. 4 ist, gestrichelt gezeichnet, ein Teil des Trittbretts 1 sichtbar, das im Schlitz 7
des Trägers 4 mittels zwei Schrauben 10 befestigt ist. Am dem Schlitz 7
gegenüberliegenden vorderen Ende 11 des Trägers 4 befinden sich zwei Gelenke, nämlich
ein linkes Traggelenk 12 und ein rechtes Traggelenk 13. Um das linke Traggelenk 12 ist
ein linker Achsschenkel 14 verschwenkbar und um das rechte Traggelenk 13 ist
entsprechend ein rechter Achsschenkel 15 verschwenkbar. Die mögliche Verschwenkung
um die Traggelenke 12, 13 ist mit Pfeilen bezeichnet. Die den Traggelenken 12 und 13
entgegengesetzten Enden der beiden Achsschenkel 14, 15 weisen Gelenke 16 auf, durch
die diese Enden mit einer Spurstange 17 verbunden sind. Die Verbindungslinie zwischen
den beiden Traggelenken 12, 13 bildet also zusammen mit den beiden Achsschenkeln 14,
15 und der Spurstange 17 ein Parallelogramm. Durch die Spurstange 17 wird erreicht, das
beide Achsschenkel 14, 15 miteinander gekoppelt sind, so daß sie nur gleichzeitig
verschwenkbar sind. Am linken Achsschenkel 14 ist eine linke Radachse 18 starr befestigt,
um deren anderes Ende ein linkes Vorderrad 19 frei drehbar ist, beispielsweise mittels
eines nicht dargestellten Kugellagers. In gleicher Weise ist am rechten Achsschenkel 15
eine rechte Radachse 20 starr befestigt, um deren anderes Ende ein rechtes Vorderrad 21
frei drehbar ist. Jedes der Vorderräder 19, 21 weist also eine separate Radachse 18, 20 auf,
so daß sich eine Einzelradaufhängung ergibt.
Die Verschwenkung der beiden Achsschenkel 14, 15 führt dazu, daß die starr mit den
Achsschenkeln 14, 15 verbundenen Radachsen 18, 20 um den gleichen Winkelbetrag
verschwenkt werden wie die Achsschenkel 14, 15. Entsprechend verschwenken auch die
Vorderräder 19, 21. In der Darstellung der Fig. 4 stehen die beiden Vorderräder 19, 21
parallel zur Längsachse des gesamten Fahrgeräts, woraus sich ein Geradeaus-Lauf ergibt.
Wird einer der beiden Achsschenkel 14, 15 gegenüber der gezeichneten Stellung
beispielsweise um 15 Grad im Uhrzeigersinn ausgelenkt, was wegen der Spurstange 17
dazu führt, daß auch der andere Achsschenkel 15, 14 in gleicher Weise ausgelenkt wird, so
stellen sich die Vorderräder 19, 21 derart schräg nach rechts, daß sie gegenüber des
Längsachse des Fahrgeräts ebenfalls um 15 Grad ausgelenkt sind. Mit dem Fahrgerät
würde dann eine Rechtskurve gefahren.
Die Lenkung einer solchen Konstruktion ist auf verschiedene Weise möglich.
Beispielsweise kann an der Spurstange 17 ein Mitnehmerstift 22 befestigt sein, der von
einer nicht dargestellten Lenkstange in den mit gestrichelten Pfeilen bezeichneten Richtung
bewegbar ist.
Nachfolgend wird eine Ausgestaltung beschrieben, bei der auf eine Lenkstange verzichtet
werden kann. Dabei ist die grundsätzliche Anordnung so, wie sie soeben beschrieben
worden ist. Wesentlich ist dabei aber, daß die Achsen der Traggelenke 12, 13 und der
Gelenke 16 deutlich gegen die Vertikale geneigt sind, was in der eine Seitenansicht von
rechts darstellenden Fig. 5 verdeutlicht wird, wobei die in der Fig. 4 gezeigten Teile mit
den gleichen Bezugszahlen versehen sind.
Das in dieser Seitenansicht an sich sichtbare rechte Vorderrad 21 ist hier nur mit seiner
Umrißlinie gezeigt, um die Sicht auf die dahinter liegenden Teile nicht zu verdecken.
Hinter diesem Vorderrad 21 ist der rechte Achsschenkel 15 sichtbar. An diesem
Achsschenkel 15 ist die rechte Radachse 20 starr befestigt. Sie steht in dieser Ansicht
senkrecht zur Zeichenebene, ist also nur in der Ansicht ihres Durchmessers sichtbar. Vom
in der Fig. 5 nicht sichtbaren rechten Traggelenk 13 (Fig. 4) ist hier nur dessen
Drehachse A13 gezeigt. Die Drehachse A12 des linken Traggelenks 12 (Fig. 4) befindet sich
dahinter, ist also ebenfalls nicht sichtbar. Die Achse der Gelenke 16 ist mit A16 bezeichnet.
