DE19949177C2 - Antriebssystem mit einer hydraulischen Kolbenmaschine - Google Patents
Antriebssystem mit einer hydraulischen KolbenmaschineInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Antriebssystem nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine hydraulische Kolbenmaschine ist dazu bestimmt, einen
Teil eines Antriebsstranges ein Antriebssystem zu bilden,
das z. B. bei einem Baufahrzeug einen Fahrantrieb oder einen
Antrieb zum Bewegen eines Auslegers und/oder eines daran
gehaltenen Arbeitswerkzeugs bilden kann.
In der DE-PS 12 51 154 ist ein Axialkolbenmotor konstanten
Verdrängungsvolumens beschrieben, der Teil eines
Antriebssystems zum Heben von Lasten bei einem Windwerk
dient. Im Bereich der Triebwelle ist eine unter dem Einfluß
der Kolbenkräfte lösbare Bremse oder eine einrückbare
Kupplung vorgesehen, die somit jeweils auf ein Drucksignal
hin funktionieren. Hierdurch soll eine
Sicherheitseinrichtung gebildet sein, die bei einem
Druckabfall, z. B. bei einem Bruch der Druckleitung, zu einer
Abbremsung der Triebwelle führt oder den Axialkolbenmotor
vom zugehörigen Antriebsstrang abkuppelt. Bei diesem
bekannten Antriebssystem ist nachteilig, daß bei einem
Druckabfall das Antriebssystem außer Funktion gesetzt wird.
Bei einem Fahrantrieb würde dies z. B. im Übergangsbereich
zwischen Berg- und Talfahrt stattfinden, wobei beim
Vorhandensein einer Bremse das Fahrzeug gebremst werden
würde und beim Vorhandensein einer Kupplung sich zumindest
ein Ruck in der Fahrweise einstellen würde. Es zeigt sich
somit, daß eine druckabhängige Steuerung der Kupplung
nachteilig ist.
Weiterhin ist aus der DE 33 38 747 A1 eine hydrostatische
Maschine mit konstantem oder veränderlichem Verdrängervolumen
in Schrägachsenbauart bekannt, in deren Triebflansch eine
Konuskupplung so integriert ist, daß die Kolben sich in ihren
Kugelköpfen an dem einen Kupplungsteil in Form einer Scheibe
abstützen. Die zum Einrücken bzw. Ausrücken der Kupplung
erforderliche Kraft wird von den hydraulischen Druckkräften
erzeugt, die auf die Kolben ausgeübt werden, je nach dem ob die
Maschine in Motor- oder Pumpenbetrieb arbeitet. Im Lehrlauf der
Maschine, also wenn der Arbeitsdruck gering ist, ist die
Kupplung ausgerückt, wodurch hydraulische Verluste und die
erforderliche Antriebsenergie verringert werden, weil nur ein
Teil der hydrostatischen Maschine in Rotation versetzt zu
werden braucht. Diese vorbekannte hydrostatische Maschine soll
sich auch für ein veränderliches Verdrängervolumen eignen. Ein
Ausführungsbeispiel für ein veränderliches Verdrängervolumen
ist jedoch nicht beschrieben.
Aus der US 5,836,160 ist eine Axialkolbenmaschine mit
umkehrbarer Drehrichtung und verstellbarem Durchsatzvolumen zu
entnehmen. Einer zugehörigen Einstellvorrichtung ist ein
manuell betätigbarer Geber zum Einstellen der Drehrichtung und
des Durchsatzvolumens zugeordnet. Eine die jeweilige Stellung
der Einstellvorrichtung erfassende Erfassungsvorrichtung ist
jedoch nicht vorhanden.
In der US 4,918,918 ist eine hydraulische Steuereinrichtung zum
Einstellen des Fördervolumens einer hydraulischen Pumpe
beschrieben, wobei die Steuereinrichtung ein sogenanntes
"feedback valve" aufweist. Ein "feedback valve" läßt sich mit
einer Erfassungsvorrichtung im vorliegenden Zusammenhang nicht
vergleichen.
