DE19943941A1 - Programmierbare JTAG-Netzwerkarchitektur zum Unterstützen eines proprietären Debug-Protokolls - Google Patents
Programmierbare JTAG-Netzwerkarchitektur zum Unterstützen eines proprietären Debug-ProtokollsInfo
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Abstract
Es wird eine Vorrichtung zum Testen einer Vielzahl von JTAG-tauglicher integrierter Schaltkreise vorgestellt, wobei zumindest einer der integrierten Schaltkreise ein Enhanced-Embedded-Debug-Modul beinhaltet. Die Vorrichtung ist in der Lage, selektiv bestimmte integrierte Schaltkreise zu testen, die an verschiedenen Orten lokalisiert sind. Auf diese Art und Weise können integrierte Schaltkreise in einem Zielbauteil getestet werden, bei dem integrierte Schaltkreise fehlerhaft oder nicht vorhanden sind. Die Vorrichtung erlaubt den Zugang zu verbesserten JTAG-Debug-Protokollen innerhalb eines gemischten (OCDS und nicht OCDS) IC-Netzwerks.
Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf integrierte Schalt
kreise. Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung
auf ein Verfahren und ein System zum Testen und Debuggen von
integrierten Schaltkreisen.
Es wird angemerkt, daß in der ganzen folgenden Patentschrift
unter Testprotokollen solche verstanden werden, die allgemein
Debug-Protokolle miteinschließen.
Schaltkreise werden gewöhnlicherweise auf gedruckten Leiter
karten aufgebaut (PC-Karten). Diese Schaltkreise sind in der
Regel komplex und können eine große Anzahl von integrierten
Schaltkreisen (IC's) beinhalten, wobei die IC's in eine große
Vielzahl von Gehäusen eingebaut werden können. Die Zahl der
IC's und die Vielzahl der Gehäuse auf Leiterkarten macht es
schwierig, die IC's und die Verbindung zwischen den IC's zu
testen.
Um komplexe PC-Kartenschaltungen zu testen, wurden Testarchi
tekturen und Testbusse wie z. B. Boundary-Scan-Tests entwic
kelt, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind. Ein
IEEE-Standard für diese Art von Testarchitekturen (definiert
durch die generischen Signale TCK, TMS, TDI, TDO, TRST) wurde
entwickelt und ist unter IEEE 1149.1 oder JTAG bekannt. Um ei
nen Boundary-Scan-Test effektiv auf einer PC-heiterkarten un
ter dem IEEE 1149.1 Standard durchzuführen, muß jeder IC auf
der PC-heiterkarte, der getestet werden soll, eine zugehörige
Testarchitektur beinhalten, die im nachfolgenden als Boundary-
Scan bezeichnet wird, die ebenso JTAG-tauglich ist.
Die Fig. 1 veranschaulicht eine herkömmliche JTAG-taugliche
Testarchitektur 100. Die Testarchitektur 100 beinhaltet einen
Masterkontroller 102, der mit einem untergeordneten JTAG-
Zielbaustein 104 verbunden ist durch die JTAG-tauglichen Ver
bindungen 106 und 108. Der JTAG-Zielbaustein 104 beinhaltet
eine serielle Registerkette 110, die durch in Reihe verknüpfte
integrierte Schaltkreise IC 112 bis IC 118 hergestellt wird.
Während eines Boundary-Scan-Tests scannt und testet der Ma
sterkontroller 112 der Reihe nach eine vorbestimmte Reihe von
Datenbits, die sowohl die Kontrollinformation als auch die Da
teninformation enthält in die serielle Registerkette 110. Ty
pischerweise wird die Kontroll- und Dateninformation durch ein
besonderes Testprotokoll bereitgestellt, das durch den Master
kontroller 112 ausgeführt wird speziell für den durchzuführen
den Boundary-Scan-Test. Die Kontrollinformation kontrolliert
einen Zustand, der in jedem der IC's 112 bis 118 vorliegt. Der
Zustand benützt dabei Register und die bereitgestellte Daten
information, um die Kartenverknüpfungen 120 bis 124 und die
dazugehörigen IC's zu testen. Jedes der Register auf einem
einzelnen IC ist ein Boundary-Scan-Register, das alle Input-,
Output- und Input/Output-Ports auf dem IC beinhaltet.
In einigen Situationen ist es nicht wünschenswert, einen oder
mehreren der integrierten Schaltkreise, die sich in dem unter
geordneten Zielbauelement 102 befinden, zu testen. In so einem
Fall wird ein Software "BYPASS" ausgeführt, indem der JTAG-
Befehl "BYPASS" vor dem Start des Boundary-Scan-Test ausge
führt wird, um diese integrierten Schaltkreise zu umgehen. Um
einen einzelnen integrierten Schaltkreis zu umgehen, wird ein
"BYPASS"-JTAG-Befehl speziell an den integrierten Schaltkreis
oder dem integrierten Schaltkreise ausgeführt, die umgangen
werden sollen. Der Zustand der sich im integrierten Schalt
kreis befindet, antwortet auf den Umgehungsbefehl, indem jede
eingehenden Daten und Kontrollinformationen um die interne
Schaltung umgeleitet wird auf dem integrierten Schaltkreis.
Dies führt dazu, data der einzelne IC vom Boundary-Scan-Test,
der ausgeführt wird, ausgeschlossen wird.
In einigen Fällen führen Fehler in den integrierten Schaltun
gen dazu, daß ein Software-BYPASS nicht ausgeführt werden
kann. In so einem Fall würde es unmöglich sein einen genauen
Boundary-Scan-Test innerhalb der Testarchitektur 100 auszufüh
ren, da es unmöglich wäre, die fehlerhafte integrierte Schal
tung zu umgehen. Demzufolge müßte die fehlerhafte integrierte
Schaltung ausgewechselt werden, um die übrigen integrierten
Schaltkreise sauber testen zu können. In komplexen Leiterkar
ten, wäre die Entfernung und Ersetzung eines einzelnen inte
grierten Schaltkreises zu zeitaufwendig und zu teuer um prak
tisch ausgeführt zu werden.
Durch das Einführen von Debug-Schaltungen innerhalb integrier
ter Schaltkreise, haben die Designer nun die Fähigkeit bekom
men, in großem Maßstab die Möglichkeit zu erweitern, inte
grierte Schaltkreise zu debuggen und dabei die Kosten im De
sign und der Implementierung zu reduzieren. Die Testarchitek
tur 100 ist nicht in der Lage, eingebettete und proprietäre
Debug-Protokolle, die z. B. von Siemens Microelectronics Incor
poration, San Jose, Kalifornien entwickelt wurden, zu unter
stützen, da die JTAG-Verbinder 106 und 208 nicht dazu benutzt
werden können, die erforderliche Debug-Information zu dem
JTAG-Zielbaustein 104 zu tragen.
Demzufolge ist es wünschenswert, eine verbesserte und program
mierbare JTAG-Netzwerkarchitektur bereitzustellen, die einge
bettete Debug-Protokolle unterstützt.
