DE19948747C2 - Einrichtung zur Sicherheitsrückstellung einer pneumatischen Betätigungsvorrichtung - Google Patents
Einrichtung zur Sicherheitsrückstellung einer pneumatischen BetätigungsvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Sicherheitsrückstellung einer pneumati
schen Betätigungsvorrichtung, insbesondere eines Armaturenantriebs, wobei die
Einrichtung einen Druckluftspeicher aufweist, mit dem die Betätigungseinrichtung
rückstellbar ist.
Derartige allgemein bekannte Einrichtungen werden dazu eingesetzt, um zu gewähr
leisten, daß bei Ausfall der Betätigungsenergie, d. h. einem Ausfall der Druckluftver
sorgung, die zu betätigende Armatur dennoch in die Schaltstellung gebracht werden
kann, die als Sicherheitsstellung definiert ist. Eine derartige Sicherheitsrückstellung
ist deshalb erforderlich, um zu verhindern, daß bei komplexen Anlagen mit einer
Vielzahl zu schaltender Armaturen im Störfall unkontrollierte Betriebszustände auf
treten können.
Die bekannten Druckluftspeicher zur Sicherheitsrückstellung werden direkt aus dem
Druckluftnetz aufgeladen und weisen ein Speichervolumen auf, das ein Vielfaches
des Volumens des pneumatischen Stellantriebs beträgt, um im Störfall auch nach
einem gewissen Volumenabfluß aus dem Druckluftspeicher bis zum Ende der Ver
stellbewegung des Stellantriebs noch einen hinreichenden Druck in dem Speicher,
d. h. ein hinreichendes Antriebsmoment der Betätigungsvorrichtung, sicherzustellen.
Üblicherweise wird der Druckluftspeicher über ein elektrisch gesteuertes Ventil an
die Versorgungsleitung der Betätigungsvorrichtung angeschlossen, um bei Druck
ausfall die gespeicherte Druckluft für eine Notbetätigung abzugeben. Mit Hilfe ge
sonderter steuerungstechnischer Maßnahmen wird dafür gesorgt, daß nach einer
erfolgten Sicherheitsrückstellung die Betätigung der Armatur in die andere, d. h.
"unsichere" Schaltstellung erst dann wieder erfolgen kann, wenn der Netzdruck wie
der zur Verfügung steht. Hierdurch wird sichergestellt, daß aufgrund des dann wie
der gefüllten Druckluftspeichers jederzeit erneut eine Sicherheitsrückstellung mit
Hilfe des Speichers möglich ist.
Ein Nachteil dieser bekannten Einrichtung besteht darin, daß der Druckluftspeicher
einen erheblichen Bauraum erfordert, der oft einen separaten Anbau an standardmäßige
Betätigungsvorrichtungen erfordert. Diese Anbauten sind unerwünscht und
verursachen nicht unerhebliche Kosten.
Als Alternative zu der Sicherheitsrückstellung mit Hilfe eines Druckluftspeichers ist
auch eine Rückstellung über Federsysteme, in der Regel Schraubendruckfedern
ober Spiralfedern, allgemein bekannt. Die Federn können entweder in die Antriebe
integriert sein oder in Modulbauweise an der Außenseite angebracht werden.
Da die Federn bei jeder Verstellung der Betätigungsvorrichtung von der "sicheren" in
die "unsichere" Stellung gespannt werden müssen, wird ein erhöhter Energiebedarf
verursacht. Des weiteren muß die Betätigungsvorrichtung wesentlich größer ausge
legt werden, da die für die Betätigung der Armatur benötigte Kraft um die - mit dem
Betätigungsweg ansteigende - Kraft zur Spannung der Federn erhöht werden muß.
Hieraus resultiert typischerweise eine Verdopplung des Bauvolumens und häufig
auch der Herstellungskosten.
Da die Federn bei jedem Betätigungsvorgang gespannt werden, müssen sie dauer
fest ausgelegt werden, denn ein Federbruch würde die Sicherheitsfunktion der Ein
richtung außer Kraft setzen. Eine entsprechende Überdimensionierung der Federn
ist somit unausweislich, was zu einer weiteren Steigerung der Betätigungskraft führt.