Aus der DE 37 42 569 A1 ist eine hydromechanische
Antriebsübertragungsvorrichtung mit zwei hydrostatischen
Maschinen verstellbaren Durchsatzvolumens bekannt, wobei die
hydrostatischen Maschinen im Sinne eines hydrostatischen
Getriebes hydraulisch miteinander verbunden sind.
Weiters ist aus der DE 24 56 234 A1 eine hydraulische Anlage
mit mehreren Pumpen bekannt, die durch Antriebswellen von einem
gemeinsamen Antriebsmotor angetrieben sind. Ein gemeinsames
Steuergerät zum Ein- und Ausrücken der Kupplungen ist so
ausgebildet, daß es im Funktionsbetrieb die Kupplung wenigstens
einer Pumpe ausrückt, wenn die Drehzahl des Antriebsmotors
unter einen vorbestimmten Wert fällt. Hierdurch soll eine
Überlastung des Antriebsmotors verhindert werden. Wie dieses
vorbekannte Antriebssystem funktionieren soll, wenn es nur eine
Pumpe aufweist, ist nicht beschrieben.
Aus der DE 38 39 766 A1 ist ein hydrostatisches Getriebe zu
entnehmen, das durch eine Axialkolbenmaschine verstellbaren
Durchsatzvolumens mit einer Antriebswelle und einer davon
unabhängigen Abtriebswelle gebildet ist. Die Niederdruckseite
und die Hochdruckseite der Axialkolbenmaschine sind durch eine
Kurzschlußleitung kurzgeschlossen, in der sich eine den
Durchsatz regelnde Vorrichtung, z. B. ein Ventil, angeordnet
ist. Durch ein Regeln der Durchsatzregelvorrichtung zwischen
den Funktionsstellungen Kurzschlußleitung offen und
Kurzschlußleitung geschlossen läßt sich das Durchsatzvolumen
der Axialkolbenmaschine und somit die Drehzahl der
Abtriebswelle zwischen Null und Maximal einstellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antriebssystem
der eingangs angegebenen Art so auszugestalten, daß die
Kupplung unabhängig vom sich im Funktionsbetrieb
einstellenden Arbeitsdruck betätigbar ist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen beschrieben.
Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist eine
Kolbenmaschine vorgesehen, deren Verdrängungsvolumen durch
eine Einstellvorrichtung zwischen einer Stellung minimalen
Verdrängungsvolumens oder einer Null-Stellung und einer
Stellung maximalen Verdrängungsvolumens einstellbar ist,
wobei eine Erfassungsvorrichtung zum Erfassen der Stellung
der Einstellvorrichtung wenigstens im Bereich des minimalen
Verdrängungsvolumens vorgesehen ist, die in der Stellung
minimalen Verdrängungsvolumens bzw. in der Null-Stellung ein
Betätigungsmittel zum Betätigen der Kupplung aktiviert. Bei
der Erfindung wird somit nicht ein Drucksignal sondern ein
Stellungssignal zum Einleiten der Betätigung der Kupplung
ausgenutzt. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung eignet sich
sowohl im Motor- als auch im Pumpenbetrieb der
Kolbenmaschine.
Das erfindungsgemäße Antriebssystem eignet sich im weiteren
auch vorteilhaft für wenigstens einen von mehreren
hydraulischen Motoren, z. B. für einen Fahrantrieb bzw. für
Radantriebe, die durch den Druck aus einer gemeinsamen
Druckleitung beaufschlagt werden. Hierbei ist es möglich,
druckunabhängig wenigstens den einen Motor vom
Antriebssystem wahlweise an- oder abzukuppeln, um ein
Mitschleppen zu vermeiden.
Die Erfassungsvorrichtung kann von mechanischer,
elektrischer oder elektromechanischer Bauweise und Funktion
sein.
