DE19960736C1 - Elektrisch leitende Lagerstelle mit nichtleitender Oberfläche - Google Patents
Elektrisch leitende Lagerstelle mit nichtleitender OberflächeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Scharnier aus elektrisch leitendem Material, bestehend aus zwei Scharnierteilen, die mittels eines Scharnierstifts schwenkbar miteinander verbunden sind, wobei der Scharnierstift (3) in einem Scharnierteil (2) drehsicher festgelegt und im anderen Scharnierteil (1) mit Laufsitz gelagert ist. Dabei sind die Teile, die aneinander anliegen und bei einer Schwenkbewegung relativ zueinander bewegt werden, in den aneinander anliegenden Bereichen durch eine elektrisch nicht leitende Beschichtung (5) gegeneinander isoliert. Die Beschichtung ist mindestens an einer Stelle unterbrochen. Dabei ist die Unterbrechungsstelle (6) von Beschichtungsmaterial umgeben und stellt eine elektrisch leitende Kontaktstelle zwischen den sich berührenden Teilen dar.
Description
Die Erfindung betrifft ein Scharnier aus elektrisch leitendem Material,
bestehend aus zwei Scharnierteilen, die mittels eines Scharnierstiftes
schwenkbar miteinander verbunden sind, wobei der Scharnierstift in
einem Scharnierteil drehsicher festgelegt und im anderen Scharnierteil mit
Laufsitz gelagert ist.
Insbesondere betrifft die Erfindung Scharniere für Kraftfahrzeuge. Bei der
Lackierung von Kraftfahrzeugen sind bewegliche Teile an der Karosserie
dann ein besonderes Problem, wenn diese Teile während oder kurz nach
der Lackierung bewegt werden müssen. Hierzu gehören insbesondere mit
Scharnieren verbundene Karosserieteile, wenn sie bei der Lackierung
zum Freilegen darunter angeordneter zu lackierender Teile zunächst
aufgestellt und anschließend wieder zugestellt werden müssen. Eine ganz
besondere Problematik bedeutet dies bei der Anwendung
elektrostatischer Lackoberflächen-Beschichtungsverfahren. Zu den unter
elektrische Spannung gesetzten Teilen an der zu beschichtenden
Karosserie gehören auch die Scharniere. Dabei sind die Lagerstellen
zwischen Scharnierstift und dem diesen mit Laufsitz lagernden
Scharnierteil sowie die aneinander angrenzenden Flächen zwischen den
beiden Scharnierteilen besonders betroffen. Beim sogenannten Elektro
Coating (EC) besteht dabei die Gefahr, daß die Beschichtungspartikel
zwischen Teile gelangen, die sich bei Scharnierbetätigung relativ
zueinander bewegen. Bei einer Relativbewegung der Teile lösen sich
dann leicht Beschichtungspartikel ab, die auf frischbeschichtete bzw. noch
zu beschichtende Flächen fallen und dort zu Beeinträchtungen bei der
Beschichtung führen. Dies hat aufwendige Nacharbeiten oder
Produktionsausschuß zur Folge.
Aus der DE 196 26 279 A1 ist ein elektrisch leitendes Scharnier für Kraftfahrzeuge
bekannt, über das Teile, z. B. eine Motorhaube, am Fahrzeugaufbau anlenkbar sind.
Das Scharnier weist zwei Scharnierteile auf, von denen eines an dem
anzulenkenden Teil und das andere am Fahrzeugaufbau vorgesehen ist. Die beiden
Scharnierteile sind über einen Schwenkbolzen aneinander angelenkt, wobei die
beiden Scharnierteile und damit das am Fahrzeugaufbau angelenkte Teil und der
Fahrzeugaufbau miteinander in elektrisch leitender Verbindung stehen. In einer
besonderen Ausführungsform ist vorgesehen, daß zwischen den Scharnierteilen ein
aus zwei Stoffen, einem druckelastischen und einem unelastischen Material,
bestehende Scheibe angeordnet ist, wodurch einmal die elektrisch leitende
Verbindung gewährleistet ist und zum anderen durch den unelastischen
Umfangsring verhinder wird, daß beim Lackieren des Fahrzeugs flüssiger Lack in die
Gelenkverbindung gelangt.