Während bei einem raschen Druckabfall, z. B. in Folge eines Rohrbruchs, die Si
cherheitsrückstellung mit Hilfe von Federn ein gutes Verhalten zeigt, entstehen
Probleme dann, wenn der Netzdruck schleichend abfällt, wie es beispielsweise beim
Ausfall des Kompressors typisch ist. Bei der Unterschreitung eines gewissen Netz
drucks kommt es zu einer beginnenden Verstellung der Betätigungsvorrichtung in
Richtung der "sicheren" Schaltstellung, da die durch den Netzdruck verursachte
Betätigungskraft kleiner als die Rückstellkraft der Federn wird. Dies hat zur Folge,
daß die Betätigungsvorrichtung und damit die zugehörige Armatur eine undefinierte
Zwischenstellung einnimmt. Gerade derartige Zwischenstellungen können unkalku
lierbare Sicherheitsrisiken hervorrufen, da die Auswirkungen derartiger undefinierter
Schaltzustände, insbesondere in komplexen Systemen, kaum abzuschätzen sind.
Aus diesem Grund muß der Druck im Druckluftnetz durch ein spezielles Überwachungssy
stem ständig beobachtet werden, was sich wiederum in einer Kostensteigerung äußert.
Aus der DE 15 50 812 A ist ein elektrohydraulisches Verstellgerät mit einem hydraulischen
Akkumulator bekannt, das zur Betätigung einer Gießpfannenstopfeinrichtung dient. Mit Hilfe
einer in das Gerät integrierten Radialkolbenpumpe wird der hydraulische Akkumulator ge
füllt, der eine Membran aufweist, die einerseits mit dem Hydrauliköl und andererseits mit
einem abgeschlossenen Gasvolumen in Kontakt steht. Das Gasvolumen wird bei einer Druck
beaufschlagung der Membran über das Hydrauliköl entsprechend komprimiert. Bei einem
Stromausfall wird über ein Ventil eine Verbindung zwischen dem Akkumulator und einer
Seite des Kolbens der Verstelleinrichtung herstellt, wodurch das vorgespannte Gasvolumen
die Förderung von Hydrauliköl und damit eine Sicherheitsrückstellung des Kolbens bewirkt.
Der Nachteil der bekannten Vorrichtung ist darin zu sehen, daß das Bauvolumen des Akku
mulators, in dem derselbe Druck wie in dem gesamten übrigen Hydrauliksystem herrscht,
groß sein muß, falls ein großer Energieinhalt für eine Sicherheitsrückstellung bereitgehalten
werden soll.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Sicherheitsrückstellung einer
pneumatischen Betätigungsvorrichtung vorzuschlagen, die sich durch einen kleinen benötig
ten Bauraum auszeichnet und es erlaubt, die Baugröße der Betätigungsvorrichtung gegenüber
Konstruktionen mit einer Federrückstellung zu reduzieren. Des weiteren soll die Einrichtung
kostengünstig herstellbar sein und keine aufwendige Regelungs- oder Überwachungstechnik
erfordern.
Ausgehend von einer Einrichtung der eingangs beschriebenen Art, wird diese Aufgabe erfin
dungsgemäß dadurch gelöst, daß der Druckluftspeicher mittels eines über das Druckluftnetz
angetriebenen Verdichters auf ein Vielfaches des Netzdruckes aufladbar ist, der über eine
Druckmindereinrichtung mit der Versorgungsleitung der Betätigungseinrichtung verbunden
ist.
Aufgrund der Aufladung des Speichers in der Regel auf ein Vielfaches des Netzdrucks kann
das Speichervolumen gegenüber Speichern, die sich lediglich auf dem Druckniveau des
Druckluftnetzes befinden, entscheidend reduziert werden. Daher ist eine Integration bzw. ein
unmittelbarer Anbau eines derartigen Druckluftspeichers in die bzw. an die Betätigungsvor
richtung ohne weiteres möglich.
Da die Aufladung des Speichers mit Hilfe eines von dem Druckluftnetz selbst betriebenen
Verdichters erfolgt, ist kein Fremdantrieb des Verdichters erforderlich. Vielmehr entnimmt
der Verdichter die benötigte Energie direkt aus dem Druckluftnetz, was üblicherweise gleich
falls für die zu verdichtende Luft gilt, da diese dann bereits auf den Netzdruck vorkompri
miert ist.
Durch die Druckmindereinrichtung wird sichergestellt, daß im Falle einer Sicherheitsrückstel
lung, d. h. einer Druckluftentnahme aus dem Speicher, die Versorgungsleitung und die Betäti
gungsvorrichtung nicht mit dem vollen Speicherdruck beaufschlagt
werden, was beispielsweise zur Überlastung der Betätigungseinrichtung
oder anderer Bauteile führen könnte.
