DE19929547C2 - Vorrichtung zur Entlastung der Wirbelsäule - Google Patents
Vorrichtung zur Entlastung der WirbelsäuleInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Vorrichtung zur Entla
stung der Wirbelsäule oder eines erkrankten oder geschädigten
Wirbelsäulenabschnitts.
Eine bekannte Vorrichtung dieser Art ist die sogenannte Glisson-
Schlinge, die eine Kopfmanschette, welche insbesondere den Un
terkiefer unterseitig umfaßt, und einen Flaschenzug oder einen
Seilzug aufweist, an dem die Kopfmanschette aufgehängt ist und
mit dem eine gewünschte Zugkraft auf die Kopfmanschette ausgeübt
werden kann.
Diese bekannte Vorrichtung zur Entlastung oder Extension der
Wirbelsäule hat jedoch Nachteile. Zum einen muß der behandelnde
Arzt oder das medizinische Personal den Flaschenzug betätigen
und zum anderen kann der Patient die Zugkraft nicht selbst be
einflusse. Außerdem kann mit der bekannten Vorrichtung keine
Entspannung der Muskulatur im Arm- und Schulterbereich des Pa
tienten erreicht werden.
Aus der Druckschrift GB-PS 842,855 ist eine physiotherapeutische
Vorrichtung zur Entlastung der Wirbelsäule bekannt. Die bekannte
Vorrichtung weist einen Seilzug auf, der durch zwei an einer
Decke oder einem Rahmen aufgehängte Umlenkrollen geführt ist.
Von einer Schlinge, die zur Umfassung des Unterkiefers eines
Patienten vorgesehen ist, gehen zwei Seile aus, die die Schlinge
tragen und die jeweils über eine Umlenkrolle so umgelenkt wer
den, daß ein Seil auf einer Seite und ein Seil auf der gegen
überliegenden Seite der Schlinge auf Abstand zu dieser herab
hängt. Jedes Seil ist mit einem Griff versehen, so daß der Pa
tient beidseitig mit den Händen je einen Griff ergreifen kann,
um eine gewünschte Zugkraft auf die Schlinge auszuüben. Die
Griffe sind so angeordnet, daß sie etwa in Hüfthöhe neben dem
Patienten hängen. Durch Anspannung der Arm- und Schultermuskula
tur übt der Patient dann die gewünschte Zugkraft auf die Kopf
schlinge aus. Daher wird kein Entlastung der Wirbelsäule bei
gleichzeitiger Entspannung der Arm- und Schultermuskulatur er
reicht. Die Aufhängung der Schlinge wird durch zwei Federn ge
bildet, deren eines Ende jeweils mit einem Ende der Schlinge
verbunden ist und deren anderes Ende an einem stabförmigen Zwi
schenstück aufgehängt ist, das mit Ösen versehen ist, an denen
die beiden Seile befestigt sind. Neben des genannten Nachteils
der fehlenden Entspannung der Arm- und Schultermuskulatur ist
diese bekannte Vorrichtung insofern nachteilig, als sie nicht an
die Körpermaße des Patienten anpassbar ist, da die Umlenkrollen,
von denen die Seile mit den Griffen herabhängen, fest montiert
sind.
Aus DE 82 00 564 U1 ist eine Vorrichtung zur Entlastung der
Wirbelsäule bekannt, die eine Schlinge zur Umfassung des Unter
kinns und des Nackens hat, welche über einen Seilzug aufgehängt
ist, um eine gewünschte Kraft auf die Schlinge ausüben zu kön
nen. Die Schlinge ist an einem Zwischenstück aufgehängt, wobei
von dem Zwischenstück zwei Seile ausgehen, die das Zwischenstück
und die Schlinge tragen und die jeweils über Rollen so umgelenkt
werden, daß ein Seil auf einer Seite und ein Seil auf der gegen
überliegenden Seite der Schlinge auf Abstand zu dieser, in einem
rechteckigen Rahmen geführt herabhängen, wobei jedes Seil mit
einem Griff verbunden ist, der entlang des Rahmens verschiebbar
ist, so daß der Patient beidseitig mit den Händen je einen Griff
ergreifen kann, um eine Zugkraft auf die Schlinge auszuüben.