Der Winkel zwischen den beiden Drehachsen A12, A13 der Traggelenke 12, 13 und der
Vertikalen beträgt vorzugsweise etwa 20 bis 60 Grad, wobei sich ein Wert von 47 Grad als
Optimalwert herausgestellt hat. Die Drehachsen A12, A13 der Traggelenke 12, 13 liegen
also derart schräg, daß sie einerseits parallel zu einer ideellen Fläche liegen, die senkrecht
auf einer Mittellinie M (Fig. 4) des Trittbretts 1 bzw. des gesamten Fahrgeräts steht, und
daß sie andererseits von vorn oben nach hinten unten verlaufen. In gleicher Weise geneigt
sind die Drehachsen A16 der Gelenke 16, um sich die Spurstange 17 gegenüber den beiden
Achsschenkeln 14, 15 verdreht, wenn die Achsschenkel 14, 15 um die Traggelenke 12, 13
in der in der Fig. 3 mit Pfeilen gekennzeichneten Richtung verdrehen.
Die deutliche Neigung der Drehachsen A12, A13, A16 des erwähnten Parallelogramms aus
der Verbindungslinie der Traggelenke 12, 13, den Achsschenkeln 14, 15 und der
Spurstange 17 hat zur Folge, daß die an den Achsschenkeln 14, 15 befestigten
Radachsen 18, 20 nur dann horizontal verlaufen, wenn die Achsschenkel 14, 15
entsprechend der Darstellung in der Fig. 4 einen Winkel von genau 90 Grad gegen die
Verbindungslinie der Traggelenke 12, 13 bilden. In dieser Stellung stehen die
Radachsen 18, 20 außerdem in einem Winkel von genau 90 Grad gegen die Mittellinie M
des Trittbretts 1 bzw. des gesamten Fahrgeräts, woraus sich ergibt, daß die
Vorderräder 19, 21 ihrerseits parallel zu dieser Mittellinie stehen. Das entspricht dem
Geradeaus-Lauf des Fahrgeräts.
Durch die vorgenannte Ausführung wird nun erreicht, daß die Radachsen 18, 20 und die
Achsschenkel 14, 15 aus der Stellung des Geradeaus-Laufs verschwenkt werden, sobald
das Trittbrett 1 einseitig stärker belastet wird, wobei unter einseitig zu verstehen ist, daß
der ideelle Lastangriffspunkt rechts oder links der gedachten Mittellinie M liegt.
Es werde angenommen, der ideelle Lastangriffspunkt auf dem Trittbrett 1 liege rechts der
Mittellinie M, wie dies in der Fig. 4 dargestellt ist. Der ideelle Lastangriffspunkt mit dem
Bezugszeichen L bezeichnet. Durch diesen Lastangriff ergibt sich automatisch, daß das
rechte Vorderrad 21 stärker belastet wird als das linke Vorderrad 19. Daraus folgt auch,
daß das Vorderrad 21 eine senkrecht wirkende Kraft auf die rechte Vorderachse 20 ausübt
und diese wiederum auf den rechten Achsschenkel 15. Weil gleichzeitig die
entsprechenden Gegenkräfte am linken Vorderrad 19, an der linken Vorderachse 18 und
am linken Achsschenkel 14 abnehmen, folgt wegen der Schräglage der Drehachsen A12,
A13 der Traggelenke 12, 13, daß die Achsschenkel 14, 15 um die Drehachsen A12, A13 der
Traggelenke 12, 13 etwas im Uhrzeigersinn gedreht werden, daß sich entsprechend die
Spurstange 17 mit verschiebt und daß sich die Vorderachsen 18, 20 und die damit
verbundenen Vorderräder 19, 21 mit den Achsschenkeln 14, 15 entsprechend bewegen.
Eine solche Stellung ist in der Fig. 3 punktiert eingezeichnet. Damit steht die rechte
Vorderachse 20 etwas schräg nach hinten, gleichzeitig aber auch etwas schräg nach oben.
