DE19945143A1 - Optisches Übertragungssystem - Google Patents
Optisches ÜbertragungssystemInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein optisches Übertragungssystem (OTS), bestehend aus mehreren optischen Faserstreckenabschnitten (FDS) mit jeweils einer optischen Faser (SSMF) und einer Dispersionskompensationseinheit (DCF), bei dem Dispersionskompensationseinheiten (DCF) vorgesehen sind, die die Faserdispersion (d) von mehreren Faserstreckenabschnitten (FDS¶1¶ bis FDS¶4¶) derart kompensieren, daß die verbleibende Rest-Dispersion (D¶rest¶) pro kompensierten Faserstreckenabschnitt (FDS¶1¶ bis FDS¶4¶) zumindest nahezu gleichmäßig um jeweils denselben Dispersionsbetrag (DELTAD) ansteigt.
Description
Die Erfindung betrifft ein optisches Übertragungssystem be
stehend aus mehreren optischen Faserstreckenabschnitten mit
jeweils einer optischen Faser und einer Dispersionskompensa
tionseinheit.
Bei allen optischen Übertragungssystemen mit hohen Daten
durchsatzraten, so auch bei nach dem WDM-Prinzip (Wavelength
Division Multiplexing) arbeitenden Übertragungssystemen, wer
den durch die bei der Übertragung von optischen Signalen über
optische Fasern auftretende chromatische Dispersion und die
Selbstphasenmodulation (SPM) Verzerrungen in dem zu übertra
genden, optischen Datensignal hervorgerufen - siehe hierzu
Grau und Freude: "Optische Nachrichtentechnik - Eine Einfüh
rung", Springer-Verlag, 3. Auflage, 1991, S. 120-126.
Derartige Verzerrungen des zu übertragenden, optischen Daten
signals sind unter anderem abhängig von der Eingangsleistung
des optischen Datensignals. Desweiteren wird durch derartige
Verzerrungen die regenerationsfreie Übertragungsreichweite
eines optischen Übertragungssystems bestimmt, d. h. die opti
sche Übertragungsstrecke über die ein optisches Datensignal
übertragen werden kann, ohne daß eine Regeneration bzw. "3R-
Regeneration" (elektronische Datenregeneration hinsichtlich
der Amplitude, Flanke und des Taktes eines optisch übermit
telten, digitalen Datensignals bzw. Datenstromes) durchge
führt werden muß.
Um derartige Verzerrungen des optischen Datensignals zu kom
pensieren, werden bei der Übertragung von optischen Signalen
über optische Standard-Monomodenfasern geeignete Dispersions
kompensationseinheiten vorgesehen bzw. ein an die optische
Übertragungsstrecke angepaßtes Dispersionsmanagement einge
setzt. Hierzu sind derartige optische Übertragungssysteme
überwiegend in mehrere optische Faserstreckenabschnitte un
terteilt, in denen die jeweils in dem betrachteten optischen
Faserstreckenabschnitt hervorgerufene Faserdispersion mit
Hilfe einer Dispersionskompensationseinheit komplett oder
teilweise kompensiert wird.
Derartige Dispersionskompensationseinheiten sind beispiels
weise als optische Spezialfasern ausgestaltet, bei denen
durch eine spezielle Wahl des Brechzahlindexprofils im Faser
kern und den umliegenden Mantelschichten der optischen Faser
die Dispersion bzw. Faserdispersion, insbesondere im 1550 nm
Fenster sehr hohe negative Werte annimmt. Mit Hilfe der durch
die dispersionskompensierende Faser hervorgerufenen, hohen
negativen Dispersionswerte können die durch die optischen
Übertragungsfasern erzeugten Dispersionsbeiträge effektiv
kompensiert werden. Zusätzlich ist die maximale Anzahl von
optischen Faserstreckenabschnitten bzw. die regenerations
freie Reichweite des optischen Übertragungssystems durch das
Augendiagramm ("eye-opening") des am Ausgang des jeweiligen
optischen Faserstreckenabschnitts anliegenden optischen Da
tensignals bestimmt. Hierdurch ergibt sich eine maximale
Reichweite für eine regenerationsfreie Übertragung eines op
tischen Datensignals, die zusätzlich durch das optische Si
gnal-Rausch-Verhältnisses des Übertragungsmediums bestimmt
ist.
