Die Erfindung betrifft einen Sattelbaum mit einem dem
Vorderzwiesel zugeordneten, bis in die Ortenden rei
chenden Kopfeisen, einem von einem Äfterkranz abge
stützten Äfter und zwischen dem Vorderzwiesel und der
Äfterplatte verlaufenden Längsfedern.
Ein derartiger Sattelbaum, wie er beispielsweise aus
der DE 37 02 011 C1 bekannt ist, dient als Gerüst für
einen Reitsattel. Die Öffnungsweite des Vorderzwiesels
im Bereich der Ortenden wird durch die Öffnungsweite
des Kopfeisens bestimmt. Nun haben Pferde alle eine in
dividuelle Schulterbreite und die Öffnungsweite des
Sattels entspricht nur selten der tatsächlichen Schul
terbreite des Pferdes. Zunehmend werden deshalb Sättel
verlangt, die eine maßgerechte Öffnungsweite aufweisen,
um einen guten Kontakt zu dem Pferd zu erhalten und es
zu entlasten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Sat
telbaum zu schaffen, der dem Schulterspiel des Pferdes
größtmögliche Freiheit läßt und dem Reiter ein von der
Anatomie des Pferdes möglichst gleichbleibendes Sitzge
fühl vermittelt.
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß das Kopfeisen
mit federnden Kopfeisenenden versehen ist. Zur Ausge
staltung ist es dabei vorgesehen, daß das Kopfeisen
beiderseits in einem vorbestimmten Abstand zu den Or
tenden hin mit Ausnehmungen versehen ist und die ela
stischen Kopfeisenenden mit Befestigungsmitteln in den
Ausnehmungen mit dem Kopfeisen verbunden sind.
Durch diese Maßnahmen wird ein Sattelbaum geschaffen,
der sich sowohl in Längsrichtung als auch in Querrich
tung den unterschiedlichen anatomischen Begebenheiten
eines Pferdes anpaßt und dann ein größtmögliches Schul
terspiel ermöglicht.
Nachteilig ist weiter, daß bei einer Rückwärtsbewegung
des Reiters in dem Sattel ein Kippmoment des Äfters
entsteht, das sich über die Äfterplatte als ein starker
spezifischer Druck auf dem Pferderücken bemerkbar macht
- das Pferd fühlt sich dadurch unwohl und zeigt eine
geringere Leistungsbereitschaft.
Eine weitere Aufgabe ist es deshalb, einen Sattelbaum
zu schaffen, mit dem unbeabsichtigte Kippmomente des
Sattels sowohl in Längs- als auch in Querrichtung ver
mieden werden.
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß ein elastisch
ausgebildeter Äfterkranz zwischen Äfter und Äfterplatte
auf dieser befestigt ist. Durch diese Maßnahmen kann
das Äfter einfedern und ein Kippmoment wird nicht auf
den Pferderücken übertragen.
Bedingt durch die individuell unterschiedliche Breite
eines Pferderückens sollte auch der Sattel unterschied
lich breit sein, dem widerspricht jedoch oft die Forde
rung des Reiters nach einem optimalen Sitzgefühl, das
wiederum von dessen individueller Statur abhängt.
Eine weitere Aufgabe ist es deshalb, einen Sattelbaum
zu schaffen, der ohne Einbuße an Sitzgefühl einen indi
viduell unterschiedlich breiten Aufbau des Sattels er
möglicht.
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß die Längsfedern
außerhalb der Taille zwischen dem Vorderzwiesel und dem
After verlaufen. Durch diese Maßnahmen kann der Sattel
unterschiedlich breit gebaut werden, wobei die außer
halb der Taille verlaufenden Längsfedern einen sehr
dünnen, das Sitzgefühl praktisch nicht beeinträchtigen
den Aufbau ermöglichen.
Weitere vorteilhafte Maßnahmen sind in den Unteransprü
chen beschrieben.
Die Erfindung ist in der beiliegenden
Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher be
schrieben; es zeigt:
Fig. 1 die isometrische Ansicht eines Sattel
baums, mit elastischen Trägereinlagen;
Fig. 2 die Draufsicht auf einen Sattelbaum nach
Fig. 1, mit nach außen verlegten Längs
federn und einem Kopfeisen mit elasti
schen, eingelegten Kopfeisenenden;
Fig. 3 die Vorderansicht eines Sattelbaums nach
der Fig. 1, mit einem Kopfeisen mit ela
stischen, eingelegten Kopfeisenenden;
Fig. 4 die Seitenansicht eines Sattelbaums nach
der Fig. 1, mit auf der Äfterplatte lös
bar befestigtem, elastisch einfederbarem
Äfterkranz.
