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Die
Erfindung betrifft ein Gleitlager aus zumindest drei Schichten unterschiedlicher
Zusammensetzung, wobei mindestens eine Zwischenschicht eine Bindungsschicht
ist.
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Verbundwerkstoffe,
insbesondere Gleitlager, für
sich schnell drehende Maschinenteile, z.B. Motorwellen, sind im
zunehmenden Maße
auf der Basis von Schichtverbundwerkstoffen des Aufbaues Stützschale-Bindungsschicht-Lagerschale
aufgebaut, besonders, wenn es sich bei der Lagerschale um eine Leichtmetallegierung
handelt. Der Bindungsschicht kommt insbesondere dann eine wichtige
Rolle zu, wenn die Leichtmetall-Lagerlegierung mechanisch weiche
Komponenten, wie z.B. Zinn, Blei oder dgl. enthält.
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Es
ist üblich,
für die
Bindungsschicht technisch reines Reinaluminium, z.B. A199,5 zu verwenden.
Im Zuge der Entwicklung immer höher
belastbarer Leichtmetall-Lagerlegierungen für die Verwendung in modernen
Motoren und Maschinen wird die Aluminiumbindungsschicht immer mehr
zum schwächsten
Glied des Schichtverbundwerkstoffes. Beispielsweise hat das Reinaluminium
mittlerweile bezüglich
der dynamischen Festigkeit und der Warmfestigkeit entscheidende
Nachteile gegenüber
der neuen Generation an Leichtmetall-Lagerlegierungen.
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Um
hier Abhilfe zu schaffen, wurden bereits einige Lösungskonzepte
entwickelt. So wird z.B. in der
DE 40 37 746 A1 und der
DE 43 12 537 A1 vorgeschlagen,
aushärtbare
Aluminium-Legierungen
für die
Bindungsschicht zu verwenden. Da jedoch der Herstellprozeß der Schichtverbunde
auch mehrere Wärmebehandlungen beinhaltet,
befinden sich diese aushärtbaren
Werkstoffe strukturell auf dem Niveau höchster Festigkeit. Neben einer
teilweise unzulässigen
Beeinträchtigung
der gewünschten
Duktilität
besteht die Gefahr der Überalterung und
somit eine unerwünschte
Senkung der Lebensdauer des fertigen Produktes unter der thermischen
und dynamischen Belastung in der Lagerstelle.
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Ein
gänzlich
anderer Ansatz besteht in der Verwendung von galvanisch auf die
Stützschale
aufgebrachten Nickel, Kupfer oder derartiger Schichten unter gänzlichem
Verzicht einer weiteren Bindungsschicht auf Aluminiumbasis. Aufgrund
der geringen metallurgischen Verwandtschaft zwischen den Leichtmetall-Lagerlegierungen
einerseits und dem Nickel, Kupfer oder dgl. andererseits bleibt
die Haftfestigkeit durch den Grad der erzielten Adhäsion und
Verklammerung beschränkt,
wohingegen bei Leichtmetall-Bindungsschicht/Leichtmetall-Lagerschicht-Paarungen,
die adhäsiven
Verbundkräfte
in der Bindungsebene mittels Wärmebehandlung
und Diffusion erzeugter, die Haftfestigkeit steigernder Schichten
verbessert werden, die nahezu den Charakter metallurgischer Diffusions-
und Reaktionszonen aufweisen.
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Aus
der
WO 98/17833 A ,
WO 97/22725 A ,
EP 0 672 840 A und
der
DE 30 00 772 A sind
verschiedenste Aluminiumlegierungen für Gleitlager bzw. Gleitlager
unterschiedlichster Zusammensetzung bekannt. Mit Hilfe der darin
beschriebenen Zusammensetzungen der Legierungen soll unter anderem
versucht werden, die Dauerfestigkeit, insbesondere auch bei höheren Gehalten
an in der Aluminiumlegierung dispergierten Weichphasen, zu verbessern.
Es werden damit verschiedenste Wege zur Erreichung dieser Aufgabe
aufgezeigt, beispielsweise durch die Einlagerung von Hartteilchen,
um ein durchgehendes Zinn-Netz zu unterbrechen. Insbesondere die
EP 0 672 840 A versucht
dabei den Weg zu gehen, als Zwischenschicht für Gleitlager eine aushärtbare Aluminiumlegierung
zu verwenden.
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Aus
der
DE 36 06 529 C2 ist
ein Verfahren zur Herstellung von Schichtwerkstoffen oder von Schichtwerkstücken mit
metallischer Reib- oder Gleitschicht durch Aufdampfen metallischer
Werkstoffe auf ein metallisches Substrat bekannt, wobei für mindestens
eine der aufzudampfenden Schichten eine unterschiedliche Metalle
enthaltende Legierung oder Dispersionslegierung als Werkstoffvorgesehen
wird, die mindestens ein Metall als Bestandteil enthält, dessen
chemische Verbindungen, bspw. Oxide oder Nitride, härter als
das Metall sind. Das Aufdampfen erfolgt kontinuierlich oder diskontinuierlich
in Gegenwart einer Restgasatmosphäre, die mindestens einen Bestandteil
enthält,
der mit mindestens einem der Bestandteile der aufzudampfenden Legierung
bzw. Dispersionslegierung unter Bildung einer der bekannten härteren chemischen
Verbindungen chemisch reagiert, bei Drücken im Bereich von 10
–2 bis
10
–3 mbar.
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Die
DE 40 15 593 A1 beschreibt
eine Aluminiumlegierung zur Verwendung als Gleitmaterial mit überlegenen
Eigenschaften hinsichtlich der Ermüdungsbeständigkeit und der Beständigkeit
gegenüber
einem fressenden Verschleiß,
welche bezogen auf das Gewicht aus 1 % bis 10 % Zn, 1 % bis 15 %
Si, 0,1 % bis 5 % Cu, 0,1 % bis 5 % Pb, 0,005 % bis 0,5 % Sr und
zum Rest Al und erschmelzungsbedingten Verunreinigungen besteht.
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Die
DE 690 26 950 T2 beschreibt
ein Verfahren zur Herstellung einer Leichtmetall-Seltenerdmetall-Legierung,
umfassend die folgenden Schritte:
Zugabe eines Pellet zu einem
Leichtmetallschmelzebad, wobei das Pellet im Wesentlichen aus einer
Mischung eines Leichtmetallpulvers und einer seltenerdmetallhaltigen
Verbindung besteht, wobei das Leichtmetall ein metallisches Element
oder eine metallische Legierung mit einer Dichte unter 4 g/cm
3 oder Mg, Al, Ba, Ca, K, Na, Si oder Se
ist, und wobei das Seltenerdmetall-Element der Lanthanid-Reihe des
Periodensystems der Element oder Sc, Y, Zr oder Hf ist.
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P.C.
Borbe u.a., „Untersuchungen
an „Aluminium-Seltenerdmetall-Legierungen" in Aluminium, Heft
8, 1983, Seiten 592 bis 597, beschreibt, dass weder für Lanthan
noch für
Cer in festem Zustand eine Löslichkeit in
Aluminium festgestellt werden kann. Bezüglich des Gefüges dieser
Aluminiumlegierungen wird ausgeführt, dass
die Systeme Aluminium-Lanthan, Aluminium-Cer und Aluminium-Cermischmetall Ähnlichkeiten
zeigen, wobei das Gussgefüge
einer Legierung der Zusammensetzung AlLa3 eine grobdendritische
Primärerstarrung und
ein feinlamellares Eutektikum aufweist. Eine deutliche Abnahme den
Dendritengröße ist bei
20 % Umformgrad für
die Legierung AlCM3 zu beobachten, nach 50 % Umformung ist praktisch
ein Feinkorn entstanden. Mit zunehmendem Massegehalt an Legierungselement
wird auch ein Anstieg der Härte
verzeichnet.
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Die
DE 43 32 433 A1 beschreibt
ein Mehrschichtgleitlager, das eine Al-Sn-Lagerlegierungsschicht,
die eine hohe Ermüdungsbeständigkeit
und eine gute Passfähigkeit
mit einem zugehörigen
Element besitzt, und weiterhin eine Stahlstützplatte und eine Zwischenbindungsschicht
aus einer anderen Aluminiumlegierung aufweist. Die Al-Sn-Legierung
besteht im Wesentlichen aus, auf das Gewicht bezogen, 7 % bis 20
% Sn und zum Rest aus Aluminium und Verunreinigungen und besitzt
eine Härte
von 50 Hv bis 80 Hv. Die Aluminiumlegierung der Zwischenbindungsschicht
besteht im Wesentlichen aus mindestens einer der folgenden Komponenten,
deren Menge auf das Gewicht bezogen ist: bis zu 1,7 % Mn, bis zu
1,2 % Cu und bis zu 1,8 % Mg und zum Rest aus Aluminium und Verunreinigungen,
und das Härteverhältnis der
Aluminiumlegierung der Zwischenbindungsschicht zu der der Al-Sn-Lagerlegierung überschreitet
70 % Hv und ist nicht größer als
90 %.
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In
Louisiana State University: „Uses
of Rare Earth Metals and Alloys in Metallurgy", Zeitschrift Metallkunde, Bd. 68, Heft
3, 1977, Seiten 163–172,
wird eine Übersicht über die
Anwendung von Seltenen Erdmetallen (S.E.) und ihren Legierungen
als Zusätze
zu Nichteisenmetallen gegeben. Seltene Erdzusätze zu Cu-Legierungen, insbesondere
zu Pb-haltigen Messing und Bronze, verbessern die Zugfestigkeit
und Tiefziehfähigkeit.
In Al-Leitlegierungen wird die Duktilität und Oxidationsbeständigkeit
erhöht.
Mg-Nd- und Mg-Y-Legierungen sind aushärtbar und zeigen wesentlich
verbesserte Zugfestigkeiten, Streckgrenzen und Kriechbruchfestigkeiten.
Durch entsprechende S.E.-Gehalte werden die Streckgrenzenwerte bei
Zug- und Druckbeanspruchung gleich. S.E.-haltige Ti-Legierungen
sind feinkörnig
und weisen eine Verbesserung der mechanischen Eigenschaften und
der Korrosionsbeständigkeit
bei hohen Temperaturen auf. Der Zusatz von 1 % Y zu Superlegierungen
auf Ni- und Co-Basis und zu Legierungen von Cr, Nb, V, W u.a. führt zu ausgezeichneter
Oxidationsbeständigkeit.
In Cr-Legierungen
und -Oberflächenschichten
kann durch S.E. die N-Versprödung
vermieden werden. S.E. werden in hartmagnetischen Co-S.E.-Legierungen
verwendet. S.E. bilden eine Möglichkeit zur
Haftung von Metallpulvern und -fasern in Plastikmaterialien und
sie werden bei Katalysatoren verwendet. Ce-reiche Legierungen weisen
gute pyrophore Eigenschaften auf. Y und Y-Legierungen überragen
Ti als Getter für
H2, CH4 und Ar in Hochvakuumanlagen. Schließlich kann LaNi5 bei relativ
niedrigen Drücken
erhebliche Mengen von H binden; LaNi5 findet als H-Speicher und
in Batterien praktische Anwendung.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zwischenschicht auf Aluminiumbasis
für Verbundwerkstoffe
so auszubilden, dass damit die Qualität des Verbundwerkstoffes, bspw.
die mechanischen Eigenschaften, durch Abstimmung der einzelnen Schichten
aufeinander verbessert werden kann.