In bislang realisierten optischen Übertragungssystemen werden
hierzu unterschiedliche Dispersionsmanagementkonzepte ver
folgt, wobei die optimale Dispersionskompensation einer opti
schen Übertragungsstrecke durch Verwendung von vor- und/oder
nachkompensierten bzw. unterschiedlich über- oder unterkom
pensierten optischen Faserstreckenabschnitten durchgeführt
wird. Abhängig von der Faserdispersion kann damit eine be
stimmte Entfernung regenerationsfrei übertragen werden.
Hierzu ist aus DER FERMELDE-INGENIEUR:
"Wellenlängenmultiplextechnik in zukünftigen photonischen Netzen", A. Ehrhardt et. al., 53. Jahrgang, Heft 5 und 6, Mai/Juni 1999, S. 18-24 bekannt, daß das Systemoptimum zur Dispersionskompensation eines optischen Übertragungssystems bei einer Dispersionskompensation von unter 100% erreicht werden kann. Desweiteren geht aus der obengenannten Druck schrift hervor, daß die chromatische Faserdispersion zu einem bestimmten Teil durch Fasernichtlinearitäten selbst kompen siert werden kann.
"Wellenlängenmultiplextechnik in zukünftigen photonischen Netzen", A. Ehrhardt et. al., 53. Jahrgang, Heft 5 und 6, Mai/Juni 1999, S. 18-24 bekannt, daß das Systemoptimum zur Dispersionskompensation eines optischen Übertragungssystems bei einer Dispersionskompensation von unter 100% erreicht werden kann. Desweiteren geht aus der obengenannten Druck schrift hervor, daß die chromatische Faserdispersion zu einem bestimmten Teil durch Fasernichtlinearitäten selbst kompen siert werden kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht also darin,
ein optisches Übertragungssystem der eingangs erwähnten Art
derart auszugestalten, daß die Dispersionskompensation ver
bessert wird und/oder die durch die Signalverzerrungen redu
zierte, regenerationsfrei überbrückbare Übertragungsreichwei
te erhöht wird. Die Aufgabe wird ausgehend von den im Oberbe
griff von Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen durch dessen
kennzeichnende Merkmale gelöst.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein optisches Übertra
gungssystem gelöst, bei dem Dispersionskompensationseinheiten
vorgesehen sind, die die Faserdispersion von mehreren Faser
streckenabschnitten derart kompensieren, daß die verbleibende
Rest-Dispersion pro kompensierten Faserstreckenabschnitt zu
mindest nahezu gleichmäßig um jeweils denselben Dispersions
betrag ansteigt. Vorteilhaft wird durch das erfindungsgemäße
nahezu gleichmäßig verteilte Unterkompensieren über die ein
zelnen optischen Faserstreckenabschnitte im Vergleich zu bis
herigen Systemen mit Vollkompensation eine nahezu Verdopplung
der regenerationsfrei überbrückbaren Übertragungsreichweite
ermöglicht, d. h. in den jeweiligen Faserstreckenabschnitten
wird soweit unterkompensiert bis die verbleibende Rest-
Dispersion einem Vielfachen des erfindungsgemäßen Disper
sionsbetrags entspricht, wobei die Rest-Dispersion entlang
der optischen Übertragungsstrecke pro Faserstreckenabschnitt
jeweils um den Dispersionsbetrag zunimmt.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist das op
tische Übertragungssystem eine durch Fasernichtlinearitäten
und die Faserdispersion hervorgerufene, akkumulierte Rest-
Dispersion auf, die mit zunehmender Datenrate nahezu linear
abnimmt - Anspruch 2. Der nichtlineare Effekt Selbstphasenmo
dulation und die Group Velocity Dispersion (GVD) sind die Ur
sache für die akkummulierte Rest-Dispersion am Ende des letz
ten Faserstreckenabschnitts der optischen Übertragungsstrec
ke. Sie sind bei vollkompensierten Faserstreckenabschnitten
nahezu unabhängig von der Eingangsleistung des optischen Da
tensignals und beeinflussen sich gegenseitig, d. h. die
Selbstphasenmodulation kann eine dispersionskompensierende
Wirkung aufweisen. Desweiteren nimmt mit zunehmender Datenra
te die Group Velocity Dispersion in den optischen Fasern zu,
während die Selbstphasenmodulation nahezu unverändert bleibt.