Gegenüber den bekannten Einrichtungen mit einer Federrückstellung kann die Be
tätigungsvorrichtung deutlich kleiner ausgeführt werden, da Rückstellfedern nicht
erforderlich sind und daher auch nicht ständig gespannt werden müssen. Im Ver
gleich zu den bekannten Einrichtungen mit einem lediglich auf Netzdruck geladenen
Speicher zeichnet sich die erfindungsgemäße Einrichtung durch den drastisch re
duzierten Bauraum aus. Netzbetriebene Verdichter sind allgemein bekannt und wei
sen in typischer Weise selbstregelnde Eigenschaften auf, so daß sowohl auf einen
separaten Verdichterantrieb als auch auf komplizierte Regelungstechnik verzichtet
werden kann.
Daher eignet sich die Einrichtung gemäß der Erfindung auch z. B. zur Nachrüstung
bei doppeltwirkenden Betätigungsvorrichtungen, die mit einer Sicherheitsfunktion
ausgerüstet werden sollen.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß ein Schaltelement
eines pneumatisch betätigbaren und elektrisch steuerbaren Ventils der Betäti
gungseinrichtung nur dann mit dem Netzdruck beaufschlagbar ist, wenn der Druck in
dem Druckluftspeicher einen Mindestwert übersteigt. Hierdurch wird verhindert, daß
nach einer Sicherheitsrückstellung bereits wieder eine Umschaltung der Armatur in
die "unsichere" Stellung erfolgt, bevor der Druckluftspeicher auf ein Niveau geladen
ist, das zu jeder Zeit eine erneute Sicherheitsrückstellung erlaubt.
Bei dem vorgenannten Ventil der Betätigungseinrichtung handelt es sich typischer
weise um ein sogenanntes standardisiertes NAMUR-Ventil gemäß der Vorschrift
VDI/VDE 3845. Hierbei handelt es sich um eine genormte Schnittstelle zwischen der
Betätigungsvorrichtung und deren Umgebung.
Die Erfindung weiter ausgestaltend, wird vorgeschlagen, daß das Schaltelement des
pneumatisch betätigten und elektrisch steuerbaren Ventils der Betätigungseinrichtung
nur dann mit dem Netzdruck beaufschlagbar ist, wenn der Druck in dem Spei
cher den auf der Abströmseite der Druckmindereinrichtung eingestellten Druck um
einen bestimmten Faktor übersteigt.
Gegenüber einem Vergleich des Speicherdrucks mit einem Absolutwert bietet ein
Vergleich mit dem abströmseitig an der Druckmindereinrichtung vorhandenen Druck
die Möglichkeit, das das Ventil der Betätigungseinrichtung mit Druckluft freischalten
de Schaltelement auch bei unterschiedlichen Netzdrücken bzw. einer Veränderung
des abströmseitigen Drucks an der Druckmindereinrichtung unverändert zu belas
sen.
Vorteilhafterweise handelt es sich bei dem Verdichter um einen Stufenkolbenver
dichter, der sich durch einen einfachen Aufbau auszeichnet und nach Aufbau eines
durch seine Geometrie bedingten Druckverhältnisses selbsttätig die Verdichtung
einstellt und nach einem Druckabfall im Speicher automatisch wieder mit der Ver
dichtung beginnt. Mit derartigen Verdichtern lassen sich problemlos Verdichtungsra
ten von 20 erzielen.
Eine besonders vorteilhafte Weiterentwicklung der Erfindung besteht darin, daß der
Verdichter einen in einem gemeinsamen zylindrischen Gehäuse integrierten Druck
luftspeicher besitzt.
Die Fertigungskosten lassen sich weiter reduzieren, wenn der Verdichter, der
Druckluftspeicher, die Druckmindereinrichtung und ein Schaltventil zur Beaufschla
gung des Schaltelements des Ventils der Betätigungsvorrichtung zu einer Baueinheit
zusammengefaßt sind.
Zur weiteren Reduzierung der Herstellungskosten wird vorgeschlagen, daß ein den
Druckluftspeicher und einen Zylinderraum des Verdichters bildendes Gehäuse
und/oder ein Verdichterkolben aus einem glasfaserverstärkten thermoplastischen
Kunststoffmaterial gefertigt sind.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels einer Einrich
tung zur Sicherheitsrückstellung, die in der Zeichnung dargestellt ist, näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 den schaltungstechnischen Aufbau der Einrichtung in Form einer
Skizze und
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine Baueinheit aus Verdichter und
Druckluftspeicher sowie weiteren Elemente.