Eine Vorrichtung zum Testen einer Vielzahl von integrierten
Schaltkreisen, bei dem jeder einzelne Schaltkreis ein zugehö
riges Testprotokoll hat und zumindest einer der Schaltkreise
ein zugehöriges On-Chip-Debug-Protokoll aufweist, wird im fol
genden offenbart. Insbesondere beinhaltet die Vorrichtung ei
nen Masterkontroller, der in der Lage ist, das zugehörige
Testprotokoll mit jedem einzelnen der integrierten Schaltkrei
se inklusive dem On-Chip-Debug-Protokoll auszuführen. Die Vor
richtung beinhaltet einen programmierbaren Schalter zum selek
tiven Ausführen von Testschleifen zwischen dem Masterkontrol
ler und ausgewählten einzelnen integrierten Schaltkreisen, wie
sie vom Masterkontroller nach den Konfigurationsdaten ange
sprochen werden. Die Testschleifen erleichtern die Ausführung
von ausgewählten einzelnen Testprotokollen. Die Vorrichtung
beinhaltet einen Datenbus zum Verbinden des Masterkontrollers
mit jedem einzelnen der integrierten Schaltkreise. Der Daten
bus ist konfiguriert, um die Daten- und Kontrollsignale zwi
schen dem Masterkontroller und den integrierten Schaltkreisen
hinüber zu schicken und zur erleichterten Ausführung des On-
Chip-Protokolls.
In einer bevorzugten Ausführung beinhaltet der Masterkontrol
ler einen JTAG-Kontroller, der mit dem Datenbus verbunden ist
und so konfiguriert ist, um das JTAG-Testprotokoll auszufüh
ren, und einen On-Chip-Debug-Unterstützungskontroller (OCDS),
der mit dem Datenbus verbunden ist und so konfiguriert ist, um
das OCDS-Testprotokoll auszuführen. Der Masterkontroller bein
haltet ferner einen programmierbaren Schalterkontroller, der
mit dem programmierbaren Schalter verbunden ist und so konfi
guriert ist, daß er ein Schalterkontrollsignal an den program
mierbaren Schalterkontroller liefert. Der programmierbare
Schalterkontroller antwortet durch Verbinden des JTAG-
Kontrollers nach Bedarf mit dem zu testenden integrierten
Schaltkreis.
Ein Testsystem zum Testen von JTAG-tauglichen integrierten
Schaltkreisen mit integrierten On-Chip-Debug-Support Schalt
kreisen (OCDS) wird des weiteren offenbart. In einer bevorzug
ten Ausführung stellt ein Gascomputer, der mit einem Master
kontroller verbunden ist, ausgewählte Testprotokolle an den
Masterkontroller bereit.
Ein anderer Aspekt der Erfindung beinhaltet eine gedruckte
Leiterkarte. Die gedruckte Leiterkarte beinhaltet eine Viel
zahl von integrierten Schaltkreisen. Jeder der integrierten
Schaltkreise weist ein zugehöriges Testprotokoll auf und zu
mindest einer der integrierten Schaltkreise beinhaltet eine
eingebettete Debug-Schaltung. Die eingebettete Debug-Schaltung
wiederum hat ein zugehöriges On-Chip-Debug-Protokoll. Die ge
druckte Leiterkarte beinhaltet des weiteren eine Vielzahl von
Leitern zum Ausbilden von Testschleifen zwischen den einzelnen
integrierten Schaltkreisen und einer externen Testschaltung.
Die Testschleifen erleichtern die Ausführung von ausgewählten
einzelnen Testprotokollen. Die gedruckte Leiterkarte beinhal
tet ferner einen Datenbus, der mit jedem der einzelnen inte
grierten Schaltkreise verbunden ist. Der Datenbus ist konfigu
riert, um Daten- und Kontrollsignale zwischen den integrierten
Schaltungen und der externen Testschaltung zu übermitteln. Der
Datenbus erleichtert ferner die Ausführung des On-Chip-Debug-
Protokolls.
Des weiteren wird ein Verfahren zum Testen einer Vielzahl von
integrierten Schaltungen vorgestellt, das einen Masterkontrol
ler und einen programmierbaren Schalter benutzt, wobei der
programmierbare Schalter selektiv den Masterkontroller mit
einzelnen ausgewählten integrierten Schaltkreisen verbindet.
Jeder integrierte Schaltkreis hat ein zugehöriges Testproto
koll und zumindest einer der integrierten Schaltkreise bein
haltet eine eingebettete Debug-Schaltung, der ein zugehöriges
On-Chip-Debug-Protokoll aufweist. Das Verfahren beinhaltet die
folgenden Verfahrensschritte:
- - Bereitstellen der Testprotokolle an den Masterkontroller;
- - Auswählen eines ersten Testprotokolls;
- - Übermitteln erster Schalterkonfigurationsdaten mit zugehöri gem ersten Testprotokoll an den programmierbaren Schalter;
- - Konfigurieren des programmierbaren Schalters gemäß der er sten Schalterkonfigurationsdaten, um den Masterkontroller mit zumindest einem der integrierten Schaltkreise zu verbin den;
- - Ausführen des ersten Testprotokolls;
- - Zurücksetzen des programmierbaren Schalters und dadurch Un terbrechen der Verbindung des Masterkontrollers von dem zu mindest einen integrierten Schaltkreis;
- - Zurücksetzen des Maschinenzustands, der zu dem zumindest ei nen integrierten Schaltkreis gehört.
Ferner wird ein Computerprogrammerzeugnis zur Erleichterung
des Testens einer Vielzahl von integrierten Schaltungen vorge
stellt, das einen Masterkontroller und einen programmierbaren
Schalter benutzt, wobei der programmierbare Schalter selektiv
den Masterkontroller mit ausgewählten einzelnen integrierten
Schaltkreisen verbindet. In einem Aspekt weist jede einzelne
integrierte Schaltung ein zugehöriges Testprotokoll auf und
zumindest eine der integrierten Schaltungen beinhaltet eine
eingebettete Debug-Schaltung mit einem zugehörigen On-Chip-
Debug-Protokoll. Das Computerprogrammerzeugnis beinhaltet zu
mindest ein computerlesbares Medium und einen Computerpro
gramm-Mechanismus und ist in zumindest einem computerlesbaren
Medium eingebettet. Der Computerprogramm-Mechanismus bringt
einen Computer dazu, die folgenden Operationen auszuführen:
- - Bereitstellen der Testprotokolle an den Masterkontroller;
- - Auswählen eines ersten Testprotokolls;
- - Übermitteln erster Konfigurationsdaten, die zum ersten Test protokoll gehören, an den programmierbaren Schalter und da durch Konfigurieren des programmierbaren Schalters gemäß der ersten Konfigurationsdaten, um den Masterkontroller mit zu mindest einem der integrierten Schaltkreise zu verbinden;
- - Anweisen des Masterkontrollers, um das erste Testprotokoll auszuführen;
- - Anweisen des Masterkontrollers, um den programmierbaren Schalter zurückzusetzen, um dabei die Verbindung des Master kontrollers von dem zumindest einem integrierten Schaltkreis zu unterbrechen;
- - Anweisen des Masterkontrollers um den zugehörigen Maschinen zustand zurückzusetzen, der zu dem zumindest einen inte grierten Schaltkreis gehört.
