DE19933747A1 - Spinnmaschine mit einer Vielzahl von Spinnstellen - Google Patents
Spinnmaschine mit einer Vielzahl von SpinnstellenInfo
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Abstract
Bei Spinnmaschinen, deren Streckwerke jeweils eine Verdichtungszone zum Verdichten des verstreckten Faserverbandes zugeordnet ist, sind die Verdichtungszonen über ein Saugrohr an eine Unterdruckquelle angeschlossen. Gemäß der Erfindung ist mehreren Verdichtungszonen jeweils ein gemeinsames Saugrohr zugeordnet. Jedem Saugrohr wiederum ist eine aus einem Kreiselverdichter und einem Antriebsmotor bestehende Baueinheit zugeordnet, welche im Bereich eines die Streckwerke halternden Längsträgers angeordnet ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine mit einer Vielzahl von Spinnstellen, die jeweils ein
Streckwerk mit zugeordneter Verdichtungszone zum Verstrecken und Verdichten wenigstens
eines Faserverbandes aufweisen, wobei jeweils mehrere Verdichtungszonen an ein
gemeinsames Saugrohr angeschlossen sind.
Eine Spinnmaschine dieser Art ist durch die DE 197 22 772 A1 Stand der Technik. Jeweils zwei
benachbarte Verdichtungszonen sind über ein gemeinsames Saugrohr mit einem zentralen
Unterdruckkanal der Spinnmaschine verbunden. Zur Vergleichmäßigung der Saugwirkung an den
einzelnen Verdichtungszonen kann der zentrale Unterdruckkanal aus mehreren Teilkanälen
bestehen, wobei die Saugluft von jedem einzelnen Teilkanal gesondert abgeführt wird.
Sämtlichen Teilkanälen ist ein gemeinsamer Kreiselverdichter zugeordnet. Der dem
Unterdruckkanal zugeordnete einzige Kreiselverdichter ist jedoch trotz der Teilkanäle nicht in der
Lage, an den einzelnen Verdichtungszonen für gleiche Saugwirkungen zu sorgen.
Unterschiedliche Saugwirkungen wiederum führen zu unterschiedlichen Verdichtungen der
Faserverbände.
Das Verdichten eines vorzugsweise bereits fertig verstreckten, aber noch spinndrehungsfreien
Faserverbandes dient dem Zweck, den Faserverband zu bündeln, indem abstehende Randfasern
sich enger an den Kernverband anlegen. Dadurch lässt sich an derjenigen Stelle, wo der
Spinndrall in den entstehenden Faden eingeleitet wird, das bekannte Spinndreieck weitgehend
vermeiden. Das ersponnene Garn wird fester, weniger haarig und wirkt insgesamt glatter. Es ist
einleuchtend, dass unterschiedliche Saugwirkungen an den einzelnen Verdichtungszonen Garne
mit unterschiedlicher Haarigkeit entstehen lassen, was im extremen Fall dazu führen kann, dass
komplette fertig bewickelte Spinnspulen Ausschuss werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die genannten Nachteile zu vermeiden und die
Saugwirkung an den einzelnen Verdichtungszonen zu vergleichmäßigen.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass jedem Saugrohr eine aus einem Kreiselverdichter und
einem Antriebsmotor bestehende Baueinheit zugeordnet ist, die im Bereich eines die Streckwerke
halternden Längsträgers angeordnet ist.
Derartige Längsträger verlaufen in Maschinenlängsrichtung in unmittelbarer Nähe der
Streckwerke. Somit ist die genannte Baueinheit sehr nahe an den Verdichtungszonen
angeordnet, so dass auf Grund der sehr kurzen Saugrohre nur ganz geringe Drosselverluste
auftreten. Dadurch, dass jedem einzelnen Saugrohr ein eigener Kreiselverdichter zugeordnet ist,
herrscht in jedem Saugrohr der gleiche Unterdruck. Jedem Saugrohr werden nur so viele
Spinnstellen zugeordnet, dass an den einzelnen Verdichtungszonen noch mit einem ausreichend
gleichen Unterdruck zu rechnen ist. Vorzugsweise ist jeweils acht Spinnstellen ein Saugrohr und
somit ein Kreiselverdichter zugeordnet.