Andererseits steht die linke Vorderachse 18 etwas schräg nach vorn, gleichzeitig aber auch
etwas schräg nach unten. Entsprechend stehen die Vorderräder 19, 21 in beiden Achsen
etwas schräg, was aber aus Gründen der Übersichtlichkeit in der Fig. 4 hinsichtlich der
Schräge nach oben bzw. unten nicht dargestellt ist. In Relation zum Trittbrett 1 stehen also
das rechte Vorderrad 21 etwas weiter oben und das linke Vorderrad 19 etwas weiter
unten. Befinden sich die beiden Vorderräder 19, 21 auf einer ebenen Fahrbahn, so ist damit
das Trittbrett 1 um die Mittellinie M1 so geneigt, daß es mit seiner rechten Kante etwas
näher an der Fahrbahn ist, während der Abstand der linken Kante zur Fahrbahn etwas
größer ist. Weil sich die Vorderräder 19, 21 bei dieser Lenkkonstruktion etwas schräg
stellen, ist es von Vorteil, wenn sie keine walzenförmige Lauffläche besitzen, sondern
ebenfalls von jener Bauart sind, wie sie bei Inline Skates Verwendung finden.
Der Benutzer des Fahrgeräts kann die Fahrtrichtung entsprechend allein durch
Gewichtsverlagerung steuern. Einer Lenkstange bedarf es nicht. Diese
Gewichtsverlagerung kann auf verschiedene Weise erfolgen. Er kann beispielsweise einen
seiner Füße seitwärts versetzt auf das Trittbrett 1 aufsetzen, er kann aber auch seinen
Körper neigen.
Bei einem solcherart ausgestalteten Fahrgerät kann es vorteilhaft sein, wenn der
Geradeaus-Lauf durch besondere Maßnahmen stabilisiert wird. In den Fig. 6 und 7 ist eine
dem vorgenannten Fahrwerk weitestgehend entsprechende Ausführungsform schematisch
gezeigt. Bei diesem Fahrwerk sind in gleicher Weise Achsschenkel 14, 15 vorhanden, die
einerseits um Traggelenke 12, 13 verdrehbar sind und die andererseits mit einer
Spurstange 17 verbunden sind, die mit den Achsschenkeln 14, 15 mittels Gelenken 16
verbunden sind. Dies Spurstange 17 ist in der mit einem Pfeil gekennzeichneten Richtung
verschiebbar. Bei dieser Fahrwerksvariante ist eine Rückstellvorrichtung vorhanden, die
einen am vorderen Ende 11 des Trägers 4 starr befestigten Anschlag 30 ausweist. Auf der
Spurstange 17 sind in der Nähe der beiden Enden je ein Halter 31 befestigt. Auf der
Spurstange 17 verschiebbar sind zwei Dämpfer 32 angeordnet, wobei der eine Dämpfer 32
auf der einen Seite des Anschlags 30 liegt, während der andere Dämpfer 32 auf der
anderen Seite des Anschlags 30 angeordnet ist. Jeder Dämpfer 32 besteht aus einer ersten
Lochscheibe 33 und einer zweiten Lochscheibe 34 und einer zwischen den
Lochscheiben 33, 34 angeordneten Ring 35. Die Innendurchmesser der Lochscheiben 33,
34 sind größer als der Durchmesser der Spurstange 17, so daß sie gegenüber der
Spurstange 17 frei beweglich sind. Dagegen ist der Ring 35 so bemessen, daß sein
Innendurchmesser etwas kleiner ist als der Durchmesser der Spurstange 17. Dadurch
erzeugt der Ring 35 auf der Spurstange 17 eine gleitende Reibung.
Zwischen den Dämpfern 32 und den Haltern 31 sind Druckfedern 36 angeordnet.
Vorteilhaft sind die Druckfedern 36 zwischen Dämpfer 32 und Halter 31 vorgespannt.
Dadurch wird erreicht, daß der Anschlag 30 ohne andere Krafteinwirkung in einer dem
Geradeaus-Lauf entsprechenden Mittelstellung verbleibt, wie dies in der Fig. 6 dargestellt
ist. Verlagert der Benutzer des Fahrgeräts auf dem Trittbrett 1 sein Gewicht, so muß
zunächst die Vorspannung einer der Druckfedern 36 überwunden werden, ehe es zu einer
Auslenkung der Räder kommen kann. In der Fig. 7 ist diese Anordnung bei starker
Auslenkung der Räder gezeigt. Die eine der Druckfedern 36 ist hierbei völlig entspannt,
während die andere Druckfeder 36 stark zusammengepreßt ist. Durch diese Anordnung
wird erreicht, daß die Gewichtsverlagerung des Benutzers gegen eine der Druckfedern 36
erfolgen muß. Dies verbessert, wie Versuche gezeigt haben, die feinfühlige Steuerbarkeit
des Fahrgeräts auf besondere Weise.
Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn die von den Dämpfern 32 erzeugte Reibung
veränderlich ist. Dies wird in vorteilhafter Weise dadurch erreicht, daß die Spurstange 17
nicht einen über die ganze Länge gleichbleibenden Durchmesser aufweist, sondern daß der
Durchmesser der Spurstange 17 in der Mitte am größten ist und gegen die beidseitigen
Enden hin abnimmt. Befindet sich das Fahrwerk in der Stellung des Geradeaus-Laufs, wie
dies in der Fig. 6 gezeigt ist, so werden die Ringe 35 durch den größeren Durchmesser der
Spurstange 17 in ihrem mittleren Bereich stärker aufgeweitet, was eine starke Reibung
ergibt. Werden die Räder des Fahrwerks hingegen stärker ausgelenkt, wie dies in der Fig.
7 gezeigt ist, so wird der eine der Ringe 35 des einen Dämpfers 32 durch den Anschlag 30
so weit gegenüber der Spurstange 17 längs verschoben, daß sich dieser Ring 35 an einer
Stelle befindet, an der der Durchmesser der Spurstange 17 kleiner ist. Entsprechend kleiner
ist dabei die gleitende Reibung. Auch diese Maßnahme dient der Verbesserung der
Steuerbarkeit durch den Benutzer.
Der Ring 35 besteht vorteilhaft aus einem gummielastischen Werkstoff. Die
Lochscheiben 33, 34 bestehen vorteilhaft aus Kunststoff, was den Vorteil hat, daß beim
Anschlagen der Dämpfer 32 am Anschlag 30 keine störenden Geräusche entstehen.
Vorteilhaft ist es, wenn die durch die gleitende Reibung erzeugbare Dämpfung veränderbar
ist. Dies kann in besonders einfacher Weise durch eine in der Fig. 8 gezeigte Ausgestaltung
erreicht werden. Die Fig. 8 zeigt einen Schnitt durch einen auf der Spurstange 17
verschiebbaren Dämpfer 32. Der Schnitt liegt dabei im Ring 35. Um den Ring 35 ist eine
Bride 38 gelegt. Diese Bride 38 weist in bekannter Weise eine Stellschraube 39 auf, mit
der die Bride 38 mehr oder weniger stark angezogen werden kann. Ist die Bride 38 nur
wenig angezogen, wird der Ring 35 nur wenig gepreßt. Entsprechend ist seine Reibung auf
der Spurstange 17 kleiner. Wird die Bride 38 stärker angezogen, nimmt die Pressung des
Rings 35 zu, so daß die Reibung erhöht wird. Dadurch wird vorteilhaft erreicht, daß bei
größerer Geschwindigkeit und bei unebener Fahrbahn der Geradeaus-Lauf stärker
stabilisiert ist.
Die vorgenannte Lösung mit der Bride 38 ist nur als eine mögliche Ausführungsform zu
verstehen. Andere gleichwirkende Lösungen, beispielsweise in der Art einer in ihrer
Vorspannung variablen Stopfbüchse, sind dieser Ausführungsform äquivalent.
Im Rahmen der Erfindung sind mit Trittbrettern 1 verschiedener Ausführungsformen
verschiedene Laufwerke 2, 3 kombinierbar. Damit kann das Fahrgerät je nach
verwendetem Trittbrett 1 und Laufwerken 2, 3 ganz unterschiedliche Fahreigenschaften
erhalten.
Claims (7)
1. Tretroller mit zwei Laufwerken (2, 3), von denen jedes mindestens ein Rad (5, 6) auf
weist und von denen mindestens eines lenkbar ausgestaltet ist und mit einem die bei
den Laufwerke verbindenden Trittbrett (1),
dadurch gekennzeichnet dass,
- - das vordere und hintere Laufwerk (2, 3) jeweils eine Fläche aufweist, die entspre chend mit dem vorderen bzw. hinteren Bereich des Trittbretts überlappt (Fig. 1, Fig. 4) und das Trittbrett mittels Befestigungsmitteln wie Schrauben an den Laufwerken befestigt ist, so dass eine lösbare Verbindung entsteht, die ein Austauschen des Trittbretts ermöglicht, und
- - das Trittbrett (1) elastisch verformbar ist und als Stoßdämpfer wirkt.
2. Tretroller nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
das Trittbrett (1) eine elastische Verformung entsprechend einer Federrate von etwa
0,1 mm/kg zulässt.
3. Tretroller nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet, dass
das Trittbrett eine elastische Verformung entsprechend einer Federrate zwischen 0,03
bis 0,25 mm/kg zulässt.
4. Tretroller nach einem der vorhergehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
das Trittbrett (1) aus mehrlagigem geleimten Holz besteht.
5. Tretroller nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
in das Trittbrett (1) Verstärkungsstreben einsetzbar sind.
6. Tretroller nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
das vordere Laufwerk zwei parallele Räder trägt.
7. Tretroller nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
das hintere Laufwerk eine Gabel (8) aufweist, in der eine Achse (9) befestigt ist, um das
sich ein einzelnes Rad (6) dreht.
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