Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zerkleinerungs
maschine nach Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Zerkleinerungsmaschinen dienen der Zerkleine
rung von weichem bis mittelhartem Zerkleinerungsgut. Zu die
sem Zweck dient ein mit Zerkleinerungslöchern versehener in
sich geschlossener Arbeitszylinder, der zumeist aus Edelstahl
besteht.
Im Inneren des Arbeitszylinders befinden sich Werkzeuge,
die sich parallel zu den Mantellinen des Arbeitszylinders er
strecken und mit einem allenfalls geringem Abstand von der
Wand des Arbeitszylinders relativ hierzu umlaufen.
Diese Relativdrehung kann einerseits bei stillstehendem
Arbeitszylinder durch rotierende Werkzeuge und andererseits
bei stillstehenden Werkzeugen durch einen rotierenden Ar
beitszylinder hervorgerufen werden. Darüberhinaus können auch
Arbeitszylinder und Werkzeuge jeweils für sich und zueinander
gegenläufig rotieren.
Während dieser Relativdrehung wird das zu zerkleinernde
Gut von den Werkzeugen in Richtung zur Innenwand des Arbeits
zylinders verdrängt und dort von den Zerkleinerungslöchern so
zerschnitzelt, wie vorgesehen.
Derartige Zerkleinerungsmaschinen können einerseits im
Chargenbetrieb laufen und andererseits in einen stationären
oder quasistationären Prozeß eingebunden sein.
In beiden Fällen ist das Maschinengehäuse der Zerkleine
rungsmaschine zwischen einen Zufuhrkanal und einen Abfuhrka
nal eingebunden. Im Falle reiner Chargenmaschinen kann der
Zufuhrkanal beispielsweise aus einem Einfülltrichter oder
dergleichen bestehen, während im Falle stationärer oder qua
sistationärer Prozesse ein kontinuierlicher Materialstrom
über den Zufuhrkanal zur Zerkleinerungsmaschine herangeführt
wird.
Derartige Zerkleinerungsmaschinenen bedürfen auch der
gelegentlichen Reinigung beziehungsweise Wartung.
Zu diesem Zweck müssen Werkzeuge und Arbeitszylinder de
montiert werden.
Dies ist bei den herkömmlichen Zerkleinerungsmaschinen
mitunter problematisch, da eine Demontage von Werkzeug und
Arbeitszylinder zugleich auch die Demontage von Zufuhrkanal
beziehungsweise Abfuhrkanal voraussetzt.
In diesem Zusammenhang sind Reibschnitzler bekannt ge
worden, bei denen die Richtung der Achswelle, auf welchen die
Werkzeuge befestigt sind und die Axialrichtung des Arbeitszy
linders vertikal stehen.
Damit lassen sich Arbeitszylinder und Werkzeuge aller
dings auch nur vertikal aus dem Maschinengehäuse entnehmen,
so daß zwangsläufig auch eine Demontage des Zufuhr- bezie
hungsweise Abfuhrkanals erfolgen muß.
Von diesem Grundprinzip der Bauform will man allerdings
nicht unbedingt abweichen, da sich bei derartigen Zerkleine
rungsmaschinen das Prinzip der Schwerkraftförderung durchaus
bewährt hat. Die hier zu verarbeitenden Warengüter werden bei
diesem Förderprinzip ohne zusätzliche Energie auf ihrem Weg
vom Zufuhrkanal zum Abfuhrkanal bewegt und auf diese Weise
zwangsläufig durch den Arbeitszylinder gezwungen.
Darüberhinaus sind sogenannte Nibbler bekannt geworden,
mit welchem Knollen und Agglomerate aufgelöst werden können.
Obwohl hier das Arbeitsprinzip auf Schneiden und Raffeln be
ruht sind üblicherweise die Arbeitszylinder derartiger Nibb
ler nicht in sich geschlossen.
Derartige Nibbler dienen auch vorrangig der Granulierung
von Gütern, die vor dem Verfahrensschritt in Form von Knol
len, Schollen und Agglomeraten vorliegen.
Darüberhinaus sind Siebmaschinen bekannt geworden, bei
denen das Sieb geradzylindrisch ausgebildet ist und im Inne
ren umlaufende Werkzeuge aufweist. Diese Vorrichtung dient
allein der Siebung vorgegebener Korngrößen, wobei das Sieb
gut über eigens hierfür vorgesehene Förderschnecken oder der
gleichen in das Innere des Siebes transportiert wird.