Die Saugeinrichtungen für die Verdichtungszonen sind in baulicher Hinsicht sozusagen autark, so
dass die Möglichkeit besteht, bestehende Spinnmaschinen mit den erfindungsgemäßen
Baueinheiten nachzurüsten.
Vorteilhaft ist dem Saugrohr ein sich über mehrere Spinnstellen erstreckendes, mit den einzelnen
Verdichtungszonen zugeordneten Saugschlitzen versehenes Profilrohr zugeordnet. Ein solches,
sich beispielsweise über eine Maschinensektion erstreckendes Profilrohr ist ein leicht
herstellbares, vorzugsweise aus Kunststoff bestehendes Bauteil, welches sich leicht,
gegebenenfalls auch nachträglich, anbringen lässt. Wenn ein solches Profilrohr zusammen mit
dem Saugrohr und der aus Kreiselverdichter und Antriebsmotor bestehenden Baueinheit zu
einem Bausatz zusammengefasst wird, lassen sich auch Spinnmaschinen ohne
Verdichtungszonen nachträglich mit solchen ausrüsten.
Zweckmäßig ist die aus Kreiselverdichter und Antriebsmotor bestehende Baueinheit in einem
gemeinsamen Gehäuse angeordnet. Dies kann dadurch geschehen, dass etwa ein dem
Kreiselverdichter zugehöriges Spiralgehäuse mit dem Motorgehäuse zusammengefasst wird.
Die Baueinheit, insbesondere bei einem Nachrüsten der Spinnmaschine, kann an dem die
Streckwerke halternden Längsträger angebracht werden. Hierbei kann es sich vorteilhaft um eine
Streckwerksbank handeln, an denen die einzelnen Streckwerke in bekannter Weise befestigt
sind. Als Längsträger kann jedoch auch ein ohnehin in jeder Spinnmaschine vorhandener
Unterdruckkanal verwendet werden, an welchem sich die Baueinheit und gegebenenfalls auch
die Streckwerke befestigen lassen.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels.
Es zeigen:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht auf ein Streckwerk einer Spinnstelle mit
zugeordneter Verdichtungszone, für die eine aus einem Kreiselverdichter und einem
Antriebsmotor bestehende Baueinheit vorgesehen ist,
Fig. 2 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles II der Fig. 1 auf die Verdichtungszonen mehrerer
einem Saugrohr zugehöriger Spinnstellen sowie eine erfindungsgemäße Baueinheit, wobei alle
übrigen Teile der Fig. 1 weggelassen sind.
Die in Fig. 1 und 2 nur teilweise dargestellte Spinnmaschine, vorzugsweise eine
Ringspinnmaschine, besteht in Maschinenlängsrichtung aus einer Vielzahl von
Maschinensektionen. Einer solchen in Fig. 2 angedeuteten Maschinensektion sind
beispielsweise sechs Spinnstellen 1 bis 6 zugeordnet, wobei die Spinnstellen 2 und 3 nicht mit
dargestellt sind. Selbstverständlich kann die Zahl der einer Maschinensektion zugeordneten
Spinnstellen variieren. Die in Fig. 2 außerdem erkennbare Spinnstelle 7 ist bereits einer
benachbarten Maschinensektion zugeordnet.
Pro Spinnstelle 1 bis 7 ist jeweils ein an sich bekanntes Streckwerk 8 vorgesehen, dem im
vorliegenden Fall eine Verdichtungszone 9 zugeordnet ist, deren Ausgestaltung an sich beliebig
ist. Die Verdichtungszone 9 schließt sich vorteilhaft an das eigentliche Streckwerk 8 an.