Diese Vorrichtung ist sehr kompliziert und aufwendig. Davon ausgehend liegt der
Erfindung das technische Problem zugrunde, eine einfache elektrisch leitende
Schwenkverbindung so zu gestalten, daß beim Elektro-Coating elektrostatische
Lackteilchen abgewiesen werden und nicht zwischen sich bei oder unmittelbar nach
der Oberflächenbeschichtung relativ zueinander bewegende, gegenseitig angelenkte
Teile gelangen können.
Diese Aufgabe wird durch ein
Scharnier mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Ein derart
ausgebildetes Scharnier hat den Vorteil, daß die sich relativ zueinander
bewegenden Teile durch eine elektrisch nicht leitende Beschichtung
zumindest ganz überwiegend gegeneinander isoliert sind und somit keine
Beschichtungspartikel in die Grenzflächenbereiche geleitet werden.
Dadurch, daß die elektrisch isolierende Beschichtung eine von
isolierendem Material umgebende Unterbrechungsstelle aufweist, ist
gewährleistet, daß trotzdem alle durch das Scharnier verbundenen
metallischen Teile mit einem die EC-Beschichtung gewährleistendem
elektrischem Potential aufladbar sind. Damit kann ein derartiges Scharnier
in durch EC-Verfahren zu beschichtenden Gegenständen verwendet
werden. Dadurch, daß diese Unterbrechungsstelle eine elektrisch leitende
Kontaktstelle darstellt, jedoch von isolierendem Material umgeben ist,
kann trotz der elektrisch leitenden Kontaktstelle kein
Beschichtungspartikel in die Grenzschicht zwischen der Kontaktstelle und
dem sich relativ dazu bewegenden Teil gelangen.
In einer besonderen Ausführungsform sind die Enden des das Auge
bildenden Abschnitts des den Scharnierstift mit Laufsitz lagernden
Scharnierteils mit einer dreiseitig umfassenden und eng anliegenden
Buchse aus elektrisch leitendem Material umgeben. Damit ist die
Übertragung der Spannung von dem den Scharnierstift mit Laufsitz
aufnehmenden Scharnierteil auf die Buchse und über die Kontaktstelle
auf den Scharnierstift gewährleistet. Die Verwendung einer auf ihrer
Außenfläche elektrisch isolierend beschichteter Buchse hat den Vorteil,
daß die zur Schaffung der Unterbrechungs- und Kontaktstelle
erforderliche Bearbeitung in einfacher Weise an der Buchse
vorgenommen werden kann und nicht an dem durch die Buchse
abgedeckten Scharnierteil durchgeführt werden muß, was wegen dessen
Form und Beschaffenheit nur mit erheblichem Aufwand möglich wäre.
Durch die Bearbeitung wird mindestens eine punktförmige plastische
Ausformung in dem die Lagerstelle für den Scharnierstift bildenden
Abschnitt der Buchse erzeugt. Diese eng umgrenzte Ausformungsstelle
ragt in den Lagerdurchmesser hinein. Die plastische Ausformung kann
beispielsweise durch einen die Basisfläche der U-förmigen Buchse eng
umgrenzt nach außen ausformenden Körnerschlag vor der Montage der
Buchse am Scharnierteil erfolgen.
