DE19936227A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze während des Stranggießens in einer Stranggießanlage - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze während des Stranggießens in einer StranggießanlageInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze 16 während des Stranggießens in einer Stranggießanlage, wobei Stahlschmelze unter Atmosphärendruck aus einer Pfanne (1) einem Zwischenbehälter (2), dem sogenannten Tundish, aufgegeben und aus diesem in mengenregelbarem Fluß über ein Tauchrohr 3 in eine Kokille vergossen wird. Die Schmelze 16 wird zwischen ihrem Einlauf 8 in den Tundish 2 und dessen Auslauf 9 über das Tauchrohr 3 durch eine Vakuumkammer 4 hindurchgeführt. Dabei wird unter Einwirkung eines darin erzeugten Vakuums beim Durchfluß der Schmelze eine Entgasung vorgenommen. Die Erfindung betrifft auch eine Tundish-Anordnung 2 mit integrierter Vakuumkammer 4.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Vakuum-Entgasung
von Stahlschmelze während des Stranggießens in einer Stranggießanlage, wobei
Stahlschmelze aus einer Pfanne einem Zwischenbehälter, dem sogenannten Tun
dish, aufgegeben und aus diesem in mengenregelbarem Fluß über ein Tauchrohr
in eine Kokille vergossen wird. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
Es ist bekannt, Metallschmelzen, insbesondere Stahlschmelze aus metallurgi
schen Gründen einer Vakuumbehandlung zu unterziehen und damit schädliche
Gaseinschlüsse, die bei der Erstarrung zu Lunkern führen würden, zu entfernen.
Darüber hinaus enthält Stahlschmelze infolge Kontakts mit der umgebenden Luft
einen unerwünschten Stickstoffgehalt. Bei höheren Ansprüchen an die Freiheit
von Gasen und oxidischen Einschlüssen können Schmelzen nach verschiedenen
Verfahren im Vakuum behandelt werden. Bspw. werden Stähle für höchste An
sprüche, besonders hinsichtlich Reinheit und genauer Einhaltung von Legierungs
vorschriften, im Elektroverfahren, gegebenenfalls unter Vakuum, erzeugt.
Für die Vakuumbehandlung ist es üblich, eine separate Vakuumanlage zu ver
wenden.
Das Dokument FR 2 675 411 offenbart einen Aufgabetrichter zum Stranggießen
von flüssigem Metall, insbesondere Stahl, zwischen einer Gießpfanne und einer
Gußform. Der Aufgabetrichter zeigt zwei Raumteile auf unterschiedlichem Höhen
niveau, unter Verbindung durch einen schrägen Tunnel, wobei der tiefere Raumteil
eine Zone zur Aufgabe von flüssigem Metall aus der Pfanne abgrenzt. Weiterhin
sind Mittel zur Erzeugung eines Vakuums oberhalb des Schmelzbades im oberen
Raumteil vorgesehen, der zumindest mit einer Ausgußtülle versehen ist. Mit die
sem Arrangement ergibt sich die Möglichkeit, das flüssige Metall intensiv zu ent
gasen. Es wird verhindert, daß sich die Schmelze wieder mit Gas und Feuchtigkeit
anreichert, weil sie sich nicht länger im Kontakt mit atmosphärischer Luft während
des Gießprozesses aus dem Zwischenbehälter in die Gußform befindet.