Somit trägt die Selbstphasenmodulation (SPM) im optischen
Übertragungssystem zur Dispersionskompensation bei, wobei die
dispersionskompensierende Wirkung der Selbstphasenmodulation
(SPM) mit zunehmender Datenrate hinsichtlich der Group Velo
city Dispersion geringer wird, d. h. die akkumulierte Rest-
Dispersion nimmt ab mit zunehmender Datenrate.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die
Dispersionskompensationseinheiten zur Kompensation der Faser
dispersion von allen optischen Faserstreckenabschnitten vor
gesehen - Anspruch 3. Nimmt auf vorteilhafte Weise in allen
Faserstreckenabschnitten des optischen Übertragungssystems
die Rest-Dispersion jeweils zumindest nahezu gleichmäßig um
denselben Dispersionsbeitrag zu, so kann die maximale regene
rationsfrei überbrückbare Übertragungsreichweite realisiert
werden.
Vorteilhaft weisen alle optischen Faserstreckenabschnitte des
optischen Übertragungssystems nahezu dieselbe Länge auf - An
spruch 4, wobei zusätzlich die optischen Fasern der Faser
streckenabschnitte eine Mindestlänge von 20 Kilometern auf
weisen - Anspruch 6. Bei einer Mindestlänge von ca. 20 Kilo
metern besitzen die durch die Faserdispersion und die Faser
nichtlinearitäten hervorgerufenen Signalverzerrungen nahezu
den Maximalwert. Durch die Aufteilung des optischen Übertra
gungssystems in nahezu gleich lange optische Faserstreckenab
schnitte, deren Anzahl durch die regenerationsfrei zu über
brückende optische Übertragungsstrecke und der akkumulierten
Rest-Disperison bestimmt wird, kann durch eine einfache modu
lare Bauweise ein hinsichtlich der Dispersionkompensation und
der regenerationsfrei überbrückbaren Übertragungsreichweite
optimiertes optisches Übertragungssystem realisiert werden.
Insbesondere kann durch den dadurch bedingten symmetrischen
Aufbau das optische Übertragungssystem besonders vorteilhaft
in einem bidirektionalen Betriebsmodus betrieben werden - An
spruch 7.
Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausbildungen des erfindungs
gemäßen optischen Übertragungssystems sind in den weiteren
Patentansprüchen beschrieben.
Die Erfindung soll im folgenden anhand eines Prinzipschalt
bildes und zweier Diagramme näher erläutert werden.
Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines optischen
Übertragungssystems,
Fig. 2 zeigt in einem Diagramm das erfindungsgemäße Dis
persionmanagementschema und
Fig. 3 zeigt in einem weiteren Diagramm die regenerations
frei überbrückbare Anzahl der kompensierten Faser
streckenabschnitte in Abhängigkeit von der verteil
ten Unter- bzw. Überkompensation.
In Fig. 1 ist ein optisches Übertragungssystem OTS schema
tisch dargestellt, das eine optische Sendeeinrichtung TU und
eine optische Empfangseinrichtung RU aufweist. Die optische
Sendeeinrichtung TU ist über N optische, jeweils einen Ein
gang I und einen Ausgang E aufweisende Faserstreckenabschnit
te FDS1 bis FDSN mit der optischen Empfangseinrichtung RU
verbunden, die jeweils einen optischen Verstärker EDFA, eine
optische Faser SSMF und eine optische Dispersionskompensati
onseinheit DCU aufweisen.
