DE19959669A1 - Trockenpartie - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Trockenpartie zur Trocknung einer Faserstoffbahn (1), insbesondere einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn in Maschinen zur Herstellung und/oder Veredelung derselben, bestehend aus mehreren Trockengruppen, in denen die Faserstoffbahn (1) über beheizte Trockenzylinder (2) und Leitwalzen (3) geführt wird, wobei die Faserstoffbahn (1) von wenigstens einem Band (4) der jeweiligen Trockengruppe gegen die Mantelfläche der Trockenzylinder (2) gedrückt und die Faserstoffbahn (1) an wenigstens einer Übergabestelle (5) zwischen zwei mitlaufenden Transferelementen (6, 7) übergeben wird und das übernehmende Transferelement (7) eine höhere Geschwindigkeit als das übergebende Transferelement (6) aufweist. DOLLAR A Ausgehend davon sollen bei sicherer Bahnführung größere Geschwindigkeitsdifferenzen dadurch möglich werden, dass die Transferelemente (6, 7) an der Übergabestelle (5) mit Geschwindigkeitsdifferenz nicht gegeneinander gedrückt werden und einen Abstand von weniger als 50 mm aufweisen.
Description
Die Erfindung betrifft eine Trockenpartie zur Trocknung einer Faserstoffbahn,
insbesondere einer Papier-, Karton-oder Tissuebahn in Maschinen zur Herstellung
und/oder Veredelung derselben bestehend aus mehreren Trockengruppen, in denen
die Faserstoffbahn über beheizte Trockenzylinder und Leitwalzen geführt wird, wobei
die Faserstoffbahn von wenigstens einem Band der jeweiligen Trockengruppe gegen
die Mantelfläche der Trockenzylinder gedrückt und die Faserstoffbahn an wenigstens
einer Übergabestelle zwischen zwei mitlaufenden Transferelementen übergeben wird
und das übernehmende Transferelement eine höhere Geschwindigkeit als das
übergebende Transferelement aufweist.
Bei feuchten Faserstoffbahnen kommt es insbesondere in Pressen- und
Trockenpartien zur Dehnung infolge der Einwirkung äußerer Kräfte, wie Haftkräften an
Walzen und Bändern, Zentrifugalkräften sowie Kräften auf Grund von Unterdruck oder
Luftströmungen. Diese Dehnung wiederum kann zur Faltenbildung oder sogar zum
Abriss führen.
Um die Übergabe der Faserstoffbahn zwischen zwei Transferelementen zu
unterstützen und die Dehnungen auszugleichen, werden die übernehmenden
Transferelemente häufig mit einer höheren Geschwindigkeit angetrieben, das heißt es
wird an der Übergabestelle ein Zug aufgebaut.
Die Übergabe der Faserstoffbahn erfolgt dabei im allgemeinen von dem letzten
Trockenzylinder einer Trockengruppe an das Trockensieb der folgenden
Trockengruppe, wobei das Trockensieb den Trockenzylinder zumindest geringfügig
umschlingt. Diese Umschlingung gewährleistet einerseits eine sichere Übergabe der
Faserstoffbahn, insbesondere bei hohen Bahngeschwindigkeiten, begrenzt aber auf
der anderen Seite die maximale Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den
Transferelementen.
Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Möglichkeit zum Aufbau einer möglichst
kleinen, jedoch ausreichenden Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den
Transferelementen bei gleichzeitiger Gewährleistung einer sicheren Führung und
Übergabe der Faserstoffbahn an der Übergabestelle zu schaffen.
Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Transferelemente an
der Übergabestelle mit Geschwindigkeitsdifferenz nicht gegeneinander gedrückt
werden und einen Abstand von weniger als 50 mm aufweisen.
Hierdurch wird das Einklemmen der Faserstoffbahn zwischen den Transferelementen
ausgeschlossen, wodurch größere Geschwindigkeitsdifferenzen ohne negative
Auswirkungen auf die Papierqualität möglich sind. Der Abstand zwischen den
Transferelementen ist dabei so gering, dass dennoch eine sichere Führung der
Faserstoffbahn an der Übergabestelle gegeben ist.
Vorteilhaft ist es hierbei, wenn der Abstand zwischen den Transferelementen an der
Übergabestelle mit Geschwindigkeitsdifferenz größer als Null und kleiner als 35 mm
ist.