Es ist vorteilhaft, wenn die Erfassungsvorrichtung eine
Abtastvorrichtung aufweist, die die Stellung der
Einstellvorrichtung oder einer zugehörigen
Verstellvorrichtung zum Einstellen der Einstellvorrichtung
mit einem Tastelement, z. B. einem Taststift, abtastet. Bei
einem Abtastkontakt der Abtastvorrichtung kann die
Abtastvorrichtung direkt mechanisch oder nach der Abgabe
eines entsprechenden Signals mittelbar über eine
Steuervorrichtung die Kupplung unmittelbar oder mittelbar
öffnen. Als Betätigungsmittel für die Kupplung kann der
Arbeitsdruck oder ein Hilfsdruck der Axialkolbenmaschine in
einer zur Kupplung führenden Druckleitung herangezogen
werden, wobei der Druck durch ein Schalt- oder Wegeventil
zu- und abgeschaltet werden kann, das unmittelbar oder
mittelbar durch die Abtastvorrichtung betätigt werden kann.
Im Rahmen der Erfindung kann die Kupplung ein Bauteil der
Axialkolbenmaschine sein, insbesondere im Gehäuse der
Axialkolbenmaschine angeordnet sein, oder die Kupplung kann
auch als von der Axialkolbenmaschine separat angeordnetes
Bauteil im vorhandenen Antriebsstrang des Antriebssystems
angeordnet sein. Als erfindungsgemäße Kupplung eignet sich
eine Lamellenkupplung und zwar insbesondere dann, wenn sie
im Gehäuse der Axialkolbenmaschine angeordnet ist und dabei
mit dem vorhandenen Öl der Axialkolbenmaschine geschmiert
werden kann und/oder das Öl als Betätigungsmittel benutzt
werden kann.
Nachfolgend werden die Erfindung und weitere durch sie
erzielbare Vorteile anhand von vorteilhaften Ausgestaltungen
und einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Antriebssystem mit einer
hydraulischen Kolbenmaschine einstellbaren
Verdrängungsvolumens im axialen Schnitt;
Fig. 2 eine hydraulische Kolbenmaschine einstellbaren
Verdrängungsvolumens in abgewandelter
Ausgestaltung; und
Fig. 3 ein Antriebssystem mit zwei hydraulischen
Kolbenmaschinen.
Das allgemein mit 1 bezeichnete Antriebssystem weist eine
hydraulische Kolbenmaschine 2 auf, die Teil eines
vereinfacht dargestellten Antriebsstranges 3 ist, der in
nicht dargestellter Weise mit einem anzutreibenden Gerät
verbunden ist, z. B. mit einem Fahrantrieb einer Baumaschine,
z. B. eines Radladers.
Die Kolbenmaschine 2 ist beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine Axialkolbenmaschine in
Schrägachsenbauart. Die Kolbenmaschine 2 weist ein Gehäuse 4
mit einem topfförmigen Gehäuseteil 4a auf, dessen
Gehäuseinnenraum 5 durch einen Deckel verschlossen ist, der
vorzugsweise durch einen sogenannten Anschlußblock 4b
gebildet ist, der durch nicht dargestellte Schrauben mit dem
Gehäuseteil 4a lösbar verschraubt ist. An der Innenseite des
Anschlußblocks 4b ist eine Steuerscheibe 6 gelagert, die an
sich bekannte Steuerschlitze aufweist. An der sphärisch
konvex gewölbten Innenseite der Steuerscheibe 6 liegt ein im
Gehäuseinnenraum 5 angeordneter Zylinderblock 7 mit einer
entsprechend sphärisch konkav gekrümmten Stirnfläche 8 an,
der durch einen zylindrischen Mittelzapfen 9 drehbar
zwischen der Steuerscheibe 6 und einer Triebwelle 11
gelagert ist. Der Mittelzapfen 9 ragt an der der Triebwelle
11 zugewandten Stirnseite aus einer Lagerbohrung 12 im
Zylinderblock 7 heraus und ist mit einem Kugelkopf 13 durch
ein sphärisches Gelenk 14 mit der Triebwelle 11 verbunden
und daran schwenkbar abgestützt. Außerdem weist der
Zylinderblock 7 mehrere etwa achsparallel angeordnete
Kolbenbohrungen 15 auf, in denen jeweils ein Kolben 16
verschiebbar gelagert ist, der in vergleichbarer Weise mit
einem Kugelkopf 17 durch ein sphärisches Gelenk 18 mit der
Triebwelle 11 schwenkbar verbunden und abgestützt ist. Die
Gelenklager 14, 18 können durch an sich bekannte
kalottenförmige Lager gebildet sein.