In Fig. 1 sind beispielhaft ein erster und N-ter optischer
Faserstreckenabschnitt FDS1, FDSN dargestellt, wobei ein zwei
ter bis N - 1-ter Faserstreckenabschnitt FDS2 bis FDSN-1 anhand
einer punktierten Linie angedeutet sind. Desweiteren besteht
der erste optische Faserstreckenabschnitt FDS1 aus einem er
sten optischen Verstärker EDFA1, einer ersten optischen Faser
SSMF1, beispielsweise einer optischen Standard-Single-Mode-
Faser, sowie aus einer ersten optischen Dispersionskompensa
tionseinheit DCU1, wobei zwischen der ersten optischen Faser
SSMF1 und der ersten optischen Dispersionskompensationsein
heit DCU1 noch ein optischer Vorverstärker - in Fig. 1 nicht
dargestellt - vorgesehen werden kann. Analog dazu weist der
N-te optische Faserstreckenabschnitt FDSN einen N-ten opti
schen Verstärker EFDAN, eine N-te optische Faser SSMFN und
eine N-te optische Dispersionskompensationseinheit DCUN auf.
Analog kann auch hier zwischen N-ter optische Faser SSMFN und
N-ter optischer Dispersionskompensationseinheit DCUN ein wei
terer optischer Vorverstärker - in Fig. 1 nicht dargestellt
- vorgesehen sein.
Das optische Datensignal bzw. der optische Datenstrom OS wird
von der optischen Sendeeinrichtung TU zum Eingang I des er
sten optischen Faserstreckenabschnitt FDS1 übermittelt. In
nerhalb des ersten optischen Faserstreckenabschnitts FDS1
wird das optische Datensignal OS mit Hilfe des ersten opti
schen Verstärker EDFA1 verstärkt und über die erste optische
Faser SSMF1 zur ersten Dispersionskompensationseinheit DCU1
übertragen. In der ersten Dispersionskompensationseinheit
DCU1 werden die durch die optische Übertragung über die erste
optische Faser SSMF1 hervorgerufenen Signalverzerrungen des
optischen Datensignals OS bis auf eine erste Rest-Dispersion
Drest1, die im Falle der ersten Dispersionskompensationsein
heit DCU1 dem erfindungsgemäßen Dispersionsbetrag ΔD ent
spricht, kompensiert. Die festgelegte Rest-Dispersion Drest
ist ein durch die Anzahl N der optischen Faserstreckenab
schnitte FDS festgelegter Bruchteil der akkumulierten Rest-
Dispersion Dakk, der nahezu gleichmäßig mit jedem kompensier
ten Faserstreckenabschnitt FDS um nahezu denselben Disper
sionsbetrag ΔD ansteigt.
Die akkumulierte Rest-Dispersion Dakk wird durch die Faser
nichtlinearitäten und die Faserdispersion hervorgerufen und
liegt am Ende des N-ten Faserstreckenabschnitts FDSN vor. Au
ßerdem wird die akkumulierte Rest-Dispersion Dakk aufgrund der
für die Rückgewinnung der Daten aus dem optischen Datensignal
OS geforderten Parametern für das Augendiagramm "eye-opening"
am Ende des N-ten Faserstreckenabschnitts FDSN nicht kompen
siert. Somit ist das am Ausgang E des ersten optischen Faser
streckenabschnitts FDS1 anliegende optische Datensignal OS
nicht vollständig dispersionskompensiert, sondern unterkom
pensiert.