Das Dokument US 4,456,476 A beschreibt einen kontinuierlichen Prozeß zur
Stahlherstellung, umfassend ein Schmelzbad in einem Drehrohrofen, der durch
Zerstäuber-Brenner am Aufgabeende und am Austragende geheizt wird. Metalli
sches Aufgabegut wird zunächst vorgeheizt, und zwar durch Wärmeübergang von
Ofenabgas in einem angeschlossenen rekuperativen Zubringer und zwar vor des
sen Einführung durch die Aufgabeöffnung. Metallschmelze wird durch ein Syphon-
Rohr abgezogen, welches in das Schmelzbad eintaucht, und zwar durch das
Ofenauslaßende in eine Vakuumkammer. Diese bildet einen Teil einer integrierten
Vakuumkammer-Tundish-Kombination, umfassend eine Säule von geschmolze
nem Metall unter Vakuum in einem Zweig, und einem Tundish-Schmelzbad unter
Atmosphärendruck als dem zweiten Zweig, in Verbindung mit einem unterhalb der
Schmelzen-Oberfläche vorhandenen Kanal. Sobald Schmelze aus dem Tundish
durch ein Tauchrohr ausfließt, wird diese wieder aufgefüllt durch die Säule der
Schmelze infolge unterdruck-induziertem Fluß durch das Syphon-Rohr, unter
Ausgleich des Schmelzbad-Pegels in der Säule, wodurch dieser während des
Stranggießvorganges konstant bleibt.
Bei den bekannten Vorrichtungen stellt sich ein vergleichsweise labiles Gleichge
wicht nach Maßgabe des Vakuums ein, und zwar einerseits infolge der damit in
duzierten Hebewirkung beim Zufluß der Schmelze und andererseits infolge des
durch das Vakuum beeinflußten Abflusses der Schmelze durch das Tauchrohr in
die Gußform.
Bspw. erfordert sowohl die Aufgaberate des aufzuschmelzenden Gutes in den
Ofen, der Schmelzfluß zwischen Drehrohrofen und Vakuumkammer sowie der
Abfluß der Schmelze durch das Tauchrohr in eine Kokille jeweils individuelle Re
gelungen, weil sich die entsprechenden Parameter gegenseitig beeinflussen.
Darüber hinaus ist die Feuerfest-Auskleidung sowohl des schrägen Tunnels, als
auch des Steigrohres zwischen Drehrohrofen und Tundish nur schwer be
herrschbar und entzieht sich einer problemlosen Wartung. Aufgrund der kompli
zierten geometrischen Abmessungen scheint daher die erforderliche Feuerfest-
Auskleidung nur mit unwirtschaftlich hohem Aufwand realisierbar zu sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze während des Stranggießens in einer
Stranggießanlage anzugeben, welche die vorgenannten Schwierigkeiten, Nach
teile und technischen Grenzen überwindet und die Entgasung innerhalb des Tun
dish mit wirtschaftlichen Mitteln ermöglicht.
Die Lösung der Aufgabe gelingt bei einem Verfahren der im Oberbegriff von An
spruch 1 genannten Art mit der Erfindung dadurch, daß die Schmelze zwischen
ihrem Einlauf in den Tundish und dessen Auslauf über das Tauchrohr durch eine
Vakuumkammer hindurchgeführt und dabei unter Einwirkung eines darin erzeug
ten Vakuums beim Durchfluß eine Entgasung vorgenommen wird. Der Vorteil die
ser Maßnahme liegt im wesentlichen in einer erheblichen Reduzierung von Anla
genteilen und Platzbedarf. In Weiterbildung der Erfindung wird die Strömungsrate
der Schmelze bei ihrem Durchfluß durch den Zwischenbehälter unabhängig von
der Druckerniedrigung des Vakuums in der Vakuumkammer ausschließlich durch
das Verhältnis vom regelbaren Zufluß und Abfluß der Schmelze im Tundish be
stimmt. Durch die besondere, unkomplizierte Zuordnung der Pfanne für den Zufluß
der Schmelze in den Tundish und der Vakuumkammer im Tundish wird eine ge
genseitige Beeinflussung von Zufluß und Abfluß der Schmelze in Abhängigkeit der
Höhe des Vakuums vermieden.
Eine Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, daß durch einen unterhalb einer Va
kuumkammer in den Boden des Tundish eingelassenen porösen Feuerfest-Körper
Inertgas wie Argon, Helium oder ein anderes Inertgas in die Schmelze und durch
diese hindurch eingeleitet wird.
Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens nach der Erfindung sieht vor, daß die
Entgasung der Schmelze in einer den Auslauf des Tundish überdeckenden Vaku
umkammer vorgenommen wird. Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß die Schmelze
unmittelbar nach ihrer Entgasung nicht mehr mit der Atmosphäre in Berührung
kommt und daher nicht wieder mit Sauerstoff kontaminiert werden kann.
Eine andere Ausgestaltung des Verfahrens sieht weiter vor, daß die Entgasung
der Schmelze in einer zwischen Zufluß und Abfluß der Schmelze vorhandenen
Vakuumkammer vorgenommen wird. Dies ergibt eine besonders unkomplizierte
Ausgestaltung des Verfahrens sowie die Möglichkeit, das erfindungsgemäße Ent
gasungsverfahren nachträglich in einem vorhandenen Tundish nachzurüsten.
Eine weitere Ausgestaltung des Verfahren sieht vor, daß die Schmelze in einer
Vakuumkammer unter Verwendung einer diese bis auf einen Rest-Gasraum in
zwei Abteilungen unterteilende Wand in eine U-förmige, den Rest-Gasraum tan
gierende Umströmung gezwungen wird. Durch diese Ausgestaltung des Verfah
rens kann problemlos und mit unkomplizierten Mitteln bei einer äußerst intensiven
Entgasung der in der Kammer umlaufenden Schmelze jederzeit das Vakuum der
Kammer bspw. der erforderlichen Ausflußrate durch das Tauchrohr angepaßt
werden. Der Durchfluß müßte durch eine Badspiegelregelung im Tundish mittels
Änderung des Unterdrucks in der Vakuumkammer geregelt werden, wenn die
Wand durchgehend ist. Eine Badspiegelregelung kann ohne Änderung des Vaku
ums vorgenommen werden, wenn die Wand aus zwei Wandteilen besteht, die ge
geneinander parallel versetzt sind und aneinander vorbeigleiten.
Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Stand der Technik wird dadurch erreicht, daß
nach einer weiteren Verfahrensausgestaltung der Zufluß der Schmelze in den
Tundish durch ein Schattenrohr aus feuerfestem Material bei Atmosphärendruck
und insbesondere unabhängig vom Aufbau eines Vakuums in einem Bereich des
Tundish vorgenommen wird.
Eine Vorrichtung zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze während des Strang
gießens in einer Stranggießanlage, insbesondere zur Durchführung des Verfah
rens nach der Erfindung, umfassend eine Pfanne für die Stahlschmelze mit einer
bevorzugt einstellbaren Ausgußöffnung oberhalb des Zuflußbereiches eines dar
unter angeordneten, einen Abfluß mit einer eine einstellbare Auslauföffnung und
ein Tauchrohr aufweisenden Tundish, zeichnet sich dadurch aus, daß der Tundish
im Strömungsweg der Schmelze zwischen dem Zuflußbereich und dem Abfluß mit
einer von der Schmelze durchströmbaren Vakuumkammer ausgebildet ist.
Weitere Ausgestaltungen der Vorrichtung sind entsprechend den Merkmalen der
Unteransprüche vorgesehen.
Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachste
henden Erläuterung einiger in den Zeichnungen schematisch dargestellter Ausfüh
rungsbeispiele. Es zeigen:
Fig. 1 einen Tundish mit zwischen Einlauf und Auslauf der Schmelze ange
ordneter Vakuumkammer, im Schnitt,
Fig. 2, eine andere Ausgestaltung der Vakuumkammer im Tundish, wobei
Fig. 2a diese nach Art einer Tauchglocke im Schmelzbad zwischen Leitwän
den geführt ist, ebenfalls im Schnitt,
Fig. 3 eine den Auslauf des Tundish überdeckende Vakuumkammer,
ebenfalls im Schnitt.
Fig. 1 zeigt ein Verfahrensschema zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze 16
während des Stranggießens in einer Stranggießanlage, wobei Stahlschmelze un
ter Atmosphärendruck aus einer Pfanne 1 einem Zwischenbehälter 2, dem soge
nannten Tundish, aufgegeben und aus diesem in mengenregelbarem Fluß über
ein Tauchrohr 3 in eine Kokille (nicht gezeigt) vergossen wird.