Dabei sind die Seile durch eine Öse des Zwischenstücks hindurch
geführt und weiter nach oben zu dem Querstück des Rahmens ge
führt, in dem sie nach Umlenkung über eine Rolle in die Horizon
tale befestigt sind. Das Seil soll elastisch sein, so daß sich
durch das Seil selbst eine federnde Aufhängung der Schlinge
ergibt. Die anderen Enden der Seile verlaufen ausgehend von dem
Zwischenstück schräg nach oben zu den vertikalen Seiten des
Trägers. Der in dem Rahmen geführte Seilzug der Vorrichtung ist
einerseits recht kompliziert und andererseits nicht bequem hand
habbar und erfordert relativ große Kraft des Benutzers, um eine
entlastende Kraft auf die Wirbelsäule zu bewirken, da die mit
den Griffen verbundenen Seile von dem Zwischenstück ausgehend
schräg nach außen verlaufen, so daß eine mit den Seilen auf das
Zwischenstück ausgeübte vertikale Kraft notwendig auch quer zur
Vertikalen verlaufende Kräfte erzeugt, die von den Umlenkrollen
aufgenommen werden und die letztlich auch vom Benutzer an den
Griffen aufgebracht werden müssen. Dadurch muß der Benutzer
aktiv eine nach unten ziehende Kraft auf die Griffe ausüben, um
überhaupt eine merkliche Entlastung der Wirbelsäule zu bewirken,
was wiederum eine Anspannung der Muskulatur im Schulter- und
Armbereich zur Folge hat.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine einfache und
bequeme handhabbare Vorrichtung zur Entlastung der Wirbelsäule
zu schaffen.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die Merkmale des Patentan
spruchs 1. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen aufgeführt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Kopfmanschette so auf
gehängt, daß von ihrer Aufhängung zwei Seile ausgehen, die die
Kopfmanschette tragen und die jeweils über Rollen umgelenkt
werden. Dabei erfolgt die Umlenkung so, daß die Richtung der
Seile umgekehrt wird und die beiden Seile auf Abstand zueinander
gebracht werden, so daß sie zu beiden Seiten der Kopfmanschette
herabhängen. Dabei ist jedes Seil in der Weise mit einem Griff
versehen, daß der Patient mit jeder Hand je einen der Griffe in
Kopfhöhe fassen und seine Arme damit einhängen kann, um so durch
das Eigengewicht der Arme eine Zugkraft auf die Kopfmanschette
auszuüben und dabei gleichzeitig eine Entspannung der Muskulatur
im Schulter- und Armbereich zu bewirken.
Auf diese Weise kann der Patient die auf die Wirbelsäule ausge
übte Zugkraft durch das Eigengewicht der Arme ohne jede Anstren
gung aufbringen. Ferner wird die Muskulatur im Arm- und Schul
terbereich des Patienten weitgehend entspannt, wenn der Patient
seine Arme einfach zu beiden Seiten etwa in Kopfhöhe in die
Griffe einhängt. Durch das Hängenlassen der Arme wird eine Ent
lastung der Wirbelsäule bewirkt und gleichzeitig ein entspannter
Tonus der Schultermuskulatur.
Der Therapeut hat so die Möglichkeit der Massage und der Mobili
sation der Muskulatur und Gelenke unter höchstmöglicher Entspan
nung und auf natürlichem Wege unter Mithilfe des Patienten.
Der Patient kann so in die Behandlung einbezogen werden und kann
durch den Zug seiner Arme die Zugkraft auf die Wirbelsäule be
stimmen.
Die beiden Seile werden durch die beiden Enden eines Seils ge
bildet, das als Schlaufe geführt ist und in dessen Schlaufe die
Kopfmanschette aufgehängt ist.
Die Kopfmanschette ist über wenigstens eine Feder mit einem
Zwischenstück verbunden, das wiederum an den Seilen aufgehängt
ist. Auf diese Weise wird die Zugkraft über die wenigstens eine
Feder auf die Kopfmanschette übertragen. Das Zwischenstück wird
durch ein Kreuzteil gebildet. Es können vier Federn an den vier
Schenkeln aufgehängt sein, die wiederum die Kopfmanschette tra
gen.
Die Kopfmanschette kann beispielsweise einen oberen Gurt auf
weisen, der dazu ausgebildet ist, um einen oberen Kopfbereich am
Stirnbein, Scheitelbein, Schläfenbein und Hinterhauptbein mit
variabler Länge zu umschließen (zum Beispiel mittels eines
Klettverschlusses), und kann ferner ein unteres Teil aufweisen,
daß zur Umfassung des Unterkiefers ausgebildet ist, wobei der
obere Gurt und das untere Teil vorzugsweise über seitliche
Stützriemen miteinander verbunden sind.