Analog dazu wird das optische Datensignal OS über die weite
ren optischen Faserstreckenabschnitte FDS zum Eingang I des
N-ten optischen Faserstreckenabschnittes FDSN übertragen. Das
am Eingang I des N-ten optischen Faserstreckenabschnittes
FDSN anliegende optische Datensignal OS wird mit Hilfe des N-
ten optischen Verstärker EDFAN verstärkt und über die N-te
optische Faser SSMFN zu der N-ten Dispersionskompensations
einheit DCUN übermittelt. In der N-ten Dispersionskompensati
onseinheit DCUN wird die von der N-ten optischen Faser SSMFN
hervorgerufene Faserdispersion des optischen Datensignals OS
teilweise kompensiert, woraus erkennbar ist, daß die Rest-
Dispersion Drest des optischen Datensignals OS nahezu gleich
mäßig um den vorgegebenen Dispersionsbetrag ΔD ansteigt und
nach der N-ten Dispersionskompensation der akkumulierten
Rest-Dispersion Dakk entspricht. Das am Ausgang E des N-ten
optischen Faserstreckenabschnitts FDSN anliegende optische
Datensignal OS wird zur optischen Empfangseinrichtung RU
übertragen und gegebenenfalls vor der Weiterverarbeitung ei
ner 3R-Regeneration unterzogen - nicht in Fig. 1 darge
stellt.
In Fig. 2 ist beispielhaft ein erfindungsgemäßes Dispersion
managementschema DCS anhand eines Diagramms schematisch dar
gestellt. Daraus wird deutlich, daß sich das optische Über
tragungssystem OTS erfindungsgemäß aus mehreren optischen Fa
serstreckenabschnitten FDS zusammensetzt, die jeweils eine
optische Faser SSMF und eine Dispersionskompensationseinheit
DCF, beispielsweise eine dispersionskompensierende Faser,
aufweisen. Zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Dispersions
managementschemas DCS ist die Anzahl der optischen Faser
streckenabschnitte auf vier (N = 4) beschränkt, so daß in Fig.
2 sind ein erster, zweiter, dritter und vierter optischer Fa
serstreckenabschnitt FDS1, FDS2, FDS3, FDS4 dargestellt sind, wo
bei der erste optische Faserstreckenabschnitt FDS1 eine erste
optische Faser SSMF1 und eine erste optische Dispersionskom
pensationseinheit DCF1, der zweite optische Faserstreckenab
schnitt FDS2 eine zweite optische Faser SSMF2 und eine zweite
optische Dispersionskompensationseinheit DCF2, der dritte op
tische Faserstreckenabschnitt FDS3 eine dritte optische Faser
SSMF3 und eine dritte optische Dispersionskompensationsein
heit DCF3 und der vierte optische Faserstreckenabschnitt FDS4
eine vierte optische Faser SSMF4 und eine vierte optische
Dispersionskompensationseinheit DCF4 aufweist. Hierbei ist
für das Dispersionsmanagementschema DCS des Ausführungsbei
spiels beispielsweise eine nahezu gleiche Länge für die erste
bis vierte optische Faser SSMF1 bis SSMF4 sowie für die erste
bis vierte dispersionskompensierende Faser DCF1 bis DCF4 ge
wählt.
Das Diagramm weist eine horizontale (Abszisse) und eine ver
tikale Achse (Ordinate) x, d auf, wobei durch die horizontale
Achse die Entfernung x von der optischen Sendeeinrichtung TU
bzw. die Reichweite der optischen Datenübertragung und durch
die vertikale Achse d die Faserdispersion d in der jeweiligen
optischen Faser SSMF bzw. in der dispersionskompensierenden
Faser DCF dargestellt ist.
Anhand Fig. 2 wird deutlich, daß die Faserdispersion eines
am Eingang I des ersten optischen Faserstreckenabschnitts
FDS1 anliegenden optischen Datensignals OS von der optischen
Sendeeinrichtung TU (x = 0) entlang der ersten optischen Faser
SSMF1 linear ansteigt und am Ende der ersten optischen Faser
x1 einen ersten maximalen Dispersionsbetrag Dmax1 annimmt. Der
erste maximale Dispersionsbetrag Dmax1 wird mit Hilfe der er
sten Dispersionskompensationseinheit DCF1 bzw. der ersten
dispersionskompensierenden Faser teilweise kompensiert, d. h.
am Ende der ersten dispersionskompensierenden Faser x2 liegt
eine erste Rest-Dispersion Drest1 vor, die am Ausgang E der
ersten Dispersionskompensationseinheit DCF1 dem Dispersions
betrag ΔD entspricht.