Insbesondere zu erwähnen ist jedoch auch die Tatsache,
daß die Werkzeuge bei derartigen Siebmaschinen praktisch im
Wandkontakt umlaufen müssen um ein Zuschmieren des Siebes zu
verhindern.
Im übrigen sind derartige Siebe relativ biegeweich und
können nicht für Schneidzwecke zur Zerkleinerung des Arbeits
gutes herangezogen werden.
Daher stehen bei derartigen Siebmaschinen die flügelar
tigen Werkzeuge zwar auch parallel zu den Mantellinien des
Siebzylinders jedoch bezüglich der Drehachse exakt radial, da
es insbesondere auf das ungehemmte Vorsichherschieben des
Siebgutes ankommt.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die be
kannten Zerkleinerungsmaschinen, welche auch unter dem Be
griff Reibschnitzler bekannt sind, so weiterzubilden, das ei
nerseits der Einbau in eine Fabrikationskette möglich und an
dererseits ein schnelles und problemloses Wechseln von Ar
beitszylinder und Werkzeugen ermöglicht ist.
Diese Aufgabe löst die Erfindung mit den Merkmalen des
Hauptanspruchs.
Aus der Erfindung ergibt sich der Vorteil, daß der Ein-
und Ausbau von Werkzeugen und Arbeitszylinder auch bei "In
line" in eine Fabrikationskette eingebauter Zerkleinerungsma
schine jederzeit und ohne zusätzliche Demontage möglich ist.
Dieser Vorteil wird von einer Kombination von Merkmalen
erreicht, wonach zunächst einmal die Richtung der Achswelle
und die Axialrichtung des Arbeitszylinders abweichend von der
Vertikalen verlaufen.
Durch diese Maßnahmen ist es möglich, an dem bewährten
Prinzip der Schwerkraftförderung festzuhalten, ohne daß die
Einbau- beziehungsweise Ausbaurichtung von Arbeitszylinder
und Werkzeugen in der Vertikalen liegt.
Die Einbau- beziehungsweise Ausbaurichtung fällt daher
nicht mit dem Materialförderweg zusammen, sondern kreuzt die
sen unter einem spitzen bis überstumpfen Winkel. Hierdurch
wird der zum Einbau beziehungsweise Ausbau notwendige Platz
im Maschinengehäuse geschaffen, ohne daß Zufuhrkanal bezie
hungsweise Abfuhrkanal vorher abgebaut werden müssen.
Ferner ist es wesentlich, den Zufuhrkanal an eine stirn
seitige Öffnung des Arbeitszylinders so anzubringen, daß das
zu bearbeitende Material unter dem Schwerkrafteinfluß in den
Arbeitszylinder gelangen kann. Dabei muß die Abfuhr des zer
kleinerten Guts über einen Abfuhrkanal erfolgen, der an den
unteren Halbzylinder des Arbeitszylinders angeschlossen ist.
Auf diese Weise wird erreicht, daß die andere stirnsei
tige Öffnung des Arbeitszylinders von einem frei zugänglichen
Deckel abgeschlossen werden kann, dessen Durchmesser zumin
dest so groß ist, wie der größte Durchmesser des Arbeitszy
linders. Damit verschließt der Deckel die zur Montage und De
montage vorgesehene Öffnung im Maschinengehäuse und mit dem
Deckel sind auch keine weiteren funktionellen Antriebsteile
oder dergleichen verbunden. Damit läßt sich bei entferntem
Deckel der Arbeitszylinder in Richtung der Deckelöffnung her
ausziehen. Auf dieser Seite des Maschinengehäuses ist der
Deckel vollkommen frei zugänglich. Er ist in geeigneter Weise
über dem Maschinengestell verspannt, zum Beispiel durch einen
ringförmigen Schraubflansch und dichtet sozusagen den Ar
beitsraum der Zerkleinerungsmaschine hermetisch ab. Zusätz
lich soll die Achswelle von der Seite des Zufuhrkanals kom
mend allenfalls bis an die Innenwand des Deckels heranrei
chen, diesen jedoch keinesfalls durchstoßen.
Aus konstruktiven Vereinfachungsgründen ist zwar eine
fliegend gelagerte Achswelle bevorzugt, eine einfache Lager
aufnahme für die Achswelle im Deckel soll jedoch von der Er
findung mit umfaßt sein, zumindest so lange, wie die Achswel
le den Deckel nicht durchstößt.