Es ist eine Querstange vorhanden, die in der Mitte eine Doppel
rolle trägt, in der das eine von der Kopfmanschette ausgehende
Seil zu einer Seite der Querstange hin und das andere zu der
anderen Seite hin umgelenkt wird. An den Seiten der Querstange
befindet sich wiederum je eine Rolle, um die Seile jeweils in
die Vertikale nach unten umzulenken.
Vorzugsweise sind die Positionen der Rollen an den Seiten der
Querstange variabel, so daß deren Abstand in gewünschter Weise
eingestellt werden kann, um so eine Einstellbarkeit des Abstands
der Griffe auf die Schulterbreite des Patienten zu ermöglichen.
Die Querstange kann wiederum an einem Wandarm aufgehängt sein.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbei
spiels in der angefügten Figur beschrieben.
Die Figur zeigt eine schematische Aufsicht der Vorrichtung zur
Entlastung der Wirbelsäule eines Patienten.
Die Vorrichtung hat eine schematisch nur als Rechteck angedeute
te Kopfmanschette 2. Die Kopfmanschette 2 besteht aus einem
oberen Gurt (nicht dargestellt), der dazu ausgebildet ist, um
den oberen Kopfbereich des Patienten geschlossen zu werden (um
Stirnbein, Scheitelbein, Schläfenbein und Hinterhauptbein),
wobei der obere Gurt in seinem Umfang einstellbar ist, zum Bei
spiel durch einen Klettverschluß. Die Kopfmanschette weist wei
ter ein unteres Teil (nicht dargestellt) auf, das den Unterkie
fer umfaßt, wobei das untere Teil mit dem oberen Gurt über seit
liche Stützriemen verbunden ist, um der Kopfmanschette festen
Halt am Kopf zu geben.
Die Kopfmanschette 2 ist über vier Federn 12, die gleichförmig
über den Umfang des oberen Gurtes verteilt an diesem befestigt
sind, mit einem Zwischenstück 14 verbunden. Das Zwischenstück 14
ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel als kreuzförmiger
Träger mit gleich langen Schenkeln ausgebildet, wobei an den
vier Enden des Kreuzteils 14 die Federn 12 aufgehängt sind.
Von der Aufhängung des Zwischenstücks 14 gehen zwei Seile 1, 1'
nach oben aus. Tatsächlich können die beiden Seile 1, 1' zu ein
und demselben Seil gehören, das als Schlaufe durch eine Öse an
dem Zwischenstück 14 geführt ist.
Die beiden nach oben führenden Seile 1, 1' werden in einer Dop
pelrolle 4 umgelenkt, die die beiden Seile 1, 1' in entgegen
gesetzte Richtungen in die Horizontale umlenkt. Die Doppelrolle
4 ist über einen Karabinerhaken an einer Querstange 22 aufge
hängt. Beabstandet zu der zentralen Doppelrolle 4 sind an der
Querstange 22 weitere seitliche Rollen 5, 5' befestigt, in denen
die durch die Doppelrolle 4 in die Horizontale umgelenkten Seile
1, 1' auf Abstand zueinander wieder in die Vertikale umgelenkt
werden, so daß sie in Abstand zueinander zu beiden Seiten der
Kopfmanschette 2 herabhängen.
An den beiden Seilen 1, 1' ist jeweils ein Griff 10, 10' befe
stigt, der in der Zeichnung lediglich schematisch als Rechteck
angedeutet ist.
Die Umlenkrollen 5, 5' sind wiederum über Karabinerhaken an der
Querstange 22 angebracht, wobei diese Anbringung lösbar und nach
Wunsch an der Querstange 22 positionierbar ist, um den Abstand
der Rollen 5, 5' und damit den Abstand der beiden Griffe 10, 10'
einstellen zu können. Auf diese Weise kann der Abstand individu
ell auf den Patienten abgestimmt werden.
Die Querstange 22 wiederum ist über Karabinerhaken und eine
Kette 24 an einem horizontalen Teil eines Wandarms 26 aufge
hängt.