Durch die sich anschließende zweite optische Faser SSMF2
nimmt die Faserdispersion d von der ersten Rest-Dispersion
Drest1 bis zu einem zweiten maximalen Dispersionsbetrag Dmax2
zu, welcher am Ende der zweiten dispersionskompensierenden
Faser x3 vorliegt. Der zweite maximale Dispersionsbetrag Dmax2
wird mit Hilfe der zweiten Dispersionskompensationseinheit
DCF2 bzw. der zweiten dispersionskompensierenden Faser soweit
kompensiert bis die zweite Rest-Dispersion Drest2 dem zweifa
chen des Dispersionsbetrags ΔD entspricht, d. h. die verblei
bende Rest-Dispersion Drest steigt gleichmäßig pro optischen
Faserstreckenabschnitt FDS jeweils um den Dispersionsbetrag
ΔD an. Somit liegt am Ende der zweiten dispersionskompensie
renden Faser x4 eine zweite Rest-Dispersion Drest2 vor, die am
Ausgang E der zweiten Dispersionskompensationseinheit bzw.
der zweiten dispersionskompensierenden Faser DCF2 dem Zweifa
chen des Dispersionsbetrags ΔD entspricht.
Das von der zweiten dispersionskompensierenden Faser DCF2 an
die dritte optische Faser SSMF3 übermittelte optische Daten
signal OS erfährt in der dritten optischen Faser SSMF3 wie
derum durch die Faserdispersion d hervorgerufene Signalver
zerrungen, die am Ende der dritten optischen Faser x5 einen
dritten maximalen Dispersionsbetrag Dmax3 annehmen. Der dritte
Dispersionsbetrag Dmax3 wird durch die dritte optische Disper
sionskompensationseinheit DCF3 derartig unterkompensiert, daß
die verbleibende dritte Rest-Dispersion Drest3 dem Dreifachen
des erfindungsgemäßen Dispersionsbetrages ΔD entspricht, d. h.
die Rest-Dispersion Drest nimmt am Ende der dritten dispe
rionskompensierenden Faser x6 eine dritte Rest-Dispersion
Drest3, die im Vergleich zur zweiten Rest-Dispersion Drest2
nochmals um den Dispersionsbetrag ΔD zugenommen hat.
Desweiteren wird das am Ausgang E der dritten dispersionskom
pensierenden Faser DCF3 anliegende optische Datensignal OS an
die vierte und letzte optische Faser SSMF4 des optischen
Übertragungssystems OTS übermittelt. Anhand Fig. 2 wird
deutlich, daß die Faserdispersion d weiterhin zunimmt und am
Ende der vierten optischen Faser x7 einen vierten maximalen
Dispersionsbetrag Dmax4 aufweist. Mit Hilfe der vierten Dis
persionskompensationseinheit DCF4 wird der vierte maximale
Dispersionsbetrag Dmax4 auf den Betrag der akkumulierten Rest-
Dispersion Dakk reduziert, welcher dem Vierfachen des erfin
dungsgemäßen Dispersionsbetrages ΔD entspricht. Somit weist
am Ende der optischen Übertragungsstrecke bzw. am Ende des
vierten Faserstreckenabschnitts x8 die verbleibende Rest-
Dispersion Drest des optischen Übertragungssystems OTS den Be
trag der akkumulierten Rest-Dispersion Dakk auf.
Durch das erfindungsgemäße gleichmäßige "Aufteilen" der für
das jeweilige optische Übertragungssystem OTS berechneten
bzw. geschätzten akkumulierten Rest-Dispersion Dakk auf eine
festgelegte Anzahl von Faserstreckenabschnitte FDS wird die
regenerationsfrei überbrückbare Übertragungsreichweite x8 na
hezu verdoppelt. Hierbei werden die Faserstreckenabschnitte
FDS des optischen Übertragungssystems, unabhängig von der
Länge der jeweiligen optischen Faser SSMF, jeweils bis auf
eine durch die akkumulierte Rest-Dispersion Dakk festgelegte
Rest-Dispersion Drest unterkompensiert, wobei die Rest-
Dispersion D von Faserstreckenabschnitt FDS1 zu Faserstrec
kenabschnitt FDS2 um jeweils denselben Dispersionsbetrag an
steigt.