Für den Fall von stillstehendem Arbeitszylinder und dre
hend angetriebener Achswelle ist daher der Drehantrieb für
die Achswelle auf die Zufuhrkanalseite zu legen. Der Deckel
dient daher auch in diesem Falle nur zum Abschluß des Ar
beitsraums und nicht als Maschinengestell zur Durchführung
beziehungsweise Lagerung von Wellenteilen oder dergleichen.
Die Kombination all dieser Maßnahmen ist erfindungswe
sentlich und führt zu einem von der Deckelseite her frei zu
gänglichen Arbeitszylinder, der bei entferntem Deckel ohne
weiteres aus dem Gehäuse herausgezogen und gereinigt und wie
der eingebaut werden kann.
Es ist daher wesentlich, daß für diesen Vorgang auf der
Deckelseite des Maschinengehäuses keine Demontagemaßnahmen
getroffen werden müssen, da dort lediglich der Deckel zu ent
fernen ist, um an den Arbeitszylinder heranzukommen.
Damit lassen sich Werkzeuge und Arbeitszylinder auch
"In-line" das heißt bei Zerkleinerungsmaschinen wechseln, die
in eine Fabrikationskette zwischen einem Zufuhrkanal und ei
nem Abfuhrkanal eingebaut sind.
Zusätzlich kann vorgesehen sein, den Arbeitszylinder an
seinen stirnseitigen Enden einerseits im Maschinengehäuse und
andererseits im Deckel zu zentrieren. Damit übernimmt der
Deckel die Doppelfunktion über die hermetische Abdichtung des
Arbeitsraumes hinaus auch den mechanisch beanspruchten Ar
beitszylinder so zu fixieren, daß die relativ dazu drehenden
Werkzeuge stets denselben Wandabstand zum Arbeitszylinder
einnehmen.
Die damit verbundenen umlaufenden Lasten, insbesondere
im Bereich der unteren Mantellinien des Arbeitszylinders kön
nen durch geeignete Zentriervorrichtungen über den Deckel in
das Maschinengehäuse abgetragen werden.
Will man einen lokalen Verschleiß des Arbeitszylinders
im Bereich seiner unteren Mantellinien vermeiden, sollte die
ser in mehreren Drehstellungen fixierbar sein, so daß zeitab
hängig stets weitere Mantellinien unten zu Liegen kommen, in
deren Bereich die Materialanhäufung und damit die Werkzeugbe
anspruchung ungleich größer ist als an anderen Stellen.
Um unnötige Auswölbungen des Arbeitszylinders während
des Betriebs zu vermeiden, sollte die Zentrierung den gesam
ten Umfang des Arbeitszylinders umfassen. Hierdurch ergibt
sich eine äußerst starre zumindest zweidimensionale Einspan
nung, die ein lokales Ausweichen des Arbeitszylinders unter
dem Druck der Werkzeuge zuverlässig verhindert.
Zusätzlich kann vorgesehen sein, den Arbeitszylinder in
seinen Zentrierungen drehbar zu lagern und in eine angetrie
bene Drehbewegung zu versetzen. Auf diese Weise wird die Re
lativbewegung zwischen Arbeitszylinder und Werkzeugen hervor
gerufen. Dabei soll der Drehantrieb für den Arbeitszylinder
dort am Maschinengestell befestigt sein, wo er die freie De
montage des Deckels nicht behindert. Der Drehantrieb kann in
Form eines geeigneten formschlüssigen Getriebes realisiert
werden, zum Beispiel durch Zahnräder, von denen eines am An
triebsmotor und von denen das andere am Außenumfang des Ar
beitszylinders sitzt.
Soll der Arbeitszylinder bei ortsfest stillstehenden
Werkzeugen drehend angetrieben sein, findet an der Innenwan
dung des Arbeitszylinders ein über den Umfang gleichmäßiger
Verschleiß statt. Dies ist auch dann der Fall, wenn zusätz
lich die Werkzeuge in Gegenrichtung zum Arbeitszylinder ro
tieren. Dann allerdings nimmt die Arbeitsgeschwindigkeit in
folge der höheren Relativgeschwindigkeit zwischen Innenwand
des Arbeitszylinders und den Werkzeugen zu.