Bei einer Ausführungsform, in der die Ausformung um ein solches Maß in
den Lagerdurchmesser hineinragt, daß der Durchmesser des
Scharnierstiftkopfes auch bei Untertoleranz größer ist als der Abstand der
Ausformungsspitze zum gegenüberliegenden Abschnitt der die Lagerstelle
bildenden Buchse ist, wird zweckmäßig gewährleistet, daß beim Einsetzen
des Scharnierstiftes in das Scharnierauge des den Scharnierstift mit
Laufsitz aufnehmenden Scharnierteils die Beschichtung über der eng
umgrenzten Ausformungsstelle abgeschert und entfernt wird. Dadurch
liegen an dieser Stelle die elektrisch leitenden Teile von Buchse und
Scharnierstift aneinander an, so daß eine am einen Teil angelegte
Spannung auf das andere Teil übertragen werden kann. In einer ganz
besonderen Ausführungsform besteht die elektrisch nicht leitende bzw.
isolierende Beschichtung aus PTFE, wodurch gewährleistet ist, daß die
Beschichtung als solche absolut nicht leitfähig ist, andererseits jedoch
durch die Scherbeanspruchung bei der Montage des Scharnierstiftes in
einem eng umgrenzten Bereich abgeschert werden kann, ohne die
benachbarten Bereiche zu beeinträchtigen und damit die isolierende
Umgebung zu zerstören.
Die beschriebenen sowie weitere Vorteile der Erfindung werden in
anschaulicher Weise verdeutlicht bei der Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels, das in beigefügter Zeichnung dargestellt ist.
In der Zeichnung ist ein Ausschnitt der Anordnung eines Scharniers mit
den beiden Scharnierteilen 1, 2 und dem Scharnierstift 3 teilweise
geschnitten dargestellt. Dabei ist der Scharnierstift 3 im Scharnierteil 1 mit
Laufsitz gelagert und im Scharnierteil 2 drehsicher festgelegt ist. Im
dargestellten Ausschnitt ist das Scharnierauge im Scharnierteil 1
erkennbar, wobei die Enden des das Auge bildenden Abschnitts des den
Scharnierstift 3 mit Laufsitz lagernden Scharnierteils 1 mit einer dreiseitig
umfassenden und eng anliegenden Buchse 4 umgeben sind. Die Buchse
4 besteht, wie die Scharnierteile 1 und 2 sowie der Scharnierstift 3, aus
elektrisch leitendem Material. Die Buchse 4 weist auf ihrer Außenfläche
eine isolierende, d. h. elektrisch nicht leitende Beschichtung 5 auf. In der
dargestellten Schnittebene weist die Buchse 4 eine eng umgrenzte, nach
außen in den Lagerdurchmesser hineinragende Ausformungsstelle 6 auf.
An dieser Stelle ist die isolierende Beschichtung unterbrochen, so daß die
rings vom isolierenden Material umgebende Unterbrechungsstelle 6 auch
eine elektrische Kontaktstelle bildet.
Der Außendurchmesser des Kopfes vom Scharnierstift 3, der in dem von
der Buchse 4 umgebende Scharnierauge im Scharnierteil 1 gelagert ist, ist
so bemessen, daß er beim Einschieben in die Lagerstelle mit der eng
umgrenzten Ausformungsstelle 6 in Berührung kommt. Dadurch ergibt
sich beim Einschieben des Scharnierstiftes 3 eine Scherbeanspruchung
der Isolierung 5, wodurch diese eng umgrenzt abgeschert wird und auf
diese Weise die Unterbrechungs- bzw. Kontaktstelle 6 bildet. Zweckmäßig
wird der Durchmesser des Scharnierstiftes 3 und entsprechend das
Uberstandsmaß der Ausformungsstelle 6 so bemessen, daß der
Scherkontakt auch bei Untertoleranz des Scharnierstiftdurchmessers
gewährleistet ist.