Im Vergleich zu einem den jeweiligen Faserstreckenabschnitt
FDS eines optischen Übertragungssystems OTS vollständig kom
pensierenden Dispersionsmanagementschema DCS kann durch das
erfindungsgemäße Dispersionsmanagementschema DCS der verteil
ten Unterkompensation die regenerationsfrei überbrückbare
Reichweite erheblich erhöht werden, welches zu einer Einspa
rung von kostenintensiven elektrischen 3R-
Regenerationseinrichtungen führt.
Desweiteren ist aufgrund des aus Fig. 2 erkennbaren, symme
trischen Aufbaus des optischen Übertragungssystems OTS auf
einfache Art und Weise eine bidirektionale Datenübertragung
über die betrachteten Faserstreckenabschnitte FDS realisier
bar.
Zusätzlich kann ein eine optische Faser SSMF und eine Disper
sionskompensationseinheit DCF aufweisender Faserstreckenab
schnitt FDS als optisches Übertragungsmodul M ausgestaltet
sein. Somit kann das optische Übertragungssystem OTS durch
eine Serienschaltung derartiger optischer Übertragungsmodule
M gebildet werden. Eine derartige modulare Bauweise erleich
tert die Realisierung einer optischen Übertragungsstrecke
bzw. Erweiterung einer bestehenden optischen Übertragungs
strecke in der Praxis erheblich.
Weiterhin ist die Verwendung der erfindungsgemäßen, verteil
ten Unterkompensation besonders vorteilhaft bei optischen
Übertragungssystemen, die aufgrund der Datenübertragung mit
Hilfe von mehreren Übertragungskanälen eine starke Kreuz-
Phasen-Modulation (XPM) als hinsichtlich der regenerations
frei überbrückbaren Übertragungsreichweiten limitierenden Ef
fekt aufweisen. Diese starke Kreuz-Phasen-Modulation (XPM)
kann durch das erfindungsgemäße Vorsehen einer geringen, lo
kalen Rest-Disperison Drest am Ende eines Faserstreckenab
schnitts FDS unterdrücken werden. Somit wird durch die erfin
dungsgemäße verteilte Unterkompensation nicht nur die Selbst
phasenmodulation (SPM) unterdrückt, sondern nahezu gleichzei
tig der Einfluß der Kreuz-Phasen-Modulation (XPM) erheblich
verringert.
In Fig. 3 ist in einem weiteren Diagramm die regenerations
frei überbrückbare Anzahl der kompensierten Faserstreckenab
schnitte nfs in Abhängigkeit von der verteilten Unter- bzw.
Überkompensation uoc für unterschiedliche Eingangsleistungen
P4dBm, P6dBm, P9dBm, P12dBm, P15dBm des optischen Datensignals OS
dargestellt.
Das weitere Diagramm weist eine horizontale (Abszisse) und
eine vertikale Achse (Ordinate) uoc, nfs auf, wobei durch die
horizontale Achse das zur Dispersionskompensation vorgesehene
Schema "Unter- bzw. Überkompensation" des optischen Übertra
gungssystems OTS und durch die vertikale Achse nfs die Anzahl
der kompensierten Faserstreckenabschnitte FDS des optischen
Übertragungssystems OTS dargestellt ist. Daraus läßt sich er
kennen, daß durch die erfindungsgemäße gleichmäßige Unterkom
pensation mehrerer Faserstreckenabschnitte FDS eine Erhöhung
der regenerationsfrei überbrückbaren Übertragungsreichweite
erzielen läßt. Die regenerationsfrei überbrückbare Übertra
gungsreichweite wird im weiteren Diagramm durch die Anzahl
der kompensierten Faserstreckenabschnitte FDS des optischen
Übertragungssystems OTS verdeutlicht.