Die beschriebenen Anordnungen haben zahlreiche Vorteile und
eliminieren die Notwendigkeit einer physischen Entfernung von
fehlerhaften oder nicht eingeschalteten integrierten Schalt
kreisen, um gewisse Boardlevel-Tests auszuführen. Des weiteren
ermöglicht die Erfindung die volle Nutzung von leistungsstar
ken durch Einbetten verstärkten On-Chip-Support-Merkmalen in
Ergänzung zu herkömmlichen JTAG-Test-Schaltungen. Die Erfin
dung ermöglicht es auch jegliche Zahl von verschiedenen inte
grierten Schaltkreisen zu testen, die auf beliebiger Zahl von
untergeordneten Zielbauteilen angeordnet sind, wozu auch ge
druckte Leiterkarten gehören, sowohl lokal als auch zurückge
setzt, wie in Multiprozessorcomputersystemen. Die beschriebene
Erfindung funktioniert mit jeglicher integrierten Schaltung,
die einen Funktionstest erfordert, wobei Mikroprozessoren und
derartiges gemeint sind. Die Erfindung ist nicht auf Mikropro
zessoren und derartige Bausteine beschränkt.
Die vorliegende Erfindung wird durch Ausführungsbeispiele ver
anschaulicht, aber nicht beschränkt. In den Figuren der beige
fügten Zeichnungen werden die gleichen Bezugszeichen für ähn
liche Elemente verwendet. Die Figuren zeigen:
Fig. 1 ist ein herkömmliches JTAG-Testnetzwerk;
Fig. 2 ist ein Testnetzwerk gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3 ist eine Darstellung eines untergeordneten Zielbau
teils nach einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
Fig. 4 ist eine Darstellung eines programmierbaren Schal
ters gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
Fig. 5 zeigt einen Testschaltkreis, der konfiguriert ist,
um eine Boundary-Scan-Test an ausgewählten inte
grierten Schaltkreisen nach einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung auszuführen;
Fig. 6 ist die Darstellung eines Testnetzwerks, die sowohl
OCDS-taugliche integrierte Schaltungen als auch nur
JTAG-taugliche integrierte Schaltungen gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung aufweist;
Fig. 7 ist ein Testsystem nach einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung;
Fig. 8 ist eine Darstellung eines Testsystems mit einer
Vielzahl von untergeordneten Zielbauteilen;
Fig. 9 ist ein Flußdiagramm, das die Prozeßschritte beim
Benutzen des Testnetzwerkes aufzeigt, um integrierte
Schaltkreise nach einer Ausführungsform der vorlie
genden Erfindung zu testen und
Fig. 10 zeigt ein typisches Computersystem nach einer Aus
führungsform der vorliegenden Erfindung.
In der folgenden ausführlichen Beschreibung der vorliegenden
Erfindung werden zahlreiche spezifische Ausführungsformen ge
zeigt, um ein eingehendes Verständnis der vorliegenden Erfin
dung zu ermöglichen. Es ist jedoch für einen Fachmann selbst
verständlich, die vorliegende Erfindung ohne diese spezifi
schen Details auszuführen oder andere Elemente oder Verfah
rensschritte einzuführen. Des weiteren werden wohl bekannte
Verfahren, Prozeduren, Bauelemente und Schaltkreise nicht im
Detail beschrieben, um die Aspekte der vorliegenden Erfindung
nicht unnötigerweise zu verdunkeln.
Beginnend mit der Fig. 2 wird ein Testnetzwerk 200 nach einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gezeigt. Das Test
netzwerk 200 beinhaltet einen Masterkontroller 202, der mit
einem programmierbaren Schalter 204 verbunden ist. Der pro
grammierbare Schalter 204 wiederum ist mit einem untergeordne
ten Zielbauteil 106 verbunden, der wiederum JTAG-taugliche in
tegrierte Schaltkreise IC1 bis IC4 beinhaltet. In einer bevor
zugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist zumin
dest einer der integrierten Schaltkreise IC1 bis IC4 ein On-
Chip-Debug-Support (OCDS) integrierter Schaltkreis mit einer
On-Chip-Debug-Schaltung. Daher wird zur Erleichterung der Er
örterung im folgenden angenommen, daß der IC1 ein OCDS-artiger
integrierter Schaltkreis mit einer OCDS-Schaltung 208 ist, wo
hingegen IC2 bis IC4, die auch JTAG-tauglich sind, lediglich
eine JTAG-Testschaltung beinhalten (nicht gezeigt). Es wird
angemerkt, daß in der Praxis ein beliebiger oder alle oder
eben keiner der integrierten Schaltkreise IC1 bis IC4 ein
OCDS-artiger integrierter Schaltkreis sein kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfin
dung beinhaltet der Masterkontroller 202 einen JTAG-Kontroller
210, der mit dem programmierbaren Schalter 204 über I/O-
Leitungen 211-1 und 211-2 verbunden ist. Der JTAG-Kontroller
210 stellt JTAG-Testprotokolle bereit, die von den JTAG-
Testschaltungen benutzt werden, die in den JTAG-tauglichen in
tegrierten Schaltkreisen vorliegenden. Wie aus dem Stand der
Technik bekannt ist, weisen die Testprotokolle typischerweise
Befehle auf, so z. B. Testvektoren, die von den zugehörigen
Testschaltungen benutzt werden, um festzustellen, ob die inte
grierte Schaltung, die getestet wird, sauber funktioniert.
Der Masterkontroller 202 beinhaltet des weiteren einen OCDS-
Kontroller 212, der durch einen Datenbus 214 mit dem unterge
ordneten Zielbauteil 206 verbunden ist. Das untergeordnete
Zielbauteil 206 weist leitfähige Pfade, typischerweise in der
Form von gedruckten Leitungen, auf, die den Datenbus 214 mit
jedem einzelnen integrierten Schaltkreis IC1 bis IC4 verbin
den. Ein TMS-Signalgenerator 216, der im Masterkontroller 202
vorliegt, ist mit dem Datenbus 214 und dem JTAG-Kontroller 210
verbunden und stellt ein JTAG-taugliches Maschinenzustandskon
trollsignal (TMS), an jeden der integrierten Schaltkreise IC1
bis IC4 bereit, wie es vom JTAG-Kontroller 210 vorgegeben ist.