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Diese
Aufgabe wird durch die Merkmale im Kennzeichenteil des Anspruches
1 gelöst.
Vorteilhaft ist dabei, dass damit eine Zwischenschicht für ein Gleitlager
aus einer Al-Legierung zur Verfügung
gestellt werden kann, die kein ausgeprägtes Aushärtungsverhalten zeigt, wobei
dieser Werkstoff andererseits aber durch die feindisperse Verteilung
von A3M-Phasen eine hohe Duktilität aufweist,
und dass trotz des Abbaues von Verfestigungen aus dem Herstellungsprozeß durch
Wärmebehandlungen
hohe mechanische Festigkeitswerte beibehalten werden können. Dadurch
kann ein Produkt hergestellt werden, das gute thermische, statische
und dynamische Festigkeiten aufweisen kann. Diese Zwischenschicht
ist für
Gleitlager geeignet, wobei die Laufschicht derartiger Gleitlager
auch aus höherfesten,
neuartigen Werkstoffen gebildet sein kann. Vorteilhaft ist dabei
auch, dass diese Zwischenschicht, bzw. der dafür verwendete Werkstoff, eine
hohe Rekristallisationstemperatur aufweisen kann, sodaß in der
Folge Wärmebehandlungen
bzw. Verformungsprozesse bei erhöhten Temperaturen
stattfinden können,
ohne daß damit
ein unerwünschter
Härteabfall
verbunden ist. Vorteilhaft ist weiters, dass durch die Möglichkeit
der vielfältigen
Kombination von Einzelelementen, die im Kennzeichenteil des Anspruches
1 angegeben sind, Werkstoffkennwerte in bestimmten Grenzen frei
einstellbar sind und daß damit
auch die bei der Herstellung der Zwischenschicht entstehenden Kosten
entsprechend gesteuert werden können.
Andererseits ist es damit aber auch möglich, dass bspw. durch das
Zulegieren von radioaktiven Elementen bzw. Isotopen wie bspw. U235
gleichzeitig eine Möglichkeit
geschaffen werden kann, für
Testzwecke Tracer zuzulegieren, um das Verhalten des Werkstoffes
auf diversen Prüfmaschinen
besser nachverfolgen zu können.
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In
den Ansprüchen
2 bis 9 sind weitere vorteilhafte Ausführungsvarianten der erfindungsgemäßen Zwischenschicht
angegeben. Mit Hilfe dieser Elemente, bzw. durch die Vielzahl der
Kombinationsmöglichkeiten,
ist es möglich,
bei Verwendung der Zwischenschicht als Bindungsschicht für ein Gleitlager,
diese entsprechend den jeweiligen Erfordernissen auf einfache Weise
anzupassen, insbesondere auf die Eigenschaften der von dem Gleitlager
weiters umfaßten
Schichten. Die Effekte, die durch das Zulegieren, der in den Ansprüchen angegebe nen
Elemente erreichbar sind, können
im Detail der Beschreibung entnommen werden.
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In
den Ansprüchen
10 bis 13 sind vorteilhafte Ausführungsvarianten
des erfindungsgemäßen Gleitlagers
angegeben, und können
die einzelnen Vorteile der Beschreibung entnommen werden.
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Vorteilhafter
Weise läßt sich
das Gleitlager auch als Anlaufring oder Anlaufscheibe verwenden.
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Zum
besseren Verständnis
wird die Erfindung anhand der Darstellungen in den nachfolgenden
Zeichnungen näher
erläutert.
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Es
zeigen:
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1 die
erfindungsgemäße Bindungsschicht
als Haftvermittler in einem Gleitlager in stark vereinfachter Darstellung;
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2 ein
Schliffbild der Zwischenschicht mit feindispers verteilten Al3Sc-Ausscheidungen;
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3 ein
Schaubild für
das Lagerstandsverhalten von Gleitlagern mit auf eine Stahllage
aufplattierten Lauf- und Zwischenschichten aus unterschiedlichen
Al-Legierungen bei sich über
die Laufzeit ändernder
Lagerbelastung.
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Einführend sei
festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen
versehen werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen
Offenbarungen sinngemäß auf gleiche
Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können.
Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B.
oben, unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie
dargestellte Figur bezogen und sind bei einer Lageänderung
sinngemäß auf die
neue Lage zu übertragen.
Weiters können
auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten
und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische
oder erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
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1 zeigt
einen erfindungsgemäßen Verbundwerkstoff 1,
bspw. in Form eines Gleitlagers 2. Obwohl im folgenden
ausschließlich
auf die Ausführungsvariante
Gleitlager 2 für
die Verwendung dieses Verbundwerkstoffes 1 eingegangen
wird, ist diese Verwendung des Verbundwerkstoffes 1 nicht
beschränkend,
sondern ist vielmehr eine Vielzahl unterschiedlichster Ausführungsvarianten
und Verwendungszwecke des Verbundwerkstoffes 1 denkbar,
beispielsweise unter Verzicht auf eine Stahlstützschale oder Ersatz der Stahlstützschale durch
andere Werkstoffe, z.B. für
die Herstellung sog. Anlaufscheiben oder Anlaufringe sowie für bekannte Ausführungen
radial und/oder axial belasteter Gleitlager 2.
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Der
Verbundwerkstoff 1, insbesondere das Gleitlager 2,
umfaßt üblicherweise
eine erste Randschicht 3, im folgenden als Laufschicht 4 bezeichnet,
eine Zwischenschicht 5 und eine zweite Randschicht 6,
im folgenden als Stützschale 7 bezeichnet.
Dieser gewählte
Aufbau ist wiederum nicht bindend und können insbesondere mehrere Schichten
gleicher und/oder unterschiedlicher Zusammensetzung zwischen der
Laufschicht 4 und der Stützschale 7 angeordnet
sein, wobei sich die Anordnung nach dem jeweiligen Verwendungszweck richten
kann.
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Die
Härte der
einzelnen Schichten des Verbundwerkstoffes 1 ist vorzugsweise
unterschiedlich und nimmt insbesondere von der ersten Randschicht 3 in
Richtung auf die dieser gegenüber
angeordneten zweiten Randschicht 6 zu. Selbstverständlich ist
jedoch auch die dazu konträre
Anordnung von Schichten unterschiedlicher Härte möglich, bzw. können zwei
oder mehrere Schichten eine gleiche mittlere Härte aufweisen. Im Falle der
Ausbildung des Verbundwerkstoffes 1 als Gleitlager 2 erweist
es sich jedoch als vorteilhaft, wenn die Laufschicht 4 die
geringste Härte
aufweist und die Stützschale 7 am
härtesten
ausgebildet ist.
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Wie
aus 1 zu ersehen ist, ist das Lagerelement als Halbschale
ausgebildet. Selbstverständlich können aber
auch Varianten mit Vollschalen aus dem erfindungsgemäßen Verbundwerkstoff 1 gebildet
werden, wie dies in 1 mit strichlierten Linien dargestellt
ist.
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Lagerelement
wie z.B. Gleitlager 2 dienen üblicherweise zur Abstützung von
rotationsbeweglichen Teilen, z.B. Wellen für Maschinen, Motoren, etc.
Da diese Wellen normalerweise mit hohen Umdrehungszahlen betrieben
werden – mit
Ausnahme der Anlauf- und der Abstellphase – ist es erforderlich, das
Festreiben von Lager und Welle zu verhindern. Dazu ist es beispielsweise
möglich,
neben der Ausbildung der Laufschicht 4 als Aluminiumlegierung
mit hohem Zinnanteil, in der Laufschicht 4 eine Nut 8 vorzusehen,
die der Aufnahme und Zuführung
eines geeigneten Schmierstoffes, beispielsweise Öl, dienen kann. Diese Nut 8 kann
ent weder als flächige
Kerbe mit in Richtung einer Stirnfläche 9 sich vergrößernden
Seitenwänden 10 ausgeführt sein und/oder
aber auch als umlaufende Nut angebracht werden, wie dies in 1 mit
Hilfe der stichpunktierten Linien dargestellt ist. Selbstverständlich bestehen
auch andere Möglichkeiten
zur Zuführung
von Schmierstoffen wie z.B. durchgehende Bohrungen etc.
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Die
Nut 8 kann auch dazu dienen, Partikel, welche z.B. aus
dem Abrieb der Laufschicht 4 stammen, aufzunehmen und ggf.
mit dem Schmiermittel auszutragen. Möglich ist auch, dass zumindest
eine der einer Oberfläche 11 gegenüberliegenden
Kanten der Laufschichte 4 gebrochen ist, wodurch z.B. ein
seitlicher Austrag von unerwünschten
Feststoffpartikeln möglich
ist.
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Die
einzelnen Schichten des Verbundwerkstoffes 1, insbesondere
des Gleitlagers 2, sind bewegungsfest durch z.B. Aufplattierung,
Auswalzung, Verschweißung,
Verklebung, Klammerung, etc. verbunden, um eine gesicherte Lastabtragung
zu gewährleisten.
Bei der Auswahl der Verbindungsmethode sind natürlich die hohen Belastungen,
u.a. auch erhöhte
Temperaturen, zu beachten.
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Die
Stützschale 7 kann üblicherweise
aus einem metallischen Werkstoff wie bspw. Stahl oder dgl. gebildet
werden, und soll einen Teil der auf die Laufschicht 4 von
einer Welle übertragenen
Kräfte
aufnehmen.
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Obwohl
im folgenden nur ein dreischichtiger Aufbau des Gleitlagers 2 beschrieben
wird, ist es selbstverständlich
möglich,
dieses Gleitlager 2 beispielsweise zweischichtig auszuführen. Diese
Möglichkeit
besteht insbesondere dann, wenn die Zwischenschicht 5 durch
geeignete Wahl der Legierungselemente in ihrer Härte so ausgeführt wird,
daß sie
die auftretenden Kräfte übernehmen
bzw. abtragen kann, oder wenn die Zwischenschicht 5 in
ihren Eigenschaften so gewählt
wird, dass sie die Aufgaben der Laufschicht mit übernehmen kann.
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Die
Zwischenschicht 5, welche insbesondere als Bindungsschicht
zwischen den einzelnen daran angrenzenden Schichten, bspw. der Laufschicht 4 und
der Stützschale 7,
fungieren kann, besteht vorzugsweise aus einer Legierung auf Aluminiumbasis,
wobei die Legierung einen Gehalt an Scandiumbeimengungen (Sc) von
max. 10 Gew.-%, vorzugsweise 4 Gew.-% insbesondere zwischen 0,015
Gew.-% und 3,25 Gew.-%, aufweisen kann, und den Rest Aluminium (Al)
mit den erschmelzungsbedingten Verunreinigung bildet. Sämtliche Angaben
zur Zusammensetzung von Legierungen sind so zu verstehen, dass sich
die jeweiligen Gewichtsanteile auf 100 Gew.-% Gesamtlegierung beziehen.