Die Triebwelle 11 durchsetzt die Stirnwand 4c des
Gehäuseteils 4a in einer Bohrung 19, und sie ist im Gehäuse
4 durch ein oder zwei Wälzlager 21, 22 darin gelagert, die
vorzugsweise innenseitig von der Stirnwand 4c angeordnet
sind, jeweils mit einem Innenring auf der Triebwelle 11
sitzen und mit einem Außenring an einer Innenlagerfläche der
Umfangswand 4d des Gehäuseteils 4a sitzen. Wegen der
beträchtlichen Axialkräfte, die im Funktionsbetrieb der
vorliegenden Kolbenmaschine 2 in Axialkolbenbauweise
auftreten, weist das oder wenigstens eines der Wälzlager 21,
22 einen Außenring mit einer zum Zylinderblock 7 hin
divergenten Wälzlagerfläche für die vorzugsweise
zylindrischen oder kegelförmigen oder tonnenförmigen
Wälzkörper. Eine solche Bauweise ist aufgrund der besonderen
Anordnung der divergenten Wälzlagerflächen wenigstens einen
Wälzlagers 21, 22 in der Lage, große axiale Kräfte der
Triebwelle 11 aufzunehmen und in das Gehäuse 4 zu leiten,
die beim vorliegenden Ausführungsbeispiel durch den
Arbeitsdruck der Axialkolbenmaschine im Pumpen- und
Motorbetrieb vorgegeben sind.
Das Verdrängungsvolumen der Kolbenmaschine 2 ist wahlweise
vergrößerbar und verringerbar. Hierzu dient eine insgesamt
mit 23 bezeichnete Einstellvorrichtung, die eine quer zur
Drehachse schwenkbare Lagerung des Zylinderblocks 7
einschließlich der Steuerscheibe 6, eine an dieser
Schwenkeinheit mittelbar oder unmittelbar angreifende
Verstellvorrichtung 24 und eine im einzelnen nicht
dargestellte Steuervorrichtung 25 zum Verstellen der
Verstellvorrichtung 24 und somit zum Einstellen der
Einstellvorrichtung 23 umfaßt. Beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist die aus dem Zylinderblock 7 und der
Steuerscheibe 6 bestehende Schwenkeinheit um eine die
Drehachse 11a und den Mittelpunkt des Kugelkopfes 13
schneidende und quer verlaufende Schwenkachse 26 schwenkbar
an einer um die Schwenkachse 26 kreisbogenabschnittsförmig
gekrümmte Führungsfläche 27 am Anschlußblock 4b schwenkbar
gelagert, wobei die Verstellvorrichtung 24 ein
Verstellelement 24a aufweist, das beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel an der Steuerscheibe 6 angreift und
durch einen Mitnehmerzapfen mit zylinderabschnittförmigen
Kopfflächen gebildet sein kann, der in eine passende
Mitnehmerausnehmung in der Steuerscheibe 6 einfaßt und Teil
eines Verstellkolbens 24b eines hydraulischen
Verstellzylinders ist, dessen Verstellbewegung durch die
nicht dargestellte Steuervorrichtung 25 steuerbar ist, und
der in das einen Gehäusedeckel bildende Anschlußteil 4b
integriert oder daran angebaut sein kann.
Dem Antriebssystem 1 ist im Antriebsstrang 3 eine lösbare
Kuppung 31 zugeordnet, die es ermöglicht, die Kolbenmaschine
2 wahlweise vom Antriebsstrang 3 bezüglich ihrer
Antriebsverbindung zu trennen und wieder zu verbinden. Die
Kupplung 31 kann ein internes Bauteil der Kolbenmaschine 2
sein (Fig. 2) oder als separates, externes Bauteil zwischen
zwei Teilen des Antriebsstranges 3 angeordnet sein (Fig. 1).