Ein ortsfest stillstehender Arbeitszylinder innerhalb
dessen sich die Werkzeuge drehend bewegen, bietet aber den
Vorteil des geringsten Bauaufwandes und dürfte bei Verwendung
der sehr verschleißarmen Edelstahlwände, aus denen derartige
Arbeitszylinder üblicherweise bestehen, die kostengünstigste
Variante darstellen.
Zur Vermeidung von Ablagerungen im Zufuhrkanal soll die
Achswelle dort und im sich anschließenden Arbeitsraum prak
tisch stufenfrei sein. Die Drehmitnahme der Werkzeuge kann
über geeignete Formschlußverbindungen sichergestellt sein.
Hierzu werden Ausführungsbeispiele angegeben.
Zweckmäßigerweise kann zur Aufnahme der Werkzeuge ein
separater Rotor dienen, der über eine Paßfeder drehmomentfest
mit der Achswelle verbunden ist. Dabei sorgt die enge Passung
zwischen der Rotorbohrung und dem Außendurchmesser der Achs
welle für eine verschmutzungsfreie Verbindungsfuge, in deren
etwa mittlerem Axialbereich auch die Paßfeder angeordnet ist.
Zu einer weiter vereinfachten Bauform gelangt man durch
fliegende Lagerung der Achswelle auf der Seite des Zufuhr
kanals. Bei dieser Weiterbildung dient der Deckel als aus
schließliches Verschlußteil zum Verschließen des Arbeitsrau
mes und kann daher als ebene Platte ausgeführt sein.
Dabei stellt der Deckel einen ringförmigen Schraub
flansch dar, der flach vor Kopf an einer Stirnfläche des Ma
schinengehäuses angeschraubt ist. Die Dichte der Befesti
gungsschrauben, das heißt deren gegenseitiger Umfangsabstand,
ist an die jeweiligen Kraftverhältnisse im Arbeitsraum
angepasst, so daß der Deckel zusammen mit dem Maschinengesell
ein praktisch einteiliges steifes Gebilde darstellt.
Wenn die Werkzeuge mit ihrer Querkante auf der Innensei
te des Deckels unter geringstem Abstand umlaufen, sorgt dies
für ablagerungsfreien Betrieb, wobei zweckmäßigerweise die
Werkzeuge auf der dem Deckel gegenüberliegenden Seite des Ge
häuses auf einer dort befindlichen Gehäusewand ebnefalls un
ter geringstem Abstand umlaufen. Damit wird der gesamte Ar
beitsraum stirnflächig sauber gehalten, während der Aktions
bereich zwischen den Werkzeugen und dem Arbeitszylinder in
dessen unterem Halbzylinder liegt.
Will man die Tendenz zu Totwasserzonen und Ablagerungs
zonen gering halten, bietet sich ein geradzylindrischer Ar
beitszylinder mit einer horizontal liegenden Zylinderachse an
oder ein kegelartiger Arbeitszylinder, dessen untere Mantel
linie im wesentlichen horizontal liegt.
Letztere Variante bietet den zusätzlichen Vorteil, daß
eine gewisse Axialkomponente der Durchmischung im Warengut
entsteht, die für eine Vergleichmäßigung der Materialbean
spruchung sorgt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungs
beispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung
Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung
Fig. 3 noch ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit Zwi
schengetriebe
Fig. 5 Aufsicht auf das Ausführungsbeispiel gem. Fig. 4
aus Blickrichtung V-V.
Sofern im folgenden nichts anderes gesagt ist, gilt die
folgende Beschreibung stets für alle Figuren.
Die Figuren zeigen eine Zerkleinerungsmaschine 1 zum
Zerkleinern von weichem bis mittelhartem Zerkleinerungsgut 2.
Derartige Zerkleinerungsmaschinen werden in der Pharma-,
Lebensmittel-, Chemie- und Kosmetikindustrie benötigt. Sie
dienen zum Beispiel der Zerkleinerung von Agglomeraten aus
Zentrifugen. Damit werden grobkörnige, elastische oder kle
brige Materialien auf eine gewünschte Korngröße reduziert und
dann Mischern, Trocknern oder dergleichen zugeführt. Durch
die Bearbeitung werden auch pulverförmige oder verklebte Ma
terialien aufgelockert. Gleichsam können auch feuchte oder
trockene Produkte auf eine optimale Korngröße homogenisiert
werden.
Wesentliches Ziel dabei ist die Optimierung der Produkte
und Prozeßeigenschaften der zu zerkleinernden Materialien im
Hinblick auf die weiterführende Verarbeitung.