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Als
besonders vorteilhaft erweist es sich auch, wenn der Scandiumgehalt
der Aluminiumlegierung zwischen 0,015 Gew.-% und 2,5 Gew.-% bzw.
zwischen 0,015 Gew.-% und 1,0 Gew.-% beträgt.
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Neben
Sc können
weitere Elemente zur gezielten Einstellung bzw. Verbesserung der
Eigenschaften der Zwischenschicht 5 der Aluminiumlegierung
zulegiert werden. So ist es bspw. möglich, Sc durch zumindest ein
Element aus der Gruppe Yttrium (Y), Hafnium (Hf), Niob (Nb), Tantal
(Ta) und Lanthan (La) zumindest teilweise zu ersetzen, bzw. kann
Sc zumindest teilweise durch zumindest ein Element aus der Gruppe
der Lanthanoide, also beispielsweise durch Cer (Ce), Praseodym (Pr),
Neodym (Nd), Promethium (Pm), Samarium (Sm), Europium (Eu), Gadolinium
(Gd), Terbium (Tb), Dysprosium (Dy), Holmium (Ho), Erbium (Er),
Thulium (Tm), Ytterbium (Yb) bzw. Lutetium (Lu) ersetzt werden.
Andererseits ist es aber auch möglich,
dass das Sc zumindest teilweise durch zumindest ein Element aus
der Gruppe der Actinoide, wie bspw. durch Thorium (Th), Protactinium
(Pa), Uran (U) oder dgl. ersetzt werden kann.
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Zusätzlich kann
die Aluminiumlegierung noch weitere Elemente zur Strukturveränderung
bzw. zur Veränderung der Eigenschaften enthalten. So ist es
beispielsweise möglich,
zumindest ein Element aus der Gruppe Lithium (Li), Zink (Zn), Silicium
(Si) oder Magnesium (Mg) in einem Ausmaß von in Summe max. 12 Gew.-%, vorzugsweise
max. 6,5 Gew.-%, insbesondere max. 4,2 Gew.-%, zuzulegieren. Weiters
kann die Aluminiumlegierung der Zwischenschicht 5 zusätzlich zumindest
ein Element der Gruppe Mangan (Mn), Kupfer (Cu), Beryllium (Be),
Kalzium (Ca), Zirkon (Zr), Molybdän (Mo), Wolfram (W) oder Silber
(Ag) in einem Ausmaß von
in Summe max. 10 Gew.-%, vorzugsweise max. 5 Gew.-%, insbesondere
max. 1,5 Gew.-%, enthalten. Es ist weiters möglich, der Legierung zusätzlich zumindest
ein Element aus der Gruppe Titan (Ti), Vandium (V), Chrom (Cr),
Eisen (Fe), Kobalt (Co) oder Nickel (Ni) in einem Ausmaß von in
Summe max. 10 Gew.-%, vorzugs-weise max. 4 Gew.-%, insbesondere
1,5 Gew.-%, zuzusetzen. Weiters ist es möglich, dass die Legierung zusätzlich zumindest
ein Element aus der Gruppe Palladium (Pd), Gold (Au), Platin (Pt),
Indium (In), Germanium (Ge), Zinn (Sn), Blei (Pb), Antimon (Sb),
Wismut (Bi), Tellur (Te) in einem Ausmaß von in Summe max. 10 Gew.-%, vorzugsweise
max. 6,5 Gew.-%, enthalten kann.
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Mit
Hilfe der genannten zusätzlichen
Legierungselemente ist es möglich,
die Eigenschaften der Aluminiumlegierung auf den jeweiligen Verwendungszweck
speziell anzupassen.
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Das
Zulegieren von Sc zu Al-Legierungen ist schon seit längerem bekannt.
So sind z.B. aus dem Stand der Technik Strukturwerkstoffe auf Aluminiumbasis
bekannt, vor allem für
die Raumfahrt und die Flugzeugindustrie, die Scandiumbeimengungen
enthalten. Diese Legierungen weisen nicht nur ein geringes Gewicht
auf, sondern zeigen zudem die Eigenschaft der Superplastizität, welche
vor allem auf ein stark entartetes Rekristallisationsverhalten zurückgeführt wird.
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Beispielsweise
sind aus der
US 5,226,983
A , der
EP
0 158 769 B1 und der
US 4,816,087 A Aluminium-Lithium-Legierungen
bekannt, die einen mehr oder weniger hohen Anteil an Scandiumbeimengungen
aufweisen. Die Möglichkeit
der Verwendung dieser Legierungen als Strukturwerkstoff wird vor
allem auf Ausscheidungen von Trialuminiden, z.B. Al
3Li,
Al
3Zr oder aber Al
3Sc
zurückgeführt. Derartige
Al
3Sc-Ausscheidungen werden auch in den
beiden US-Patenten
US
4,874,440 A und
US
5,055,257 A beschrieben. Darin wird außerdem die Möglichkeit
diskutiert, das Scandium teilweise bzw. vollständig durch ein Element aus
der Gruppe der Lanthaniden zu ersetzen, wobei es für die gewünschten
Eigenschaften der Strukturwerkstoffe jedenfalls von besonderer Bedeutung
ist, daß erwähnte Trialuminide
in der Aluminiummatrix enthalten sind.
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Al-Legierungen,
die neben Sc auch Zr und eine Anzahl weiterer Elemente enthalten,
sind aus der
US 5,620,652
A bekannt. In dieser US-A wird eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten
beschrieben, beispielsweise für
Fitneßgeräte, Strukturwerkstoffe
für die
Flugzeugindustrie, die Autoindustrie, oder aber Anwendungen im marinen
Sektor. Als vorteilhaft wird es dabei angesehen, daß durch
die Verwendung dieser Legierungen in den besagten Anwendungsgebieten
die zu bewegende Masse, also das Gewicht, bei Beibehaltung der mechanischen
Festigkeit eine nicht unbeträchtliche
Menge an Treibstoff eingespart werden kann.
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Wie
aus den voranstehenden Absätzen
hervorgeht, lag bislang die Bedeutung dieser Legierungen vor allem
auf dem Gebiet der Strukturwerkstoffe. Die Möglichkeit des Einsatzes derartiger
Al-Sc-Legierungen für Verbundwerkstoffe 1,
insbesondere Gleitlager 2, wurde bis jetzt jedoch nicht
erkannt.
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Durch
die gezielte Suche nach neuen Möglichkeiten
zur Verbesserung der Qualität
von Ver bundwerkstoffen 1, konnte vom Anmelder nunmehr überraschender
Weise festgestellt werden, dass sich Al-Sc-Legierungen im besonderen
Maße für Verbundwerkstoffe 1,
insbesondere Gleitlager 2, eignen. Für Gleitlager 2 mit einem
Aufbau Laufschicht 4/Zwischenschicht 5/Stützschale 7, ist es
wichtig, dass die Zwischenschicht als Haftvermittler zwischen der
Laufschicht 4 und der Stützschale 7 fungieren
kann. Dazu sollte die Zwischenschicht 5 möglichst
zumindest einen Teil der mechanischen und/oder chemischen Eigenschaften
der beiden anderen genannten Schichten in sich vereinigen, so dass
ein mehr oder weniger kontinuierlicher Übergang der Eigenschaften zwischen
den einzelnen Schichten stattfindet.
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Als
vorteilhaft hat es sich dabei erwiesen, dass durch das Zulegieren
von Sc zu Al-Legierungen Al3Sc Ausscheidungen
auftreten. Diese intermetallische Trialuminidphase kristallisiert
mit einer kubisch primitiven Struktur (Raumgruppe Pm3m) und ist
isotyp zum Cu3Au-Strukturtyp. Die Sc-Atome
sind dabei an den Ecken der Einheitszelle situiert. Die Al-Atome
nehmen die flächenzentrierten
Plätze,
also bspw. 1/2/1/2/0, 1/2/0/1/2, etc. ein. Im metallischen Aluminium
hingegen nehmen die Aluminiumatome wie bekannt die Positionen in
einem kubisch flächenzentrierten
Gitter ein. Aufgrund der geringen Differenz der Metallradien von
Sc (162 pm, Koordinationszahl 12) und Al (143 pm, Koordinationszahl 12)
(ev. Kovalente Bindungsanteile werden vernachlässigt) kann man auch für die Trialuminide
des Cu3Au-Typs zumindest annähernd eine hypothetische kubisch flächenzentrierte
Struktur annehmen. Da zusätzlich
die Gitterparameter von Aluminium (a = 0,4049 nm) und Al3Sc (a =
0,4105 nm) vergleichbar sind, kommt es zur Ausbildung sogenannter
kohärenter
Phasen, d.h. daß die
Gitternetzlinien der Aluminiummatrix zwar gestört aber nicht durchbrochen
werden. Dadurch erhalten diese Legierungen eine gute Verformbarkeit,
begründet
durch die immer vorhandenen Versetzungen, sowie die bei kubisch
flächenzentrierten
Kristallen vorhandenen Gleitrichtungen entlang der Oktaederflächen {111}.
Jede dieser Gleitebenen wiederum enthält drei gleichwertige Gleitrichtungen <110>, sodaß das Abgleiten
also auf 12 verschiedenen Gleitsystemen möglich ist.
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Neben
der guten Duktilität
dieses Al-Sc-Werkstoffes ist es aber auch vorteilhaft, daß derartige
Al-Legierungen kein ausgeprägtes
Aushärtungsverhalten
zeigen. Dadurch kann eine optimale Haftfestigkeit zwischen den einzelnen
Schichten des Verbundwerkstoffes 1 erzielt werden. Die
Harte der Zwischenschicht 5 kann aber zusätzlich durch
weitere Legierungselemente, wie im folgenden noch näher beschrieben
wird, verändert
werden. Insbesondere kann die Härte
dieser Zwischenschicht 5 so eingestellt werden, daß deren
Wert zwischen der Harte der Laufschicht 4 und der Stützschale 7 liegt.
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Ein
weiterer Vorteil dieser Al-Sc-Legierungen ist, dass hohe mechanische
Festigkeitskennwerte beibehalten werden, trotz des Abbaues von Verfestigungen
aus dem Herstellungsprozeß durch
Wärmebehandlungen.
Dadurch können
entsprechende thermische, statische und dynamische Festigkeiten
im Produkt erreicht werden. Für
diese Eigenschaften sind zum Teil die bereits angesprochenen intermetallischen
Trialuminide, also bspw. Al3Sc, verantwortlich.
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2 zeigt
eine der möglichen
Al-Sc-Legierungen mit der Zusammensetzung Al Mn 0,5 Sc 0,15. Aus diesem
Schliffbild der Zwischenschicht 5 geht deutlich hervor,
daß Al3Sc-Kristallite 12 feindispers als
stabile, sphericale Ausscheidungen in der Aluminiummatrix vorliegen.
Daneben sind noch, in ihren Dimensionen deutlich unterschiedliche,
binäre
Al-Mn-Ausscheidungen 13 zu sehen. Diese feindisperse Gefügestruktur
wird durch die Kohärenz
der Al3Sc-Kristallite 12 zur Aluminiummatrix
möglich.