Die Schmelze 16 wird zwischen ihrem Einlauf 8 in den Tundish 2 und dessen
Auslauf 9 über das Tauchrohr 3 durch eine Vakuumkammer 4 hindurchgeführt.
Dabei wird unter Einwirkung eines darin erzeugten Vakuums beim Durchfluß eine
Entgasung der Schmelze vorgenommen. Die Strömungsrate der Schmelze wird
bei ihrem Durchfluß durch den Tundish 2 unabhängig von der Druckerniedrigung
des Vakuums in der Vakuumkammer 4 ausschließlich durch das Verhältnis vom
regelbaren Zufluß 8 und Abfluß 9 der Schmelze 16 im Tundish 2 bestimmt. Hierzu
ist der Auslauföffnung 7 des Tundish 2 ein Einstellorgan wie Stopfenstange 18
oder Flachschieber zugeordnet.
Durch einen unterhalb einer Vakuumkammer 4 in den Boden 5 des Tundish 2 ein
gelassenen porösen Feuerfest-Körper 6 wird Inertgas wie Argon, Helium oder ein
anderes Inertgas in die Schmelze 16 und durch diese hindurch eingeleitet. Damit
wird die Schmelze zusätzlich gereinigt.
Weiterhin kann von der Maßnahme Gebrauch gemacht sein, daß die Entgasung
der Schmelze in einer den Auslauf 7 des Tundish 2 überdeckenden Vakuumkam
mer 4 vorgenommen wird, wie dies in der Fig. 3 gezeigt ist.
Aus der Darstellung insbesondere der Zusammenschau von Fig. 1 und 3 wird
deutlich, daß das Verfahren und die hierfür erforderliche Vorrichtung im Gegen
satz zum Stand der Technik außerordentlich unkompliziert, übersichtlich und mit
vergleichsweise geringen Investitions- und Wartungskosten verwirklichbar sind.
Fig. 2 zeigt in einer das Verfahren sowie auch die Vorrichtung darstellenden
schematischen Zeichnung eine Ausführung, bei der die Schmelze in einer Vaku
umkammer 4 unter Verwendung einer diese bis auf einen Rest-Gasraum 10 in
zwei Abteilungen 11, 12 unterteilende Wand 13 in eine U-förmige, den Rest-
Gasraum 10 tangierende Umströmung gezwungen wird. Der Strömungsweg der
Schmelze 16 ist sowohl in Fig. 1, als auch in Fig. 2 und Fig. 3 mit 17 bezeichnet.
Der durch den porösen Feuertest-Körper 6 in die Schmelzsäule einer Vakuum
kammer 4 bzw. 4' eingeleitete Inertgas-Strom ist in Fig. 3 mit 24 bezeichnet.
Ein besonderer Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung zeigt sich darin, daß
der Zufluß 8 der Schmelze 16 in den Tundish 2 durch ein Schattenrohr 14 aus
feuerfestem Material bei Atmosphärendruck und insbesondere unabhängig vom
Aufbau eines Vakuums in einem Bereich des Tundish 2 vorgenommen wird. Hier
aus ergibt sich ein besonders einfaches Arbeitsverfahren und entsprechende Ar
beitsvorrichtung.
Bei der Entgasungsvorrichtung ist vorgesehen, daß die Vakuumkammer 4 in
Strömungsrichtung 17 der Schmelze 16 hinter dem Zuflußbereich 8 und vor dem
Abfluß 9 des Tundish 2 angeordnet ist. Dadurch ergibt sich ein extrem unkompli
zierter Aufbau der Vorrichtung. Mit gleichem Vorteil kann eine Vakuumkammer 4'
oberhalb der Auslauföffnung 7 des Tundish 2 angeordnet sein, wie dies die Fig. 3
zeigt. Durch diese Anordnung wird vermieden, daß der bereits entgaste flüssige
Stahl nochmals mit der freien Atmosphäre in Berührung kommt.