Der in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Sattelbaum 10
besteht im wesentlichen aus einer Sitzpartie 11, die
sich zwischen einem Vorderzwiesel 12 und einem Äfter 13
erstreckt.
Wie die Fig. 2 zeigt, weist der Sattelbaum 10 im Be
reich der Sitzpartie 11 eine erfindungsgemäß einge
schnürte Taille 14 auf.
In das Vorderzwiesel 12 ist ein Kopfeisen 16 eingelegt,
welches bis in die Ortenden 15 reicht. Die Kopfeisenen
den 21 sind getrennt von dem Kopfeisen 16 gefertigt
und, wie die Fig. 2 und 3 zeigen, mit Befestigungs
mitteln 23 in Ausnehmungen 22 befestigt.
Das Kopfeisen 16 besteht üblicherweise aus einem rela
tiv starren Schmiede- oder Gußteil, während die Kopfei
senenden 21 aus einem elastisch verformbaren Material
gefertigt sind. Die Kopfeisenenden 21 können dadurch in
Querrichtung 27 elastisch ausfedern. Als elastisch ver
formbares Material kann beispielsweise ein Leichtme
tall, ein Kunststoff oder dgl. als Kopfeisenende 21
eingesetzt werden.
Bei einer anderen Ausführung ist es vorgesehen, die
Kopfeisenenden 21 aus einem elastisch verformbaren
Rundmaterial zu fertigen, so daß sie auch in Längsrich
tung 26 ausweichen können. Auch kann das gesamte Kopf
eisen 16 aus einem leichten, elastisch verformbaren Ma
terial beispielsweise Titan gefertigt sein.
Wie die Fig. 2 zeigt, weist die Sitzpartie 11 eine er
findungsgemäß stark eingeschnürte Taille 14 auf. Bei
derseits der Taille 14 sind die Längsfedern 17 in Quer
richtung 27 nach außen versetzt angeordnet.
Die Längsfedern 17 verlaufen zwischen einem Äftereisen
19 und dem Kopfeisen 16. Sie können im Ansatzpunkt 20
mit dem Kopfeisen 16 verbunden werden. Das Kopfeisen 16
ist dazu mit einer Vielzahl von Ansatzpunkten 20 verse
hen. Dadurch kann die die Breite der Sitzpartie 11 be
stimmende Befestigung der Längsfedern 17 variiert wer
den. Ebenso können die Längsfedern 17 in Draufsicht S-
förmig ausgebildet sein, wobei sie im Bereich der Tail
le 14 diese verjüngend aufeinander zulaufend ausgeführt
sind.
Die Längsfedern 17 bestehen aus einem elastisch ver
formbaren Material und sind so dünn ausgeführt, daß sie
in der Sitzpartie 11 praktisch nicht auftragen. Das
Sitzgefühl des Reiters wird dadurch auch bei Verbreite
rung des Sattels in Querrichtung 27 durch die nach au
ßen versetzten Längsfedern 17 nicht beeinträchtigt.
Wie die Fig. 4 zeigt, ist das Äfter 13 über einen Äf
terkranz 25 mit der Äfterplatte 24 verbunden. Der Äf
terkranz 25 ist federelastisch ausgebildet und als ein
separates Teil gefertigt. Er kann mit Verbindungsmit
teln 28 lösbar mit der Äfterplatte 24 verbunden werden.
Dadurch kann das Äfter 13 bei Belastung einfedern und
die Belastung drückt sich nicht auf die Äfterplatte 24
durch. Ebenso kann die Äfterplatte 24 selbst federela
stisch ausgebildet sein, um vom Pferd kommende Stöße
zum Reiter hin abzufedern.
Bezugszeichen
10
Sattelbaum
11
Sitzpartie
12
Vorderzwiesel
13
Äfter
14
Taille
15
Ortende
16
Kopfeisen
17
Längsfeder
18
Sturzfeder
19
Äftereisen
20
Ansatzpunkt
21
Kopfeisenende
22
Ausnehmung
23
Befestigungsmittel
24
Äfterplatte
25
Äfterkranz
26
Längsrichtung
27
Querrichtung
28
Befestigungsmittel