Bei der Kupplung 31 handelt es sich vorzugsweise um eine
solche Bauweise, die im Funktionsbetrieb, d. h. während der
Rotation der Triebwelle 11 bzw. des Antriebsstrangs 3, ein-
bzw. ausgerückt werden kann. Hierzu eignet sich eine an sich
geeignete Lamellenkupplung sehr vorteilhaft. Wenn eine
solche Lamellenkupplung im Gehäuseinnenraum 5 angeordnet ist
oder damit verbunden ist, kann das darin befindliche
hydraulische Medium, insbesondere Öl, zur Schmierung der
Lamellen dienen. Es kann sich z. B. um eine Lamellenkupplung
handeln, die durch ein Zusammendrücken der Lamellen durch
zugehörige Federn eingerückt bzw. geschlossen wird und die
durch ein Überdrücken der Federn ausgerückt bzw. geöffnet
wird.
Fig. 2 zeigt die Kolbenmaschine 2 im Bereich einer
Einstellung maximalen Verdrängungsvolumens, wobei die
Kupplung 31 eingerückt bzw. geschlossen ist. Fig. 1 zeigt
dagegen die Kolbenmaschine 2 im Bereich einer Einstellung
minimalen Verdrängungsvolumens, wobei die Kupplung 31
ausgerückt bzw. offen ist.
Die Kupplung 31 ist durch eine insgesamt mit 32 bezeichnete
Betätigungseinrichtung zu öffnen und zu schließen, wobei bei
der Öffnung der Antriebsstrang 3 unterbrochen und bei der
Schließung geschlossen wird. Dabei soll die Funktion erfüllt
werden, daß dann, wenn das Verdrängungsvolumen der
Kolbenmaschine 2 Null oder minimal ist (Vmin), z. B.
Schwenkwinkel etwa 5°, die Kupplung 31 offen sein soll und
im übrigen Verdrängungsvolumenbereich, d. h. dann, wenn das
Verdrängungsvolumen größer ist, die Kuppung 31 geschlossen
sein soll. Durch die vorbeschriebene Ausgestaltung lassen
sich die folgenden wesentlichen Vorteile erreichen. Zum
einen kann die Kolbenmaschine 2 außer Funktion gesetzt
werden, soweit ihre Antriebsfunktion betroffen ist, und zwar
sowohl im Pumpenbetrieb als auch im Motorbetrieb. Dies wird
dadurch erreicht, daß die Einstellvorrichtung 23 der
Kolbenmaschine 2 auf Null (V0) bzw. auf ein minimales
Verdrängungsvolumen Vmin eingestellt wird (Fig. 1).
Da die Einstellung "Null" einen Grenzfall der minimalen
Einstellung betrifft, wird aus Vereinfachungsgründen im
folgenden nur mit dem Begriff "minimales
Verdrängungsvolumen" argumentiert werden. Dieser Begriff
soll die Nullstellung V0 einschließen.
Im Bereich einer minimalen Verdrängungsvolumeneinstellung
Vmin bleiben zumindest die drehbaren Teile der
Kolbenmaschine 2, wie der Zylinderblock 7, in den
Rotationsbetrieb eingebunden, wenn der Antriebsstrang 3 mit
einem weiteren Drehantrieb in Antriebsverbindung steht, der
die Rotation aufrecht erhält. Ein solches Antriebssystem 1
bzw. ein solcher Funktionszustand ist z. B. dann gegeben,
wenn der Antriebsstrang 3 ein Fahrantrieb oder Teil eines
Fahrantriebs ist und in einem Funktionszustand Bergabfahrt
die Kolbenmaschine angetrieben wird. Ein vergleichbarer
Funktionszustand ergibt sich auch dann, wenn die
Kolbenmaschine 2 und der Antriebsstrang dazu dienen, Lasten
zu heben, und wenn ein solches Antriebssystem 1 auf ein
Absenken der Last eingestellt ist, wobei die Last aufgrund
ihres Eigengewichts den Antriebsstrang und die
Kolbenmaschine 2 antreibt. Eine andere Ausgestaltung für ein
Antriebssystem 1, bei dem die Kolbenmaschine 2 auch bei
minimaler Verdrängungsvolumeneinstellung rotiert, ist dann
gegeben, wenn ein weiterer Antriebsstrang 3a (Fig. 3) mit
einem z. B. ebenfalls durch eine hydraulische Kolbenmaschine
2a vorzugsweise gleicher Bau- und Funktionsweise gebildeten
Motor M vorhanden ist, der den Antriebsstrang 3 und somit
auch die Kolbenmaschine 2 antreibt zeigt.