Der Masterkontroller 202 beinhaltet des weiteren einen Schal
terkontroller 218, der mit dem programmierbaren Schalter 204
verbunden ist. Wie weiter unten im Detail beschrieben ist,
stellt der Schalterkontroller 218 ein Schalterkontrollsignal
bereit, das vom programmierbaren Schalter 204 dazu benutzt
wird, um selektiv einen der integrierten Schaltkreise IC1 bis
IC4 zu verbinden, die durch den JTAG-Kontroller 210 getestet
werden über die I/O-Zuführungen 211. In einer bevorzugten Aus
führung ist die Verbindung zwischen JTAG-Kontroller 210 und
den integrierten Schaltkreisen in der Form einer Feedback-
Schleife. Die Feedback-Schleife beinhaltet einen Zuführungs
pfad, den der JTAG-Kontroller 210 dazu benutzt, um Testbefehle
an der JTAG-Testschaltung, die während des Tests in der inte
grierten Schaltung beinhaltet ist, bereitzustellen. Die JTAG-
Testschaltung rückantwortet an den JTAG-Kontroller 210 mit
korrespondierenden Testergebnissen und benutzt dabei einen zu
gehörigen Rückführungspfad (Feedback Phase). Beispielsweise
weist der Schalterkontroller 218 den programmierbaren Schalter
204 an, eine I/O-Zuführung 211-1 an eine Vorwärtszuführung 220
anzuschließen und eine Rückwärtszuführung 222 an eine I/O-
Zuführung 211-2 anzuschließen, sobald der integrierte Schalt
kreis IC1 die einzige integrierte Schaltung ist, die unter Be
nutzung eines zugehörigen JTAG-Testprotokolls auf ihre Funk
tionalität vom JTAG-Kontroller 210 getestet wird. Auf diese
Weise kann der JTAG-Kontroller 210 nur den integrierten
Schaltkreis IC1 testen ohne eine andere integrierte Schaltung
im untergeordneten Zielbauteil 206 zu testen.
Es wird angemerkt, daß jede Stelle des untergeordneten Ziel
bauteils 206, die eine integrierte Schaltung unterbringen
kann, mit einer zugehörigen Bestimmungsadresse (DA) ausgestat
tet ist. Auf diese Weise kann der Ort einer einzelnen inte
grierten Schaltung, die sich auf dem untergeordneten Zielbau
teil 206 befindet, einfach und zuverlässig identifiziert wer
den. Ist die Stelle einmal identifiziert, kann auch die Art
der integrierten Schaltung, d. h. also ob es sich um eine JTAG-
oder eine OCDS-Schaltung handelt, auf der jeweiligen Stelle
des untergeordneten Zielbauteils 206 ermittelt werden. Die
Fig. 3 veranschaulicht beispielsweise ein untergeordnetes Ziel
bauteil 300 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Er
findung. Wie gezeigt, weist jeder Ort auf dem untergeordneten
Zielbauteil 300, das durch eine integrierte Schaltung, wie
z. B. IC1 bis IC4, besetzt sein kann, eine Bestimmadresse auf.
In diesem einzelnen Fall ist IC1 an einer Stelle des unterge
ordneten Zielbauteils 300 angeordnet, zu dem die Bestimmadres
se D1 gehört, wohingegen IC2 an einer Stelle angeordnet ist,
zu der die Bestimmadresse D2 gehört etc. In Übereinstimmung
mit JTAG korrespondiert zu einer Bestimmadresse ein Bitort in
einem globalen Bitrahmen.
Durch das sichere Bestimmen jeder Stelle auf dem untergeordne
ten Zielbauteil können Konfigurationsdaten, die zu einer ein
zelnen Testkonfiguration gehören, dazu benutzt werden, um eine
weite Vielzahl von Testsituationen zu ermöglichen oder aufzu
setzen. Die Tabelle 1 gibt die möglichen Konfigurationsdaten
wieder, die die integrierten Schaltungen, die auf dem unterge
ordneten Zielbauteil 300 vorliegen, die getestet werden sollen
nach ihren jeweiligen Arten, d. h. ob es sich um JTAG-artige
oder OCDS-artige Schaltungen handelt, dabei wird das Beispiel
von oben verwendet, wobei die integrierte Schaltung IC1 die
einzige von den integrierten Schaltungen IC1 bis IC4 ist, die
eine OCDS-Schaltung 208 beinhaltet.
Die Konfigurationsdaten, die in der Tabelle 1 gezeigt werden,
geben dem Masterkontroller 202 die Orte der integrierten
Schaltkreise an, die getestet werden sollen, und die dazugehö
rigen Typen.
Um eine Testumgebung zu generieren mittels der Konfigurations
daten, die in der Tabelle 1 gezeigt werden, übergibt der Ma
sterkontroller 202 an den programmierbaren Schalter 204 ein
geeignetes Schaltkontrollsignal, das auf den Bestimmadressen,
die in den Konfigurationsdaten beinhaltet sind, basiert.
Die Testprioritätsdaten, d. h. die Testreihenfolge, kann eben
falls beinhaltet sein. Z. B. gibt der Masterkontroller 202 ein
Schaltkontrollsignal SCIC1 ab, das den programmierbaren Schal
ter 204 anweist, eine Feedback-Schleife zwischen dem Master
kontroller 202 und dem integrierten Schaltkreis IC1 aufzubau
en, wenn der integrierte Schaltkreis IC1 der erste integrierte
Schaltkreis sein soll, der getestet werden soll, wie oben be
schrieben. Sobald die Feedback-Schleife aufgebaut ist, führt
der Masterkontroller 202 die geeigneten Testinstruktionen aus,
um die Funktionalität des integrierten Schaltkreises IC1 aus
zuwerten. Sobald das Testen des IC1 vervollständigt ist, wird
das Verfahren bei allen anderen integrierten Schaltkreisen,
die getestet werden sollen wiederholt basierend auf dem Test
protokoll, das vom Masterkontroller 202 ausgeführt wird.
Der Gebrauch von Bestimmadressen, um Orte auf den benutzten
untergeordneten Zielbauteilen zu identifizieren, um integrier
te Schaltkreise zu erfassen, gestattet eine sehr große Flexi
bilität im Schaffen eines weiten Feldes von Testumgebungen. Im
Fall eines fehlerhaften Schaltkreises kann ein Boundary-Scan-
Test beispielsweise ausgeführt werden, bei dem nur die funk
tionierenden integrierten Schaltkreise benutzt werden, indem
einfach die Bestimmadressen des fehlerhaften integrierten
Schaltkreises identifiziert werden. Das Testprotokoll kann
dann einfach den fehlerhaften integrierten Schaltkreis umge
hen, ohne ein teures und zeitaufwendiges Neuverdrahten oder
Ersetzen auszuführen, wie das typisch für herkömmliche Test
netzwerke ist.
Zusätzlich kann in den Fällen, wo einzelne integrierte Schalt
kreise, die getestet werden müssen, nicht verfügbar sind, bei
spielsweise wenn sie noch nicht designed oder zu teuer sind,
können die verfügbaren integrierten Schaltkreise dennoch gete
stet werden, indem die Plazierung umgangen wird ohne einen in
tegrierten Schaltkreis.