Die Transferelemente können dabei als Walze, vorzugsweise als Trockenzylinder
und/oder als Band, vorzugsweise als Trockensieb ausgeführt sein. Sollte ein Band zur
Anwendung kommen, so ist es von Vorteil, wenn das übernehmende Transferelement
als Band ausgebildet ist und an der Übergabestelle über ein Saugelement,
vorzugsweise in Form einer besaugten Walze geführt wird. Das Saugelement
unterstützt dabei die Übernahme der Faserstoffbahn und das Haften am
übernehmenden Band.
Falls ein Transferelement von einer Walze gebildet wird, so sollte das andere
Transferelement ein Band sein. Dies erlaubt eine Vernachlässigung des Durchhanges
der oft sehr breiten Walzen bei der Bildung der Übergabestelle. Das Band sollte die
Walze an der Übergabestelle jedoch nicht umschlingen, um die Kraftwirkung auf die
Faserstoffbahn zu minimieren.
Von besonderem Vorteil ist der Einsatz der Anordnung im Bereich eines hohen
Feuchtegehaltes, das heißt auch verstärkter Dehnung der Faserstoffbahn am Beginn
der Trockenpartie, insbesondere zwischen der ersten und zweiten Trockengruppe.
Um nach der Pressenpartie möglichst schnell eine Geschwindigkeitsdifferenz, das
heißt einen Zug aufbauen zu können, sollte die erste Trockengruppe nur einen oder
zwei, vorzugsweise einen Trockenzylinder besitzen. Hierbei sollte die Geschwindigkeit
des übernehmenden Transferelementes an der Übergabestelle zwischen der ersten
und zweiten Trockengruppe maximal 2,5%, vorzugsweise 0,5 bis 2,0% höher als die
des übergebenden Transferelementes sein.
Nachfolgend soll die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der beigefügten Zeichnung zeigt die Figur eine schematische Darstellung vom Ende
einer Pressen- und dem Beginn einer Trockenpartie.
Die Faserstoffbahn 1 läuft in der Pressenpartie durch mindestens einen, von zwei
Presswalzen 10 gebildeten Pressspalt. Das dabei in dem Pressspalt ausgepresste
Wasser wird von endlos umlaufenden Pressfilzen 9 aufgenommen, die gemeinsam
mit der Faserstoffbahn 1 durch den Pressspalt geführt werden. Beispielhaft erfolgt hier
die Abnahme der Faserstoffbahn 1 vom Pressfilz 9 der unteren Presswalzen 10 des
letzten oder einzigen Pressspaltes und der Transport mit einem luftdurchlässigen
Band 4 in Form eines Trockensiebes. Die Abnahme wird von einer besaugten und
vom Band 4 umschlungenen Leitwalze unterstützt. Hierzu besitzt die besaugte
Leitwalze einen perforiertem Walzenmantel, dessen Innenraum mit einer
Unterdruckquelle verbunden ist.
Das Band 4 führt die Faserstoffbahn 1 zum einzigen, beheizten Trockenzylinder 2 der
ersten Trockengruppe der Trockenpartie und drückt die Faserstoffbahn 1 gegen die
Mantelfläche des beheizten Trockenzylinders 2. Hierdurch kommt es zur Erwärmung
der Faserstoffbahn 1 und zur Verdampfung der in ihr enthaltenen Feuchtigkeit.
Das Band 4 kann auch als luftundurchlässiges Transferband oder als luftdurchlässiger
Transferfilz ausgeführt sein, welches die Faserstoffbahn 1 von der Pressenpartie zum
ersten Trockenzylinder 2 der Trockenpartie führt und sogar gemeinsam mit der
Faserstoffbahn 1 durch den letzten Pressspalt der Pressenpartie verlaufen kann.
Nach dem Wegführen dieses Bandes 4 der ersten Trockengruppe läuft die
Faserstoffbahn 1 bis zur Übergabestelle 5 auf dem Trockenzylinder 2 weiter. An der
Übergabestelle 5 wird die Faserstoffbahn 1 von einem Band 4 der zweiten
Trockengruppe in Form eines luftdurchlässigen Trockensiebes übernommen. Dieses
Band 4 führt die Faserstoffbahn 1 in der zweiten Trockengruppe abwechselnd über
beheizte, in einer oberen Reihe angeordnete Trockenzylinder 2 und besaugte, in einer
unteren Reihe angeordnete Leitwalzen 3, wobei die Faserstoffbahn 1 gegen die
Mantelfläche der Trockenzylinder 2 gedrückt wird.