Die Situation des Mitschleppens tritt bei einem Fahrantrieb
mit mehreren Antriebssträngen auch auf, wenn ein
Antriebsstrang z. B. infolge eines Schlupfes abgeschaltet
wird, indem der Hydromotor auf Vmin zurückgeschwenkt wird
und der Antrieb über den anderen Antriebsstrang erfolgt. Da
das angetriebene Fahrzeugrad mitdreht, wird der
zurückgeschwenkte Hydromotor mitgeschleppt.
Bei diesem Antriebssystemen 1 läßt sich ein Mitschleppen der
Kolbenmaschine 2 bei einer Einstellung im Bereich ihres
minimalen Verdrängungsvolumens Vmin oder V0 dadurch
verhindern, daß dann, wenn die Kolbenmaschine 2 sich in
einer Einstellung im Bereich ihres minimalen
Verdrängungsvolumens Vmin oder V0 befindet, die Kupplung 31
geöffnet wird und dadurch die Kolbenmaschine 2 abtriebsmäßig
vom Antriebsstrang 3 abgekoppelt wird. Hierzu dient die
Betätigungseinrichtung 32 zum Öffnen der Kupplung 31, wenn
die Einstellvorrichtung 23 sich in einem Bereich minimalen
Verdrängungsvolumens Vmin befindet. Die
Betätigungseinrichtung 32 schließt die Kupplung 31, wenn die
Einstellvorrichtung 23 sich nicht im Bereich minimalen
Verdrängungsvolumens befindet. Fig. 2 zeigt die
Kolbenmaschine 2 in der Einstellung Vmax.
Die Betätigungseinrichtung 32 umfaßt eine
Erfassungsvorrichtung 33 und eine Steuereinrichtung 34,
wobei die Erfassungsvorrichtung 33 dann, wenn die
Einstellvorrichtung 23 sich im Bereich minimalen
Verdrängungsvolumens befindet, die Steuereinrichtung 34
aktiviert, die wiederum ein Betätigungsmittel 35 aktiviert,
mit dem die Kupplung 31 zu ihrer Schließung oder Öffnung
beaufschlagbar ist.
Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel wird die
Erfassungsvorrichtung 33 durch einen Tastmechanismus 36 mit
z. B. einem längs verschiebbar gelagerten Taststift 37
gebildet, der die Stellung der Einstellvorrichtung 23 im
Bereich minimalen Verdrängungsvolumens Vmin durch Tasten
ermittelt und ein hier mechanisches oder z. B. ein
elektrisches Signal zur Aktivierung der Steuereinrichtung 34
und des Betätigungsmittels 35 abgibt. Bei der vorliegenden
Ausgestaltung wird der Tastmechanismus 36 bewegt, und diese
Bewegung wird dazu ausgenutzt, ein Schalt- oder Wegeventil
38, z. B. ein 3/2-Wegeventil, das in einer hydraulischen
Druckleitung 39 angeordnet ist, so zu betätigen, daß es die
Druckleitung 39 öffnet und ein das Betätigungsmittel 35
bildendes Druckfluid, insbesondere Hydrauliköl, die Kupplung
31 durch Druckbeaufschlagung öffnet. Hierbei kann es sich um
einen durch eine Druckquelle erzeugten Druck oder um den
Arbeitsdruck oder Stelldruck der Kolbenmaschine 2 handeln,
was andeutungsweise durch eine strichpunktierte Linie
verdeutlicht ist. Die Rückstellung des Tastmechanismus 36
bzw. des Taststiftes 37 bei einer
Verdrängunsvolumeneinstellung V < Vmin, z. B. Vmax in Fig. 2,
kann durch eine Feder erfolgen, z. B. gemeinsam mit dem
Ventilkörper des Wegeventils 38 durch eine übliche
Ventilfeder 41, so daß dann, wenn die Einstellvorrichtung 23
bzw. die aus Zylinderblock 7 und Steuerscheibe 6 bestehende
Schwenkeinheit sich nicht im Bereich minimalen
Verdrängungsvolumens befindet, der Tastmechanismus 36 in
seine zur Einstellvorrichtung 23 hin verschobenen
Bereitschaftsstellung zurückgeschoben wird. Der Taststift 37
kann in einem Führungsloch 37a das das Gehäuse 4,
insbesondere dessen Umfangswand 4d, durchquert, geführt
sein, und ist somit von außen zugänglich.