Die Fig. 4 zeigt einen programmierbaren Schalter 400 gemäß
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Es wird an
gemerkt, daß der programmierbare Schalter 400 eine mögliche
Ausführungsform des programmierbaren Schalters 204 aus der
Fig. 2 zeigt. Der programmierbare Schalter 400 beinhaltet ver
tikale Datenleitungen 402, die programmierbar verknüpft zu ho
rizontalen Datenleitungen 404 sind, so daß ein Gegenstand ge
bildet wird, der als "Crossbar"-Schalter bezeichnet wird. Die
vertikalen Datenleitungen 402 und horizontalen Datenleitungen
404 können wahlweise elektrisch verknüpft miteinander sein,
wobei programmierbare Verbindungen benutzt werden, um einen
Signalpfad bereitzustellen, der zum Passieren von Kontrollsi
gnalen und Datensignalen geeignet ist. Es wird der Klarheit
halber angemerkt, daß nur wenige der verfügbaren programmier
baren Verbindungen gezeigt sind und daß in der Praxis eine
programmierbare Verbindung an jeder horizontalen und vertika
len Datenleitungsüberschneidung sitzt. Die vertikalen Daten
leitungen 402 sind mit einem vertikalen Datenleitungskontrol
ler 406 verknüpft, der mit dem Schalterkontroller 218 ver
knüpft ist, wohingegen die horizontalen Datenleitungen 404 mit
dem horizontalen Datenleitungskontroller 408 verknüpft sind,
der ebenfalls mit dem Schalterkontroller 218 verknüpft ist.
Jede der horizontalen Datenleitungen 404 ist mit einem der
programmierbaren Schaltungs-I/O-Leitungen 410 verknüpft. Jeder
der programmierbaren Schaltungs-I/O-Leitungen 410 sind wieder
um paarweise mit den integrierten IC1 bis IC4 verbunden, die
sich auf dem Hardware-Zielbauteil 206 befinden. Der Einfach
heit halber ist eine horizontale Datenleitung 404-1 mit einer
programmierbaren Schaltungs-I/O-Leitung 410-11 verbunden, wo
hingegen eine horizontale Datenleitung 404-2 mit einer pro
grammierbaren Schaltungs-I/O-Leitung 410-2 verbunden ist. Die
I/O-Leitungen 410-1 und 410-2 sind wiederum mit der Zufüh
rungsleitung 220 und der Rückführungsleitung 222 verbunden.
Um den IC1 selektiv mit dem JTAG-Kontroller 210 zu verbinden,
benutzt der horizontale Datenleitungskontroller 408 program
mierbare Verbindungen 412-1 und 412-2, um die horizontale Da
tenleitung 404-1 mit der vertikalen Datenleitung 402-1 und die
horizontale Datenleitung 404-2 mit der vertikalen Datenleitung
402-2 zu verbinden. Der vertikale Datenleitungskontroller 406
benutzt die programmierbare Verbindung 412-3, um die vertikale
Datenleitung 402-1 mit dem JTAG-Kontroller 210 über die I/O-
Leitung 211-1 zu verbinden. Der vertikale Datenleitungskon
troller 406 benutzt dann die programmierbare Verbindung 412-4,
um die vertikale Datenleitung 402-2 über die I/O-Leitung 211-2
mit dem JTAG-Kontroller 210 zu verbinden. Auf diese Weise wird
eine Testrückführungsschleife zwischen dem JTAG-Kontroller 210
und dem integrierten Schaltkreis IC1 ausgebildet. An diesem
Punkt kann der Masterkontroller 202 direkt den JTAG-Kontroller
210 anweisen, die geeigneten JTAG-Testprotokolle, die zu dem
integrierten Schaltkreis IC1 gehören, auszuführen. Gegebenen
falls können aüch OCDS-Transaktionen ausgeführt werden.
In manchen Situationen kann es wünschenswert sein, zwei oder
mehrere integrierte Schaltkreise in Reihe oder in Kette zu
schalten. So eine Situation tritt auf, sobald ein JTAG-
Kettenpfad wie oben beschrieben ausgeführt werden soll. Die
Fig. 5 zeigt eine Schaltung, die konfiguriert ist, um einen
Boundary-Scan-Test an ausgewählten integrierten Schaltkreisen
IC2 und IC3 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Er
findung auszuführen. Der programmierbare Schalter 400 benutzt
andere der programmierbaren Verbindungen, um den geeigneten
Testschaltkreis auszubilden, wie im folgenden beschrieben
wird. Der Schalterkontroller 218 vermittelt das geeignete
Schalterkontrollsignal von dem horizontalen Datenleitungskon
troller 408 an den vertikalen Datenleitungskontroller 406. In
diesem Fall benutzt der horizontale Datenleitungskontroller
408 die programmierbare Verbindung 412-5, um die vertikale Da
tenleitung 402-3 mit der horizontalen Datenleitung 404-3 zu
verbinden, und er benutzt die programmierbare Verbindung 412-
6, um die horizontale Datenleitung 404-4 mit der vertikalen
Datenleitung 402-4 zu verbinden. Die programmierbare Verbin
dung 412-7 wird benutzt, um die vertikale Datenleitung 402-4
mit der horizontalen Datenleitung 404-5 zu verbinden, während
die programmierbare Verbindung 412-8 dazu benutzt wird, die
horizontale Datenleitung 404-6 mit der vertikalen Datenleitung
404-5 zu verbinden. Der vertikale Datenleitungskontroller 406
benutzt dann die programmierbare Verbindung 412-9, um die ver
tikale Datenleitung 402-4 mit dem JTAG-Kontroller 210 über die
I/O-Leitung 211-1 zu verbinden. Der vertikale Datenleitungs
kontroller 406 benutzt die programmierbare Verbindung 412-10,
um die vertikale Datenleitung 402-3 mit dem JTAG-Kontroller
210 über die I/O-Leitung 211-2 zu verbinden. Auf diese Weise
können die integrierten Schaltkreise IC3 und IC2 getestet wer
den, ohne daß andere der integrierten Schaltkreise getestet
werden, die sich auf dem untergeordneten Zielbauteil 206 be
finden und kettenverknüpft in dem JTAG-Pfad liegen.
Die Fig. 6 zeigt ein exemplarisches Testnetzwerk 600 nach ei
ner Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Das Testnetz
werk 600 beinhaltet einen Masterkontroller 602, der an einen
programmierbaren Schalter 604 gekoppelt ist. Der programmier
bare Schalter 604 ist verknüpft mit dem untergeordneten Ziel
bauteil 606, welches einen Mikroprozessor-IC 608 aufweist, der
beispielweise aus der Produktfamilie Tricore stammt, die von
der Siemens Microelectronics Incorporation in San Jose, Kali
fornien, USA hergestellt wird. Das untergeordnete Zielbauteil
606 beinhaltet ferner zugehörige Kontrollerchips. Solche Kon
trollerchips beinhalten einen I/O-Kontroller-IC 610 und einen
Adresskontroller-IC 612, die beispielsweise aus der Produktfa
milie Vantis von CPLD-Produkten stammen kann, die von der Ad
vanced Micro Devices Incorporation aus Sunnyvale, Kalifornien,
USA stammen. Demzufolge beinhaltet der Mikroprozessor IC 608
eine OCDS-Schaltung 609 mit zugehörigen OCDS-Debug-
Protokollen, die vom Masterkontroller 602 ausgeführt werden,
wohingegen der I/O-Kontroller IC 610 und der Adresskontroller
IC 612 nur JTAG-tauglich sind und lediglich mit ihren eigenen
JTAG-Testprotokollen verbunden sind, die ebenfalls vom Master
kontroller 602 ausgeführt werden. Demzufolge ist der Master
kontroller 602 so konfiguriert, daß er so viele Testprotokolle
wie erforderlich ausführen kann.