Jedes Streckwerk 8 enthält mehrere, im vorliegenden Fall drei Walzenpaare 10, 11 und 12, die in
bekannter Weise jeweils aus einem angetriebenen, in Maschinenlängsrichtung durchlaufenden
Unterzylinder sowie einer jeder Spinnstelle 1 bis 7 zugeordneten Druckwalze bestehen.
Den Streckwerken 8 wird in Zuführrichtung A jeweils ein Faserband oder Vorgarn 13 zugeführt,
welches dann im Streckwerk 8 bis zur gewünschten Fadenfeinheit verstreckt wird. Im Anschluss
an das letzte Walzenpaar 12, das sogenannte Ausgangswalzenpaar des Streckwerks 8, liegt
dann ein bereits verstreckter, im vorliegenden Fall jedoch noch drehungsfreier Faserverband 14
vor. Dieser Faserverband 14 durchläuft die genannte Verdichtungszone 9 und wird hier
gebündelt, so dass der Faserverband schmaler und weniger haarig wird, bei insgesamt besserer
Substanzausnutzung, was letztlich zu einer höheren Festigkeit führt. Auslaufseitig ist die
Verdichtungszone 9 durch eine Klemmstelle 15 begrenzt, ab welcher der zu erspinnende Faden
16 seine Spinndrehung erhält. Der Faden 16 wird in Lieferrichtung B einem nicht dargestellten
Drallorgan, beispielsweise einer Ringspindel, zugeführt. Die Klemmstelle 15 wirkt hinsichtlich der
Spinndrehung als Drallsperre.
Zu jeweils zwei benachbarten Streckwerken 8 gehört ein Belastungsträger 17, der jeweils zwei
benachbarten Spinnstellen 1 bis 6 zugehörige Druckwalzen trägt, die zu sogenannten
Druckwalzenzwillingen zusammengefasst sind. Man erkennt in Fig. 1 die Haltestange 18 des
Belastungsträgers 17 sowie einen dem ersten Walzenpaar 10 zugeordneten Einlauftrichter 19 für
das zu verstreckende Faserband oder Vorgarn 13.
Die einzelnen Streckwerke 8 sind auf sogenannten Stanzen 20 angeordnet, die eine Art
Quersträger bilden. Die Stanzen 20 ihrerseits sind an einem in Maschinenlängsrichtung
durchlaufenden Längsträger 21 befestigt, der im vorliegenden Fall als im Querschnitt L-förmige
Streckwerksbank ausgebildet ist. Alternativ können die einzelnen Streckwerke 8
selbstverständlich auch an einem in Maschinenlängsrichtung durchlaufenden Unterdruckkanal 22
befestigt sein, der dann den Längsträger bildet.
Wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, enthält die Verdichtungszone 9 ein Profilrohr 23,
welches sich über eine Maschinensektion, im dargestellten Fall über die Spinnstellen 1 bis 6
erstreckt. Auf der Oberseite des Profilrohres 23 ist pro Spinnstelle 1 bis 6 ein Saugschlitz 24
angebracht, der sich im Wesentlichen in Transportrichtung des Faserverbandes 14 erstreckt und
bis zur Klemmstelle 15 reicht. Letzteres ist wichtig, damit die Verdichtungswirkung vor dem
Einleiten eines Spinndralles nicht wieder verloren geht.
Ab der Spinnstelle 7 beginnt ein nur angedeutetes benachbartes Profilrohr, welches sich
ebenfalls über eine Maschinensektion erstreckt.
Die einzelnen Profilrohre 23 sind an ihren beiden Enden in nur angedeuteter Weise leicht lösbar
an den erwähnten Stanzen 20 befestigt.
Pro Spinnstelle 1 bis 7 ist der jeweiligen Verdichtungszone 9 ein relativ schmales Transportband
25 zugeordnet, dass den jeweiligen Saugschlitz 24 überdeckt und luftdurchlässig ausgebildet ist.