Kernstück dieser Zerkleinerungsmaschine ist ein in sich
geschlossener Arbeitszylinder 4 kreisförmigen Querschnitts,
der in den allermeisten Fällen aus Edelstahl besteht und in
jedem Falle Zerkleinerungslöcher 5 aufweist. Dabei ist die
Wandstärke des Materials so dick, daß ein insgesamt sehr
steifer Käfig entsteht, der gegenüber dem Maschinenegehäuse 3
ortsfest eingebaut ist.
Die Materialdicke des Arbeitszylinders sorgt daher für
ein eisensteifes Gebilde, innerhalb dessen sich die Werkzeuge
6 befinden. Die Werkzeuge 6 und der Arbeitszylinder 4 rotie
ren relativ zueinander, so daß im Bereich der Wandung des Ar
beitszylinders 4 eine Scherbewegung zwischen den Werkzeugen 6
und den Zerkleinerungslöchern 5 entsteht, wo letztlich das
Zerkleinerungsgut 2 zerkleinert wird.
Dabei liegt die Achswelle 7, um welche sich die Werkzeu
ge 6 herumdrehen, im Prinzip koaxial zur Längsachse des Ar
beitszylinders 4 so, daß der Umlaufweg der Werkzeuge einen
zum Arbeitszylinder 4 konzentrischen Zylinder einhüllt, der
einen allenfalls geringen Abstand 10 zur Innenwandung des Ar
beitszylinders 4 einnimmt.
Der Abstand 10 zwischen den Werkzeugen 6 und der Innen
wandung des Arbeitszylinders 4 nimmt daher einen Wert zwi
schen 0 und wenigen Millimetern ein. Als Richtwert soll der
Abstand allerhöchstens dem Durchmesser der Zerkleinerungslö
cher 5 entsprechen, an welchen das Zerkleinerungsgut 2 abge
schert wird.
Die Zerkleinerungslöcher 5 können dabei als Rundloch,
Reibloch oder Quadratloch ausgeführt sein. Auf diese Weise
ist die Eignung der Zerkleinerungsmaschine für nahezu alle
Aufgabenstellungen sichergestellt.
Ergänzend sind die Werkzeuge 6 mit ihren Außenkanten 11
entgegen der relativen Drehrichtung 33 beziehungsweise 34 ge
neigt, die sich aus der/den Drehbewegung(en) von Arbeitszy
linder 4 beziehungsweise Werkzeugen 6 ergibt.
Hierdurch entstehen in Drehrichtung gesehen sich veren
gende Zwickel zwischen der Innenwand des Arbeitszylinders 4
und den in Drehrichtung vorne liegenden Anpreßflächen der
Werkzeuge 6, die zu einer krafterzwungenen Abschälung des
Zerkleinerungsguts 2 an den Zerkleinerungslöchern 5 des Ar
beitszylinders 4 führen.
Dabei tritt im wesentlichen kein Kontakt zwischen den
Außenkanten 11 der Werkzeuge 6 und der Innenwandung des Ar
beitszylinders 4 auf.
Das Maschinengehäuse 3 dieser Zerkleinerungsmaschine 1
ist zwischen einem Zufuhrkanal 13 und einem Abfuhrkanal 14 an
ein Kanalsystem angeschlossen, welches im einfachsten Fall
aus einem Einfülltrichter am Zufuhrkanal 13 und einem Aus
tragkanal am Abfuhrkanal 14 besteht.
Wesentlich ist nun, daß die Richtung 15 der Achswelle 7
und die Axialrichtung 15 des Arbeitszylinders 4 abweichend
von der Vertikalen 16 verlaufen. Der hier maßgebliche
Neigungswinkel 12 ist größer als Null Grad und kleiner als
180 Grad. Er beträgt vorzugsweise 90 Grad ± 20 Grad.
Dadurch entsteht zwischen der Richtung der Vertikalen 16
und der Richtung 15 ein spitzer bis überstumpfer Winkel, der
bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 2 bis 4 als rechter
Winkel ausgebildet ist.
Weiterhin ist die stirnseitige Öffnung 17 des Arbeitszy
linders an den Zufuhrkanal 13 angeschlossen. Daher fällt das
Zerkleinerungsgut 2 direkt in die Zerkleinerungskammer, die
vom Innenraum des Arbeitszylinders 4 umschlossen wird.