Eine Zusammenschau der Fig. 1 bis 3 zeigt darüber hinaus, daß unterhalb der
Vakuumkammer 4, 4' im Boden 5 des Tundish 2 ein gasdurchlässiger Spülstein in
Form eines Feuerfest-Körpers 6 zur Aufgabe von Inert-Spülgas angeordnet und
an eine Gaszuführung 19 angeschlossen ist.
In Fig. 2 ist gezeigt, daß die Vakuumkammer 4 nach Art einer Tauchglocke im
Schmelzbad 16 zwischen durchströmbaren Leitwänden 20, 21 gehalten und ge
führt ist sowie eine ihren Innenraum in zwei Abteilungen 11, 12 unterteilende
Wand 13 besitzt. Die Wand 13 sitzt auf einem Damm 25 auf, so daß sich eine
durchgehende Aufteilung des Innenraumes in die beiden Abteilungen 11, 12 er
gibt.
Mit dieser Vorrichtung wird eine besonders intensive Entgasung verwirklicht. Die
Vakuumkammer 4 ist über eine bevorzugt flexible Vakuumleitung 22 mit einer
Evakuierungsvorrichtung verbunden. Durch Änderung des Unterdrucks in der Va
kuumkammer erfolgt eine Badspiegelregelung im Tundish.
Eine Badspiegelregelung kann auch ohne Änderung des Vakuums vorteilhaft vor
genommen werden; hierzu müßte die Wand 13 parallel versetzt zum Damm 25
angeordnet sein, so daß Wand und Damm aneinander vorbeigleiten können. Dann
kann durch Heben bzw. Senken der Vakuumkammer 4 eine spontane Verände
rung des Vakuums bewirkt werden (Fig. 2a).
Claims (16)
1. Verfahren zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze (16) während des
Stranggießens in einer Stranggießanlage, wobei Stahlschmelze aus einer
Pfanne (1) einem Zwischenbehälter (2), dem sogenannten Tundish, aufgege
ben und aus diesem in mengenregelbarem Fluß über ein Tauchrohr (3) in eine
Kokille vergossen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schmelze (16) zwischen ihrem Einlauf (8) in den Tundish (2) und des
sen Auslauf (9) über das Tauchrohr (3) durch eine Vakuumkammer (4) hin
durchgeführt und dabei unter Einwirkung eines darin erzeugten Vakuums beim
Durchfluß eine Entgasung vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strömungsrate der Schmelze bei ihrem Durchfluß durch den Zwi
schenbehälter (2) unabhängig von der Druckerniedrigung des Vakuums in der
Vakuumkammer (4) ausschließlich durch das Verhältnis vom regelbaren Zufluß
(8) und Abfluß (9) der Schmelze (16) im Tundish (2) bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch einen unterhalb der Vakuumkammer (4) in den Boden (5) des Tun
dish (2) eingelassenen porösen Feuerfest-Körper (6) Inertgas wie Argon, Heli
um oder ein anderes Inertgas in die Schmelze (16) und durch diese hindurch
eingeleitet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Entgasung der Schmelze (16) in einer den Auslauf (7) des Tundish (2)
überdeckenden Vakuumkammer (4') vorgenommen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Entgasung der Schmelze (16) in einer zwischen Zufluß (8) und Abfluß
(9) der Schmelze vorhandenen Vakuumkammer (4) vorgenommen wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schmelze in einer Vakuumkammer (4) unter Verwendung einer diese
bis auf einen Rest-Gasraum (10) in zwei Abteilungen (11, 12) unterteilende
Wand (13) in eine U-förmige, den Rest-Gasraum (10) tangierende Umströ
mung gezwungen wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zufluß (8) der Schmelze (16) in den Tundish (2) durch ein Schatten
rohr (14) aus feuerfestem Material bei Atmosphärendruck und insbesondere
unabhängig vom Aufbau eines Vakuums in einem Bereich des Tundish (2)
vorgenommen wird.