Eine in Fig. 1 dargestellte Einrichtung zur Sicherheitsrückstellung einer pneumati
schen Betätigungsvorrichtung 2 in Form eines Stellantriebs für eine Armatur umfaßt
einen Druckluftspeicher 3, einen Verdichter 4, eine Druckmindereinrichtung 5, ein
Schaltventil 6 sowie diverse Leitungsabschnitte und Rückschlagventile.
Die Betätigungsvorrichtung 2 besitzt einen in einem Zylinderraum 7 axial bewegli
chen und beidseitig mit Druck beaufschlagbaren Kolben 8, der über einen nicht dar
gestellten Mechanismus die Betätigung einer ebenfalls nicht abgebildeten Armatur
zwischen zwei Endpositionen bewirkt. Mit der Betätigungseinrichtung 2 zu einer
Baueinheit verbunden ist ein Ventil 9, das im wesentlichen der NAMUR-Bauart ge
mäß VDI/VDE 3845 entspricht. Dieses Ventil 9 ist pneumatisch gegen die Kraft einer
Feder 10 betätigbar und elektrisch mit Hilfe eines als Anker ausgebildeten und in
einer Spule 11 angeordneten Ventilkörpers für die zur Schaltung benötigte Druckluft
steuerbar.
Gegenüber einem nicht modifizierten NAMUR-Ventil ist ein Leitungsabschnitt 12 zur
Beaufschlagung eines im Inneren des Ventils 9 befindlichen Schaltelements mit
Druckluft nicht direkt mit einer Druckluftquelle 13 verbunden. Vielmehr erfolgt die
Beaufschlagung des Leitungsabschnitts 12 mit Druckluft in Abhängigkeit von der
Stellung des Schaltventils 6, dessen Funktion später näher erläutert wird.
Bei normaler Betriebsweise mit gefülltem Druckluftspeicher 3 und hinreichend ho
hem Druck der Druckluftquelle 13 stellt das Schaltventil 6 eine Verbindung zwischen
einem Leitungsabschnitt 14 und dem Leitungsabschnitt 12 her, so daß in diesem
Fall Druckluft an dem NAMUR-Ventil zu dessen Schaltung in Abhängigkeit von dem
elektrischen Signal an der Spule 11 anliegt.
Bei Ausfall der elektrischen Steuerung der Betätigungseinrichtung schließt der elek
tromagnetisch betätigte Ventilkörper die Druckluftbeaufschlagung des Schaltele
ments des Ventils 9 ab, so daß das Schaltelement aufgrund der Feder 10 in die in
Fig. 1 dargestellte Schaltstellung fällt. Hierdurch wird die linke Hälfte des Zylinder
raums 7 mit Druckluft beaufschlagt und der Kolben 8 in die als "sicher" definierte
Stellung verschoben. Sobald die elektrische Steuerung wieder funktionsfähig ist,
kann der Kolben 8 der Betätigungseinrichtung 2 und damit die Armatur wieder in die
andere Lage gebracht werden.
Bei einem plötzlichen Abfall des Drucks in dem Leitungsnetz strömt die unter hohem
Druck in dem Druckluftspeicher 3 befindliche Luft über den Leitungsabschnitt 15, die
Druckmindereinrichtung 5, ein Rückschlagventil 16 und eine Versorgungsleitung 17
zu dem Ventil 9 der Betätigungseinrichtung 2, sofern es für erforderlich erachtet
wird, die zu schaltende Armatur in die Sicherheitsstellung zu überführen. Hierzu ist
die Abschaltung des elektrischen Signals an der Spule 11 erforderlich, um durch die
Feder 10 eine Umschaltung des Schaltelements des Ventils 9 in die abgebildete
Stellung zu bewirken. Die aus dem Druckluftspeicher 3 stammende Luft bewirkt in
diesem Fall eine Überführung des Kolbens 8 und somit der Armatur in die "sichere"
Stellung. Ein weiteres Rückschlagventil 18 verhindert, daß Druckluft in drucklose
Bereiche des Netzes entweichen kann.