Der Masterkontroller 602 beinhaltet einen JTAG-Kontroller 614.
Der JTAG-Kontroller 614 beinhaltet "Vantis"-JTAG-Register 616,
die so angeordnet sind, um die JTAG-Testprotkolldaten zu spei
chern, je nachdem welche integrierten Schaltkreise mit den zu
gehörigen Vantis-Testprotokollen getestet werden. Der JTAG-
Kontroller 614 beinhaltet des weiteren "Tricore"-JTAG-Register
618, die so angeordnet sind, um JTAG-Testprotokolldaten zu
speichern, die spezifisch für den Mikroprozessor IC 608 sind
und konsistent mit Tricore-Debug-Protokollen sind. Auf diese
Art ist der Masterkontroller 602 in der Lage sowohl Vantis-
Testprotokolle als auch Tricore-Debug-Protokolle je nach Be
darf bereitzustellen. Ein Rücksetz(disable)Register 620 wird
benutzt, um ein TMF-Rücksetzsignal (Disable-Signal) bereitzu
stellen. Der Masterkontroller 602 beinhaltet des weiteren ei
nen OCDS-Kontroller 622, der programmierbar mit der OCDS-
Schaltung 609 verbunden ist über den programmierbaren Schalter
604. Ein Taktschaltkreis TCK stellt ein Taktsignal an jeden
einzelnen integrierten Schaltkreis IC 608, IC 610 und IC 612
bereit.
Der programmierbare Schalter 604 beinhaltet einen ersten Mul
tiplexer 624 zum Auswählen eines TDI-Signales, das zur jewei
ligen IC-Art, die getestet werden soll, gehört. Falls der Ma
sterkontroller 602 beispielsweise den Mikroprozessor IC 608
testet, dann wählt der erste Multiplexer 624 das TDI-Signal
aus, das zum Tricore-JTAG-Testprotokoll gehört. Falls der Ma
sterkontroller 602 hingegen entweder einen oder beide der Van
tis integrierten Schaltkreise IC 610 und IC 612 testet, dann
wählt der erste Multiplexer 624 das TDI-Signal aus, das zum
Vantis-Testprotokoll gehört. Ein zweiter Multiplexer 626 und
ein dritter Multiplexer 628 stehen zur Auswahl von TRS- und
TMS-Signalen bereit, je nachdem welche Testprotokolle benutzt
werden. Ein Tricore-Ergebnisregister 630 empfängt die Tester
gebnisse von dem Mikroprozessor IC 608, wohingegen ein Vantis-
Ergebnisregister 632 die Testergebnisse von dem Vantis inte
grierten Schaltkreisen IC 610 und IC 612 empfängt. In der Si
tuation, wo ein mehrfacher IC-Test erfolgen soll, richtet ein
Selektor 634, der Teil einer virtuellen Schaltung sein kann,
den Ausgang des IC 608 an den Eingang des IC 610. Auf diese
Weise wird eine serielle Kette ausgebildet.
Die Fig. 7 zeigt ein Testsystem 700 nach einer Ausführungs
form der vorliegenden Erfindung. Das Testsystem 700 weist ei
nen Gastcomputer 702 auf, der so konfiguriert ist, daß er aus
führbare Befehle an das Testnetzwerk 703 abgibt. Das Testnetz
werk 703 beinhaltet einen Masterkontroller 704, der mit dem
programmierbaren Schalter 706 verbunden ist. Der programmier
bare Schalter 706 ist wiederum mit dem untergeordneten Ziel
bauteil 707 verbunden, das integrierte Schaltungen 708 bis 714
aufweist, die damit verbunden sind.
Während der Arbeit stellt der Gastcomputer 702 ein Benutzerin
terface bereit, um auszuwählen, welcher der integrierten
Schaltkreise 708 bis 714 getestet werden soll. Auf diese Weise
stellt das Testsystem 700 einen flexiblen Ansatz dar, um die
integrierten Schaltkreise, die beispielsweise auf einer Lei
terkarte montiert sind, zu testen. Wenn ein Benutzer es
wünscht, nur einen einzelnen integrierten Schaltkreis, bei
spielsweise den IC 708, zu testen, stellt der Gastcomputer die
notwendigen Konfigurationsdaten an den Masterkontroller 704
bereit, welcher wiederum den programmierbaren Schalter 706 an
weist, selektiv den IC 708 an den Masterkontroller 704 zu ver
binden. In dem Fall, wo z. B. ein Boundary-Scan-Test an den IC
710 und IC 712 durchgeführt werden soll, stellt der Gastcompu
ter 702 die entsprechenden Konfigurationsdaten an den Master
kontroller 704 bereit. Der Masterkontroller 704 weist dann den
programmierbaren Schalter 706 an, nur die IC 710 und IC 712
der Reihe nach an den Masterkontroller 704 zu verbinden.
In einigen Situationen sind einer oder mehrere der integrier
ten Schaltkreise, die sich auf dem untergeordneten Zielbauteil
707 befinden, defekt. In dieser Situation stellt der Gastcom
puter 702 Instruktionen an den Masterkontroller 704 bereit,
welcher dieser dazu benutzt, den programmierbaren Schalter 706
anzuweisen, die fehlerhaften integrierten Schaltkreise zu um
gehen, ohne daß die fehlerhaften integrierten Schaltkreise an
sich benutzt werden müssen, um die Umgehung herzustellen. Auf
diese Art und Weise stellt das Testsystem 700 einen flexiblen
Ansatz dar, um Systemarchitekturen zu testen, bei dem gänzlich
der Zwang zum Ersetzen fehlerhafter integrierter Schaltkreise
wegfällt, um einen Funktionstest auf einer Leiterkarte auszu
führen. Das Testsystem 700 kann auch zum Testen von Systemen
benutzt werden, wo gewisse integrierte Schaltkreise nicht vor
handen sind, z. B. aufgrund späterer Design-Stufen oder be
grenzter Verfügbarkeit. Dann gewährleistet das Testsystem 700
bessere Design-Zykluszeiten, da die Leiterkarte ausgetestet
werden kann, ohne mit den Problemen konfrontiert zu sein, die
an individuellen integrierten Schaltkreise liegen.