Hierzu werden ein erstes bis fünftes optisches Datensignal
OS1 bis OS5 einem optischen Test-Übertragungssystem OTS zuge
führt, die jeweils eine unterschiedliche Eingangsleistung P
aufweisen. Dabei weist das erste optische Datensignal OS1 ei
ne Eingangsleistung von 4 dBm, das zweite optische Datensignal
OS2 eine Eingangsleistung von 6 dBm, das dritte optische Da
tensignal OS3 eine Eingangsleistung von 9 dBm, das vierte op
tische Datensignal OS4 eine Eingangsleistung von 12 dBm sowie
das fünfte optische Datensignal OS5 eine Eingangsleistung von
15 dBm auf.
Die Erhöhung der regenerationsfrei überbrückbaren Übertra
gungsreichweite wird besonders an dem Kurvenverlauf für das
erste optische Datensignal OS1 deutlich, da das erste opti
sche Datensignal OS1 bei einer Unterkompensation von ca. 0,5
km einer Standard-Einmodenfaser (SSMF) über nahezu 120 Faser
streckenabschnitte FDS ohne Regeneration übertragen werden
kann. Hierbei wird der jeweilige Faserstreckenabschnitt FDS
jeweils durch die dispersionskompensierende Faser DCF soweit
kompensiert, daß eine Rest-Dispersion Drest vorliegt, die ei
nem unkompensierten optischen Faserstück der Länge eines hal
ben Kilometers (0,5 km) entspricht.
Claims (8)
1. Optisches Übertragungssystem (OTS) bestehend aus mehreren
optischen Faserstreckenabschnitten (FDS) mit jeweils einer
optischen Faser (SSMF) und einer Dispersionskompensationsein
heit (DCF),
dadurch gekennzeichnet,
daß Dispersionskompensationseinheiten (DCF1 bis DCFQ) vorge
sehen sind, die die Faserdispersion (d) von mehreren Faser
streckenabschnitten (FDS1 bis FDSq) derart kompensieren, daß
die verbleibende Rest-Dispersion (Drest) pro kompensierten Fa
serstreckenabschnitt (FDS1 bis FDS4) zumindest nahezu gleich
mäßig um jeweils denselben Dispersionsbetrag (ΔD) ansteigt.
2. Optisches Übertragungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das optische Übertragungssystem (OTS) eine durch Faser
nichtlinearitäten und die Faserdispersion (d) hervorgerufene,
akkumulierte Rest-Dispersion (Dakk) aufweist, die mit zuneh
mender Datenrate nahezu linear abnimmt.
3. Optisches Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1
oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dispersionskompensationseinheiten (DCF1 bis DCF4) zur
Kompensation der Faserdispersion (d) von allen optischen Fa
serstreckenabschnitten (FDS1 bis FDS4) vorgesehen sind.
4. Optisches Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1
bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß alle optischen Faserstreckenabschnitte (FDS1 bis FDS4)
des optischen Übertragungssystems (OTS) nahezu dieselbe Länge
aufweisen.
5. Optisches Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1
bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein eine optische Faser (SSMF1) und eine Dispersionskom
pensationseinheit (DCF1) aufweisender Faserstreckenabschnitt
(FDS1) ein optisches Übertragungsmodul (M) realisiert.
5. Optisches Übertragungssystem nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das optische Übertragungssystem (OTS) aus mehreren in Se
rie angeordneten optischen Übertragungsmodulen (M) gebildet
werden kann.
6. Optisches Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1
bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die optischen Fasern (SSMF) der Faserstreckenabschnitte
(FDS) eine Mindestlänge von 20 Kilometern aufweisen.
7. Optisches Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1
oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das optische Übertragungssystem (OTS) einen bidirektiona
len Betriebsmodus aufweist.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999145143 DE19945143A1 (de) | 1999-09-21 | 1999-09-21 | Optisches Übertragungssystem |
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