Ist der Druck im Leitungsnetz wieder hergestellt, so liegt dieser Druck über einen
Leitungsabschnitt 19 an dem Verdichter 4 an. Dieser beginnt selbsttätig mit der
Verdichtung und Befüllung des Druckluftspeichers 3 über einen Leitungsabschnitt 20
und beendet seine Verdichtungsarbeit erst dann selbsttätig, wenn der Druck in dem
Druckluftspeicher 3 um einen gewissen Faktor größer als der Druck im Leitungsnetz
ist. Dieser Faktor wird durch die Geometrie des Stufenkolbens des Verdichters 4
bestimmt und liegt im vorliegenden Fall bei etwa 20. Aus Sicherheitsgründen ist die
Einrichtung mit einem Sicherheits-Druckbegrenzungsventil 21 versehen.
Eine Betätigung der Betätigungsvorrichtung 2 ist erst dann wieder möglich, wenn
das Schaltventil 6 die Druckluftzufuhr zum Ventil 9 über die Leitungsabschnitte 14
und 12 freigibt. An dem Schaltventil 6 findet daher stets ein Vergleich zwischen dem
Druck in dem Druckluftspeicher 3 und der Abströmseite der Druckmindereinrichtung
5 statt. Sobald der Speicherdruck größer als der abströmseitig auf der Druckmin
dereinrichtung 5 eingestellte Druck ist, kommt es auf dieser Abströmseite der
Druckmindereinrichtung 5 zu keinem weiteren Druckanstieg mehr. Während dieser
konstante Druck auf eine große Fläche des Schaltelements des Schaltventils 6 wirkt,
wird mittels des höhren Speicherdrucks auf der gegenüberliegenden Seite des
Schaltelements lediglich eine sehr viel kleinere Fläche beaufschlagt. Aufgrund die
ser Geometrie ist eine ca. 16- bis 17fache Überhöhung des Netzdrucks in dem
Druckluftspeicher 3 erforderlich, bis das Schaltventil 6, ausgehend von der gezeig
ten Sicherheitsstellung, in die Stellung umschattet, in der die Druckluftversorgung
des NAMUR-Ventils der Betätigungsvorrichtung 2 freigegeben wird. Ab diesem Mo
ment ist die Betätigungsvorrichtung 2 wieder in Abhängigkeit von dem elektrischen
Signal an der Spule 11 umschaltbar.
Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch einen als Stufenkolbenverdichter ausgeführten
Verdichter 4, der zusammen mit einem selbstschaltenden Verdichterventil 22, dem
Sicherheitsventil 21, der Druckmindereinrichtung 5 und dem Schaltventil 6 eine
Baueinheit bildet.
Ausgehend von der Druckluftquelle 13, strömt die Luft durch das Verdichterventil 22
in einen linken Verdichterraum 23, um den rotationssymmetrischen gestuften Ver
dichterkolben 24 in die dargestellte rechte Totpunktstellung zu überführen. Dabei
komprimiert der Verdichterkolben 24 mit seiner im Querschnitt reduzierten Nase 25
in einem daran angepaßten Abschnitt des Verdichterraums befindliche Druckluft,
ausgehend vom Druckniveau des Netzes, auf ein Mehrfaches dieses Wertes, wobei
die Luft durch ein Rückschlagventil in einen im Inneren der Nase 25 befindlichen
inneren Verdichterraum 26 überführt wird. Sobald der Verdichterkolben 24 mit seiner
linken Stirnseite 27 eine im Gehäuse 28 befindliche Steuerkante 29 überstrichen
hat, gelangt über die Steuerleitung 30 Druckluft auf die rechte Seite des Schaltele
ments der Verdichterventils 22, so daß dieses umschaltet und daraufhin über den
Leitungsabschnitt 31 die gestufte rechte Stirnseite 32 des Verdichterkolbens 24 mit
Druckluft beaufschlagt wird. Dieser wird im Bereich der Stirnseite 33 der Nase 25
über den Leitungsabschnitt 34 ebenfalls mit Druckluft beaufschlagt. Somit kommt es
zu einer Kolbenbewegung nach links, bei der die vorkomprimierte Druckluft im inne
ren Verdichterraum 26 weiter verdichtet wird und über eine Leitung 34' in einen zen
tralen Führungsdorn 35 in den Speicherraum 36 gelangt. Sobald die linke Stirnseite
32 des Verdichterkolbens 24 die rechte Steuerkante 37 überstrichen hat, wird über
die Steuerleitung 38 wiederum die linke Seite des Verdichterventils 22 mit Druckluft
beaufschlagt, so daß es zu einem erneuten selbsttätigen Umschalten des Verdich
terventils 22 kommt.