Im Rahmen der Erfindung kann die Betätigungseinrichtung 32
auch so ausgebildet sein, daß der Tastmechenismus 36 direkt
auf die Kupplung 31 einwirkt, insbesondere bei einer
mechanisch verstellbaren Kupplung 31.
Wenn das Verdrängungsvolumen der Axialkolbenmaschine 2 aus
dem Bereich minimalen Verdrängungsvolumens vergrößert wird,
unterbleibt das Signal "minimales Verdrängungsvolumen", was
die Betätigungseinrichtung 32 veranlaßt, die Kupplung 31
wieder zu schließen. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
wird die Betätigungseinrichtung 32 außer Funktion gesetzt,
wobei in der Kupplung 31 integrierte Federn, die bei der
vorbeschriebenen Beaufschlagung der Kupplung 31 überdrückt
werden, den Funktionszustand Schließen der Kupplung 31
herbeiführen.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 befindet sich die
Kupplung 31 außerhalb der Kolbenmaschine 2 in einem
Triebwellenabschnitts des Antriebsstrangs 3, wobei es sich
um eine Anbaukupplung 31 mit zwei vorzugsweise in
Scheibenform ausgebildeten Wellenteilen 3a, 3b handelt, die
durch die dazwischen angeordnete Kupplung 31 drehfest
miteinander verbindbar und wieder lösbar sind. Das eine
Wellenteil 3a ist drehfest mit der Triebwelle 11 verbunden,
z. B. auf diese aufgesetzt und durch eine
Drehmitnahmeverbindung 42, z. B. eine Keil-Nutverbindung,
drehfest verbunden. Das andere Wellenteil 3b ist mit dem
übrigen Teil des Antriebsstrangs 3 drehfest verbunden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2, bei dem gleiche oder
vergleichbare Teile mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet
sind, ist die Kupplung 31 in die Kolbenmaschine 2 integriert
und vorzugsweise im Gehäuseinnenraum 5 angeordnet, wobei sie
zwischen zwei Triebwellenteilen 11a, 11b angeordnet ist und
diese miteinander zu kuppeln und voneinander zu lösen
vermag, die jeweils durch ein Wälzlager 21, 22, insbesondere
mit zum Zylinderblock 7 hin divergenten Laufflächen, im
Gehäuse 4 unabhängig voneinander drehbar gelagert sind.
Der bereits beschriebene weitere Antriebsstrang 3a mit einem
zugehörigen Triebwellenabschnitt kann bei beiden
vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen Anbaukupplung
(Fig. 1) oder Einbaukupplung (Fig. 2) vorgesehen sein, wie
es Fig. 3 verdeutlicht. Die antriebsmäßige Verbindung des
weiteren Antriebsstrangs 3c kann z. B. durch ein
Winkelradgetriebe 45 erfolgen.
Bei der Beendigung der Aktivierung der Steuereinrichtung 34
wird der Ventilkörper in seine die Druckleitung 39 sperrende
Stellung verschoben, in der das sich in der Kupplung 31
befindliche Druckfluid sich zum Tank hin entspannen kann.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung ermöglicht somit nicht
nur ein Verringern oder Abschalten der Kolbenmaschine 2
hinsichtlich ihrer Verdrängungsleistung, sondern auch
hinsichtlich eines Mitschleppens ihres
Verdrängungsmechanismus. Außerdem ist beim Vorhandensein
eines Schaltgetriebes im Antriebssystem eine
Getriebeschaltung ohne Verspannung durch die Kolbenmaschine
2 möglich. Aufgrund des Wegfalls der Schleppmomente ist auch
eine einfache und störungsfreie Schalteingabe möglich. Eine
Wiedereinschaltung der Kolbenmaschine erfolgt selbsttätig
beim Einstellen des Verdrängungsvolumens und Verstellen des
zugehörigen Verstellmechanismus ausgehend von Vmin, z. B. 3°
bis 5° Schwenkwinkel und mehr.