8. Vorrichtung zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze während des Strang
gießens in einer Stranggießanlage, insbesondere zur Durchführung des Ver
fahrens nach den Ansprüchen 1 bis 7, umfassend eine Pfanne (1) für die
Stahlschmelze (16) mit einer Ausgußöffnung (15) oberhalb des Zuflußbereichs
(8) eines darunter angeordneten, einen Abfluß (9) mit einer eine Auslauföff
nung (7) mit einem Tauchrohr (3) aufweisenden Tundish (2),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Tundish (2) im Strömungsweg (17) der Schmelze zwischen dem Zu
flußbereich (8) und dem Abfluß (9) mit einer von der Schmelze (16) durch
strömbaren Vakuumkammer (4) ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Auslauföffnung (7) des Tundish (2) ein Einstellorgan wie Stopfenstan
ge (18) oder Flachschieber zugeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vakuumkammer (4) in Strömungsrichtung (17) der Schmelze (16) hin
ter dem Zuflußbereich (8) und vor dem Abfluß (9) des Tundish (2) angeordnet
ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vakuumkammer (4') oberhalb der Auslauföffnung (7) des Tundish (2)
angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß unterhalb der Vakuumkammer (4, 4') im Boden (5) des Tundish (2) ein
gasdurchlässiger Spülstein in Form eines Feuerfest-Körpers (6) zur Aufgabe
von Inert-Spülgas angeordnet und an eine Gaszuführung (19) angeschlossen
ist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vakuumkammer (4) nach Art einer Tauchglocke im Schmelzbad (16)
zwischen durchströmbaren Leitwänden (20, 21) gehalten und geführt ist sowie
eine ihren Innenraum in zwei Abteilungen (11, 12) unterteilende Wand (13) be
sitzt.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wand (13) auf einen vom Boden (5) des Tundish (2) aufstehenden
Damm (25) aufsetzbar ist.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wand (13) und der Damm (25) seitlich gegeneinander derart parallel
versetzt sind, daß die Wand (13) am Damm (25) entlang verfahrbar ist.
16. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vakuumkammer (4) über bevorzugt eine flexible Vakuumleitung (22)
mit einer Evakuierungsvorrichtung verbunden ist.
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| DE19936227A1 true DE19936227A1 (de) | 2001-02-08 |
Family
ID=7916841
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999136227 Withdrawn DE19936227A1 (de) | 1999-08-05 | 1999-08-05 | Verfahren und Vorrichtung zur Vakuum-Entgasung von Stahlschmelze während des Stranggießens in einer Stranggießanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19936227A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN109922905A (zh) * | 2016-11-09 | 2019-06-21 | 株式会社Posco | 铸造设备和使用该铸造设备的铸造方法 |
| WO2023241988A1 (de) * | 2022-06-15 | 2023-12-21 | Sms Group Gmbh | ENTGASUNGSVORRICHTUNG ZUM ENTGASEN EINES METALLISCHEN SCHMELZFLÜSSIGEN GIEßSTRAHLS |
| US20250065397A1 (en) * | 2023-08-23 | 2025-02-27 | HarbisonWalker International Holdings, Inc. | Apparatus for the enhancement of non-metallic particle removal from liquid metal flowing through a vessel |
-
1999
- 1999-08-05 DE DE1999136227 patent/DE19936227A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN109922905A (zh) * | 2016-11-09 | 2019-06-21 | 株式会社Posco | 铸造设备和使用该铸造设备的铸造方法 |
| WO2023241988A1 (de) * | 2022-06-15 | 2023-12-21 | Sms Group Gmbh | ENTGASUNGSVORRICHTUNG ZUM ENTGASEN EINES METALLISCHEN SCHMELZFLÜSSIGEN GIEßSTRAHLS |
| US20250065397A1 (en) * | 2023-08-23 | 2025-02-27 | HarbisonWalker International Holdings, Inc. | Apparatus for the enhancement of non-metallic particle removal from liquid metal flowing through a vessel |
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