Das Testsystem 700 kann auch integrierte Schaltkreise testen,
die verbesserte eingebettete Chip-Debug-Schaltungen aufweisen,
da der Masterkontroller 704 in der Lage ist jegliche Zahl von
gewünschten JTAG-Protokollen bereitzustellen, die mit Bounda
ry-Scan, OCDS oder andere Arten zusammenhängen.
Die Fig. 8 zeigt ein Testsystem 800 mit einer Vielzahl von
untergeordneten Zielbauteilen. Das Testsystem 800 besteht aus
einem Gastcomputer 802, der mit einem Masterkontroller 804
verbunden ist. Der Masterkontroller 804 wiederum ist mit einem
programmierbaren Schalter 806 verbunden, der dazu dient be
stimmte integrierte Schaltkreise (nicht gezeigt) auszuwählen,
die sich in der Zahl der untergeordneten Zielbauteile TD1 bis
TDn befinden. Es wird angemerkt, daß eine beliebige Zahl von
untergeordneten Zielbauteilen, sowohl zurückgesetzt (Remote)
oder lokal (Local), programmierbar mit dem programmierbaren
Schalter 806 verbunden werden können, je nach Bedarf. Auf die
se Art und Weise kann jede Zahl von untergeordneten Zielbau
teilen entfernt voneinander oder entfernt vom Masterkontroller
804 genauso wie vom Gastcomputer 802 angeordnet werden. Dies
gewährleistet die Möglichkeit, die integrierten Schaltkreise,
die auf vielen verschiedenen untergeordneten Zielbauteilen
sitzen, zu testen, beispielsweise die integrierten Schaltkrei
se eines Multi-Prozessor-Computersystems. In der Praxis weist
ein Multi-Prozessor-Computersystem eine Zahl von verschiedenen
untergeordneten Zielbauteilen in der Form von Leiterkarten.
auf, (manchmal wird das auch eine Plattform genannt), die ty
pischerweise die Form eines "Motherboard" und mehrfacherer
"Add-On-Boards" aufweisen und an verschiedenen Orten innerhalb
des Systems angeordnet sind.
Fig. 9 zeigt einen möglichen Verfahrensablauf 900 zum Testen
integrierter Schaltkreise nach einer Ausführungsform der vor
liegenden Erfindung. Es wird angemerkt, daß das Verfahren, das
in der folgenden Diskussion erörtert wird, mit dem Testsystem
700 aus Fig. 7 in Einklang gebracht werden kann. Wie gezeigt,
beginnt das Testverfahren mit dem Laden (902) der ausgewählten
Testprotokolle in den Masterkontroller. Die Testprotokolle
können in einem Gastcomputer gespeichert werden, der mit dem
Masterkontroller verbunden ist, oder die Testprotokolle können
in einem Speicherbauelement gespeichert werden, das mit dem
Speicherkontroller verbunden ist. In beiden Fällen geben die
Testprotokolle die ausführbaren Instruktionen für den Master
kontroller, um die integrierten Schaltkreise sauber zu testen.
Sobald die sauberen Testprotokolle in den Masterkontroller ge
laden sind, initialisiert der Masterkontroller (904) alle Re
gister, I/O-Übergangsstellen usw. Sobald der Masterkontroller
initialisiert worden ist, wird ein Testprotokoll ausgewählt
(906), das auf dem zu testenden integrierten Schaltkreis ba
siert. Sobald das Testprotokoll ausgewählt worden ist, werden
die zugehörigen Konfigurationsdaten mit dem aufgestellten
Testprotokoll an den programmierbaren Schalter übermittelt
(908). Sobald die Daten und das Protokoll empfangen worden
sind, benutzt der programmierbare Schalter die Konfigurations
daten, um die dazugehörigen integrierten Schaltkreise oder den
zugehörigen integrierten Schaltkreis mit dem Masterkontroller
zu verbinden (910). Der Masterkontroller führt dann das ausge
wählte Testprotokoll (912) aus und danach werden alle Verbin
dungen abgeschlossen (close) (914).
Sobald die Verbindungen abgeschlossen sind, wird der Maschi
nenzustand für alle getesteten integrierten Schaltungen zu
rückgesetzt (916). Es wird dann eine Abfrage gemacht, ob ein
anderes Testprotokoll ausgewählt werden soll (918). Wenn
nicht, hält das Testverfahren an. Sollte jedoch ein anderes
Testprotokoll ausgewählt werden, so wird ein neues Testproto
koll ausgewählt und das Verfahren läuft weiter.
Die Fig. 10 veranschaulicht ein typisches Computersystem nach
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Das Compu
tersystem 1000 beinhaltet eine Zahl von Prozessoren 1002, die
im folgenden auch als zentrale Prozeßeinheiten oder kurz CPU
genannt werden; die mit Speicherbauelementen gekoppelt sind,
wobei die Speicherbauelemente einen Primärspeicher 1006, der
typischerweise ein Random-Access-Memory oder RAM ist, und ei
nen Primärspeicher 1004, der typischerweise ein Read-Only-
Memory oder ROM, ist beinhalten. Wie hinlänglich aus dem Stand
der Technik bekannt ist, dient der Primärspeicher 1004 dazu,
Daten und Instruktionen unidirektional an die CPU zu übermit
teln, und der Primärspeicher 1006 wird typischerweise dazu be
nutzt, Daten und Instruktionen bidirektional zu übermitteln.
Beide Arten von Primärspeichern können auch ein geeignetes
computerlesbares Medium wie oben beschrieben, beinhalten. Ein
Massenspeicher 1008 ist ebenso bidirektional an die CPU 1002
gekoppelt und stellt zusätzliche Datenspeicherkapazität bereit
und kann irgendeine der computerlesbaren Medien wie oben be
schrieben beinhalten. Der Massenspeicher 1008 kann dazu die
nen, Programme, Daten und ähnliches zu speichern und ist typi
scherweise ein sekundäres Speichermedium, wie z. B. eine Fest
platte, die langsamer ist als ein primärer Speicher. Typi
scherweise kann die Information, die im Massenspeicher 1008
vorliegt, in geeigneten Fällen auf bekannte Weise als Teil des
primären Speichers 1006 als ein virtuelles Gedächtnis inkorpo
riert werden. Ein spezieller Massenspeicher wie ein CDROM 1014
kann ebenso Daten unidirektional an die CPU 1002 weitergeben.
Die CPU 1002 ist ferner an ein Interface 1010 gekoppelt, das
ein oder mehrere Input/Output-Bauelemente aufweist, wie z. B.
einen Videomonitor, Trackballs, Computermäuse, Tastaturen, Mi
krofone, berührungssensitive Displays, Transducerkartenleser,
Magnetband- oder Papierbandleser, Tabletts, Stifte, Sprach-
oder Handschrifterkenner, oder andere gut bekannte Datenquel
len wie natürlich auch weitere Computer. Letztendlich kann die
CPU 1002 optional an einen Computer oder ein Telekommunikati
onsnetzwerke gekoppelt werden, wobei eine Netzwerkverbindung
benutzt wird, wie sie unter dem Bezugszeichen 1012 allgemein
gezeigt ist. Mit so einer Netzwerkverbindung kann die CPU 1002
auch mit Informationen aus dem Netzwerk versorgt werden oder
kann Informationen an das Netzwerk abgeben, wie das mit dem
oben beschriebenen Verfahren möglich ist. Die oben beschriebe
nen Bauelemente und Materialien sind Fachleuten der Computer
hardware und Software hinlänglich bekannt.