Verbunden damit kann die Beweglichkeit senkrecht auf die Gleitebenen
und das Rekristallisationsverhalten durch erhöhte Rekristallisationstemperatur
gesenkt werden. Außerdem
wird ein koaliszieren der Subkörner
weitestgehend verhindert. Im Vergleich zu üblichen Kornverfeinerern, wie
bspw. Ti, Zr, Mn, etc., können
die Al-Sc-Dispersoide wegen ihrer besseren Löslichkeit eine größere Volumenfraktion
einnehmen.
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Durch
diese feine Verteilung der Al3Sc-Kristallite 12 ist
es zudem möglich,
daß beispielsweise
auftretende Microrisse innerhalb der Al-Sc-Legierung sich an diesen
Al3Sc-Kristalliten 12 "totlaufen", und sind damit verbesserte
mechanische Eigenschaften zu erreichen. Durch die heterogene Keimbildung,
begründet
durch die hohe Temperatur des Al-Al3Sc-Eutektikums,
kann bspw. die Heißrißanfälligkeit
gesenkt werden, und kann zudem die Schweißbarkeit derartiger Legierungen
verbessert werden, sodaß ein
besserer Verbund der einzelnen Schichten des Verbundwerkstoffes 1 möglich ist.
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Die
größere Volumenfraktion
des Sc ist wichtig um die Rekristallisation zu verhindern und schützt vor der
Vernichtung der Subkörner.
Die hohe Kohärenz
kann zudem die Bewegung der Korngrenzen verhindern, sodaß ein feineres
Korngefüge
möglich
ist.
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Durch
die Beimengung von Sc lassen sich Rekristallisationstemperaturen
bis 600°C
verwirklichen. Im Vergleich dazu weisen Aluminiumlegierungen mit
Mangan (325°C),
Chrom (325°C)
oder Zirkon (400°C)
bedeutend niedere Rekristallisationstemperaturen auf. Der Vorteil,
der damit erreicht werden kann, ist die bessere Verarbeitbarkeit
derartiger Legierungen, d.h. daß die
Verarbeitung bei höheren
Temperaturen stattfinden kann, ohne daß mit einer nennenswerten Verringerung
der mechanischen Festigkeiten aufgrund der Rekristallisation zu
rechnen ist. Ursache für
die Rekristallisation ist, daß beispielsweise
ein kalt verformtes Metall, also beispielsweise ein durch Walzen
verformtes Metall, unter einem Zwangszustand steht und versucht
bei Wärmebeaufschlagung
des Metalls, beispielsweise wenn also Gleitlager in Motoren eingesetzt
werden mit sich schnell drehenden Wellen, die Verformungsspannungen
abzubauen und Gitterstörungen
auszuheilen. Damit verbunden wäre
ein bedeutender Abfall der mechanischen Eigenschaften, beispielsweise
der Härte
dieser Legierungen, und würde
somit die Standzeit von beispielsweise Gleitlagern 2 bedeutend
verkürzt,
d.h. dass die Wartungsintervalle und somit auch die Wartungskosten
um einen nicht unbedeutenden Faktor vergrößert werden.
-
Durch
die thermische Stabilität
der Al3Sc-Kristallite 12 kann auch
die Überalterung
derartiger Legierungen verbessert werden.
-
Die
Korngröße der Al3Sc-Kristallite 12 kann bei der
erfindungsgemäßen Zwischenschicht 5 im
Bereich zwischen 0,005 μm
und 5 μm,
vorzugsweise zwischen 0,1 μm
und 1 μm,
liegen.
-
Wie
bereits erwähnt,
kann Sc zumindest teilweise durch eine Reihe anderer Metalle ersetzt
werden. Dadurch ist es nicht nur möglich, die Kosten für die Herstellung
der Zwischenschicht 5 zu steuern, sondern sind dadurch
auch gezielt die Eigenschaften dieser Zwischenschicht 5 einstellbar.
-
Als
Substitutionselemente für
Sc kommen beispielsweise Elemente in Frage, die intermetallische
Verbindungen mit Aluminium bilden können, ähnlich zu Al3Sc.
Dadurch wird es wiederum möglich,
diese intermetallischen Verbindungen aus der sogenannten "solid solution" in Aluminium auszuscheiden,
und haben diese Ausscheidungen einen positiven Einfluß auf die
Festigkeit der Al-Matrix.
-
Sc
als III A-Element besitzt chemische Ähnlichkeiten zu Y, den Lanthanoiden
und bestimmten Übergangselementen
(Seltene Erden). So bilden beispielsweise Y, Dy, Ho, Er, Yb, Lu ähnlich zu
Scandium Al
3M-Kristallite und sind diese
Phasen z.T. isotyp zu besagtem Cu
3Au-Typ. Zudem sind,
wie in der
US 4,874,440
A festgehalten ist, die Gitterparameter der kubisch primitiven
Einheitszelle für
diese Ausscheidungen annähernd
von einer Größe, die
jenen von Al
3Sc entspricht. Somit sind aber
auch die Differenzen zum kubisch flächenzen-trierten Gitter der
Al-Matrix nicht signifikant ausgeprägt und können dadurch wiederum kohärente, in
der Aluminiummatrix eingebettete Phasen entstehen. Selbstverständlich ist
es möglich,
dass das Sc durch die genannten Elemente nicht vollständig ersetzt
wird, sondern daß sich
vielmehr Mischkristalle des Typs Al
3M
1-xM'
x ausbilden.
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Vergleicht
man weiters die Elektronegativitätsdifferenz
zwischen Aluminium und den vorab nicht genannten Lanthanoidelementen
bzw. deren Metallradien, so ist es denkbar und möglich, das Sc durch diese Elemente
zumindest teilweise zu ersetzen bzw. ist es möglich, dass sämtliche
Metalle untereinander Mischkristallreihen bilden bspw. ternäre, quaternäre aber
auch höhere.
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Entsprechende
Angaben dazu finden sich beispielsweise in dem Artikel "Explanatory Alloy
Development in the System Al-Sc-X" (Ralph R. Sawtell and J. W. Morris,
Jr.; Dispersion Strengthened Aluminum Alloys; Edited by Y.-W. Kim
and W.M. Griffith; The Minerals, Metals & Materials Society, 1988, Seiten
409 bis 420)
-
Ebenso
können
sich auch Elemente aus der Gruppe der Actinoide verhalten.
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Übergangselemente
wie Hf, Nb, Ta, La sind zwar einerseits signifikant größer als
Sc, können
aber andererseits ein ähnliches
Verhalten wie Sc in Aluminiumlegierungen zeigen, welches auf elastische
Effekte zurückgeführt werden
kann.
-
Typischerweise
kristallisieren Übergangselemente
in anderen Strukturtypen als dem genannten Cu3Au-Typ,
beispielsweise im kubischen Mg2Cu-Typ, einer
Lavesphase, oder dem orthorhombischen AlDy-Typ. Denkbar sind jedoch
auch hierbei wiederum Mischkristallbildungen, wobei durch die Zugabe
von Übergangselementen
die Eigenschaften verändert
werden können
und beispielsweise die Festigkeit dadurch erhöht werden kann. Dabei können die Übergangselemente
beinahe zur Gänze
in den A3M-Phasen aufgenommen werden, und
kann z.B. die Festigkeit von Al-Sc-Legierungen gesteigert werden.
-
Selbstverständlich ist
es möglich,
daß auch
die Elemente der Lanthanoide in anderen Strukturtypen kristallisieren
wie in beispielsweise dem angesprochenen Al3Dy-Typ,
jedoch erscheint es für
die Ausbildung kohärenter
Phasen von entscheidender Bedeutung zu sein, daß die Gitterkonstante dieser
A3M-Phasen zumindest annähernd den Wert der Gitterkonstante
des kubisch flächenzentrierten
Aluminiums aufweist.
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Neben
den genannten Elementen können
aber auch die Elemente Li und Zr Phasen des Typs A3M bilden,
bzw. können
diese auch ternäre
Mischkristalle des Typs Al3 (Li, Zr) in
der Alumniniummatrix ausbilden. Lithium kann dabei dazu verwendet
werden, dass ein signifikanter Anstieg der Dichte der Aluminiumlegierung vermieden
wird. Zusätzlich
ist es möglich,
durch bewußte
Lithiumzugabe das E-Modul der Al-Sc-Legierung zu verändern, insbesondere
zu erhöhen.
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Wie
in dem Artikel "Influence
of the particle size an recrystallization and grain growth in Al-Mg-X-alloys" (J.S. Vetrano, S.M.
Bruemmer, L.M. Pawlowski, I.M. Robertson; Materials Science and
Engineering A 238; 1997; 101 ff) festgehalten ist, kann Zirkon Scandium
in einem Ausmaß von
bis zu 50 Atom-% ersetzen. Dadurch können thermisch stabilere Ausscheidungen
erreicht werden, wobei die Größe dieser
Kristallite weitestgehend unabhängig
von der Homogenisierungstemperatur nach z.B. einem Guß ist und
im Bereich zwischen 50 nm bis 150 nm liegen kann. Derartige Al3(Zr, Sc) Ausscheidungen können die
Rekristallisation fast bis zum Schmelzpunkt der Aluminiumlegierung
verhindern, so dass die Hochtemperaturbelastbarkeit derartiger Legierungen
und damit in Folge auch des Verbundwerkstoffes 1 verbessert
werden kann.
-
Durch
die Zugabe von Zn ist es aber auch möglich, die Form von primär entstandenen
Aluminiden, bspw. Mn-, Fe-, Cr- Aluminid, etc. zu verändern, z.B.
von der Nadelform in sphäricale
Formen. Dadurch ist es möglich,
derartige Legierungen auch bei höheren
Temperaturen zu belasten, da Aluminid mit runden Formen weniger
Rekristallisationskeime bilden als nadelige, und somit kann durch
das Zusammenwirken von Sc und Zr das Rekristallisationsverhalten
derartiger Legierungen optimiert werden.
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Neben
den genannten Metallen können
aber auch eine Reihe weiterer Elemente zugesetzt werden, wobei im
folgenden abrißartig
versucht werden soll, deren Einfluß auf die jeweiligen Legierungen
darzustellen.
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Cu,
Mg, Si und Zn werden von Aluminium in fester Lösung aufgenommen, wobei aluminiumreiche Mischkristalle
entstehen können.
Cu, bzw. Cu und Mg, bilden z.B. mit Al sogenannte aushärtbare Kentlegierungen,
welche gut verformbar und abwalzbar sind. Cu wirkt zudem matrixverstärkend durch
Mischkristallhärtung.
Einzelheiten dazu können
beispielsweise dem Tagungsbericht "The effect of Scandium an the agehardening
behavior of an Al-Cu alloy" (The
fourth international conference an aluminum alloys; M. Nakayama,
Y. Miura, 1994, S. 538 ff) entnommen werden. Al2Cu
und Al3Sc Kristallite scheiden sich unabhängig voneinander aus,
so dass es zu keiner heterogenen Keimbildung kommt. Die Ausscheidung
dieser Kristallite beginnt aber nahezu gleichzeitig.