Wird an der Karosserie zur Beschichtung, beispielsweise zur Lackierung
nach dem EC (Electro-Coating)-Verfahren ein elektrisches Potential
angelegt, ziehen die unter Spannung stehenden Teile die Farbpartikel an,
so daß alle elektrisch leitenden Teile beschichtet werden. Durch die
Beschichtung der Buchsen-Außenfläche mit elektrisch isolierendem
Material gelangen keine Farbpartikel in den Grenzbereich zwischen
Buchse 4 und Scharnierteil 2 sowie zwischen Buchse 4 und Scharnierstift
3. Die Unterbrechungsstelle 6 der Isolierung 5 ist rundum von
isolierendem Material umgeben, so daß auch keine Farb- bzw.
Beschichtungspartikel in die Grenzschicht zwischen den sich relativ
zueinander bewegenden Teile gelangen können. Auf diese Art ist es
möglich, das Scharnier in elektrostatisch zu beschichtende Karosserien
einzubauen, weil die elektrisch leitenden Scharnierteile 1 und 2 sowie der
Scharnierstift 3 miteinander in Kontakt stehen und somit eine
elektrostatische Beschichtung aller elektrisch leitenden Teile gewährleistet
ist. Andererseits gelangen wegen der dicht abschließenden Isolierung 5
zwischen den sich relativ zueinander bewegenden Teile keine Farbpartikel
in deren Grenzschichtbereich.
Claims (4)
1. Scharnier aus elektrisch leitendem Material, bestehend aus zwei
Scharnierteilen, die mittels eines Scharnierstiftes schwenkbar
miteinander verbunden sind, wobei der Scharnierstift (3) in einem
Scharniertei (2) drehsicher festgelegt und im anderen Scharnierteil
(1) mit Laufsitz gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
daß die Teile, die aneinander anliegen und bei einer
Schwenkbewegung relativ zueinander bewegt werden, in den
aneinander anliegenden Bereichen durch eine elektrisch nicht
leitende Beschichtung (5) gegeneinander isoliert sind und daß die
Beschichtung mindestens an einer Steile unterbrochen ist, wobei
die Unterbrechungsstelle (6) von Beschichtungsmaterial umgeben
ist und eine elektrisch leitende Kontaktstelle zwischen den sich
berührenden Teilen darstellt.
2. Scharnier gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Scharnierauge des anderen Scharnierteils (1), in dem der
Scharnierstift (3) mit Laufsitz gelagert ist, eine die Enden des das
Auge bildenden Abschnitts dreiseitig umfassende und eng
anliegende Buchse (4) aus elektrisch leitendem Material über den
Umfang aufweist und die Berührungsflächen der Buchse (4) zum
Scharnierstift (3) und zu dem einen Scharnierteil (2) eine
Beschichtung (5) aus elektrisch isolierendem Material aufweisen,
wobei die Buchse (4) in dem Abschnitt, der die Lagerstelle für den
Scharnierstift (3) bildet, mindestens eine punktförmige plastische
Ausformung derart aufweist, daß die eng umgrenzte
Ausformungsstelle (6) in den Lagerdurchmesser hineinragt.
3. Scharnier gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Höhe, um die die Ausformung in den Lagerdurchmesser hineinragt,
derart bemessen ist, daß der Durchmesser des Scharnierstiftkopfes
auch bei Untertoleranz größer ist als der Abstand von der
Ausformungsspitze zum gegenüberliegenden Abschnitt der die
Lagerstelle bildenden Buchse (4).
4. Scharnier gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die elektrisch nicht leitende Beschichtung aus
PTFE besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999160736 DE19960736C1 (de) | 1999-12-16 | 1999-12-16 | Elektrisch leitende Lagerstelle mit nichtleitender Oberfläche |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999160736 DE19960736C1 (de) | 1999-12-16 | 1999-12-16 | Elektrisch leitende Lagerstelle mit nichtleitender Oberfläche |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19960736C1 true DE19960736C1 (de) | 2001-07-19 |
Family
ID=7932918
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999160736 Expired - Lifetime DE19960736C1 (de) | 1999-12-16 | 1999-12-16 | Elektrisch leitende Lagerstelle mit nichtleitender Oberfläche |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| R071 | Expiry of right |