Der untere Halbzylinder 20 des Arbeitszylinders 4 ist an
den Abfuhrkanal 14 angeschlossen, so daß das zerkleinerte Gut
auf seinem durch die Schwerkraft 18 vorbestimmten Material
förderweg 19 nach unten aus dem Maschinengehäuse 3 herausfal
len kann.
Weiterhin ist die andere stirnseitige Öffnung 21 des Ar
beitszylinders von einem frei zugänglichen Deckel 22 abge
schlossen und dieser Deckel 22 deckt eine Öffnung 21 im Ma
schinengestell 3 ab, deren Durchmesser 23 mindestens so groß
ist, wie der größte Durchmesser 24 des Arbeitszylinders 4.
Auf diese Weise sind Arbeitszylinder 4 und Werkzeuge 6
zum Wechseln und Reinigen einfach von der Deckelseite aus zu
gänglich, ohne daß Flanschverbindungen gelöst werden müßten,
die das Maschinengestell 3 zwischen Zufuhrkanal 13 und Ab
fuhrkanal 14 festhalten.
Darüberhinaus reicht die Achswelle 7 von der Seite des
Zufuhrkanals 13 kommend allenfalls an die Innenwand 25 des
Deckels 22 heran, stößt aber keinesfalls durch den Deckel 22
hindurch.
Der Deckel bietet daher einen konstruktiven Abschluß des
Maschinengestells auf derjenigen Seite der Zerkleinerungskam
mer, an der keine konstruktiven Lagerungen, Antriebspositio
nen etc. vorgesehen sind.
Der Deckel läßt sich daher durch einfaches Lösen der
Schrauben 26 vom Maschinengehäuse entfernen, um hernach den
Arbeitszylinder 4 und gegebenenfalls die Werkzeuge 6 heraus
nehmen zu können.
Dabei verschließt der Deckel 22 einen Durchmesser 23 der
Öffnung im Maschinengehäuse 3, die zumindest so groß ist wie
der größte Durchmesser 24 des Arbeitszylinders, so daß dieser
problemlos aus dem Innenraum des Maschinengehäuses 3 entfernt
werden kann, sobald der Deckel abgeschraubt wurde.
Ergänzend hierzu zeigen die Fig. 1 bis 3, daß ein Ende
des Arbeitszylinders 4 in einer Zentriervorrichtung 27 sitzt,
die ortsfest am Maschinengehäuse 3 vorgesehen ist. Die Zen
triervorrichtung 27 sitzt dabei im Bereich der Eintrittsöff
nung des Zufuhrkanals 13 in das Maschinengehäuse. Das andere
Ende des Arbeitszylinders 4 ist in einer korrespondierenden
Zentriervorrichtung 28 festgelegt, die sich unmittelbar am
Deckel 22 befindet. Im montierten Zustand stellt sich zwi
schen den Zentriervorrichtungen 27 und 28 ein Axialabstand
ein, der im wesentlichen der Axiallänge des Arbeitszylinders
4 entspricht, so daß mit der Montage des Deckels 22 auch die
Axialfixierung des Arbeitszylinders 4 entsteht.
Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 ist ein stillste
hender Arbeitszylinder 4 gezeigt. Da die Förderung des Zer
kleinerungsguts 2 im wesentlichen unter dem Schwerkraftein
fluß erfolgt, wird sich stets eine gewisse Materialanhäufung
im Bereich der unteren Mantellinie 40 einstellen, so daß hier
auch die Zone größter Materialbeanspruchung zwischen Arbeits
zylinder 4 und Werkzeugen 6 liegen wird.
Um aber einen über den Innenumfang des Arbeitszylinders
4 gleichmäßigen Verschleiß zu erzeugen wird vorgeschlagen,
daß bei stillstehendem Arbeitszylinder 4 eine Fixierung des
Arbeitszylinders 4 in mehreren Drehstellungen ermöglicht ist.
Dies erfolgt zum Beispiel durch eine in Umfangsrichtung
indifferente Zentriervorrichtung 27 beziehungsweise 28, so
daß der Arbeitszylinder 4 in einer Vielzahl von möglichen
Drehstellungen fixierbar ist.
Eine Zentriervorrichtung, die am Arbeitszylinder stirn
seitig über den gesamten Umfang angreift, erfüllt zudem die
Forderung nach minimierten Totraum und verhindert somit zu
verlässig unnötige Materialansammlungen.