Vorteilhaft kann es sich bei dem Transportband 25 um ein dünnes Gewebeband mit sehr feinen
Poren handeln. Das Profilrohr 23 ist an seiner Außenkontur als Gleitfläche für das Transportband
25 ausgebildet, wobei das Transportband 25 das Profilrohr 23 eng umschließt und auf dem
Profilrohr 23 umläuft. Dem Antrieb des Transportbandes 25 dient eine Klemmwalze 26, die mit
dem Profilrohr 23 die bereits erwähnte Klemmstelle 15 bildet. Die Klemmwalze 26 ihrerseits erhält
ihren Antrieb von der Druckwalze des Walzenpaares 12, und zwar über eine Übertragungswalze
27, von der lediglich der Teilkreis eines Zahnrades dargestellt ist.
Jedes Profilrohr 23 enthält eine Saugöffnung 28, so dass also jeweils eine Saugöffnung 28 pro
Maschinensektion, im vorliegenden Fall für die Spinnstellen 1 bis 6 vorhanden ist. Über einen an
dem Profilrohr 23 angebrachten Verbindungsstutzen 29 ist das Profilrohr 23 an ein Saugrohr 30
angeschlossen, in der Weise, dass das Saugrohr 30 lösbar, jedoch dichtend in den
Verbindungsstutzen 29 einsteckbar ist.
Jedem Saugrohr 30 ist ein eigener Kreiselverdichter 31 zugeordnet, der direkt mit einem
Antriebsmotor 32 verbunden ist. Der Kreiselverdichter 31 und der Antriebsmotor 32 bilden eine
Baueinheit 33, die vorteilhaft in einem gemeinsamen Gehäuse 34 untergebracht ist. Dieses
gemeinsame Gehäuse 34 kann das Spiralgehäuse für den Kreiselverdichter 31 sowie das
Motorgehäuse für den Antriebsmotor 32 enthalten. Diese Baueinheit 33 ist im Bereich des
Längsträgers 21 angeordnet und vorzugsweise an dem Längsträger 21 befestigt. Alternativ kann
die Baueinheit 33 auch am Unterdruckkanal 22 befestigt sein.
Die Anordnung ist so getroffen, dass jeder Kreiselverdichter 31 jeweils nur einem Profilrohr 23
einer Maschinenseite zugeordnet ist. Dies macht es möglich, die Baueinheit 33 zusammen mit
dem Saugrohr 30 und dem Profilrohr 23 als nachrüstbaren Bausatz 35 auszubilden. Dieser
Bausatz 35 ist, wie bereits beschrieben, am Verbindungsstutzen 29 bei Bedarf trennbar, so dass
auch ohne Ausbauen einer Baueinheit 33 ein Profilrohr 23 demontierbar ist, beispielsweise wenn
ein Transportband 25 bei Verschleiß ausgewechselt werden soll.
Claims (5)
1. Spinnmaschine mit einer Vielzahl von Spinnstellen, die jeweils ein Streckwerk mit
zugeordneter Verdichtungszone zum Verstrecken und Verdichten wenigstens eines
Faserverbandes aufweisen, wobei jeweils mehrere Verdichtungszonen an ein gemeinsames
Saugrohr angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Saugrohr (30) eine aus
einem Kreiselverdichter (31) und einem Antriebsmotor (32) bestehende Baueinheit (33)
zugeordnet ist, die im Bereich eines die Streckwerke (8) halternden Längsträgers (21; 22)
angeordnet ist.
2. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Saugrohr (30) ein sich
über mehrere Spinnstellen (1 bis 6) erstreckendes, mit den einzelnen Verdichtungszonen (9)
zugeordneten Saugschlitzen (24) versehenes Profilrohr (23) zugeordnet ist.
3. Spinnmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Baueinheit (33)
zusammen mit dem Saugrohr (30) und dem Profilrohr (23) einen nachrüstbaren Bausatz (35)
bildet.
4. Spinnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Baueinheit (33) in einem gemeinsamen Gehäuse (34) angeordnet ist.
5. Spinnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichent, dass die
Baueinheit (33) an dem die Streckwerke (8) halternden Längsträger (21; 22) angebracht ist.
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Also Published As
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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