Die beschriebenen Ausführungsformen haben zahlreiche Vorteile
und erlauben das Testen von integrierten Schaltkreisen, die
verbesserte eingebettete (enhanced embedded) Debug-Schaltungen
aufweisen. Darüber hinaus kann ein optionaler Testmodus die
Möglichkeit von schnellen Testen von integrierten Schaltkrei
sen mit extern generierten Testvektoren merklich steigern. Das
beschriebene Testnetzwerk und die Verfahren arbeiten gut mit
einem weiten Spektrum von integrierten Schaltungen so z. B. Mi
kroprozessoren und dergleichen, die mit einem großen Spektrum
vom Prozeßtechnologien hergestellt werden können.
Obwohl nur wenige Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
im Detail beschrieben worden sind, versteht es sich von
selbst, daß die vorliegende Erfindung in vielen anderen spezi
fischen Formen ausgeführt werden kann, ohne daß der Geist oder
der Bereich der vorliegenden Erfindung verlassen wird. Insbe
sondere sind die Vorteile, die eine flexible Antwort auf ein
weites Spektrum von Testsituationen beinhaltet, gleichermaßen
anwendbar an jeder beliebig montierten integrierten Schaltung,
obwohl die Erfindung hauptsächlich im Kontext von gedruckten
Leiterkarten erörtert worden ist.
Ferner können die Testcharakteristiken im Einklang mit dem Be
darf eines jeweiligen Systems variiert werden. Beispielsweise
kann ein einzelnes Testprotokoll eines Herstellers an ver
schiedenen spezifischen Bauelementen benutzt werden, ohne Um
programmieren oder Neuentwickeln neuer Testverfahren. Dies
spart merklich Ingenieurszeitaufwand. Demzufolge müssen die
vorliegenden Beispiele als erläuternd und nicht beschränkend
aufgefaßt werden. Die Erfindung ist demnach nicht auf die De
tails beschränkt, die in der Beschreibung offenbart wurden,
sondern können innerhalb des Schutzbereichs der beigefügten
Patentansprüche modifiziert werden.
Claims (8)
1. Ein Vorrichtung zum Testen einer Vielzahl von JTAG-
tauglicher integrierter Schaltkreise, wobei die integrierten
Schaltkreise ein zugehöriges Testprotokoll aufweisen und zu
mindest einer der JTAG-tauglichen integrierten Schaltkreise
ein On-Chip-Debug-Support (OCDS-integrierter Schaltkreis mit
einer eingebetteten Debug-Schaltung ist, mit folgenden Be
standteilen:
- 1. Ein Masterkontroller, der in der Lage ist, das Testproto koll, das zu jedem einzelnen der integrierten Schaltkreise gehört, und das On-Chip-Debug-Protokoll, auszuführen;
- 2. ein programmierbarer Schalter zum selektiven Ausbilden von Testschleifen zwischen dem Masterkontroller und ausgewählten einzelnen integrierten Schaltkreisen, wie durch den Master kontroller nach Konfigurationsdaten vorgegeben wird, wobei die Testschleifen zur leichteren Ausführung ausgewählter einzelner Testprotokolle dienen; und
- 3. ein Datenbus für die Verbindung des Masterkontrollers mit jedem einzelnen der integrierten Schaltkreise, wobei der Da tenbus so konfiguriert wird, um Daten und Kontrollsignale zwischen dem Masterkontroller und den integrierten Schalt kreisen zu übermitteln, und der Datenbus auch zur leichteren Ausführung des On-Chip-Debug-Protokolls dient.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Testprotokolle be
inhalten:
- 1. Ein ausgewähltes JTAG-Testprotokoll, das zum Testen einer korrespondierenden JTAG-Funktion eines JIAG-tauglichen inte grierten Schaltkreises dient; und
- 2. ein ausgewähltes OCDS-Testprotokoll, das dazu dient, eine korrespondierende OCDS-Funktion eines OCDS-integrierten Schaltkreises zu testen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Masterkontroller beinhaltet:
- 1. Einen JTAG-Kontroller, der mit dem Datenbus verbunden ist und so konfiguriert ist, um das JTAG-Testprotokoll auszufüh ren, das zu dem ausgewählten JTAG-tauglichen integrierten Schaltkreis, der getestet werden soll, gehört;
- 2. einen OCDS-Kontroller, der mit dem Datenbus verbunden ist und so konfiguriert ist, um das OCDS-Testprotokoll auszufüh ren, wenn der integrierte Schaltkreis, der getestet werden soll, ein OCDS-integrierter Schaltkreis ist; und
- 3. einen programmierbaren Schalterkontroller, der mit dem pro grammierbaren Schalter verbunden ist und so eingerichtet ist, um die Konfigurationsdaten zu nutzen, um ein Schaltkon trollsignal bereitzustellen, daß den programmierbaren Schal ter anweist, nach Bedarf die ausgewählten jeweiligen JTAG- tauglichen integrierten Schaltkreise, die getestet werden sollen, mit dem JTAG-Kontroller zu verbinden.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß ferner ein
untergeordnetes Zielbauteil vorhanden ist, das mit dem pro
grammierbaren Schalter verbunden ist und zumindest einen der
ausgewählten integrierten Schaltkreise aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei das untergeordnete Zielbauteil eine gedruckte Leiterkar
te ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ma
sterkontroller ein Multi-Masterkontroller ist, der die Funkti
on hat, nahezu gleichzeitig eine Vielzahl von JTAG-
Testprotokollen OCDS-Testprotokollen auszuführen sowie eine
Vielzahl von Schalterkontrollsignalen an den programmierbaren
Schalter bereitzustellen, um die ausgewählten integrierten
Schaltkreise parallel zu testen.
7. Ein Testsystem zum Testen einer Vielzahl von integrierten
Schaltkreisen, die jeweils mit einem zugehörigen Testprotokoll
ausgestattet sind, wobei zumindest einer der integrierten
Schaltkreise mit einer eingebetteten Debug-Schaltung versehen
ist, zu der ein On-Chip-Debug-Protokoll gehört, wobei das
Testsystem einen Gastcomputer umfaßt, der mit einer Vorrich
tung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 verbunden ist und der
dazu dient, ausgewählte Testprotokolle nach Bedarf an den Ma
sterkontroller bereitzustellen.
8. Testsystem nach Anspruch 7,
wobei das untergeordnete Zielbauteil in einem Multi-
Prozessorcomputersystem vorliegt.
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