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Es
soll bereits an dieser Stelle festgehalten werden, daß die Ausscheidung
der A3M-Phasen, insbesondere von Al3Sc, üblicherweise
vor der Ausscheidung andersartiger Aluminide beginnt und somit diese
Ausscheidungen beispielsweise einen Kristallkeim für letztgenannte
Aluminide bilden können.
Durch dieses frühzeitige
Ausscheiden ist es aber auch möglich,
Al3Sc-Kristallite 12 bzw. entsprechende
Ausscheidungen feindispers in der Aluminiummatrix zu verteilen,
insbesondere dann, wenn nach der ersten Keimbildung die A3M-Phasen nicht weiter wachsen sondern eine
Vielzahl einzelner Kristallkeime bilden.
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Al3Sc-Kristallite 12 können bis
zu einer Größe von 10
nm wachsen und bleiben in der Folge fein und annähernd gleichmäßig verteilt.
Dadurch kann wie bereits erwähnt
die Überalterung
dieser Legierungen weitgehend vermieden (siehe z.B. "The ageing behavior
and tensile properties of Al-Sc alloy"; The third International Conference
an Aluminium Alloys; T. Tan, Z. Zheng, B. Wang, 1992, Seite 290
ff) und die thermische Stabilität
erhöht
werden. Al3Sc-Kristallite 12 wachsen üblicherweise
nur bis 100 nm, wenn sie beim Lösungsglühen nicht
aufgelöst
werden.
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Ein
Mg-Zusatz alleine zu derartigen Legierungen führt normalerweise nicht zur
Aushärtbarkeit.
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Si
und Mg können
eine intermetallische Verbindung Mg2Si bilden,
die ebenfalls temperaturabhängig
in der Aluminiummatrix löslich
ist und zu aushärtbaren
Legierungen führen
kann. Durch Al-Si-Mischkristalle kann die Festigkeit erhöht werden.
Bei der Zugabe von Mg sollte jedoch darauf geachtet werden, dass
der jeweilige Gewichtsanteil nicht zu groß ist und sich Al3Mg2 Phasen an den diversen Korngrenzen ausscheiden,
wodurch interkristalline Korrosion hervorgerufen werden kann.
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Cr
kann durch die Ausscheidung von z.B. Al7Cr
zur Kornverfeinerung wie auch Zr beitragen. Cr ist in Al kaum löslich und
durch die Al7Cr Ausscheidung wird die Kriechbeständigkeit
erhöht.
Dadurch kann die Härte und
die Festigkeit derartiger Aluminiumlegierungen bei höherer Temperatur
verbessert werden. Außerdem kann
durch Al7Cr Eisen gebunden werden, so dass
die Ausscheidung von Al3Fe-Nadeln verhindert
wird. Durch eine derartige Nadelbildung werden die mechanischen
Eigenschaften von Al-Legierungen beeinflußt und kommt es unter Umständen zur
Versprödung.
-
Fe
kann jedoch in Verbindung mit Mn Aluminide bilden, die zur Verbesserung
der Festigkeit bei höheren
Temperaturen beitragen.
-
Co
ist in Al ebenfalls unlöslich,
kann aber durch die Ausscheidung von Al9Co2 die Kriechbeständigkeit erhöhen und
zudem Fe binden.
-
Cu
kann in starkem Maße
die Zugfestigkeit des Aluminiums erhöhen. Höher kupferhaltige Legierungen können bspw.
durch Abschrecken von annähernd
555°C aushärtbar sein.
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Ni
ist ebenso wie Co und Fe in Al unlöslich, kann aber durch Al3Ni-Ausscheidungen die Kriechbeständigkeit
und die Festigkeit bei höheren
Temperaturen wie beispielsweise Co erhöhen.
-
Die
Elemente Cr, Hf, Ti, V und Mn können
ebenso wie Zr zur Kornverfeinerung, insbesondere zur Kontrolle der
Kornstruktur, Al-Legierungen zugesetzt werden.
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Mn-Zusätze wirken
verfestigend und verbessern die Korrosionsbeständigkeit, bzw. kann damit auch die
Rekristallisationstemperatur erhöht
werden. Außerdem
kann wie bereits erwähnt
speziell bei kleinen Fe-Gehalten die Ausbildung von langspießigen, spröden Al3Fe-Nadeln verhindert werden, indem das Eisen von
den günstiger
geformten Al6Mn-Kristallen aufgenommen wird.
-
Mit
den Elementen Sn, Sb, Pb und Bi, den sogenannten Weichphasenbildnern,
können
die Eigenschaften der Zwischenschicht 5 jenen der Laufschicht 4 so
angepaßt
werden, dass ein guter Verbund zwischen den einzelnen Schichten
des Verbundwerkstoffes 1 erreicht werden kann, und dass
insbesondere die Harte von der Laufschicht 4 in Richtung
auf die Stützschale 7 zunimmt.
-
Mit
Hilfe der Elemente Ag, Au, Pd und Pt kann die Aushärtbarkeit
von Al-Legierungen verändert
werden, bspw. können
aushärtbare
Al-Ag-Legierungen durch die Ausscheidung der Gleichgewichtsphase
AlAg2 hergestellt werden.
-
Die
Elemente W, Ta, Re, Mo, Nb und Ca können weiters die plastischen
Eigenschaften, insbesondere die Verformbarkeit, derartiger Al-Legierungen
positiv beeinflussen.
-
Be
kann, insbesondere in Mehrelementlegierungen, die Feinkörnigkeit
der Ausscheidungen aus übersättigten
festen Lösungsphasen
verbessern.
-
Durch
die Elemente In, Ge und Te können
die Eigenschaften der Aluminiumlegierung für die Zwischenschicht 5 weiters
dahingehend verändert
werden, dass diese sowohl teilweise die Eigenschaften der Laufschicht 4 als
auch der Stützschale 7 umfassen.
-
Wie
bereits erwähnt,
kann der Verbundwerkstoff 1 die Laufschicht 4 umfassen.
Als Werkstoffe für
die Laufschicht 4 können
sämtliche
Materialien bzw. Legierungen verwendet werden, die zur Ausbildung
der Laufschicht 4 für
das Gleitlager 2 geeignet sind. Derartige Lagerwerkstoffe
sollen z.B. gute Gleiteigenschaften, eine gute Duktilität, eine
Einbettfähigkeit
für Fremdpartikel
usw. aufweisen. Zudem sollten sie noch entsprechende Festigkeitseigenschaften
besitzen.
-
Geeignete
Werkstoffe für
derartige Laufschichten 4 sind z.B. Aluminiumlegierungen
mit einem entsprechenden Anteil an Weichphasenbildnern, z.B. Pb,
Sn, Sb, Bi, etc. So ist es beispielsweise möglich, dass die Laufschicht 4 neben
Aluminium auch Zinn als Hauptlegierungselement enthält, wobei
der Zinnanteil im Bereich zwischen 5 Gew.-% und 45 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 14 Gew.-% und 40 Gew.-%, insbesondere zwischen 16 Gew.-%
und 32 Gew.-%, liegen kann.
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Neben
Sn können
aber auch eine Reihe weiterer Legierungselemente enthalten sein,
wobei deren Gewichtsanteil in Summe höchstens 11 Gew.-% bezogen auf
die Gesamtlegierung betragen kann. Bspw. kann zumindest ein Legierungselement
aus einer Mn, Fe, Cr, Zr, Co und Zn enthaltenden Gruppe und zumindest ein
Legierungselement aus einer Pb, Bi, Sb und In enthaltenden Gruppe
zulegiert sein.
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Die
Laufschicht 4 kann aber auch aus einer Aluminiumlegierung
mit zumindest 16 Gew.-% Zinn und aus in Summe höchstens 11 Gew.-% anderen Elementen,
wie Mg, Zn, Pb, Bi, Li, Sb, In, Fe, Cr, Mn, Cu oder dgl., gebildet
sein.
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Die
letztgenannten Elemente können
einzeln, d.h. sie müssen
nicht zwingend in Kombination, in der Legierung vorhanden sein,
allerdings mit der Beschränkung,
daß jedenfalls
ein Element aus der Gruppe Mg und Zn und ein Element aus der Gruppe
Pb und Bi zulegiert sein muß.
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Der
Mengenanteil von Cu kann zwischen 0,65 Gew.-% und 1,80 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 1,35 Gew.-% bis 1,45 Gew.-%, insbesondere 1,44 Gew.-%,
der von Mn zwischen 0,25 Gew.-% und 0,75 Gew.-%, vorzugsweise zwischen
0,35 Gew.-% und 0,50 Gew.-%, insbesondere 0,47 Gew.-%, der von Fe
zwischen 0,15 Gew.-% und 0,55 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,18
Gew.-% und 0,28 Gew.-%, insbesondere 0,24 Gew.-% und der von Cr
zwischen 0,05 Gew.-% und 0,18 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,07
Gew.-% und 0,15 Gew.-%,
insbesondere 0,08 Gew.-% liegen. Den Rest auf 100 Gew.-% bildet
Al mit den ihm eigenen, aus dem Abbaugebiet des Rohstoffes und dem
Herstellungsprozeß stammenden,
Verunreinigungen.
-
Für die weitere
Ausführung
der Erfindung wird eine Legierung mit folgender Zusammensetzung
verwendet, wobei die Zahlenangaben als Gewichtsprozent zu verstehen
sind:
| Sn | 22,1 | Fe | 0,24 |
| Cu | 1,44 | Cr | 0,08 |
| Mn | 0,47 | Pb | 0,20 |
| Bi | 0,12 | Zn | 1,20 |
| Mg | 0,50 | Al
+ Verunreinigungen | Rest
auf 100 |
-
Diese
Zusammensetzung stellt natürlich
nur ein Beispiel von vielen Variationsmöglichkeiten dar, deren Aufzählung hier
unmöglich
ist. Dies bedeutet aber nicht, daß die Erfindung auf dieses
Beispiel limitiert ist.
-
Charakteristisch
für Legierungen
dieser Art mit den angegebenen Grenzen an zuzulegieren den Elementen
ist, dass es dabei nach dem Aufschmelzen der Bestandteile und dem
anschließenden
Abkühlen
zur Ausscheidung von sog. Hartteilchen kommt, die durch Verbindungsbildung,
beispielsweise Aluminidbildung, in dem Mehrkomponentensystem entstehen.
Diese Hartteilchen übernehmen
dabei zum einen die Funktion der Harte der Legierung, zum anderen
können
sie bewirken, daß sich
bei dem großen
Anteil an Zinn kein zusammenhängendes
Zinnetz bildet, welches die Matrixstruktur und damit die Struktur-festigkeit
empfindlich stören würde. Die
Verfestigung der Aluminiummatrix ist jedoch stark von der Morphologie
dieser intermetallischen Phasen abhängig. Da bei einer Sphärodisierungsglühung, wie
sie z.B. zur Minimierung der Friktionswirkung von Aluminiumlegierungen
mit Siliziumhartteilchen verwendet wird, Ausscheidung und Zusammenlagerung des
Zinns mit den damit verbundenen Nachteilen zu erwarten ist, werden
der Legierung Elemente wie z.B. Antimon zugesetzt, um die Kerbwirkung
der Hartpartikel zu verringern.