Damit kann sich innerhalb des Zerkleinerungsraumes auch
kein beziehungsweise allerhöchstens nur wenig Material auf
bauen, so daß das Zerkleinerungsergebnis vieler Produkte
hierdurch deutlich verbessert wird.
Ergänzend hierzu zeigt Fig. 3 eine Weiterbildung, bei
welcher die Zentriervorrichtungen 27 beziehungsweise 28 in
Drehlagern 29 beziehungsweise 30 sitzen, so daß der eingebau
te und axial fixierte Arbeitszylinder 4 innerhalb der Drehla
ger 29 beziehungsweise 30 rotieren kann.
Zu diesem Zweck dient ein externer Drehantrieb 31, der
am Umfang des Arbeitszylinders 4 angreift. Der formschlüssige
Antrieb erfolgt hier über eine Zahnrad/Ritzelpaarung, wobei
das Zahnrad am Umfang des Arbeitszylinders 4 sitzt und einen
Außendurchmesser aufweist, der nicht größer als der Durchmes
ser 23 der deckelseitigen Öffnung im Maschinengestell 3 ist.
Ferner ist auch hier erfüllt, daß der externe Drehan
trieb 31 des Arbeitszylinders 4 die Montierbarkeit des Dec
kels 22 unbeeinflußt läßt. Zu diesem Zweck ist der externe
Drehantrieb 31 im Längsbereich des Arbeitszylinders 4 am Ma
schinengestell 3 befestigt und hat keinerlei Verbindung zum
Deckel 22.
In diesem Ausführungsbeispiel ist zudem erfüllt, daß die
Werkzeuge 6 ortsfest stillstehen und der Arbeitszylinder 4
drehend angetrieben ist.
Die Drehrichtung 33 des Arbeitszylinders 4 ergibt sich
aus der Winkelstellung der Werkzeuge 6, wobei der für die
Drehrichtung im Zwickel zwischen dem als Werkzeug dienenden
Flügel 9 und der Innenwandung des Arbeitszylinders 4 maßgeb
lich ist.
Darüberhinaus ist es leicht vorstellbar, die Werkzeuge 6
auch beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 in eine Richtung
rotieren zu lassen, die der Drehrichtung des Arbeitszylinders
4 entgegengesetzt gerichtet ist.
Diese Maßnahme dient einerseits der Vermeidung eines lo
kal begrenzten Verschleißes des Arbeitszylinders 4 im Bereich
seiner unteren Mantellinie 40 und zugleich einer Erhöhung
seiner Verarbeitungsgeschwindigkeit, da die Relativgeschwin
digkeit zwischen der Innenwand des Arbeitszylinders 4 und der
Außenkante 11 des Flügels 9 gesteigert wird.
Eine konstruktiv sehr einfache Lösung zeigen die Fig. 1
bis 2 und 4 bis 5.
Dort steht der Arbeitszylinder ortsfest still und die
Werkzeuge 6 sind drehend in der Drehrichtung 34 angetrieben.
Als Antrieb dient ein externer Drehantrieb 32 der gegenüber
dem Maschinengestell 3 verankert ist.
Der Antrieb 32 sitzt auf der dem Zufuhrkanal 13 zuge
wandten Seite des Maschinengestells 3, so daß die Achswelle 7
den Zufuhrkanal 13 durchdringt.
Zusätzlich ist die Achswelle 7 im Bereich des Zufuhrka
nals 13 frei von Wellenabzusätzen, um die Anlagerung von Ma
terial zu verhindern.
Hierzu zeigt insbesondere Fig. 4, daß die Werkzeuge 6
flügelartig ausgebildet sind und am Umfang eines separaten
Rotors 8 sitzen, der über eine Paßfeder 35 drehmomentfest mit
der Achswelle 7 verbunden ist.
Auf diese Weise wird einerseits erreicht, daß der Rotor
8 in der Axialrichtung eine Ausgleichsbewegung innerhalb des
Maschinengehäuses 3 vollziehen kann, während er andererseits
der Drehbewegung der Achswelle 7 folgen muß. Zu diesem Zweck
weist der Rotor eine Längsnut auf, die der Breite der Paßfe
der 35 angepaßt ist, so daß der Rotor in axialer Richtung auf
der Achswelle 7 reiten kann. Dabei stellt er sich so ein, daß
die Flügel 9 sich zwischen ihrer deckelseitigen Querkante 36
und ihrer maschinengestellseitigen Querkante 35 innerhalb des
Arbeitsraums genau einpassen.