Zur Anwendung der Vorrichtung setzt sich der Patient auf einen
Hocker (nicht dargestellt) unter die Kopfmanschette 2 und legt
diese um den Unterkiefer und schließt den oberen Gurt um den
Stirnbereich. Anschließend greift er mit den Händen in die Grif
fe 10, 10' zu beiden Seiten seiner Schultern und hängt seine
Arme dort ein. Bereits durch das Gewicht der Arme wird über die
Seile 1, 1' eine Zugkraft auf die Kopfmanschette 2 ausgeübt, die
eine Entlastung der Wirbelsäule ergibt. Läßt der Patient seine
Arme einfach in die Griffe 10, 10' eingehängt (etwa in Kopfhöhe)
hängen, ohne weitere Zugkraft auszuüben, so wird gleichzeitig
eine Entlastung der Wirbelsäule und eine völlige Entspannung der
Muskulatur im Schulter- und Armbereich erreicht. Soll die Entla
stung der Wirbelsäule verstärkt werden, so kann der Patient
einen gewünschten Zug auf die Griffe 10, 10' ausüben um dadurch
eine weitere Entlastung der Wirbelsäule zu bewirken. In diesem
Zustand kann der Therapeut Massagen oder Mobilisierungen vor
nehmen.
Claims (7)
1. Vorrichtung zur Entlastung der Wirbelsäule eines Patienten,
wobei die Vorrichtung eine Kopfmanschette aufweist, die an
einem Seilzug aufgehängt ist, um eine gewünschte Kraft auf
die Kopfmanschette ausüben zu können, und wobei von der
Aufhängung der Kopfmanschette (2) zwei Seile (1, 1') ausge
hen, die die Kopfmanschette (2) tragen und die jeweils über
Rollen (4, 5, 5') so umgelenkt werden, daß ein Seil (1) auf
einer Seite und ein Seil (1') auf der gegenüberliegenden
Seite der Kopfmanschette (2) auf Abstand zu dieser herab
hängt, und wobei jedes Seil (1, 1') mit einem Griff (10,
10') in der Weise versehen ist, daß der Patient beidseitig
mit den Händen in Kopfhöhe je einen Griff (10, 10') ergrei
fen kann, um durch das Eigengewicht der Arme eine Zugkraft
auf die Kopfmanschette (2) bei gleichzeitig entspannter Arm-
und Schultermuskulatur auszuüben, und wobei die Seile (1,
1') durch die beiden Enden eines Seils gebildet werden, in
dessen Schlaufe die Kopfmanschette (2) aufgehängt ist, und
die Kopfmanschette (2) über wenigstens eine Feder (12) mit
einem Zwischenstück (14) verbunden ist, das an den Seilen
(1, 1') aufgehängt ist, so daß die Zugkraft auf die Kopfman
schette (2) über die wenigstens eine Feder (12) ausgeübt
wird, und wobei der Seilzug eine Querstange (22) aufweist,
an der eine Doppelrolle (4) befestigt ist, an welcher das
eine der die Kopfmanschette (2) tragenden Seile (1, 1') in
die Horizontale zu einer Seite der Querstange hin und das
andere Seil zur anderen Seite der Querstange (22) hin umge
lenkt werden, wobei auf jeder Seite der Querstange (22) eine
weitere Rolle (5, 5') vorhanden ist, um die Seile (1, 1') in
die Vertikale nach unten umzulenken.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kopfmanschette (2) einen oberen Gurt, der dazu ausgebildet
ist, um einen oberen Kopfbereich
geschlossen zu werden, und
ein unteres Teil aufweist, das zur Umfassung des Unterkie
fers ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Zwischenstück (14) durch ein Kreuzteil mit gleichlangen
Schenkeln gebildet wird, an denen jeweils eine Feder (12)
aufgehängt ist, so daß vier Federn (12) über den Umfang des
oberen Gurtes der Kopfmanschette (2) verteilt mit dieser
verbunden sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der obere Gurt und das unteres Teil der Kopfmanschette
über seitliche Stützriemen miteinander verbunden sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Positionen der Rollen (5, 5') an den
Seiten der Querstange variabel sind, so daß die Rollen (5,
5') auf einen gewünschten Abstand zueinander einstellbar
sind, um so eine Einstellbarkeit auf die Schulterbreite des
Patienten zu ermöglichen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Querstange (22) an einem horizontal verlaufenden Wandarm
(26) aufgehängt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Querstange (22) über eine Kette (24) an dem Wandarm (26)
aufgehängt ist, so daß die Höhenlage der Querstange (22)
einstellbar ist.
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1999
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