Die Übergabe der Faserstoffbahn 1 zwischen dem Transferelement 6 in Form des
Trockenzylinders 2 der ersten Trockengruppe und dem Transferelement 7 in Form
des Bandes 4 der zweiten Trockengruppe wird hier von einem Saugelement 8
unterstützt. Das als besaugte Leitwalze ausgeführte Saugelement 8 wird hierzu vom
Band 4 umschlungen.
Der Abstand zwischen den Transferelementen 6, 7 an der Übergabestelle 5 ist kleiner
als 35 mm, wobei aber auch kein Pressspalt zwischen dem Trockenzylinder 2 der
ersten Trockengruppe und dem Saugelement 8 gebildet wird. Da es ebenfalls zu
keiner Umschlingung des Trockenzylinders 2 der ersten Trockengruppe durch das
Band 4 der zweiten Trockengruppe kommt, kann ein ausreichend großer Zug
zwischen beiden Trockengruppen aufgebaut werden. Hierzu ist es meist ausreichend,
wenn die Geschwindigkeit des übernehmenden Transferelementes 7 0,5 bis 2
höher ist als die des übergebenden Transferelementes 6. Auf der anderen Seite ist
der Abstand zwischen den Transferelementen 6, 7 so klein, dass die sichere Führung
der Faserstoffbahn 1 nicht gefährdet ist. Außerdem wird die Führung noch durch das
Saugelement 8 zusätzlich stabilisiert.
Neben dem Aufbau von Zügen zum Dehnungsausgleich in der Pressenpartie ergibt
sich hierdurch die Möglichkeit für einen, wegen der kurzen ersten Trockengruppe
schnell folgenden Aufbau eines Zuges am Beginn der Trockenpartie. Dieser Zug kann
nunmehr ohne negative Auswirkungen auf die Qualität der Faserstoffbahn 1 auch
ausreichend groß gestaltet werden.
Claims (10)
1. Trockenpartie zur Trocknung einer Faserstoffbahn (1), insbesondere einer
Papier-, Karton-oder Tissuebahn in Maschinen zur Herstellung und/oder
Veredelung derselben bestehend aus mehreren Trockengruppen, in denen die
Faserstoffbahn (1) über beheizte Trockenzylinder (2) und Leitwalzen (3) geführt
wird, wobei die Faserstoffbahn (1) von wenigstens einem Band (4) der jeweiligen
Trockengruppe gegen die Mantelfläche der Trockenzylinder (2) gedrückt und die
Faserstoffbahn (1) an wenigstens einer Übergabestelle (5) zwischen zwei
mitlaufenden Transferelementen (6, 7) übergeben wird und das übernehmende
Transferelement (7) eine höhere Geschwindigkeit als das übergebende
Transferelement (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Transferelemente (6, 7) an der Übergabestelle (5) (mit
Geschwindigkeitsdifferenz) nicht gegeneinander gedrückt werden und einen
Abstand von weniger als 50 mm aufweisen.
2. Trockenpartie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der Abstand zwischen den Transferelementen (6, 7) an der Übergabestelle (5)
mit Geschwindigkeitsdifferenz größer als Null und kleiner als 35 mm ist.
3. Trockenpartie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Transferelement (6) als Walze, vorzugsweise als Trockenzylinder
(2) ausgeführt ist.
4. Trockenpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass
zumindest ein Transferelement (7) als Band (4), vorzugsweise als Trockensieb
ausgebildet ist.
5. Trockenpartie nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
das übernehmende Transferelement (7) als Band (4) ausgeführt ist und an der
Übergabestelle (5) über ein Saugelement (8), vorzugsweise in Form einer
besaugten Walze geführt wird.
6. Trockenpartie nach Anspruch 3 und 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass
das Band (4) die Walze an der Übergabestelle (5) nicht umschlingt.
7. Trockenpartie nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass
beide Transferelemente (6, 7) als Band (4) ausgeführt sind und die Bänder (4) an
der Übergabestelle (5) nur über eine möglichst kurze Strecke gemeinsam
verlaufen.
8. Trockenpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass
die erste Trockengruppe nur einen oder zwei, vorzugsweise einen
Trockenzylinder (2) besitzt.
9. Trockenpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass
zumindest an der Übergabestelle (5) zwischen der ersten und zweiten
Trockengruppe eine Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den Transferelementen
(6, 7) vorliegt.
10. Trockenpartie nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass
die Geschwindigkeit des übernehmenden Transferelementes (7) an der
Übergabestelle (5) zwischen der ersten und zweiten Trockengruppe maximal
2,5%, vorzugsweise 0,5 bis 2,0% höher als die des übergebenden
Transferelementes (6) ist.
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