In Folge der freien Beweglichkeit ist das System aus
Achswelle, Rotor und Flügeln und Arbeitsraum frei von Zwän
gungen und pendelt sich sozusagen verschleißfrei in einer
praktisch kräftefreien Position ein.
Aus diesem Grunde wird empfohlen, die Achswelle 7 außer
halb des Zufuhrkanals auf der dem externen Drehantrieb 32 zu
gewandten Seite fliegend zu lagern. Einer Lagerung des
Systems am Deckel 22 bedarf es nicht.
Die gezeigten Ausführungsbeispiele zeigen auch, daß der
Deckel 22 mit einer Stirnfläche 38 flach vor Kopf an eine zu
geordnete Fläche des Maschinengehäuses angeschraubt ist.
Da die diesbezügliche Stellfläche 38 eben und flach ist,
können deshalb die Werkzeuge 6 mit ihren Querkanten 36 auf
der Innenfläche des Deckels 22 unter Vermeidung von Flächen
kontakt mit geringstem Abstand umlaufen.
Diese Maßnahme dient der Vermeidung von Anlagerungen, da
die Überlaufzonen der Werkzeuge 6 stets freigeschabt werden.
Ergänzend hierzu kann vorgesehen sein, daß auf der dem
Deckel 22 gegenüberliegenden Seite des Maschinengestells 3
eine flache Gehäusewand 39 vorgesehen ist, auf welcher die
gegenüberliegenden Querkanten 37 der Werkzeuge 6 unter Ver
meidung von Flächenkontakt mit geringstem Abstand umlaufen.
Für diese Weiterbildung gilt entsprechend, daß auch diese
Maßnahme der Vermeidung von Anlagerungen dient.
Während die Figuren durchweg Arbeitszylinder 4 zeigen,
die eine geradzylindrische Kontur aufweisen, ist im Falle der
Fig. 1 die Orientierung von Achswelle 7 und Arbeitszylinder 4
bezüglich der Vertikalen 16 so, daß in Richtung des Material
förderwegs 19 der Arbeitszylinder 4 unter spitzem Winkel zur
Vertikalen nach unten geneigt ist.
Im Gegensatz hierzu liegt in den Ausführungsbeispielen
der Fig. 2 bis 4 die Richtung der Achswelle 7 und die Axial
richtung des Arbeitszylinders horizontal.
Der Arbeitszylinder ist in allen Ausführungsbeispielen
geradzylindrisch.
Von der Erfindung sollen allerdings auch Ausführungsfor
men mit umfaßt werden, deren Arbeitszylinder 4 kegelförmig
ist. Im besonderen wird ein Arbeitszylinder 4 so ausgerich
tet, daß die untere Mantellinie 40 horizontal liegt oder un
ter einem Winkel von weniger als etwa 30 Grad zur Horizonta
len geneigt ist.
Bezugszeichenaufstellung
1
Zerkleinerungsmaschine
2
Zerkleinerungsgut
3
Maschinengestell, Maschinengehäuse
4
Arbeitszylinder
5
Zerkleinerungslöcher
6
Werkzeuge
7
Achswelle
8
Rotor
9
Flügel
10
Abstand Arbeitszylinder-Flügel
11
Außenkante
12
Neigungswinkel
13
Zufuhrkanal
14
Abfuhrkanal
15
Richtung von
4
beziehungsweise
7
16
Vertikale
17
erste stirnseitige Öffnung
18
Schwerkraft
19
Materialförderweg
20
unterer Halbzylinder
21
zweite stirnseitige Öffnung
22
Deckel
23
Durchmesser der Öffnung
24
Größtdurchmesser des Arbeitszylinders
25
Innenwand des Deckels
26
Deckelschraube
27
Zentriervorrichtung im Maschinengehäuse
28
Zentriervorrichtung im Deckel
29
Drehlager von
27
30
Drehlager von
28
31
externer Drehantrieb des Arbeitszylinders
32
externer Drehantrieb der Werkzeuge
33
Drehrichtung von
4
34
Drehrichtung von
6
35
Paßfeder
36
deckelseitige Querkante
37
maschinengestellseitige Querkante
38
Stirnfläche des Deckels
39
flache Gehäusewand des Maschinengestells
40
untere Mantellinie