-
Durch
die spezielle Elementkombination der Matrixlegierung, in der der
Gehalt an wenig löslichen
Aluminidbildnern auf ein Mindestmaß reduziert ist, kann eine
Matrixverstärkung
durch Elemente erzielt wird, die in der Aluminiummatrix weniger
eingeschränkt
löslich
sind. Durch die Elemente der Gruppe Pb, Bi, Sb und In kann die Grenzflächenspannung
des Sn, durch die Elemente der Gruppe Mg, Zn, Li die des Aluminiums
und damit insgesamt die Benetzbarkeit der Aluminiummatrix durch
das Zinn so beeinflußt
werden, dass sich bei der Erstarrung der Aluminiummatrix das Zinn
nicht an den Korngrenzen der Matrix als zusammenhängendes Netz
niederschlagen kann. Die Unterbrechung der Netzstruktur der Zinnphase
führt somit
zu einer Veränderung
der Gefügestruktur
und auf vorteilhafte Weise zu einer entsprechenden Steigerung der
strukturellen Festigkeit der Legierung, und damit des Lagerelementes 1,
sowie zu einer verbesserten Umformbarkeit.
-
In
diesem Zusammenhang zeigt sich auch die vorteilhafte Verwendung
von Al-Sc-Legierungen für
derartige Verbundwerkstoffe 1, wobei es damit möglich ist
auch für
neue, höherfeste
Lagerwerkstoffe Zwischenschichten 5 zur Verfügung zu
stellen, deren Eigenschaften auf die Eigenschaften, beispielsweise
die mechanischen Eigenschaften, der Laufschicht 4 bzw.
der Stützschale 7 abgestimmt
worden ist.
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Die
vorwiegend im Zinn bzw. vorwiegend im Aluminium löslichen
Elemente sind zur Erzielung der angestrebten Wirkung in einer vom
Zinn- bzw. Aluminiumgehalt abhängigen
Menge zuzulegieren, die durch die maximale Löslichkeit der einzelnen Elemente
bei eutektischer Temperatur bestimmt wird. Der Anteil des jeweiligen
Elementes aus der neben Pb und Bi auch Sb und In enthaltenden Elementengruppe
soll zwischen 10 % und 75 % der maximalen Löslichkeit des jeweiligen Elementes
in dem gesamten Zinngehalt, der Gesamtanteil dieser Elementengruppe
soll aber mindestens 50 % und höchstens
350 % der maximalen Löslichkeit
des am wenigstens in Zinn löslichen
Gruppenelementes betragen. Der Anteil des jeweiligen Elementes aus
der neben Mg und Zn auch Li enthaltenden Elementengruppe soll zwischen
6 % und 50 % der maximalen Löslichkeit
des jeweiligen Elementes im gesamten Aluminiumgehalt liegen, der
Gesamtanteil dieser Elementengruppe soll dabei aber mindestens 25
% und höchstens
150 % der maximalen Löslichkeit
des am wenigsten im Aluminium löslichen Gruppenelementes
ausmachen.
-
Die
angegebenen oberen und unteren Grenzwerte für die auf den Zinn- bzw. Aluminiumgehalt
bezogenen Anteile der Elemente stellen eine für die Unterbindung einer zusammenhängenden
Netzstruktur des Zinns ausreichende Wirkung auf die Veränderung
der Grenzflächenspannung
dar, ohne eine nachteilige Wechselwirkung mit den Elementen der
Matrixlegierung befürchten
zu müssen.
In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass ein Elementanteil über die
maximale Löslichkeit
hinaus im Rahmen der angegebenen Grenzen durchaus sinnvoll sein
kann, weil diese Elemente ja bereits in der allmählich erstarrenden Schmelze
zu wirken beginnen.
-
Um
die Vorteile der genannten Al-Sc-Lagerlegierung gegenüber einem
herkömmlichen
Gleitlagerwerkstoff deutlich zu machen, wird im folgenden ein üblicher
Gleitlagerwerkstoff mit 20 Gew.-% Zinn, 0,9 Gew.-% Kupfer, Rest
Aluminium mit den üblichen
Verunreinigun-gen einer Aluminiumlegierung oben genannter Zusammensetzung
gegenübergestellt.
-
Dies
soll jedoch nicht bedeuten, daß Gleitlagerwerkstoffe
mit 20 Gew.-% Sn, 0,9 Gew.-% Cu, Rest Al nicht für die erfindungsgemäßen Verbundwerkstoffe 1 verwendet
werden können.
Es soll damit nur verdeutlicht werden, daß Al-Sn-Lagerlegierungen mit
sphäroidartigen
Partikeln in der Sn-Weichmetallphase höhere Festigkeiten aufweisen
können,
wodurch auch der Vorteil der höherfesten
Zwischenschicht 5 zum Ausdruck gebracht werden kann. Selbstverständlich können "minderwertigere" Lagerwerkstoffe
für die
Laufschicht 4 gegebenenfalls verwendet werden, insbesondere
dann, wenn die Anforderungen an die Laufschicht 4 nicht
sehr hoch sind, sodaß es
z.B. aus Kostengründen
günstiger
ist, derartige Lagerwerkstoffe einzusetzen.
-
Die
beiden zu untersuchenden Legierungen wurden unter übereinstimmenden
Bedingungen im horizontalen Strangguß in Bandform vergossen, und
zwar mit einer Breite von 100 mm und einer Höhe von 10 mm. Die Wärmeabfuhr
während
des Erstarrungsvorganges betrug in beiden Fällen zufolge der gewählten Abzugsverhältnisse
zwischen 3,4 J/s bis 3,7 J/s. Da eine möglichst hohe Gesamtverformung
ohne Unterbrechung durch ein Zwischenglühen bei Lagerwerkstoffen aus
einer Aluminiumlegierung zu vorteilhaften mechanischen und tribologischen
Eigenschaften führt,
wurde die Verformbarkeit der beiden Legierungen untersucht. Zu diesem
Zweck wurde der bekannte Gleitlagerwerkstoff einer Wärmebehandlung
bei 350°C
während
einer Zeitspanne von 3 Stunden unterworfen. Durch diese Glühbehandlung
wird eine stärkere
Globulitisierung der Zinnpartikel erzielt. Die erfindungsgemäße Legierung
wurde ohne Wärmebehandlung
bei einer Temperatur von 350°C über eine
Zeitspanne von 3 und 19 Stunden untersucht. Für diese Untersuchungen wurde
die Gußhaut bei
den Proben sowohl der bekannten als auch der erfindungsgemäßen Aluminiumlegierung
durch Fräsen
entfernt. Der Probenquerschnitt betrug danach jeweils 80 × 8 mm2.
Mit diesen Proben wurden die ohne Zwischenglühen zulässigen Walzreduktionen bestimmt.
-
Beim
bekannten Gleitlagerwerkstoff traten bereits bei einer Reduktion
von knapp über
30 % erste makroskopische Risse auf. Bei einer Verformung bis auf
45 % führten
diese rasch anwachsenden Risse zu einer Totalschädigung der Probe. Durch die
nach jedem Stich durchgeführten
Härtemessungen
an der gewalzten Oberfläche
konnte beobachtet werden, dass nach dem Erreichen einer maximalen
Härte die
Härte aufgrund einer
Schädigung
der Gefügestruktur
von Stich zu Stich abnahm. Der erfindungsgemäße Werkstoff zeigte hingegen
eine von Stich zu Stich zunehmende Härte.
-
Aus
dem dargestellten Verhalten kann also auf eine erhebliche Verbesserung
der strukturellen Eigenschaften, insbesondere der Festigkeit, geschlossen
werden. Bei der thermisch überalterten
Probe wurden erst bei einer Gesamtverformung von über 55 %
makroskopische Risse erkennbar. Solche Risse traten bei der thermisch
unbehandelten Probe bei einer Gesamtverformung von über 60 %
auf, und konnten bei der Probe mit einer Wärmebehandlung von 3 Stunden
gar erst nach einer Gesamtverformung von über 70 % beobachtet werden.
Im Gegensatz zum bekannten Gleitlagerwerkstoff führten diese Risse außerdem nicht
zu einem Durchreißen
der Proben.
-
Die
Harte nach Vickers der Aluminiumlegierung konnte im Gußzustand
nach dem Erkalten mit 42 HV2 in und quer zur Stranggußrichtung
bestimmt werden. Nach dem Aufplattieren der Laufschicht 4 auf
den Stahl der Stützschale 7 durch
Walzen mit 45 % Stich und der Temperaturbehandlung bei 350°C für 3 Stunden,
ließ sich
die Härte
mit 52 HV2 in und quer zur Walzrichtung bestimmen. Die Härte der
Aluminiumlegierung sollte auf jeden Fall nach dem Aufplattieren
auf Stahl durch Walzen und einer Glühbehandlung bei 300°C bis 400°C für zwei bis
fünf Stunden,
vorzugsweise 350°C
für drei
Stunden in und quer zur Walzrichtung mindestens 20 % höher sein
als quer zur Gußrichtung
im Gußzustand.
Die Härte
sollte zudem einen Wert in und quer zur Walzrichtung von 48 HV2
bis 68 HV2, vorzugsweise 50 HV2 bis 54 HV2, aufweisen. Die Härte des
Stahls sollte nach dem Aufplattieren der Laufschicht durch Walzen
mit mindestens 40 % Stich in höchstens
zwei Stichen oder mit mindestens 25 % Stich in höchstens einem Stich und anschließender Glühbehandlung
bei 300°C
bis 400°C
für zwei bis
fünf Stunden,
vorzugsweise 350°C
für drei
Stunden in und quer zur Walzrichtung mindestens 175 HV2 aufweisen.
Aus diesen Messungen ist also eindeutig zu schließen, dass
die erfindungsgemäße Aluminiumlegierung
die vorteilhafte Eigenschaft der Verfestigung durch Umformen, insbesondere
durch Walzen, besitzt und somit auch für den Einsatz in Hochleistungsmotoren
geeignet ist. Letzteres ist auch damit zu begründen, dass Legierungen auf
Aluminiumbasis die der Erfindung entsprechen einen ausreichend hohen Gehalt
an Weichphasen aufweisen, so dass insgesamt derartige Aluminiummatrixlegierungen
tribologische Eigenschaften besitzen, die dem starken Wunsch nach
immer längeren
Wartungsintervallen Rechnung tragen. Der Gehalt an Weichphasen bewirkt
dabei, dass Beschädigungen
von Lager und Welle durch das infolge der langen Wartungsintervalle
stark verschmutzte, mit Feststoffteilchen aus dem Abrieb beladene,
Schmiermittel vermieden werden.