Die oszillierende Bewegung des Verdichterkolbens 24 wiederholt sich so lange, bis
aufgrund des ansteigenden Drucks im Speicherraum 36 ein Gleichgewichtszustand
erreicht ist, der allein durch die Flächenverhältnisse am Verdichterkolben 24 be
stimmt wird. Im vorliegenden Fall wird eine etwa 20fache Überhöhung des Netz
drucks erreicht.
Die integrierte Druckmindereinrichtung 5 versorgt über eine Leitung 39 die linke
Seite eines Schaltkolbens 40 in dem ebenfalls integrierten Schaltventil 6. Der
Schaltkolben 40 wird durch eine Feder in seine rechte Totpunktlage gedrückt und
trennt in dieser Stellung den mit der Druckluftquelle 13 in Verbindung stehenden
Leitungsabschnitt 14 von dem zum NAMUR-Ventil führenden Leitungsabschnitt 12.
Sobald der auf die kleine rechte Stirnfläche des Schaltkolbens 40 wirkende Druck in
dem Speicherraum 36 des Druckluftspeichers 3 wirkende Druck etwa das 16- bis
17fache des hinter der Druckmindereinrichtung 5 eingestellten Drucks erreicht, ver
lagert sich der Schaltkolben 40 von seiner rechten in die linke Totpunktstellung und
gibt dabei eine Verbindung zwischen den Leitungsabschnitten 14 und 12 frei, so daß
eine Druckluftbetätigung des NAMUR-Ventils in Abhängigkeit von dem elektrischen
Signal an der Spule möglich ist.
Zur Realisierung niedriger Fertigungskosten bestehen sowohl das den Speicher
raum 36 und den Verdichterraum 23 umschließende Gehäuse 28 als auch der Ver
dichterkolben 24 und der Führungsdorn 35 aus einem glasfaserverstärkten Kunst
stoffmaterial. Steuer- und Regelungseinrichtungen sind für den Betrieb des Verdich
ters 4 ebensowenig nötig wie die Versorgung mit einer über den Druckluftanschluß
hinausgehenden Fremdenergie. Aufgrund der ausgewählten Geometrie entspricht
der Druck in dem Speicherraum 36 nach Erreichen eines stationären Zustandes ca.
dem 20fachen Wert des Drucks in dem Druckluftnetz.
Claims (7)
1. Einrichtung zur Sicherheitsrückstellung einer pneumatischen Betätigungseinrichtung
(2), insbesondere eines Armaturenantriebs, wobei die Einrichtung (1) einen Druckluft
speicher (3) aufweist, mittels dessen die Betätigungseinrichtung (2) rückstellbar ist, da
durch gekennzeichnet, daß der Druckluftspeicher (3) mittels eines über das Druckluft
netz angetriebenen Verdichters (4) auf ein Vielfaches des Netzdruckes aufladbar ist, der
über eine Druckmindereinrichtung mit der Versorgungsleitung (17) der Betätigungsein
richtung (2) verbunden ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schaltelement eines
pneumatisch betätigbaren und elektrisch steuerbaren Ventils (9) der Betätigungseinrich
tung (2) nur dann mit dem Netzdruck beaufschlagbar ist, wenn der Druck in dem
Druckluftspeicher (3) einen Mindestwert übersteigt.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltelement des
pneumatisch betätigbaren und elektrisch steuerbaren Ventils (9) der Betätigungseinrich
tung (2) nur dann mit dem Netzdruck beaufschlagbar ist, wenn der Druck in dem
Druckluftspeicher (3) den auf der Abströmseite der Druckmindereinrichtung (5) einge
stellten Druck um einen bestimmten Faktor übersteigt.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ver
dichter (4) ein Stufenkolbenverdichter ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdichter (4) einen in
einem gemeinsamen zylindrischen Gehäuse (28) integrierten Druckluftspeicher (3) be
sitzt.
6. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdichter (4),
der Druckluftspeicher (3), die Druckmindereinrichtung (5) und ein
Schaltventil (6) zur Beaufschlagung des Schaltelements des Ventils (9) der Betäti
gungseinrichtung (2) zu einer Baueinheit zusammengefaßt sind.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein den
Druckluftspeicher (3) und einen Verdichterraum (23) des Verdichters (4) bildendes Ge
häuse (28) und/oder ein Verdichterkolben (24) aus einem glasfaserverstärkten thermo
plastischen Kunststoffmaterial bestehen.
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