Claims (11)
1. Antriebssystem (1) mit einer hydraulischen Kolbenmaschine
(2), insbesondere Axialkolbenmaschine oder
Radialkolbenmaschine, und einer lösbaren Kupplung (31), die
durch ein Betätigungsmittel (35) betätigbar ist, zum
wahlweisen Trennen einer Triebwelle (11) der Kolbenmaschine
(2),
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verdrängungsvolumen der Kolbenmaschine (2) durch
eine Einstellvorrichtung (23) einstellbar ist und eine
Erfassungsvorrichtung (33) vorgesehen ist, die die Stellung
der Einstellvorrichtung (23) zumindest im Bereich minimalen
Verdrängungsvolumens erfaßt und das Betätigungsmittel (35)
so aktiviert, daß es die Kupplung (31) öffnet, wenn die
Einstellvorrichtung (23) sich im Bereich minimalen
Verdrängungsvolumens befindet, und die Kupplung (31)
schließt, wenn die Einstellvorrichtung (23) sich außerhalb
des Bereichs minimalen Verdrängungsvolumens befindet.
2. Antriebssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erfassungsvorrichtung (33) einen Tastmechanismus
(36) zum Abtasten eines zwischen einer Stellung maximalen
Verdrängungsvolumens und einer Stellung minimalen
Verdrängungsvolumens verstellbaren Teiles (6) der
Einstellvorrichtung (23) aufweist.
3. Antriebssystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Tastmechanismus (36) einen Taststift (37) aufweist,
der in einem Führungsloch (37a) hin und her verschiebbar
gelagert und vorzugsweise von außen zugänglich ist.
4. Antriebssystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Führungsloch (37a) in der Umfangswand (4d) eines
Gehäuses (4) der Kolbenmaschine (2) angeordnet ist.
5. Antriebssystem nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Betätigungsmittel (35) eine sich zur Kupplung (31)
erstreckende Druckleitung (39) ist, in der ein Steuerventil
(38) angeordnet ist, das durch die Erfassungsvorrichtung
(33) betätigbar ist.
6. Antriebssystem nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckleitung (39) mit einer Druckleitung der
Kolbenmaschine (2) verbunden ist.
7. Antriebssystem nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kupplung (32) außerhalb der Kolbenmaschine (2) in
einem Antriebsstrang (3) angeordnet ist.
8. Antriebssystem nach einem der vorherigen Ansprüche 1
bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kupplung (31) zwischen zwei Triebwellenteilen (11a,
11b) der Triebwelle (11) angeordnet ist.
9. Antriebssystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilungsfuge zwischen den Triebwellenteilen (11a,
21b) und die Kupplung (31) in einem Gehäuseinnenraum (5)
eines Gehäuses (4) der Kolbenmaschine (2) angeordnet sind.
10. Antriebssystem nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Antriebssystem (1) eine zweite Kolbenmaschine (M)
aufweist, die abtriebsmäßig mit dem Antriebssystem (1)
verbunden ist, insbesondere in demselben Antriebsstrang (2)
oder in einem abtriebsmäßig mit dem Antriebsstrang (3)
verbundenen Antriebsstrangzweig (3a) des Antriebssystems
(1).
11. Antriebssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Kolbenmaschine (M) und die zweite
Kolbenmaschine (2) seriell in dem gleichen hydraulischen
Arbeitskreislauf angeordnet sind und beim Zurückschwenken
eines der beiden Kolbenmaschinen (M, 2) die jeweils andere
Kolbenmaschine (2, M) durch einen Freilauf abtriebsseitig
freigeschaltet wird.
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