-
Eine
vorteilhafte Eigenschaft dieser Aluminiumlegierung bzw. der daraus
gebildeten Lagerwerkstoffe ist aber auch deren Nachverfestigung
z.B. in Motoren als Folge der Temperaturbelastung während des
Betriebes, die bekanntlich durch das Schmiermittel nur beschränkt vermieden
werden kann. Damit kann nachhaltig vermieden werden, dass die durch
mehrmaligen Temperaturwechsel fein verteilten, nicht gebundenen
Zinnpartikel zu größeren Teilchen
zusammenfließen.
Zinn besitzt bekanntlich einen Schmelzpunkt von 232°C, eine Temperatur,
die durch laufende Wellen schnell erreicht wird – und ausgeschieden werden.
-
Hierbei
zeigt sich wiederum die vorteilhafte Verwendung von Al-Sc-Legierungen
mit deren guten mechanischen Eigenschaften, wobei sich dabei beispielsweise
die mögliche
Abstimmung der Härte
der Zwischenschichte 5 auf die Härte der Laufschicht 4 in
vorteilhafter Weise darstellt und derartige Al-Sc-Legierungen auch
für höherfeste
Lagerwerkstoffe verwendet werden können.
-
Erfindungsgemäße Verbundwerkstoffe 1 können nach
beliebigen geeigneten Verfahren, welche bereits aus dem Stand der
Technik bekannt sind, hergestellt werden. So ist es bspw. möglich, die
Aluminiumlegierung für
die Zwischenschicht 5 und/oder die Aluminiumlegierung für die Laufschicht 4 im
Stranggußverfahren
herzustellen, wobei Rohlinge vorbestimmbarer Dicke hergestellt werden
können.
Um aus diesen Rohlingen die einzelnen Schichten für den Verbundwerkstoff 1 zu
fertigen, können
diese auf eine vorbestimmbare Dicke bspw. abgewalzt werden. Dieses
Abwalzen kann in mehreren Schritten erfolgen, wobei pro Stich die
Dicke des Rohlings um ca. 10 % bis 70 % verringert werden kann und
wird dieses Verfahren vorzugsweise so lange durchgeführt, bis
die erforderliche Wanddicke der Schichten erreicht ist.
-
Es
ist aber auch möglich,
insbesondere für
die Herstellung des erfindungsgemäßen Verbundwerkstoffes 1,
den Abwalzvorgang so durchzuführen,
dass zwei oder mehrere unterschiedliche und/oder gleiche Schichten übereinander
gelegt werden, wobei durch das Abwalzen und Plattieren ein fester
Verbund der einzelnen Schichten hergestellt werden kann. Beispielsweise
kann die Al-Legierung für
die Laufschicht 4 auf der Oberfläche 11 mit der Al-Legierung
für die
Zwischenschichte 5, also beispielsweise einer Al-Sc-Legierung
und die der Oberfläche 11 gegenüber liegende
Oberfläche
der Laufschicht 4, beispielsweise mit einer Reinaluminiumfolie,
abgedeckt werden. Durch letztere soll verhindert werden, dass insbesondere
beim anschließenden Glühen des
entstandenen Schichtverbundes Weichphasen, die üblicherweise eine Schmelztemperatur
aufweisen, die unter bzw. nahe der Glühtemperatur liegen kann, aus
der Aluminiummatrix der Lagerlegierung austritt und somit verloren
gehen würde.
Um diesem Verbund die benötigte
mechanische Festigkeit für
die Verwendung in einem Gleitlager 2 zu geben, kann in
einem anschließenden
Schritt die Stützschale 7,
beispielsweise Stahl, über
einen erneuten Walzvorgang auf dem Verbund angebracht und damit
verbunden werden. Nach einer anschließenden, erneuten Temperaturbehandlung
des nunmehr beispielsweise dreischichtigen Verbundwerkstoffes 1 wird
diesem beispielsweise in einem Preßgesenk die endgültige Form,
wie die in 1 z.B. dargestellte Halbschale,
verliehen. Abschließend
kann die zur Vermeidung des Zinnaustritts verwendete Aluminiumschicht
von der Laufschicht 4 entfernt werden, bspw. durch Ausbohren.
Entsprechende abschließende
Fertigungsschritte wie beispielsweise das Brechen der Kanten, das
Ausbilden der Nut 8 etc. können danach erfolgen.
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Es
ist aber auch möglich,
daß die
Al-Basis-Legierung bzw. der Verbundwerkstoff nach jeder Gesamtverformung
von mindestens 25 % und höchstens
91 % in einem oder mehreren Verformungsschritten bei einer Temperatur
im Bereich zwischen 85°C
bis 445°C,
vorzugsweise zwischen 150°C
und 400°C,
getempert wird.
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Weiters
ist es möglich,
daß durch
ein Plattierverfahren in einem Walzwerk die Dicke des Verbundwerkstoffes
bzw. der jeweiligen Zwischenprodukte pro Stich im Bereich zwischen
20 % und 75 %, vorzugsweise zwischen 25 % und 50 % verringert wird.
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Neben
der genannten Methode können
aber auch eine Reihe weiterer Verfahren, wie bspw. das CVD-Verfahren
(Chemical Vapour Deposition), diverse Vakuumbeschichtungstechniken
beispielsweise Aufdampfen, Ionenplattieren, Kathodenzerstäuben (Sputtern),
galvanische Techniken, stromlose Tauchverfahren, Sprühbeschichtungsverfahren,
etc. verwendet werden. Zudem können
diverse weitere Verarbeitungstechniken zur Endfertigung der Werkstoffe 1,
wie beispielsweise Lasertechniken, verwendet werden.
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Bei
allen einsetzbaren Verfahren ist es möglich, die Stützschale 7 und/oder
die Zwischenschicht 5 und/oder die Laufschicht 4 als
Ausgangswerkstoff für
das Aufplattieren bzw. Beschichten zu wählen.
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Es
versteht sich von selbst, daß bestimmte
gegebenenfalls notwendige Zwischenschritte, wie bspw. das Entfetten
der Oberflächen,
mit z.B. Lösungsmitteln
erfolgen können.
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Wie
bereits erwähnt,
können
die einzelnen Schichten, insbesondere die Al-Legierungen, während des Herstellungsprozesses,
insbesondere nach einem Abwalzvorgang, zum Spannungsabbau, welcher
durch die Verformung begründet
wird, einer Temperaturbehandlung unterzogen werden. So ist es beispielsweise
möglich,
die Zwischenschicht 5 einer Wärmebehandlung von 0,5 bis 48
Stunden bei einer Temperatur von 85°C bis 445°C zu unterziehen, wobei vorteilhafterweise
der Wert der Härte
der Zwischenschicht 5 nach dieser Wärmebehandlung nicht mehr als
35 % unter demjenigen Wert der Harte liegen kann, den die Zwischenschicht 5 vor der
Massivverformung durch z.B. Walzen, Schmieden, Strangpressen oder
dgl. aufgewie-sen hat. Der Wert der Härte für diese Zwischenschicht 5 kann
bspw. nach einer Massivverformung im Bereich zwischen 70 % und 80
% des vor der Wärmebehandlung
gemessenen Härtewertes
liegen, wobei eine Wärmebehandlung
von 1 bis 24 Stunden bei einer Temperatur im Bereich zwischen 100°C und 350°C durchgeführt worden
sein kann.
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Die
Dicke der einzelnen Schichten kann bspw. für die Laufschicht 4 im
Bereich zwischen 0,3 mm bis 0,6 mm, vorzugsweise 0,4 mm bis 0,5
mm, für
die Zwischenschicht 5 im Bereich zwischen 0,05 mm bis 0,2 mm,
vorzugsweise 0,1 mm bis 0,18 mm, und für die Stützschale 7 im Bereich
zwischen 0,8 mm und 1,8 mm, vorzugsweise zwischen 1,0 mm und 1,5
mm, liegen. Selbstverständlich
sind die einzelnen Dicken der Schichten nur beispielhaft zu verstehen,
da sich insbesondere die Gesamtdicke des Verbundwerkstoffes 1 nach
dem jeweiligen Verwendungszweck richten kann, so dass in der Folge
auch die Dicken der einzelnen Schichten entsprechend angepaßt werden
können.
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Die
Harte der Laufschicht 4 kann beispielsweise nach dem Plattieren
im Bereich zwischen 30,0 HV2 und 110 HV2, vorzugsweise zwischen
45,0 HV2 und 85 HV2 und nach der Wär mebehandlung im Bereich zwischen
25,0 HV2 und 85,0 HV2, vorzugsweise zwischen 40,0 HV2 und 75,0 HV2,
diejenige der Zwischenschicht 5 nach dem Plattieren im
Bereich zwischen 55,0 UMHV20p bis 100 UMHV20p, vorzugsweise 60 UMHV20p bis
85 UMHV20p und nach der Wärmebehandlung
zwischen 45 UMHV20p und 80 UMHV20p, vorzugsweise zwischen 55 UMHV20p
und 75 UMHV20p, und diejenige der Stützschale 7 beispielsweise
von Stahl im Bereich zwischen 110 HV2 und 260 HV2, vorzugsweise
zwischen 150 HV2 und 240 HV2 nach dem Plattieren und nach der Wärmebehandlung
im Bereich zwischen 105 HV2 und 240 HV2, vorzugsweise zwischen 145
HV2 und 235 HV2 liegen.
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Im
Vergleich dazu würde
eine Zwischenschicht 5 aus Reinaluminium, wie sie bspw.
aus dem Stand der Technik bekannt ist, eine Härte von etwa 45 UMHV20p vor
der Wärmebehandlung
und ca. 29 UMHV20p nach der Wärmebehandlung,
also eine deutlich geringere Härte
als die Al-Sc-Legierung der erfindungsgemäßen Zwischenschicht 5 aufweisen.
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Die
Wärmebehandlung
zur Ermittlung oben genannter Werte erfolgte über drei Stunden bei ca. 350°C. Versuche
bei höheren
Temperaturen, bspw. 350°C
bis 400°C,
zeigten jedoch keine signifikante Änderung der Harte der Zwischenschicht 5,
was sich wie bereits erwähnt
dadurch erklären
läßt, dass
die Rekristallisationstemperatur für Al-Sc-Legierungen im Bereich
von ca. 600°C
liegt.
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Wie
weitere Messungen zeigten, ist die Härte der Zwischenschicht 5 sowohl
in Stranggußrichtung
als auch quer zur Stranggußrichtung
zumindest annähernd
gleich, was sich aus der feindispersen Verteilung der Al3Sc-Kristallite 12 über das
gesamte Volumen der Al-Legierung erklären läßt.
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Es
sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass sämtliche
angeführten
Zusammensetzungen für
Al-Legierungen beispielhaften Charakter haben und aus einer Vielzahl
möglicher
Kombinationen ausgewählt
wurden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Erfindung auf diese
Kombinationen bzw. Al-Legierungen beschränkt ist, sondern sind vielmehr
sämtliche
mögliche
Kombinationen von der Erfindung umfaßt.
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In 3 ist
ein Schaubild gezeigt, bei welchem auf der Ordinate die Belastung
in bar und auf der Abszisse die Laufzeit in Minuten mit einer logarithmischen
Teilung aufgetragen ist.
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Wie
bekannt, kommt es durch die Belastung des Gleitlagers 2,
insbesondere der Temperatur- und/oder
Druckbelastung, während
einer sogenannten Einlaufphase und auch danach zu einer Veränderung der
Festigkeit, wobei die Festigkeit von den Legierungsbestandteilen
abhängt.
Nach dieser sogenannten Einlaufzeit und dem Erreichen bestimmter
Grenzwerte treten bis zum Erreichen eines Laufzeitendes, an dem durch
Materialermüdung
ein derartiges Lager verwendungsunfähig wird, keine weiteren wesentlichen
Veränderungen
in der Festigkeit auf.
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Anhand
der nachfolgend beschriebenen Beispiele für unterschiedliche Schichtaufbauten
für derartige Gleitlager 2 wird
der erfindungsgemäße Lageraufbau
und die Auswirkung auf das Lagerstandsverhalten erläutert.
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Bei
sämtlichen
im folgenden beschriebenen Gleitlagern 2 wird als Stützschicht 6 immer
Stahl verwendet, so dass diese Stützschicht 6 in den
nun folgenden Beispielen 1 bis 6 nicht mehr erwähnt wird, sondern implizit
mitgelesen werden kann. Außerdem
sind die einzelnen Schichten der im folgenden beschriebenen Gleitlager 2 untereinander
bewegungsfest verbunden.
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Beispiel
1: Bei diesem Gleitlager 2 ist die Laufschicht 4 aus
einer Aluminiumlegierung mit Zn, insbesondere AlZn 4,5 gebildet.
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Beispiel
2: Für
dieses Dreischichtgleitlager 2 wird eine Zwischenschicht 5 aus
Reinaluminium und eine Laufschicht 3 aus einer Al-Sn-Legierung,
insbesondere AlSn6Cu verwendet.
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Beispiel
3: Dieses Beispiel zeigt ein Gleitlager 2 mit einer Zwischenschicht 5 aus
Reinaluminium und einer Laufschicht 4 aus einer Al-Sn-Legierung,
insbesondere AlSn20Cu.
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Beispiel
4: Für
dieses Gleitlager 2 wurde eine Zwischenschicht aus einer
CuPb-Legierung verwendet, auf die eine Laufschicht aus AlSn20 gesputtert
wurde.
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Beispiel
5: Das Gleitlager 2 dieses Beispiels ist eine Weiterentwicklung
des Beispiels 1, wobei hierbei jedoch eine AlZn-Legierung nicht
mehr als Laufschicht 4, sondern als Zwischenschicht 5 verwendet
wird und die Laufschicht durch eine AlSn20-Legierung gebildet wird.
Anstelle der AlZn-Legierung können
bei diesem Beispiel auch erfindungsgemäße AlSc-Legierungen als Zwischenschicht 5 verwendet
werden.
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Beispiel
6: Dieses abschließende
Beispiel beschreibt ein Gleitlager 2 mit einer erfindungsgemäßen Zwischenschicht 5 aus
einer AlSc-Legierung. Als Laufschicht 4 wurde eine Al-Legie rung
verwendet, die bis zu 32 Gew.-% Sn als Hauptlegierungselement enthalten
kann und die weiters einen Hartstoff aus zumindest einem Element
eines Fe, Mn, Ni, Cr, Co, Cu, Pt, Mg, Sb, W, Nb, V, Ag, Mo oder
Zr enthaltenden Elementgruppe enthält. Der Hartstoff kann dabei
als intermetallische Phase, z.B. durch Aluminidbildung in den Grenzbereichen der
Matrix vorhanden sein, so dass das aufgrund des großen Sn-Gehaltes
entstehende Zinnetz durchbrochen werden kann. Vorzugsweise ist der
Hartstoff kugel- bzw. würfelförmig ausgebildet.
Beispielsweise kann die Legierung neben Al mit dem ihm eigenen Verunreini-gungen
22,1 Gew.-% Sn,
1,44 Gew.-% Cu, 0,47 Gew.-% Mn, 0,24 Gew.-% Fe, 0,08 Gew.-% Cr und
0,5 Gew.-% Mg enthalten.
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Um
nun das Lagerstandsverhalten eines Gleitlagers 2 überprüfen zu können und
verschiedenen Einsatzkategorien zuzuteilen, kann das Lagerstandsverhalten
anhand von vorbestimmten Prüfverfahren
festgestellt und überprüft werden.
Zum Simulieren des Lastverlaufes wird beispielsweise in einem Prüfmotor mit
einer vorbestimmten Drehzahl rotierenden Welle die auf das Lagergehäuse einwirkende
Last aufgebracht, wobei z.B. in Abhängigkeit von der Lagergröße in der
verwendeten Zylindergröße mit einem
Hydraulikdruck von 75 bar gearbeitet werden kann. Ist dann die Maximallagerbelastung
erreicht, wird der Versuch so lange fortgeführt, bis das Lager durch. Verquetschung
der Laufschicht 4 oder Gratbildung im Bereich der Lauf-
bzw. Zwischenschicht 4, 5 oder durch Verreiben
so beschädigt
ist, dass es ausgetauscht werden muß. Die Definition, ab warm
diese Schäden
so bewertet werden, daß das
Lager nicht. mehr verwendbar ist, ist vor jeder einzelnen Versuchs-reihe
im Detail festzulegen.
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In 3 ist
nunmehr das Lagerstandsverhalten der zuvor anhand der Beispiele
1 bis 6 beschriebenen Ausbildungen der einzelnen Gleitlager 2 gezeigt.
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Wie
nun eine Betrachtung des Schaubildes zeigt, das beispielsweise einen
aus dem Stand der Technik bekannten einfachen Lageraufbau, wie er
im Beispiel 1 beschrieben ist, darstellt, fällt ein derartiges Gleitlager 2 bereits
vor Erreichen der Maximalbelastung zum Zeitpunkt 14 – wie im
Schaubild gezeigt – durch
Verreiben der Lagerstelle aus.
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Ein
besseres Lagerstandsverhalten wird bereits mit einer ebenfalls aus
dem Stand der Technik bekannten Ausgestaltung eines Gleitlagers
mit einem Dreischichtaufbau erreicht, bei dem die Stützschale 7 aus Stahl,
die Zwischenschicht 5 aus Reinaluminium und die Laufschicht 4 aus
mit Zinn legierten Al-Legierungen – gemäß Beispiel 2 und 3 – gebildet
ist.
-
Während die
Al-Legierung mit niederem Zinngehalt gemäß Beispiel 2 ebenfalls vor
Erreichen der Maximalbelastung zum Zeitpunkt 15 ausfällt, widersteht
die höherlegierte
Al-Legierung über
einen längeren
Zeitraum die Maximalbelastung bis zu einem Zeitpunkt 16,
zu dem das Lager verquetscht bzw. bis zu einem Zeitpunkt 17,
zu dem das Lager verrieben ist.
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Sehr
hohe Standzeiten eines Lagers werden, wie aus dem Stand der Technik
bekannt, durch einen Lageraufbau gemäß Beispiel 4 erreicht, da ein
derartiges Gleitlager 2 erst nach einer Laufzeit von ca.
10.000 Minuten, also zum Zeitpunkt 18, ausfällt. Derartige
Lager, die bei diesem Vergleichstest eine derart hohe Lagerstandzeit
erreichen, werden auch als "Durchläufer" bezeichnet.
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Beispiel
5 zeigt den Einfluß des
Materials, das für
die Zwischenschicht 5 verwendet wird, auf die Eigenschaften
eines Gleitlagers 2. Während
ein Gleitlager 2 mit einer Zwischenschicht 5 aus
einer AlZn-Legierung bereits zum Zeitpunkt 19 ausfallt,
bringt der Ersatz dieser AlZn-Zwischenschicht
durch eine Zwischenschicht 5 aus einer erfindungsgemäßen AlSc-Legierung
eine wesentliche Erhöhung
der Lagerstandzeit. In 3 sind dazu Zeitpunkte 20, 21,
welche den Bruch des Gleitlagers 2 bzw. dessen Ausfall
bezeichnen, eingetragen.
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Schließlich zeigen
Zeitpunkte 22, 23 die Versuchsergebnisse für ein Gleitlager 2,
dass einerseits eine verbesserte erfindungsgemäße AlSc-Legierung als Zwischenschicht 5 enthält und die
andererseits für
die Laufschicht 4 eine AlSn-Legierung mit hohem Zinnanteil
verwendet. Im Vergleich zu der Laufschicht 4 des Beispiels
5 ist bei dieser höher
festen AlSn-Legierung allerdings das sich durch den hohen Zinnanteil
ausbildende Zinnetz durch Hartstoffe unterbrochen, wobei die an
sich störende
Wirkung dieser Hartstoffe durch die auftretenden Scherkräfte dadurch
umgangen werden kann, dass diese Hartstoff eine kugelige oder würfelige
Form aufweisen.
-
Das
Resümee
dieser Betrachtung ist, daß einerseits
durch einen Einsatz der erfindungsgemäßen Zwischenschicht auf AlSc-Basis
ein Gleitlager 2 zur Verfügung gestellt werden kann,
dessen Eigenschaften so ausgebildet sind, insbesondere im Zusammenspiel
der erfindungsgemäßen Zwischenschicht 5 mit
einer höher festen
Laufschicht 4, daß damit
Lagerstandsverhalten erreicht werden können, die durchaus mit sogenannten "High-Tech"-Gleitlagern 2,
welche mit der Sputtertechnik hergestellt worden sind, vergleichbar
sind und dass andererseits aber auch durchaus brauchbare Lagerstandsverhalten
mit kostengünstigeren
Gleitlagern 2 erreicht werden können, wenn für diese
die erfindungsgemäße Zwischenschicht 5 eingesetzt wird.
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Der
Ordnung halber sei abschließend
darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis des Aufbaus des Verbundwerkstoffes 1 bzw.
der Zwischenschicht 5 diese bzw. deren Bestandteile teilweise
unmaßstäblich und/oder
vergrößert und/oder
verkleinert dargestellt wurden.
-
Die
den eigenständigen
erfinderischen Lösungen
zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden.
-
Vor
allem können
die einzelnen in den 1; 2; 3 gezeigten
Ausführungen
den Gegenstand von eigenständigen,
erfindungsgemäßen Lösungen bilden.
Die diesbezüglichen,
erfindungsgemäßen Aufgaben
und Lösungen
sind den Detailbeschreibungen dieser Figuren zu entnehmen.
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- 1
- Verbundwerkstoff
- 2
- Gleitlager
- 3
- Randschicht
- 4
- Laufschicht
- 5
- Zwischenschicht
- 6
- Randschicht
- 7
- Stützschale
- 8
- Nut
- 9
- Stirnfläche
- 10
- Seitenwand
- 11
- Oberfläche
- 12
- Al3Sc-Kristallit
- 13
- Al-Mn-Ausscheidung
- 14
- Zeitpunkt
- 15
- Zeitpunkt
- 16
- Zeitpunkt
- 17
- Zeitpunkt
- 18
- Zeitpunkt
- 19
- Zeitpunkt
- 20
- Zeitpunkt
- 21
- Zeitpunkt
- 22
- Zeitpunkt
- 23
- Zeitpunkt